Mittelrheingold

Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Schlagwort: St. Goarshausen Seite 1 von 31

„Ich wünsche mir ein Festival, das nicht mehr wegzudenken ist“

1.500  Besucher kamen im vergangenen Jahr zum „Festival an den Ufern der Poesie“ in Bacharach und seinen Nachbarorten, 700 weitere flanierten zum Finale durch Bacharach und genossen die karnevaleske „Bacchanale“, eine noch nicht dagewesene Mischung aus Straßenfest,  Sommer-Karneval und Freilufttheater. Das Theater- und Literaturfestival endete heiter, aber sein Ursprung ist ernst: Im Mittelpunkt steht Heinrich Heines Geschichte vom „Rabbi von Bacherach“ (so schrieb er den Namen der Stadt tatsächlich). Das Festival setzt Maßstäbe für den Mittelrhein. Es inszeniert einzigartige Literatur am richtigen historischen Ort und holt mit dem Theater Willy Praml Frankfurter Großstadtflair ins Tal.

Peter Keber ist der Mann, der das alles möglich macht. Der Rechtsanwalt und langjährige Landesbank-Jurist kam 1965 seiner Bacharacher Frau zuliebe in die Stadt. Heute würde ihn niemand mehr weglassen. Wenn der Stadtrat beschließen würde, eine Ehrenbürgerschaft zu verleihen, könnte sie nur an Keber gehen. Sein ehrenamtlicher Einsatz hat die Wernerkapelle vor dem Verfall gerettet, er kennt die antisemitische Geschichte des Bauwerks und begreift die historische Aufgabe, zu erinnern und zu versöhnen. Auf Keber geht der Kontakt zu den Frankfurter Theatermachern zurück, und ohne ihn würde das Festival nicht geben.  Jetzt kämpft er weiter. Das Ziel ist, „An den Ufern der Poesie“ nachhaltig sichern. Dazu braucht es mehr Geld als bisher. Für das nächste Jahr werden 150.000 Euro gebraucht. Bisher trugt sich alles mehr recht als schlecht durch Eintrittsgelder und Zuschüsse des „Kultursommers Rheinland-Pfalz“, Investitionen in Marketing und Medienarbeit blieben auf der Strecke. Das soll sich ändern. Keber hat Ministerpräsidentin Malu Dreyer angeschrieben und denkt schon wieder voraus: Das zweijährlich stattfindende Festival würde 2029 in das Buga-Jahr fallen.

Peter Keber engagiert sich seit über 40 Jahren für die Wernerkapelle. Foto: Jochen Werner.

Peter Keber engagiert sich seit über 40 Jahren für Bacharach. Foto: Jochen Werner.

Peter, du setzt dich seit Jahrzehnten für Bacharach, für die Wernerkapelle und für die Erinnerung an die jüdische Kultur in der Stadt ein. Wie kam es dazu?

Auslöser waren tiefgehende Risse in der Hauptarkade zwischen Süd- und Ostchor. Aufgrund der hochsensiblen Statik eines hochgotischen  Bauwerks und aufgrund des Fehlens der Nordkonche drohte das Wahrzeichen der Stadt Bacharach einzustürzen. Schon 1979/1980 war mir klar, dass wir uns nicht nur für die Restaurierung der Kapelle sondern auch mit der Widerlegung der Ritualmordgeschichte einsetzen müssen.

Jetzt kämpfst du für das Festival „An den Ufern der Posie“. Was ist dein Ziel?

Nach Abschluss der fast 20 jährigen Restaurierungsarbeit und den daran anschließenden jüdisch-christlichen Abschlussgottesdienst am Ort Jahrhunderte währendem Antijudaismus war klar, dass wir uns fortan für die Verständigung zwischen Juden und Christen, ja zwischen den Religionen in der Wernerkapelle einsetzen müssen. So kam das Festival mit der Aufführung des „Rabbi von Bacherach“ von Heinrich Heine  durch das Theaterensemble Willy Praml auch in die Wernerkapelle. Ziel ist es, dieses Festival in Form einer Biennale immer wieder mit dem „Rabbi von Bacherach“  als „Ankeraufführung“ durchzuführen , um so die Verständigungsarbeit wach zu halten – es ist derzeit aktueller und notwendiger denn je!

Im vergangenen Jahr ist das Festival weit über Bacharach hinausgewachsen. Wie ist die Unterstützung in der Nachbarschaft?

Das Hinauswachsen in die Nachbarstädte war fürs Erste ein guter Erfolg – es muss aber noch mehr gefestigt werden.

Du hast Ministerpräsidentin Malu Dreyer um Hilfe gebeten. Welche Möglichkeiten gibt es noch, und wie lassen sich weitere Unterstützer mobilisieren?

Neben der großartigen Unterstützung durch den Kultursommer Rheinland-Pfalz sollten auch noch mehr private Sponsoren, insbesondere die heimische Wirtschaft,  gewonnen werden. Dies gelingt aber nur durch intensive Überzeugungsarbeit.

2029 ist die Buga im Mittelrheintal. Was ist dein größter Wunsch für die Bundesgartenschau?

Ich wünsche mir, dass im Jahr der Buga das Festival “ An den Ufern der Poesie“ fest etabliert und nicht mehr weg zu denken ist. Der Rhythmus der Biennale zielt ab 2021 genau in das Jahr der Buga 2029.

Hohenzollern-Deal in St. Goar

Der Prinz kütt: Im dritten Anlauf hat der Stadtrat von St. Goar den umstrittenen Rheinfels-Vergleich mit Georg Friedrich von Preußen beschlossen. Die Abstimmung ging mit 12 zu 7 Stimmen für  SPD-Bürgermeister Falko Hönisch aus. Er hatte den Deal angeregt, der einer Stiftung des Hauses Hohenzollern über 70 Jahre lang Anteile am Eintrittsgeld für Burg Rheinfels überträgt. Im Gegenzug verzichtet der Prinz auf seine wackligen Ansprüche auf Burg und Schlosshotel. Die CDU hatte sich vehement dagegen gewehrt. Sie sieht keinen Grund, der früheren Kaisersippe entgegenzukommen und sie an städtischen Einnahmen zu beteiligen. Experten des Landes Rheinland-Pfalz und der frühere Verbandsbürgermeister Thomas Bungert halten die Ansprüche der Hohenzollern ebenfalls für unbegründet. Sie hätten es auf eine weitere Runde im Prozess ankommen lassen, nachdem der Prinz in erster Instanz krachend gescheitert war. Mitteilung aus St. Goar, Rhein-Zeitung (Hintergrund)

Der Bürgermeister kommt zurück

Ende vergangenen Jahres zog Matthias Pflugradt die Notbremse. Der Stadtbürgermeister von St. Goarshausen konnte nicht mehr, machte seine Depression öffentlich und nahm sich eine Auszeit. Jetzt will er’s wieder wissen. in den kommenden Wochen nimmt Pflugradt seine Amtsgeschäfte wieder auf.  Mitteilung aus St. Goarshausen

Schwätzerchen gesucht

2018 musste die Stadt Bingen beinahe darum betteln, dass jemand die Rolle der Weinbotschafterin „Prinzess Schwätzerchen“ übernahm. Am Ende erbarmte sich Winzertochter Vanessa Gundlach. 2020 soll es anders laufen. Gundlach und ihre Mit-Prinzessinnen Vanessa Litzius und Sarah Wendel-Eckes werben u. a. auf Facebook für ihren Job. Ihre Amtszeit endet im Spätsommer. Bis dahin wollen sie im Netz neue Prinzessinnen finden. Allgemeine Zeitung

Eine Reise nach Rüdesheim

Jeder glaubt Rüdesheim zu kennen, tatsächlich kann das Mittelrhein-Mallorca selbst für Einheimische ein Buch mit sieben Siegeln sein. Meine Blogger-Kollegin Tanja Werle alias „Rheingauprinzessin“ hat die Highlights zusammengefasst. rheingauprinzessin.de

Ausflug nach Rüdesheim

Ein Blick auf die Buga

Bis zur Bundesgartenschau 2029 müssen nicht nur neue Hotels her, sondern auch jede Menge modern und geschmackvoll ausgestattete Ferienwohnungen. Wie man so etwas vorbildlich gestaltet, zeigt Dirk Melzer in Kaub. Der Kölner Landschadtsarchitekt und gebürtige Mittelrheiner hat unterhalb der Burg Gutenfels ein Haus mit Rheinblick saniert und vermietet es jetzt u. a. auf Airbnb.

Video der Woche

Das neue Binger Großhotel „Papa Rhein“ gab es nur auf dem Papier, als Investor Jan Bolland schon die erste Auszeichnung dafür gewann. Ende 2019 holte er den „Tourismus-Preis Rheinland.Pfalz“ in der Kategorie „Innovation des Jahres“. Zur Preisverleihung ist ein Video auf YouTube veröffentlicht worden; dort erklärt Bolland seine Vision von „Papa Rhein“. Der Hotel-Traum wird gerade Wirklichkeit. Das Gebäude steht, und noch in diesem Jahr soll die Eröffnungsparty steigen. YouTube (Video), Mittelrheingold (7 Fragen an Jan Bolland, Juli 2019)

Mittelrhein-Zahl des Tages

Apropos „Papa Rhein“: Neben dem Hotel entstehen in den kommenden Jahren 148 Wohnungen. Die neue „Rheinblick-Gartenstadt“ soll bis zum Altem Kran reichen. Die ersten 70 Wohnungen werden gerade vermarktet; Preise stehen noch nicht fest. Allgemeine Zeitung, eigentumswohnungen-bingen.de (Website des Projektentwicklers)

Termine der Woche

Freitag in Rüdesheim – „Dibbegugger“ / Mittelrhein-Momente in Breuer’s Rüdesheimer Schloss – 28. Februar, 19 Uhr. mittelrheinmomente.de

Freitag ab Rüdesheim – Krimidinner auf dem Rhein – 28. Februar, 19 Uhr. ruedesheim.de

Freitag in Bingen – „8 Frauen“ / Theraterabend in Büdesheim – 28. Februar, 19 Uhr 30. bingen.de

Freitag in Bingen – „Anderswo. Allein in Afrika“ im Programmkino KiKuBi – 28. Februar, 19 Uhr 30. bingen.de

Freitag in Bingen – The Johnny Cash Show in der Stadthalle – 28. Februar, 20 Uhr. boppard-tourismus.de

Samstag in Bingen –  Guadagini Trio in der Villa Sachsen – 29. Februar, 19 Uhr 30. bingen.de

Samstag in Boppard – Krimidinner im Hotel Jakobsberg – 29. Februar, 19 Uhr. boppard-tourismus.de

Samstag in Boppard – „1917“ / Cinema in der Stadthalle – 29. Februar, 20 Uhr. boppard-tourismus.de

Samstag in Bingen – „Jazz à la Flute“ in der Binger Bühne – 29. Februar, 20 Uhr 30. bingen.de

