Mittelrheingold

Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Schlagwort: Trechtingshausen Seite 1 von 13

„Nach Corona müssen wir im Tal etwas bieten können“

Eigentlich ist die Wintersaison gerade erst vorbei, aber Rheinstein-Gastronom Marco Hecher denkt schon an die nächste. Aus gutem Grund: Wenn Corona die besten Tourismus-Zeit verhagelt, kann sich ab Oktober niemand zurücklehnen. Darum müssen schon jetzt Netzwerke gebildet und Vorbereitungen getroffen werden. In einem offenen Brief ruft Hecher zur Zusammenarbeit auf:

Viele von uns sind Familienbetriebe, die eine besondere Verantwortung tragen für Ihre Mitarbeiter, Gäste, Lieferanten und für unser Tal. Nun brauchen wir alle schnell kreative Ideen zur Sicherung unserer Betriebe. Seit vielen Jahren ist die
Ausweitung der Saison in die Wintermonate ein großes Thema. Aufgrund der akuten Krise, sehe ich die Zeit gekommen, dieses Potential dringend zu nutzen.

Den ganzen Text mit Marcos Kontaktdaten gibt es hier. Im Mittelrheingold-Interview erklärt er seine Initiative und schildert, wie die Krise seinen eigenen Betrieb trifft. Marco Hecher ist der Juniorchef auf Burg Rheinstein bei Trechtingshausen. Er bewirtschaftet das Schlossrestaurant „Kleiner Weinprinz“.

Marco Hecher ist Juniorchef auf Burg Rheinstein und betreibt dort das Schlosslokal "Kleiner Weinprinz". Foto: Privat.

Marco, am Anfang des Frühjahrs über die Wintersaison zu reden, klingt erst einmal verrückt. Was erhoffst du dir von deiner Initiative?

Ja klar, vor allem bei der jetzigen Situation. Andererseits aber auch nur auf den ersten Blick. Die meisten touristischen Betriebe im Rheintal leben von der Sommersaison, und da diese nun eingeschränkt und verkürzt stattfindet, können wir die Ausfälle nur durch eine Verlängerung der Saison abfangen. Ich habe Verständnis für jeden Betrieb, der sich in seiner Not neue Geschäftsideen ausdenkt. Abhol- und Lieferdienste werden die Verluste aber nicht mal annähernd abfangen können. Ein Lichtblick ist, dass die Menschen nach den jetzigen Einschränkungen wieder etwas unternehmen wollen, und auf Reisen ins Ausland werden viele wohl erstmal verzichten. Dann müssen wir im Tal etwas bieten können, sonst werden wir diese Chance an andere nationale Tourismus-Regionen verlieren.

Wie trifft euch die Corona-Krise persönlich?

So, wie wohl die meisten anderen auch, sehr hart. Ein privates Kulturgut wirtschaftlich zu führen, ist schon in normalen Zeiten ein herausfordernde Aufgabe. Für die staatlichen Hilfen muss man eine eidesstattliche Erklärung abgeben, dass man in Finanznot ist. Das heißt, private Rücklagen, z.B. für das Alter, müssen erst genutzt werden. Eine Hilfe mit großem Haken.

Greift in so einem Extremfall irgendeine Versicherung?

Nein, unsere Betriebsschließungsversicherung umfasst keine Coronaviren …. man hätte es sich denken können. Aber wir haben einen sehr guten Steuerberater, der uns frühzeitig auf die aufkommende Situation eingestellt hat. Unsere Hausbank ist seit 40 Jahren unser Partner und steht an unserer Seite. Erstmal sind alle möglichen Kosten und Vorhaben eingefroren. Unsere Mitarbeiter erhalten Kurzarbeitergeld, das wir auf 100 Prozent aufstocken. Unsere Lieferanten haben wir natürlich alle noch bezahlt. Wir haben nun also einen vollen Weinkeller, aber keine Gäste.

Wie geht es für euch in den kommenden Monaten weiter?

Entscheidend wird sein, wie lange die Einschränkungen dauern. Und ob wir die Solidarität, die wir allen nun für die Schwächsten unserer Gesellschaft zeigen, von unseren Gäste und Veranstaltern zurückbekommen. Da bin ich guten Mutes. Unser Plan steht aber bereits, wir werden unsere Angebote in der Wintersaison ausbauen und hoffen auf viele Mitstreiter.

Flagge zeigen in allen Medien

In Oberwesel, St. Goar und anderen Orte am Mittelrhein haben zahlreiche Anwohner weiße Bettlaken und Tischtücher aus den Fenstern gehängt. Der stumme Protest gegen die Schließung der Loreley-Kliniken wurde von zahlreichen Medien verbreitetet, u.a. in der „Süddeutschen Zeitung“. Trotzdem kann die Krankenhäuser nur noch ein Wunder retten. Der Standort St. Goar wird bereits geräumt, und bei der nächsten Gesellschafterversammlung in 2 Wochen würde bereits die einfache Mehrheit des Hauptgesellschafters Marienhaus genügen, um auch Oberwesel stillzulegen. Die kommunalen Minderheitsgesellschafter Oberwesel, St. Goar und VG Hunsrück-Mittelrhein hätten theoretisch die Möglichkeit, die Kliniken in Eigenregie weiterzuführen. Die Marienhaus-Gruppe hat immer wieder angeboten, ohne Gegenleistung auszusteigen. Allerdings schrecken die Bürgermeister vor dem unkalkulierbaren Risiko zurück. Momentan wird nicht nur das Geld, sondern auch das Personal immer knapper. Süddeutsche Zeitung, SWR, Rhein-Zeitung

„Vergesst das Lachen nicht!“

Gute Lokaljournalisten greifen in ungewöhnlichen Zeiten zu ungewöhnlichen Formaten. Im Rhein-Lahn-Kreis startet „RZ“-Redakteur Michael Stoll die Reihe „Eine Verabredung mit ….“ Er telefoniert mit interessanten Menschen aus der Region und lässt sich erzählen, wie sie mit der Krise umgehen. Gerade erschienen: Das Interview mit dem Lahnsteiner Volksschauspieler, Karnevalisten und Tourismus-Experten Karl Krämer. Krämer vermisst die Bühne und hat sich neulich schon mit seinem Akkordeon in den Hof gesetzt, um die Nachbarschaft zu unterhalten. Seine Bitte an alle: „Vergesst das Lachen nicht! Und vergesst bitte eure Nachbarn und all diejenigen nicht, die jetzt Hilfe brauchen.“ Rhein-Zeitung

Löwen-Krise in Bingen

Die Corona-Krise bringt Bingens größten Gewerbesteuerzahler in Schwierigkeiten. Laut „AZ“ hat die Spielautomatenfirma Löwen zum 1. April Kurzarbeit für über 4.000 Mitarbeiter angemeldet. Gewöhnlich spürt Bingen es in der Stadtkasse, wenn bei Löwen etwas nicht wie gewohnt läuft. Zuletzt hatten größere Investitionen im Unternehmen für einen massiven Einbruch bei den Steuereinnahmen gesorgt. Allgemeine Zeitung

Bei Anruf Barbecue

Florian und Marc Lambrich vom „Weinberg-Schlösschen“ bieten in Zeiten der Corona-Krise ein Haustürgeschäft der besonderen Art: Sie kommen mit ihrem Grill vorbei und brutzeln direkt vor der Haustür. Allgemeine Zeitung

Foto des Tages

In Bacharach hat Eisen- und Haushaltswaren-Händler André Heisecke Flagge für die Loreley-Kliniken gezeigt. Die geschlossene Ladentür täuscht übrigens: Die Firma Heisecke bleibt offen, weil als Werkzeug- und Gartenmarkt klassifiziert ist.

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Hurra, die Binger Innenstadt lebt noch

Ilka Heinzen hat es geschafft: Die Binger Einzelhändlerin („Frollein Wunderbar“) brachte in diesem Jahr mit ihren Kollegen von der Werbegemeinschaft neue Ideen für den Weihnachtsmarkt auf die Straße. Am Samstag lief die erste  „Weihnachtsparade“, ein karnevalesker Umzug im Xmas-Look. Das Mitmach-Event und weitere neue Angebote wie die Vorführung der „Feuerzangen-Bowle“ auf dem Speisemarkt ersetzen den angestaubten Mittelalter-Markt. Die schon fast tot gesagte Binger Innenstadt hat sich in diesem Jahr mit neuen Konzepten und Aktionen zurückgemeldet. Allgemeine Zeitung (E-Paper), werbegemeinschaft-bingen.deMittelrheingold (7 Fragen an Ilka Heinzen, Juni 2019)

Blick auf Bingen. Foto: Henry Tornow / Romantischer Rhein Tourismus

Pleiten, Pech und Pannen auf dem Rhein

Am Wochenende ging auf dem Fluss einiges schief: Bei Trechtingshausen lief am Samstagmorgen ein fast 200 Meter langer Schubverband auf Grund. Die Wasserschutzpolizei stellte fest, dass das Schiff mit fast 350 Tonnen Kohle überladen war. Es konnte mittlerweile freigeschleppt werden. Am Sonntag misslang einem Schweizer Flusskreuzer das Anlegermanöver in Rüdesheim. Er wurde bei starkem Wind an einen Steiger gedrückt und verursachte laut „Wiesbadener Kurier“ etwa 10.000 Euro Schaden. Rhein-Zeitung (Trechtingshausen), Wiesbadener Kurier (E-Paper)

Mittelrheiner des Tages: Andreas Leitsch

Der Vorsitzender des Binger Weihnachtsrock-Initiative hat dieses Jahr das 10. Konzert auf die Beine gestellt. Es war wie immer ausverkauft. Der Überschusss – 2018 immerhin fast 6000 Euro – wird gespendet. Allgemeine Zeitung (E-Paper)

Zahl des Tages

Nur noch 1 Mal statt 880 Mal pro Minute schlägt das Herz einer Fledermaus im Winterschlaf. Am Mittelrhein überwintern die Tiere gerne in stillgelegten Schieferstollen im Mittelrheintal. In einem davon war Burgenbloggerin Mareike Knevels gerade unterwegs – geführt von 2 Naturschützern und mit größter Vorsicht. burgenblogger.de

Fledermäuse und Stollen

Werbung: Mittelrhein-Frage des Tages

Wandern mit Welterbe-Gästeführer Wolfgang Blum? Das Adventsquiz des Welterbe-Zweckverbandes macht’s möglich. Es gibt heute Tickets für 2 Personen zu gewinnen. Hier geht’s zur Quizfrage des Tages

Termin des Tages

Boppard – „Deutschstunde“ / Cinema in der Stadthalle – 16. Dezember, 20 Uhr. boppard-tourismus.de

Foto des Tages

 

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Spärherbststimmung über #Koblenz. #seilbahn #deutscheseck #mittelrhein #festungehrenbreitstein #welterbe #buga2029

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Die Wiederentdeckung des Rheinufers und schöner Wohnen in Bingerbrück

Ausgerechnet im Mittelrheintal tut man sich mit den Flussufer schwer. Abgeschnürt durch Bahngleise und Bundesstraßen wirken manche Rheinanlagen nicht wie das Herz , sondern eher wie der Blinddarm ihrer Gemeinde. In der „FAZ“ erinnert Rheingau-Korrespondent Oliver Bock gerade daran, was möglich ist und was Städte wie Rüdesheim für ein Potenzial haben. Die Buga 2029 dürfte im Welterbe-Tal einiges in Bewegung setzen. Das große Vorbild ist Bingen: Dort verwandelte eine Landesgartenschau ödes Ufergelände in eine Parklandschaft mit Flaniermeile und Panorama-Blick. Zu den Städten, die es nötig haben, zählt Oberwesel. Hier soll schon in den kommenden Jahren massiv investiert werden. Was oft noch fehlt, ist Gastronomie am Ufer. In Bacharach gibt es Pläne für ein Lokal im „Tonnenof“ am Münzbach. faz.net (Rheingau)

Foto: Stadt Bingen am Rhein

Gartenschau sei Dank: Der Park am Mäuseturm ist ein Juwel im Grünen. Foto: Stadt Bingen.

Schöner Wohnen in Bingerbrück

Vom alten Bingerbrück ist nach den Bombenangriffen im Zweiten Weltkrieg nicht viel übrig geblieben und die Neubauten der Nachkriegsjahrzehnte haben den Stadtteil selten schöner gemacht. Gegen zu viel Sterilität und Langeweile kämpft Bauherr und Vermieter Gustav Eich: In seine Wohnanlage in der Straße Am Rupertsberg lässt er mit hohem Aufwand alte Materialien verbauen und freut sich, wenn es nicht alles schnurgerade und rechtwinklig aussieht. Die „AZ“ stellt Eich in ihrer heutigen Ausgabe vor. Allgemeine Zeitung

Werbung: Mittelrhein-Frage des Tages

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Die Burgenbloggerin auf Nachbarschaftsbesuch

Kurz vor dem Ende ihrer Burgenblogger-Zeit hat sich Mareike Knevels noch einmal in der Nachbarschaft umgeschaut. Auf Burg Reichenstein in Trechtingshausen traf sie sich mit Katrin Gerwinat, der Chefin des Schlosshotels. Die heute 33-Jährige startete vor fast genau 5 Jahren mit ihrem Mann Till, 5 Mitarbeitern und einem großen Vertrauensvorschuss von Eigentümer Lambert Lensing-Wolff. Heute beschäftigt der florierende Burg-Betrieb 17 Festangestellte und zahlreiche Aushilfen. Till Gerwinat kümmert sich um Küche und Restaurant, Katrin um die Übernachtungsgäste. Gerade ist sie in Elternzeit. burgenblogger.de

Eine Märchenburg zu Weihnachten

Mittelrheiner des Tages: Markus Heidrich

Der Bacharacher Winzer (Weingut Karl Heidrich) engagiert sich als ehrenamtlicher Feuerwehrchef der Verbandsgemeinde Rhein-Nahe. 24 Frauen und 221 Männer hören auf sein Kommando. Die Rhein-Nahe Feuerwehren feierte in Bacharach gerade ihren Kameradschaftsabend. Von Januar bis November rückten sie 132 Mal zu Einsätzen aus. Allgemeine Zeitung

Zahl des Tages

Fast 13.000 Liter passen in den mobilen Wassertank, den sich die Verbandsgemeinden Loreley und Nastätten gemeinsam angeschafft haben. Gelagert wird er in der Nähe der VG-Grenze im Taunusdörchen Gemmerich. Der XXL-Tank kann auf einen Lastwagen verladen werden und dient im Notfall als mobile Reserve für Trink- oder Löschwasser. Rhein-Zeitung

Termin des Tages

Festung Ehrenbreitstein – „Festungsvarieté – 4. Dezember, 19 Uhr 30. tor-zum-welterbe.de

Foto des Tages

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