Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Schlagwort: Braubach Seite 1 von 18

Guten Tag, wir sind von der Unesco

Beim Welterbekomitee der Unesco dürfte die Akte Mittelrhein in den kommenden Jahren um einiges dicker werden. Im Tal stehen große Entscheidungen an. Thema Nr. 1 ist die Mittelrheinbrücke zwischen St. Goar und St. Goarshausen, die die Stadtteile Wellmich und Fellen verbinden soll. Ähnlich gravierend ist die Ortsumgehung bei Braubach. Beide Maßnahmen sind noch nicht entschieden, aber klar ist, dass es nicht ohne Zustimmung der Unesco geht. Vergangene Woche waren darum internationale Experten der UN-Organisation und ihres Beraters Icomos („International Council on Monuments and Sites“) im Tal unterwegs, informierten sich über mögliche Konflikte und sprachen mit Bürgerinitiativen. Gastgeber waren RLP-Inneminister Roger Lewentz, die rheinland-pfälzische Welterbe-Beauftragte Nicole Steingaß und der designierte Vorsteher des Zweckverbands Welterbe Oberes Mittelrheintal, Rhein-Hunsrück-Landrat Volker Boch. Neben Brücke und Braubach-Umgehung ging es um den künftigen Managementplan für das Welterbetal, um den Umgang mit Windrädern und Photovoltaikanlagen und um die Buga 2029.  Die Innenstadt von Braubach.Ruhe vor der Rush Hour: Braubacher Innenstadt. Foto: Romantischer Rhein / Henry Tornow

Lewentz beschreibt die Tour als „sehr intensiv, aber konstruktiv“. Die regelmäßigen Bestandsaufnahmen sind nötig, um den Welterbe-Status zu sichern. Die Eindrücke der Experten fließen in einen Bericht für das jährlich tagende Welterbekomitee ein und bleiben bis dahin unter Verschluss. Wann und wo die Versammlung 2022 stattfinden wird, ist momentan unklar. Eigentlich war sie für den Juni im russischen Kasan geplant. Wegen des Überfalls auf die Ukraine ist der Termin abgesagt worden. Innenministerium Rheinland-Pfalz (Pressemitteilung), Rhein-Zeitung (€)

Ein Bopparder in Indien

Vor über 50 Jahren zog der Bopparder Martin Kämpchen nach Indien. In Deutschland wurde er auch aus der Ferne bekannt. Als Religionswissenschaftler, Übersetzer und Journalist arbeitete er u. a. für das Feuilleton der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Jetzt hat Kämpchen seine Autobiografie vorgelegt: „Mein Leben in Indien – Zwischen den Kulturen zu Hause“. Frankfurter Allgemeine, Wikipedia, Patmos-Verlag

Foto des Tages

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Martinsschloss Lahnstein (@martinsschloss)

Jetzt den Mittelrheingold-Newsletter abonnieren

Mittelrheingold Auslese: Jeden Freitag die wichtigsten Mittelrhein-Themen auf einen Blick. Hier geht’s zum kostenlosen Abo

Ein Bypass für Braubach und Kino-Legenden in Lahnstein

Wer auf rechtsrheinischen B 42 an Braubach vorbeifährt, bekommt vom alltäglichen Verkehrsinfarkt wenig mit. Das Problem staut sich weiter oberhalb. Laut Bürgerinitiative „Braubach lebenswerter“ quälen sich täglich bis zu 10.000 Autos, Lastwagen, Busse und Motorräder von Rheinhöhen und Taunus durch die Altstadt hinunter ins Tal. Die Braubacher hoffen seit Jahren auf eine Umgehungsstraße, aber die Geologie ist wie immer am Mittelrhein schwierig, der Bau aufwendig und der Eingriff in die Landschaft gravierend. Momentan stockt wieder alles. 2 geplante Varianten sind verworfen worden, weil sie nicht welterbeverträglich sind. Das kam während einer Podiumsdiskussion zwischen den Landratskandidaten Jörg Denninghoff (SPD) und Udo Rau (CDU) heraus, Denninghoff bat um Geduld. und warnte vor voreiligen Lösungen. O-Ton: „Es wird teuer und es muss gut werden.“ Dabei gehe es nicht nur um das Landschaftsbild, sondern auch um den Hochwasserschutz. Er will die Ortsumgehung mit anstehenden Maßnahmen gegen Starkregen abstimmen. Sein Konkurrent Rau kritisierte die SPD-geführte Landesregierung: Sie gehe das Problem zu langsam an und informiere die Bevölkerung nur auf Nachfrage. Der nächste Landrat des Rhein-Lahn-Kreises wird am 13. März gewählt, Denninghoff (Landtagsabgeordneter) und Rau (Ex-Bürgermeister der VG Nassau) sind die einzigen Kandidaten. Rhein-Zeitung [€), YouTube (Braubach ca. Min. 51)

Eine Umgehungsstraße unterhalb der Marksburg gilt als kaum vermittelbar. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Dominik Ketz.

Eine Umgehungsstraße unterhalb der Marksburg gilt als kaum vermittelbar. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Dominik Ketz.

Kino-Legenden in Lahnstein

Außerhalb von Koblenz sind die meisten Mittelrhein-Kinos Geschichte. Das „Neue Theater“ in St. Goarshausen hat längst geschlossen und nur Senioren kennen noch die „Apostelhoflichtspiele“ in Bacharach. Selbst in den größeren Mittelrheinstädten Bingen und Bacharach mussten ehrenamtliche Cineasten einspringen, um die Kino-Tradition zu retten. Ein inhabergeführtes Filmtheater alten Stils gibt es aber noch: Das Kino Lahnstein von Thomas Birkelbach. Es wird am 9. März  60 Jahre alt und wie es aussieht, ist es noch lange nicht am Ende. Birkelbach ist nach 2 harten Corona-Jahren optimistisch. „Die Leute trauen sich häufiger ins Kino, außerdem kommen im Frühjahr einige sehr viel versprechende Filme heraus“, zitiert ihn die „RZ“. Zum Jubiläum würde er im Foyer gern eine Erinnerungswand mit persönlichen Erlebnissen aus 60 Jahren Lahnsteiner Kino installieren. Birkelbach freut sich auf viele Geschichten, Anekdoten und Fotos seiner Gäste Im März 1962 eröffnete das Kino übrigens mit dem Spielfilm „Unser Haus in Kamerun“ mit Götz George (damals 33). Rhein-Zeitung (€), Kino Lahnstein

Hängematten aus Bingen

Hotel, Weinmuseum, Showroom: Die Ideen für die frühere St. Ursula-Kellerei am Fuß des Rochusberges waren groß, aber der neue chinesische Eigentümer kocht jetzt lieber auf kleiner Flamme: Er vermietet das XXL-Gebäude mit Rheinblick  als Lager. Laut „AZ“ stapeln sich dort seit Jahresbeginn die Hängematten. Das rheinhessische Familienunternehmen La Siesta hat seine komplette Logistik vom Firmensitz Jugenheim bei Mainz nach Bingen verlegt. Die Mutter von Geschäftsführer Cornelius Grisar gründete La Siesta Anfang der 90er Jahre in ihrer Garage, heute liefert man jährlich rund 130.000 Hängematten in alle Welt. Die Entscheidung für Bingen geht übrigens auf einen Ausflug an den Mittelrhein zurück; Grisar besuchte das Binger Kulturufer und sah später das „Zu Vermieten“-Schild am Kellereigebäude. Allgemeine Zeitung, La Siesta

Foto des Tages

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Mittelrheingold (@mittelrheingold)

Jetzt den Mittelrheingold-Newsletter abonnieren

Mittelrheingold Auslese: Jeden Freitag die wichtigsten Mittelrhein-Themen auf einen Blick. Hier geht’s zum kostenlosen Abo

Heiraten in der VG Loreley: „Wir haben sehr viele Anfragen aus ganz Deutschland“

Der 2.2.2022 gilt als perfektes Hochzeitsdatum für Vergessliche. Die „Rhein-Lahn-Zeitung“ hat sich pünktlich zum angeblichen Run auf die Standesämter in den Verbandsgemeinden umgehört und stieß  in der VG Loreley auf einen ganz anderen Rekord: Nirgendwo im Kreis gibt es so viele Orte, an denen man sich trauen lassen kann. Am Mittelrhein ist Heiraten immer auch ein Marketingfaktor, darum listet die Loreley-Touristik u.a. folgende Lokalitäten für das Ja-Wort auf: Das Alte Rathaus in St. Goarshausen, die Burg Maus, die Sauerburg, das Blüchermuseum in Kaub, das alte Rathaus in Filsen (Wachport), die Burgen Sterrenberg und Liebenstein, die Marksburg, den Braubacher Obertortum und den „Weißen Schwanen“. Eher nüchterne Naturen wählen die Verbandsgemeindeverwaltung in Braubach. „Wir haben auch sehr viele Anfragen aus ganz Deutschland“, zitiert die Zeitung Standesbeamtin Katja Schmidt. Am Mittwoch war das Angebot allerdings deutlich größer als die Nachfrage. Wegen des Termins mitten in der Woche und der wenig romantischen Jahreszeit trauten sich in der VG Loreley und in Lahnstein nur jeweils ein Paar. Für den 22. Februar sind je 3 Paare angemeldet. Rhein-Zeitung (€), Loreley-Touristik (Liste der Trauorte)

Auch hier darf getraut werden: Burg Sterrenberg über Kamp-Bornhofen. Foto: Dominik Ketz / Romantischer Rhein Tourismus.

Happy Birthday in Hirzenach und Aulhausen

Nicht zur Zielgruppe Trau-Tourismus gehören 2 Mittelrheiner mit Zölibat, die am Mittwoch Geburtstag feiern: Die katholische Ordensfrau und Menschenrechtsaktivistin Lea Ackermann aus Hirzenach wird 85 und der frühere Limburger Bischof Franz Kamphaus 90. Kamphaus lebt seit seiner Pensionierung 2007 im Rüdesheimer Stadtteil Aulhausen. Dort hilft er als einfacher Priester in der Behinderteneinrichtung St. Vincenzstift aus. SWR (Ackermann), Rhein-Zeitung (€) (Kamphaus)

Auto-Übernahme in Bingen: Pieroth schluckt Honrath

Für den insolventen Binger Opelhändler Heinrich Honrath gibt es eine Lösung. Laut „AZ“ übernimmt Ortskonkurrent Auto Pieroth die Geschäfte und bringt gleich seinen ganzen Betrieb mit. Das Unternehmen aus Bingen-Gaulsheim will sich am Honrath-Standort Sponsheim ansiedeln, weil dort mehr Platz ist. In Bingen-Sponsheim sollen rund 60 Beschäftigte arbeiten. Allgemeine Zeitung

Foto des Tages

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von rhinevalleyart (@rhinevalleyart)

Jetzt den Mittelrhein-Newsletter abonnieren

Mittelrheingold Auslese: Jeden Freitag die wichtigsten Mittelrhein-Themen auf einen Blick. Hier geht’s zum kostenlosen Abo

Seite 1 von 18

Präsentiert von WordPress & Theme erstellt von Anders Norén

%d Bloggern gefällt das: