Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Schlagwort: Trechtingshausen Seite 1 von 21

Bingen soll trocken bleiben und Trechtingshausen für Millionäre

Viele Wasserbau-Experten sind gerade am Mittelrhein unterwegs, um Konzepte gegen Starkregen zu entwickeln. Aber niemand dürfte so drastische Erfahrungen gemacht haben, wie der Berater der Stadt Bingen. Martin Keding arbeitet für das Planungsbüro Becker mit Sitz in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Seine Firma war unmittelbar von der Flutkatastrophe betroffen. „Wir waren 14 Tage komplett lahmgelegt”, zitiert ihn die „AZ“. Keding hat seit 2019 an einem Schutzkonzept für Bingen gearbeitet und musste bei der Vorstellung niemanden mehr von der Umsetzung überzeugen. O-Ton: „Alle kann es treffen“. Der große Plan umfasst die ganze Palette der Klimaanpassung –  von der Kanalreinigung bis zu Übungen für den Katastrophenfall. Wie dringend das Problem ist, zeigte sich am Wochenende im rechtsrheinischen Sauerthal. Dort setzten heftige Regenfälle den Ort unter Wasser. Allgemeine Zeitung (Bingen), Rhein-Zeitung (Sauerthal)

Drususbrücke in Bingen. Foto: Stadt Bingen / Torsten Silz.

Drususbrücke in Bingen. Foto: Stadt Bingen / Torsten Silz.

Trechtingshausen für Millionäre

Die teuersten Immobilien von Trechtingshausen sind die Burgen Reichenstein und Rheinstein  – vor allem im Unterhalt. Bei den Einfamilienhäusern schießt vermutlich ein Neubau den Vogel ab, der gerade als „Casa Rheintal“ vermarktet wird. Das  „Architektenhaus“ im „Bauhausstil“ soll 1,25 Millionen Euro kosten. Dafür gibt es 935 Quadratmeter Grund, 204 Quadratmeter Wohnfläche und unverbaubaren Rheinblick. Immobilienscout24 (mit Bildern)

Boppard auf neuen Wegen

Touristen und entdeckungslustige Einheimische können sich ab sofort per Smartphone durch Boppard und Umgebung führen lassen. Tourismus-Chef Stefan Rees stellte am Sonntag den neuen digitalen Boppard-Guide vor, der per QR-Code funktioniert. Die neue Technologie könnte einmal im ganzen Tal zum Einsatz kommen; sie wird von der Dachorganisation „Romantischer Rhein“ unterstützt. Für die Gestaltung sorgte Designer Holger Lindner aus Osterspai. Rhein-Zeitung

Open Air in Oberwesel

Weinmarkt in der Stadt und Rhein in Flammen: Eigentlich hätte Oberwesel am Wochenende das volle Event-Programm geboten. Wegen Corona fiel beides flach, dafür gab es ein Open-Air-Weinfest am Rheinufer. 500 Geimpfte, Genesene oder Getestete durften feiern. Die Party kam so gut an, dass sie im kommenden Jahr wiederholt werden soll. Oberweseler Winzer überlegen, „Wein am Mittelrhein“ künftig im Juni oder Juli zu veranstalten, vielleicht sogar mehrmals im Sommer. Der traditionelle Weinmarkt im September käme dann noch obendrauf, idealerweise mit Pyro-Spektakel über dem Fluss. Rhein-Zeitung

Werbung: Rheinleuchten ist wieder da

Apropos Spektakel am Rhein: Kommende Woche gehen dem Welterbetal gleich mehrere Lichter auf. Epizentrum der flussübergreifenden Lightshow „Rheinleuchten“ ist diesmal die Löhnberger Mühle am Lahnsteiner Rheinufer. Das XXL-Industriedenkmal aus dem 19. Jahrhundert wird dafür ausnahmsweise geöffnet. Für die Multimedia-Illumination in historischer Umgebung sorgt das Berliner Künstlerkollektiv Re:Sorb. Das Einzelticket kostet 6 Euro, Kinder zahlen die Hälfte, Familien 13 Euro. Am 22. September geht’s los. Hier gibt es weitere Infos.

Foto des Tages

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Yannick Schmitz (@yannick.schmitz19)

Freitags kommt Mittelrheingold per Mail

Der wöchentliche Newsletter bringt die wichtigsten Mittelrhein-Themen auf einen Blick. Hier geht’s zum kostenlosen Abo

Führungswechsel bei Fetz und Besuch im Sooneck-Steinbruch

Die wahrscheinlich häufigste Todesursache bei Weingütern sind gescheiterte Nachfolgeregelungen. Keine Pilzkrankheit im Weinberg kann so verheerend sein wie eine missglückte Betriebsübergabe. Heinz-Uwe Fetz aus Dörscheid, als Präsident des Weinbauverbandes quasi Mittelrhein-Winzer Nr. 1, zeigt gerade, wie man es besser machen kann. Er hat 49 Prozent seines Betriebes an Christian Muders übertragen, einen Nachwuchs-Winzer aus der Nachbarschaft. Der Juniorchef ist 29 und nach Jahren der Wein-Wanderschaft u. a. in Südtirol und Franken an den Mittelrhein zurückgekehrt.  Zuletzt arbeitete er beim Steeger VDP-Winzer Jochen Ratzenberger.  Im neuen Gemeinschaftsbetrieb verantwortet Muders Weinanbau und Marketing. Fetz kümmert sich als Seniorpartner um den Keller und die gutseigene Brennerei. Ob die Gründerfamilie irgendwann ganz aussteigt, ist noch offen. Fetz‘ 17-jährige Tochter soll irgendwann die Wahl haben. Rhein-Zeitung, Weingut Fetz

Blick von Dörscheid ins Mittelrheintal.

Job mit Perspektive: Christian Muders ist Juniorchef bei Fetz in Dörscheid. Foto: Weingut Fetz

Ein Besuch im Sooneck-Steinbruch

Rund 200 Besucher haben am Samstag die Gelegenheit genutzt, den Trechtingshäuser Steinbruch zu besichtigen. Laut „AZ“ war der Eindruck zwiespältig:  Die einen fühlten sich bestätigt, „wie wichtig die Pachteinnahme jenseits des Tourismus für die chronisch klamme Rheintal-Gemeinde ist“, schreibt Christine Tscherner in der der „AZ“. Anderen habe sich erst auf dem Gelände offenbart, „wie tief der Eingriff ins Landschaftsbild tatsächlich ist.“ Über den Steinbruch dürfte in der nächsten Zeit noch gestritten werden. Die niederländische Betreibergesellschaft will weitere 10 Hektar aus dem Hang fräsen. Derzeit ist der Steinbruch 30 Hektar groß. Allgemeine Zeitung

Die Kandidatin hat 93 Punkte

112 Wanderwege in Deutschland tragen das Prädikat „Traumschleife“. Eine davon ist die 14,6 Kilometer lange „Traumschleife Mittelrhein“ rund um den erneuerten Aussichtsturm „Spitzer Stein“ bei Urbar.  Das Deutsche Wanderinstitut hat die Route gerade mit 93 Punkten ausgezeichnet. Bundesweit gibt es nur 6 Wanderwege mit noch besseren Werten. Rhein-Zeitung, Outdooractive (Wandermagazin mit Routen-Infos))

Der teuerste Schlüsseldienst von Bingen

Wie man schnell und sinnlos viel Geld loswird, machte am Wochenende ein Mann aus Bingen vor. Er hatte sich ausgesperrt und wollte sich den Schlüsseldienst sparen. Also wählte er den den Notruf und erzählte, dass es aus seiner Wohnung rauche und  eine hilflose Person gerettet werden müsse. Polizei und Feuerwehr waren schnell zu Stelle, konnten aber weder Qualm noch Brandgeruch feststellen. Die Tür blieb zu. Jetzt muss der Binger nicht nur für den Schlüsseldienst zahlen, sondern auch für die Anfahrt des Streifenwagens und der Feuerwehr. Allgemeine Zeitung

Foto des Tages

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Oliver H. (@a_mainzer_goes_places)

Freitags kommt Mittelrheingold per Mail

Der wöchentliche Newsletter bringt die wichtigsten Mittelrhein-Themen auf einen Blick. Hier geht’s zum kostenlosen Abo

Flut und Verwaltung

Im reichen Kreis Mainz-Bingen ist die Verbandsgemeinde Rhein-Nahe zwar die schönste, aber auch die ärmste und vom Klimawandel besonders bedrohte. Eine Katastrophe wie im Ahrtal ist den Menschen zwischen Bacharach und Trechtingshausen bisher zwar erspart geblieben. Auch liegt das letzte große Rhein-Hochwasser schon Jahrzehnte zurück. Aber die Fluten in vermeintlich harmlosen Seitentälern haben 2016 Bürger und Verwaltung alarmiert. Starkregen ließ damals u. a. den kleinen Heimbach so extrem anschwellen, dass 2 Häuser in Oberheimbach später nur noch abgerissen werden konnten. In Trechtingshausen stieg ein ähnlich unscheinbares Gewässer plötzlich von 15 Zentimetern auf 4 Meter und überschwemmte Teile des Dorfes. Vergleichbare Geländeverhältnisse herrschen im Diebachtal zwischen Manubach und Rheindiebach und im Steeger Tal, wo der Münzbach hinab nach Bacharach fließt. Insgesamt gibt es in der Verbandsgemeinde 80 (!) Kilometer Bachlauf. Die Flutgefahr ist wie überall am Mittelrhein real, aber die Verwaltungsmühlen mahlen langsam. Laut „AZ“ hat die Verbandsgemeinde Rhein-Nahe zwar schon 2017 ein Konzept in Auftrag gegeben, neuralgische Punkte identifiziert und Schutzmaßnahmen für den Ernstfall entwickeln lassen. Die praktische Umsetzung ist aber erst möglich, wenn die die übergeordneten Behörden zustimmen. Momentan lägen die Vorschläge noch zur „finalen Abnahme“ bei der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd in Neustadt an der Weinstraße und im Umweltministerium in Mainz, berichtet „AZ“-Reporter Julian Peters. Allgemeine Zeitung

Blick auf Bacharach am Rhein.

Blick auf Bacharach und die Mündung des Münzbachs. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Friedrich Gier

Dienstmann und Dauerläufer

Apropos Rhein-Nahe: Im Vergleich zu Marathon-Bürgermeistern wie Walter Bersch (seit 1997 in Boppard) und Peter Labonte (seit 1998 in Lahnstein) könnte VG-Chef Karl Thorn beinahe als Novize durchgehen, denn er kam erst 2015 ins Amt. Trotzdem gibt es kaum einen Kommunalpolitiker mit so viel Verwaltungserfahrung auf dem Buckel. Thorn hat gerade sein 50-jähriges Dienstjubiläum gefeiert. Er fing 1971 als Verwaltungslehrling beim Kreis Mainz-Bingen an, bildete sich weiter, stieg in den gehobenen Dienst auf und wechselte 1987 als Büroleiter ins Bingerbrücker VG-Rathaus. Thorn wurde Verwaltungsinstitution und unentbehrlich. Bei der Bürgermeisterwahl 2014 trat er gegen seinen damaligen Chef Franz-Josef Riediger an und gewann mit deutlichem Vorsprung. Seit der Fusion der VG St. Goar-Oberwesel mit Emmelshausen ist er auf der linken Rheinseite der einzige Verbandsbürgermeister mit Sitz im Welterbetal.  Allgemeine Zeitung

Foto des Tages

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Oberwesel Tourist Board (@oberwesel.de)

Am Freitag kommt Mittelrheingold per Mail

Der wöchentliche Newsletter bringt die wichtigsten Mittelrhein-Themen auf einen Blick. Hier geht’s zum kostenlosen Abo

Seite 1 von 21

Präsentiert von WordPress & Theme erstellt von Anders Norén

%d Bloggern gefällt das: