Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

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Finale für Bersch und Kriegsspiele am Mittelrhein-Himmel

Walter Bersch kann wie ein treuherziger Ortsvorsteher aus dem Vorderhunsrück wirken. Tatsächlich ist der Bürgermeister von Boppard einer der cleversten Politiker am Mittelrhein und wenn’s drauf ankommt spitzfindig wie ein jesuitischer Philosophieprofessor. 2021 endet seine Amtszeit nach 24 (!) Jahren. Vor der letzten Bürgermeister-Runde hat der „Rhein-Hunsrück-Anzeiger“ ein lesenswertes Interview mit Bersch veröffentlicht. Dort wird schon einmal Bilanz gezogen. Zu den Erfolgen des Dauer-Bürgermeisters zählen der Erhalt des Krankenhauses, die Ausweisung von rund 350 neuen Baugrundstücken und eine stabile Bevölkerungszahl. „Boppard ist attraktiv“, sagt Bersch und verweist auf die für Mittelrhein-Verhältnisse überdurchschnittlich starke Nachfrage nach Immobilien. In seinem letzten Amtsjahr soll auch das große Streitthema vom Tisch, mit dem der SPD-Mann sogar seine eigenen Parteifreunde zur Verzweiflung gebracht hatte: Am Ostersamstag, dem 3. April 2021, öffnet nach vielen Jahren der Tristesse Boppards runderneuertes Freibad.  Rhein-Hunsrück-Anzeiger

Blick auf Boppard. Foto: Tourist-Information Boppard / Petra Winkler

Kriegsspiele am Mittelrhein-Himmel

Im Tal wird die Vergangenheit gerne verklärt. Man erinnert sich an vitale Innenstädte und florierenden Einzelhandel in den 70er und 80er Jahren, verdrängt aber den infernalischen Lärm der Tiefflieger. Noch in den 80er Jahren galt Rheinland-Pfalz als „der größte Flugzeugträger der USA“ und die Bundeswehr machte ein ganzes Dorf an der Nahe platt, um dort eine nutzlose Luftwaffenbasis zu bauen. Mit dem kalten Krieg endete auch der Hochbetrieb am Himmel, aber jetzt wird dort wieder Krieg gespielt. Mike Weiland, der neue Bürgermeister der Verbandsgemeinde Loreley, ist u. a. genervt von 3 Kampfjets, die „täglich zur selben Uhrzeit“ durchs Tal donnern. Er hat sich laut „RZ“ bei der Bundesverteidigungsministerin beschwert und die deutsche Unesco-Kommission um Hilfe gebeten. Rhein-Zeitung

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Bäume für Boppard und Bier für Bingen

Nicht, dass Boppard zu wenig Bäume hätte. Die Stadt gehört zu den größten kommunalen Waldbesitzern in Rheinland-Pfalz. Aber mit Blick auf den Klimawandel kann es in Straßen und Gärten gar nicht grün genug werden. Boppards Bürger sollen darum kostenlos Bäume und Sträucher bestellen dürfen. Die Stadtverwaltung will jeden Grundstücksbesitzer anschreiben und plant für die Aktion rund 100.000 Euro ein. Die Idee des designierten SPD-Bürgermeisterkandidaten Niko Neuser inspirierte Freie Wähler und Grüne zu einem weiteren Projekt: Wenn sich genügen engagierte Bopparder finden, könnten auf öffentlichen Grünflächen Obst, Gemüse und Kräuter für alle angebaut werden. Die so genannte „essbare Stadt“ gibt es bereits in Andernach und Bingen. Rhein-Zeitung

Vierseeblick über Boppard. Foto: Dominik Ketz / Romantischer Rhein Tourismus

Bier für Bingen

Beim Thema Wein ist Bingen nicht zu toppen, denn hier grenzen 4 von 13 deutschen Weinanbaugebieten aneinander: Rheinhessen, Nahe, Mittelrhein und – gegenüber auf dem anderen Rheinufer – der Rheingau. Jetzt holt die Stadt auch beim Bier auf. Es gibt wieder eine Brauerei. Christoph Schweikardt produziert unter der Marke „Sankt Hildegard“. Von exotischen Rezepturen hält der gelernte Brauer wenig. Bei ihm kommen nur die 4 klassischen Zutaten Wasser, Hopfen, Malz und Hefe in die Flasche. Vorerst gibt es das „Sankt Hildegard“ nur im Biergarten „Bauer Schorsch“ an der alten Hindenburgbrücke und im Ingelheimer Getränkemarkt Stumpf. Vermarktet wird vor allem über Facebook und Instagram. Allgemeine Zeitung, brauereisankthildegard.de

