Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Autor: Frank Zimmer Seite 1 von 371

Dr. Frank Zimmer ist Journalist und digitaler Medienmacher. Er studierte Geschichte in Mainz und Köln, schrieb mehrere Bücher und war viele Jahre Leitender Redakteur im Süddeutschen Verlag. 2018 gründete er das Blog Mittelrheingold.

„Wir müssen das Festival deutschlandweit vermarkten“

Willy Praml ist kein Mann für kleine Dinge. Der Frankfurter Theatermacher will das Mittelrhein-Festival „An den Ufern der Poesie“ zu einem nationalen Kulturereignis machen. Das klingt verwegen, aber die Voraussetzungen sind nicht schlecht. Es gibt mit Heines „Rabbi von Bacharach“ ein großes Leitmotiv, Menschlichkeit als universelles Thema und eine Landschaft von Weltrang als literarischer Schauplatz. „Wir müssen das Festival und die Bedeutung des Stoffes deutschlandweit vermarkten“, zitiert in die „AZ“. Am Freitag startet die vierte Auflage von „An den Ufern der Poesie“ in Bacharach. Aufführungen und Lesungen gibt es auch in Oberwesel, Lorch und Kaub. Praml ist 80, ein Kind des 2. Weltkrieges. In Bingen engagieren sich unterdessen 65 Jahre jüngere Schüler in seinen Sinn. Sie haben mit ihrem Lehrer Marcel Griesang und mit Unterstützung des Oberweseler Historikers Walter Karbach einen Dokumentarfilm über den antisemitischen Werner-Kult am Mittelrhein gedreht. Zu sehen ist er u. a. am 19. Juli im Binger Programmkino KiKuBi. Allgemeine Zeitung (€), KiKuBi (Kino-Website), An den Ufern der Poesie (Festival mit Ticket-Verkauf)

Blick auf die Wernerkapelle, 2022.

Blick auf die Wernerkapelle, 2022.

Happy End in Boppard

Boppard sitzt nicht länger auf dem Trockenen. Am Wochenende öffnete nach 14 (!) Jahren das komplett neu gestaltete Freibad. Eine Bürgerinitiative mit Niko Neuser und Eva Schneider an der Spitze hat es möglich gemacht. Boppards Open-Air-Paradies setzt auch ökologische Maßstäbe: Ab 2023 wird das Wasser durch warme Thermalquellen beheizt. SWR (Video)

Ein neuer Top-Manager am Mittelrhein

Christoph Riemer, Manager aus München und promovierter Chemiker, übernimmt eine der wichtigsten Jobs am Oberen Mittelrhein. Riemer wird Chef der Lahnsteiner Chemiefirma Zschimmer & Schwarz. Das Unternehmen beschäftigt rund 1.500 Mitarbeiter und erwirtschaftet pro Jahr ca. 700 Millionen Euro. Der neue CEO kommt von börsennotierten Chemiekonzern Wacker. Rhein-Zeitung [€), Zschimmer & Schwarz (Pressemitteilung)

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Der Mittelrhein-Boom und das Kleingedruckte

Rund um das Welterbejubiläum am 27. Juni steigt das bundesweite Interesse. Ein Mittelrhein-Artikel der Deutsche Presse-Agentur wird über zahllose Zeitungen verbreitet, er läuft u. a. in der „Zeit“ und „Süddeutsche Zeitung“. Viele Neues steht eigentlich nicht drin. Aber wenn es stimmt, dass die meisten Leute nur noch die Überschriften lesen, hätte es schlimmer kommen können: „20 Jahre Welterbe: Das Rheintal boomt“ lautet die Schlagzeile. Sie ist euphorischer als der eigentliche Text, denn im Kleingedruckten geht es auch um Brücke und Bahnlärm. Zu den guten Nachrichten gehört das Comeback des Weinbaus: Die Rebfläche schrumpft nicht mehr, heute gibt es 50 Hektar mehr als noch vor einigen Jahren. Mittlerweile gibt es auch eine Welterbe-Bilanz im Fernsehen. Sie wurde vom SWR ausgestrahlt und ist noch in der Mediathek zu sehen. Süddeutsche Zeitung, SWR (Video)

Blick von Bingerbrück auf Bingen. Foto: Thorsten Silz

Blick von Bingerbrück auf Bingen. Foto: Thorsten Silz

Die Buga ist gebongt

Apropos SWR: Nach der Absage der Bundesgartenschau 2025 in Rostock hat der Sender besorgt bei den Machern der Mittelrhein-Buga 2029 nachgefragt. Laut Geschäftsführer Rainer Zeimentz steht die vermutlich größte Mittelrhein-Veranstaltung des Jahrhunderts nicht zur Debatte. Sie finde definitiv statt, heißt es. Rostock hatte wegen explodierenden Kosten und Planungsfehlern das Handtuch geworfen. SWR

