Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Schlagwort: Lorch Seite 1 von 69

Multi-Manager gesucht

In Lorch und Rüdesheim überschneiden sich Mittelrhein und Rheingau. Die beiden Städte – inklusive dem Rüdesheimer Ortsteil Assmannshausen – gehören zu beiden Regionen. Sie sind geografisch und beim Thema Welterbe Teil des Mittelrheintals, weinrechtlich Rheingau und bei der Tourismus-Werbung das, was gerade am besten passt. Den wesentlichen Unterschied zwischen Mittelrhein und Rheingau zeigt eine aktuelle Job-Ausschreibung. Gesucht wird ein neuer Multi-Manager für den Rheingau. Er oder sie soll 4 Organisationen zugleich führen: Den Weinbauverband, die Weinwerbung, die regionale Tourismus-Gesellschaft Rheingau-Taunus Kultur und Tourismus GmbH und den Zweckverband Rheingau. Die Geschäftsführung wird seit 2017 in einer Person gebündelt. „Das war die beste Entscheidung damals“, zitiert der „Wiesbadener Kurier“ den Kiedericher Bürgermeister und Zweckverbands-Vorstand Winfried Steinmacher. Auf den Mittelrhein lässt sich das Modell allerdings kaum übertragen. Es scheitert schon am Wein, denn das gleichnamige Weinanbaugebiet reicht weit über das Welterbetal hinaus. Gleiches gilt für die Tourismus-Organisation „Romantischer Rhein“. Der Zweckverband Welterbe ist darum die einzige hauptamtliche Instanz, die exakt auf das Obere Mittelrheintal passt – Lorch und Rüdesheim inklusive. Wiesbadener Kurier [€)

Assmannshausen im Winter.

Das Beste aus beiden Welten: Assmannshausen im Rheingau und am Mittelrhein. Foto: Karlheinz Walter

Der schwarze Unbekannte

Im Rhein-Lahn-Kreis wird es spannend: CDU und Freie Wähler haben sich auf einen gemeinsamen Kandidaten für die Landratswahl am 13. März geeinigt. Der Name bleibt vorerst noch geheim. „Der Spannungsbogen soll ein paar Tage erhalten bleiben“, zitiert die „RZ“ aus einer Pressemitteilung. Mr. oder Mrs. X tritt gegen den SPD-Landtagsabgeordneten Jörg Denninghoff an. Amtsinhaber Frank Puchtler (SPD) hat auf eine erneute Kandidatur verzichtet. Auch der linksrheinische Rhein-Hunsrück-Kreis wählt einen neuen Landtat. Hier geht es schon am kommenden Sonntag zur Sache. Rhein-Zeitung (€)

Freie Sicht in Oberwesel

Die Kulturstiftung Hütte ist für Oberwesel wie ein Sechser im Lotto. Vor 20 Jahren stellten der Unternehmer Anton Hütte und seine Frau Margot viel Geld zur Verfügung, um Kultur und Denkmalschutz in der Stadt zu fördern. Eine Jubiläumszeitung dokumentiert, was seitdem passiert ist. Die Arbeit geht auch nach dem Tod der beiden Stifter weiter. Laut „Rhein-Zeitung“ steht in diesem Jahr u. a. der Abriss eines unbewohnten Hauses auf dem Gelände des Minoritenklosters an. Hütte hatte den Kauf noch zu Lebzeiten arrangiert. Ihm war das Haus ein Dorn im Auge, weil es direkt an die frühere Klosterkirche gebaut worden war und Teile der historischen Außenmauer verdeckt. Kulturstiftung Hütte (Jubiläumszeitung), Rhein-Zeitung (€)

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Die Loreley steht zur Wahl – aber nicht für alle

Was der Loreley noch fehlt, darüber gehen die Meinungen auseinander. Manche vermissen auf dem Felsen spektakuläre Attraktionen, anderen ist es nicht mehr nostalgisch genug, aber fast alle wünschen sich mehr Besucher. Die aufwendige Neugestaltung des Plateaus ist (noch) kein Selbstläufer. Dass es beim Marketing noch Luft nach oben gibt, zeigt ein Blick auf Instagram: Auf der Foto-Plattform erscheint der Hashtag #loreley knapp 67.000 Mal. Für ein international bekanntes Reiseziel ist das nicht sehr viel. Zum Vergleich: Der #feldberg, für den vermutlich niemand aus Japan anreist, kommt auf mehr als das Doppelte. Eine Loreley-Statue soll den Mythos anschaulicher und mehr Lust aufs Fotografieren machen. Dank eines üppigen Landeszuschusses kann die gleichnamige Verbandsgemeinde rund 100.000 Euro für das Kunstwerk locker machen. Noch bis Ende Januar werden erste Entwürfe entgegengenommen. 10 von ihnen kommen in die engere Wahl und die über die besten 3 sollen die Bürgerinnen und Bürger abstimmen. Für die Künstler gibt es nur eine Vorgabe: Die Statue soll aus „metallischen Werkstoffen“ oder Naturstein gefertigt werden.  An der Urwahl dürfen übrigens nur Einwohner der Verbandsgemeinde teilnehmen. Viele andere Mittelrheiner zahlen trotzdem mit: Das Land Rheinland-Pfalz übernimmt 90 Prozent der Kosten. Pressemitteilung der VG Loreley

Die Loreley mit Burg Katz im Vordergrund. Foto: Dominik Ketz / Romantischer Rhein Tourismus

Die Loreley mit Burg Katz im Vordergrund. Foto: Dominik Ketz / Romantischer Rhein Tourismus

Es gibt noch einen neuen Bürgermeister

Apropos Grenzen im Welterbetal: Am Montag stand hier, dass es im neuen Jahr 3 wichtige Urwahlen am Mittelrhein gibt. Das stimmt nicht ganz. Ein Leser aus Spay hat mit Recht auf Wahl Nr. 4 aufmerksam gemacht: Am 13. März stimmt die Verbandsgemeinde Rhein-Mosel (Rhens, Brey, Spay) über einen neuen VG-Bürgermeister ab. Amtsinhaber Bruno Seibeld geht in den Ruhestand. Weitere Urwahlen 2022 betreffen die Landräte im Rhein-Hunsrück- und im Rhein-Lahn-Kreis und den Bürgermeister der VG Rhein-Nahe. Per Mail

Wer will ins Hilchenhaus?

Die Stadt Lorch sucht einen oder mehrere Pächter für die Gastronomie im Hilchenhaus. Der Renaissancebau mit Rheinblick wurde bis Ende Oktober von Peter Sehr und seiner Frau Anneliese Sehr-Denecke bewirtschaftet. Beide haben sich aus Altersgründen zurückgezogen. Das Interesse am Gesamtbetrieb ist überschaubar. Bürgermeister Ivo Reßler überlegt darum, den „Hilchenkeller“ und die 245 Quadratmeter große Terrasse unabhängig voneinander anzubieten. Wiesbadener Kurier (€)

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Freie Fahrt auf der rechten Rheinseite und Hermann aus dem Hochmittelalter

Es ist nur eine Atempause, aber immerhin: Am Samstag (18. Dezember) wird die Vollsperrung rechtsrheinische B 42 aufgehoben. Lorch und Rüdesheim sind endlich wieder auf normalem Weg verbunden. Die monatelange Umleitung durchs Gebirge hatte Lorch fast von Rhein-Main-Tourismus abgeschnitten und die Lebensmittel-Logistik so erschwert, dass eine der beiden Bäckereien in der Stadt aufgeben musste. Anfang März ist es mit der freien Fahrt aber schon wieder vorbei. Dann kommen die nächsten fast 3 Monate Vollsperrung. Die ohnehin schon komplizierte Sanierung der Bundesstraße entwickelte sich im vergangenen Sommer zum Desaster, als  Hochwasser die frisch aufgebrachte Straßendecke unterspülte. Wiesbadener Kurier

Blick auf Lorch. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Henry Tornow

Blick auf Lorch. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Henry Tornow

Hermann aus dem Hochmittelalter

Auf einer Burg in Bayern findet sich das vermutlich älteste Grabmal eines Bacharachers, noch älter als die Stadt selbst. Die „Main-Post“ aus Würzburg berichtet über das verwitterte Epitaph von Pfalzgraf von Hermann von Stahleck (+ 1156). Hermann aus dem Hochmittelalter – ein Onkel Kaiser Friedrich Barbarossas – stamme aus dem heutigen Unterfranken und hatte auf Burg Stahleck eingeheiratet. Kurz vor seinem Tod kehrte er in seine alte Heimat zurück, stiftete am Rand der Rhön das Kloster Bildhausen und ließ sich dort auch beisetzen. Fast 400 Jahre später verwüsteten rebellierende Bauern Kloster und Grab, die Überreste des Grabmals gelangten auf die nahegelegene Salzburg (Nicht zu verwechseln mit der österreichischen Stadt). Dort gerieten sie in Vergessenheit, Wikipedia meldet den Stein sogar als verschollen. Regionalhistoriker entdecken, was “ in einer Mauernische zwischen Torturm und Burgschänke“ vor sich hin witterte. Laut „Main-Post“ bemüht sich die bayerische Denkmalpflege jetzt um Sicherung und Sanierung. Main-Post

Unternehmen Sauerburg

Apropos Salzburg. In Hermanns alter Wahlheimat am Mittelrhein gibt es zwar kein Salz-, aber eine Sauerburg. Der Wiesbadener Unternehmer Christian Borgmann hat das Gemäuer im Kauber Hinterland voriges Jahr gekauft und nutzt es jetzt als Wochenendsitz. Die Sauerburg ist in ziemlich guten Zustand, trotzdem will Borgmann dort nicht nur die Füße hochlegen. Gerade lässt er eine Ferienwohnung ausbauen. Der Radiosender SWR 4 hat über Borgmanns Burgtraum berichtet und auf der SWR-Website einen Artikel veröffentlicht. SWR

Kein Beton in der Klosterlandschaft

Wer mit Landschaftsfraß Geld verdienen will, findet immer Gründe. In Rüdesheim versuchte es ein Grundbesitzer mit einem besonders verwegenen Argument. Er beantragte in der Nähe der denkmalgeschützten Abtei St. Hildegard Baurecht für 8000 Quadratmeter, weil ein Neubaugebiet „die „Verbundenheit der Abtei zu den Rüdesheimer Bürgern“ unterstreichen würde. Magistrat und Bauausschuss lehnten dankend ab, das Areal bleibt Grünfläche und offene Landschaft. Wiesbadener Kurier

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