Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

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Ausverkauf in Lahnstein und Impfrekord in Lorch

Zuerst fehlten der katholischen Kirche nur die Priester, aber allmählich gehen ihr auch die Gläubigen aus. In Lahnstein geht es angesichts leerer Kirchenbänke und schwindender Einnahmen schon ans Eingemachte. Die Großpfarrei St. Martin, die bis nach Braubach reicht, plant den Verkauf zahlreicher Immobilien, darunter mehrerer Kapellen. Laut „RZ“ stehen u. a. die Lahnsteiner Heilig Geist Kapelle, die Josefskapelle und Ölbergskapelle zur Disposition. In Braubach will man sich von der Kirche und vom Pfarrhaus trennen. Lahnstein und Braubach gehören wie alle anderen rechtsrheinischen Welterbe-Gemeinden zum Bistum Limburg, das auch Frankfurt und Wiesbaden umfasst. Die gesamte Diözese zählt nur noch 550.000 Katholiken – ein Drittel weniger als 1981. Experten rechnen damit, dass es im Jahr 2060 weniger als 300.000 sein werden. Schon heute sind die meisten Mitglieder Karteileichen: Nicht einmal jeder Zehnte besucht regelmäßig den Gottesdienst. Rhein-Zeitung

Die Lahn kurz vor der Mündung in den Rhein. Foto: Romantischer Rhein-Tourismus / Henry Tornow

Die Lahn kurz vor der Mündung in den Rhein. Foto: Romantischer Rhein-Tourismus / Henry Tornow

Immunität in Lorch

Kommunalpolitisch lief in Lorch nicht immer alles rund, aber im Kampf gegen Corona ist das Städtchen umschlagbar. Das örtlichen Ärzte-Trio Matthias Ott, Brigitte Haschä und Michael Ohme impft, was das Zeug hält. 300 Dosen werden pro Tag im Rittersaal des Hilchenhauses verabreicht, selbst Rheinsteig-Wanderer kriegen ihre Spritze, wenn etwas übrig bleibt. Die Lorcher Apothekerin Kathrin Büschenfeld macht es möglich. Sie organisiert den Nachschub der Marken Biontech, AstraZeneca und Johnson & Johnson. Lorch gilt mittlerweile als durchgeimpft. Wiesbadener Kurier

2022 kommt der nächste Burgenblogger

Apropos Corona: Auch wenn die Inzidenzwerte weiter sinken, für das Projekt „Burgenblogger“ kommt die neue Sommer-Normalität zu spät. Wie schon 2020 wird auch in diesem Jahr kein Blogger auf Burg Sooneck einziehen. Es sei noch nicht möglich, „sich frei und ohne Einschränkungen unters Volk zu mischen, das Obere Mittelrheintal und seine Menschen dabei kennenzulernen und zu beschreiben“, heißt es mit Blick auf das pandemische Restrisiko und die letzten noch bestehenden Kontaktverbote. 2022 soll es endlich weitergehen. Dann erscheint auch das Buch der bislang letzten Burgenbloggerin Mareike Knevels über ihre Eindrücke aus dem Tal. Buga-Blog

One Night Stand in Salzig

Ein ordentlicher deutscher Jägerzaun-Campingplatz nach allen Regeln der Verwaltungskunst ist es nicht, was der Verkehrs- und Verschönerungsverein Bad Salzig plant. Aber ein „Trekking Camp“ für mobile Outdoor-Fans. Auf einer Wiese unterhalb der Vereinshütte sollen Wanderer für eine Nacht ihre Zelt aufschlagen dürfen. Das Angebot für Camping-Puristen umfasst neben grüner Mittelrhein-Natur eine Feuerstelle mit Sitzgelegenheiten und für den Fall der Fälle eine Kompost-Toilette. In der Pfalz ist das Konzept „Trekking Camp“ schon länger bekannt und erfolgreich. Rhein-Zeitung

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Freitags kommt Mittelrheingold mit der Post

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Bankenschwund in St. Goar und Triebstörung in Rüdesheim

Die gute Nachricht ist: In St. Goar gibt es immer noch eine Sparkasse und eine Volksbank. Menschen arbeiten in den Filialen aber nicht mehr. Nach der Teilschließung der Volksbank 2016 hat auch die Sparkasse endgültig auf Automaten-Service umgestellt. Immerhin gibt es für die freigewordene Schalter- und Bürofläche eine sinnvolle Weiternutzung. Laut „RZ“ zieht dort die städtische Tourist-Info ein. Mit dem Sparkassen-Automaten ist St. Goar im Vergleich zu Bacharach noch gut bedient: Dort ist die Sparkasse mittlerweile ganz verschwunden. Dafür hält die Volksbank noch mit Mensch und Maschine die Stellung. Rhein-Zeitung

Burg Rheinfels gehört der Stadt St. Goar. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Friedrich Gier

Blick auf St. Goar. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Friedrich Gier

