Mittelrheingold

Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Bingen sortiert sich und Boppard hat einen neuen Bürgermeister

Der Binger Fruchtmarkt zählt nicht zu den stylischsten Einkaufsadressen, aber er hat einen unschätzbaren Vorteil. Ähnlich wie in Teilen der Bopparder Innenstadt darf der Einzelhandel auch an Sonn- und Feiertagen öffnen, weil Schiffsanlegestellen dasselbe Privileg wie Hauptbahnhöfe oder Flughäfen genießen: Im Umkreis von 300 Metern gilt das Ladenschlussgesetz nicht. Für den Binger Modehändler Heck Grund genug, vom Speisemarkt Richtung Rhein zu ziehen. Der Laden war kurz vor dem ersten Lockdown 2020 eröffnet worden, hat alle Corona-Wellen überlebt und startet jetzt nochmal neu durch.  „Wir haben uns sehr bewusst für Bingen entschieden“, zitiert die „AZ“ Inhaberin Michaela Heck. Ab Frühjahr öffnet sie auch am Sonntag. Laut „AZ“-Redakteurin Christine Tscherner gibt es weitere Veränderungen in der Binger City: „Frollein Wunderbar“ aka Ilka Heinzen wechselt mit ihrer Boutique von der Salzstraße in die Schmittstraße. Dafür wird die Salzstraße zum Agenturstandort: Das Designbüro Schönski zieht ein. Allgemeine Zeitung

Blick auf Bingen. Foto: Stadt Bingen / Torsten silz.

Blick auf Bingen. Foto: Stadt Bingen / Torsten Silz.

Boppard hat einen neuen Bürgermeister

Boppard ohne Bersch ist nach 24 Jahren schwer vorstellbar, aber einmal muss es doch sein. Seit heute ist CDU-Mann Jörg Haseneier die Nummer 1 in Boppard. Der Rechtsanwalt aus Simmern (Westerwald, nicht Hunsrück) hatte sich bei den Stichwahlen Ende März überraschend gegen Berschs Parteifreund Niko Neuser durchgesetzt. Walter Bersch selbst durfte aus Altersgründen nicht mehr antreten. Die offizielle Amtsübergabe in der Bopparder Stadthalle ist auf YouTube zu sehen. Bersch setzt sich in seinem Heimatort Oppenhausen zur Ruhe und freut sich auf ein Leben ohne Terminkalender und Schwimmbad-Debatten. YouTube

Lokaljournalist und Landrat

Bei der Landratswahl im Rhein-Hunsrück-Kreis (inkl. Boppard, Oberwesel, St. Goar) wird’s spannend. Nach CDU-Mann Christian Klein und der Oberweselerin Rita Lanius-Heck hat am Freitag „RZ“-Redakteur Volker Boch seine Kandidatur erklärt. Bochs Bewerbung ist ungewöhnlich, aber interessant. Als Journalist kennt er den Politik- und Verwaltungsbetrieb, ohne direkt darin verwickelt zu sein. Boch tritt ebenso wie Lanius-Heck als unabhängiger Kandidat an. Bei der Urwahl im Januar wird über die Nachfolge von Marlon Bröhr entschieden. Bröhr ist neuer Bundestagsabgeordneter in Berlin. Vermutlich wird es noch eine vierte Bewerbung geben – die SPD entscheidet sich erst kommenden Monat. Rhein-Zeitung

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Wasserdicht in St. Goar und ein Besuch auf der Sauerburg

Beim Thema Starkregen hat man in der Verbandsgemeinde Hunsrück-Mittelrhein viel Gottvertrauen. Nebenan in der VG Rhein-Nahe und gegenüber in der Verbandsgemeinde Loreley wurden schon vor Jahren Schutzkonzepte in Auftrag gegeben. Anders in Oberwesel und St. Goar, wo die zuständige VG erst im März in die Gänge kam. Das wurde in der jüngsten St. Goarer Ratssitzung bekannt. Die Stadt gilt als Risikogebiet, vor allem das Gründelbachtal und die Häuser unterhalb des Schlossbergs. „Schon bei kleinem Starkregen läuft da die Innenstadt voll mit Wasser“, zitiert die „RZ“ St. Goars Beigeordneten Peter Theis. Rhein-Zeitung

Burg Rheinfels gehört der Stadt St. Goar. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Friedrich Gier

Burg Rheinfels gehört der Stadt St. Goar. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Friedrich Gier

Ein Besuch auf der Sauerburg

2018 stand die Sauerburg im Kauber Hinterland für 2,9 Millionen Euro zum Verkauf. Jetzt öffnet der neue Besitzer die Tore. Am kommenden Sonntag (17. Oktober) findet auf der Burg aus dem 14. Jahrhundert ein kostenloser Mittelalter-Tag für Kinder statt. Organisator ist der Lorcher Stephan Zell. Der Rheinreisende, Mittelrheingold ‚(Hintergrund)

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Das grüne Wohnzimmer am Rhein und ein Kreis als Krösus

„PAM“ steht für eines der erfolgreichsten Projekte Bingens. Der „Park am Mäuseturm“ begrünt seit der Landesgartenschau 2008 die Bahnhofsvorstadt Bingerbrück, deren traditioneller Spitzname „Kaltnaggisch“ einiges über die frühere Tristesse verrät. Im „PAM“ steckt nicht nur Steuergeld, sondern auch viel Binger Herzblut. Ein privater Förderverein unterstützt die weitere Entwicklung. Laut „AZ“ soll Bingens Freiluft-Wohnzimmer bis zur Buga 2029 noch besser werden. Geplant sind u. a. ein Bouleplatz in Turnierqualität und ein Sonnensegel für Open-Air-Aufführungen. Auf der To-Do-Liste steht außerdem eine kleine Schau-Saline. Allgemeine Zeitung, Freundekreis Park am Mäuseturm

Der Park am Mäuseturm entstand zur Landesgartenschau 2008. Foto: Stadt Bingen / Torsten Silz

Der Kreis als Krösus

Die Gründung des Kreises Mainz-Bingen 1969 war für das Mittelrheintal nicht gerade eine Sternstunde, denn das neue Konstrukt zog eine weitere Grenze. Oberwesel und Bacharach, bis dahin Nachbarorte im Kreis St. Goar, gehören seitdem zu unterschiedlichen Verwaltungsbezirken. Mainz-Bingen war nicht bei allen Mittelrheinern beliebt, aber manchmal fängt bei Geld die Freundschaft an. Der Speckgürtel-Kreis am Rande des Rhein-Main-Gebiet gilt als einer der reichsten in Rheinland-Pfalz. Er nimmt selbst im schwierigen Jahr 2021 mehr ein als er ausgibt. Laut „AZ“ rechnet man mit 5,4 Mio Euro Überschuss. Allgemeine Zeitung

Die Heimkehr des Hildegard-Buchs

Rund 500 Seiten ist der so genannte „Riesencodex“ der Hildegard von Bingen dick. Das handgeschriebene Buch aus dem Mittelalter ist eine der wichtigsten Überlieferungen über Leben und Werk der Heiligen. Der Wälzer von kaum schätzbaren Wert gelangte im frühen 19. Jahrhundert in den Besitz der Wiesbadener Landesbibliothek. Dass er dort noch immer liegt, ist ein Glücksfall: Ausgelagert in einen Dresdner Banktresor überstand der Codex den Bombenangriff von 1945 und alle späteren Plünderungs- und Enteignungsversuche. Auf welchen halblegalen Wegen er Anfang der 50er Jahre wieder zurück nach Wiesbaden kam und welche Rolle das Rüdesheimer Kloster Eibingen dabei spielte, erzählt die Historikerin Christiane Heinemann in einem gerade erschienenen Buch. Wiesbadener Kurier, Historische Kommission für Nassau

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