Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Autor: Frank Zimmer Seite 1 von 305

Dr. Frank Zimmer ist Journalist und digitaler Medienmacher. Er studierte Geschichte in Mainz und Köln, schrieb mehrere Bücher und war viele Jahre Leitender Redakteur im Süddeutschen Verlag. 2018 gründete er das Blog Mittelrheingold.

Schule frei in Assmannshausen und der Traum von Knatter-Wochenende

Es ist nicht gerade klassische Rheinromantik, was im Rüdesheimer Stadtteil Assmannshausen demnächst zum Verkauf stehen soll. Aber eines der markantesten Gebäude des Ortes und ein Fest für 60er-Jahre-Fans: Die frühere Schule hoch über dem historischen Ortskern. Der leerstehende Flachdach-Bau ist momentan noch im Besitz des Rheingau-Taunus-Kreises. Der will ihn allerdings liebend gerne an die Stadt Rüdesheim loswerden. 2018 scheiterte die Transaktion u. a. noch an der Frage, wem die 2000 Liter Heizöl gehören, die noch im Keller gebunkert waren. Der 2019 gewählte Bürgermeister Klaus Zapp und sein Magistrat haben mittlerweile alle wesentlichen Dinge geklärt. Demnach wäre es auch möglich, das Gebäude mit einem Mix aus Gewerbe und Wohnen zu nutzen. Der Plan ist, die Immobilie zu übernehmen und an einen geeigneten Investor weiterverkaufen. Der müsste allerdings auch nach dem Deal noch tief in die Tasche greifen. Schon 2012 wurde der Sanierungsaufwand auf 1,4 Millionen Euro taxiert. 9 Jahre Leerstand später dürfte sich die Summe nochmals deutlich erhöhen. In Assmannshausen selbst hoffte man zuletzt, dass die Rüdesheimer Jugendherberge einsteigen könnte. Das Jugendherbergswerk hat allerdings abgewunken. Eine Nutzung als Hotel ist trotzdem nicht ausgeschlossen. Einer Studie zufolge braucht das Tal spätestens zur Bundesgartenschau 2029 deutlich mehr zeitgemäße Hotels mit mehreren 1000 neuen Betten. Wiesbadener Kurier

Assmannshausen mit der alten Schule (links im Bild). Foto: Jörg Thamer / Rheingau Tourismus

Assmannshausen mit der alten Schule (links oben im Bild). Foto: Jörg Thamer / Rheingau Tourismus

Ein Ausblick auf die Rheingau-Saison

Apropos Rüdesheim. Der „Wiesbadener Kurier“ hat recherchiert, welche Groß-Events im Rheingau 2021 realistisch sind. Nichts Genaues weiß man, aber die „Schlemmerwochen“ ab dem 23. April könnten unter Auflagen auch bei einem Lockdown bis Ostern klappen. Hoffnungsvoll sind auch die Macher von „Magic Bike“ in Rüdesheim. Das Knatter-Wochenende findet am ersten Juni-Wochenende unter freiem Himmel statt. 2020 war die Motorrad-Show allerdings wegen Corona abgesagt worden. Wiesbadener Kurier

Hildegard und der heilige Zorn

Die misslungene „Operation Hildegard“ sorgt in Bingen für Ärger. Eigentlich wollte die Stadt gemeinsam mit dem Kreis Mainz-Bingen die so genannte „Villa Herter“ in Bingerbrück kaufen. Dort, auf dem Gelände des früheren Hildegard-Klosters, sollte das gemeinsames Archiv untergebracht werden. Der von der Binger Lokalpresse gefeierte Deal scheiterte am kleinen Einmaleins der Immobilienwirtschaft. Ein Gutachten ergab, dass das Haus nicht annähend die Million wert ist, die der Eigentümer von Stadt und Kreis haben wollte. Jetzt werfen SPD und Grüne Oberbürgermeister Thomas Feser vor, er habe den Gutachter ohne Not angeschaltet. Man hätte den überhöhten Preis einfach akzeptieren und die Hälfte davon vom Kreis zahlen lassen sollen. Feser argumentiert mit Sorgfaltspflicht. Die Standpunkte überraschen: Ursprünglich wollte Feser die Villa auf Biegen und Brechen („Ich ziehe das durch“). Dort sollte neben dem Archiv auch eine multimediale Erinnerungsstätte für Hildegard entstehen. Allgemeine Zeitung

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Boppard bleibt

Vor Jahren prophezeiten Demografen einen spürbaren Bevölkerungsrückgang in Boppard. Die Einwohnerzahl könnte unter die 16.000er Marke fallen, hieß es laut „Rhein-Zeitung“. Zum Glück kam es anders. In den vergangenen Jahren ist die Stadt sogar gewachsen. Zuletzt gab es zwar wieder einen leichten Knick – Ende 2020 lebten 27 Menschen weniger in der Stadt als ein Jahr zuvor -, aber mit 16.088 Einwohnern liegt die aktuelle Einwohnerzahl höher als 2017. Schon damals wunderte sich die Lokalpresse über den unerwarteten Boppard-Boom, der u. a. auf besonders viele Geburten zurückging. Nach den aktuellen Zahlen der Stadtverwaltung wuchs die Bevölkerung 2020 in den Stadtteilen Bad Salzig (+ 30), Herschwiesen (+ 26) und Udenhausen (+3). Den größten Rückgang verzeichnete Buchholz (- 46). Sorgen macht auch Hirzenach, wo weniger als 13 Prozent der Einwohner unter 20 Jahre sind. (Bad Salzig: 16,1 Prozent). Der Anteil der über 59-Jährigen liegt in Hirzenach bei rund 46 Prozent.  Mitteilung der Stadt Boppard

Boppard-Foto von Henry Tornow. / Romantischer Rhein

Boppard-Foto von Henry Tornow. / Romantischer Rhein

Home Schooling made im Mittelrheintal

Apropos Nachwuchs: Ein Mittelrhein-Startup sorgt gerade bundesweit dafür, dass Home Schooling ein Stückchen besser wird. Laut SWR nutzen rund 2000 Schulen die Koblenzer Lernplattform Sdui. Das Unternehmen entstand aus einem Schulprojekt der 3 Digital-Talente Daniel Zacharias, Jan Micha Kroll und Timo Stosius. SWR 

Marksburg First

Vergangene Woche sorgte die Entdeckung einer alten Kapelle auf Burg Sterrenberg in überregionalen Medien für Aufsehen. Stromabwärts auf der Marksburg wundert man sich über den Wirbel. Eine „Sensation“ sei der Fund in der Nachbarschaft eher nicht, zitiert die „Rhein-Zeitung“ Marksburg-Chef Gerhard Wagner. Die Sterrenberg sei nicht die einzige Rheinburg mit Kapelle. Auf der Marksburg selbst wurden 2014 ebenfalls Überreste ausgegraben. Die mittelalterliche Marksburg-Kapelle musste Ende des 16. Jahrhundert Platz für die Artillerie machen. Ihre Umrisse wurden mittlerweile auf dem Pflaster markiert. Rhein-Zeitung

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Mittelrhein 2050: Der Ausnahmezustand als Normalfall

Am 22. Oktober 2018 schaffte Kaub einen traurigen Rekord: Der Rheinpegel sank auf 25 Zentimeter, den niedrigsten jemals gemessenen Wert. Die gute Nachricht ist: Das damals extreme Niedrigwasser – man konnte u. a. zu Fuß zum Mäuseturm laufen – hatte nicht nur mit dem Klimawandel zu tun. 2018 war noch nicht einmal das trockenste Jahre der Wetteraufzeichnungen, 1947 z. B. verzeichneten Meteorologen noch weniger Niederschläge. Aber es gibt  eine schlechte Nachricht: 2018 war nur der Vorgeschmack auf das, was kommen wird. Das geht aus einem Vortrag von Wasserbau-Professor Christoph Heinzelmann hervor. Der promovierte Ingenieur leitet die Bundesanstalt für Wasserbau in Karlsruhe und lehrt an der Fakultät „Bau Geo Umwelt“ der Technischen Universität München. Heinzelmann und sein Team erforschen seit vielen Jahren den kurvigen Wasserweg durch das Obere Mittelrheintal. Ihre Datenanalysen und Modellrechnungen haben ergeben, dass Zustände wie 2018 in wenigen Jahrzehnten normal sein werden. Wenn der Klimawandel ab ca. 2050 voll zuschlägt, wird der Ausnahmefall für die Rheinschifffahrt zum Alltag. Die brachialste Maßnahme wäre, die Fahrrinne immer tiefer zu baggern, aber Heinzelmann denkt an intelligentere Lösungen. Er glaubt, dass der vorhandene Platz viel besser ausgenutzt werden könnte und setzt u. a. auf digitale Verkehrsleitsysteme. idw-online.de (mit Video)

Niedrigwasser 2018 bei Bacharach.

Niedrigwasser 2018 bei Bacharach. Foto: Frank Zimmer

10 Jahre „Waldhof“-Katastrophe

Vor genau 10 Jahren kenterte das überladene Frachtschiff „Waldhof“ unterhalb der Loreley bei St. Goarshausen. Das Schiffsunglück kostete 2 Menschen das Leben; einer von ihnen wurde nie gefunden. 32 Tage lang stockte der Schiffsverkehr, denn die „Waldhof“ drohte auseinanderzubrechen und musste vorsichtig Zentimeter für Zentimeter aufgerichtet werden. Im schlimmsten Fall wären fast 2400 Tonnen Schwefelsäure in den Rhein geflossen und hätten das Trinkwasser an den Ufern verseucht. Auch eine Explosion war nicht auszuschließen. Der frühere Stadtbürgermeister Matthias Pflugradt war damals Augenzeuge. Er hat am Samstag eine Gedenkfeier organisiert, zu der auch Innenminister Roger Lewentz erschien. Der SPD-Mann aus Kamp-Bornhofen koordinierte damals als Innen-Staatssekretär die Rettungsarbeiten. Die „Waldhof“ ist übrigens wieder im Einsatz. Sie fährt heute unter dem Namen „Auriga“. SWR (mit Videos), Jürgens Schiffsbilder (Fotos der Ex-„Waldhof“ als „Auriga“)

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