Alles hat ein Ende, auch bei der Wurst

Fans der Braubacher Metzgerei Wagner müssen jetzt tapfer sein. Am kommenden Samstag sperrt Inhaber Wilfried Wagner, 67, sein Geschäft für immer zu. Damit endet eine fast 300-jährige Tradition nach 8 Generationen. Wagner geht es wie vielen Handwerksmeistern: Der Laden läuft zwar, aber es gibt weder Lehrlinge noch Nachfolger. Wagners Söhne ziehen das Leben in der Festanstellung vor. Der Chef selbst  nimmt’s gelassen: „Einmal muss Schluss sein.“ Rhein-Zeitung (€)

Bagger über Bingerbrück

Im Binger Nobelviertel Elisenhöhe gibt es Ärger wegen eines Neubaus. Wie bisher nur in begehrten Großstadtlagen üblich, wurde ein Einfamilenhaus gekauft, abgerissen und als Wohnanlage neu geplant. Jetzt entstehen auf dem Grundstück hoch über Bingerbrück 3 Gebäude mit 12 Wohnungen plus Carports. Die Sparkasse Rhein-Nahe vermarktet die Eigentumswohnungen für über 5.000 Euro pro Quadratmeter. Der Eingriff in das Ortsbild ist umstritten, laut „AZ“ aber baurechtlich korrekt. Allgemeine Zeitung (€), Sparkasse Rhein-Nahe (Exposé)

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Schwimmen als rheinisches Roulette

Es ist lebensgefährlich, immer weniger können es und trotzdem ist der Andrang groß wie nie: Schwimmen im Strom wird zum rheinischen Roulette. Mehrere Probleme schaukeln sich in dieser Saison gegenseitig hoch. Die Hitze zieht Menschen ans Wasser, die kaum noch Schwimmunterricht genossen haben, Gefahren falsch einschätzen und Probleme haben, ins Freibad zu kommen – dort fehlen nämlich Bademeister und damit die Kapazitäten für die bisher üblichen Öffnungszeiten. In Bingen etwa muss das Naturbad Donnerstags schließen und auch das neue Bopparder Freibad kann nicht mit voller Kraft starten. Laut „AZ“ ist umstritten, wie man mit dem Rhein als Badegewässer umgehen soll. Weil Warnungen vor dem Wasser kaum etwas nutzen, fordern sogar Lebensretter mehr Pragmatismus. Vor allem Jugendliche müssten wieder lernen, kontrolliert im Fluss zu schwimmen. „Vielleicht wäre die Wiederöffnung der Rheinbäder unter Aufsicht sogar ein Teil der Lösung“, zitiert die Zeitung Roman Weber von DLRG Nahe-Hunsrück. In Bacharach etwa gab es noch in den 70er Jahren ein Strandbad. In Kaub organisierte Mittelrhein-Enthusiast Dirk Melzer in den vergangenen Jahren mehrere Schwimmschul-Wochenenden. Allgemeine Zeitung (€)

Blick auf Lorchhausen, 2015.

Das schwimmende E-Mobil

Apropos Wasser: Auf dem Rhein ist ein neuer Flusskreuzer unterwegs. Die „A-Rosa Sena“ wird als Hybrid-Schiff vermarktet. Unter Deck wummert zwar noch ein Dieselmotor, aber ein Elektroantrieb unterstützt u. a. bei An- und Ablegemanövern. Ins Welterbegebiet kommt das Schiff vorerst nicht, es verbringt die erste Saison zwischen Köln und den Niederlanden. A-Rosa (Pressemitteilung der Reederei)

„Kilian schafft wie ein Brunneputzer“

Der Rückzug von Rheingau-Taunus-Landrat Frank Kilian wird selbst von politischen Gegnern bedauert. Die vielleicht höchste Anerkennung, die es am Mittelrhein gibt, kam von seinen früherem Gegenkandidaten Benno Pörtner (Die Linke): „Kilian schafft wie ein Brunneputzer’“. Genau das ist das Problem. Laut „Wiesbadener Kurier“ tritt der parteilose Landrat im kommenden März nicht mehr zur Wahl an, weil er sich keine weiteren 6 Jahre mit überquellenden Terminkalendern antun möchte. Wiesbadener Kurier (€)

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