Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Schlagwort: St. Goarshausen Seite 1 von 49

Loreley-Bühne: Man weiß nicht, was soll es bedeuten

Im Streit über die Zukunft der Loreley-Bühne ging es bisher immer nur um Ulrich Lautenschläger gegen den Rest der Welt. Der Geschäftsführer des Pächters Loreley Venue Management liegt mit der Stadt St. Goarshausen im Clinch, weil er Baumängel geltend macht und die Pacht zurückhält. Der Fall ist längst vor Gericht. Aktuell hat die Stadt aber noch ein ganz anderes Problem. Sie hätte keine Lösung zur Hand, wenn sie gegen Lautenschläger gewinnen würde und ist auch nicht in der Lage, einen Vergleich zu schließen und den Pächter auszuzahlen. 2 mögliche Alternativen zu Lautenschläger sind laut SWR nacheinander gescheitert. Zunächst sollte die Buga-Gesellschaft einspringen und die Bühne übernehmen. Kurz vor der Vertragsunterzeichnung starb überraschend Buga-Geschäftsführer Berthold Stückle und der Loreley-Plan wurde auf Eis gelegt. Dann kam die Idee auf, die Verbandsgemeinde und ihre neue Touristik-Tochter in Boot zu holen. Dazu ließ VG-Bürgermeister Mike Weiland ein Gutachten erstellen. Es muss so desaströs ausgefallen sein, dass der Verbandsgemeinderst mit großer Mehrheit gegen eine Beteiligung votierte. Weiland selbst nennt die Absage die „einzig politisch und finanziell verantwortbare Entscheidung.“

Blick vom Rheinsteig auf die Loreley.

Blick vom Rheinsteig auf die Loreley. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Dominik Ketz

Der schwarze Peter ist jetzt bei der Stadt St. Goarsausen, der Eigentümerin  der Bühne. Wie es aussieht, muss sie den Konflikt jetzt allein ausfechten. Entscheind wird ein Gutachten zum Zustand der Bühne sein, das noch im Mai erwartet wird. Dann fällt das Oberlandesgericht Koblenz sein Urteil. Für St. Goarshausen könnten die Optionen wie Pest oder Cholera sein. Gewinnt Lautenschläger, wäre die Pacht futsch. Gewinnt die Stadt, stünde sie ohne Konzept und ohne Event-Partner da.

Für Stadtbürgermeister Nico Busch und seine Räte wird es schon jetzt ungemütlich. In der Lokalpresse hagelt es Kritik. VG-Chef Weiland kritisiert via Pressemitteilung die „finanzielle Erwartungshaltung der Stadt, die sich bislang nach wie vor finanziell schadlos halten will.“ Auch Buschs Parteifreund Karl-Heinz Lachmann, der SPD-Fraktionschef im Verbandsgemeinderat, spricht in der „RZ“ von einer „Katastrophe“. O-Ton  „Ich weiß nicht, ob sich die Stadt St. Goarshausen der Tragweite dieser Entscheidung bewusst ist und was sie für die Region wirtschaftlich und touristisch bedeutet.“  Busch kündigte gegenüber Mittelrheingold „Gespräche in den politischen Gremien der Stadt“ an. Er hat die Hoffnung auf eine gemeinsame Lösung noch nicht aufgegeben: „Wichtig ist der WIR-Gedanke: Die Bühne ist, wichtiger noch als für die Stadt, wichtig für die ganze Region.“ SWR, BEN-Kurier, Rhein-Zeitung (€), Mitteilung von Nico Busch 

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Imagepflege in Rüdesheim und Geduldsprobe in Lorch

Zu schwammig, zu uninspiriert und manchmal auch zu billig: So lautet das Urteil der Münchner Beratungsfirma Project M über das Image von Rüdesheim. In einer Analyse für die Rüdesheim Tourist AG fordern die Experten mehr Konzentration auf das Kernthema „Lebensfreude am Rhein“. Als wichtigste Zielgruppe hat Projekt-M-Chef Cornelius Obier die genußfreudige Mittelklasse ausgemacht, oder wie es im Marketing-Sprech heißt: „Das postmaterielle Milieu an der Schnittstelle zur adaptiv-pragmatischen Mitte“. Die neue Rüdesheim-Vision soll nicht nur den Neustart nach Corona erleichtern. Laut Obier liegen die Probleme tiefer. Schon vor der Pandemie habe sich der Tourismus in Stadt deutlich schwächer entwickelt als im Landesdurchschnitt, heißt es. Wer die neue Strategie umsetzt, ist noch unklar. Rüdesheim ist seit dem Jahreswechsel ohne hauptamtlichen Tourismuschef. Laut „FAZ“ könnte sich das Intermezzo noch bis Herbst hinziehen. Rüdesheim konkurriert bei der Job-Ausschreibung mit dem gegenüberliegenden Bingen. Nach dem überraschenden Abgang von Marketingprofi Heiner Schiemann sucht man auch dort nach einem neuen Touristik-Manager. Frankfurter Allgemeine Zeitung [€), Wiesbadener Kurier (€)

Blick auf Rüdesheim. Foto: Frank Gallas / Romantischer Rhein Tourismus

Last Exit Lorch

Die B 42 bleibt zwischen Lorch und Assmannshausen mindestens 2 Wochen länger gesperrt. Wegen des zwischenzeitlich gestiegenen Rheinpegels konnte eine unterspülte Ufermauer nicht wie geplant saniert werden, heißt es. Der rechtsrheinische Baustellen-Horror zieht sich ohnehin schon in die Länge. 2021 hatte Hochwasser die damalige Baustelle geflutet und Teile der gerade erneuerten Befestigung ruiniert. Eigentlich sollten die Ausbesserungsarbeiten bis Ende Mai abgeschlossen sein, jetzt plant der zuständige Landesbetrieb „Hessen Mobil“ mit Mitte Juni. Die ständigen Baustellen schneiden Lorch vom Rheingau ab und nerven die ganze rechte Rheinseite. Wiesbadener Kurier (€)

10.000 Euro für ein Fahrrad-Stellplatz

Am Binger Hauptbahnhof laufen die Kosten für das Fahrrad-Parkhaus aus dem Ruder. Rund 250.00 Euro waren geplant, jetzt rechnet der schockierte Bauausschuss mit 844.000 Euro. Das wären über 10.000 Euro pro Stellplatz. Schuld ist angeblich die Bahn. Weil die Baufirmen ihr Material nicht über das Bahnhofsgelände transportieren dürften, seien aufwendige Umwege und Behelfskonstruktionen nötig, heißt es. Allgemeine Zeitung (€)

Heile Welt in Heide

St. Goarshausen-Heide zeigt eine hässliche Seite. Eine Gruppe besorgter Bürger wehrt sich laut „Rhein-Zeitung“ gegen Pläne für eine Jugendhilfereinrichtung im ehemaligen Hotel Christian. Der Stadtteil in der Nähe der Loreley müsse ein „Ort der Glückseligkeit“ bleiben, zitiert die „RZ“ aus einem Brief aufgeregter Einwohner. Es dürfe nicht sein, dass „Eltern Angst um ihre Töchter und Söhne haben“ und „hohe Zäune“ mit Alarmanlagen nötig werden. Tatsächlich besteht wenig Grund zur Panik: Im Hotelgebäude sollen maximal 10 z. T. elternlose Kinder und Jugendliche betreut werden, die dort freiwillig leben. Rhein-Zeitung (€)

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43 Prozent Flaschenhals und 30 Jahre Jazz made in St. Goarshausen

Zwischen Kaub und Lorch liegt eine Landesgrenze, aber beide Städte verbindet der Rhein und die gemeinsame Geschichte im legendären „Freistaat Flaschenhals“. Neueste Gemeinsamkeit ist der „Free State Bottleneck Gin“, eine 43-Prozent.Spirituose aus Kauber Felsenwasser, destilliert im Lorcher Wispertal. Hinter dem Projekt steht ein ungewöhnliches Gespann: Der Lorcher Unternehmer Raik Schrumpf („Kältetechnik Schrumpf“) und Gewerkschaftsfunktionär Michael Holdinghausen (Verdi). Für beide ist es ein Hobby. „Leben können wir davon nicht“, zitiert sie die „RZ“. Den Freistaat-Flaschenhals-Gin gibt es in der Lorcher Tourist-Info. Die Halbliter-Flasche kostet 37,50 Euro. Den ersten Mittelrhein-Gin brachten die Brüder Wanning 2018 unter der Marke „Marke „Loredry“ auf den Markt. Er wird unweit von Kaub in der Destillerie von Heinz-Uwe Fetz produziert.  Rhein-Zeitung (€), Facebook (Stadt Lorch)

Blick auf Lorch. Foto: Jessica Blau / Rheinga-Taunus Kultur und Tourismus GmbH

Blick auf Lorch. Foto: Jessica Blau / Rheinga-Taunus Kultur und Tourismus GmbH

30 Jahre Big Band

Vor 30 Jahren gründete Musiklehrer Frank Reichert „Coming Up“, die Big Band des Gymnasiums St. Goarshausen. Reichert leitet sie noch heute und bringt immer wieder aktuelle Schüler und Ehemalige aus ganz Deutschland zusammen. Zum 30. Geburtstag von „Coming Up“ ist die Loreley-Freilichtbühne gerade gut genug. Als Ehrengast tritt Musiker und Kabarettist Lars Reichow auf. Die Party steigt am 29. Mai. Coming Up (Website der Band)

Plakat Coming Up

Ab auf die Loreley

Apropos Loreley: Der SWR gibt Ausflugstipps für das Osterwochenende in Rheinland-Pfalz. Am Oberen Mittelrhein empfiehlt der Sender das Ritter-Turnier auf der Loreley und die Bopparder Sesselbahn zum Vierseenblick. SWR

Oldie but Goldie

Heute aus den Tiefen der ARD-Mediathek aufgetaucht: 2016 kam SWR-Kochreporterin Susanne Nett nach Bacharach und suchte das Rezept für den „Steeger Hinkelsdreck“. Was sie fand, waren hilfsbereite Bacharacher Originale, darunter den einzigartigen Udo Borniger. Am Ende landete sie bei Heiner Mades in der Küche, dem Bacharacher Bonvivant, Bacchus und letzten „Gelen“. aus der jahrhundertealten Mades-Dynastie. Das Video ist zwar 6 Jahre alt, aber ein Evergreen. SWR

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