Sonntag auf der Festung Ehrenbreitstein – Klaus Hoffmann singt Brel – 1. März, 19 Uhr. tor-zum-welterbe.de

Sonntag in Boppard – „1917“ / Cinema in der Stadthalle – 1. März, 20 Uhr. boppard-tourismus.de

Montag in Bingerbrück – Hildegard-Abend: Einblick in die Schriften der heiligen Hildegard – 2. März, 19 Uhr. bingen.de

Montag in Boppard – „Das Beste kommt zum Schluss“ / Cinema in der Stadthalle – 2. März, 20 Uhr. boppard-tourismus.de

Dienstag auf der Festung Ehrenbreitstein – „Still Collins Plus“ / Konzert – 3. März, 20 Uhr. tor-zum-welterbe.de

Dienstag in Boppard – „1917“ / Cinema in der Stadthalle – 3. März, 20 Uhr. boppard-tourismus.de

Dienstag in Bingen – „Das Wirtshaus im Spessart“ im Programmkino KiKuBi –  3. März, 20 Uhr 15. bingen.de

Donnerstag in Bingen – „The Guards“ / Spätschicht in der „Alten Wache“  – 5. März, 19 Uhr 30. bingen.de

Freitag in Rüdesheim – Beatbox in der Villa Sturm – 6. März, 19 Uhr. ruedesheim.de

Freitag in Bingen – „Fairtraders“ im Programmkino KiKubBi  – 6. März, 19 Uhr 30. bingen.de

Foto der Woche

Das Beste zum Schluss

Die Schweizer Weinzeitschrift „Vinum“ hat eine Auswahl von 25 deutschen „Jungwinzertalenten“ zusammengestellt. Auch der Mittelrhein ist vertreten: Die Redakteure – oder „Redaktore“, wie es in der Schweiz heißt – setzen Ex-Weinkönigin und Riesling-Influencerin  Sarah Hulten auf die Liste. Das Magazin kommt heute in den Handel. vinum.eu

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Laura Bier: Die Frau für die guten Mittelrhein-Ideen

Das mächtigste Zauberwort am Mittelrhein lautet „Fördermittel“. Ohne Fördermittel läuft in den Kommunen gar nichts, und der erfolgreichste Bürgermeister ist meistens der, der die staatlichen Geldströmen am besten kennt und möglichst viel für seinen Ort abzweigt. Dabei geht manchmal unter, dass auch private Initiativen Geld bekommen können – und sehr oft kreativer und effizienter einsetzen. Das wichtigste Programm für Mittelrheiner mit guten Ideen heißt „Leader“ und geht auf eine Initiative der EU zurück. Im Welterbe-Tal kümmert sich die „Lokale Aktionsgruppe“ (LAG) um Beratung und Unterstützung. Wie das funktioniert, erklärt LAG-Geschäftsführerin Laura Bier.

Laura Bier ist u.a.. in St. Goarshausen zu erreichen. Foto: Privat.

Laura Bier ist u.a.. in St. Goarshausen zu erreichen. Foto: Privat.

Laura, wenn es am Mittelrhein um Geld geht, fällt häufig dein Name. Du bist Geschäftsführerin der LAG. Was kann ich mir darunter vorstellen?

Ich habe einen großen, prall gefüllten Koffer, mit dem ich durchs Tal ziehe und aus vollen Händen das Geld verteile. Wer brav ist bekommt was ab. Spaß beiseite, so läuft es natürlich nicht. Die LAG hat für die Förderperiode 2014-2020 insgesamt 2,9 Mio. Euro zur Verfügung. Mit diesem Budget können wir Projekte fördern, die zu einer positiven Entwicklung des Tals beitragen. Die Grundlage dafür bildet unsere Entwicklungsstrategie, in der zu Beginn der Förderperiode Ziele und Handlungsfelder definiert wurden. Eine meiner Hauptaufgaben ist es, auf die Fördermöglichkeiten der LAG aufmerksam zu machen, Projektträger bei der Entwicklung des Vorhabens hinsichtlich einer Förderung zu beraten und während des gesamten Prozesses zu Seite zu stehen. Von der Projektidee, über die Bewerbung bei der LAG und die formale Antragstellung, bis hin zum Projektabschluss und der Abrechnung der Fördermittel begleite und unterstütze ich die Projektträger. Das ist es auch, was mir in meinem Beruf am meisten Spaß macht – der Kontakt zu den Leuten.

Wer entscheidet, an wen wie viele Fördermittel ausgezahlt werden?

Ein zentrales Merkmal des Leader-Ansatzes ist das Bottom-up-Prinzip. Das bedeutet, bei der Ausarbeitung und Umsetzung der regionalen Entwicklungsstrategie, wie auch bei der Auswahl der Projekte, sind lokale Akteure maßgeblich beteiligt. Die LAG Welterbe zählt 28 Mitglieder aus der lokalen Bevölkerung, wirtschaftlichen und sozialen Interessensgruppen sowie öffentlichen und privaten Institutionen. Bei den Sitzungen der LAG werden die eingereichten Projekte anhand von transparenten Auswahlkriterien diskutiert und bewertet. Je besser ein Projekt dabei abschneidet, desto größer ist seine Chance eine Förderung zu erhalten. In welcher Höhe diese genau ausfällt, hängt individuell vom Fördersatz ab. 

Was war bisher dein persönliches Lieblingsprojekt?

