Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Autor: Frank Zimmer Seite 1 von 256

Dr. Frank Zimmer ist Journalist und digitaler Medienmacher. Er studierte Geschichte in Mainz und Köln, schrieb mehrere Bücher und war viele Jahre Leitender Redakteur im Süddeutschen Verlag. 2018 gründete er das Blog Mittelrheingold.

Eine Wein-Botschafterin in Bacharach und der Brücken-Fan Nr. 1 in Kestert

Die Bacharacherin Anne Kauer ist eine der Hoffnungsträgerinnen am Mittelrhein. Wo andere das Weite suchen, baut sie neu auf. Sie hat das Weingut ihres Vaters Randolph übernommen und entwickelt den Nebenerwerbsbetrieb mit viel Engagement und guten Event-Ideen weiter zum Fulltime-Familienunternehmen. Als Vorstandsmitglied der Mittelrhein-Weinwerbung trommelt sie für das ganze Anbaugebiet. Gerade ist ein Podcast des Radiosenders RPR1 mit ihr erschienen. Dort spricht sie mit Moderator und Wein-Experte Andreas Kunze über Besonderheiten und Herausforderungen im Welterbe-Tal. RPR1 (Audio), mittelrhein.com (Weinwerbung)

Anne Kauer mit Vater Randolph am Bacharacher Schlossberg.

Anne Kauer mit Vater Randolph am Bacharacher Schlossberg.

Ein Bekenntnis zur Brücke

„Im Land daheim“ heißt ein Besuchsprogramm, bei dem Ministerpräsidentin Malu Dreyer kleinere Gemeinden in Rheinland-Pfalz besucht. Vergangene Woche war das rechtsrheinische Kestert an der Reihe. Dreyer wurde dort auf die Mittelrheinbrücke angesprochen und gab laut „RZ“ eine klare Antwort: „Wir wollen diese Brücke und setzen alles daran, dass sie kommt.“ Das Thema dürfte im kommenden Jahr auch im Wahlkampf hochkochen: Im März 2021 wählen die Rheinland-Pfälzer einen neuen Landtag. Rhein-Zeitung

Koblenz geht wieder in die Luft

Wer den Rhein auf besonders luftige Weise überqueren will, kann das ab 11. Juni wieder täglich tun: Die Seilbahn zur Festung Ehrenbreitstein hat ihre Corona-Pause beendet und nähert sich dem Regelbetrieb. Allerdings herrscht Maskenpflicht. t-online, seilbahn-koblenz.de

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Fotograf und Fährmann

Das Arbeitsleben von Klaus Hammerl spielt sich an einem einzigen Rheinkilometer ab. Seine Familie betreibt seit Jahrhunderten die Fähre zwischen St. Goar und St. Goarshausen. Aber Hammerls Blick geht darüber hinaus. Er ist leidenschaftlicher Fotograf und jeden Tag fasziniert von der Landschaft und ihrem Licht. Das SWR-Fernsehen zeigt einen Foto-Streifzug mit Hammerl über die Höhen bei St. Goarshausen. In seinem eigentlichen Job hat der Fährmann schwere Wochen hinter sich: Während des Lockdowns brach der Umsatz um 80 Prozent ein. SWR (Video), faehre-loreey.de

Die Loreley-Fähre vor der Kirche von St .Goarhausen. Foto: Fähre Loreley GmbH & Co. KG

Die „Süddeutsche Zeitung“ entdeckt den Mittelrhein

Urlaub im eigenen Land ist das große Tourismus-Thema 2020. Die „Südeutsche Zeitung“ hat sich klassische Reiseziele in Deutschland vorgenommen, allen voran den Mittelrhein. „SZ“-Redakteur Joachim Käppner beschreibt den Niedergang und das Comeback der Region mit drastischen Worten: „Als Massen auf Schnellstraßen in Bussen herangekarrt und in Plastikfachwerkstuben mit nassgezuckerter Plörre abgefüllt wurden, da war es am Rhein gar nicht mehr so schön wie im alten Lied. Ein Glück: In jüngster Zeit gibt es viele tapfere, 2002 mit dem Status des Weltkulturerbes geadelte Versuche, die verlorene Seele zurückzufinden.“ Süddeutsche Zeitung

Ein Urwald für Lorch

Kaum eine Mittelrhein-Gemeinde ist so abgebrannt wie Lorch. Die klamme Kommune ist nicht nur die westlichste Stadt Hessens, sondern demnächst wohl auch die mit der höchsten Grundsteuer, anders weiß man sich nicht mehr zu helfen. Ausgerechnet der städtische Wald bietet jetzt einen kleinen Lichtblick: Ein Naturschutzprojekt der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt sieht auf 1100 Hektar schwer zugänglichen Flächen eine Art Urwald vor. Die Stadt bekäme für das ohnehin unrentable Stück jährliche Ausgleichszahlungen in Millionenhöhe kassieren. Für Wanderer wäre das Areal weiterhin zugänglich. Wiesbadener Kurier

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Die Burgen am Oberen Mittelrhein # 9 Burg Maus in Wellmich Auf einer Felsnase über den Weinbergen ragt die Burg Maus über das Rheintal und den Ortsteil Wellmich. Die Burg sollte der Sicherung der rechtsrheinischen Besitzungen Triers gegen die Herren von Katzenelnbogen mit ihrer linksrheinischen Festung Rheinfels dienen. Wohl als Gegenmaßnahme errichteten die mächtigen Grafen wenige Kilometer stromaufwärts daraufhin die Burg „Neu-Katzenelnbogen“ später kurz „Katz“ genannt und so wurde die Wellmicher Burg im Volksmund scherzhaft zur „Maus“ umbenannt, denn: Die Katz frisst die Maus! Die Burg ist heute in Privatbesitz und öffnet nur für standesamtliche Trauungen und besondere Veranstaltungen ihre Tore. Auch wenn man die Maus nicht besichtigen kann, so hat man zumindest vom Rheinsteig aus einen grandiosen Blick auf die Burg, Wellmich und das Rheintal. #wennrausdannrhein © @mahlowmedia

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Ein kleines Buga-Jubiläum und die Burg der freundlichen Brüder

Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) erinnert an 5 Jahre Buga-Vision. Aus der Idee ist längst ein Projekt geworden. Seit 2 Jahren steht fest, dass die Bundesgartenschau 2029 an den Mittelrhein kommt. Sie soll genau wie die Buga in Koblenz und die Landesgartenschau in Bingen weit über das eigentliche Event hinausreichen und die Entwicklung der Region vorantreiben. Im dpa-Artikel erklären u.a. RLP-Innenminister Roger Lewentz und Buga-Stratege Rainer Zeimentz den großen Plan. Der Text dürfte in den kommenden Tagen in vielen deutschen Zeitungen erscheinen. Die dpa beliefert Verlage bundesweit mit journalistischen Inhalten.

Roger Lewentz und Rainer Zeimentz (l.) schieben die Buga an. Foto: Innenministerium RLP

Roger Lewentz und Rainer Zeimentz (l.) schieben die Buga an. Foto: Innenministerium RLP

Die Burg der freundlichen Brüder

Es gibt fast nichts, was die Schönburg über Oberwesel in den letzten 900 Jahren nicht erlebt hätte – inklusive Mord im Mittelalter (Täter war natürlich ein Bacharacher), Zerstörung durch die Franzosen und Wiederaufbau durch einen Millionär aus Amerika. Corona ist nur ein weiteres Kapitel in einer langen Geschichte. Die heutige Inhaberfamilie Hüttl hat nach dem Lockdown ihr 4-Sterne-Hotel wiedereröffnet, eines der besten Betriebe am Mittelrhein. Der SWR hat die Brüder Johann und Hermann Hüttl auf der Burg besucht. Im Video geht es u.a. um die klare Arbeitsteilung hoch über Oberwesel: Hermann kümmert sich um die Hotellerie, Johann um das Restaurant. Eigentlich wollten die Hüttls in diesem Jahr nochmals kräftig investieren und erweitern, aber die Krise hat sie vorsichtiger werden lassen. Das neue Burg-Bistro wird in diesem Jahr trotzdem eröffnet. SWR (Video)

105 Jahre Oberwesel

Apropos Oberwesel: Die Stadt hat das Zeug zum Gesundbrunnen, denn laut „RZ“ wohnt hier die älteste Einwohnerin des gesamten Rhein-Hunsrück-Kreises. Anneliese Thorn wurde gestern 105 (!) Jahre alt. Als sie 1915 in Oberwesel geboren wurde, regierte in Deutschland noch Wilhelm II. und in Österreich-Ungarn Kaiser Franz Joseph. Thorn versorgt ihren Haushalt und ihren Garten, läuft jeden Tag mindestens 2 Kilometer zum Einkaufen und regelt auch sonst noch alles selbst. Ihr Motto: „Nicht ruhen und immer viel arbeiten und sich bewegen“. Konfessionell ist sie allerdings eine eher untypische alte Oberweselerin: Thorn ist evangelisch und gehört damit seit jeher zu einer Minderheit im tief katholischen Ort. In ihrer Jugend hatten die Gegensätze zwischen den Konfessionen noch einen Hauch von Nordirland. Im mehrheitlich protestantischen Bacharach etwa hatte jede Konfession ihre eigene Schule, ihren eigenen Arzt und bevorzugte ihre eigenen Handwerker. Heute gibt es noch nicht einmal überall eigene Pfarrer. Laut „Wiesbadener Kurier“ sind allein auf der rechten Rheinseite 3 evangelische Pfarrstellen unbesetzt.  Rhein-Zeitung (Anneliese Thorn), Wiesbadener Kurier (Pfarrstellen rund um Kaub und Lorch)

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