Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Schlagwort: Lahnstein Seite 1 von 52

Der nächste Machtwechsel am Mittelrhein und eine Jugendherberge in Not

3 Monate nach dem Rückzug von Boppards Langzeit-Bürgermeister Walter Bersch verabschiedet sich der nächste  Alpha-Politiker in den Ruhestand. In Lahnstein übergibt Oberbürgermeister Peter Labonte sein Amt an Lennart Siefert. Es ist ein echter Generationswechsel und für manche fast ein Kulturschock. Siefert ist 27 Jahre jünger, ohne CDU-Parteibuch und eher im T-Shirt als mit Krawatte unterwegs. In der „Rhein-Zeitung“ äußert sich Labonte ungewöhnlich offen über seinen Abschied. Er deutet ein Burn-out im Jahr 2020 an und räumt ein, dass seine letzten beiden Jahre im Amt nicht die besten waren. Labonte war seit 1997 Oberbürgermeister. Er bleibt in Lahnstein wohnen und hinterlässt seinem Nachfolger die Aussicht auf blühende Stadtlandschaften: Die Bundesgartenschau-Gesellschaft investiert hier mehr als in jedem anderen Ort am Mittelrhein. Bis zur Buga wechseln noch weitere wichtige Akteure im Tal. Allein 2022 gibt es Landratswahlen im Rhein-Hunsrück-Kreis und im Rhein-Lahn-Kreis und neue Verbandsbürgermeister für Rhein-Mosel (Rhens, Spay, Brey) und Rhein-Nahe (u. a. Bacharach). Neue Köpfe sind garantiert, denn wie in Boppard und Lahnstein treten auch hier keine Amtsinhaber mehr an. Rhein-Zeitung (€)

Schamott-Schlösschen am Lahnsteiner-Rheinufer. Foto: Henry Tornow / Romantischer Rhein Touristik

Schamott-Schlösschen am Lahnsteiner-Rheinufer. Foto: Henry Tornow / Romantischer Rhein Touristik

„Bis Juni halten wir nicht noch einmal durch“

Nach 2 Jahren Corona steht der Binger Jugendherberge das Wasser bis zum Hals. Die „AZ“ hat sich mit Herbergschef Christian Kupper unterhalten, lange Zeit einer der erfolgreichsten Gastgeber am Mittelrhein. Kupper schafft unter normalen Umständen sogar Auslastung im Winter, aber Corona trifft ihn härter als normale Mittelrhein-Hoteliers. Jugendherbergen leben vor allem von Klassenfahrten und Gruppenreisen. Gerade hier hagelt es weiter Stornierungen. Die gestiegene Nachfrage nach Familienurlauben gleicht das nicht aus. 2021 verzeichnete das Haus im Stadtteil Bingerbrück keine 12.000 Übernachtungen. 20.000 wären nötig gewesen, um beim Betrieb nicht draufzuzahlen. In der „AZ“ redet Kupper nicht drumherum: „Bis Juni halten wir nicht noch einmal durch“. Allgemeine Zeitung (€), Jugendherberge Bingen

Ein Startup aus Bingen

Manchmal steckt in der Krise auch eine Chance. Pia Struck, Unternehmensberaterin aus dem Binger Stadtteil Kempten, hatte 2020 wegen Corona weniger zu tun als üblich und kam auf die Idee, eine Alternative zum klebrig-süßen Müsliriegel zu entwickeln. Mittlerweile ist daraus eine ganze Produktfamilie, eine Marke („Spicebit“) und eine Firma mit Online-Shop geworden. Die gesunden Snacks gibt es u. a. bei Edeka und Alnatura. Allgemeine Zeitung (€), Spicebit

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Die verschlafene Saison

Eingeborene Mittelrheiner behaupten, dass man im Winter nackt durch Bacharach oder St. Goar spazieren könne – es würde niemand bemerken. Tatsächlich tobt in den Touristenorten nicht gerade der Bär. Die meisten Hotels und Lokale haben geschlossen, und auch wenn engagierte Gastronomen immer wieder versuchen, die Saison zu verlängern: Ein Winterreiseziel ist das Welterbetal noch immer nicht geworden. Die Tourismusorganisation „Romantischer Rhein“ will das ändern.  „Auch wir haben tolle Angebote für die kalte Jahreszeit vorzuweisen“, sagt Geschäftsführerin Kristina Neitzert. Sie verweist auf die Wanderwege, Weinproben und Stadtführungen. Neitzert will das Thema auch im Internet vorantreiben. Eine neue Website soll Lust auf den Winter im Tal machen. Was fehlt, sind gastronomische Angebote. Die meisten Lokale halten Winterschlaf und die wenigen Winter-Angebote sind nur schwer zu finden. Romantischer Rhein (Winter-Website)

Rheintal im Winter. Foto: Romantischer Rhein / Andreas Pacek

Rheintal im Winter. Foto: Romantischer Rhein / Andreas Pacek

Lahnstein macht dicht

Apropos Winterruhe: Wegen Corona verzichtet Lahnstein weiterhin auf städtische Veranstaltungen. Es gibt weder Theater- noch reguläre Bibliotheksbesuche. Wer sich ein Buch ausleihen möchte, muss sich anmelden. Der scheidende Oberbürgermeister Peter Labonte hatte schon im November strikte Einschränkungen durchgesetzt. Lahnstein ist strenger als andere Mittelrhein-Kommunen. In Boppard dagegen soll am Samstag ein Neujahrskonzert stattfinden. Rhein-Zeitung (€)

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Die Wut der Wirte

Die neuen Corona-Maßnahmen schocken die Wirte im Welterbetal. „Lockdown durch die Hintertür“ nennt Marcus Fetz vom Loreley-Hotel in Dörscheid die 2-Plus-Regel, die ab Samstag in Rheinland-Pfalz gilt. Dann dürfen Geimpfte und Genesene nur noch mit zusätzlichem Test in die Lokale. Das Hauptproblem seien die fehlenden Teststationen, so Fetz in der „RZ“.  Auf dem flachen Land müsse man „in der halben Weltgeschichte rumfahren, um einen Test machen zu lassen. Das nimmt doch keiner auf sich“. Wenige Kilometer weiter in Lorch genügt das Impfzertifikat, denn Hessen hat sich für die moderatere 2G-Regel entschieden. Darum verläuft auch zwischen Bingen und Rüdesheim eine Art Corona-Grenze: Binger Restaurantbesucher brauchen ab Samstag einen Test, Rüdesheimer nicht. Rhein-Zeitung (Fetz), Frankfurter Rundschau (Corona-Regeln in Hessen)

Blick auf Lorch am Rhein. Foto: Stadt Lorch

Corona-Realität am Mittelrhein: In Lorch genügt 2G, in Bacharach nicht. Foto: Stadt Lorch

Die Wege des Buga-Geldes

Apropos „RZ“: In der Rhein-Lahn-Ausgabe hat Buga-Geschäftsführer Berthold Stückle erklärt, warum die Bundesgartenschau so viel in Lahnstein investiert. Ein wesentlicher Faktor ist das Platzangebot. Am Lahnsteiner Rheinufer stehen fast 17 Hektar zur Verfügung – genug, um den Besuchern viel für ihr Eintrittsgeld zu bieten. Die Neugestaltung soll weit über das Buga-Jahr 2029 hinausreichen. Ähnlich wie bei der Landesgartenschau in Bingen geht es um dauerhafte Aufwertung. Lahnsteins scheidender Oberbürgermeister Peter Labonte nennt die Buga „ein Katalysator für die Stadtentwicklung“. Rhein-Zeitung

Pfarrei-Fusion in Boppard

Die katholische Gebietsreform im Bistum Trier geht für Boppard gut aus. Am 1. Januar entsteht in der Stadt eine neue „Großpfarrei St. Josef“. Sie umfasst die bisherigen Kirchengemeinden Boppard, Bad Salzig, Hirzenach, Buchholz und Herrschwiesen. Viel ändert sich nicht, denn die einzelnen Gemeinden müssen sich ohnehin schon die wenigen Pfarrer teilen. Die Pläne im Bistum Trier waren ursprünglich viel radikaler. Sie sahen vor, Boppard mit Oberwesel zu verschmelzen und die Oberweseler Liebfrauenkirche zur Hauptkirche einer neuern XXL-Pfarrei zu machen. Rhein-Zeitung

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