Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Autor: Redaktion Seite 1 von 33

Beste Lage in in Bingen und dicke Dinger in Boppard

Ein Bio-Winzer aus Ingelheim hat Bingens bekanntesten Weinberg übernommen. Laut „AZ“ ist Gerhard Huf neuer Pächter des städtischen Steilhangs an der Burg Klopp. Zusammen mit seinem Sohn Rüdiger legt er den 1 Hektar große Schieferboden-Wingert über der Innenstadt gerade neu an. Rodung und Neupflanzung lassen sich die Hufs rund 50.000 Euro kosten, berichtet Christine Tscherner in der „AZ“. Die Familie ist seit Generationen in Nieder-Ingelheim ansässig und bewirtschaftet dort mittlerweile 12 Hektar nach den Regeln des Bio-Verbandes Ecovin. dem am Mittelrhein auch Weingüter wie Dr. Kauer in Bacharach, Mohr in Lorch und Philippsmühle in St. Goar angehören. Huf kam in Bingen zum Zug, nachdem einheimische Winzer abgewunken hatten. Zuletzt wurden die Binger „Kronjuwelen“ („AZ“) von Steffen Bischof bewirtschaftet, dem früheren Pächter der Binger „Vinothek“. Die Hufs denken weit voraus. Für sie ist der städtische Weinberg Premium-Lage und Präsentationsfläche zugleich. Zur Buga 2029 wollen sie dort u. a. unterschiedliche Arten der Reberziehung zeigen. Allgemeine Zeitung (€), Weingut Huf

Blick auf Bingen. Foto: Stadt Bingen / Torsten silz.

Blick auf Bingen. Foto: Stadt Bingen / Torsten Silz.

Dicke Dinger aus Boppard

Das Forstrevier Boppard II ist in diesen Tagen so etwas wie das Sotheby’s unter den Waldbetrieben. Bei der jährlichen Wertholzversteigerung kommt nur das Beste aus den Forstämtern der Umgebung unter den Hammer, u. a. uralte Eichenstämme im XXL-Format. Im SWR-Video erklärt Förster Johannes Nass, warum die alten Riesen so begehrt sind und was ein Möhrenschäler damit zu tun hat. SWR

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Braubach im Glück und Bad Salzig zum Anziehen

Wenn Roger Lewentz durchs Mittelrheintal fährt, dann gerne auch mit Schecks und Förderzusagen. Der Innenminister von Rheinland-Pfalz ist in Kamp-Bornhofen zu Hause, und wenn es sich einrichten lässt, bringt er gute Nachrichten in der Nachbarschaft persönlich vorbei. Wie gerade in Braubach: Dort bekommt Stadtbürgermeister Joachim Müller 200.000 Euro aus dem Bund-Länderprogramm „Lebendige Zentren“. Das Geld ist für den Straßenausbau in der Altstadt bestimmt. Stromaufwärts in Kamp-Bornhofen gibt es sogar 300.00 Euro und für den Höhenort Lierschied 25.000 Euro. Vergangene Woche waren bereits 86.000 Euro für Bacharach bewilligt worden. Das Programm fördert die Weiterentwicklung historischer Ortskerne. Wieviel eine einzelne Kommune bekommt, sagt noch nichts die Zuschüsse insgesamt aus – es gibt so viele Programme unterschiedlicher staatlicher Ebenen, dass nur noch Profis den Überblick behalten. Rhein-Zeitung (€), Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (Website zum Förderprogramm)

Es gibt Geld für die Braubacher Altstadt. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Henry Tornow

Es gibt Geld für die Braubacher Altstadt. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Henry Tornow

Bad Salzig zum Anziehen

Bad Salzig ist ein Geschenk, das wussten Fans und Bewohner des Bopparder Stadtteils schon immer. Es stimmt auch, denn 922 schenkte der damalige König des Ostfrankenreichs den Ort „Salzachu“ dem Ursulienkloster in Köln. Die erste urkundliche Erwähnung vor 1100 Jahren wird 2022 ausgiebig gefeiert. Es gibt schon Merchandising-Artikel wie T-Shirts,  Hoodies, Turnbeutel, Kochschürzen und sogar Baby-Strampler im Bad-Salzig-Look. Bad-Salzig-Shop auf Myspread, Rhein-Zeitung (€)

Das Brot zum Welterbe-Titel

Apropos Bad Salzig: Der Bopparder Bäcker Martin Nickenig – einer der letzten unanbängigen am Mittelrhein – hat ein „Welterbebrot“ kreiert. Zum Backen verwendet Nickenig Heilwasser aus der Bad Salziger Leonorenquelle. Es kommt aus 446 Meter Tiefe, ist wissenschaftlich geprüft und kann seit 2021 von jedermann gezapft werden. Rhein-Zeitung (€)

Rüdesheim und der Wolf

Mindestens 5 Wölfe leben mittlerweile in den Wäldern um Rüdesheim. Das ergab eine Untersuchung des staatlichen „Wolfszentrums Hessen“. Die Tiere gehen Menschen aus dem Weg, darum bekommt man sie in der Regel nur durch Kameraufzeichnungen zu Gesicht. Eine Auswertung von DNA-Spuren ergab, dass 3 Welpen zum Rude gehören. Hessenschau

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Rotwein trinken wie ein König und Mittelrhein gucken wie William Turner

Neben dem Studium zu arbeiten ist nichts Besonderes, aber nur wenige haben einen so intensiven Job wie Philipp König aus Assmannshausen. Der Weinbau-Student musste nach dem Tod seines Vaters schon früh die Verantwortung für das familieneigene Weingut Robert König übernehmen. Für internationale Verhältnisse ist der Betrieb klein, aber was König Junior aus 7,5 Hektar  herausholt, wird bis in die USA und nach Japan verkauft. Weil die weltweite Kundschaft immer mehr Wert auf Nachhaltigkeit legt, entwickelt sich König gerade zum Bio-Winzer. 80 Prozent der Fläche sind Steillagen. Eigentlich ist sein Weingut ist auf Spätburgunder spezialisiert. Mittlerweile macht der Klimawandel auch Merlot und Cabernet Sauvignon möglich. Laut „Wiesbadener Kurier“ blickt König auch sonst nach vorn: Er setzt auf Drohnen für den Pflanzenschutz. Wiesbadener Kurier (€), Weingut Robert König

Weinberge bei Assmannshausen. Foto: Heinz Goebel

Weinberge bei Assmannshausen. Foto: Heinz Goebel

Gucken wie Turner

Wie hat William Turner 1817 den Mittelrhein erlebt und was würde er heute sehen? 8 Bronzeplatten zwischen Bingen und Koblennz markieren seit einigen Jahren die exakt ausgerichteten Aussichtspunkte, an denen der britische Malerstar damals stand und kreativ wurde. Gerade sind 4 weitere dazu gekommen. Turners Fußstapfen gibt es jetzt auch in Bacharach, Kaub, Bad Salzig und Boppard. Der Zweckverband Welterbe will insgesamt 26 Platten installieren. Wer Turner spielen und an Ort und Stelle mehr über den Maler erfahren will: Zu jeder Bodenplatte gehört ein QR-Code, der zu weiteren Informationen führt. SWR

Samstagsdemo in Bingen

Rund 150 „Spaziergänger“ waren am Montagabend in Bingen unterwegs. Die Corona-Skeptiker wurden laut „AZ“ „angereichert von einigen polizeibekannten Rechtsextremen.“ Diesmal hatten sich (angemeldete) Gegendemonstrationen formiert, initiiert vom überparteilichen Verein „Demokratie schützen“. Der Verein unter Vorsitz von Ralf Kohl will am kommenden Samstag erneut für Respekt vor wissenschaftlichen Erkenntnissen, Einhaltung der Corona-Regeln und gegenseitige Rücksichtnahme demonstrieren. Allgemeine Zeitung (€), Demokratie schützen

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