Triebstörung in Rüdesheim

In den vergangenen Jahren gab es in den Mittelrhein-Weinbergen vor allem ein Problem: Wann gibt es endlich Regen? Abgesehen von den Trockenschäden waren die Jahrgänge fast schon Selbstläufer. An den Stöcken hing mal mehr (2018) und mal weniger (2019), aber die Qualität war gut und größere Ausfälle gab es nur vereinzelt. Das Weinjahr 2021 ist deutlich sportlicher gestartet. Am ersten Juni-Wochenende haben Unwetter vor allem in Rüdesheim und Assmannshausen  erhebliche Schäden angerichtet. Oberhalb der Burg Ehrenfels war besonders heftig. Der „Wiesbadener Kurier“ berichtet über 50 Liter Regen pro Quadratmeter und Hagel. Laut Weinbauberater Bernd Neckerauer brachen Triebe ab und Gescheine wurden beschädigt. Hinzu kommt: Der aktuelle Mix aus Niederschlag und warmen Wetter ist ein Paradies für Pilzkrankheiten. Das staatliche Weinbauamt empfiehlt den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Wiesbadener Kurier

Das neue Gesicht der Rheinallee

Apropos Rüdesheim: Die Stadt will ihre Bürger an den Planungen rund um die Rheinallee beteiligen. Dabei geht es u. a. um die Gestaltung der zukünftigen Bahn-Haltestelle. Der Neubau wird nötig, weil der denkmalgeschützte Bahnhof am Ortsausgang Richtung Assmannshausen nicht barrierefrei umgebaut werden kann. Ideen und Hinweise sollen ab Juli in einen Architektenwettbewerb einfließen. Wer mitmachen will: Auf der Website „Rüdesheim gestalten“ gibt es alle wichtigen Infos.

Lahnstein erwacht aus dem Kultur-Koma

In Lahnstein ist die kulturlose Zeit vorbei. Den Neustart nach dem Lockdown feierte das kleine Stadttheater mit einem Chanson-Abend. Silva Heil und Ulrich Cleves präsentierten im Garten des Nassau-Sporkenheimer Hofes Lieder von Edith Piaf und Marlene Dietrich. Das Publikum war so ausgehungert, das noch nicht einmal ein heftiger Regenguss zwischendurch störte. Rhein-Zeitung, Theater Lahnstein

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Keine Brücke bei Bingen und der Lok-Rambo von Lahnstein

Rein rational betrachtet würde die Rheinbrücke zwischen Bingen und Rüdesheim mehr Sinn machen als zwischen St. Goar und St. Goarshausen. Die Kommunen sind größer, die Anbindung an die Autobahn ist einfacher, das Verkehrsaufkommen in Richtung Rhein-Main-Gebiet höher. In der jahrzehntelangen Brückendiskussion am Mittelrhein tauchte die südliche Variante aber immer nur als zusätzliche Querung auf, nie als Alternative. Wie es aussieht, wird es nichts von beidem. Ein Gutachten hat ergeben, dass die Brücke „nicht genehmigungsfähig“ wäre und vor keinem Verwaltungsgericht bestehen würde. Laut Planungsbüro Bosch und Partner hätte der Bau zu starke Auswirkungen auf die Tierwelt am Ufer. Die Experten hatten 2 Varianten geprüft. Eine ebenfalls diskutierte Rad- und Fußgängerbrücke gehörte nicht zum Auftrag. SWR, Wiesbadener Kurier

Rheinblick vom Binger Rochusberg. Foto: Stadt Bingen.

Der Lok-Rambo von Lahnstein

Der Lahnsteiner Zugunfall vom 30. August ist noch nicht ganz aufgeklärt, aber laut „Rhein-Zeitung“ saß damals ein Lokführer mit Hang zu hohen Geschwindigkeiten und Selfies am Steuer. Der Mann soll nach mehreren Regelverstößen im Dienst mittlerweile seine Lizenz verloren haben. In einem Fall habe er bei Tempo 95 ein Handy-Video gedreht, heißt es. Er war auch am Unglückstag in Lahnstein schneller unterwegs als erlaubt. Nach der Entgleisung mehrerer Waggons liefen 180.000 Liter Diesel aus. Vieles davon ist noch immer im Boden. Rhein-Zeitung

Marion Christian ist wieder da

Die langjährige Pflegedirektorin und Geschäftsführerin der Loreley-Kliniken hat einen neuen Job. Laut Fachportal „Klinik Management Aktuell“ startet Marion Christian im kommenden Monat als Pflegedirektorin im Katholischen Klinikum Mainz. In Oberwesel war der Führungsstil der heute 52-Jährigen umstritten. Mitarbeiter:innen warfen ihr vor, nicht genug für die Zukunft der Kliniken gekämpft zu haben. Die Krankenhäuser in Oberwesel und St. Goar wurden 2020 geschlossen. KMA Online

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