Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Schlagwort: Bad Salzig Seite 1 von 11

Die ältesten sozialen Netzwerke am Mittelrhein

Wenn es am Mittelrhein historisch wird, geht es immer erst um Burgen, Kirchen und Stadtmauern. Aber das ist nicht die ganze Geschichte. Der Bopparder Heimatkundler Jürgen Johann will bewahren, was sich seit Jahrhunderten in Straßen und Häusern überliefert hat: Die historischen Nachbarschaften. In vielen Orten sind sie schon verschwunden, aber in Boppard, Bad Salzig, Kestert oder Steeg gehören die Viertel-Vereine weiterhin zum Alltag. Die manchmal uralten Genossenschaften waren schon soziale Netzwerke, bevor der Computer erfunden wurde. Nachbarschaften sorgten früher für sauberes Brunnenwasser und gegenseitigen Schutz. Heute sind heute immer noch zur Stelle, egal, ob beim Straßenfest oder der Beerdigung. Jürgen Johann kämpft dafür, die mittelrheinische Tradition zum „Immateriellen Kulturerbe der Unesco“ zu erklären. Die Idee klingt verrückt, aber es gibt schon Verbündete. Der Zweckverband Welterbe unterstützt ihn bei der Organisation und das Institut für Geschichtliche Landeskunde der Universität Mainz hat ein Forschungsprojekt gestartet. Die Wissenschaftler wollen die Ergebnisse für die Unesco aufbereiten. Wer helfen möchte: Das Institut führt gerade eine Online-Umfrage zum Alltag von Nachbarschaften am Mittelrhein durch. Zweckverband Welterbe (mit Link zur Umfrage)

Blick auf Boppard.

Stadt der Nachbarschaften: In Boppard spielen die traditionellen Viertel-Vereine noch eine große Rolle. Foto: Henry Tornow

Werbung: Hier startet Rheinleuchten

Mittelpunkt des diesjährigen „Rheinleuchten“-Festivals ist die historische Löhnmühle am Lahnsteiner Rheinufer. Aber ab Mittwoch gehen überall am Mittelrhein die Lichter an. Illuminationen vom Einbruch der Dunkelheit bis Mitternacht gibt es z. B. in

  • Bacharach (St. Nikolaus und Postenturm)
  • Braubach (Obertor und Kriegerdenkmal)
  • Filsen (St. Margaretha)
  • Lorch (St. Martin)
  • Niederburg (Kirche, Denkmal)
  • Oberwesel (St. Martin und Minoritenkloster)
  • Osterspai (Schloss Liebeneck)
  • Rhens (Königstuhl, Scharfer Turm)
  • Rüdesheim (Brömserburg, Reste der Hindenburgbrücke, Seilbahn)  und
  • Trechtingshausen (Burg Reichenstein)

In den folgenden Tagen git es weitere Aktionen an noch mehr Orten. Zweckverband Welterbe

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Boppard nimmt sich einen Anwalt und Rüdesheim bekommt ein Angebot

Der geplante Industriehafen bei Bad Salzig wird zum juristischen Streitfall. Der Bopparder Stadtrat lässt einen Rechtsanwalt klären, ob die bundeseigene Wasserstraßen- und Schiffahrtsverwaltung eigenmächtig und ohne Planfeststellungsverfahren insgesamt 47 neue Anlegepflöcke – so genannte Dalben – ans Ufer rammen und ein System von Landungsstegen installieren darf. Die Bürgerinitiative #gegenreede2.0 befürchtet die Verschandelung des Rheinufers und hat bisher über 1000 Unterschriften gesammelt. Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung hat sich nicht nur in Boppard unbeliebt gemacht. In Bacharach ist man entsetzt, weil die Behörde dort eine brachiale Rhein-Regulierung plant. Rhein-Zeitung, Gegenreede2.0, Mittelrheingold (Bacharach)

Geplante Industrie-Reede bei Bad Salzig. Visualisierung: BI "Gegenreede 2.0"

Geplante Industrie-Reede bei Bad Salzig. Visualisierung: BI „Gegenreede 2.0“

Rüdesheim und der Platz an der Sonne

Architektonisch macht der Rüdesheimer Höhenort Presberg nicht viel her. Aber der Weg aus dem Rheintal auf über 400 Meter Höhe hat etwas von Hochschwarzwald, und oben angekommen ist die Aussicht über Rheingau und Taunus  grandios. Windräder gibt es hier nicht, aber jetzt  könnte ein anderes Projekt der Energiewende nach Presberg kommen. Laut „Wiesbadener Kurier“ denkt das Karlsruher Unternehmen Altus AG über Sonnenkollektoren auf Presberger Äcker und Wiesen nach. Bis zu 25 Hektar – etwa 25 Fußballfelder – wären denkbar. Die ersten Flächen soll Altus schon gekauft haben. Die Solarfelder könnten bis zu 8.500 Haushalte mit Strom versorgen. Die Stadt Rüdesheim müsste allerdings zustimmen und Natur- und Landwirtschaftsflächen zur industriellen Nutzung freigeben. Geld könnte nachhelfen: Für Rüdesheim wären bis zu 60.000 Euro Umsatzbeteiligung jährlich drin. Wiesbadener Kurier, Altus AG

