Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

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Rock me Amadeus in Lorch

Ein bisschen Streit gehört immer dazu, aber was sich kurz vor der Kommunalwahl in Lorch abspielt, geht weit über den sonst üblichen Krach hinaus. Allein schon die parteipolitische Gemengelage dürfte einzigartig sein. Bizarr ist zum Beispiel die Rolle der Lorcher SPD. Die Partei, die sich überall in Deutschland für bezahlbaren Wohnraum einsetzt, verteidigt in Lorch die Privatisierung einer gemeinnützigen Wohnungsbaugenossenschaft, vorangetrieben und durchgeführt von 2 CDU-Politikern: dem 2019 abgewählten Bürgermeister Jürgen Helbing und dem noch amtierenden 1. Stadtrat Karl-Heinz Augustin. Helbing und Augustin saßen im Vorstand der Genossenschaft und sorgten für den Verkauf des kompletten Immobilienbesitzes – 53 Wohnungen – an die Limburger Amadeus Group. Angeblich fehlt das Geld zur Sanierung. Bürgermeister Ivo Reßler gehörte von Amts wegen ebenfalls dem Vorstand an. Nach seiner Aussage stimmte er dem Verkauf nur unter der Bedingung zu, dass die Bewohner vor Luxussanierungen und extremen Mieterhöhungen geschützt werden. Diese Klausel sollte auch für die Mietshäuser der Lorcher Maria-Kaufmann-Stiftung gelten, die ebenfalls von Helbing kontrolliert und an denselben Investor verkauft wurden. Im Vertrag mit der Stiftung tauche die Mieterschutz-Klausel aber nicht auf, sagt Reßler. Die Stadt hätte eingreifen und möglicherweise ein Vorkaufsrecht ausüben können. Offenbar verzichtete die Verwaltung aber darauf, ohne den eigenen Bürgermeister zu informieren. Helbing hat über seinen Parteifreund und Mit-Vorstand Augustin immer noch beste Kontakte ins Rathaus. Birgit Kind, Chefin des Lorcher Hauptamtes, dementiert auf Anfrage von Mittelrheingold, dass Augustin mit dem Vorgang befasst war. Das Thema sei gar nicht erst an die Stadtspitze gelangt, weil das Bauamt kein Vorkaufsrecht gesehen habe.

Blick auf Lorch. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Henry Tornow

Blick auf Lorch. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Henry Tornow

Die unabhängige „Liste Lorch“ (LiLo) vermutet bei der Auflösung der Genossenschaft handfeste finanzielle Interessen. Beim Verkauf an Amadeus werde jedes Genossenschaftsmitglied mit 28.000 Euro ausbezahlt, zitiert der „Wiesbadener Kurier“ aus Berechnungen der „LiLo“. Helbing und Augustin würden demnach ebenfalls profitieren, weil sie Genossenschaftsanteile hielten. Der Lorcher SPD-Fraktionschef Georg Breitwieser findet die Empörung darüber übertrieben: Er sei „erstaunt“, dass „privatrechtliche Vorgänge im Wahlkampf instrumentalisiert werden“. Lorch wählt am 14. März ein neues Kommunalparlament. Je nach Abstimmungsergebnis wird auch der Magistrat neu zusammengesetzt. Nur der 2019 direkt gewählte Bürgermeister Ivo Reßler bleibt davon unberührt. Wiesbadener Kurier, Rheingau-Echo, Mitteilung der Stadt Lorch

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Frühlingsgefühle in Rüdesheim und Dunkelmänner in Lorch

Im „Wiesbadener Kurier“ schreibt Thorsten Stötzer über das erste frühlingshafte Wochenende rund um Rüdesheim. Stadt und Umland waren gut besucht, aber es gab kaum Gedränge. Mangels Gastronomie verlagerte sich einiges auf die Höhen. Der Wander-Boom setzt sich fort, und die ersten Outdoor-Fans packten ihre Picknick-Körbe aus. „Die Leute wollen bei dem Wetter raus“, zitiert die Zeitung Seilbahn-Chef Rainer Orben. Seine Gondeln starten zwar erst in einem Monat wieder, aber zu tun hat er trotzdem: Orben bewirtschaftet zusätzlich zur Seilbahn auch den Parkplatz am Niederwalddenkmal. In Rüdesheim denkt man übrigens schon an den nächsten Weihnachtsmarkt: Gerade wurde der Vertrag mit Marktbetreiber Eric Rehwald bis 2036 verlängert. Rehwald bekommt damit langfristige Planungssicherheit für sein Unternehmen. Wegen Corona hatte er im vergangenen Jahr alles absagen müssen. Wiesbadener Kurier (Wochenende), Wiesbadener Kurier (Weihnachtsmarkt)

