Mittelrheingold

Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Ein Dämpfer für die Fahrradbrücke und die Loreley soll modern werden

Die Fußgänger- und Radlerbrücke zwischen Bingen und Rüdesheim ist nach Ansicht von Experten eine Fata Morgana. Laut „Wiesbadener Kurier“ hat die Binger Baumamtschefin Dagmar Leitner u. a. beim Wasserstraßen- und Schiffahrtsamt und bei Naturschutzorganisationen sondiert und überall dasselbe gehört: Keine Chance, schon gar nicht zur Buga 2029. Eigentlich wollte die Stadt Bingen 30.000 Euro in eine Machbarkeitsstudie investieren. Das gilt einigen Stadträten mittlerweile als hinausgeworfenes Geld. Die Entscheidung wurde vertagt. Wiesbadener Kurier (€)

Fußweg mit Aussicht: So könnte die geplante Öko-Brücke aussehen. Visualisierung: Grüne Welle

Fußweg mit Aussicht: So solldie geplante Öko-Brücke aussehen. Visualisierung: Grüne Welle

Die Loreley soll modern werden

Die neue Loreley ist Unternehmensberaterin. Katharina Blanckart, 27, stammt aus St. Goarshausen, hat in Koblenz studiert und arbeitet für die Münchner Niederlassung der Consultingfirma BearingPoint. Sie ist die 18. Titelträgerin. Die Rolle der Loreley war zuletzt in die Kritik geraten. Nicht wenige Mittelrheiner halten Figur und Outfit samt XXL-Kamm für aus der Zeit gefallen. Bei der Inthronisierung am Freitag versprach die zuständige Tourismuschefin Ulrike Dallmann, „das Bild der Loreley etwas in die Moderne zu führen.“ Rhein-Zeitung (€), Linkedin (Katharina Blanckart)

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Loreley-Touristik (@loreleytouristik)

Der Rekordmeister in Lorch

Nach 2 Jahren Corona-Zwangspause gibt es in Lorch wieder Jetski-Rennen. Beim Lauf um die deutsche Meisterschaft gewann Patrick Hoffmann, eine Art personifizierter FC Bayern der Jetski-Szene. Der Mann aus dem Saarland hat schon 14 Meistertitel und eine Europameisterschaft gewonnen. Wie lange Lorch noch als Wettkampfort taugt, ist fraglich. Wie alle Wassersportler in der Gegend befürchten auch die Lorcher versandete Uferzoen nach der Rheinvertiefung aka „Abladeoptimierung Mittelrhein“. Wiesbadener Kurier (€)

Koblenz soll sich freimachen

Apropos Wassersport: In Koblenz plant die Wählergruppe Schupp (3 Mandate im Stadtrat) eine Revolution in den städtischen Schwimmbädern. Sie will die Pflicht zum Bikini-Oberteil aus der Badeordnung streichen. Oben ohne ist bisher nur in Göttingen und Siegen erlaubt. Die Befürworter argumentieren mit Gleichberechtigung für alle. Rhein-Zeitung (€)

Foto des Tages

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Der Unaussprechliche (@rkkrazyivan)

Jetzt den Mittelrheingold-Newsletter abonnieren

Mittelrheingold Auslese: Jeden Freitag die wichtigsten Mittelrhein-Themen auf einen Blick. Hier geht’s zum kostenlosen Abo

Kultur am Mittelrhein: „Wir können nur helfen, wenn etwas gewollt ist“

In Bingen blieb das Festival „Jazz am Mäuseturm“ hinter den Erwartungen zurück und auch anderswo klagen Veranstalter über zähes Ticket-Geschäft. War’s das schon mit dem Comeback nach dem Lockdown? Zum Start des nächsten großen Mittelrhein-Events „An den Ufern der Poesie“ erklärt der rheinland-pfälzische Kultur-Staatssekretär Jürgen Hardeck, was die Festivals für das Mittelrheintal bedeuten und warum man die Gelegeneit nutzen sollte.

Jürgen Harbeck ist Staatssekreretär im rheinland-pfälzischen Ministerium fürr Familie, Frauen, Kultur und Integration. Foto: MFFKI

Jürgen Harbeck ist Staatssekreretär im rheinland-pfälzischen Ministerium fürr Familie, Frauen, Kultur und Integration. Foto: MFFKI

Nach 2 Jahren Corona redet jetzt alles über Krieg, schwere Waffen und Inflation. Gibt es für Kultur noch genug Aufmerksamkeit und genug Geld?

Mit Blick auf die Pandemie muss man feststellen, dass die Menschen noch immer sehr vorsichtig sind und Veranstaltungen noch recht zurückhaltend besuchen. Deshalb gibt es derzeit teilweise mehr kulturelle Angebote als Nachfrage. Dennoch: Ereignisse, die uns anregen und wieder in einen Austausch bringen, sind derzeit besonders wichtig. Und – anders als manch anderes – sind die meisten Kulturangebote  noch nicht teurer geworden. 

EU, Bund und Länder waren immer ziemlich gut darin, einzelne Initiativen in einzelnen Mittelrhein-Orten zu fördern. Was fehlt, ist ein großes Kulturereignis für das ganze Tal. Etwas, was wie das Rheingau-Musikfestival Identität stiftet und Menschen für eine Region begeistert. Könnte das Festival „An den Ufern der Poesie“ irgendwann so eine Rolle spielen? 

Na ja, wir haben ja  – allein was die von uns im Rahmen des Kultursommers Rheinland-Pfalz stattfindenden Musikfestivals angeht – z.B. Rheinvokal und das Mittelrhein Musikfestival, die Internationalen Musiktage Koblenz (IMUKO), Kammermusikkonzerte der Villa Musica oder auch Lahneck live oder die Operiamo-Projekte in Boppard. Aufgrund ihrer unterschiedlichen Inhalte, und weil die Spielorte manchmal auch etwas über das Obere Mittelrheintal hinausgehen, kann man daraus wohl nicht ein Festival machen, – aber an hochkarätigen Konzerten herrscht in der Region kein Mangel. Das Festival „An den Ufern der Poesie“ kann die Themen der Rheinromantik aktualisieren – und natürlich ist vorstellbar, dass neben Bacherach, Lorch, Kaub und Oberwesel, zukünftig weitere Orte dazukommen. Das muss aber gewollt sein und stetig wachsen. Dann könnte es bis zur Buga vielleicht gelingen, dass sich das ganze Tal an dieser Festivalidee beteiligt. 

Du kennst die Region und das Festival schon aus deiner Zeit beim Kultursommer Rheinland-Pfalz. Was bedeuten die „Ufer der Poesie“ für dich persönlich?

Wir haben beim Kultursommer Rheinland-Pfalz immer nach authentischen Themen für die Städte und Regionen gesucht. So kam es zur “Rheinfels-Saga” in S. Goar oder – im Jahr 2000 – zu „Die Loreley – ein Mythos in Bildern“ des dänischen „teatret cantabile 2“, eine spektakuläre mimisch-tänzerische Show auf einer Bühne im Rhein im Hafen von St. Goarshausen. Für alle, die dabei waren, ein unvergessliches Erlebnis. Ich war daher sehr dankbar, dass das renommierte Theater Willy Praml aus Frankfurt, mit großartiger Unterstützung vieler in und um Bacherach, mit „An den Ufern der Poesie“ einen neuen Anlauf im Tal gemacht hat. Ich sehe darin eine große Chance. Für mich persönlich sind die Impulse der Romantik teilweise sehr spannend und aktuell – vielen ist aber nicht hinreichend bewusst, wie sehr wir alle durch die Ideen der Romantiker geprägt wurden und was wir ihnen verdanken.

Das Festival hat immer auch gegen Klischee-Romantik und Mittelalter-Kitsch angespielt. Braucht das Mittelrheintal einen Imagewechsel?

Ich bemerke, dass daran zunehmend Menschen arbeiten. Das kreative Potenzial im Tal wächst von Jahr zu Jahr. Und darauf kommt es an, denn nur wenn es glaubwürdig gelebt wird, wird ein neues Narrativ auch funktionieren.

Das große Mittelrhein-Thema der nächsten Jahre ist die Bundesgartenschau 2029. Was erwartest du als Kultur-Staatssekretär von der Buga?

Ich habe ja schon einmal erlebt und auch ein wenig daran mitwirken dürfen, was eine Buga zum Positiven verändern kann: 2011 in Koblenz. Nun ist eine Buga im Tal zwar eine noch größere Herausforderung, die aber erfolgreich bewältigt werden kann – wenn auch der Faktor „Kultur“ in seinen verschiedensten Facetten nicht unterschätzt wird.

Wie viele Festivals an den Ufern der Poesie wird es bis 2029 geben?

Das entscheiden die Veranstalter und das Publikum. Wir können nur helfen, wenn etwas gewollt ist. Aber an uns wird es gewiss nicht scheitern. 

Gerade ist das Festival-Programm für 2022 veröffentlicht worden. Welchen Termin sollte man auf keinen Fall verpassen? 

Die Geschmäcker sind und bleiben verschieden. Einfach mal hingehen und mal etwas davon erleben, darauf kommt es an, glaube ich. 

Zur Person: Jürgen Hardeck, Jahrgang 1958, promovierte über den Philosophen und Bestseller-Autoren Erich Fromm („Die Kunst des Liebens“) und lehrt als Honorarprofessor an der Universität Mainz. Er leitete über 25 Jahre lang den „Kultursommer Rheinland-Pfalz.“ 2021 wurde er Kultur-Staatssekretär im Landesministerium für Familie, Frauen, Kultur und Intgration. Hardeck stammt aus Hachenburg im Westerwald und ist parteilos. 

Foto des Tages

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein von @schloss_rheinfels geteilter Beitrag

Jetzt den Mittelrheingold-Newsletter abonnieren

Mittelrheingold Auslese: Jeden Freitag die wichtigsten Mittelrhein-Themen auf einen Blick. Hier geht’s zum kostenlosen Abo

Oberwesel ist jetzt Buga-Hauptstadt

Der Verlust des eigenen Verbandsgemeindeverwaltung ist in Oberwesel jetzt ausgeglichen, zumindest bis 2029. Im Rathaus der früheren VG St. Goar-Oberwesel sitzt ab sofort die Buga-Gesellschaft unter Leitung von Interimschef Rainer Zeimentz und Prokurist Andreas Jöckel. Die Macher der Bundesgartenschau 2029 waren bisher noch bei der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz (EA) in Mainz angesiedelt. Zeimentz, im Hauptjob Chef der EA, wird sich wieder komplett auf Mainz konzentrieren, sobald ein Nachfolger für den im Januar verstorbenen Buga-Geschäftsführer Berthold Stückle gefunden ist. Die Entscheidung liegt beim Buga-Aufsichtsrat und den beiden Gesellschaftern der GmbH, dem Zweckverband Welterbe und der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft. Das Bewerbungsverfahren läuft.

Buga-Zentrale in Oberwesel mit Andreas Jöckel und Ex-Weinkönigin Sarah Hulten. Foto: Buga 2029.

Buga-Einzug in Oberwesel mit Andreas Jöckel und Projektmanagerin Sarah Hulten (Mitte).  Foto: Buga 2029.

Restart auf der rechten Rheinseite

Im Rhein-Lahn-Kreis hat Jörg Denninghoff das Landratsamt von Frank Puchtler übernommen. Der frühere Kreis-Chef war bei den Wahlen im März nicht mehr angetreten. Denninhoff – bisher SPD-Abgeordneter im Landtag – will die Digitalisierung im Kreis vorantreiben und für den Bau der Mittelrheinbrücke zwischen Wellmich und Fellen kämpfen. O-Ton:

„Unser Kreis braucht die Mittelrheinbrücke, da es auf 80 Kilometern keine Brücke gibt und dadurch nicht nur endlich die dringend nötigen Möglichkeiten der heimischen Unternehmen erweitert, sondern auch die Menschen verbunden werden.“

Zum Rhein-Lahn-Kreis gehören im Welterbetal die Stadt Lahnstein und die Verbandsgemeinde Loreley mit Braubach, Kamp-Bornhofen, St. Goarshausen und Kaub. SWR

Foto des Tages

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Swen Weber (@news_vom_rhein)

Jetzt den Mittelrheingold-Newsletter abonnieren

Mittelrheingold Auslese: Jeden Freitag die wichtigsten Mittelrhein-Themen auf einen Blick. Hier geht’s zum kostenlosen Abo

Seite 1 von 431

Präsentiert von WordPress & Theme erstellt von Anders Norén

%d Bloggern gefällt das: