Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Autor: Redaktion Seite 1 von 19

Chillen am Ufer und das teuerste Schieferdach von Bingen

Alex Ott und Max Meyer haben es geschafft: Die beiden Binger dürfen ab sofort und an 16 Saison-Tagen wieder ihren „Ankerplatz“ am Binger Rheinufer eröffnen. Zwischen Museum und Alter Stadthalle gibt es Wein, kleine Leckereien, Live-Musik und Picknick-Möglichkeiten. 70 Liegestühle stehen schon bereit. Ein Stück stromaufwärts bewirtschaften das „Zollamt“ und die „Vinothek“ bereits einen ebenfalls musikberieselten Freiluft-Abschnitt namens „Sunset Walk“. Der „Ankerplatz“ von Ott und Mayer war nicht unumstritten. Im ersten Corona-Sommer 2020 landeten die beiden Pop-up-Unternehmer einen gastronomischen Sommerhit am Alten Kran. Anwohnern und Konkurrenten ging die spontan entstandene Party-Meile allerdings schnell auf den Geist. 2021 verweigerte die Stadt zunächst die Erlaubnis, dann versuchte sie, den „Ankerplatz“ in den abgelegeneren Park am Mäuseturm zu bugsieren. 16 Tage an 4 verlängerten Wochenenden direkt an der Kernstadt-Promenade sind der Binger Kompromiss. Allgemeine Zeitung, Facebook („Ankerplatz Bingen“)

Binger Rheinufer mit 2 Schiffen.

Binger Rheinufer. Foto: Stadt Bingen / Dominik Ketz

Das teuerste Schieferdach von Bingen

Apropos Bingen: Die katholische Basilika St. Martin ist die Hauptkirche der Stadt und den Bingern lieb und teuer. So teuer, dass 4,3 Millionen Euro für ein neues Schieferdach aufgebracht werden müssen. Das ergab ein Gutachten des Bopparder Dachdeckermeisters und Handwerkskammer-Sachverständigen Lothar Henzler. Demnach würde der eigentliche Schiefer noch ein paar Jahre durchhalten. Trotzdem sollte die Sanierung bald starten, weil schon Teil der Bleiabdeckung abfallen und Menschen gefährden. Allgemeine Zeitung, Henzler Boppard (Website des Sachverständigen, nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Bopparder Dachdeckerfirma von Michael Weitzsch)

Boppard und der Fledermaus-Sound

Fledermäuse gelten als äußerst kommunikativ. Allerdings bekommen Menschen nichts davon mit, weil sich die fliegenden Quasselstrippen mittels Ultraschalltönen verständigen. Am Bopparder Rheinufer kann trotzdem mitgehört werden: Dort überträgt neuerdings ein „Fledermausdetektor“ auf Knopfdruck die Tierlaute in die passende Hörfrequenz. Das Gerät, das an einen Parkscheinautomaten erinnert, soll Fledermaus-Forscher unterstützen und interessierte Laien ansprechen. Zur Einweihung kam Umweltministerin Anne Spiegel vorbei.  Rhein-Zeitung, Nabu (Pressemitteilung)

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Das Rheintal und der Starkregen: Passen wir uns an

Der Warnruf für das Welterbetal kam im Frühjahr 2016. Gewitter und Starkregen ließen harmlose Bäche zu Sturzfluten anschwellen und überschwemmten Ortschaften auf beiden Rheinseiten, darunter Wellmich, Sauerthal und Trechtingshausen. In Oberheimbach zerstörte die braune Brühe 2 Häuser. Wie durch ein Wunder gab es weder Tote noch Schwerverletzte. In der Verbandsgemeinde Loreley wurde damals ein „Vorsorge- und Schutzkonzept“ in Auftrag gegeben. Passiert ist zunächst wenig. Es gab Informationsveranstaltungen und Workshops, aber konkrete Pläne ließen auf sich warten. Seit dem Amtsantritt von VG-Bürgermeister Mike Weiland 2020 drückt man wieder mehr auf die Tube. Im kommenden September will das 2016 beauftragte Planungsbüro liefern. „Die Räte werden dann noch ergänzende Hinweise erarbeiten“, sagt Weiland auf Anfrage von Mittelrheingold. „Im November soll das Konzept dann endlich und langersehnt komplett sein.“ Dann geht es um die Umsetzung. So lange will Weiland allerdings nicht warten. Ein Verwaltungsmitarbeiter erstellt gerade ein „Bachkataster“ mit möglichen Gefahrenpunkten. Auch in Bingen ist seit 2 Jahren ein Schutzkonzept in Arbeit. Es soll im September veröffentlicht werden. Zuständig ist Bingens Stadtwerkechef Marco Mohr. Oberbürgermeister Thomas Feser denkt schon weiter: Er hat einen Staatsfonds vorgeschlagen, in den das Land und alle Kommunen einzahlen sollen. Mit dem Geld würden Maßnahmen zur Klimaanpassung ermöglicht und Flutschäden reguliert. Mitteilung der VG Loreley, Allgemeine-Zeitung (Bingen)

Mittelrhein zwischen Fellen und Wellmich: Hier soll die Brücke gebaut werden. Foto: Romantischer Rhein / Henry Tornow

Die Idylle trügt: 2016 liefen unterhalb der Burg Maus in Wellmich Straßen und Keller voll. Foto: Romantischer Rhein / Henry Tornow

Ein Preis für Papa Rhein

Das Fachmagazin „Tophotel“ hat Bingens neues Vorzeigeobjekt „Papa Rhein“ als „Newcomer des Jahres“ ausgezeichnet. „Papa Rhein“ gewann in der Kategorie „Freizeit“. Der Jury gefiel u. a. die Architektur am Wasser und das maritime Innendesign. Das 108-Zimmer-Hotel von Jan Bolland (Sohn von „Günderodehaus“-Pächterin Elke Bolland) eröffnete im Sommer 2020, überstand den zweiten Lockdown und ein Hochwasser und ist seit Juni wieder in Betrieb. Allgemeine Zeitung

Ein Flug durch die Rheinfels

Wer Burg Rheinfels aus der Nähe sehen will, muss vielleicht nicht mehr unbedingt auf den St. Goarer Schlossberg. Wenn es nach Stadtbürgermeister Falko Hönisch geht, lässt sich die riesige Renaissance-Anlage irgendwann virtuell erkunden – entweder vor Ort mit einer 3D-Brille oder an zu Hause am Computer. Eine Softwarefirma will die Rheinfels komplett digitalisieren, jeden Winkel vermessen und Details zeigen, die Gäste gewöhnlich nicht wahrnehmen. Selbst Flüge durch Mauern lassen sich simulieren. Das Projekt soll 168.000 Euro kosten. Für 80.000 Euro gibt es bereits eine Zusage aus dem LEADER-Programm der EU. Rhein-Zeitung

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Erste Hilfe aus Koblenz und Industriegeschichte in St. Goarshausen

Weniger als eine Autostunde trennt Koblenz vom Katastrophengebiet an der Ahr. Die mit Abstand größte Stadt im Welterbetal leistet darum am meisten Hilfe. Laut „RZ“ unterstützen die Koblenzer Feuerwehren beim Aufträumen, Sichern und Entsorgen. Städtische Techniker sind im Kreis Ahrweiler bei der Reparatur von Kläranlagen im Einsatz, Koblenzer Gesundheitsexperten helfen gemeinsam mit Kollegen aus dem Kreis Mayen-Koblenz und Lahnstein bei den Corona-Impfungen rund um Ahrweiler, und Mitarbeiter des städtischen Grünflächen- und Friedhofsbetriebs kümmern sich um die traurigste Aufgabe – den Transport der Toten. Die Hilfsbereitschaft der Koblenzer geht noch weiter. Auch Privatleute packen an. Ein Shuttle-Bus bringt freiwillige Helfer vom Koblenzer Zentralplatz ins Einsatzgebiet. Momentan werden an der Ahr vor allem Arbeitskräfte und Geldspenden gebraucht. An  den Bergungs- und Aufräumarbeiten beteiligen sich Feuerwehren aus dem ganze Welterbe-Tal. Gemeinden und mehrere Privatpersonen wie z. B. der Bopparder Gastronom Stefan Mayer („Eiserner Ritter“) haben Spendenaktionen gestartet. Rhein-Zeitung (Stadt), Rhein-Zeitung (Shuttle-Bus)

Deutsches Eck in Koblenz, Foto: Dominik Ketz / Romantischer Rhein Tourismus

Deutsches Eck in Koblenz, Foto: Dominik Ketz / Romantischer Rhein Tourismus

Immobilien-Deal in St. Goarshausen

Das historische Fabrikgebäude in der St. Goarshäuser Forstbachstraße ist verkauft. Laut „RZ“ geht die zuletzt kommunale Immobilie an einen Investor aus Rheinhessen. Was aus dem verwinkelten Gebäudekomplex unterhalb der Burg Katz wird, ist unklar. Denkmalschutz besteht nicht, darum wäre ein Abriss möglich. Eigentlich war das Areal für einen neuen Feuerwehrbau vorgesehen. Die Pläne waren am Einspruch des Landesrechnungshofes gescheitert. Bei der Suche nach einem privaten Käufer half Immobilienmakler Heiko Boshoven aus Kamp-Bornhofen ehrenamtlich. Rhein-Zeitung

Bingen feiert auf den Rochusberg

Das Marketing-Team der Stadt Bingen war schon beim abgesagten Großevent „Bingen swingt“ so clever, ersatzweise mehrere Open-Air-Konzerte am Mäuseturm zu organisieren. Jetzt wollen die Binger auch ihr Winzerfest retten. An den üblichen Innenstadt-Rummel ist noch nicht zu denken, darum gibt es vom 9. bis zum 12. September  „Gude Woi“, ein Weinfest auf dem Rochusberg. 14 Winzer, Gastronomen und Schausteller machen mit. Stadt Bingen

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