Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Blick auf Bacharach. Foto: Henry Tornow

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Bauplätze in Kaub und Trassen-Träume in Braubach

Bauen im Mittlerheintal ist ein Kapitel für sich. Die meisten Orte am Ufer haben Mühe, sich auszubreiten. Vieles scheitert an der Geografie oder am Landschaftsschutz; dann bleibt nur noch der Weg eine Etage höher. Kommunen wie Bacharach oder St. Goar verfügen über gleich mehrere eigene Stadteile auf den Höhen, das lindert den Bevölkerungsschwund ein bisschen. In St. Goarshausen oder Kaub ist es schwieriger. Kaub besteht fast nur aus Kernstadt, die Einwohnerzahl ist darum nur noch dreistellig. Was kaum jemand weiß: Auch in Kaub gibt es ein Neubaugebiet – es nutzt nur fast niemand. Im steilen Volkenbachtal sind laut „RZ“ auch Jahre nach der Erschließung erst 2 von 18 Grundstücken bebaut. Jetzt sollen Werbetafeln auf die Möglichkeit zum eigenen Stückchen Mittelrheintal hinweisen. Den Quadratmeter gibt es für günstige 54 Euro. Rhein-Zeitung

Auch Kaub könnte neue Hotels vertragen. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Henry Tornow

Blick auf Kaub. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Henry Tornow

Trassen-Träume in Braubach

Neben der Mittelrheinbrücke und dem Hoteldorf auf der Loreley gibt es noch weiteren potenziellen Unesco-Sprengstoff: Die geplante Umgehungsstraße bei Braubach. Wobei es „geplant“ nicht ganz trifft, „gewünscht“ würde die Realität besser beschreiben. Ein Verwaltungsakt des Rhein-Lahn-Kreises macht das Projekt noch komplizierter als es ohnehin schon ist. Demnach muss die Stadt Braubach die Bebauung eines Grundstücks akzeptieren, das sie eigentlich für die Umgehungsstraße reservieren wollte. Rhein-Zeitung

Frieden auf dem Leinpfad

Auf den Leinpfad schufteten früher Zugtiere, um Schiffe gegen die Strömung flussaufwärts zu schleppen. Heute steht der Name fast immer für Top-Lage und schöne Aussicht. In Hamburg ist der Leinpfad an der Alster eine der teuersten Wohnstraßen Norddeutschlands und am Mittelrhein eine der besten Möglichkeiten, am Ufer zu promenieren. Weil das immer mehr Spaziergänger und Radler genauso sehen, gab es im Sommer bei Niederheimbach schon jede Menge Gedränge und manchmal auch Ärger. Im kommenden Jahr sollen Schilder klar machen, wer auf dem Leinpfad Vorrang hat – es sind nicht die rasenden Radfahrer. Allgemeine Zeitung

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Erste Hilfe für die Mittelrhein-Wirte und letzte Chance auf der Loreley

Der Lockdown-Schock war diese Woche heftig, aber kapituliert wird noch lange nicht. Viele Gastronomen fahren jetzt wieder ihre Abhol- und Lieferservices hoch, die im Frühjahr zumindest einen kleinen Teil des Umsatzes gerettet haben. Bei Bacharachs TV-Koch Andreas Stüber („Rheinhotel“) etwa gibt es ebenso wie bei Karolin König-Kunz vom „Weißen Schwanen“ in Braubach ab nächste Woche „Gans to go“. Die beiden Welterbe-Gastgeber hatte sich ebenso wie viele Kollegen auf die Geflügel-Saison vorbereitet, als in Berlin die Gastro-Bremse beschlossen wurde. Besonders bitter für Stüber: Gerade er hatte sich besonders akribisch auf die kalte Jahreszeit vorbereitet und ein Gerät zur Luft-Entkeimung installiert. Im Gespräch mit der „RZ“ wirkt der Rheinhotel-Chef dennoch gefasst: „Wir müssen einfach schauen, was im Dezember passiert‘, zitiert ihn die Zeitung. Im Großen und Ganzen scheint die Mittelrhein-Gastronomie nicht ganz so verbittert, wie zu befürchten war. Es ist nicht allein die Hoffnung auf staatliche Ausgleichszahlungen, die sie über Wasser hält. Manche Wirte können noch von der überraschend starken Hochsaison zehren. André Choquet von der Binger „Vinothek“ etwa: Er habe „im Sommer viel und gut gearbeitet“ und sich „einen Puffer zugelegt, um über diesen Winter zu kommen“, ist in der „AZ“ zu lesen. Für andere Betriebe ist der Lockdown schon jetzt eine Katastrophe. Die „Alte Wache“ am Binger Speisemarkt ist gerade erst mit hohem Aufwand umgebaut worden. Jetzt wird das Geschäft schon wieder abgewürgt. Wieder anders ist die Situation im Bopparder Luxushotel „Bellevue“. Die Eigentümerfamilie Gawel ist zwar auch von der Krise gebeutelt, greift aber tief in den Sparstrumpf und stockt u. a. das Kurzarbeitergeld ihrer Mitarbeiter auf.

Blick auf Oberwesel. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Henry Tornow

Vieles wird davon abhängen, wie schnell die Staatshilfe fließt, und ob im Dezember noch etwas zu retten ist. Lebenswichtig ist auch die Unterstützung der Kundschaft vor Ort. In Oberwesel hat der Gewerbeverein unter Ägide von Franziskus Weinert und Christian Büning die im Frühjahr gestartete Seite vermittelrhein.de wieder ins Netz gestellt. Dort können Dienstleistungen unter Corona-Bedingungen und Angebote für Nachbarschaftshilfe präsentiert werden. Rhein-Zeitung (Rheinhotel), Rhein-Zeitung („Weißer Schwan“), Allgemeine Zeitung (Bingen), vermittelrhein.de

Letzte Chance für die Loreley

Im Dauerstreit zwischen der Stadt St. Goarshausen und dem Pächter der Loreley-Bühne gibt wieder es Hoffnung auf eine einvernehmliche Lösung. Bei einem Gerichtstermin in Koblenz muss dem neuen Stadtbürgermeister Nico Busch tief ins Gewissen geredet worden sein. Der Richter habe ihm empfohlen, statt eines langwierigen Prozesses das Mediationsverfahren mit der Gegenpartei zu suchen, schreibt die „RZ“. Jetzt muss Busch den Stadtrat überzeugen, der eigentlich auf eine Kündigung besteht. Bei dem Konflikt geht es um viel Geld. Der Pächter hält Pachtzahlungen zurück und argumentiert mit Baumängeln. Rhein-Zeitung

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Ein Lob auf die rechte Rheinseite

Das rechte Rheinufer zwischen Kaub und Lahnstein bekommt zwar besonders viel Abendsonne ab. Trotzdem steht es ein bisschen im Schatten der Nachbarn. Der Rheingau gilt besser entwickelt, und die Mitttelrhein-Orte gegenüber – Boppard, St. Goar, Oberwesel oder Bacharach – sind immer ein Tick bekannter und größer als Braubach, St. Goarshausen oder Kaub. Dass die rechte Seite viel mehr zu bieten hat als die Loreley und die Marksburg, zeigt eine neue SWR-Reportage aus der Reihe „Fahr mal hin“. Zu sehen sind u.a. Bio-Winzerin Anja Belitz aus Nochern, der Lahnsteiner Schreiner, Restaurator und Antikholz-Detektiv Jürgen Zmelty, Rheinkiesel-Künstler Detlev Kleinen, die Kauber Bildhauerin Kirstern Herold, Rafting-Anbieter Sven Bernd und last but not least das Braubacher Power-Duo Erich und Karolin Kunz. Vater und Tochter haben den historischen „Weißen Schwan“ von einem Abriss-Kandidaten zu einem der besten Hotels im Welterbe-Tal entwickelt. Einer fehlt eigentlich noch im TV-Beitrag: Dirk Melzer aus Kaub. Der Kölner Landschaftsarchitekt und Ferienhaus-Ästhet ist gerade in der Digitalserie „Wir sind Heimat“ des Zentrums Baukultur Rheinland-Pfalz porträtiert worden. Melzer hat u. a. ein historisches Schifferhaus am Kauber Marktplatz mit sehr viel Geschmack und unglaublicher Liebe zum Detail saniert. ARD-Mediathek („Fahr mal hin“), Zentrum Baukultur (Melzer)

Kauber Marktplatz mit Melzer-Haus (2. v. l.). Dass die Kanonen in Richtung linke Rheinseite zeigen, kann nur Zufall sein.

Kauber Marktplatz mit Melzer-Haus (rechts). Dass die Kanonen in Richtung linke Rheinseite zeigen, kann eigentlich nur Zufall sein. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Henry Tornow

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