Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Schlagwort: St. Goarshausen Seite 1 von 34

Ein Bürgermeister gibt auf und der Schwarze Baron will’s wissen

St. Goarshausen braucht einen neuen Bürgermeister. Rathauschef Matthias Pflugradt hat am Montagabend seinen Rücktritt erklärt. Er war erst im vergangenen Jahr gewählt worden, damals mit über 60 Prozent der Stimmen und als Kontrastprogramm zu den bisher üblichen Mittelrhein-Bürgermeistern. Der Pfarrersohn aus dem Höhenort Nochern ist bodenständig und bunt zugleich; er arbeitete als Bestatter, Event-Manager und Literaturagent, outete sich während seiner Amtszeit als Depressions-Patient und blieb auch sonst lieber Mensch als Manager. Meinungsverschiedenheiten über die Zukunft der Loreley-Bühne führten zum Bruch mit seinen Beigeordneten und dem Stadtrat. Zum Schluss war der Bürgermeister kaum noch handlungsfähig. Facebook (Rücktrittserklärung)

Matthias Pflugradt ist neuer Bürgermeister von St. Goarshausen. Foto: Privat.

Matthias Pflugradt wurde 2019 Bürgermeister von St. Goarshausen. Foto: Privat.

Boppards schwarzer Baron bricht mit der CDU

Während St. Goarshausen bald ohne Bürgermeister dasteht (und Bacharach noch immer keinen gefunden hat), sieht es in Boppard mindestens nach einen Dreikampf aus. Der Unterschied ist, dass der Bürgermeisterjob in Boppard kein Hobby sondern Hauptamt ist und darum anständig bezahlt wird. Das langjährige Stadtoberhaupt Walter Bersch darf 2021 aus Altersgründen nicht mehr kandidieren. Seine SPD schickt wohl Niko Neuser ins Rennen, während die CDU angeblich einen externen Profi antreten lassen will. Die Wählergruppe „Bürger für Boppard“ (BfB) unterstützt den unabhängigen Kandidaten Philipp von Loringhoven. Der „Schwarze Baron“ sitzt eigentlich für die CDU im Stadtrat, hat die Fraktion aber verlassen. Per Mail

Foto des Tages

Mittelrheingold gibt’s auch per Mail

Der wöchentliche Newsletter bringt die wichtigsten Mittelrhein-Themen auf einen Blick.  Hier geht’s zum kostenlosen Abo.

Mittelrheinbrücke: Warten auf die 30er Jahre

Eigentlich sollte im kommenden Jahr über den Bau der umstrittenen Mittelrheinbrücke entschieden werden. Aber das Endlos-Projekt verzögert sich ein weiteres Mal, denn laut Deutscher Presse-Agentur hat Corona die Planungen durcheinandergebracht. Das rheinland-pfälzische Verkehrsministerium rechnet in frühestens einem halben Jahr mit den Ergebnissen einer Vorprüfung, darunter der Verkehrszählung. Erst danach kann das eigentliche Raumordnungsverfahren beginnen. Das Ministerium äußert sich nur noch vage: „Ein Start des Raumordnungsverfahrens in 2021 ist realistisch. Die Länge des Verfahrens ist derzeit schwer einzuschätzen.“

Die geplante Brücke würde Wellmich mit Fellen verbinden.

Die geplante Brücke würde St. Goarshausen-Wellmich mit St. Goar-Fellen verbinden.

Erst danach kann der Bau konkret geplant, ausgeschrieben und in Angriff genommen werden. Weil das alles nicht ohne Bürgerbeteiligung, Protest und Prozesse abgehen wird, rollt der erste Bagger nicht vor 2030. Eine Großbaustelle zur Bundesgartenschau 2029 gilt als undenkbar. Allerdings ist noch immer nicht gesagt, dass die Brücke überhaupt kommt. Sollte sich etwa herausstellen, dass sie kaum genutzt würde (2009 wurden nur 7000 Fahrzeuge pro Tag prognostiziert), könnte das das ganze Projekt kippen. In Zeiten leerer Kassen und explodierender Staatsschulden wären achtstellige Investitionen in ein lokales Verkehrsprojekt schwer vermittelbar. Zu den vielen weiteren Unwägbarkeiten gehören die Fähren. Sie würden entweder den Betrieb ganz einstellen (St. Goar) oder sich auf die lukrativen Kernzeiten in der Saison konzentrieren (Boppard, Kaub, Lorch/Niederheimbach). Im Worst Case würde der Kontakt zwischen den Ufern nicht erleichtert, sondern erschwert: Wer z.B. im Winter von Bacharach nach Lorch oder von Boppard nach Osterspai will, müsste ohne funktionierende Fähr-Infrastrukur immer den Umweg über St. Goar nehmen.

Eine vorurteilslose Diskussion über Risiken, Nebenwirkungen und mögliche Alternativen wie staatlich subventionierte Nachtfähren ist am Mittelrhein schwierig. Vor allem in der rechtsrheinischen Verbandsgemeinde Loreley betrachten Harcore-Brückenfans den Bau als quasi-religiöses Grundrecht und alternativlose Zukunftsfrage. Sie verlangen nach 24-Stunden-Zugang zu den florierenden Gewerbegebieten im Vorderhunsrück. Süddeutsche Zeitung (aktuelle Brücken-Situation), SWR (Zeitplan und Verkehrszählung 2019)

Bingen als Gesamtkunstwerk

Corona hat den vollgepacken Binger Event-Kalender fast komplett ausradiert. Aber die Skulpturen-Triennale findet unter freiem Himmel am Rheinufer und in der Innenstadt statt, diesmal unter dem Motto „Echt und falsch“. Zu den Objekten zählen eine Nofretete im Spiegelbild und ein gefaktes „Welterbe-Parkhaus“. Der Binger Wein-Millionär, Ehrenbürger und Kunst-Mäzen Kuno Pieroth macht es möglich. Zum Auftakt der Triennale hat ihn „AZ“-Redakteurin Christine Tscherner interviewt. Allgemeine Zeitung

Film ab in Sponsheim

Apropos Kultur in Bingen: Wer es bodenständig mag, kann auch einfach ins Kino gehen. Im Stadtteil Spomsheim wird ein corona-gerechtes Autokino eröffnet. Am Donnerstag läuft zur Premiere „Knives Out“. Allgemeine Zeitung

Foto des Tages

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Heute ist Tag des UNESCO-Welterbes! Wozu das Obere Mittelrheintal gehört: Diese einzigartige, kilometerlange Bühne der Natur und menschlicher Kulturschätze zwischen Rüdesheim/Bingen und Koblenz. Am Eingang steht die Hangburg Ehrenfels, inmitten einer der besten Weinlagen Deutschlands. Sie wurde wahrscheinlich um 1210 erbaut, diente im Hochmittelalter dem Schutz des Mainzer Erzstifts und wurde als (einträchtige) Zollstation am Rhein – zusammen mit dem Binger Mäuseturm – eingesetzt. Nach ihrer Zerstörung im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1689 und dem anschließenden Verfall sind nur noch die Schildmauer, die Ecktürme sowie der Palas und ein Torbau erhalten. Foto: @michaelleukelphotography #schloesserundgaerten #schloesserundgaertenhessen #hessen #lorsch #hessentourismus #welterbeverbindet #unescowelterbetag #welterbetag #WirSindWelterbe # closedbutopen #shareculture #stayathome #unesco_de @welterbedeutschland #rheingau #rhein #rüdesheim #burg #ruine #ig_deutschland #igers_deutschland #beautifuldestinations #wennrausdannrhein

Ein Beitrag geteilt von Schlösser und Gärten Hessen (@schloesserundgaertenhessen) am

Mittelrheingold gibt’s auch per Post

Der wöchentliche E-Mail-Newsletter bringt die wichtigsten Mittelrhein-Themen auf einen Blick.  Hier geht’s zum kostenlosen Abo.

 

Fotograf und Fährmann

Das Arbeitsleben von Klaus Hammerl spielt sich an einem einzigen Rheinkilometer ab. Seine Familie betreibt seit Jahrhunderten die Fähre zwischen St. Goar und St. Goarshausen. Aber Hammerls Blick geht darüber hinaus. Er ist leidenschaftlicher Fotograf und jeden Tag fasziniert von der Landschaft und ihrem Licht. Das SWR-Fernsehen zeigt einen Foto-Streifzug mit Hammerl über die Höhen bei St. Goarshausen. In seinem eigentlichen Job hat der Fährmann schwere Wochen hinter sich: Während des Lockdowns brach der Umsatz um 80 Prozent ein. SWR (Video), faehre-loreey.de

Die Loreley-Fähre vor der Kirche von St .Goarhausen. Foto: Fähre Loreley GmbH & Co. KG

Die „Süddeutsche Zeitung“ entdeckt den Mittelrhein

Urlaub im eigenen Land ist das große Tourismus-Thema 2020. Die „Südeutsche Zeitung“ hat sich klassische Reiseziele in Deutschland vorgenommen, allen voran den Mittelrhein. „SZ“-Redakteur Joachim Käppner beschreibt den Niedergang und das Comeback der Region mit drastischen Worten: „Als Massen auf Schnellstraßen in Bussen herangekarrt und in Plastikfachwerkstuben mit nassgezuckerter Plörre abgefüllt wurden, da war es am Rhein gar nicht mehr so schön wie im alten Lied. Ein Glück: In jüngster Zeit gibt es viele tapfere, 2002 mit dem Status des Weltkulturerbes geadelte Versuche, die verlorene Seele zurückzufinden.“ Süddeutsche Zeitung

Ein Urwald für Lorch

Kaum eine Mittelrhein-Gemeinde ist so abgebrannt wie Lorch. Die klamme Kommune ist nicht nur die westlichste Stadt Hessens, sondern demnächst wohl auch die mit der höchsten Grundsteuer, anders weiß man sich nicht mehr zu helfen. Ausgerechnet der städtische Wald bietet jetzt einen kleinen Lichtblick: Ein Naturschutzprojekt der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt sieht auf 1100 Hektar schwer zugänglichen Flächen eine Art Urwald vor. Die Stadt bekäme für das ohnehin unrentable Stück jährliche Ausgleichszahlungen in Millionenhöhe kassieren. Für Wanderer wäre das Areal weiterhin zugänglich. Wiesbadener Kurier

Foto des Tages

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Die Burgen am Oberen Mittelrhein # 9 Burg Maus in Wellmich Auf einer Felsnase über den Weinbergen ragt die Burg Maus über das Rheintal und den Ortsteil Wellmich. Die Burg sollte der Sicherung der rechtsrheinischen Besitzungen Triers gegen die Herren von Katzenelnbogen mit ihrer linksrheinischen Festung Rheinfels dienen. Wohl als Gegenmaßnahme errichteten die mächtigen Grafen wenige Kilometer stromaufwärts daraufhin die Burg „Neu-Katzenelnbogen“ später kurz „Katz“ genannt und so wurde die Wellmicher Burg im Volksmund scherzhaft zur „Maus“ umbenannt, denn: Die Katz frisst die Maus! Die Burg ist heute in Privatbesitz und öffnet nur für standesamtliche Trauungen und besondere Veranstaltungen ihre Tore. Auch wenn man die Maus nicht besichtigen kann, so hat man zumindest vom Rheinsteig aus einen grandiosen Blick auf die Burg, Wellmich und das Rheintal. #wennrausdannrhein © @mahlowmedia

Ein Beitrag geteilt von Welterbe Oberes Mittelrheintal (@welterbe_bote) am

Mittelrheingold gibt’s auch per Post

Der wöchentliche E-Mail-Newsletter bringt die wichtigsten Mittelrhein-Themen auf einen Blick.  Hier geht’s zum kostenlosen Abo.

Seite 1 von 34

Präsentiert von WordPress & Theme erstellt von Anders Norén

%d Bloggern gefällt das: