Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Schlagwort: St. Goarshausen Seite 1 von 50

Gaskrise in Lahnstein und neue Energie in Boppard

Den chronisch klammen Kommunen am Mittelrhein geht es nicht anders als vielen Privathaushalten: Die Energiekrise sprengt das ohnehin schon knappe Budget. In Lahnstein etwa muss die Verwaltung plötzlich 230.000 Euro mehr für Gas zahlen und weiß nicht, ob es damit getan ist. Um das Risko weiteter Erhöhungen auszuschalten, hat sich die Stadt mit dem Energieversorger EVM auf einen Festpreis für ein Jahr geeinigt: Bis zu 1,5 Millionen Euro für prognostizierte 3,5 Millionen Kilowattstunden. Laut „RZ“ ging es bei der Entscheidung um Minuten, weil sich die Preise pausenlos ändern. In Boppard denkt man über neue Heizungen in 10 städtischen Liegenschaften nach. Der Umbau machte sich schnell bezahlt, wenn Gas und Öl durch Pellets ersetzt würden. In Bingen redet Klimaschutzmaagerin Lisa Christmann mittlerweile mehr über Spartipps als über die Erdatmosphäre, auch wenn das Ergebnis auf dasselbe rauskommt. Und in Bacharach ist man zum ersten Mal froh, dass es bei der Stadtsanierung in den 80ern und 90ern versäumt wurde, Gasleitungen zu verlegen. Rhein-Zeitung (€, Lahnstein), Rhein-Zeitung (€, Boppard), Allgemeine Zeitung (€, Bingen)

Martinsburg in Lahnstein. Foto: Friedrich Gier / Romantischer Rhein Tourismus

Hinter den Kulissen in St. Goarshausen

„Rhein in Flammen“ ist nicht nur für Pyrotechniker eine Herausforderung. Hinter den Kulissen halten sich Feuerwehren, Deutsches Rotes Kreuz, Malteser Hilfsdienst, DLRG, Polizei und Wasserschutzpolizei für den Fall der Fälle in Bereitschaft. Die „RZ“ beschreibt in einem Artikel über das Großfeuerwerk in St. Goarshausen den Einsatz von Rettungs- und Sicherheitskräften. Am vergangenen Wochenende fand an der Loreley das letzte „Rhein in Flammen“ der Saison statt – zum Glück ohne besondere Zwischenfälle.  Rhein-Zeitung (€)

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Golden Gate in Wellmich

„Visionär“ ist nicht das Wort, dass man auf Anhieb mit RLP-Innenminister Roger Lewentz verbinden würde. Der Mann aus Kamp-Bornhofen gilt als Kümmerer und Pragmatiker, ein typischer Vertreter der „Nah-bei-de-Leut“-SPD. Aber wenn es um das Mittelrheintal geht, ist Lewentz mehr als das. Er trieb die Buga-Idee voran, als kaum jemand daran glaubte und er denkt auch beim Thema Mittelrheinbrücke größer als andere Brücken-Fans. Lewentz will nicht eindach eine Querung zwischen St. Goar und St. Goarshausen, sondern ein architektonisches Highlight. Bei einem Vor-Ort-Termin mit Wirtschafts- und Verkehrsministerin Daniela Schmitt am Montagmorgen holte er besonders weit aus und brachte die „Golden Gate Brigde“ in San Francisco als Vorbild ins Spiel. Ein internationaler Gestaltungswettbewerb soll für kreative Exzellenz sorgen, die Unesco überzeugen und Kritiker im Tal gnädig stimmen.

Die geplante Brücke würde Wellmich mit Fellen verbinden.

Die geplante Brücke würde Wellmich mit Fellen verbinden.

