Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

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Achtung Ausgangssperre: Das Welterbetal als Pandemie-Puzzle

Corona macht die territoriale Zersplitterung am Mittelrhein so deutlich wie selten. Von den 5 Landkreisen, die ins Welterbetal hineinreichen, haben 2 nächtliche Ausgangssperren verhängt: Zuerst der Kreis Mayen-Koblenz (Rhens, Brey, Spay), der mit einer 7-Tages-Inzidenz von 146,4 den regionalen Negativrekord hält. Dann der Rhein-Hunsrück-Kreis, der zuletzt zwar wieder unter die 100er Marke gefallen ist, aber trotzdem die Notbremse ziehen musste. Dadurch ergibt sich z. B. die kuriose Situation, dass abendliche Spaziergänge rund um den Bacharacher Höhenort Henschhausen nur auf Bacharacher Territorium problemlos möglich sind – wenige Meter weiter beginnt der Rhein-Hunsrück-Kreis und damit die Ausgangssperre. Aber was heißt schon „Ausgangssperre“ – in Frankreich wäre man schon dankbar für das, was in Oberwesel oder St. Goar immer noch möglich ist. Franzosen dürfen sich nicht weiter als 10 Kilometer von ihrem Wohnsitz entfernen und ab 19 Uhr gar nicht mehr vor die Tür. Zwischen Koblenz und Oberwesel herrschen innerdeutsche Reisefreiheit und eine „Ausgangssperre“ ab 21 Uhr mit Ausnahmen – z.B. für Besuche naher Verwandter oder die Jagd.

Bacharach am Rhein. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Henry Tornow

Bacharach liegt am Schnittpunkt von 4 Landkreisen und 2 Bundesländern. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Henry Tornow

Das Henschhausen-Kuriosum könnte bald zu Ende sein, denn bei steigenden Infektionszahlen drohen auch im Kreis Mainz-Bingen härtere Maßnahmen. Gegenüber auf der rechten Rheinseite ist man noch nicht ganz so weit: Der Rhein-Lahn-Kreis meldet 94,9 Infizierte pro 100.000 Einwohner und der hessische Rheingau-Taunus-Kreis liegt bei 79,6. Dort war ein Versuch der Stadt Rüdesheim gescheitert, als Modellkommune nach Tübinger Vorbild zu lockern.

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Die Brömserburg braucht 7 Millionen

3 Jahre nach der Privatisierung der Brömserburg herrscht in Rüdesheim Ernüchterung statt Euphorie. Laut „Wiesbadener Kurier“ wurde die Eigentümergemeinschaft – 5 Rheingauer Ehepaare – von städtischen Brandschutzauflagen überrascht, die allein für die 2 geplanten Museums-Etagen rund 500.000 Euro gekostet hätten. Darum habe man Ende 2019 die geplanten Investitionen auf Eis gelegt, schreibt die Zeitung unter Berufung auf Miteigentümerin Vera Jung. Seitdem konzentriere man sich auf einen Antrag an den Bund, der über das Programm „Nationale Programme des Städtebaus“ 7 Millionen Euro einbringen soll. In der aktuellen Förderperiode geht die Brömserburg allerdings leer aus. Das zuständige Bundesinnenministerium hatte 98 Bewerbungen aus der ganzen Republik erhalten und 24 Projekte berücksichtigt, darunter die Koblenzer Festungswerke. 7 Millionen Euro gab es für kein Einzelprojekt, die Fördersummen bewegten sich zwischen 0,66 und 6 Millionen. Koblenz bekam 5 Millionen.

Die Brömserburg soll zur "Burg 4.0" werden. Foto: Bernhard Leimbrock.

Die Brömserburg soll zur „Burg 4.0“ werden. Foto: Bernhard Leimbrock.

Die Brömserburg-Eigentümer brauchen u. a. Geld für einen Anbau mit Treppenhaus und einen Lift. Als sie die Brömserburg 2018 für 50 Jahre von der Stadt pachteten, war noch von wesentlich geringeren Summen die Rede. Damals kalkulierten sie mit 2,2 Millionen Euro, die überwiegend in ein multimediales Museum fließen sollten. Man plane keine „großartigen Umbauten“, zitierte der „Wiesbadener Kurier“ Vera Jung am 3. Mai 2018. Teuer wird es für die Eigentümer auf jeden Fall. Schon jetzt haben sie nach eigenen Angaben rund 450.000 Euro in das Gemäuer gesteckt. 100.000 stammen von der Rüdesheimer Seilbahngesellschaft. Sie war im Sommer 2019 in das Projekt eingestiegen. Vera Jung gibt sich weiter tiefenentspannt. O-Ton 2021: „Die Burg ist fast 1000 Jahre alt, da kommt es auf ein paar Jahre nicht an“. Wiesbadener Kurier

Daumen drücken für das Festival!

Im Corona-Jahr 2020 schien das „Festival an den Ufern der Poesie“ Glück im Unglück zu haben. Das nächste Event war ja erst für 2021 geplant. Dass die Pandemie bis dahin dauern könnte, war für alle unvorstellbar. Trotz der epidemiologischen Rückschläge laufen die Planungen für den kommenden Sommer. Das Team um den Frankfurter Theatermacher Willy Praml setzt sicherheitshalber auf besonders viel Freiluft. Unterstützung kommt vom Zweckverband Welterbe und dessen Kulturmanagerin Sarah Piller. „AZ“-Mann Jochen Werner hat Sarah gerade porträtiert. Das „Festival an den Ufern der Poesie“ findet vom 18. Juni bis zum 4. Juli in Bacharach, Kaub, Oberwesel und Lorch statt. Die Bacharacher Kommunikationsdesignerin Katrin Gloggengießer hat das Programmheft gestaltet und ins Netz gestellt. Allgemeine Zeitung, An den Ufern der Poesie (Website des Festivals)

 

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Kunst am Treppenbau und Lärm auf der Loreley

396 Stufen führen von St. Goarshausen hoch zum Loreley-Plateau. Die Endlos-Treppe soll in den kommenden Jahren neu gestaltet werden. Laut „RZ“ unterstützen Stadtbürgermeister Nico Busch und sein Stadtrat eine Idee des Hunsrücker Künstlers Hermann-Josef Wilhelm: Auf jeder einzelnen Stufe soll ein „Danke“ in unterschiedlichen Sprachen und jeweils mit einer kleinen Geschichte stehen. Menschen können „ihre“ Stufe gestalten und an Ort und Stelle verewigen, wofür sie sich bedanken. Die Details würde ein Verein regeln, der auch Spenden einwerben soll. Laut „RZ“ kalkuliert man mit 1,6 Millionen Euro Kosten und 2 Jahren Bauzeit. Spätestens zur Buga soll die „Danke“-Treppe fertig sein. Der Aufstieg ist momentan so marode, dass er ohnehin saniert werden müsste. Rhein-Zeitung

Die Loreley mit Burg Katz im Vordergrund. Foto: Dominik Ketz / Romantischer Rhein Tourismus

Die Loreley mit Burg Katz im Vordergrund. Foto: Dominik Ketz / Romantischer Rhein Tourismus

Der Loreley-Lärm und das neue Hotel

Apropos Loreley: Die Investoren des geplanten Großhotels hadern mit Lärmschutz-Auflagen der Verwaltung. Sie wollen den im Bebauungsplan vorgesehenen Schallschutz einsparen und bieten für Konzerte auf der Loreley eine andere Lösung an: Bestimmte Hotelzimmer sollen einfach nicht vermietet werden, wenn es auf der Bühne laut wird. Die zuständigen Kommunen lehnen das ab. Die Idee sei zu unklar, zu kompliziert und zu schwierig umzusetzen, finden die Verbandsgemeinde Loreley, die Stadt St. Goarshausen als Bühneneigentümerin und die Ortsgemeinde Bornich. Sie warten jetzt auf eine Entscheidung des Rhein-Lahn-Kreises. Von ihm hängt ab, ob das umstrittene Hotel überhaupt gebaut werden darf. Rhein-Zeitung

St. Goar will die Gratis-Fähre

Brücke oder Fähre? Über diese Frage diskutiert das Tal seit Jahrzehnten. Die Stadt St. Goar hat gerade eine Antwort gefunden: Beides. Der Stadtrat unterstützt den Bau der Mittelrheinbrücke zwischen Fellen und Wellmich, will bis dahin aber eine kostenlose 24-Stunden-Fähre. Experten halten Bau und Fertigstellung der Brücke frühestens im nächsten Jahrzehnt für realistisch. Hunsrück News

Schönes aus Bingen

Corona verheert den Einzelhandel, aber gegründet wird trotzdem. Zu den Lichtblicken gehört „Schönes von Lotte“ in der Binger Vorstadt. Die 21-jährige Charlotte Kunz hat den Laden für selbst genähte Kindermode und Taschen im vergangenen September eröffnet. Die Geschäftsidee funktioniert selbst im Lockdown. „AZ“-Redakteurin Christine Tscherner hat mit Bingens jüngster Gründerin gesprochen. Allgemeine Zeitung, Schönes von Lotte

Zahl des Tages

Rund 80 Ziegen weiden im Viertälergebiet rund um Bacharach und Oberdiebach. Die meisten von ihnen haben südafrikanische Vorfahren. Die so genannten „Hottentotten-“ oder „Buren-Ziegen“ halten nicht nur jedes Gestrüpp im Steilhang nieder, sie liefern auch bestes Fleisch. Wer es nicht glaubt: Andreas Stüber vom Rhein-Hotel empfiehlt „zwölf Stunden lang bei 75 Grad im Spätburgunder mit Fenchelsamen geschmort“. Allgemeine Zeitung

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