Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Schlagwort: Boppard Seite 1 von 86

Boppard bleibt

Vor Jahren prophezeiten Demografen einen spürbaren Bevölkerungsrückgang in Boppard. Die Einwohnerzahl könnte unter die 16.000er Marke fallen, hieß es laut „Rhein-Zeitung“. Zum Glück kam es anders. In den vergangenen Jahren ist die Stadt sogar gewachsen. Zuletzt gab es zwar wieder einen leichten Knick – Ende 2020 lebten 27 Menschen weniger in der Stadt als ein Jahr zuvor -, aber mit 16.088 Einwohnern liegt die aktuelle Einwohnerzahl höher als 2017. Schon damals wunderte sich die Lokalpresse über den unerwarteten Boppard-Boom, der u. a. auf besonders viele Geburten zurückging. Nach den aktuellen Zahlen der Stadtverwaltung wuchs die Bevölkerung 2020 in den Stadtteilen Bad Salzig (+ 30), Herschwiesen (+ 26) und Udenhausen (+3). Den größten Rückgang verzeichnete Buchholz (- 46). Sorgen macht auch Hirzenach, wo weniger als 13 Prozent der Einwohner unter 20 Jahre sind. (Bad Salzig: 16,1 Prozent). Der Anteil der über 59-Jährigen liegt in Hirzenach bei rund 46 Prozent.  Mitteilung der Stadt Boppard

Boppard-Foto von Henry Tornow. / Romantischer Rhein

Boppard-Foto von Henry Tornow. / Romantischer Rhein

Home Schooling made im Mittelrheintal

Apropos Nachwuchs: Ein Mittelrhein-Startup sorgt gerade bundesweit dafür, dass Home Schooling ein Stückchen besser wird. Laut SWR nutzen rund 2000 Schulen die Koblenzer Lernplattform Sdui. Das Unternehmen entstand aus einem Schulprojekt der 3 Digital-Talente Daniel Zacharias, Jan Micha Kroll und Timo Stosius. SWR 

Marksburg First

Vergangene Woche sorgte die Entdeckung einer alten Kapelle auf Burg Sterrenberg in überregionalen Medien für Aufsehen. Stromabwärts auf der Marksburg wundert man sich über den Wirbel. Eine „Sensation“ sei der Fund in der Nachbarschaft eher nicht, zitiert die „Rhein-Zeitung“ Marksburg-Chef Gerhard Wagner. Die Sterrenberg sei nicht die einzige Rheinburg mit Kapelle. Auf der Marksburg selbst wurden 2014 ebenfalls Überreste ausgegraben. Die mittelalterliche Marksburg-Kapelle musste Ende des 16. Jahrhundert Platz für die Artillerie machen. Ihre Umrisse wurden mittlerweile auf dem Pflaster markiert. Rhein-Zeitung

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Boppard lädt den Akku auf und Manubach will hoch hinaus

2014 Boppards erste öffentliche Ladesäule für Elektroautos ans Netz. Seitdem ist in Deutschland viel passiert. Die Zulassungszahlen sind explodiert; 2020 wurden bundesweit fast 200.000 E-Autos angemeldet – sechs Jahre zuvor waren es erst 8.500. Boppard ist dem Boom bisher nicht ganz hinterher gekommen. Derzeit gibt es in der Stadt 4 Strom-Tankstellen. Ein Arbeitskreis will dem Stadtrat jetzt weitere Standorte vorschlagen. Laut „RZ“ geht es u. a. um die Marktstraße, den Parkplatz unterhalb der Polizeiinspektion, das Parkhaus Marienberg, die Kommunalakademie Mühltal und den Remigiusplatz. Von der Elektro-Offensive soll nicht nur die Einwohnerschaft profitieren. Die städtische Tourist-Info denkt u. a. an Gäste aus den Niederladen, Österreich und der Schweiz. Dort ist man in Sachen Elektromobilität schon weiter als in Deutschland. Rhein-Zeitung

Bank mit Boppard-Blick. Foto: Domink Ketz / Romantischer Rhein

Bank mit Boppard-Blick. Foto: Domink Ketz / Romantischer Rhein

Manubach will hoch hinaus

Günter Seckler ist seit 2019 ehrenamtlicher Bürgermeister von Manubach. In einer neuen „AZ“-Serie zum Jahresstart erzählt er, was er sich für 2021 wünscht. Seine Gemeinde will buchstäblich hoch hinaus: Zu den wichtigsten Themen zählt der geplante Radweg in den Hunsrück. Er soll Manubach (160 Meter über dem Meeresspiegel) mit Dichtelbach (403 Meter) in der Verbandsgemeinde Simmern-Rheinböllen verbinden. Apropos luftige Höhe. Seckler träumt von Windrädern auf der Manubacher Gemarkung, um die Gemeindefinanzen zu sanieren. Weil die Realisierung schwierig ist, freut er sich momentan über etwas anderes: Manubach wird wieder als Wohnort attraktiv. Es gibt weniger Leerstand im Ort. Allgemeine Zeitung

Gute Pflege in Rüdesheim

Der netteste Krankenpfleger Hessens kommt aus Rüdesheim. Michael Husmann, 58, ist von der AOK gerade mit dem „Empathie-Award“ ausgezeichnet worden, einem Preis für herausragende menschliche Qualitäten. Zu Husmanns Markenzeichen gehören die Lust an der Musik – der Hobby-Chorsänger stimmt mit seinen Patienten gerne mal Lieder an – und der unüberhörbare Rheingau-Slang. Wiesbadener Kurier

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„Ein absolutes Kleinod“

In das wahrscheinlich schönste Materiallager am Mittelrhein sollen bald Millionen fließen. Laut „AZ“ hat sich ein Investor für den so genannten „Tonnenhof“ in Bacharach gemeldet. Das elegante Bruchsteingebäude liegt am Rand der Rheinanlagen nur einen Steinwurf vom Ufer entfernt und wird bislang noch als kommunaler Bauhof genutzt. Weil die Lage Besseres verdient hat, träumt man in der Stadt seit Jahren von einem ganzjährig geöffneten Ausflugslokal mit Rheinterrasse. Jetzt hat sich jemand gefunden, den die Zeitung als „Unternehmer aus dem Raum Bingen“ beschreibt. Der Name soll erst öffentlich werden, wenn der Bacharacher Stadtrat informiert ist. Der Mann habe bereits einen Pächter mit Mittelrhein-Erfahrung an der Hand, schreibt „AZ“-Reporter Jochen Werner. Geplant sind ein Anbau im Stil des bestehenden Gebäudes, der die Fläche auf über 240 Quadratmeter erweitert. 2 Panoramafenster sollen den Blick auf die Insel Heylesen Werth und die Burg Stahleck öffnen. Der Investor kalkuliert mit Kosten von knapp 2 Millionen Euro; er würde die Immobilie in Erbpacht übernehmen. Vom Standort ist er überzeugt:  „Der große Vorteil des Grundstücks liegt darin, dass es sich nicht an der Bahnlinie befindet. Dazu kommen der Rhein, der Radweg, der Parkplatz und der KD-Anleger. Alles zusammen macht den Tonnenhof zum absoluten Kleinod“, zitiert ihn die „AZ“. Wenn alles glatt geht, könnte das Lokal 2022 öffnen. Allgemeine Zeitung

Blick auf Bacharach am Rhein.

Blick auf Bacharach. Der eingeschossige „Tonnenhof“ ist vorne rechts am Ufer zu erkennen. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Friedrich Gier

Die Farbe LiLo

Am 14. März ist Wahltag in 3 Welterbe-Städten: In Boppard geht es um den neuen Bürgermeister, in Rüdesheim und Lorch um die Kommunalparlamente, die dort nicht Stadtrat, sondern Stadtverordnetenversammlung heißen. In Lorch könnte es ein Tag der Abrechnung werden. Dort ist das Verständnis für egomanischen Dauerzank so gut wie aufgebraucht. Nachdem SPD und CDU eine Parlamentssitzung boykottiert und beschlussunfähig gemacht hatten, platzte mehreren Bürgern der Kragen. Sie wollen mit einer unabhängigen Liste zur Wahl namens „LiLo“ (Liste Lorch) zur Wahl antreten und die Blockade beenden. Sprecher ist der frühere SPD-Mann Joachim Eckert. Seine Ex-Partei hat unterdessen Mühe, eine Kandidatenliste aufzustellen. Laut „Wiesbadener Kurier“ haben sich statt 19 wie beim letzten Mal nur 9 Bewerber für die Stadtverordnetenversammlung gefunden, darunter der konfliktfreudige Fraktionschef Georg Breitwieser. Breitwieser befeuert die parlamentarische Fundamentalopposition gegen den parteilosen Bürgermeister Ivo Reßler, hat aber selbst nur wenig Rückhalt in der Bevölkerung: Bei der Bürgermeisterwahl 2019 kam er mit 9,4 Prozent der Stimmen nicht über den ersten Wahlgang hinaus. Wegen des kommunalpolitischen Dauerkrachs hat die hochverschuldete Stadt noch immer keinen Haushalt verabschiedet. Wiesbasdener Kurier

Boppard braucht euch

Bis zur Corona-Krise galt Boppard als Einkaufsidylle am Mittelrhein. Während ringsum die Innenstädte mehr und mehr verödeten, florierte hier der Handel fast wie in alten Zeiten. Das ist bis auf weiteres vorbei. Die „RZ“ hat sich in den Läden umgehört und mit Geschäftsleuten gesprochen, die mehr denn je auf die Solidarität ihrer Kunden angewiesen sind. Rhein-Zeitung

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