Boppards Mann fürs gute Klima

Apropos Energiewende. In der Bopparder Verwaltung gibt es zum ersten Mal einen Klimaschutz-Manager. Dominik Nachtsheim, 29, hat ein Ingenieurstudium an der TU Kaiserslautern absolviert und klärt jetzt, was in der Stadt klimafreundlicher laufen könnte. Die Stelle ist zunächst für 2 Jahre befristet. Rhein-Zeitung

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Tiefergelegt in Rüdesheim und Picknick-Terror in Trexico

Kommenden Monat blickt die Unesco nach Rüdesheim, genauer gesagt auf die letzte deutsche Bundesstraße mit Bahnschranke. Bei der Sitzung des Welterbekomitees wird entschieden, wie das Verkehrsproblem gelöst werden kann. Vermutlich gibt es ein klares Votum gegen eine Überführung. Damit wären sich die Hüter der Welterbes mit den Rüdesheimern einig, denn eine monströse Bahn-Brücke will niemand – außer das Verkehrsministerium von Andi Scheuer, das damit Geld sparen könnte. Wenn die Unesco die Brücke ablehnt und stattdessen eine landschaftsschonende Unterführung fordert, wird der Bund vermutlich nachgeben. Wiesbadener Kurier

Seilbahn in Rüdesheim. Foto: RÜD Tourismus AG / Moritz Kertzscher

Seilbahn in Rüdesheim. Foto: RÜD Tourismus AG / Moritz Kertzscher

Feierbiester in Trexico

Nach den ersten heißen Wochenenden liegen in Trechtingshausen wieder die Nerven blank. Alle Versuche, das Strand- und Partychaos in diesem Jahr in den Griff zu bekommen, scheinen gescheitert. Die kleine Gemeinde kämpft wie 2020 mit Bergen von Müll. „Die Probleme sind jetzt schon so gravierend wie im August 2020“, schreibt „AZ“-Mann Jochen Werner. Trexico gilt seit einiger Zeit als „Geheimtipp“ für Picknick-Proleten aus dem Rhein-Main-Gebiet und dem Kreis Bad Kreuznach. Orts- und Verbandsgemeinde sind machtlos, weil der Uferbereich dem Bund gehört. Allgemeine Zeitung

Ein Hotel unterm Hammer

In Bad Salzig ist das marode „Rhein-Hotel“ unter den Hammer gekommen. Laut „Rhein-Zeitung“ wurde für den 4-geschossigen Altbau an der Uferpromenade deutlich mehr gezahlt als gedacht. Das Mindestgebot lag bei 250.000 Euro, der tatsächliche Kaufpreis bei 405.000 Euro zzgl. 7,14 Prozent Provision. Was aus dem früheren Vorzeige-Hotel wird, ist unklar. Der bisherige Eigentümer plante die Umwandlung in Eigentumswohnungen. Rhein-Zeitung, Westdeutsche Grundstücksauktionen (Unterlagen mit Bildern)

Air Bambi in Biebernheim

Alexandra und Marko Weber gehen für Mittelrhein-Tiere zwar nicht selbst in die Luft, aber sie lassen eine Drohne fliegen. Ihre Initiative „Wildtierhilfe an der Loreley“ spürt mit Hilfe einer Wärmebildkamera Rehe und Hasen auf, bevor die Mähmaschine kommt. Rehkitze sind besonders gefährdet. Weil sie nach der Geburt noch keine Fluchtreflexe haben, laufen sie vor dem Lärm der Maschine nicht weg, sondern bleiben wie gebannt an Ort und Stelle. Im vergangenen Jahr konnten die Webers innerhalb von 4 Wochen132 Jungtiere ausmachen. Wer seine Wiese mähen will ohne Wildtiere zu gefährden: Auf der Website der Wildtierhilfe können Landwirte sogar Online-Termine buchen. Wildtierhilfe an der Loreley, Rhein-Zeitung

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Ein Beitrag geteilt von Timo Fledie (@objektiv_magazin)

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