Das tolle an Leader ist die Vielfalt an Möglichkeiten, die der Förderansatz mit sich bringt. Anders als bei vielen anderen Förderprogrammen sind den Leader-Projekten inhaltlich wenig Grenzen gesetzt, so lange sie eben zur positiven Entwicklung des Tals beitragen und ein gewisses Maß an Innovation mitbringen. Daher sind alle unsere Projekte etwas Besonderes und schwer mit einander zu vergleichen. Wenn ich mich dennoch entscheiden müsste, würde meine Wahl wohl auf das „Gardinen-Mobil“ fallen. Mit diesem Dienstleistungsangebot, das sich hauptsächlich an Seniorenheime und mobilitätseingeschränkte Menschen richtet, zeigt die gemeinnützige Best gGmbH aus Boppard welche ungewöhnlichen und kreativen Projekte durch Leader unterstützt werden. Gleichzeitig mag ich den sozialen Aspekt an diesem Projekt, bei dem ein Arbeitsplatz für Menschen mit Beeinträchtigungen geschaffen wurde.

Wird irgendwo veröffentlicht, wer was bekommen hat?

Alle Projekte, die von der LAG im aktuellen Zeitraum gefördert werden, sind auf unserer Homepage unter www.lag-welterbe.de zu finden. Neben Hintergrundinformationen zum Projekt findet man dort auch Angaben zum Projektträger und der genauen Höhe der Förderung. Auf einen Blick kann man so die Bandbreite an Möglichkeiten sehen, die Leader bietet und sich davon vielleicht für ein eigenes Projekt inspirieren lassen. Die Webseite selbst ist übrigens auch ein Leader-Projekt. Ziel dabei war es, ein gemeinsames Framework-Konzept verschiedener Partner zu schaffen um die Region gemeinsam und einheitlich nach außen zu präsentieren. Vorbeischauen lohnt sich also!

Gerade gibt es eine neue Förderrunde, das so genannte „Regionalbudget“. Welche Tipps hast du für Antragsteller aus dem Mittelrheintal?

Das Regionalbudget gibt es dieses Jahr zum ersten Mal am Mittelrhein. Es richtet sich gezielt an Projektträger, die kleinere Vorhaben (bis 20.000  Euro Gesamtkosten) mit kurzer Umsetzungszeit durchführen wollen. Wer eine Idee für ein mögliches Projekt hat, dem empfehle ich den Blick auf unsere Homepage, wo alle wichtigen Infos zur Förderung zu finden sind. Was die Projektinhalte angeht, ist das Regionalbudget ebenfalls sehr vielfältig, und ich möchte die Mittelrheiner ausdrücklich ermutigen, Projekte bei uns einzureichen. Wer sich nicht sicher ist, ob ein Projekt zur Förderung passt oder sonstige Fragen rund um das Regionalbudget hat, der kann sehr gerne Kontakt zu mir aufnehmen. Im persönlichen Gespräch lassen sich meist schnell Bedenken ausräumen oder Lösungen finden. Ich freue mich über dieses neue Förderangebot und hoffe wir können damit viele tolle Projekte unterstützen. 

Geschichten der Woche

1. Krankenhaus-Alarm in Boppard

Die Krankenhaus-Krise am Mittelrhein schwelt weiter. Nach den der Loreley-Kliniken in Oberwesel und St. Goar gerät jetzt auch das alterwürdige „Hospital zum Heiligen Geist“ in Boppard unter Druck Das kleine Krankenhaus ist Teil der regionalen Klinikgruppe „Gemeinschaftsklinikums Mittelrhein (GKM)“, das in die roten Zahlen gerutscht ist. Jetzt müssen die kommunalen Eigentümer einspringen. Rhein-Zeitung, swr.de

2. Rheinfels-Saga: Die nächste Folge

Knapp eine Woche nach dem spektakulären Preußen-Durchmarsch von Bürgermeister Falko Hönisch ist in St. Goar wieder alles auf Anfang. Hönisch hat den Beschluss des Stadtrates ausgesetzt, den er selbst initiiert hatte, und lässt am kommenden Montag erneut über einen Vergleich mit dem Georg Friedrich Prinz von Preußen abstimmen. Laut „RZ“ gibt es Zweifel, ob der Beschluss formal korrekt zustande gekommen ist. Hönisch und seine SPD wollen eine Stiftung des Hauses Hohenzollern bis zu 77 Jahre lang an den Eintrittsgeldern der Burg Rheinfels beteiligen. Im Gegenzug würde der Prinz auf sein Ansprüche auf Burg und Schlosshotel verzichten. Fraglich bleibt, wie realistisch die Ansprüche der früheren preußischen Königsfamilie sind. Das Landgericht Koblenz hatte den Prinzen in erster Instanz abblitzen lassen. Anders als Hönisch sieht das Land Rheinland-Pfalz keinen Anlass für Zugeständnisse. Rhein-Zeitung, Mittelrheingold (Hintergrund)

3. Ladenschluss in Bingen

In der Binger City klafft bald die nächste Laden-Lücke. Ende März macht die Müller-Filiale am Speisemarkt dicht. Die Drogerie- und Spielwarenkette konzenteriert sich laut „AZ“ auf ihren Standort im Citycenter. Dafür gibt es einen Lichtblick am Neffplatz. Nach über einem Jahre Leerstand hat sich ein Nachmieter für den langjährigen Outdoor-Laden gefunden: Es ist – demografisch korrekt – ein Sanitätshaus. Allgemeine Zeitung

Ein Blick auf die Buga

Apropos Bingen: Laut „AZ“-Redakteur Erich Michael Lang ist die Bundesgartenschau 2029 für die Stadt ein „Selbstläufer“. Lang findet, dass Bingen am Rheinufer schon schön buga-tauglich sei. O-Ton: „Mit ein bisschen Aufhübschen wird das Areal wie die Faust aufs Auge zur Bundesgartenschau passen, als ob es eigens dafür geschaffen worden wäre.“  Allgemeine Zeitung

Video der Woche

Der Filmemacher Etienne Heimann lebt und arbeitet im rechtsrheinischen Rhein- Lahn-Kreis. Aus seinen Drohnen-Videos ist ein 70-minütiger Kinofilm  mit spekatakulären Luftaufnahmen von Mittelrhein und Taunus entstanden. swr.de

 Mittelrhein-Zahl der Woche

13 Stolpersteine erinnern in Rüdesheim an die Wohnungen jüdischer NS-Opfer. Die Installation des Künstlers Gunter Denning wurde von Rüdesheimer Bürgern finanziert. Wiesbadener Kurier

Termine der Woche

Freitag in St. Goar – „Sherlock Holmes und der Fluch der Ashtonburrys“ / Krimi-Dinner auf Burg Rheinfels- 7. Februar, 19 Uhr. st-goar.de

Freitag in Bingen – Rocketman im Programmkino KiKuBi –  7. Februar, 19 Uhr 30. bingen.de

Freitag in Lahnstein – „Tschik“ im Theater Lahnstein – 7. Februar, 20 Uhr. lahnstein.de

Samstag in St. Goar – „Sherlock Holmes und der Fluch der Ashtonburrys“ / Krimi-Dinner auf Burg Rheinfels- 8. Februar, 19 Uhr. st-goar.de

Samstag in Lahnstein – „Tschik“ im Theater Lahnstein – 8. Februar, 20 Uhr. lahnstein.de

Samstag in Bingen – „The Senior Allstars“ – Raggae Jazz Dub  – 8. Februar, 20 Uhr 30. bingen.de

Sonntag in Lahnstein – „Tschik“ im Theater Lahnstein – 9. Februar, 18 Uhr. lahnstein.de

Dienstag in Bingen – „Das zweite Leben des Monsieur Alain“ im Programmkino KiKuBi – 11. Februar, 17 Uhr 15 und 20 Uhr 15. bingen.de

Freitag in Bingen – „Das zweite Leben des Monsieur Alain“ im Programmkino KiKuBi – 14. Februar, 19 Uhr 30. bingen.de

Freitag in Lahnstein – Rotweinprobe auf dem Allerheiligenberg – 14. Februar, 19 Uhr 30. lahnstein.de

Foto der Woche

Das Beste zum Schluss

Die grenzüberschreitende Kooperation „BaKaLoNi“ geht in der kommenden Saison weiter. „BaKaLoNi“ steht für Bacharach, Kaub, Lorch und Niederheimbach. Die 4 Rheinorte organisieren und vermarkten seit 2019 gemeinsame Veranstaltungen hüben und drüben.

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Groß denken: Wunsch und Wirklichkeit in St. Goarshausen

Die Verbandsgemeinde Loreley  steht für 100 Prozent Mittelrhein: Sie ist die einzige, die noch komplett im Welterbe-Gebiet liegt. Keine wäre besser geeignet, Taktgeber und Zentrum der Region zu sein. Es gibt auch schon Pläne: Auf der Loreley etwa soll eine Tourismus- und Marketing-GmbH entstehen, die wegweisend für das ganze Tal sein könnte. Auch die Idee einer Hotelanlage in einiger Entfernung vom Felsen ist noch nicht vom Tisch. Allerdings ist die Realität nicht halb so rosig wie die Powerpoint-Präsentationen mancher Regionalentwickler. Die Stadt St. Goarshausen fühlt sich von den VG-Touristikern vernachlässigt und geht eigene Wege, vielleicht mit der Schwesterstadt St. Goar zusammen. Zugleich probt die Feuerwehr in der Stadt den Aufstand. Sie arbeitet unter unzumutbaren Bedingungen und hat in einem offenen Brief aufgelistet, was schief läuft und was sie von ihrer Verbandsgemeinde erwartet. Am 15. März sind dort Bürgermeisterwahlen. Amtsinhaber Werner Groß will bestätigt werden und hat Mittelrheingold Fragen zur Zukunft seiner VG beantwortet.

Werner Groß will Bürgermeister der VG Loreley bleiben.

Werner Groß will Bürgermeister der VG Loreley bleiben.

2019 war das Jahr der Loreley. Ostern wurde auf dem Felsen der neu gestaltete Landschaftspark eingeweiht. Wie ist das neue Angebot angenommen worden?

Neben der offiziellen Eröffnung durch unsere Ministerpräsidentin Malu Dreyer verschaffte uns die Nachtveranstaltung „Rheinleuchten“ sehr viel Aufmerksamkeit und tausende Gäste. Schon in den Wochen vor der Eröffnung wurde das große Interesse bei den Bürgerinnen und Bürger überaus deutlich, weil immer mehr Menschen zu den Baustellenführungen kamen. Der Gipfel im positiven Sinne war ein Tag der offenen Tür mit extrem starker Beteiligung. Für die Gastronomie im Besucherzentrum war das gleichzeitig die erste Bewährungsprobe, die unser neuer Loreley-Wirt mit Bravour bestand. Insbesondere an den Wochenenden haben die Besucherzahlen das gehalten, was wir vor der Eröffnung nicht zu hoffen wagten.   

Was ist noch geplant und was wird es kosten?

Neben dem Umbau des ehemaligen Turner- und Jugendheimes zu einem weiteren Gastronomiebetrieb mit gehobener, aber nicht abgehobener Qualität und regionalen Produkten soll ab diesem Jahr mit der Herstellung des Mythosraums begonnen werden. Daneben machen 4 mythische Orte im Landschaftspark den Mythos Loreley erlebbar. Die Planungen sind soweit abgeschlossen und die Bewerbung um Fördermittel ist auf den Weg gebracht. Daneben soll die Ankunftssituation der Gäste verbessert werden. Dazu sollen insbesondere Busreisende und mobilitätseingeschränkte Menschen näher und komfortabel an den Eingang des neuen Kultur- und Landschaftsparks gebracht werden. Darüber hinaus werden mit weiteren Grundstücksankäufen die Voraussetzungen auf der Loreley geschaffen, um mit den Planungen für die Buga 2029 konkret beginnen zu können. Insgesamt sprechen wir dabei von einem Maßnahmenpaket mit einem Volumen von über 9 Millionen Euro, das nur mit finanzieller Unterstützung von Bund und Land realisierbar ist. 

In der „Rhein-Zeitung“ war von neuen Tourismus-Strukturen auf dem Felsen und in der VG die Rede. Bisher kümmert sich ein Verein um die Tourismus-Förderung. Was soll anders werden?

Damit die Investitionen auch professionell vermarktet werden, befindet sich eine Loreley Tourismus- und Betriebsgesellschaft in der Vorstufe zur Gründung. Aktuell wird am Gesellschaftsvertrag gearbeitet. Gesellschafter werden zunächst die Verbandsgemeinde Loreley sowie der Loreley-Touristik e.V., der heute schon mit hauptamtlichen Strukturen die Gäste auf der Loreley betreut und auch sonst die Aufgaben der Tourismusförderung in der VG wahrnimmt. Der Vorteil der Betriebsführung in der Rechtsform einer GmbH liegt ganz klar darin, dass die Flexibilität der Unternehmensorganisation durch die Ausgestaltung einer wirtschaftlichen und effizienten Aufgabenerledigung verbessert wird. Die Servicekette im Tourismus vom Marketing und der Buchung, über die Leistungen während dem Aufenthalt, bis hin zur Qualitätskontrolle nach der Reise, ist schon lange keine Aufgabe mehr, die allein in örtlichen Strukturen abgearbeitet werden kann. Mit der Loreley-Touristik e.V. gibt es in der VG Loreley bereits eine überörtliche Organisationseinheit, die als Gesellschafter in der GmbH künftig nochmals deutlich aufgewertet wird. Grundlage, um diesen Entwicklungsschritt zu gehen, ist eine Studie von Experten, die vor dem Hintergrund der Buga 2029 erstellt wurde.

In der Verbandsgemeinde Loreley existieren noch mehrere lokale Tourismus-Organisationen. Könnte man sie zu einer einzigen Organisation zusammenfassen, die vielleicht sogar das ganze Welterbe-Tal umfasst?

Das Tourismusgutachten schließt selbstverständlich die örtlichen Agenturen mit ein. Die GmbH, welche sich als Touristisches Service Center (TSC) sieht, bildet das Dach, unter dem sich die meist gemeindlichen Organisationen zu einer Destination versammeln. Und klar, diese Organisationsform muss an Gemeindegrenzen nicht halt machen. Der Gast will doch eine Region besuchen und diese sollten wir mit unserer einmaligen Kulisse im UNESCO Welterbe Oberes Mittelrheintal auch gemeinsam anbieten. Den besten Grund jetzt so zu agieren, liefert uns die Buga 2029. 

St. Goarshausen ist momentan das Sorgenkind der VG. Wie geht es jetzt ohne Bürgermeister Matthias Pflugradt weiter?

Hier muss ich ein wenig widersprechen, denn der Begriff gefällt mir nicht. Die Stadt Sankt Goarshausen ist absolut kein Sorgenkind der Verbandsgemeinde. Gerade als Familienvater weiß ich persönlich sehr gut, dass im echten Leben nicht immer alles nach Drehbuch läuft und es ganz normal ist, dass man auch mal herausfordernde Zeiten meistern muss. Die Verantwortlichen in der Stadt leisten in Vertretung des erkrankten Stadtbürgermeisters eine hervorragende Arbeit für die Stadt und die Menschen, die dort leben. Das erfüllt mich nicht mit Sorge sondern mit Stolz. Unabhängig davon wünsche ich natürlich, dass es Matthias Pflugradt bald wieder besser geht.

Die Erkrankung von Matthias Pflugradt und die Führungsprobleme in Bacharach deuten darauf hin, dass das System „ehrenamtlicher Bürgermeister“ an seine Grenzen stößt. Ab einer bestimmten Gemeindegröße ist der Job kaum noch zu stemmen. Wie würdest du das Problem lösen? 

Die Situation in Bacharach kann ich als Außenstehender nicht beurteilen. Auch bin ich kein Mediziner und kann daher nicht verbindlich die Ursachen von Erkrankungen per Ferndiagnose benennen. Ganz sicher kann ich aber feststellen, dass das Amt des ehrenamtlichen Bürgermeisters eine große Herausforderung darstellt. Unabhängig von der Größe der Gemeinde erfordert das Amt einen enormen zeitlichen und intellektuellen Einsatz. Sowohl an die jeweilige Person selbst, als auch an deren persönliches Umfeld. 

Leider ist es einfacher den herrschenden Zustand zu beschreiben, als das Problem zu lösen. Ich kann versichern, dass sich die von mir geleitete Verbandsgemeindeverwaltung als echten Dienstleister unserer 22 Gemeinden versteht und jederzeit ansprechbar ist, wenn dafür Bedarf besteht. Von Landesebene wünsche ich mir, dass die Attraktivität der kommunalpolitischen Ehrenämter dadurch gestärkt wird, dass endlich wieder mehr Gestaltungsmöglichkeiten für die Mandatsträger da sind. Damit meine ich ernsthafte Entscheidungskompetenzen auf der örtlichen Ebene und nicht zuletzt ausreichend Geld in der Gemeindekasse. Derzeit beobachte ich eine Politik, die es vorsieht, dass örtliche Aufgaben durch Landes-, Bundes-, oder EU-Projekte wahrgenommen werden. Wer an diesen hochdotierten Projekten teilnehmen will, muss die strengen und komplizierten Vorgaben der Fördermittelgeber einhalten. Die Politik wird also weitestgehend dort gemacht, wo das Projekt erfunden wurde. Ich glaube nicht, dass man im fernen Mainz, Berlin oder Brüssel besser weiß, welche konkreten Projekte man in Braubach, Kaub oder Lierschied für die dort lebenden Menschen umsetzen sollte. Kommunen sind für mich Weichensteller und keine Bittsteller. Wenn man nicht gestalten kann, dann fehlt die Motivation und das gibt manchmal sogar Frust. 

Im März sind Bürgermeisterwahlen in der VG Loreley, und du trittst wieder an. Was ist deine Vision für das Buga-Jahr 2029?

Ich will maßgeblich daran mitwirken, dass sich die Verbandsgemeinde Loreley im Wettbewerb der Regionen an vorderster Stelle positioniert, damit die Menschen von der Geburt bis ins hohe Alter bei uns leben, arbeiten und sich wohlfühlen können. Ohne Denkverbote müssen wir die Herausforderungen der sich verändernden Gesellschaft annehmen und intelligente Lösungen schaffen, um die Region zukunftsfähig zu positionieren. Nicht erst im Buga-Jahr, sondern so schnell wie möglich.

Im Einzelnen umfasst dieses Oberziel ganz viele Bausteine: Familienfreundlichkeit ist ein enorm wichtiger Standortfaktor. Bedarfsgerechte Betreuungsmöglichkeiten für Kinder und auch Senioren. Ich will, dass es möglich bleibt, dass man alle allgemeinbildenden Schulabschlüsse in der Verbandsgemeinde absolvieren kann. Der gesunde Mittelstand im Handel, Gewerbe und im Tourismus ist unverzichtbar. Dafür brauchen wir zwingend eine leistungsfähige Infrastruktur. Moderne digitale Netze und auch bestmögliche Verkehrswege. An allererster Stelle aber brauchen wir weiterhin die vielen Menschen in unseren einzelnen Ortsgemeinden, die sich weiterhin mit Herzblut für ihre Heimat einsetzen. Ohne die Überzeugungstäter, denen es wichtig ist, dass die Zukunftschancen für nachfolgende Generationen vorhanden sind, kann man nichts erreichen. Ich weiß aber aus meiner langjährigen Arbeit als Bürgermeister, dass es in jedem Ort der Verbandsgemeinde diese wertvollen Personen gibt. Ob in verantwortlicher Position oder eher still im Hintergrund. Es lohnt sich, dass wir uns gemeinsam für die Weiterentwicklung der Region einsetzen. Ich freue mich auf die Zukunft.

Geschichten der Woche

1. Der teuerste Parkplatz am Mittelrhein

Jürgen Rittweiler hat sich als Unternehmer, Arbeitgeber und Handwerksmeister  (Heizung und Sanitär in Rheindiebach) viel Respekt am Mittelrhein verschafft. Gegen einen prozessfreudigen Binger hat er trotzdem keine Chance. Der Mann verklagte Rittweiler, weil dessen Mitarbeiter kurz auf seinem Grundstück geparkt hatte. Es ging um eine Anlieferung in der Nachbarschaft. Vor dem Amtsgericht Bingen war der Immobilienbesitzer noch abgeblitzt – wenn es ihn wirklich so sehr gestört hätte,  wäre der Abschleppdienst die einfachste Lösung gewesen, argumentierte der Richter. Der Mann prozessierte weiter und bekam in der nächsten Instanz recht: Das Landgericht Mainz kassiert das Binger Urteil und lässt Rittweiler jetzt sämtliche Verfahrenskosten zahlen. Außerdem muss er sich per Unterlassungserklärung verpflichten, nie wieder eines seiner Firmenfahrzeuge auf dem Grundstück parken zu lassen. Rittweiler drohen sonst 250.000 Euro „Ordnungsgeld“ oder 6 Monate Haft. „Wir leben in einer verrückten Welt“, zitiert ihn die „AZ“. Allgemeine Zeitung, Mittelrheingold (1. Instanz, Mai 2019)

2. Bingen als Marketing-Baustelle

Seit fast 2 Jahren werkelt Georg Sahnen am Tourismuskonzept der Stadt Bingen. Der frühere „Handelsblatt“-Journalist und Lufthansa-Sprecher war 2018 kurzfristig angeheuert worden, nachdem sich ein schon ausgewählter Kandidat als Lebenslauf-Schwindler entpuppt hatte. Sahnen soll nicht nur den Tourismus voranbringen, sondern auch das städtische Event-Geschäft ankurbeln. In der „AZ“ schildert Redakteurin Christine Tscherner den Stand der Dinge, während ihr wie immer verwaltungsfreundlicher Kollege Erich Michael Lang kommentiert: „Wunder dürfen nicht erwartet werden.“ Allgemeine Zeitung

3. Tourismus-Krise in Rüdesheim

Apropos Tourismus: In Rüdesheim ist die Tourismus-Förderung komplett in privater Hand. Eine zentrale Rolle spielt die „Wirtschafts- und Tourismusförderung Rüdesheim und Assmannshausen“, kurz „WTF“ (kein Witz). Dort herrscht gerade dicke Luft. Ende des Jahres sind die beiden Vorsitzenden  Ralf Nägler und Birgit Berg Knall auf Fall zurückgetreten. Dem Vernehmen nach gab es „verschiedene Zukunftsvisionen und verschiedene Vorstellungen“ über den Verein. Im Mai soll die Nachfolge geregelt werden. Im vergangenen Jahr hatte Rüdesheim bereits den langjährigen Tourismuschef Rolf Wölfert verloren. Er arbeitet mittlerweile bei der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz. Wiesbadener Kurier

Ein Blick auf die Buga

Boppard ist immer eine Reise wert, aber wer mit dem Zug kommt, sollte gut zu Fuß sein. Der zweitwichtigste Bahnhof im Welterbe-Tal (nach Bingen) mit immerhin 2000 Reisenden pro Tag ist immer noch ausgestattet wie eine Haltestelle in Kirgisien. Es fehlen Aufzüge und Bahnsteige auf modernem Zug-Niveau. Wer mit Rollstuhl oder Kinderwagen unterwegs ist, kann nur beten, dass ihm jemand hilft. Für die Bundesgartenschau 2029 ist das Szenario indiskutabel. Die Bopparder bemühen sich schon lange um eine Lösung, aber jetzt gibt es endlich die Bestätigung der Bahn: 2024 wird umgebaut. Der Staatskonzern saniert dann nicht nur der Hauptbahnhof, sondern auch den Bahnhof im Stadtteil Bad Salzig. Reisende werden aber auch in Zukunft beten müssen – und zwar dafür, dass die Aufzüge funktionieren. In Bingen und Bacharach gibt es immer wieder Lift-Probleme. Rhein-Zeitung (Boppard), rund-um-bacharach.de (Aufzug-Drama in Bacharach)

Video der Woche

Vor 25 Jahren ließ das bislang letzte große Mittelrhein-Hochwasser Straßen und Häuser absaufen. Der SWR-Fernsehen erinnert an die Januar-Flut. SWR

Zahl der Woche

Bis zu 20.000 Euro gibt es für kommunale und private Projekte, die das Mittelrheintal voranbringen. Das Geld stammt aus dem staatlichen Förderprogramm „Regionalbudget“ und wird von der Lokalen Aktionsgruppe Oberes Mittelrheintal  (LAG) mit Sitz in St. Goarshausen und Oberwesel verteilt. Allgemeine Zeitung

Termine

Freitag in Bingen – Burns Night in der Binger Bühne – 24. Januar, 19 Uhr. bingen.de

Freitag in Bingen – „Britt-Marie war hier“ im Programmkino KiKuBi – 24. Januar, 19 Uhr 30. bingen.de

Freitag in Boppard – „Parasite“ / Cinema in der Stadthalle – 24. Januar, 20 Uhr. boppard-tourismus.de

Samstag in Bornich – Rheinsteig-Glühweinwanderung – 25. Januar, 14 Uhr 30. 14 Uhr 30. loreley-touristik.de

Samstag in Boppard – „Die Region  kocht auf“ / Küchenparty im „Bellevue“ – 25. Januar, 18 Uhr 30. boppard-tourismus.de

Samstag in St. Goar-Biebernheim – Benefizkonzert zugunsten des Kinder- und Jugendhospiz – 25. Januar, 19 Uhr 30. st-goar.de

Samstag in St. Goar – Lalibella/ Konzert Inside Rebstock Garden – 25. Januar, 19 Uhr (Einlass). inside-garden.de

Sonntag auf der Festung Ehrenbreitstein – Kostproben aus dem „WeinReich Rheinland-Pfalz“ – 26. Januar, 13 – 16 Uhr 30. tor-zum-welterbe.de

Sonntag in Bingen – „Ailos Reise – Große Abenteuer beginnen mit kleinen Schritten“ im Programmkino KiKuBi – 26. Januar, 15 Uhr. bingen.de

Sonntag in Boppard – „Die Eiskönigin 2“ / Cinema in der Stadthalle – 26. Januar, 16 Uhr und 20 Uhr. boppard-tourismus.de

Sonntag in Bingen – Orgelkonzert aus Anlass des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus – 26. Januar, 19 Uhr. bingen.de

Montag in Boppard – „Das perfekte Geheimnis“ / Cinema in der Stadthalle – 27. Januar, 20 Uhr. boppard-tourismus.de

Dienstag in Boppard – „Lara“ / Cinema in der Stadthalle – 28. Januar, 20 Uhr. boppard-tourismus.de

Freitag in Dörscheid – „Pasta und Meer“ / Kochkurs im „Fetz“ – 31. Januar, 14 Uhr 30. loreley-touristik.de

Freitag in Oberwesel – Kino im Kulturhaus – 31. Januar, 19 Uhr (Einlass). oberwesel.de

Foto der Woche

Das Beste zum Schluss

Kopflose Ritter, blinde Schützen und die wahre Loreley: Alles das soll sich irgendwann auf einer App abspielen, die die Verbandsgemeinde Rhein-Nahe für die Besucher der Burgen Rheinstein, Reichenstein, Sooneck und Stahleck plant. Die digitalen Gruselgeschichten gehen auf historische Sagen aus dem Mittelrheintal zurück. Das Land Rheinland-Pfalz fördert das Projekt mit 135.000 Euro. Allgemeine Zeitung

 

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