Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

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„Ein absolutes Kleinod“

In das wahrscheinlich schönste Materiallager am Mittelrhein sollen bald Millionen fließen. Laut „AZ“ hat sich ein Investor für den so genannten „Tonnenhof“ in Bacharach gemeldet. Das elegante Bruchsteingebäude liegt am Rand der Rheinanlagen nur einen Steinwurf vom Ufer entfernt und wird bislang noch als kommunaler Bauhof genutzt. Weil die Lage Besseres verdient hat, träumt man in der Stadt seit Jahren von einem ganzjährig geöffneten Ausflugslokal mit Rheinterrasse. Jetzt hat sich jemand gefunden, den die Zeitung als „Unternehmer aus dem Raum Bingen“ beschreibt. Der Name soll erst öffentlich werden, wenn der Bacharacher Stadtrat informiert ist. Der Mann habe bereits einen Pächter mit Mittelrhein-Erfahrung an der Hand, schreibt „AZ“-Reporter Jochen Werner. Geplant sind ein Anbau im Stil des bestehenden Gebäudes, der die Fläche auf über 240 Quadratmeter erweitert. 2 Panoramafenster sollen den Blick auf die Insel Heylesen Werth und die Burg Stahleck öffnen. Der Investor kalkuliert mit Kosten von knapp 2 Millionen Euro; er würde die Immobilie in Erbpacht übernehmen. Vom Standort ist er überzeugt:  „Der große Vorteil des Grundstücks liegt darin, dass es sich nicht an der Bahnlinie befindet. Dazu kommen der Rhein, der Radweg, der Parkplatz und der KD-Anleger. Alles zusammen macht den Tonnenhof zum absoluten Kleinod“, zitiert ihn die „AZ“. Wenn alles glatt geht, könnte das Lokal 2022 öffnen. Allgemeine Zeitung

Blick auf Bacharach am Rhein.

Blick auf Bacharach. Der eingeschossige „Tonnenhof“ ist vorne rechts am Ufer zu erkennen. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Friedrich Gier

Die Farbe LiLo

Am 14. März ist Wahltag in 3 Welterbe-Städten: In Boppard geht es um den neuen Bürgermeister, in Rüdesheim und Lorch um die Kommunalparlamente, die dort nicht Stadtrat, sondern Stadtverordnetenversammlung heißen. In Lorch könnte es ein Tag der Abrechnung werden. Dort ist das Verständnis für egomanischen Dauerzank so gut wie aufgebraucht. Nachdem SPD und CDU eine Parlamentssitzung boykottiert und beschlussunfähig gemacht hatten, platzte mehreren Bürgern der Kragen. Sie wollen mit einer unabhängigen Liste zur Wahl namens „LiLo“ (Liste Lorch) zur Wahl antreten und die Blockade beenden. Sprecher ist der frühere SPD-Mann Joachim Eckert. Seine Ex-Partei hat unterdessen Mühe, eine Kandidatenliste aufzustellen. Laut „Wiesbadener Kurier“ haben sich statt 19 wie beim letzten Mal nur 9 Bewerber für die Stadtverordnetenversammlung gefunden, darunter der konfliktfreudige Fraktionschef Georg Breitwieser. Breitwieser befeuert die parlamentarische Fundamentalopposition gegen den parteilosen Bürgermeister Ivo Reßler, hat aber selbst nur wenig Rückhalt in der Bevölkerung: Bei der Bürgermeisterwahl 2019 kam er mit 9,4 Prozent der Stimmen nicht über den ersten Wahlgang hinaus. Wegen des kommunalpolitischen Dauerkrachs hat die hochverschuldete Stadt noch immer keinen Haushalt verabschiedet. Wiesbasdener Kurier

Boppard braucht euch

Bis zur Corona-Krise galt Boppard als Einkaufsidylle am Mittelrhein. Während ringsum die Innenstädte mehr und mehr verödeten, florierte hier der Handel fast wie in alten Zeiten. Das ist bis auf weiteres vorbei. Die „RZ“ hat sich in den Läden umgehört und mit Geschäftsleuten gesprochen, die mehr denn je auf die Solidarität ihrer Kunden angewiesen sind. Rhein-Zeitung

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Bingen entdeckt das Barock und ein Oberweseler erforscht den wahren Werner

„Fruchtmarkt“ klingt nach idyllischer Altstadt, Einkaufsbummel und Straßencafé. In Bingen steht „Fruchtmarkt“ allerdings für Bahnhofsviertel-Charme und stadtplanerischem Offenbarungseid. Das Areal zwischen Altstadt, Bahngleisen und Nahemündung gehört noch immer zu den trostlosesten der Stadt. Die große Gestaltungslösung steht noch aus, aber laut „AZ“ endet schon jetzt eines der traurigsten Kapitel der Fruchtmarkt-Misere, der Verfall des barocken „Struth’schen Hauses“. Das denkmalgeschützte Gebäude aus dem 18. Jahrhundert wird saniert und soll unter Stuckdecken einmal Platz für 8 Mietwohnungen auf insgesamt 600 Quadratmetern bieten. Nebenan entsteht ein Neubau für die Sparkasse Rhein-Nahe. Er ersetzt die bisherige Hauptstelle an der Mainzer Straße. Allgemeine Zeitung, YouTube (Video-Botschaft von OB Thomas Feser)

Blick auf Bingen am Rhein und die Nahemündung.

Blick auf Bingen: Das barocke „Struth’sche Haus“ ist im Vordergrund rechts erkennbar. Foto: Romantischer Rhein-Tourismus / Henry Tornow.

Die Wahrheit über Werner

„Tötungsdelikt“ würde die deutsche Justiz heute das nennen, was sich 1287 mutmaßlich in Oberwesel ereignete: Ein Jugendlicher namens Werner kam gewaltsam ums Leben, seine Leiche wurde in Bacharach gefunden. Niemand konnte die Tat je aufklären, aber viele habe lange Zeit Kapital daraus geschlagen: Antisemiten, die eine Ritualmord-Legende erfanden und Hass auf jüdische Konkurrenten schürten, pseudochristliche Plünderer, die sich am Eigentum ermordeter Juden bereicherten, geltungsbedürftige Priester, die vom Werner-Kult profitierten und regionale Eliten, die jahrhundertelang mit Werner-Wallfahrten Kasse machten. Noch in den 70er Jahren pflegte man in Oberwesel eine „Heiligengeschichte“, die nie eine war. Erst jetzt ist eine umfassende wissenschaftliche Aufarbeitung des Werner-Kults erschienen. Das 616-Seiten-Werk stammt vom Oberweseler Historiker Walter Karbach. Vorgestellt wurde es an der Bacharacher Wernerkapelle, dem früheren Begräbnisort Werners. Die hochgotische Ruine ist heute ein Symbol für bürgerschaftliches Engagement und interkulturelle Versöhnung. Peter Keber, Vorsitzender und Motor des Bauvereins Wernerkapelle, hat das Buchprojekt u.a. durch Mittel aus der neuen Keber-Klein-Stiftung unterstützt. „Werner von Oberwesel: Ritualmordlüge und Märtyrerkult“ ist im Verlag Josef Karbach erschienen und kostet 45 Euro. (ISBN 978-3-00-064849-6). Allgemeine Zeitung, Mittelrheingold (7 Fragen an Peter Keber, Februar 2020)

Buchvorstellung an der Wernerkapelle. V.l.n.r.: Bacharachs katholischer Pfarrer Michael Knipp, Peter Keber, VG-Bürgermeister Karl Thorn, Walter Karbach. Foto: Jochen Schlosser.

Buchvorstellung an der Wernerkapelle. V.l.n.r.: Bacharachs katholischer Pfarrer Michael Knipp, Peter Keber, VG-Bürgermeister Karl Thorn, Walter Karbach. Foto: Jochen Werner.

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Die Welterbe-Winzerin Nr. 1 kommt aus Lorch

3 Winzer aus dem Welterbe-Tal stehen beim Schweizer Weinmagazin „Vinum“ ganz oben auf dem Zettel. Bundesweite „Entdeckung des Jahres“ ist Carolin Weiler aus Lorch. Der Shooting-Star aus dem mittelrheinischen Teil des Rheingaus wurde 2019 bereits von der „FAZ“ ausgezeichnet. Für das Anbaugebiet Mittelrhein wählte die Redaktion das Bacharacher Weingut Dr. Kauer zum „Winzer des Jahres“. Eigentlich könnte es auch „Winzerin des Jahres“ heißen, denn Gründer Dr. Randolf Kauer wird mittlerweile von seiner Tochter Anne unterstützt. Sie baut das Bio-Weingut gerade zum Vollerwerbsbetrieb aus. („Wieder-)Entdeckung des Jahres“ ist der Steeger Winzer Marco Hofmann. Das Anbaugebiet Mittelrhein ist nicht mit dem Welterbe-Gebiet identisch. Es reicht im Norden bis weit über Koblenz hinaus und im endet im Süden rechtsrheinisch schon bei Kaub. Lorch und Rüdesheim gehören zum Anbaugebiet Rheingau. VinumMittelrheingold (7 Fragen an Carolin Weiler, Februar 2019)

Carolin Weiler. Foto: Weingut Weiler.

Carolin Weiler. Foto: Weingut Weiler.

Die Buga-Musterschüler von der rechten Rheinseite

Beim Thema Bundesgartenschau 2029 tut sich am rechten Ufer besonders viel. Lorch fällt schon länger als Klassenbester auf; dort werden jetzt auch Standorte im Hinterland erkundet. Laut „Wiesbadener Kurier“ ist u. a. die frühere Schiefergrube „Wilhelms-Berg-Stollen“ im Ortsteil Wollmerschied im Gespräch. Nebenan in der Verbandsgemeinde Loreley hat der im März neu gewählte Bürgermeister Mike Weiland die Buga zur Chefsache erklärt und sämtliche Kommunen zu Vorschlägen aufgefordert. Mittlerweile liegt eine lange Wunschliste vor, die gemeinsam mit der neuen Buga-GmbH ausgewertet werden soll. Wiesbadener Kurier ( Lorch), Rhein-Zeitung (VG Loreley)

Schaufenster-Parken in der Innenstadt

In Bingen wird eine ungewöhnliche Maßnahme gegen Laden-Leerstand diskutiert: Aufgegebene Geschäfte könnten als Park-Garagen für E-Bikes dienen. Die Idee stammt aus den Niederlanden und ist von den Binger Grünen aufgegriffen worden. In der Binger City fehlt es derzeit an Stellplätzen für hochwertige Räder. Gleichzeitig gibt es an Überangebot an Ladenlokalen. Allgemeine Zeitung

Bingen verliert einen Großbäcker

1971 übernahm Ludger Lüning die Bäckerei seines Großvaters in der Binger Innenstadt. In fast 50 Jahren machte er aus dem kleinen Handwerksbetrieb ein regionales Back-Imperium mit rund 850 Mitarbeitern, 60 Filialen, Gastronomie und der Alten Wagenausbesserungshalle am Bingerbrücker Rheinufer als Event-Sahnehäubchen. Lüning wagte viel, gewann fast immer und gab, wenn Hilfe gebraucht wurde. Am Sonntag ist er gestorben. Lüning wurde 71 Jahre alt. Allgemeine Zeitung, SWR

In Manubach ist die Welt wieder in Ordnung

Knapp 300 Menschen leben im idyllischen Manubach, dem kleinsten der historischen „Viertälerorte“ (Bacharach, Steeg, Oberdiebach). Es waren einmal doppelt so viele. Jetzt scheint der Bevölkerungsschwund gestoppt. Laut „AZ“ gibt es kaum noch Leerstände und die Mini-Gemeinde muss keine Zuzugsprämien mehr zahlen. „Die Nachfrage ist größer als das Angebot“, zitiert die Zeitung den früheren Beigeordneten Walter Paulen. Allgemeine Zeitung

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