Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Autor: Frank Zimmer Seite 1 von 270

Dr. Frank Zimmer ist Journalist und digitaler Medienmacher. Er studierte Geschichte in Mainz und Köln, schrieb mehrere Bücher und war viele Jahre Leitender Redakteur im Süddeutschen Verlag. 2018 gründete er das Blog Mittelrheingold.

Der Mittelrhein-Strand als Problemzone

Das Welterbe-Tal hat zwar Strände, aber keinen Plan dafür. Baden wird nicht gern gesehen, weil der der Fluss auch in Ufernähe unberechenbar ist. Es gibt aber weder ein generelles Verbot noch durchgängige Warnhinweise oder ein anderes Informationskonzept. Diffus ist auch das Verhältnis zu chillenden und grillenden Ausflüglern. Geregelt ist wenig, geparkt wird wild, und die Müllentsorgung bleibt dem Zufall überlassen. Das liegt vor allem daran, dass die Mittelrhein-Kommunen am Strand wenig zu melden haben: Der Rhein und der unmittelbare Uferbereich gehören nicht ihnen, sondern der Bundesrepublik Deutschland, und die interessiert hier vor allem der reibungslose Schiffsverkehr. Vor allem in Trechtingshausen sorgt das anarchische Strandleben gerade für Ärger. Laut „AZ“ blockieren immer mehr Tagesurlauber aus dem Rhein-Main-Gebiet und aus dem Raum Bad Kreuznach mit ihren Autos den Ortskern und hinterlassen am Ufer Berge von Müll. Allgemeine Zeitung

Blick auf Lorchhausen, 2015.

Chillen mit Blick auf Lorchhausen: Neben Trechtingshausen ist auch das Ufergelände zwischen Bacharach und Rheindiebach beliebt.

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#stgoar #oberwesel

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Ausverkauf in Bingen und der Super-Bäcker von Rüdesheim

Der Binger Einzelhandel wirkte schon vor Corona angeschlagen. Lockdown und Rekord-Rezession haben die Krise  nochmals verschärft. Laut „AZ“ steht u. a. der Elektrohändler Lotz vor dem Aus. Das Geschäft in der Gaustraße schließt voraussichtlich am 12. September. Der Ausverkauf läuft schon. Im Herbst könnte es noch schlimmer kommen. Dann enden die Sonderregelungen, die eine erste Corona-Pleitewelle verzögern sollten, und das klassische Insolvenzrecht greift wieder. Überschuldeten und zahlungsunfähigen Unternehmen bleibt dann nur noch der Weg zum Amtsgericht. Experten befürchten, dass deutschlandweit 20 bis 30 Prozent aller Läden auf der Strecke bleiben. Allgemeine Zeitung

Blick auf Bingen, 2020. Foto: Frank Zimmer

Blick auf Bingen, 2020. Foto: Frank Zimmer

Hessens Bäcker Nr. 1 kommt aus Rüdesheim

Die Familie von Stefan und Martin Dries versorgt Rüdesheim seit über 100 Jahren mit Brot und warmen Semmeln. Ihr Betrieb ist mehrmals von Feinschmecker-Magazinen prämiert worden. Die jüngste Auszeichnung haben die Leser der Gourmet-Zeitschrift „Falstaff“ vergeben. Demnach ist Dries die beliebteste Bäckerei Hessens. Dries betreibt im  Rheingau mehrere Filialen, u.a. in Lorch. Merkurist, baecker-dries.de

Die glücklichen Kühe von Oberheimbach

Apropos gutes Essen: Die „AZ“ berichtet in ihrer Wochenendausgabe über den Bio-Hof der Familie Moller-Racke in Oberheimbach. Zwischen Rhein und Hunsrück hält die promovierte Agrar-Ingenieurin Astrid Moller-Racke 40 Rinder, dazu kommt das Wild aus der familieneigenen Jagdrevier. Das Fleisch wird direkt ab Hof oder via Internet vermarktet. Die Familie lebt seit 1992 auf dem so genannten Forsthof und bewirtschaftet dort fast 1000 Hektar. Früher verdiente sie ihr Geld mit Hochprozentigem: Zum mittlerweile untergegangenen Getränke-Imperium Racke in Bingen gehörten Marken wie „Amselfelder“, „Dujardin“ und „Kupferberg Gold“. Allgemeine Zeitung, forsthof-oberheimbach.de

Der Buga-Zug fährt an

Die „RZ“ berichtet über die Mittelrhein-Reise der rheinland-pfälzischen Buga-Beauftragten Nicole Steingaß. Demnach gibt es in u.a. in Bacharach schon konkrete Ideen für die Bundesgartenschau. So könnte am alten Strandbad ein Wassersportpark entstehen. Die Bahn verspricht unterdessen komfortablere Verkehrszeiten. Auf der rechten Rheinseite etwa soll Kaub besser angebunden werden. Am 21. August startet dort ein zusätzlicher Abend-Zug von und nach Koblenz. Der neue Bürgermeister der Verbandsgemeinde Loreley Mike Weiland will den Buga-Boom für ein neues Bahn-Konzept mit starker regionaler Marke nutzen. Dann sollen Reisende nicht einfach in einen 08/15-Zug einsteigen, sondern in den unverkennbaren „Loreley-Express“.  Rhein-Zeitung (Steingaß-Reise), Rhein-Zeitung (Loreley-Express)

Ein Besuch im mittelrheinischen Neapel

Wohnen im Kloster mag für gestresste Großstadt-Manager der letzte Schrei sein. In Oberwesel gehört das längst zum Alltag. Dort leben Menschen wie Bärbel Link auf dem Gelände des früheren Minoriten-Klosters. Der Radiosender SWR 2 hat sie dort besucht und fühlte sich an eine mediterrane Altstadt erinnert. SWR 2 (Audio)

Mittelrheiner der Woche: Klaus Collerius

Der Verwalter der Burg Sooneck ist seit 17 Jahren im Amt und kennt dort jeden Stein und jede Fuge. 2021 ist für ihn Schluss, denn das Land Rheinland-Pfalz will Sooneck verpachten, vermutlich an Marco Hecher von Burg Rheinstein. Für Collerius gibt es bei der staatlichen Burgen- und Schlösserverwaltung einen anderen Arbeitsplatz. Die frühere Burgenbloggerin Mareike Knevels hat Collerius porträtiert. burgenblogger.de

Die Burg und ihr Verwalter

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#rhein #mittelrheintal #mittelrhein #schiffe

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Jetzt wird’s brandgefährlich

Am Mittelrhein wird das Wochenende heißer als in Sizilien. Die Wetterportale prognostizieren für Bacharach bis zu 37 Grad im Schatten. Palermo schafft das nicht. Selbst das nordafrikanische Tunis kommt nicht ganz an die Bullenhitze in Bingen oder Boppard heran. In Lorch stößt bereits die Wasserversorgung an ihre Grenzen. Die Stadtverwaltung bittet darum, keine Grünflächen mehr zu bewässern und Schwimmbecken nicht mehr nachzufüllen. In der benachbarten Verbandsgemeinde Loreley denkt man über ähnliche Maßnahmen nach. Hier könnte aus der bloßen Empfehlung auch eine behördliche Verfügung werden. In Bingen und in der Verbandsgemeinde Rhein-Nahe stellt man sich auf Waldbrände ein. VG-Wehrleiter Markus Heidrich  (im Hauptjob Winzer in Bacharach) sieht den Mittelrhein im Vergleich zu Spanien oder ostdeutschen Regionen  im Vorteil: „Wir haben ein gut gepflegtes und kilometerlanges Wegenetz für schnelle Erreichbarkeit“, zitiert ihn die „AZ“. Im Binger Wald gibt es für den Ernstfall Löschteiche und  unterirdische Wassertanks. Für Hubschrauber sind Landeplätze vorbereitet. In Hitzejahren wie 1976 und 2003 wurden rund um die Uhr Brandwachen auf dem Salzkopfturm postiert. Diesmal können die Feuerwehren Drohnen einsetzen, die Brandherde an entlegenen Stellen aufspüren. Neben Hitze und Trockenheit gibt es ein weiteres Risiko: Brandstiftung. In Boppard ermittelt die Polizei gerade wegen eines Feuers auf dem kommunalen Grünschnittplatz. Wiesbadener Kurier (Lorch), Allgemeine Zeitung (Binger Wald), Rhein-Zeitung (Boppard)

Niedrigwasser bei Oberwesel. Foto: Petra Dittmann.

Niedrigwasser bei Oberwesel 2018. Foto: Petra Dittmann.

Cheers in Bornich

Auch wenn am Mittelrhein das Wasser ausgeht: Wein ist noch genug da. Im rechtsrheinischen Höhenort Bornich wird sogar über den Atlantik hinweg vermarktet. Dort organisierte die Landesinitiative „55-plus-minus“ eine digitale Weinprobe für Oldies. Eine der 51 Teilnehmer wählte sich in New York ein. Die amtierende „Loreley“ Marie Dillenburger moderierte. Rhein-Zeitung, i55plusminus.de (Website der Initiative)

Die Buga-Beauftragte auf Mittelrhein-Tour

Nicole Steingaß ist Staatsssekretärin im rheinland-pfälzischen Innenministerium und Beauftragte der Landesregierung für die Bundesgartenschau 2029. Diese Woche war sie im Tal unterwegs und besichtigte u. a. die potenziellen Buga-Hotspots Bacharach, Kaub, Schloss Stolzenfels („Das preußische Neuschwanstein“) und natürlich die Loreley. Rheinland-Pfalz unterstützt die Bundesgartenschau mit 48,6 Millionen Euro. ffh.de

Oberwesel bittet wieder zur Tafel

Nach 5 Monaten Corona-Pause eröffnet die Oberweseler Tafel wieder. Rund 100 Menschen in 40 Haushalten nutzen das Angebot. Sie werden mit gespendeten Lebensmitteln aus Supermärkten und Bäckereien versorgt. Voraussetzung ist, dass sie ihre Bedürftigkeit nachweisen. Das geschieht entweder durch eine Bestätigung des Jobcenters oder die Rentenbescheinigung. Die Oberweseler Tafel wurde 13 Jahre lang von Judith Terhag organisiert. Jetzt übernimmt  Monika Seckler- Böhres. Freiwillge Helfer sind immer willkommen. Rhein-Zeitung, rhk-tafel.de

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