Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Schlagwort: Braubach Seite 1 von 13

Last Exit Lorchhausen

Hinter dem Lorcher Stadtteil Lorchhausen ist die hessische Welt zu Ende. Die bis 1971 selbstständige Gemeinde grenzt an Rheinland-Pfalz und galt lange Zeit als der schläfrigste Ort im Rheingau. Aber damit ist es spätestens seit der Eröffnung der „Wisper-Trails“ vorbei. Der boomende Wander-Tourismus bringt mehr Autos nasch Lorchhausen als den Einwohnern lieb ist. Der „Wiesbadener Kurier“ berichtet von fehlenden Parkplätzen, überlasteter Infrastruktur und genervten Bürgern. An manchen Sonntagen quälen sich über 100 Autos durch die engen Straßen. „Wir werden überrannt“, zitiert die Zeitung CDU-Ortsvorsteher Thomas Schott. Parkplätze am Dorfgemeinschaftshaus und bessere Beschilderung sollen helfen. Wiesbadener Kurier, wisper-trails.de (Infos zu den Wanderwegen)

Lorcher Weinberge mit Blick auf Bacharach. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Henry Tornow

Lorchhäuser Weinberge mit Blick auf Bacharach. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Henry Tornow

Wer soll das bezahlen?

Apropos Lorch: In der Kommunalpolitik herrscht wieder einmal dicke Luft. Die Stadtkasse ist auch ohne Corona so leer, dass saftige Steuererhöhungen drohen. Der neue Bürgermeister Ivo Reßler erklärt die Lage in einem „Bürgerbrief“, von dem sich Teile des Magistrats distanzieren. Der Hintergrund: Reßler ist parteiloser Newcomer und hat die Finanzpolitik der vergangenen Jahre nicht zu verantworten. CDU und SPD dagegen waren an den Entscheidungen beteiligt und fühlen sich auf den Schlips getreten. Wiesbadener Kurier, ivoressler.de (Bürgerbrief)

Die Marksburg unter Corona-Bedingungen

Die Marksburg kämpft sich langsam aus der Corona-Krise. Am ersten Tag nach der Wiedereröffnung kamen laut „RZ“ 2 (!) Besucher, am nächsten Tag 20 und am folgenden Samstag immerhin schon 120. Die Zeitung hat mit Gerhard Wagner gesprochen, dem Geschäftsführer der Deutschen Burgenvereinigung und Hausherren. Wagner rechnet mit einen schwierigen Jahr. Größere Probleme erwartet er aber erst, wenn sich die Besucherzahlen auch 2021 nicht erholen. Momentan können pro Führung maximal 12 Personen eingelassen werden. Rhein-Zeitung

Foto des Tages

Mittelrheingold gibt’s auch per Post

Der wöchentliche E-Mail-Newsletter bringt die wichtigsten Mittelrhein-Themen auf einen Blick.  Hier geht’s zum kostenlosen Abo.

Die Marksburg nach dem Lockdown und Post vom Pixelhelper-Anwalt

Über 190.000 Gäste kommen jedes Jahr auf die Marksburg. Eigentlich. Corona wird die Bilanz 2020 deutlich drücken, aber die einzige vollständig erhaltene Höhenburg im Welterbe-Tal kann jetzt wieder besucht werden. Seit dem Wochenende ist auch die Burgschänke von Patrick Heßler wieder geöffnet. Heßler hatte eine besonders heftige Durststrecke zu überwinden – wegen der Höhenlage weit über Braubach konnte er noch nicht einmal Essen zum Mitnehmen anbieten. Weil das bisherige Selbstbedienungskonzept mit den neuen Hygiene-Regeln kollidiert, hat er kurzerhand auf klassischen Tisch-Service umgestellt. Rhein-Zeitung, marksburg-schaenke.de

Morgendämmerung über der Marksburg. Foto: Iris Schäfer

Morgendämmerung über der Marksburg. Foto: Iris Schäfer

Post vom Pixelhelper-Anwalt

In Oberwesel eskaliert der Streit zwischen der Verwaltung und der gemeinnützigen Organisation Pixelhelper. Pixelhelper will die Schließung der der Loreley-Kliniken durch ein Bürgerbegehren verhindern und hat ein ungewöhnliches Konzept vorgelegt:  Demnach soll sich das Krankenhaus Oberwesel u.a. als „Zentralversorger für Blut und Plasma in Rheinland-Pfalz“ finanzieren. Die Initiative von Pixelhelper-Gründer Oliver Bienkoswki hat in der Region bisher wenig Rückhalt und wird von Stadt und Verbandsgemeinde aktiv bekämpft: Beide Verwaltungen warnten im Amtsblatt und auf ihren Websites vor einem „nicht zulässigen“ Bürgerbegehren und vor „fragwürdigen“ Spendensammlungen. Jetzt wird der Konflikt juristisch ausgetragen: Bienkowski hat den Lahnsteiner Anwalt Harald Gerstenberg eingeschaltet und verlangt von den Bürgermeistern Marius Stiehl (Oberwesel) und Peter Unkel (Hunsrück-Mittelrhein) einen öffentlichen Widerruf. Laut Anwalt haben Verwaltungen hätten „in unzulässiger Weise Einfluss auf die Willensbildung der Gemeinde“ genommen. Dadurch seien weitere Unterschriften für das Bürgerbegehren verhindert worden. Nach der Veröffentlichung im Amtsblatt untersagten u.a. Rewe und Aldi die Unterschriftensammlung auf ihren Parkplätzen. Facebook (Seite der Initiative für das Bürgerbegehren), oberwesel.de (Warnung vor Pixelhelper)

Der Mittelrhein als Urlaubstipp

Das Internet-Portal Watson.de hat eine Liste mit 13 empfehlenswerten Urlaubszielen in Deutschland veröffentlicht. Das Welterbe-Tal ist mit dabei und steht in einer Reihe mit der Zugspitze, Helgoland und der Ostsee-Halbinsel Darß. watson.de

Foto des Tages

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Die Burgen am Oberen Mittelrhein Marksburg in Braubach Eine mittelalterliche Ritterburg wie aus dem Lehrbuch – die Marksburg ist die einzige nie zerstörte Höhenburg des Mittelrheintals und auch heute noch vollständig erhalten. Die eindrucksvolle Wehranlage aus dem 13. bis 15. Jahrhundert erhebt sich mit Bergfried, mehreren Gebäuden und Bastionen auf einem Felskegel 90 Meter über Braubach und ermöglicht heute eine wahre Zeitreise ins Mittelalter. Die imposante Festung, mitsamt historischen Innenräumen und Exponaten kann in regelmäßig stattfindenden Führungen zwischen 10 und 18 Uhr besichtigt werden – auf Grund der gegenwärtigen Situation können pro Tour nur 10 Personen durch die Burganlage geführt werden. Das Restaurant Marksburgschänke ist ebenfalls geöffnet. Beste Voraussetzungen also für einen Besuch der Marksburg. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ #wennrausdannrhein © @mahlowmedia

Ein Beitrag geteilt von Welterbe Oberes Mittelrheintal (@welterbe_bote) am

Mittelrheingold gibt’s auch per Post

Der wöchentliche E-Mail-Newsletter bringt die wichtigsten Mittelrhein-Themen auf einen Blick.  Hier geht’s zum kostenlosen Abo.

 

Politiker-Pilgern in Oberwesel und die Rolle der Buga

Im Kampf um die Loreley-Kliniken überschlagen sich die Ereignisse. Der Marienhaus-Konzern hat nach den massiven öffentlichen Protesten einem zweiten Gutachten zugestimmt, das die Entscheidung zur Schließung überprüfen soll. Bisher hatte  sich der kirchliche Mehrheitsgesellschafter der Krankenhäuser Oberwesel und St. Goar auf die Kölner Unternehmensberatung Aktiva versteift, deren Unabhängigkeit in Zweifel steht. Jetzt soll ein Wirtschaftsprüfer eingeschaltet werden. Der Konzern macht allerdings weiter Zeitdruck und verlangt schnelle Ergebnisse. Er hatte in der vorletzten Woche ohne Zustimmung der kommunalen Miteigentümer erklärt, das profitable Krankenhaus in St. Goar zum Jahresende und das Haupthaus in Oberwesel im März schließen zu wollen. Mittlerweile ist er sogar bereit,  seine Anteile an die Kommunen oder einen neuen Träger abzugeben. Eine mögliche Schließung der Kliniken und der Verlust von bis zu 350 Arbeitsplätzen mobilisiert im Land zahlreiche Politiker. Laut „RZ“ hat CDU-Oppositionsführer Christian Baldauf für heute zu einem runden Tisch in Oberwesel eingeladen. Am Donnerstag will SPD-Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler in die Stadt kommen. Für denselben Tag ist ein SWR-Podiumsdiskussion in St. Goar geplant. Am Sonntag findet die nächste Kundgebung der Bürgerinitiative statt. swr-aktuell.de, Rhein-Zeitung, Allgemeine Zeitung

Oberwesel aus Sicht von Henry Tornow. (Romantischer Rhein Tourismus)

Oberwesel aus Sicht von Henry Tornow. (Romantischer Rhein Tourismus)

Die Buga braucht Bürger

Ein Baustein zur Rettung der Krankenhäuser ist die Bundesgartenschau 2029. Die Landesregierung hat das Jahrhundertprojekt mit viel Geld und guten Worten auf den Weg gebracht und immer wieder dessen Bedeutung für Bürger und Kommunen betont. Ein Ende der Loreley-Kliniken würde die mühsam angeleierte Regionalentwicklung torpedieren und die Stimmung in der Bevölkerung kippen lassen. Wie stark die Buga-Macher auf das Engagement vor Ort bauen, zeigt eine schon länger geplante Aktion in dieser Woche. Die neu gegründete Buga-GmbH  hat an über 1.300 kommunalpolitisch engagierte Mandatsträger vom Ortsbeiratsmitglied bis zum Landrat Broschüren mit möglichen Buga-Ideen verschickt und bietet sich als Gesprächspartner vor Ort an. Allgemeine Zeitung, buga2029.blog

Neuauflage: Mehr als 1300 Mandatsträger im Welterbe haben Post

 

Tunnelblick in Bingen

In Bingen ist am Wochenende Super-Wahlsonntag. Parallel zur Wahl des Oberbürgermeisters stimmen die Binger über die Neugestaltung von Fruchtmarkt und Rhein-Nahe-Eck ab. „AZ“-Lokalredakteur Erich Michael Lang stellt in der ihm eigenen Ausführlichkeit nochmals die Optionen vor. Im Kern geht es um die Frage, ob es einen zusätzlichen Auto-Tunnel zu den Rheinanlagen geben soll oder nicht. Die CDU ist dafür, SPD und Grüne dagegen. Die seit Jahrzehnten geplante Tunnel-Variante wäre teurer und würde länger dauern. Allgemeine Zeitung

Ein Besuch in Kempten

Apropos Bingen: Im SWR-Fernsehen lief gerade eine Reportage über die Grabenstraße im Binger Vorort Kempten. Zu sehen sind u. a. die Winzerfamilie Hemmes und Ralf Gründonner alias „Snoopy“, der inoffizielle Hausmeister des Ortes. SWR (Video)

Mittelrheinerin des Tages: Johanna König

Die 19-jährige Braubacherin will am Freitag zur Mittelrhein-Weinkönigin gewählt werden. König stammt aus dem Landgasthof „Weißer Schwan“ und absolviert eine Ausbildung in einer Koblenzer Steuerkanzlei. In der Rhein-Lahn-Ausgabe der „RZ“ ist ein Porträt über sie erschienen. Rhein-Zeitung

Zahl des Tages

8 Richterinnen und 1 Richter arbeiten beim Amtsgericht Bingen. Mit der Mainzerin Christine Zanner hat das Gericht gerade eine neue Direktorin bekommen. Im Welterbetal sind die Juristinnen für die Stadt Bingen und die Verbandsgemeinde Rhein-Nahe zuständig. Im gesamten Gerichtsbezirk (inkl. Ingelheim, VG Gau-Algesheim und VG Gensingen-Sprendlingen) sind pro Jahr über 3.000 Fälle zu bearbeiten. Allgemeine Zeitung

Termine des Tages

Lahnstein – „Glück auf und Halleluja“ / Kirchenkabarett mit Ulrike Böhmer – 6. November, 19 Uhr. lahnstein.de

Festung Ehrenbreitstein – Teddy Show / Club Tour mit Tedros „Teddy“ Teclebrhan – 6. November, 20 Uhr. tor-zum-welterbe.de

Foto des Tages

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Autumnal view into the Middle Rhine Valley with St.Goarshausen on the right and Maus Castle in the afternoon light.

Ein Beitrag geteilt von Achim Reeh (@achim_reeh) am

Sonntags kommt Mittelrheingold mit der Post

Der wöchentliche E-Mail-Newsletter „Mittelrheingold Auslese“ sammelt die besten Artikel, Videos und Termine. Hier geht’s zum kostenlosen Sonntags-Abo.

Seite 1 von 13

Präsentiert von WordPress & Theme erstellt von Anders Norén

%d Bloggern gefällt das: