Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Schlagwort: Lahnstein Seite 1 von 44

Kundenkontakte in Bingen und ein König in Koblenz

In Bingen brauchte es kein Corona, um die Innenstadt zu leeren. Der lokale Einzelhandel, von der Stadt nur mäßig unterstützt, schrumpft seit Jahren. Umso tapferer stemmen sich Ladenbesitzer jetzt gegen die Krise. In der „AZ“ beschreibt Redakteurin Christine Tscherner, wie Service aus der Distanz funktioniert. Beim über 200 Jahre alten Lederwarengeschäft Hagemann etwa können Binger einfach mit dem Smartphone knipsen, was ihnen im Schaufenster gefällt und das Bild in den Laden schicken. Hagemann liefert versandkostenfrei. Mittlerweile ist auch die Stadtverwaltung aufgewacht. Sie will Angebote lokaler Händler auf einer eigenen Internetseite bündeln. Allgemeine Zeitung, bingen.de („Einzelhandel Online“)

Der König der Gerüstbauer

Gerüstbau im Oberen Mittelrheintal ist eine Wissenschaft für sich. Denkmalschutz, steile Hänge und abenteuerliche Grundstücksgrenzen stellen selbst erfahrene Profis vor immer neue Herausforderungen. Kein Wunder, dass der König der Gerüstbauer in einer Welterbe-Kommune zu Hause ist: Der Koblenzer Christian Fleck hat sich auf historische Gebäude spezialisiert und schon die Burg Hohenzollern, das das Heidelberger und das Schweriner (Insel-)Schloss eingerüstet. Die bisherige Krönung seiner Laufbahn ist Neuschwanstein. Laut „RZ“ ist Fleck mit 22 Tonnen Material im Inneren des Märchenschlosses zugange. Der Freistaat Bayern lässt König Ludwigs Prunkräume gerade für rund 20 Millionen Euro sanieren. Apropos Gerüstbau. Falls Markus Reckert aus Oberdiebach das hier liest: Da wäre noch dieses Dach in Bacharach …. 😉   Rhein-Zeitung, fleck-geruestbau.de

Der Trompeter von Koblenz

Zu den vielen kleinen Lichtblicken inmitten der Corona-Tristesse gehört die Geschichte von Klaus Dannert.  Der Koblenzer tritt fast jeden Abend um 19 Uhr mit dem Glockenschlag der St. Josefskirche auf seinen Balkon und spielt ein kleines Trompetensolo für seinen Wohnblock in der Südlichen Vorstadt.. Dannert ist 90 Jahre alt und freut sich über die Wirkung auf die Nachbarschaft: „Jedesmal, wenn ich fertig bin, entstehen kleine Gespräche von Balkon zu Balkon.“ SWR (Video)

Handy am Steuer, Ungeheuer

Eine Verkehrskontrolle der Lahnsteiner Polizei hat gerade 18 (!) Verstöße gegen das Handy-Verbot am Steuer offenbart. Es wurde nicht nur telefoniert, sondern auch während der Fahrt getippt. Die Zahl sei „insbesondere vor dem Hintergrund des pandemiebedingt deutlich reduzierten Fahrzeugverkehrs erschreckend hoch“, zitiert die „RZ“ einen Polizeisprecher. Die Nutzung eines Handys am Steuer lenke „unglaublich ab“  und erhöhe „das Unfallrisiko deutlich.“ Die Smartphone-Junkies müssen jeweils100 Euro Strafe zahlen und kassieren zusätzlich einen Punkt in Flensburg. Immerhin zeigten sich die meisten von ihnen einsichtig. Rhein-Zeitung

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Was macht eigentlich Slow Down Loreley?

Für Fans des 720-Betten-Hotels „Slow Down Loreley“ ist es ganz einfach: Schon im kommenden Frühjahr sollen die Bauarbeiten hoch über dem Tal beginnen, damit 2024 die ersten Gäste anreisen können. Landschaftsschützer finden das Mega-Projekt durchaus gewagt. Das Hoteldorf mit Hauptgebäude, Villen und weiteren Ferienwohnungen wäre zwar nicht vom Fluss aus zu sehen, würde aber die Aussicht von der benachbarten Loreley und vom gegenüberliegenden Urbar kaum widerruflich verändern. Für die Unesco kein Problem, versicherten die Investoren und ihr Sympathisanten bisher. Man stehe im „stetigen Dialog mit der Welterbekommission“, hieß es vor wenigen Monaten in der Lokalausgabe der „Rhein-Zeitung“. Tatsächlich hat sich die Unesco noch gar nicht geäußert. Das geht aus einer Stellungnahme der Kreisverwaltung in Bad Ems hervor. Sie muss das Bauvorhaben genehmigen, bevor die ersten Bagger kommen. Auf eine Anfrage der Grünen im Rhein-Lahn-Kreistag teilte Landrat Frank Puchtler mit, dass zum Thema Welterbe-Status bisher nur die Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord in Koblenz angefragt wurde. Die wiederum soll das zuständige Wissenschaftsministerium in Mainz kontaktieren, von dem man eine „Bewertung“ erwartet. Die Unesco selbst kam noch nicht zu Wort. Sie kann ohnehin erst im Sommer 2021 entscheiden. Dann findet im chinesischen Fuzhou die nächste Sitzung des Welterbekomittees statt. Der Investor könnte vorher schon Fakten geschaffen haben.

Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Henry Tornow

Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Henry Tornow

Laut Kreisverwaltung gibt es für das Projekt keine Umweltverträglichkeitsprüfung. Auch die Auswirkungen auf die Gastronomie im Tal wurde nicht untersucht. Sicher ist nur, das das Gebäude-Ensemble lange stehen würde –  unabhängig von Nutzung und wirtschaftlichem Erfolg. O-Ton Kreisverwaltung: „Die Forderung nach einer Rückbauversicherung ist der Unteren Bauaufsichtsbehörde … rechtlich nicht möglich.“ Rhein-Zeitung, unesco.de (Welterbekomittee)

Ein Andenken an die Deutschen Bahn

Eisenbahn-Fans müssen die Wohnung von Sebastian Schmitt lieben: Der Feuerwehrmann überblickt von seinem Fenster aus das Gewusel am Lahnsteiner Bahnhof. Schmitts Wohnlage war im August Glück im Unglück. Als ein Güterzug mit Dieselöl-Ladung entgleiste, war er als Wehrführer sofort im Einsatz. In einer aktuellen SWR-Reportage wundern sich Schmitt und sein Oberbürgermeistert Peter Labonte über die Krisen-Kommunikation der Bahn und das, was seitdem nicht passiert ist. Nach wie vor werden 90.000 Liter Diesel im Erdreich vermutet. Wer für eventuelle Spätfolgen haftet, ist unklar. SWR (Video)

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Rheinstein knipst das Licht an

Mit ihrer märchenhaft beleuchteten „Weihnachtsburg“ hat es Familie Hecher sogar in die Londoner Presse geschafft. 2018 nahm der renommierte „Daily Telegraph“ Burg Rheinstein in eine Liste europäischer Top-Reiseziele auf. Die spektakuläre Advent-Aktion verlängert den Hechers seit einigen Jahren die Saison. Nur diesmal müsste es eigentlich zappenduster bleiben. Rheinstein ist zum zweiten Mal im Lockdown und bringt kein Geld; Umsatz kommt nur durch den Online-Shop herein. Trotzdem drehen die Besitzer auch jetzt wieder das Licht an. Bis zum 2. Weihnachtsfeiertag wird die Mutter aller Rheinromantik-Burgen weithin sichtbar illuminiert. Die Familie lässt sich das mehrere 100 Euro auf der Stromrechnung und eine Menge Arbeitsstunden kosten. Markus Hecher und sein Sohn Marco sind die Könige der Kundenbindung. Sie bringen sich auf Facebook, Instagram und YouTube auch dann in Erinnerung, wenn es eigentlich gar nichts zu verdienen gibt. Auf die Zwangspause im Frühjahr reagierten sie mit einer eigenen Video-Serie, auf den dunklen Dezember mit einem digitalen Adventskalender. Die Rheinstein-Besitzer setzen sich seit Jahren für ganzjährigen Mittelrhein-Tourismus ein. Allgemeine Zeitung, burg-rheinstein.de

Burg Rheindstein in farbiger Adventsbeleuchtung.

Rheinstein im Weihnachtsmodus. Foto: Fam. Hecher

Post aus Oberwesel

Apropos Macher und Corona-Krise: Die „Rhein-Zeitung“ hat sich unmittelbar vor dem Shutdown 2.0 bei Einzelhändlern im Rhein-Hunsrück-Kreis umgehört. Zu denen, die die Ladenschließung besser als andere wegstecken, gehört Franziskus Weinert vom Spiel- und Schreibwarengeschäft Hermann in Oberwesel. Er hat sich mit digitalem Versandhandel ein zweites Standbein geschaffen und schickt pro Tag bis zu 200 Pakete auf die Reise. Außerdem gibt es einen lokalen Liefer- und Abholservice. Rhein-Zeitung, hermann-oberwesel.de, Mittelrheingold (7 Fragen an Franziskus Weinert, August 2018)

Lahnstein wird Impf-Zentrale

Impfungen sind das letzte und hoffentlich ultimative Mittel gegen den Virus. Von den gerade errichteten 36 rheinland-pfälzischen Impfzentren steht eines im Welterbe-Tal: Lahnstein wird die zentrale Impfstelle für den Rhein-Lahn-Kreis. In einer früheren Lidl-Filiale sollen zunächst 400 Menschen pro Tag versorgt werden. Im nächsten Schritt wird die Kapazität verdoppelt, dann impft man in 2 Schichten. Aus Sorge vor Amok-Anschlägen durchgeknallter Impfgegner wurden rund um das Gebäude Beton-Poller installiert. Rhein-Zeitung

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