Neuwschwanstein-Profis auf Burg Reichenstein

Auf einer Burg ist Bodenpflege dann doch ein bisschen aufwendiger als im Reihenhäuschen. Eine Münchner Spezialfirma hat sich gerade die Steinfußböden von Burg Reichenstein in Trechtingshausen vorgenommen. 700 Quadratmeter Boden und Sandsteingeländer waren fällig. Es musste gesäubert und imprägniert werden. Laut „AZ“ lagen die Kosten „im unteren fünfstelligen Bereich“. Burgbesitzer Lambert Lensing-Wolff zahlte aus eigener Tasche, denn es gab keine öffentlichen Zuschüsse. 5 Experten schrubbten 2 Wochen lang. Besonders spektakulär war der Einsatz für sie nicht: Ihr Unternehmen war schon auf der Athener Akropolis, an den Pyramiden von Gizeh und im Schloss Neuschwanstein aktiv. Allgemeine Zeitung

Blauhelme für GOH gesucht

In St. Goarshausen wächst der Druck auf den Stadtrat, nochmals mit dem Pächter der Loreley-Bühne zu verhandeln. „Die Verantwortlichen sollten Befindlichkeiten beiseitelassen, aufeinander zugehen, sich an einen Tisch setzen und eine Lösung finden“, kommentiert Karin Kring in der „RZ“. Das Kommunalparlament hat ein ursprünglich angestrebtes Vermittlungsverfahren verworfen und will sich wegen umstrittener Pachtminderungen und unklarer Gewinnbeteiligungen von Konzertveranstalter Loreley Venue Management trennen. „RZ“-Redakteurin Kring hält den sich abzeichnenden Rechtsstreit für „eine Katastrophe“. Sie befürchtet jahrelangen Stillstand auf dem Felsen. Loreley-Venue-Chef Ulrich Lautenschläger hat sich zu Verhandlungen bereit erklärt, gießt gleichzeitig aber Öl ins Feuer: Auf Facebook verantwortet er die Seite „Danielus Daumus“, die „Realsatire“ über St. Goarshausen bieten will. Rhein-Zeitung, Facebook („Danielus Daumus“)

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Wandern vor der Haustür! Von St.Goar aus führen einige Wanderwege auf die Höhe mit einem schönen Blick auf das Rheintal! Von der Höhe geht es wieder runter ins Rheintal. Das letzte Stück vom Mühlenweg verläuft etwas trist entlang der B9. OK, hier ein Blick auf die Burg Maus! #rheintal #rheinlandpfalz #100malmittelrhein #mittelrhein #mittelrheintal #weltkulturerbe #rausundmachen #draussenunterwegs #rlp #bestofgermany #rheinromantik #ausflugstipp #ausflug #ausflugsziel #ausflugtipp #ausflugstipps #ausflugstag #unescowelterbe #heimat #heimatliebe_deutschland #urlaubindeutschland #urlaubamrhein #urlaubinrheinlandpfalz #urlaubsbilder #unescowelterbe #bestofgermany #germany_greatshots #stgoar #visitrlp #wennrausdannrhein #wandernindeutschland #wanderliebe

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Loreley-Krise: „Am Ende wird es nur Verlierer geben“

Im Streit um die Freilichtbühne hofft der Konzertveranstalter Loreley Venue Management immer noch auf eine Einigung mit der Stadt St. Goarshausen. „Ich stehe weiterhin zum gemeinsam geplanten Mediationsverfahren. Die Stadt hat das seit April auch schriftlich“ sagte Geschäftsführer Ulrich Lautenschläger im Gespräch mit Mittelrheingold. Es habe „nie unüberwindbare Differenzen“ gegeben. „Der letzte Knackpunkt, die Honorarhöhe de Mediators, ist lange aus dem Weg geräumt, auch im Sinne der Stadt und ihrer Bürger“, so Lautenschläger.

Seine Firma soll die Freilichtbühne bis Ende des Jahres räumen. Eigentlich läuft der Pachtvertrag noch bis 2030. Das zerrüttete Verhältnis zwischen Stadt und Pächter beschäftigt seit Jahren die Anwälte. Lautenschläger hält Teile der Pacht zurück und begründet es mit baulichen Mängeln auf dem Felsen. Die Stadt will mehr Geld sehen und streitet in einem weiteren Verfahren um unklare Gewinnbeteiligungen. Ein Mediationsverfahren sollte den Konflikt lösen. Ein pensionierter Richter aus Koblenz war als neutralen Vermittler vorgesehen. Anfang des Jahres entschied sich der Stadtrat trotzdem für die harte Tour und leitete die Trennung ein.

„Ich verstehe nicht, warum der Stadtrat nicht wie beabsichtigt in den Mediationsprozess einsteigt, sondern Knall auf Fall kündigen will“, so Lautenschläger. Am Ende wird es nur Verlierer geben.“  Insider rechnen mit einem längeren Rechtsstreit.

Die zukünftige Stadtspitze von St. Goarshausen äußert sich dazu nicht. Katrin Vetters, 1. Beigeordnete und ab 31. Juli kommissarisches Stadtoberhaupt, verweist auf eine Übereinkunft des neuen Rathaus-Teams: „Wir wollen keine laufenden Verfahren kommentieren“.  In Stadtratskreisen ist allerdings von Anfragen mehrerer Konzertveranstalter die Rede. In der Branche bestehe Interesse, die Lautenschläger-Lücke zu schließen und die Bühne im kommenden Jahr zu übernehmen, heißt es.

Der Konflikt führte zum Rücktritt von Bürgermeister Matthias Pflugradt. Er gilt als Lautenschläger-Versteher und hatte ebenso vergeblich wie undiplomatisch versucht, den Stadtratsbeschluss auszusetzen. Pflugradt befürchtet einen längeren Stillstand auf der Loreley, wenn sich Stadt und Pächter nicht einigen. Über seine Nachfolge als ehrenamtlicher Bürgermeister wird im Oktober per Urwahl entschieden.

Neugestaltung des Loreley-Plateaus 2018. Foto: Ministerium des Inneren RLP.

Neugestaltung des Loreley-Plateaus 2018. Foto: Ministerium des Inneren RLP.

Restaurant-Retter in Boppard

Boppards Burg-Gastronom Özay Salim hatte gestern seinen großen TV-Auftritt. Auf Kabel 1 kümmerte sich Restaurant-Retter Frank Rosin um Salims persönliche Corona-Krise. Der 37-Jährige hatte kurz vor dem Lockdown das „Königliche Brauhaus“ in der Burg eröffnet und verlor durch die Pandemie fast den kompletten Umsatz. Rosin und sein Team halfen beim erfolgreichen Neustart. Im Kabel-1-Film zur besten Sendezeit ist auch Bürgermeister Walter Bersch zu sehen. Die Stadt ist Besitzerin der Burg und stundete Salim die Pacht. Ein Kredit der Volksbank in Boppard machte den Betrieb auch finanziell wieder flott. kabeleins.de (Video), Facebook

Der Kampf um die Bettensteuer

Nach der Sommerpause könnte es im hessischen Teil des Welterbe-Tals hoch hergehen: Rüdesheim und Lorch müssen über eine gemeinsame Tourismus-Abgabe für den Rheingau entscheiden. Das Geld soll je zur Hälfte bei den Kommunen bleiben und in die Dachorganisation Rheingau-Taunus Kultur und Tourismus GmbH (RTKT) fließen. Streit ist vorprogrammiert, denn die einzelnen Rheingau-Gemeinden verfolgen unterschiedliche Interessen. Rüdesheim als klassischer Tourismus-Ort etwa setzt auf Gruppenreisen mit Mittelrhein-Flair, großstadtnahe Orte wie Eltville oder Kiedrich dagegen auf gutsituierte Individualreisende aus dem Rhein-Main-Gebiet. FAZ (gedruckte Ausgabe)

Donner in St. Goarshausen

Motorradfahrer gelten je nach persönlicher Lage als Nervensägen oder als Umsatzbringer. In St. Goarshausen bringen laute Maschinen die Anwohner auf die Barrikaden. Die „RZ“ dokumentiert in ihrer Rhein-Lahn-Ausgabe die Proteste und zitiert wütende Bürger. Demnach werden an machen Tagen bis zu 550 Maschinen gezählt. Der Lärmpegel erreicht über 90 Dezibel. Zum Vergleich: Ein Presslufthammer kommt auf etwa 100. Gastronomen können auf die Motorrad-Kolonnen kaum verzichten; sie lassen nicht nur Lärm sondern auch Geld im Tal.  Rhein-Zeitung

Bingen bleibt

Das Binger Krankenhaus steht nicht zur Diskussion und eröffnet demnächst auch seine Notaufnahme wieder. Das hat die Klinikleitung gegenüber der „AZ“ klargestellt. In den vergangenen Monaten war das traditionsreiche Haus ins Trudeln geraten, weil wesentliche Teile des Betriebs für Corona-Patienten reserviert wurden. Nach der Schließung des Oberweseler Krankenhauses Ende September dürfte Bingen ohnehin alternativlos sein. Notfälle aus der Verbandsgemeinde Rhein-Nahe müssten ansonsten nach Simmern oder Boppard transportiert werden. Allgemeine Zeitung

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