Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

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Licht und Schatten in Bacharach

Wer 2020 für eine schwierige Tourismus-Saison hielt, kennt 2021 nicht. In Bacharach fürchtet TI-Chef Christian Kuhn, dass nicht alle Lokale und Läden bis zur Bundesgartenschau durchhalten. Er mache sich „ernsthaften Sorgen, wer noch dabei sein wird“, zitiert ihn die „AZ“. Nach dem letzten Lockdown ist der Tourismus im Tal nicht so schnell angesprungen wie erhofft. Es fehlen weiterhin Touristen aus den USA und Asien, während Deutsche wieder in Richtung Mittelmeer schielen. Personalmangel in der Gastronomie, unbeständiges Wetter und Baustellen zwischen Lorch und Rüdesheim haben die Lage nicht besser gemacht. Im Juli kam ein ein weiteres unerwartetes Problem dazu: Die Bilder aus den Flutgebieten haben viele Urlauber abgeschreckt. Rheinland-Pfalz gilt plötzlich als Katastrophengebiet. Insider berichten von einer Stornierungswelle auch am Mittelrhein, obwohl die Menschen dort nicht betroffen sind und keine Opfer, sondern eher Helfer sind. „Hier gab und gibt es immer noch großen Kommunikationsbedarf“, bestätigt Kuhn. Für das kommende Jahr hofft er auf ein neues Fest-Format in den Bacharacher Rheinanlagen, mehr Wanderer auf der linken Rheinseite und eine gemeinsame Vermarktung der 4 öffentlich zugänglichen Burgen in seiner Verbandsgemeinde: Stahleck, Sooneck, Reichenstein und Rheinstein.

Randolf Kauer führt das Weingut seit 2020 gemeinsam mit seiner Tochter Anne. Foto: Privat

Anne Kauer stieg 2020 in den Betrieb ihres Vaters Randolf ein.  Foto: Privat

Immerhin gibt es auch gute Nachrichten aus Bacharach: Jung-Winzerin Anne Kauer arbeitet an der Vergrößerung ihres Betriebes. Laut „Rhein-Zeitung“ hat sie in der Stadt einen 400 Quadratmeter großen Keller übernommen. Damit wächst wieder zusammen, was zusammen gehört. Das Gewölbe gehörte ebenso wie Kauers heutiges Gutsgebäude zur ehemaligen Weinkellerei Wasum. Die Firma ist längst Geschichte, galt aber in der Kaiserzeit und bis weit in die Bonner Republik hinein als die unbestrittene Nr. 1 in Bacharach. Allgemeine Zeitung (Tourismus-Krise), Rhein-Zeitung (Kauer-Expansion)

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Mehr Binger und weniger Bacharacher

Pessimisten beschreiben das Mittelrheintal gern als demografische Problemzone mit gravierendem Bevölkerungsrückgang. Ein Blick in die Datenbank des Statistischen Landesamtes in Bad Ems ergibt ein nicht ganz so düsteres Bild. Die Behörde liefert Zahlen zu allen Kommunen in Rheinland-Pfalz. Von den 10 rheinland-pfälzischen Kleinstädten im Welterbe-Gebiet sind demnach in den vergangenen 10 Jahren 6 geschrumpft und 4 gewachsen. Zugelegt haben Bingen (6 Prozent mehr Einwohner als 2010), Rhens ( plus 1,3 Prozent) , Lahnstein (plus 0,9 Prozent) und  – surprise! – St. Goar, wenn auch nur mit bescheidenen 0,4 Prozent. Auf der Minusseite kam Oberwesel verhältnismäßig glimpflich davon: Zwischen Ende 2010 und Ende 2020 ging die Bevölkerung nur um 1,1 Prozent zurück. Boppard musste im selben Zeitraum schon etwas mehr bluten (minus 2,4 Prozent). Kaub verlor 2,3 Prozent, St. Goarshausen 3 Prozent und Braubach 3,1 Prozent. Den größten Rückgang weist Bacharach aus: 4,8 Prozent. Wegen der unterschiedlichen Einwohnerzahlen bleiben prozentuale Vergleiche allerdings schwierig. So wirkt sich ein einziger Wegzug aus Kaub z. B. (850 Einwohner) heftiger aus als eine Abmeldung in  Boppard (15.369 Einwohner).  Statistisches Landesamt

Bacharach am Rhein. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Henry Tornow

Bacharach am Rhein. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Henry Tornow

Fahndung auf Facebook

Ein Gewaltverbrechen in Stolzenfels beschäftigt Polizei, Presse und Facebook-Nutzer. Selbst die „Bild“-Zeitung berichtet über den Tod des pensionierten Richters Kurt Brannekämper, 86, der Ende Juli in seinem Haus überfallen und so schwer verletzt wurde, dass er wenig später im Krankenhaus starb. Seine Frau konnte sich retten, weil sie sich im Badezimmer eingeschlossen hatte. Brannekämper war bis zu seinem Ruhestand Vorsitzender Richter am Koblenzer Oberlandesgericht. Sein Enkel Daniel hat auf Facebook ein Phantombild des Täters mit Link zum polizeilichen Steckbrief veröffentlicht. Der Post wurde bisher fast 63.000 Mal geteilt. Bild, Facebook, Polizei Rheinland-Pfalz

St. Goar ist wieder auf der Höhe

Die „Rheinfels-Saga“ gehört zu den Legendem unter den Mittelrhein-Events. Zwischen 1998 und 2004 wurde die multimediale Zeitreise zu den Highlights von Stadt und Burg über 50 Mal aufgeführt. Corona verhinderte das Comeback 2020, aber an den kommenden beiden Wochenenden geht es endlich wieder los, wenn auch unter Pandemie-Bedingungen. Pro Aufführung sind 150 Menschen in der XXL-Ruine Rheinfels zugelassen. Für das rechtsrheinische Publikum legt die St. Goarer Fähre eine Extraschicht ein. In der „RZ“ berichtet Redakteurin Monika Pradelok über den Neustart. Herz und Kopf des Projektes ist Mittelrhein-Touristikerin Claudia Schwarz. Rhein-Zeitung, Reservix (Tickets)

Willkommen im Steinbruch

Der Steinbruch zwischen Trechtingshausen und Burg Sooneck ist zwar nicht zu übersehen. Aber kaum jemand weiß, wie es dort wirklich aussieht. Wer den Horizont erweitern möchte: Am ersten Samstag im September (4.9.) öffnet die Betreibergesellschaft Hartsteinwerke Sooneck für einige Stunden ihre Tore. Der „Tag der offenen Tür“ – eigentlich eher ein halber Tag – geht von 9 bis 12 Uhr. Allgemeine Zeitung, De Beijer (Website des Steinbruch-Betreibers De Bejer)

 

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Rhein-Optimierung bei Bacharach: „Ich bin geschockt“

Die so genannte „Abladeoptimierung Mittelrhein“ ist weit mehr als nur das Ausfräsen der Fahrrinne. Das bundeseigene Großprojekt würde das Bild des Welterbetals deutlich verändern. In Bacharach sind Kommunalpolitiker und Anwohner entsetzt, berichtet „AZ“-Mann Jochen Werner. Vertreter der zuständigen Behörde haben dort ihre Pläne präsentiert. Im Kern geht es darum, möglichst viel Strömung in die Fahrrinne zu leiten; der Uferbereich abseits der Schiffsanlegestege spielt keine große Rolle mehr. Dazu soll ein über 1 Kilometer langes Längsbauwerk in den Strom gesetzt werden. Es beginnt etwa in Höhe des Klärwerks zwischen Bacharach und Rheindiebach und erstreckt sich stromabwärts bis hinter die große Sandbank.  Mittelrhein bei Bacharach

Foto: Henry Tornow / Romantischer Rhein Tourismus

Für die Bacharacher Insel haben sich die Ingenieure des Bundesverkehrsministeriums ein Querwerk augedacht, dass vom linken Rheinufer bis zur Spitze des Eilands reichen soll. Besitzer Friedrich Bastian fürchtet, dass der Rhein dort in trockenen Jahren ganz verschwinden wird. Auch in den anderen Uferabschnitten rechnet man mit einer Art Wattenmeer aus Wasserpfützen und Schlammflächen. Die Mitglieder des fast 140 Jahre alten Bacharacher Rudervereins sehen ihren Sport am Ende. „Ich bin geschockt“, zitiert die „AZ“ Bacharachs 2. Beigeordneten Rainald Kauer. Auch der frühere Stadtbürgermeister Karlheinz Schleis fühlt sich getäuscht – das zuständige Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt habe alle Hinweise der Anwohner vom Tisch gewischt und vertrete die Interessen der Logistikbranche, so der Vorwurf.

Falls sich die Behörde durchsetzt, käme der Ausbau zudem zum ungünstigsten Zeitpunkt – im Jahr der Bundesgartenschau 2029. Das Bundesverkehrsministerium will nicht nur zwischen Lorch und Bacharach baggern. Weitere Maßnahmen sind am Geisenrücken bei Oberwesel geplant.  Allgemeine Zeitung, WSA Rhein (Infos zur „Abladeoptimierung Mittelrhein“) 

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