Mittelrheingold

Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Blick auf Bacharach. Foto: Henry Tornow

„Eigentlich hatten wir ein Geschäft wie in den 70er Jahren“

Corona hat dem Trend zur Eventgastronomie auf dem Wasser jäh gestoppt. „Partys und Charterfahrten, Feuerwerke, Kochevents und Konzerte – alles brach komplett weg“, erzählt Köln-Düsseldorfer-Chef Achim Schlömer im Interview mit der Binger „AZ“. Die größte Reederei am Mittelrhein verlor vor allem in den Großstädten. Das zuletzt fast belächelte Old-School-Ausflugsgeschäft rund um die Loreley erwies sich laut Schlömer dagegen als „solides Rückgrat“. Hier habe man „zumindest nicht weiter Geld verbrannt.“ In der Krise seien die ganz einfachen Dinge gefragt. „Ein möglichst großes Freideck in Kombination mit Superwetter.“ O-Ton: „Eigentlich hatten wir ein Geschäft wie in den 1970er Jahren: Einfach mal eine Runde auf dem Rhein schippern, ohne viel Schnickschnack.“  Die 2. Corona-Welle drückte kurz vor dem Ende der Saison aber noch einmal kräftig aufs Geschäft. Allgemeine Zeitung

KD-Klassiker "Goethe" vor Bacharach. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Friederich Gier

KD-Klassiker „Goethe“ vor Bacharach. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Friederich Gier

Kulturkampf in Boppard

Nicht zurück in die 70er, sondern einen Masterplan für die nächsten Jahrzehnte will der Geschichtsverein für Mittelrhein und Vorderhunsrück mit Sitz in Boppard. Die Historiker und Heimatforscher kämpfen dafür, dass die Rheinanlanlagen unter Denkmalschutz gestellt werden. Der Denkmalstatus würde die Stadt zwingen, Einzelmaßnahmen wie der so genannte „Mehrgenerationenpark“ und die neue Musikbühne in ein Gesamtkonzept einzubetten. Der Verein unter Vorsitz von Rainer Lahme fürchtet, dass Tatsachen geschaffen werden, ohne das große Ganze zu überblicken. geschichtsverein-mittelrhein.de, Rhein-Zeitung

Draußen vor der Tür

Stadtgespräch in Rüdesheim ist gerade die Maskenpflicht bei Bäcker Dries. Die alteingesessene Bäckerei mit Filialen bis nach Wiesbaden hat Ärger mit einer Kundin und dessen Anwalt. Die Kundin ist durch ein Attest von der Maskenpflicht befreit und will unbedingt im Laden bedient werden. Das Angebot, Brot und Brötchen draußen vor der Tür in Empfang zu nehmen, lehnt sie als diskriminierend ab. Auf Facebook kochen jetzt die Emotionen hoch. Die große Mehrheit steht hinter Dries. Wiesbadener Kurier, Facebook (Dries-Seite)

Renitenter als die Polizei erlaubt

Apropos Maskenpflicht: Ein 66-jähriger Bacharacher ist am Sonntag in einem ICE zwischen Kassel und Fulda aktenkundig geworden. Laut Polizeibericht weigerte er sich, einen Mund-Nasenschutz zu tragen. Nach ergebnisloser Diskussion musste ihn die hinzugerufene Bundespolizei „mit einfacher Gewalt“ aus dem Zug schaffen. Ihn erwartet ein Strafverfahren wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte. Der Verstoß gegen die Maskenpflicht zieht weiteren Ärger nach sich. Wie der renitente Bahnfahrer zurück nach Bacharach kam, ist nicht überliefert. presseportal.de

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Die Welterbe-Gastgeber: Nassauer Hof in St. Goarshausen Wer auf Luxus und Bling-Bling gut und gerne verzichten kann, ist beim Nassauer Hof in St. Goarshausen bestens aufgehoben. Hier im Herzen des Welterbe-Tals, unter 200 Jahre alten Eichenbalken sprechen Bodenständigkeit und Authentizität für regionale Gasthof-Tradition. Dabei ist die Geschichte des “Nassauer Hofs” alles andere als langweilig. Das mit viel Liebe sanierte Haus diente früher als u. a. als Pferdepost, Theatersaal, Kino, Musterungslokal, Nebenstelle des Gymnasiums, Gendarmerie-Station und Gefängnis.  Die Nähe zum Rheinsteig macht den Nassauer Hof zum perfekten Ausgangspunkt für Wanderungen. Zwischen November und März gibt es 3 Übernachtungen mit Frühstück, Gästeticket, Wanderkarte und Insider-Tipps vom Welterbe-Gastgeberin Ruth Caspari schon ab 165 Euro pro Person im Doppelzimmer. Weitere Infos gibt’s in der Bio.  © 1 und 2: @rheingucken – www.rheingucken.de und 3: Nassauer Hof

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Loreley-Kritik in Köln und ein Kloster für 80.000 Euro

Rund 12 Millionen Euro sind laut „RZ“ schon in die Umgestaltung der Loreley geflossen. Über 4 Millionen müssen noch draufgelegt werden, um das eigentliche Ausstellungskonzept zu realisieren, darunrter die so genannte „Mythoshalle“. Nebenan soll in den kommenden Jahren das 720-Zimmer-Hotel „Slow Down Loreley“ entstehen. Aus Investorensicht ist die Gemengelage günstig: Vor Ort sind sind mit Ausnahme der Grünen allen Parteien einverstanden, und es gibt keine allgemein anerkannte Bürgerinitiative. Die einzige Lokalzeitung der Verbandsgemeinde unterstützt das Großprojekt durch wohlwollende Berichterstattung und beschreibt Kritiker als Querulanten. Außerhalb des Tals ist das anders. Die deutsche Unesco-Kommission zeigt sich beunruhigt, der Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz ist alarmiert und der „Kölner Stadtanzeiger“ fragt, was aus der Loreley werden soll. In der Zeitung ist gerade ein umfangreicher Artikel erschienen. Autor Rüdiger Heimlich lässt neben den Fans auch Gegner des Projekts zu Wort kommenen – und jemanden, der sich einfach nur wundert: Rainer Knecht, den Chef der Sommerrodelbahn. Knecht musste für seinen Betrieb in sensibler Umgebung lange kämpfen. Er findet es „gut, dass mit dem Hotel mehr Menschen auf die Loreley kommen werden.“  Aber:  „Wenn ich sehe, wie reibungslos der Bauplan hier durchgewunken wird, muss ich schon staunen.“ Rhein-Zeitung (Loreley), Kölner Stadtanzeiger (Hotelpläne)

Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Henry Tornow

Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Henry Tornow

Ein Kloster für 80.000 Euro

Falls Sie schon immer mal ein ehemaliges Kloster kaufen wollten: In Kamp-Bornhofen wäre jetzt die Gelegenheit. Die Rede nicht vom barocken Wallfahrtskloster mit Pater Eryk, sondern um einen viel älteren Bau aus dem Mittelalter. Das ehemalige Augustinerkloster im Ortsteil Kamp – auch „Ritter-Brömser-Haus“ genannt – gibt es laut Immobilienscout24 für 80.000 Euro. Den mutmaßlich horrenden Renovierungsstau umschreibt der Makler mit „Liebhaberobjekt für investitionsmutige Visionäre“. immobilienscout24.de

Lorch dreht die erste Buga-Runde

In der Lorcher Kommunalpolitik läuft nicht immer alles rund. Der Parteienstreit im Städtchen erinnert an einen Roman, der in Albanien spielt. Aber beim Thema Bundesgartenschau ist Lorch auf Zack. Es gibt längst eine städtische Buga-Kommission und viele Ideen. Gerade wurden mögliche Flächen und Standorte inspiziert. 2029 könnte es u. a. eine gläserne Aussichtsplattform in den Weinbergen geben. Wiesbadener Kurier

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Bingen und große Leere

Nur wenige 100 Meter trennen die Binger Einkaufsmeile und die Stadtverwaltung auf der Burg Klopp. Aber beim Thema Zukunft des Einzelhandels liegen scheinbar Welten dazwischen. Oben auf der Burg sehen sich Oberbürgermeister Thomas Feser und seine Vize Ulrich Mönch größtenteils unzuständig, wenn unten in der Stadt ein Laden nach dem anderen aufgibt. Laut „AZ“ ist die Filiale der Modekette Bonita in der Salzstraße als Nächstes dran. Der Ausverkauf läuft. Bonita gehört zum schwer angeschlagenen Tom-Tailor-Konzern, der gerade zahlreiche Läden schließt. Vergangenen Monat hatten die Binger Einzelhändler ihre Werbegemeinschaft aufgelöst. Die Stadt sei „sensibilisiert“, zitiert die „AZ“ Bingens Bürgermeister Mönch. Ihr seien aber „die Hände gebunden“. O-Ton: „Wir können im Kleinen Hilfestellung geben, aber wir können keine Geschäftsleute nach Bingen holen“. Was Mönch meint, nennt man in anderen Kommunen Ansiedlungspolitik, Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing. Die baden-württembergische Kleinstadt Wertheim am Main zahlt sogar Prämien für Neueröffnung oder Fortführung von Geschäften. Für aktives Standort-Marketing wäre in Bingen sogar eine gut dotierte Stelle vorgesehen. 2018 holte Feser den früheren Lufthansa-Sprecher Georg Sahnen nach Bingen. Er sollte sich nicht nur um Tourismus und Events, sondern auch um Stadtmarketing kümmern. Sahnen kündigte im Frühjahr seinen Ausstieg an; sein Vertrag endet im Dezember. Allgemeine Zeitung

Blick auf Bingen. Foto: Henry Tornow / Romantischer Rhein Tourismus

Lahnstein macht schöner

Corona macht nicht der ganzen Wirtschaft zu schaffen. Manche Branchen erleben sogar einen Boom, auch wenn man es nicht auf Anhieb vermuten würde. Im Lahnsteiner Krankenhaus etwa floriert die plastische Chiruirgie. Die dortigen Verschönungsexperten Dr. Donya Heinrich und Dr. Viktor Molnar haben mit der „RZ“ darüber gesprochen. Demnach nutzern viele Patienten den Trend zur Gesichtsmaske, um frische OP-Spuren zu verdecken. Andere lassen sich die Augenlider liften, weil sie über dem Maskenrand besonders gut aussehen wollen. Und die ganz Pragmatischen hauen beim Schönheitschirurgen das Urlaubsgeld auf den Kopf, das sie dieses Jahr nicht ausgeben konnten. Rhein-Zeitung, koblenz-aesthetics.com (Website der Spezialabteilung)

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