Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Blick auf Bacharach. Foto: Henry Tornow

Schlagwort: St. Goarshausen Seite 1 von 38

St. Goarshausen behält die Bühne und St. Goar bekommt 115 Betten

In St. Goarshausen sind die Loreley-Rebellen Daniel Daum, Bernhard Roth und Harald Steil mit den meisten ihrer Forderungen am Stadtrat gescheitert. Das Kommunalparlament folgte 2 von 5 Punkten und beschloss ohne Gegenstimme, dass die Freilichtbühne auf der Loreley dauerhaft Eigentum der Stadt bleiben soll. Umstritten bleibt die Forderung, die Bilanzen des Bühnenpächters zu prüfen. Der Stadtrat verwarf das Bürgerbegehren, weil von den erforderlichen 90 Unterschriften 2 fehlten. Daum will die fehlenden Signaturen nachreichen und den Antrag erneut einbringen. Hintergrund ist der seit Jahren schwelende Streit um die Zukunft der Bühne. Der Stadtrat will den von Event-Manager Ulrich Lautenschläger vertretenen Pächter wegen ausstehender Zahlungen eigentlich loswerden, schließt aber eine Einigung nicht  aus. Daum, früher selbst im großen Stil im Event-Geschäft unterwegs und nach Rückschlägen in der Branche umstritten, hält einen kommunalen Neuanfang auf dem Plateau für alternativlos. Er befürchtet, dass sich die Stadt ausbooten lässt und alles an die Verbandsgemeinde Loreley abgibt. Eine dritte Fraktion in der Stadt verteidigt das bestehende Pachtverhältnis mit Lautenschlägers Loreley Venue GmbH. Rhein-Zeitung

St. Goarshausen im Herbst

St. Goarshausen im Herbst. Foto: Henry Tornow / Romantischer Rhein Tourismus

115 Betten für St. Goar

Gegenüber in St. Goar würden unter normalen Umständen die Sektkorken knallen. Die Jugendherberge ist für rund 6 Millionen Euro rundum saniert worden und endlich startklar zur Wiedereröffnung. Corona macht dem ohnehin schon gebeutelten Deutschen Jugendherbergswerk einen Strich durch die Rechnung. Jetzt hofft man auf 2021. Das generalüberholte Haus im Hang bietet 115 Betten in 31 Zimmern mit jeweils eigenen Duschbädern. Rhein-Zeitung

Jemand will eine Mauer bauen

Bahnlärm oder Blick auf die Mauer? Diese Frage stellt sich gerade u. a. in Trechtingshausen. Laut „AZ“ könnte entlang der Gleise eine bis zu 2 Meter hohe Schallschutzwand gebaut werden. Vorher will die Ortsgemeinde die Anwohner befragen. Allgemeine Zeitung

Ein Bagger auf Tauchstation

Glück im Unglück hatte gestern ein Baggerfahrer in Lorchhausen: Sein 15 Tonnen schweres Gefährt rutschte bei Rodungsarbeiten in der Böschung ab und landete im Rhein. Der Mann konnte sich unverletzt aus seiner gefluteten Kabine retten. Wiesbadener Kurier

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Offene Rechnungen in St. Goarshausen und Altlasten in Lorch

Auf den ersten Blick ist St. Gorshausen die Ruhe selbst. Im Städtchen gibt es noch nicht einmal Parteien, die streiten könnten. Der Stadtrat wurde ohne Listen nach reinem Mehrheitsprinzip gewählt und der aktuelle Bürgermeister kam mit traumhafte Ergebnis und ohne Gegenkandidaten ins Amt. Aber unter der friedlichen Oberfläche brodelt es schon lange. Die Kommune mit angeschlossener Loreley-Freilichtbühne (manche behaupten, es sei umgekehrt) produziert mehr Ex-Bürgermeister, Event-Experten und Leserbriefschreiber als anderswo üblich. Manche Konflikte reichen viele Jahre zurück. Gerade haben 3 Bürger, unter ihnen der frühere Bürgermeister Bernhard Roth, einen Antrag auf 5 (!) Bürgerbegehren gestellt. Dabei soll vor allem das Verhältnis zur Verbandsgemeinde Loreley aufgearbeitet werden. Die Initiatoren stören sich u. a. an einem Grundstücksverkauf aus dem Jahr 2018. Damals hatte die Stadt Flächen auf dem Loreley-Felsen an die Verbandsgemeinde übertragen – für einen viel zu geringen Preis, wie die Kritiker mutmaßen. Die Rede ist von „arglistiger Täuschung“. Außerdem soll St .Goarshausen die Miete für das Verwaltungsgebäude erhöhen, das von der VG genutzt wird. Aber das eigentliche Thema ist  – natürlich – die Freilichtbühne. Bürgerbegehren Nr. 4 soll sicherstellen, dass das Open-Air-Gelände nur von der Stadt verpachtet und vermarktet werden darf. Roth und sein Mitstreiter Daniel Daum – selbst Event-Profi – wollen verhindern, dass dieselbe Verbandsgemeinde dort die Kontrolle übernimmt, die bereits die Neugestaltung des Plateaus koordiniert. Daum strebt eine neue Lösung ohne VG und unbedingt  ohne den bisherigen Pächter an. Der wiederum wird von Sympathisanten in Stadt und der Umgebung unterstützt, während der Stadtrat ihn wegen ausstehender Zahlungen loswerden will. Das eigentliche Problem ist, dass wegen Corona niemand weiß, wie es mit der Event-Branche weitergeht und welche Veranstalter am Ende übrig bleiben.  Rhein-Zeitung

Blick auf St. Goarshausen. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Dominik Ketz

Blick auf St. Goarshausen. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Dominik Ketz

Lasten für Lorch

Apropos zerstrittene Stadt: Stromaufwärts in Lorch werden sich Bürgermeister Ivo Reßler und seine Stadtverordneten nicht einig. Reßler hat bei seinen Amtsantritt im Februar eine fast bankrotte Kommune vorgefunden. Er sieht drastische Steuererhöhungen als einzige Lösung. Kommunalparlament und Magistrat wollen nicht mitgehen, allerdings gibt es auch keine Alternatvvorschläge. Laut „Wiesbadener Kurier“ lasten 12,6 Millionen Euro Schulden auf Lorch. Wiesbadener Kurier

Corona in Kamp-Bornhofen

Im Bornhofener Seniorenheim Haus Marienberg ist das Corona-Virus ausgebrochen. Die „RZ“ berichtet von 13 infizierten Personen  – 8 Pflegekräfte und 5 Bewohner. Ein 96-Jähriger ist am Samstag gestorben. Das Haus bleibt vorerst für Besucher geschlossen. Rhein-Zeitung

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Verbautes in Boppard und neue Offenheit in St. Goarshausen

Die Generaldirektion Kulturelles Erbe ist in Rheinland-Pfalz für alles zuständig, was mit Geschichte zu tun hat. Die „GDKE“ mit Sitz auf der Festung Ehrenbreitstein verwaltet alle staatliche Burgen und Schlösser – darunter die Pfalz im Rhein und die Burg Sooneck -, kümmert sich landesweit um Denkmalpflege, betreibt Museen und ermöglicht archäologische Grabungen. Bopparder Bürger haben in den vergangenen Wochen große Hoffnungen auf die Superbehörde gesetzt. Sie wollten die Rheinanlagen unter Denkmalschutz stellen lassen und dadurch den umstrittenen Skaterpark  und weitere Eingriffe verhindern. Ein Denkmalschutz-Delegation der GDKE ist allerdings zu einem anderen Ergebnis gekommen. Das Bopparder Rheinufer sei in den vergangenen Jahrzehnten bereits zu stark  verändert worden, beschreibt die „RZ“ die Stellungnahme aus Koblenz. Nachkriegsbauten wie die Turnhalle des Kant-Gymnasiums und- O-Ton –  „wenige belanglose, vor allem nach 1970 errichtete, übergroß dimensionierte Bauwerke an der Stelle stolzer Vorgängerbauten“ hätten das historische Bild zerstört. Als vorbildlich gestaltet und denkmalwürdig lobt die Behörde dagegen die Rheinanlagen in Bacharach und das Binger Kulturufer. Die Denkmalschutz-Initiative in Boppard war vom dortigen Geschichtsverein ausgegangen. Er kritisiert, dass die Stadt mit Einzelmaßnahmen am Areal herumdoktert, statt einem Masterplan für das ganze Gelände zu folgen. Rhein-Zeitung

Abenddämmerung über Boppard - nicht die beste Zeit, um im Rhein schwimmen zu gehen. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Friedrich Gier.

Abenddämmerung über Boppard. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Friedrich Gier.

Neue Offenheit in St. Goarshausen

Ein wegen Baufälligkeit gesperrter und mit Brettern vernagelter Zugang zur Altstadt symbolisierte in St. Goarshausen jahrelang den Niedergang einer Kommune. Jetzt ist die psychologisch wichtige Gasse wieder geöffnet. Ein neuer Eigentümer kümmert sich um die einsturzgefährdete Immobilie am Wegrand und einigte sich mit  Stadtbürgermeister Nico Busch auf freien Durchgang. Rhein-Zeitung

Krach in Kestert

Wer wissen will, wie kompliziert das Thema Bahnlärm ist, muss nach Kestert kommen. In der Rheingemeinde zwischen Wellmich und Kamp-Bornhofen ärgern sich Anwohner über brachiale Maßnahmen der Bahn. Sie will einigen von ihnen bis zu 3 Meter hohe Schutzwände vor die Fenster stellen. Die Alternative lautet Bahnlärm ertragen oder vor die Wand gucken. Rhein-Zeitung

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