Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Schlagwort: Manubach Seite 1 von 6

Rüdesheim und der Millionen-Radweg

Mit dem Rad nach Rüdesheim zu fahren ist am Mittelrhein die teuerste Art der Fortbewegung. Nicht für die Radler, aber für die Steuerzahler. Wegen der komplizierten Geologie und den Auswirkungen auf die Bundesstraße sind in den 12 Kilometer langen Radweg zwischen Lorchhausen und Rüdesheim bisher rund 120  Millionen Euro geflossen. Und es ist noch lange nicht vorbei. In absehbarer Zeit, so der Plan, soll auch das Rüdesheimer Rheinufer fahrradtauglich werden. Für die Verbreiterung von 800 Metern Weg müsste über die Uferlinie hinaus gebaut werden. Auch das wird in die Millionen gehen. Allein die Machbarkeitsstudie kostet 477.000 Euro. Den Großteil zahlt das Land Hessen, trotzdem bleiben noch 150.000 Euro bei der Stadt Rüdesheim hängen. Bürgermeister Klaus Zapp wachsen die Ausgaben ohnehin schon über den Kopf. Er denkt über Steuererhöhungen nach. Laut „FAZ“ ist die finanzielle Situation der Stadt „so prekär, dass – O-Ton – „Zapp sogar Zweifel andeutet, ob sich Rüdesheim die notwendigen Investitionen in die Buga-Infrastruktur überhaupt leisten kann.“ Frankfurter Allgemeine Zeitung (€)

Blick auf Rüdesheim.

Blick auf Rüdesheim. Foto: Marlies Steinmetz / RÜD Tourismus

Der Pate

Walter Paulen ist in seiner Verbandsgemeinde eine Rarität: Der Manubacher zählt zu den letzten verbliebenen Bachpaten zwischen Bacharach und Weiler. Paulen kümmert sich um rund 3,5 Kilometer Gailsbach inner- und oberhalb seines Dorfes . Er geht alle 3 Monate den Bachlauf ab und achtet auf alles, was das Gewässer verstopfen könnte, vor allem auf Geäst, gedankenlos entsorgten Grünschnitt oder umgestürzte Bäume. „Bachpate zu sein ist keine große Sache“, zitiert ihn die „AZ“. Es genügt, potenzielle Gefahrenstellen zu melden, um deren Beseitigung kümmert sich die Verwaltung. Das Ehrenamt kann lebenswichtig sein, denn bei Starkregen löst manchmal ein kleiner Stau eine große Flut aus. Trotzdem fehlt es fast überall an Bachpaten. Wer sich engagieren möchte: Ansprechpartner in der VG Rhein-Nahe ist der Oberheimbacher Revierförster Joachim Jacobs. Allgemeine Zeitung (€), Landesforsten Rheinland-Pfalz (Kontaktdaten Förster Jacobs)

Mit dem Fahrstuhl in die Binger Vergangenheit

Virtuelle Zeitreisen werden in den kommenden Jahren ein großes Mittelrhein-Thema. Eine Kostprobe gibt es demnächst in der „Villa Herter“ in Bingerbrück, dem neuen Standort von Stadtarchiv und Hildegard-von-Bingen-Garten. Auf dem Gelände des längst zerstörten und eingeebneten Hildegard-Klosters wird es einen fahrstuhlähnlichen Kasten geben, der Besucher vom 21. ins 12. Jahrhundert bringt. Wer ihn betritt, erlebt die digitale Visualisierung des alten Klosters und fühlt sich wie zu Besuch im Mittelalter. Allgemeine Zeitung (€)

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Golden Gate in Wellmich

„Visionär“ ist nicht das Wort, dass man auf Anhieb mit RLP-Innenminister Roger Lewentz verbinden würde. Der Mann aus Kamp-Bornhofen gilt als Kümmerer und Pragmatiker, ein typischer Vertreter der „Nah-bei-de-Leut“-SPD. Aber wenn es um das Mittelrheintal geht, ist Lewentz mehr als das. Er trieb die Buga-Idee voran, als kaum jemand daran glaubte und er denkt auch beim Thema Mittelrheinbrücke größer als andere Brücken-Fans. Lewentz will nicht eindach eine Querung zwischen St. Goar und St. Goarshausen, sondern ein architektonisches Highlight. Bei einem Vor-Ort-Termin mit Wirtschafts- und Verkehrsministerin Daniela Schmitt am Montagmorgen holte er besonders weit aus und brachte die „Golden Gate Brigde“ in San Francisco als Vorbild ins Spiel. Ein internationaler Gestaltungswettbewerb soll für kreative Exzellenz sorgen, die Unesco überzeugen und Kritiker im Tal gnädig stimmen.

Die geplante Brücke würde Wellmich mit Fellen verbinden.

Die geplante Brücke würde Wellmich mit Fellen verbinden.

Bis es soweit ist, fließt allerdings noch viel Wasser an der Loreley vorbei. Im Herbst soll das 770.000 Euro teure Raumordnungsverfahren abgeschlossen sein, dann könnte die Planung beginnen. Unsicherheitsfaktoren sind die zu erwartenden Klagen von Umweltschützern und die Kostenexplosion am Bau. Inflation und Lieferkettenprobleme haben die bisherigen Kalkulationen längst über den Haufen geworfen. Aus rechtlichen Gründen darf das Land Rheinland-Pfalz nur 80 Prozent zahlen. Den Rest müssen der Rhein-Lahn-Kreis und der Rhein-Hunsrück-Kreis aufbringen. SWR

Schnell wie die Mittelrhein-Feuerwehr

Wenn am Mittelrhein etwas funktioniert, dann bei den Feuerwehren. Am Wochenende gab es 2 große Einsätze. In Rüdesheim holte das Team von Stadtbrandinspektor Björn Rosenbach mit Unterstützung aus dem Rhein-Main-Gebiet 41 Passagiere der Rüdesheimer Bergbahn heil aus den Gondeln. Sie saßen wegen eines technischen Fehlers in luftiger Höhe fest. 2 Tage später verhinderten knapp 150 Einsatzkräfte unter VG-Feuerwehrchef Markus Heidrich die Ausbreitung eines Waldbrandes bei Manubach. Wiesbadener Kurier (€, Rüdesheim), Allgemeine Zeitung (€, Manubach)

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TV-Besuch in Manubach und Vertragsverlängerung in Rüdesheim

Die Seitentäler geraten am Mittelrhein gerne mal aus dem Blick. Wenn die jeweilige Lokalzeitung einmal im Monat über Orte wie Oberheimbach oder Engehöll berichtet, ist das schon viel. Umso wichtiger, dass manchmal das Fernsehen vorbeikommt. Der SWR war gerade in Manubach, und was in der TV-Reportage erzählt wird, klingt gut. Manubach muss keine Prämie mehr für Neubürger zahlen, es gibt kaum noch Leerstand, der Ort gilt wieder als attraktiv. Ein Symbol der Manubach-Renaissance ist das kleine Café von Carolin Orth. Dort macht die Mitarbeiterin der VG Rhein-Nahe am Wochenende ihr Hobby zum Nebenberuf und bewirtet Einheimische und Wanderer mit Kaffee und selbstgemachtem Kuchen. Nachhaltigkeit können die Manubacher auch: Im eigenen Wald kooperiert die kleine Gemeinde mit der Öko-Plattform Woodify und im Steilhang regiert nicht die Motorsense sondern die Buren-Ziege. Die SWR-Reportage aus der Reihe „Hierzuland“ ist noch in der Mediathek zu sehen. SWR

Manubach von oben

Screenshot: SWR

Vertragsverlängerung in Rüdesheim

Der Verein Wirtschafts- und Tourismusförderung (WTF) bleibt für weitere 5 Jahre Marketing-Partner der Stadt Rüdesheim. Der Zusammenschluss Rüdesheimer Gewerbetreibender ist für die Tourist-Info zuständig und bekommt dafür bis zu 450.000 Euro jährlich. Die ungewöhnliche Konstruktion ist in der Stadt nicht unumstritten. Es gibt immer wieder Diskussionen darüber, was mit den Zahlungen abgegolten ist und was nicht. Mit dem neuen Vertrag bis Ende 2029 hat der Verein wieder Planungssicherheit und kann die Nachfolge für den ausgeschiedenen Tourismuschef Martin Duda regeln. Laut „Wiesbadener Kurier“ ist für den WTF trotzdem keine Traumlösung – er hätte eine Laufzeit bis Ende 2032 bevorzugt. Wiesbadener Kurier (€)

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