Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Schlagwort: St. Goarshausen Seite 1 von 36

Luxusleben auf der Loreley und Sprengstoff in Trechtingshausen

Auf der Loreley geht es um weit mehr als nur um die Freilichtbühne. Seit Dienstag ist offiziell, dass auf dem Plateau die größte Hotel- und Ferienhausanlage weit und breit entstehen soll. Geplant sind 320 Zimmer und Suiten in unmittelbarer Nähe von Landschaftspark und Hangkante, aufgeteilt auf ein fünfgeschossiges Hauptgebäude, 40 terrassierten „Superior-Zimmern“ und 10 „Hotelvillen“. Insgesamt soll es 720 Betten geben. Inklusive Personal würde das Resort mit Namen „Slow Down Loreley“ fast so viele Menschen beherbergen wie die zuständige Ortsgemeinde Bornich Einwohner hat.

Hinter „Slow Down Loreley“ stehen 3 Investoren aus Norddeutschland, die im Ostsee-Badeort Travemünde bereits ähnliches realisiert haben: Der Immobilienentwickler Nidag aus Wentorf bei Hamburg, das deutsch-dänische Ferienpark-Unternehmen Planet Gruppe aus Kiel und der Lübecker Call-Center-Betreiber Aye Media. Das 37.000 Quadratmeter große Areal gehört ihnen bereits. An den Hotelplänen war jahrelang hinter verschlossenen Türen gefeilt worden.

Slow Down Loreley: Visualisierung mit 14 Hotelvillen.

Die Investoren haben Kommunalpolitiker, Unesco-Kommission und Aufsichtsbehörden ins Boot geholt, darum könnten die Bauarbeiten schon im kommenden Frühjahr starten. 2024 sollen die ersten Gäste anreisen. Laut SWR werden 85 Millionen Euro investiert. Für den heutigen Donnerstagabend ist eine öffentliche Info-Veranstaltung in St. Goarshausen-Heide geplant. Sie beginnt um 18 Uhr in der Loreley-Schule. Wer teilnehmen möchte: Die Verbandsgemeindeverwaltung verlangt eine Voranmeldung (rathaus@vg-loreley.de oder telefonisch unter 06771 919-0).

SPD und CDU scheinen geschlossen hinter dem Projekt zu stehen, bei den Grünen gibt es Widerstand, Denkmalschützer sind irritiert. Der Kölner Dombaumeister Peter Füssenich nennt das Projekt eine „Katastrophe“.  Allerdings würde es dem befürchteten Bettenmangel zur Buga 2029 abhelfen. Rhein-Zeitung, SWR, Facebook-Mitteilungen

Sprengstoff in Trechtingshausen

Neben dem Loreley-Hotel schwelt noch ein zweites großes Streitthema am Mittelrhein: Der Steinbruch in Trechtingsghausen. Laut SWR will der deutsch-niederländische Pächter die Abbaufläche neben Burg Sooneck um rund 10 Hektar erweitern. Die Ortsgemeinde profitiert von Pachtzahlungen und Gewerbesteuer, Anwohner befürchten Lärm und Landschaftszerstörung. Der Konflikt ist noch am Anfang, aber Steinbruchchef Willem Douw bringt sich schon einmal medial in Stellung. Er hat eine Wiesbadener PR-Agentur beauftragt, verweist per Pressemitteilung auf die lange Bergbautradition am Mittelrhein und lockt mit einer möglichen touristischen Nutzung des Hangs. presseportal.de, SWR

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Schwarzer Sonntag in St. Goar

Beim Absturz eines Heißluftballons bei St. Goar ist am Sonntagabend ein Mensch ums Leben gekommen, sechs weitere wurden z.T. schwer verletzt. Drei von ihnen mussten aus dem Hang oberhalb des Stadtteils Loreley geborgen werden. Nach übereinstimmenden Polizei- und Medienberichten wurde der Ballon bei der Landung in der Nähe des Höhenorts Biebernheim von einer Windböe erfasst, geriet außer Kontrolle und schlug mehrfach auf einen Acker auf. Dabei wurden 4 Passagiere aus dem Korb geschleudert. Der Ballon driftete dann unkontrolliert weiter in Richtung Rheinkante und verfing sich im Steilhang. Rund 100 Katastrophenhelfer waren im Einsatz, darunter die Höhenrettung der Bopparder Feuerwehr. Sie holte die letzten 3 Verletzten bei Gewitter und Regen aus dem Berg. Zeitweilig musste der Bahnverkehr unterbrochen werden, weil der Ballon auf die Gleise zu stützen drohte. Laut Bopparder Polizei kam der Ballonführer bei dem Umfall ums Leben. Seine 6 Passagiere wurden in Krankenhäuser in Boppard, Koblenz und Mainz gebracht. presseportal.de (Polizeibericht Boppard), SWR, Rhein-Zeitung

Burg Rheinfels über St. Goar. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Dominik Ketz

Rettung für den Häusener Kran

In St. Goarshausen starten die Renovierungsarbeiten am „Häusener Kran“. Das Industriedenkmal aus dem Jahr 1917 wäre um ein Haar verschrottet worden. Engagierte Bürger sorgten für seine Rettung. Der Kran geht nun in den Besitz der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz über. Sein Standort am Rheinufer soll bis 2029 zu einem der Hot Spots der Bundesgartenschau werden. Rhein-Zeitung, häusener-kran.de (Website der Bürgerinitiative)

Häusener Kran im Renovierungs-Look. Foto: Entwicklungsagentur RLP.

Bummeln in Rüdesheim

Rüdesheims Touristiker haben eine Alternative für das ausgefallene Weinfest gefunden: Vom 28. August bis zum 6. September findet jeweils am Wochenende der „Weinbummel“ statt. 11 Weingüter und die Sektkellerei Ohlig schenken in der Stadt und am Rheinufer aus. Malle-Stimmung soll dabei nicht aufkommern; um 22 Uhr ist Schluss. Wiesbadener Kurier, weinbummel.de

„Die Stadt ist so idyllisch, dass es wehtut“

Apropos Rüdesheim und Spaßgesellschaft: Der Tourismus-Ort Nr. 1 am Mittelrhein ist Thema im aktuellen „Spiegel“. In einem Artikel über den „unverwüstlichen Freizeitpark Deutschland“ geht es u. a. um das Astrid Climentis Kellerlokal „Bollesje“, in dem Touristen im Gefängnis-Look dinieren. Der „Spiegel“ findet das Konzept zwar etwas befremdlich, lobt Rüdesheim ansonsten aber in höchsten Tönen: „Wer glückliche Menschen sehen will, findet sie in Rüdesheim. Die Stadt ist so idyllisch, dass es wehtut.“ Spiegel

Foto des Tages

Führungsfragen beim „Romantischen Rhein“

Die Mittelrhein-Vermarktung „Romantischer Rhein Tourismus GmbH “ (RRT) braucht ein neues Management. Geschäftsführerin Jeanette Dornbusch hat zum Jahresende gekündigt. Das bestätigte Aufsichtsratschef David Langner auf Anfrage von Mittelrheingold. Als Oberbürgermeister von Koblenz vertritt er einen der drei Gesellschafter der RRT. Neben Koblenz sind es die Tourismusorganisationen „Tal der Loreley“ für den Oberen Mittelrhein und „Romantischer Rhein vom Drachenfels zum Deutschen Eck“ in Richtung NRW-Landesgrenze. Das Gebiet ist groß und die Aufgabe komplex. Die RRT muss unterschiedliche Interessen auf über 100 Flusskilometern zusammenbringen und mit einem deutlichen Süd-Nord-Gefälle zurechtkommen: Hier das international bekannte Tal der Loreley mit Welterbe-Status und künftigen Buga-Millionen, dort das weniger spektakuläre Untere Mittelrheintal, das vor allem als Ausflugsgebiet für NRW wahrgenommen wird. Dornbusch führte die RRT seit 2016. Über ihre Nachfolge ist noch nicht entschieden. Dem Vernehmen nach soll zuerst das künftige Job-Profil geklärt werden. Mail der Stadtverwaltung Koblenz, destinet.de (Pressemittelilung über Dornbuschs Berufung 2015), romantischer-rhein.de (Website der RRT)

Jeanette Dornbusch (r.) führte das RRT-Team seit 2016. Foto: Romantischer Rhein Tourismus.

Bingen hofft auf XXXLutz

Bingens Möbel-Problem scheint vom Tisch: Die Aufsichtsbehörde SGD hat der Ansiedlung eines 30.000 Quadratmeter großen Möbelmarktes zugestimmt. Ein Projektentwickler der Handelskette XXXLutz und die Stadt Bingen hatten jahrelang dafür gekämpft. Ob der Mega-Markt am Dreieck NahetaL wirklich kommt, ist aber noch nicht sicher. XXXLuz wollte eigentlich noch größer bauen. Allgemeine Zeitung

St. Goarshausen macht sich für die Buga warm

St. Goarshausen hat in den letzten Monaten vor allem mit Loreley-Krach und Bürgermeister-Querelen von sich reden gemacht. Jetzt richtet sich der Blick nach vorne. Laut „RZ“ hat sich eine Arbeitsgruppe für die Bundesgartenschau 2029 gegründet. Mit dabei sind u. a. die Bürgermeister-Kandidaten Kathrin Vetters und Nico Busch. Weitere Anpacker sind willkommen. Für die Buga soll vor allem das Hafengelände mit dem denkmalgeschützten Kran flott gemacht werden. Rhein-Zeitung

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