Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Blick auf Bacharach. Foto: Henry Tornow

Schlagwort: Bacharach Seite 1 von 48

Die Unesco und das Loreley-Hotel

Was sagt eigentlich die Unesco zum geplanten Loreley-Hotel? Kritiker wie Berfürworter des 700-Betten-Projekts sehen sich im Einvernehmen mit den Welterbe-Hütern. Der norddeutsche Investor Nidag etwa suggeriert eine mit der Unesco abgestimmte Planung „Mit den Unesco-Vorgaben“ ist laut Unternehmenssprecherin „ein Sichtachsenkonzept entwickelt worden, sodass man das Hotel von bestimmten Punkten unten nicht sieht“. Tatsächlich ist die internationale Organisation nicht ganz so entspannt. „Im Falle des Loreley-Plateaus können wir die Sorge, ob die Planungen für einen Hotelbau mit dem Welterbestatus vereinbar sind, verstehen“, teilte die Sprecherin der deutschen Unesco-Kommission auf Anfrage von Mittelrheingold mit. Man rate „dringend dazu, eine frühzeitige Abstimmung mit dem Unesco-Welterbezentrum in Paris und seinen Beratungsgremien herbeizuführen.“ Die Einschätzung, ob eine Stätte gefährdet ist, obliege allein dem jährlich zusammenkommenden Unesco-Welterbekomitee. Ob die Hotel-Fans so lange warten wollen, ist fraglich. Wenn die Kreisverwaltung in Bad Ems zustimmt, könnten im kommenden Jahr schon Bagger rollen. Auf dem Plateau soll ein Komplex mit Hauptgebäude plus 10 mehrstöckigen Hotel-Villen entstehen.  Per E-Mail

Die Loreley mit Burg Katz im Vordergrund. Foto: Dominik Ketz / Romantischer Rhein Tourismus

Die Loreley mit Burg Katz im Vordergrund. Foto: Dominik Ketz / Romantischer Rhein Tourismus

Ein Schloss im Corona-Herbst

Der „Wiesbadener Kurier“ berichtet, wie das 4-Sterne-Hotel „Breuers Rüdesheimer Schloss“ gegen die die 2. Corona-Welle kämpft. „Wir sind jetzt Experten im Platzieren, Desinfizieren und Dokumentieren“, zitiert die Zeitung Inhaberin Maresa Nieten. Um die areosolfreie Open-Air-Saison zu verlängern, hat Nieten mehr Heizpilze und Decken geordert. Außerdem sieht sie auch die Chancen in der Krise: Das Durchschnittsalter der Gäste sei um 10 Jahre nach unten gegangen und die Aufenthaltsdauer habe sich verdoppelt. Wiesbadener Kurier

Thronen am Rheinufer

Falls Sie sich fragen, was neuerdings in den Bacharacher Rheinanlagen steht: Es ist der „Rabenstuhl“, ein Kunstwerk von Bildhauerin, Malerin und Teilzeir-Bacharacherin Liesel Metten. Platz nehmen ist ausdrücklich erlaubt. Der thronähnliche Stuhl mit Flussblick wurde aus rund 400 eingegipsten Büchern gebaut und erinnert an die literarische Tradition der Stadt. Rhein-Zeitung

Bacharach unplugged

Apropos Bacharach: Vor 51 Jahren wurde Steeg in die Stadt eingemeindet. Die Begeisterung der Steeger hielt sich in Grenzen. Mittlerweile ist das Trauma abgearbeitet, aber das langgezogene Straßendorf ist nach wie vor eine Welt für sich – und nicht die schlechteste. In der „AZ“ stellt Jochen Werner den Ort vor, in dem alles noch ein bisschen kerniger und authentischer als anderswo ist. Allgemeine Zeitung

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Brückenschlag in der „FAZ“ und extremes Marketing in Oberwesel

Die Idee einer Radler-Brücke über den Rhein nimmt Fahrt auf. Nach der Lokalpresse berichtet jetzt auch die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ über das Projekt „Grüne Welle“, das zur Bundesgartenschau 2029 Bingen und Rüdesheim verbinden könnte. Der Vorschlag des Ingelheimer Fahrrad-Aktivisten Stefan Schweitzer wird von beiden Städten unterstützt. Bingens Oberbürgermeister Thomas Feser hat bereits die Landesregierungen in Mainz und Wiesbaden kontaktiert. Für die Zweirad-Querung macht sich auch der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (ADFC) stark. Laut „FAZ“ hätte sie das Zeug zur Touristenattraktion: Mit rund 1000 Metern wäre es die längste Fahrradbrücke Europas. Vorbild ist die „Fahrradbrücke der Freiheit“, die seit 2011 über den Fluss March hinweg Niederösterreich mit der Slowakei verbindet. Sie ist 550 Meter lang und kostete 4,9 Millionen Euro. 80 Prozent zahlte die EU. Eine Fahrradbrücke über den Mittelrhein wäre deutlich günstiger, umweltschonender und schneller zu realisieren als eine Autoverbindung. Die Mittelrheinbrücke für motorisierte Fahrzeuge ist bis in die 30er Jahre hinein ohnehin nur im Raum St. Goar vorstellbar. Dort beginnt demnächst das Raumordnungsverfahren.  FAZ, Wikpedia („Fahrradbrücke der Freiheit“) 

Blick auf Rüdesheim. Foto: Frank Gallas / Romantischer Rhein Tourismus

Extremes Marketing in Oberwesel

Apropos Bundesgartenschau: Das Marketing für das Welterbe-Tal insgesamt dürfte funktionieren, aber wie präsentieren sich die einzelnen Städte? In Oberwesel ist gerade ein Kommunikationskonzept verabschiedet worden. Eine Arbeitsgruppe unter Leitung von Ratsmitglierd Christian Büning hat das Leitmotiv „Lage: extrem“ entworfen. Büning ist vom Fach; als Kommunikationsdesigner hat er sich auf Markenentwicklung spezialisiert. Die „Extrem“-Idee klingt ungewöhnlich, ergibt aber Sinn. Sie ist kein weiterer „Romantik“-Aufguss, sondern betont das Ungewöhnliche, Einzigartige und Gegensätzliche im Tal. Auch die Nachbarstädte haben sich bereits positioniert: St. Goar will verstärkt auf das Thema Kultur setzen, Bacharach auf das Leitmotiv Poesie. Rhein-Zeitung

Bettelarm in Bacharach

„Bettler von Bacharach“, so hat man sich immer den heimlichen Spitznamen des Bacharacher Bürgermeisters in Mainzer Regierungskreisen vorgestellt. Tatsächlich ist der „Bettler von Bacharach“ ein neues Tourismus-Angebot in der Stadt. Ab sofort zieht Paul Kachur im Lumpenkostüm durch die Gassen und führt im Auftrag von Touristik-Chef Christian Kuhn zu unbekannten Winkeln. Für die grafische Gestaltung sorgte Michael Apitz, der Schöpfer der „Karl“-Comics. Das neue Bettler-Programm soll helfen, die Saison zu verlängern.  Die örtliche Rhein-Nahe-Touristik vermarktet unterschiedliche Führungen und Programme, pro Jahr werden bis zu 250 gebucht. Wer auf Bettler-Tour gehen möchte: Kachur ist z.B. am 10. und am 24. Oktober jeweils ab 11 Uhr unterwegs. Die Teilnahme kostet 9 Euro. Allgemeine Zeitung, rhein-nahe-touristik.de

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Das „Neue Deutschland“ und die alte Burg

Es kommt nicht oft vor, dass sich CDU-Mitglieder über die frühere SED-Zeitung „Neues Deutschland“ freuen, aber ein gerade erschienenen Artikel dürfte bei St. Goarer Christdemokraten runtergehen wie Öl. Schon die Überschrift hätte sich die CDU-Stadtratsfraktion nicht besser ausdenken können: „Sozialdemokratischer Kniefall vor den Hohenzollern“ heißt es im Zentralorgan der Partei „Die Linke“. Es folgt eine Abrechnung mit der SPD in St. Goar und ihrem direkt gewählten Bürgermeister Falko Hönisch. Hönisch hat für Samstag eine Feierstunde mit Georg Friedrich Prinz von Preußen, dessen Frau Sophie und weiteren Blaublütern angesetzt, um den umstrittenen „Rheinfels“-Deal zu besiegeln. Demnach fließt künftig ein Teil der städtischen Eintrittsgelder in eine Hohenzollern-Stiftung. Das Geld soll sozialen Zwecken in St. Goar zugute kommen. Der sogenannte „Chef des Haues Hohenzollern“ hat dafür auf seine wackligen Ansprüche auf die Burg verzichtet. „Mit diesem Stück Privatisierung von Jugendarbeit und Kulturförderung ist es den Hohenzollern gelungen, vor der für 2029 im Mittelrheintal geplanten Bundesgartenschau ihr vermeintlich ’soziales Image‘ zu polieren“, wettert das „Neue Deutschland“. Gegen den Vertrag hatte auch die CDU gestimmt. Sie hält ihn für überflüssig, weil die Preußens ohnehin keine Chance gehabt hätten und in erster Instanz krachend gescheitert waren. Hönisch, die SPD und weitere Befürworter argumentieren, dass der „Preußen“-Aufschlag guten Zwecken diene und Rechtssicherheit herstelle – Rheinfels gehöre jetzt definitiv der Stadt. Zur Feierstunde am Samstagvormittag werden auch der frühere Ministerpräsident Rudolf Scharping und Innen-Staatssekretärin Nicole Steingaß erwartet. Die örtliche CDU will dem Vernehmen nach demonstrativ fernbleiben. Die Partei „Die Linke“ hat für 10 Uhr 30 eine Protestaktion angekündigt. Neues Deutschland

Rheinfels gehört zu den Top-Adressen am Mittelrhein. Foto: Hotel Schloss Rheinfels.

Rheinfels gehört zu den Top-Adressen am Mittelrhein. Foto: Friedrich Gier

Neues von der Steinbruch-PR

Am Trechtingshäuser Steinbruch brummt nicht nur das Hartstein-Geschäft. Auch die PR-Maschine von Firmenchef Willem Douw läuft auf Hochtouren. Der Repräsentant der niederländischen Eigentümer-Familie will weitere 10 Hektar aus dem Berg fräsen und verspricht in einer Pressemitteilung touristische Aussichtspunkte und Pläne für spektakuläre E-Bike-Touren. Das Projekt ist in Trechtingshausen umstritten. Anwohner befürchten Lärm und Landschaftsszerstörung, aber die Gemeinde schielt auf die Gewerbesteuer. presseportal.de (Pressemitteilung der Hartsteinwerke Sooneck)

Law and Order in Bacharach

Die „AZ“ beschäftigt sich in ihrer heutigen Ausgabe mit empörten Autofahrern in Bacharach. Dort lässt die Stadt rigoros abkassieren, wenn Fahrzeuge in der engen Oberstraße abgestellt werden. Ausreden ziehen selten. Nicht jeder kommt damit klar, dass Regeln durchgesetzt werden – es wird geschimpft, und laut „AZ“ spucken manche Wutbürger sogar auf Dienstwagen der VG-Verwaltung. Es nutzt ihnen nichts, im Gegenteil: Ab Oktober geht ein zusätzlicher Mitarbeiter – in Bacharach auch „Knollebübche“ genannt – auf Streife. Allgemeine Zeitung

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Der Kuhhirtenturm in Oberwesel am Rhein. In dem Namen des Turmes spiegelt sich ein Stück Agrargeschichte. Er war in der Tat die Wohnung des städtischen Kuhhirten. Bis zu Beginn der Industriealisierung hielten auch viele Haushalte in einer Stadt Vieh. Die Winzer in Oberwesel waren bis zur Erfindung des Mineraldüngers auf den Dung der Kühe angewiesen. Es handelt sich hierbei um einen rechteckige Schalenturm auf dem Michelfeld. Da er in einer Geländesenke steht, mussten bis zur Höhe des Wehrganges zwei Untergeschosse gebaut werden, um diesen möglichst auf einer Ebene zu halten. Daher weißt der Kuhhirtenturm, anders als die anderen Türme, sechs Stockwerke auf. Die Fundamente reichen bis sechs Meter in die Tiefe. Das Mauerwerk ist zwei Meter stark, misst in der Breite acht und an den Seiten etwa sieben Meter. Der Turm trug immer ein Pyramidendach. Ältere Ansichten zeigen, dass der Kuhhirtenturm früher zur Stadtseite hin mit einer verschieferten Bretterwand verschlossen war. Im vierten Obergeschoss lag die Wohnung des Kuhhirten. Der musste auch das Amt des Feuerwächters wahrnehmen. Die Wachstube hatte darum zur Stadt hin einen vorkragenden Erker mit Fenstern nach allen Seiten. Im Dach hing in einer breiten Schallöffnung die Feuerglocke. In einer Dachgaube darüber war das Zifferblatt einer Uhr zu sehen. Im Innern des hohen Turmes gab es keine Treppen, sondern der Kuhhirte musste auf Leitern in seine Wachstube hochsteigen. Bei der dringend notwendigen Sanierung des Kuhhirtenturmes wurde er 1983 zu einem Wohnturm umgebaut. Er wird privat genutzt und kann nicht besichtigt werden. Quelle: Stadt Oberwesel www.oberwesel.de/a-kuhhirtenturm . . . . . #oberwesel #oberweselgermany #mittelrhein #rheinlandpfalz #mittelrheintal #germany #visitrlp #rheintal #visitgermany #travel #rlp #kuhhirtenturm #wanderlust #rlplovers #wandern #hunsrück #stadtmauer #medival #mittelalter #citywall #instatravel #germanytourism #deutschlandkarte #beautifuldestinations #hiking #architecture #bestgermanypics #oberesmittelrheintal #hunsruck #hunsrückliebe

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