Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Schlagwort: Trechtingshausen Seite 1 von 23

Gute Aussichten in Trexico und Gehaltsschock in Boppard

Am Mittelrhein gammelt mehr als ein aufgegebenes Traditionslokal vor sich hin. Die Zukunft als Lost Place drohte auch den Trechtingshäuser Betrieben „Weißes Ross“ und „Rosenhof“. Dann kamen Lambert Lensing-Wolff und Katrin Gerwinat. Der Eigentümer der Burg Reichenstein – im Hauptjob Verleger der Dortmunder „Ruhr-Nachrichten“ – und seine Hotelchefin haben die beiden Immobilien übernommen und machen daraus  die Reichenstein-Filiale „Ross & Rose“. Dort entstehen zusätzliche 22 Gästezimmer. Im früheren „Rosenhof“ soll außerdem eine Weinstube eingerichtet werden. "Ross" mit Aussicht. Foto Nathalie Gabelmann.
„Ross“ mit Aussicht. Foto Nathalie Gabelmann

Lensing-Wollf, ein Nachfahre der früheren Burgbesitzerfamilie Puricelli, will das Hotelangebot langfristig auf 65 Zimmer erhöhen. Die Burg selbst verfügt derzeit über 24. Ein weiteres Kontingent ist in Form von Lodges am Eingang zum Morgenbachtal geplant. Spätestens zur Buga 2029 soll alles fertig sein. Wenn die Sanierung plangemäß läuft, könnten „Ross & Rose“ 2023/2024 öffnen. Allgemeine Zeitung (€)

Weihnachtsgeld-Schock in Boppard

Zu Zeiten der Marienhaus GmbH galt die Geschäftsführung der Krankenhäuser in Oberwesel als legendär unsensibel. Entsprechend schwierig war das Verhältnis zwischen Management und Belegschaft, als es ums Überleben ging. Aber noch nicht einmal die damals kirchlich-kommunalen Loreley-Kliniken haben sich geleistet, was sich gerade im „Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein“ und damit auch im Bopparder Krankenhaus abspielt. Dort wurden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erst kurz vor Überweisung des Weihnachtsgeldes darüber informiert, dass es dieses Jahr 70 Prozent weniger gibt. Laut „Rhein-Zeitung“ argumentiert die Verwaltung mit „liquiditätsrelevanten Sondereffekten“. Die wirtschaftlich angeschlagene Klinikgruppe, zu der auch das Krankenhaus in Nastätten und der Kemperhof in Koblenz gehören, ist im Besitz der Stadt Koblenz, des Kreises Mayen-Koblenz und mehrerer kirchlicher Stiftungen, darunter 2 aus Boppard. Die jetzigen Eigentümer wollen die Mehrheitsanteile an einen Investoren verkaufen. Rhein-Zeitung (€)

Oberwesel verliert einen Stifter

Ausgerechnet das traditionell katholische Oberwesel ist seit 2011 Sitz einer Stiftung, die sich der Kritik an kirchlichen Dogmen und der Trennung von Kirche und Staat verschrieben hat. Die Giordano-Bruno-Stiftung, benannt nach einem Opfer der Inquisition, wurde vom Hunsrücker Möbelunternehmer und Selfmade-Millionär Herbert Steffen gegründet. Steffen unterstützte u. a. Kirchenkritiker wie Karlheinz Deschner („Die Kriminalgeschichte des Christentums“). Erst im Frühjahr veröffentlichte er seine Memoiren („Mein langer Weg vom Paulus zum Saulus“). Am vergangenen Freitag ist Steffen im Alter von 88 Jahren gestorben. Giordano-Bruno-Stiftung (Pressemitteilung), Giordano-Bruno-Stiftung (Steffens-Memoiren als PDF)

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Rodeln über dem Rheintal und Wein für Burg Reichenstein

Zum Lexikon-Eintrag „Resilienz“ würde ein Foto von Rainer Knecht passen. Der Gründer der Sommerrodelbahn auf der Loreley steckte einige der größten Rückschläge weg, die man als Unternehmer am Mittelrhein haben kann, darunter Widerstand von Umweltschützern, Einwände der Unesco, einen vorübergehenden Baustopp und den Tod seines Geschäftspartners Josef Wiegand. Selbst das Wetter spielte am Anfang nicht mit: Am Eröffnungstag vor fast genau 9 Jahren war es 2 Grad kalt und es gab Schnee. Trotzdem hat Knecht es geschafft und seinen Traum mit viel Unterstützung aus der Region verwirklicht. Im „RZ“-Interview erzählt er, wie alles anfing und warum es trotz aller Startschwierigkeiten immer weiterging. Zum eigenen Betrieb kam Knecht erst über Umwege. Der gelernte Kaufmann arbeitete vor dem Sprung in die Selbstständigkeit 25 Jahre lang als Verwaltungsprofi im Forstamt Rüdesheim. Rhein-Zeitung (€), Loreley Bob (Website der Sommerrodelbahn)

Eingang zur Sommerrodelbahn auf der Loreley.

Foto: Loreley -Bob GmbH

Der Wein von Reichenstein

Nach über 50 Jahren Brache wächst an der Trechtingshäuser Burg Reichenstein wieder Wein. Der Steeger VDP-Winzer Jochen Ratzenberger unterstützte Burgbesitzer Lambert Lensing-Wolff und seine Gastro-Partner Till und Katrin Gerwinat bei der Pflanzung von exakt 3133 Reben. Vorher wurden die alten Trockenmauern erneuert. Die erste Lese ist für 2024 geplant. Die Gerwinats rechnen mit rund 2.500 Flaschen pro Jahr. Rhein-Zeitung (€)

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Bombensuche vor Bacharach und Sonnenschein für Rüdesheim

Bis zu „Abladeoptimierung Mittelrhein“ wird noch viel Wasser an Lorch und Bacharach vorbeifließen, aber diese Woche starten für das 30er-Jahre-Projekt die ersten Vorbereitungen. Ein Boot der norddeutschen Spezialfirma Sea Terra durchsucht den Flussgrund nach Bomben aus dem 2. Weltkrieg. Die Experten fahnden mit den Mitteln der Geophysik nach magnetischen Besonderheiten, die auf Metall im Boden hindeuten. Wenn sie fündig werden, rückt der staatliche Kampfmittelräumdienst an. Danach kann das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt die ersten Probefräsungen vornehmen lassen. Die bundeseigene Behörde will Untiefen zwischen Lorch und der Loreley beseitigen, damit die Fahrrinne auch hier durchgehend 2 Meter 10 tief ist, 20 Zentimeter mehr als heute. Der Plan ist umstritten, weil zusätzlich der Flusslauf manipuliert werden soll. Neue Längs- und Querwerke würden Wasser vom Ufer weg in die Mitte des Stroms lenken. Vor allem in Bacharach und Lorch befürchtet man Eingriffe in das Landschaftsbild, trockenfallende Uferzonen und das Ende des bisherigen Wassersports. Wegen Personalmangels in der Behörde, möglicher Einsprüche und mit Rücksicht auf die Buga 2029 ist die Rheinvertiefung wohl nicht vor 2030 realistisch. Frankfurter Neue Presse, Sea Terra (Firmen-Website)

Mittelrhein bei Bacharach

Zwischen Bacharach und Lorch soll der Rhein vertieft werden. Foto: Henry Tornow / Romantischer Rhein Tourismus

Sonniges Rüdesheim

Im Rüdesheimer Höhenort Presberg könnten auf 8 Hektar Wiesen und Ackerland Sonnenkollektoren installiert werden. Der Solarstrom würde ausreichen, um 2.700 Haushalte zu versorgen. Der Presberger Ortsbeirat ist dafür, jetzt muss das Rüdesheimer Kommunalparlament entscheiden. Ursprünglich hatte der Karlsruher Energieversorger Altus AG 25 Hektar in Beschlag nehmen wollen. Ob sich die kleinere Lösung lohnt, ist noch nicht durchgerechnet. Wiesbadender Kurier (€)

Das Tor nach Trexico

Wer immer nur durch Trechtingshausen hindurchfährt, übersieht eine Menge. Zum Beispiel die Reste der mittelalterlichen Ortsbefestigung, die ähnlich wie die Ruinen des Oberweseler Minoritenklosters unmittelbar zwischen den Wohnhäusern auftauchen. Das historische Erbe macht der Gemeinde nicht nur Freude. Laut „AZ“ muss z. B. das Neuwegtor dringend saniert werden. Weil die Kassen leer sind, hofft man im Ort jetzt auf den Zweckverband Welterbe und die Denkmalbehörde. Allgemeine Zeitung (€)

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