Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Schlagwort: St. Goarshausen Seite 1 von 44

Erste Hilfe aus Koblenz und Industriegeschichte in St. Goarshausen

Weniger als eine Autostunde trennt Koblenz vom Katastrophengebiet an der Ahr. Die mit Abstand größte Stadt im Welterbetal leistet darum am meisten Hilfe. Laut „RZ“ unterstützen die Koblenzer Feuerwehren beim Aufträumen, Sichern und Entsorgen. Städtische Techniker sind im Kreis Ahrweiler bei der Reparatur von Kläranlagen im Einsatz, Koblenzer Gesundheitsexperten helfen gemeinsam mit Kollegen aus dem Kreis Mayen-Koblenz und Lahnstein bei den Corona-Impfungen rund um Ahrweiler, und Mitarbeiter des städtischen Grünflächen- und Friedhofsbetriebs kümmern sich um die traurigste Aufgabe – den Transport der Toten. Die Hilfsbereitschaft der Koblenzer geht noch weiter. Auch Privatleute packen an. Ein Shuttle-Bus bringt freiwillige Helfer vom Koblenzer Zentralplatz ins Einsatzgebiet. Momentan werden an der Ahr vor allem Arbeitskräfte und Geldspenden gebraucht. An  den Bergungs- und Aufräumarbeiten beteiligen sich Feuerwehren aus dem ganze Welterbe-Tal. Gemeinden und mehrere Privatpersonen wie z. B. der Bopparder Gastronom Stefan Mayer („Eiserner Ritter“) haben Spendenaktionen gestartet. Rhein-Zeitung (Stadt), Rhein-Zeitung (Shuttle-Bus)

Deutsches Eck in Koblenz, Foto: Dominik Ketz / Romantischer Rhein Tourismus

Deutsches Eck in Koblenz, Foto: Dominik Ketz / Romantischer Rhein Tourismus

Immobilien-Deal in St. Goarshausen

Das historische Fabrikgebäude in der St. Goarshäuser Forstbachstraße ist verkauft. Laut „RZ“ geht die zuletzt kommunale Immobilie an einen Investor aus Rheinhessen. Was aus dem verwinkelten Gebäudekomplex unterhalb der Burg Katz wird, ist unklar. Denkmalschutz besteht nicht, darum wäre ein Abriss möglich. Eigentlich war das Areal für einen neuen Feuerwehrbau vorgesehen. Die Pläne waren am Einspruch des Landesrechnungshofes gescheitert. Bei der Suche nach einem privaten Käufer half Immobilienmakler Heiko Boshoven aus Kamp-Bornhofen ehrenamtlich. Rhein-Zeitung

Bingen feiert auf den Rochusberg

Das Marketing-Team der Stadt Bingen war schon beim abgesagten Großevent „Bingen swingt“ so clever, ersatzweise mehrere Open-Air-Konzerte am Mäuseturm zu organisieren. Jetzt wollen die Binger auch ihr Winzerfest retten. An den üblichen Innenstadt-Rummel ist noch nicht zu denken, darum gibt es vom 9. bis zum 12. September  „Gude Woi“, ein Weinfest auf dem Rochusberg. 14 Winzer, Gastronomen und Schausteller machen mit. Stadt Bingen

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„Den Nutzen hat nur der, der die Brücke vor der Haustür und ein Auto hat“

Die bundesweit verbreitete Ankündigung der Mittelrhein-Fährleute sorgt immer noch für Aufregung: Wenn die Brücke kommt, ist mit dem Fährverkehr Schluss. „AZ“-Reporter Jochen Werner hat sich bei 3 Betrieben umgehört. Der Niederheimbacher Michael Schnaas schippert in gut 20 Kilometer Entfernung zum geplanten Brückenstandort über den Rhein. Trotzdem rechnet er im Ernstfall mit 30 Prozent Umsatzrückgang. Damit rechne sich das Geschäft nicht mehr, ist er sich sicher. Ihm selbst kann es egal sein, denn bis die Brücke kommt, geht er in Rente. Aber ein Welterbetal mit nur einer Fähre – Bingen/Rüdesheim ist von St. Goar und St. Goartshausen weit genug weg um weitermachen zu können – wäre für viele Mittelrheiner ein Desaster. Wer etwa von Niederheimbach ins gegenüberliegende Lorch will, müsste dann insgesamt 40 Kilometer mit dem Auto fahren – oder 26 Kilometer plus Fähre bei Bingen. Die Brücke würde die beiden Rheinseiten nicht verbinden, sondern außerhalb von St. Goar und St. Goarshausen die Trennung noch vertiefen, glaubt Schnaas. Den Nutzen habe „nur der, der die Brücke vor der Haustür und ein Auto hat“.

Lorch-Panorama von Fotograf Frank Gallas für Romantischer Rhein Tourismus.

Ohne Fähre wäre die Verbindung zwischen Lorch und Niederheimbach gekappt.  Foto: Frank Gallas / Romantischer Rhein Tourismus.

In St. Goar weist Anne Hammerl von der Loreley-Fähre auf die ungeklärte Situation für Fußgänger hin: Weil die Brücke weit außerhalb des Stadtkerns gebaut werden soll, wäre der innerstädtische Wechsel von hüben nach drüben nicht mehr möglich. Ohne Fähre müsste ein Busverkehr eingerichtet werden, der über den Umweg Fellen und Wellmich z. B. Schüler nach St. Goarshausen bringt. Kevin Kilb von der Fähre Kaub fragt im „AZ“-Artikel „Warum Geld für eine Brücke rausschmeißen, die im Anschluss ohnehin vernachlässigt wird?“ Er schlägt vor, das Geld für die Brücke lieber in die öffentliche Finanzierung der Fähren zu investieren. Mittelfristig haben die Fährleute wenig zu befürchten – die Bauarbeiten für die Brücke beginnen frühestens Anfang der 30er Jahre. Trotzdem wirkt sich die Brückendiskussion schon jetzt auf ihre Planungen aus. Wegen der unsicheren Lage werden Investitionen auf Eis gelegt und Nachfolgeregelungen verzögert. Für Banken und potenzielle Bewerber werden die Fährbetriebe zunehmend unattraktiv. Eine Abwärtsspirale setzt sich in Gang, die das Überleben der Fähren immer schwieriger macht. Je weniger Zukunftsperspektive, desto größer die Bereitschaft, aufzugeben. Allgemeine Zeitung

Spätfolgen in Kestert

Apropos Verkehrsprobleme: 12 Wochen nach dem Felssturz bei Kestert ist weiterhin unklar, wie örtliche Grundstückseigentümer zu ihren Flächen kommen. Die Bahn hat im Zuge der horrend teuren Hangsicherung eine Autozufahrt gesperrt. Jetzt ist der Bau einer neuen Unterführung im Gespräch. Das Problem: Genehmigung, Planung und Bau könnten sich bis zu 5 Jahre hinziehen – falls die Bahn überhaupt die erforderlichen Millionen bereitstellt. Rhein-Zeitung

Erleuchtung in Rhens

Der Zweckverband Welterbe ist die einzige Instanz für das gesamte Obere Mittelrheintal. Die Mitgliedsbeiträge aller Gebietskörperschaften inklusive der beiden Länder Hessen und Rheinland-Pfalz ermöglichen u. a. Förderungen für regionale Projekte. Gerade wurde der neue Haushalt verabschiedet. Laut „RZ“ stellt der Zweckverband 74.000 Euro für „Rheinleuchten“ bereit. Die Illuminationsshow für alle musste wegen Corona ausfallen und ist jetzt für den Spätsommer geplant. 48.000 Euro gibt es außerdem für die regelmäßige Beleuchtung des Rhenser Königstuhls. Derzeit versinkt die größte Attraktion der Stadt noch jeden Abend in Dunkelheit. Bei besonderen Anlässen musste ein Dieselmotor für den notwendigen Strom sorgen. Zuschüsse gibt es auch für die Zertifizierung zum Welterbe-Gastgeber, die Weiterentwicklung der William-Turner-Route, die Vermarktung der Mittelrhein-Kirsche und für das Festival „An den Ufern der Poesie“, das 2021 abgesagt werden musste und 2022 neu startet. Rhein-Zeitung

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Das Ende der Fähren und die 100-Millionen-Euro-Frage

Es klingt wie die Drohung von Lobbyisten, könnte aber auch die schlichte Wahrheit sein: Eine Brücke zwischen Wellmich und Fellen versenkt in der Umgebung jede Fähre. Die rheinland-pfälzische Landesregierung hat das jetzt schriftlich. Klaus Hammerl von der Loreley-Fähre in St. Goarshausen, Boppards französischer Fährmann Tony Deleu, die Kauber André Kimpel und Henk Erlenbach und Niederheimbach-Schipper Michael Schnaas haben in einem Brief an Ministerpräsidentin Malu Dreyer im Fall des Brückenbaus die Schließung ihrer Betriebe angekündigt. Neu ist die Warnung nicht. Die Fährleute erhalten anders als die Bahn oder Busbetriebe keine regulären Zuschüsse für den Öffentlichen Nahverkehr und arbeiten als Privatunternehmen rein kommerziell. Sie hatten schon früher erklärt, entweder ganz aufzuhören oder zumindest im Winterhalbjahr den Betrieb einzustellen, wenn die Brücke kommt. Das Geschäft rentiere sich dann nicht mehr. Unterdessen kritisieren mehrere Umweltverbände die – O-Ton – „abenteuerlichen Baukosten“ der vom Land favorisierten Autobrücke. Die aktuell geschätzten 50 Millionen Euro seien illusorisch, heißt es u. a. beim „Verkehrsclub Deutschland“. Bereits vor 12 Jahren habe das Land gegenüber der Unesco mit 60 Millionen kalkuliert. Weil ein Bau erst in den 30er Jahren realistisch wäre, kämen vermutlich um die 100 Millionen zusammen. Momentan läuft das Raumordnungsverfahren. Der Landesbetrieb Mobilität empfiehlt mit z. T. ungewöhnlichen Argumenten den Brückenbau – u.a., weil eine Brücke „welterbeverträglicher“ sei als die Fähren. Die Behörde argumentiert damit, dass sich die Unesco schon einmal mit einer Brücke beschäftigt habe, aber noch nie mit den Fähren. Kritiker des Brückenbaus fordern staatliche Zuschüsse für verbilligte oder sogar Gratis-Fähren mit verlängerten Fahrzeiten. Rhein-Zeitung, Verkehrsclub Deutschland, Mittelrheingold (11 Fragen und Antworten zur Mittelrheinbrücke)

Die Loreley-Fähre vor der Kirche von St .Goarhausen. Foto: Fähre Loreley GmbH & Co. KG

Bingen macht die Leinen los

Apropos Schiff: Das XXL-Event „Genuss am Fluss“ ist am Binger Kulturufer noch nicht möglich. Aber es kann auf dem Wasser stattfinden. Die Tourist-Info hat ein corona-konformes Konzept für die „MS Jules Verne“ entwickelt. Zum rheinum-sorglos-Paket gehören 4 Stunden Schiffsfahrt mit Sekt, Weinprobe und 3-Gang-Menü. Genuss am Fluss

Ein Fall für den Staatsanwalt

In Lorch wächst der Druck auf Ex-Bürgermeister Jürgen Helbing und den früheren Ersten Stadtrat Karl-Heinz Augustin. Beiden wird vorgeworfen, Genossenschaftswohnungen und den Immobilienbesitz einer gemeinnützigen Stiftung an ein privates Wohnungsunternehmen verkauft zu haben. Die beiden CDU-Politiker zogen bei Genossenschaft und Stiftung auch nach dem Machtverlust ihrer Partei die Fäden. Laut „Wiesbadener Kurier“ haben Augustins Nachfolger Rolf Schmidt und weitere Lorcher Bürger Strafanzeige gegen Vorstand und Aufsichsrat beider Institutionen erstattet. Im Raum stehe der „Verdacht der Untreue gegen die Stiftung, die Genossenschaft und den Verdacht der Amtspflichtverletzung der Lorcher Amts- und Mandatsträger und Ehrenbeamten gegen das Wohl der Stadt Lorch“. Helbing und Augustin wehren sich gleichfalls juristisch. Ihr Anwalt fordert wegen „wahrheitswidrigen Behauptungen, die geeignet sind, die Ehre, Reputation und den guten Ruf unserer Mandanten zu verletzen und zu beschädigen“ eine Unterlassungserklärung. Wiesbadener Kurier

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