Mittelrheingold

Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Happy End in Boppard und Mittelrheingold macht Urlaub

„Vorübergehend geschlossen“ meldet Google, wenn man das Freibad in Boppard sucht. „Vorübergehend geschlossen“ ist stark untertrieben, denn die Bopparder sitzen schon seit September 2008 auf dem Trockenen. Im kommenden Jahr geht es endlich wieder los. Die Bauarbeiten im Stadtteil Buchenau sind so weit fortgeschritten, dass schon die die Bademeister-Stellen ausgeschrieben werden – „für die Eröffnung unseres Freibades im Frühjahr 2021“, wie es auf der Website der Stadt heißt. Erwartet werden „die Bereitschaft, Dienst in Schichten und an Wochenenden und Feiertagen zu leisten, Belastbarkeit, Zuverlässigkeit, Flexibiltät, Teamfähigkeit sowie freundliches und sicheres Auftreten.“ Bürgermeister Walter Bersch will 4 Mitarbeiter einstellen; einen Meister und 3 Fachangestellte für Bäderbetriebe. Die Stellen sind unbefristet. boppard.de

Wirklich nur vorübergehend geschlossen ist Mittelrheingold. Der Blogger macht eine kurze Sommerpause – natürlich am Mittelrhein. #wennrausdannrhein

Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Friedrich Gier.

Blick auf Boppard. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Friedrich Gier.

Die Weinfest-Retter und die Realität

Boppards Weinfest-Fans sind im Stadtrat von der Rechtswirklichkeit eingeholt worden. „Wir dürfen keine Großveranstaltung planen“, stellte Bürgermeister Walter Bersch klar. Er lehnt jeden Versuch ab, Corona-Beschränkungen zu umgehen. Dazu gehört auch die Idee Bopparder Winzer und Wirte, das Weinfest auf mehrere Häuser und Höfe zu verteilen. Das Konzept war von CDU-Mann Wolfgang Spitz zur Diskussion gestellt worden. Bersch befürchtet, dass dezentrale Wein-Events schnell außer Kontrolle geraten und die Kapazitäten der einzelnen Betriebe sprengen. Die SPD liebäugelt darum mit einem städtischen Weinfest im Internet, während Grüne und die Wählerinitiative „Bürger für Boppard“ eher auf klassische Privatinitiative in den Grenzen der Pandemie-Verordnung setzen. So sieht es auch der neue unabhängige Bürgermeister-Kandidat Philipp Loringhoven, der die CDU-Fraktion verlassen hat: Wenn alle Betriebe an den beiden Weinfest-Wochenenden Ende September und Anfang Oktober „zufällig“ Hoffeste veranstalteten, sei das „Schicksal eben ein Eichhörnchen“. Im Juli soll weiter beraten werden. Die Stadt steht vor einem kaum lösbaren Dilemma: Wenn sie eine große Wein-Party unterstützt und offensiv bewirbt, riskiert sie die Gesundheit von Bürgern und Gästen. Wenn sie das Event komplett absagt, beschleunigt sie die Tourismus-Krise in der Stadt. Insider befürchten spätestens im Herbst eine Welle von Insolvenzen und Betriebsschließungen in der Stadt.

Boppard bei Nacht. Foto: Henry Tornow / Romantischer Rhein Tourismus

In Bingen ist das Winzerfest 2020 ersatzlos gestrichen worden. Dasselbe gilt für die Großfeuerwerke „Rhein in Flammen“ zwischen in Bingen und Rüdesheim, Spay und Koblenz, St. Goar und St. Goarshausen und in Oberwesel. Rhein-Zeitung

Hochbetrieb im Binger Wald

Deutscher Wald ist das neue Ballermann. In Bingen beobachtet Förster Georg Kiefer den Ansturm der Ausflügler mit Sorge. In der „AZ“ berichtet er von „komplett zugeparkten Waldwegen“ ohne Chance für Rettungswagen oder Feuerwehrautos. Dazu ärgert ihn ein unappetitliches Detail: Hundekotbeutel, die an Äste gehängt werden. Allgemeine Zeitung

Foto des Tages

 

Mittelrheingold gibt’s auch per Mail

Der wöchentliche Newsletter bringt die wichtigsten Mittelrhein-Themen auf einen Blick.  Hier geht’s zum kostenlosen Abo.

Ein Bürgermeister gibt auf und der Schwarze Baron will’s wissen

St. Goarshausen braucht einen neuen Bürgermeister. Rathauschef Matthias Pflugradt hat am Montagabend seinen Rücktritt erklärt. Er war erst im vergangenen Jahr gewählt worden, damals mit über 60 Prozent der Stimmen und als Kontrastprogramm zu den bisher üblichen Mittelrhein-Bürgermeistern. Der Pfarrersohn aus dem Höhenort Nochern ist bodenständig und bunt zugleich; er arbeitete als Bestatter, Event-Manager und Literaturagent, outete sich während seiner Amtszeit als Depressions-Patient und blieb auch sonst lieber Mensch als Manager. Meinungsverschiedenheiten über die Zukunft der Loreley-Bühne führten zum Bruch mit seinen Beigeordneten und dem Stadtrat. Zum Schluss war der Bürgermeister kaum noch handlungsfähig. Facebook (Rücktrittserklärung)

Matthias Pflugradt ist neuer Bürgermeister von St. Goarshausen. Foto: Privat.

Matthias Pflugradt wurde 2019 Bürgermeister von St. Goarshausen. Foto: Privat.

Boppards schwarzer Baron bricht mit der CDU

Während St. Goarshausen bald ohne Bürgermeister dasteht (und Bacharach noch immer keinen gefunden hat), sieht es in Boppard mindestens nach einen Dreikampf aus. Der Unterschied ist, dass der Bürgermeisterjob in Boppard kein Hobby sondern Hauptamt ist und darum anständig bezahlt wird. Das langjährige Stadtoberhaupt Walter Bersch darf 2021 aus Altersgründen nicht mehr kandidieren. Seine SPD schickt wohl Niko Neuser ins Rennen, während die CDU angeblich einen externen Profi antreten lassen will. Die Wählergruppe „Bürger für Boppard“ (BfB) unterstützt den unabhängigen Kandidaten Philipp von Loringhoven. Der „Schwarze Baron“ sitzt eigentlich für die CDU im Stadtrat, hat die Fraktion aber verlassen. Per Mail

Foto des Tages

Mittelrheingold gibt’s auch per Mail

Der wöchentliche Newsletter bringt die wichtigsten Mittelrhein-Themen auf einen Blick.  Hier geht’s zum kostenlosen Abo.

Seite 1 von 264

Präsentiert von WordPress & Theme erstellt von Anders Norén

%d Bloggern gefällt das: