Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Schlagwort: Lahnstein Seite 1 von 41

Sonntagsreden an Bahngleisen und dicke Luft in Lorch

Mit dem Güterverkehr am Mittelrhein wie mit der Rheinquerung: Es wird viel disputiert, angekündigt, versprochen und noch mehr aneinander vorbeigeredet, aber pragmatische Lösungen gibt es wenige. Die Aufarbeitung des Lahnstein-Unfalls ist ein typisches Beispiel. Noch vor Abschluss der Ermittlungen standen die Schuldigen und die Unschuldigen fest. Die Lärmschutz-Initiative machte die Bahn und ihre Infrastruktur verantwortlich (ohne Belege dafür zu haben), die Bahn verwies auf ein privates Transportunternehmen. Das Ende vom Lied ist, dass sich erst einmal nichts ändert und eine beim Unfall zerstörte Weiche 1:1 ersetzt wird. Sie ist laut „RZ“ für maximal 40 Stundenkilometer vorgesehen und dürfte bei der nächsten Geschwindigkeitsübertretung an ihre Grenzen kommen. Mittlerweile ist dass ganze Ausmaß des Schadens klar: Zwischen 10.000 und 20.000 Liter ausgelaufenes Dieselöl sind nach wie vor im Boden und können trotz Abtrags von 20.000 Tonnen kontaminierter Erde nicht mehr aufgenommen werden. Gefahr für dass Trinkwasser bestehe nicht, heißt es. Ein Gutachten soll das weitere Vorgehen klären.

Bahnstrecke bei Kaub. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Henry Tornow

Bahnstrecke bei Kaub. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Henry Tornow

Beim Unfall eines Güterzugs am 30. August waren in Niederlahnstein mehrere Waggons entgleist und über 100.000 Liter Diesel ausgelaufen.  Die Hoffnungen der Politik richten sich jetzt auf eine gigantische neue Trasse zwischen Rhein-Main-Gebiet und Köln, die aber noch nicht einmal in Ansätzen geplant ist. Bis zu ihrer Fertigstellung könnten 30 Jahre vergehen.  Die „RZ“ kritisiert „Sonntagsreden“, die zu nichts führen. Allerdings gibt von der Bahn auch gute Nachrichten: Laut Bundesverkehrsministerium sind mittlerweile über 90 Prozent der Güterzüge mit Flüsterbremsen ausgestattet. Rhein-Zeitung (Lahnstein-Unfall mit lesenswertem Kommentar von „RZ“-Redakteur Tobias Lui), Rhein-Zeitung (Flüsternremsen)

Dicke Luft in Lorch

Wenn man es freundlich formuliert, hat Lorch etwas vom kleinen gallischen Dorf. Die Kommune am Ende des hessischen Rheingau ist traditionell zerstritten und neigt zur politischen Vendetta. Die überraschende Wahl des IT-Beraters Ivo Reßler zum Bürgermeister hat daran nichts geändert. Momentan gibt es Ärger wegen Bauarbeiten im Museum Lorch und in einer früheren Kita. CDU und SPD wittern Versäumnisse bei der Auftragsvergabe und sprechen von „ungeheuerlichen Vorgängen, die es in Lorch noch nicht gegeben hat.“ Speerspitze der Anti-Reßler-Bewegung ist SPD-Mann Georg Breitwieser. Er war bei der Bürgermeisterwahl 2019 im ersten Wahlgang ausgeschieden. Newcomer Reßler hat es nicht leicht, weil die Kassen leer sind, die kommunalpolitischen Platzhirsche CDU und SPD immer noch mit ihrer Niederlage hadern und die hessische Kommunalverfassung Bürgermeistern verhältnismäßig wenig Macht einräumt. Wiesbadener Kurier

Video: SWR-Wanderung auf der Loreley

„Landesschau Rheinland-Pfalz“-Moderator Holger Wienpahl war mit 2 Quiz-Gewinnern am Mittelrhein unterwegs. Besonders interessant: Das Ehepaar aus Koblenz (!) war bis dato noch nie auf der Loreley gewandert und kannte alles nur von Fotos.. Es wurde also höchste Zeit. SWR (Video)

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Der Erntekranz auf dem Marktplatz #bacharach #welterbeoberesmittelrheintal #tradition #herbst

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Genossen in Osterspai und Lahnstein am Limit

Pro 100 Einwohner 1 Laden: Am Mittelrhein war so eine Quote früher ganz normal. Auch im rechtsrheinischen Osterspai. Dem Ort gegenüber dem Bopparder Hamm erging es in den letzten Jahrzehnten wie den meisten anderen Gemeinden auch. Die ersten Läden verschwanden, dann die Post, dann die Bankfiliale, kurz darauf auch der Geldautomat, und irgendwann war fast gar nichts mehr da. Wo andere Gemeinden resignierten, spuckte Osterspai in die Hände. 2015 gründeten engagierte Bürger eine Genossenschaft und starteten den selbst organisierten Lebensmittelladen inklusive  Dorf-Bistro. Das Land gab Starthilfe. Heute ist ist der Bürgerbetrieb profitabel. Laut „RZ“ wird 2020 sogar eine Dividende ausgeschüttet. Pro 200-Euro-Genossenschaftsanteil gibt es 6 Euro. Das sind 3 Prozent und damit mehr als bei Aktien von RWE, BMW, Linde, SAP oder Beiersdorf. Rhein-Zeitung, burgenblogger.de (Moritz Meyer 2016 über die Genossenschaft), boerse-online.de (aktuelle Dividendenrenditen im DAX)

Blick auf den Bopparderv Hamm. Foto: Romantischer Rhein Touristmus / Henry Tornow

Blick auf den Bopparderv Hamm. Foto: Romantischer Rhein Touristmus / Henry Tornow

Lahnstein am Limit

In Lahnstein herrscht alles andere als Hafenromantik. Die Stadt würde das Gelände am liebsten umwidmen, Wohnungen am Wasser bauen und junge Unternehmen ansiedeln, aber das Land besteht auf den bisherigen Heavy-Metal-Betrieb. Der macht laut „RZ“ gerade ziemlich viel Ärger: Anwohner und Mitarbeiter benachbarter Firmen beschweren sich über Staub, Dreck, Lärm und andere Umweltbelastungen. Probleme bereiten u. a. Tonnen von Streusalz, die im Hafen umgeschlagen werden. Manches scheint daneben zu gehen. Rhein-Zeitung

Rüdesheim geht besser in die Luft

Die Rüdesheimer Seilbahngesellschaft investiert rund 4 Millionen Euro in ihre Talstation. In den kommenden Jahren soll u.a. der Einstieg für gehbinderte Gäste erleichtert werden. Geschäftsführer Rainer Orben lässt Rampen und einen Aufzug bauen. Außerdem wird energetisch saniert. Die charakteristische Bruchsteinfassade des Gebäudes bleibt erhalten. Wiesbadener Kurier

Vereinsrettung in Trechtingshausen

Hotel-Profi Katrin Gerwinat legt sich nicht nur auf Burg Reichenstein ins Zeug. Die Geschäftsführerin der Reichenstein GmbH engagiert sich auch in ihrer neuen Heimat Trechtingshausen und hat den Vorsitz im Heimatverein übernommen. Damit ist sie auch für das kleine Heimatmuseum im historischen Ortskern zuständig. Der Verein wäre um ein Haar aufgelöst worden, weil sich niemand mehr für den Vorsitz fand. Allgemeine Zeitung

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Das Touristik-Leben nach dem Lockdown

Nach dem katastrophalen Saison-Auftakt kommt der Tourismus am Mittelrhein wieder auf Touren. In der „AZ“ zieht Rhein-Nahe-Touristiker Christian Kuhn eine erste Bilanz. Gut laufen Camping, Ferienwohnungen und Außengastronomie. Bei den Hotels macht sich Aufwand in professionelle Hygiene-Konzepte bezahlt. Das Geschäft mit Gruppenreisen dagegen bleibt schwierig bis unterirdisch. Darunter leiden vor allem die Jugendherbergen. Die gute Nachricht ist: Der Ausfall der meisten internationalen Gäste konnte unerwartet gut kompensiert werden. Es kommen mehr deutsche Urlauber ins Tal und sie bleiben länger. Außerdem profitiert man von den einheimischen Balkon-Urlaubern, die ihre Heimat gerade neu entdecken. „Jetzt merken viele, dass sie echt einmal eine Traumschleife laufen und danach in einer Weinstube einkehren können“, so Kuhn in der „AZ“. Ob das Touristik-Comeback für alle Betriebe reicht, bleibt trotzdem fraglich. Allgemeine Zeitung

Burg Stahleck über Bacharach. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Henry Tornow

Burg Stahleck über Bacharach. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Henry Tornow

Bingens höchster Swimming-Pool

Apropos Tourismus-Betriebe: Zu den entspannteren Gastronomen am Mittelrhein gehört Jan Bolland vom „Papa Rhein“ in Bingen. Sein Hotel wurde während des Lockdowns erst noch gebaut. Die Eröffnung im August kommt im passenden Augenblick. „AZ“-Redakteurin Christine Tscherner war am Wochenende beim „Pre-Opening“ und schildert in der aktuellen Ausgabe ihre Eindrücke. Abgesehen vom urbanen Wein-Preis (7,50 für ein Glas Weißburgunder aus Bingen-Kempten) war der Tag des offenen Hotels ein voller Erfolg. Besonders gut kam der Swimming-Pool auf der Dachterrasse an. Das 114-Zimmer-Haus am Rheinufer startet am 28. August den regulären Betrieb. Allgemeine Zeitung

Eine lebhafte Hochzeitsnacht in Lahnstein

Unter die Kategorie „Hotelgäste, die niemand braucht“, fällt eine nicht  namentlich genannte Stimmungskanone, die am Samstagabend auf einer Hochzeitsfeier im 15. Stock des Lahnsteiner „Wyndham Garden“ ein bengalisches Feuerwerk zündete und es damit in die „Bild“-Zeitung schaffte: Der starke Rauch alarmierte die Feuerwehr, die das komplette Gebäude evakuierte und auf mögliche Brandherde untersuchte. Das Brautpaar verbrachte seine Hochzeitsnacht vermutlich auf der Flucht, denn es wurde ebenso wie seine Gäste nicht mehr gesehen. Rhein-Zeitung

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Loreley-Passage flussabwärts. #loreley #mittelrhein #schifffahrt #welterbe #wennrausdannrhein #wandern

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