Bis es soweit ist, fließt allerdings noch viel Wasser an der Loreley vorbei. Im Herbst soll das 770.000 Euro teure Raumordnungsverfahren abgeschlossen sein, dann könnte die Planung beginnen. Unsicherheitsfaktoren sind die zu erwartenden Klagen von Umweltschützern und die Kostenexplosion am Bau. Inflation und Lieferkettenprobleme haben die bisherigen Kalkulationen längst über den Haufen geworfen. Aus rechtlichen Gründen darf das Land Rheinland-Pfalz nur 80 Prozent zahlen. Den Rest müssen der Rhein-Lahn-Kreis und der Rhein-Hunsrück-Kreis aufbringen. SWR

Schnell wie die Mittelrhein-Feuerwehr

Wenn am Mittelrhein etwas funktioniert, dann bei den Feuerwehren. Am Wochenende gab es 2 große Einsätze. In Rüdesheim holte das Team von Stadtbrandinspektor Björn Rosenbach mit Unterstützung aus dem Rhein-Main-Gebiet 41 Passagiere der Rüdesheimer Bergbahn heil aus den Gondeln. Sie saßen wegen eines technischen Fehlers in luftiger Höhe fest. 2 Tage später verhinderten knapp 150 Einsatzkräfte unter VG-Feuerwehrchef Markus Heidrich die Ausbreitung eines Waldbrandes bei Manubach. Wiesbadener Kurier (€, Rüdesheim), Allgemeine Zeitung (€, Manubach)

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Loreley-Bühne: Man weiß nicht, was soll es bedeuten

Im Streit über die Zukunft der Loreley-Bühne ging es bisher immer nur um Ulrich Lautenschläger gegen den Rest der Welt. Der Geschäftsführer des Pächters Loreley Venue Management liegt mit der Stadt St. Goarshausen im Clinch, weil er Baumängel geltend macht und die Pacht zurückhält. Der Fall ist längst vor Gericht. Aktuell hat die Stadt aber noch ein ganz anderes Problem. Sie hätte keine Lösung zur Hand, wenn sie gegen Lautenschläger gewinnen würde und ist auch nicht in der Lage, einen Vergleich zu schließen und den Pächter auszuzahlen. 2 mögliche Alternativen zu Lautenschläger sind laut SWR nacheinander gescheitert. Zunächst sollte die Buga-Gesellschaft einspringen und die Bühne übernehmen. Kurz vor der Vertragsunterzeichnung starb überraschend Buga-Geschäftsführer Berthold Stückle und der Loreley-Plan wurde auf Eis gelegt. Dann kam die Idee auf, die Verbandsgemeinde und ihre neue Touristik-Tochter in Boot zu holen. Dazu ließ VG-Bürgermeister Mike Weiland ein Gutachten erstellen. Es muss so desaströs ausgefallen sein, dass der Verbandsgemeinderst mit großer Mehrheit gegen eine Beteiligung votierte. Weiland selbst nennt die Absage die „einzig politisch und finanziell verantwortbare Entscheidung.“

Blick vom Rheinsteig auf die Loreley.

Blick vom Rheinsteig auf die Loreley. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Dominik Ketz

Der schwarze Peter ist jetzt bei der Stadt St. Goarsausen, der Eigentümerin  der Bühne. Wie es aussieht, muss sie den Konflikt jetzt allein ausfechten. Entscheind wird ein Gutachten zum Zustand der Bühne sein, das noch im Mai erwartet wird. Dann fällt das Oberlandesgericht Koblenz sein Urteil. Für St. Goarshausen könnten die Optionen wie Pest oder Cholera sein. Gewinnt Lautenschläger, wäre die Pacht futsch. Gewinnt die Stadt, stünde sie ohne Konzept und ohne Event-Partner da.

Für Stadtbürgermeister Nico Busch und seine Räte wird es schon jetzt ungemütlich. In der Lokalpresse hagelt es Kritik. VG-Chef Weiland kritisiert via Pressemitteilung die „finanzielle Erwartungshaltung der Stadt, die sich bislang nach wie vor finanziell schadlos halten will.“ Auch Buschs Parteifreund Karl-Heinz Lachmann, der SPD-Fraktionschef im Verbandsgemeinderat, spricht in der „RZ“ von einer „Katastrophe“. O-Ton  „Ich weiß nicht, ob sich die Stadt St. Goarshausen der Tragweite dieser Entscheidung bewusst ist und was sie für die Region wirtschaftlich und touristisch bedeutet.“  Busch kündigte gegenüber Mittelrheingold „Gespräche in den politischen Gremien der Stadt“ an. Er hat die Hoffnung auf eine gemeinsame Lösung noch nicht aufgegeben: „Wichtig ist der WIR-Gedanke: Die Bühne ist, wichtiger noch als für die Stadt, wichtig für die ganze Region.“ SWR, BEN-Kurier, Rhein-Zeitung (€), Mitteilung von Nico Busch 

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