Blick auf Rüdesheim. Foto: Frank Gallas / Romantischer Rhein Tourismus

Team Assmannshausen

Apropos Rüdesheim: Im Stadtteil Assmannshausen spucken Ortsvorsteher Torsten Schambach und andere freiwillige Helfer in die Hände und legen einen überwucherten Fußweg nach Aulhausen frei. Die ersten 500 Meter sind schon geschafft. Bisher mussten Fußgänger direkt an der Fahrbahn der Landstraße entlang. Wiesbadener Kurier

Dunkelmänner in Lorch

Flussabwärts in Lorch geht es nicht ganz so harmonisch zu. Dort muss sich Bürgermeister Ivo Reßler gegen anonyme Vorwürfe an die Kommunalaufsicht wehren. Laut „Wiesbadener Kurier“ geht es um Rechnungen für Kita-Renovierungen und die Feuerwehr. Reßler steht seit seinem Amtsantritt vor einem Jahr unter Dauerbeschuss der Wahlverlierer CDU und SPD. Der frühere IT-Manager hatte sich als unabhängiger Kandidat durchgesetzt, SPD-Bewerber Georg Breitwieser haushoch geschlagen und den langjährigen CDU-Bürgermeister Jürgen Helbing abgelöst. Seitdem herrscht in der Lorcher Parteipolitik dicke Luft. Wegen kleinerer Reparatur-Aktionen im Hau-Ruck-Verfahren hatte SPD-Stadträtin Tanja Herrmann Strafanzeige gegen Reßler gestellt, außerdem gab es aus den Reihen der SPD Dienstaufsichtsbeschwerden. Reßler wurde jedesmal entlastet. Die Staatsanwaltschaft stellte die Ermittlungen ein. Die Aufsichtsbehörde sprach lediglich eine Rüge aus – nicht wegen der Vergabe der Reparaturjobs, sondern wegen mangelnder Information darüber. Ob hinter den neuen anonymen Vorwürfen ebenfalls eine Partei steht, könnte am 2. März Thema bei der nächsten Sitzung des Kommunalparlaments sein. Wie die Lorcher Bevölkerung darüber denkt, zeigt sich jedenfalls am 14. März – dann wird die Stadtverordnetenversammlung neu gewählt.  Wiesbadener Kurier

13,3 Fragen an Niko Neuser

In Boppard gibt die SPD ein besseres Bild ab als in Lorch. Dort wird am 14. März ein neuer Bürgermeister gewählt. Gute Chancen hat Niko Neuser, SPD-Stadtrat, Ortvorsteher der Bopparder Innenstadt, Schwimmbad-Aktivist und Favorit von Amtsinhaber Walter Bersch, der aus Altersgründen nicht mehr antritt. Es gibt mit Philipp Loringhoven (unabhängig) und Jörg Haseneier (CDU) 2 weitere Bewerber, aber keiner nimmt die Kandidatur ernster als Neuser. Dass er trotzdem nicht verbissen ist, zeigt das Video-Interview von Instagram-Bloggerin Sandra Bruns. Dort erklärt Neuser u. a, warum er sich nicht traut, an der Tür der Bopparder Stadtverwaltung zu rütteln. Instagram

 

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Gratis-Parken in Bingen und Bibber-Lese in Lorch

Noch ist unklar, wann der Einzelhandel aus dem Lockdown kommt. Aber am Tag X soll Innenstadt-Besuchern in Bingen der rote Teppich ausgerollt werden. Laut „AZ“ plant man im Stadtrat, mehrere Monate lang auf die Parkgebühren zu verzichten. Kostenlose Fahrten im Binger Bus-Netz sind ebenfalls im Gespräch. Gratis-Parken würde die Stadt zwar eine fünfstellige Summe kosten, wäre aber eine unbezahlbare Werbung für die gebeutelte City. Die Parkgroschen sind für viele Kunden eine psychologische Hürde. Die zusätzlichen Spritkosten für eine Shopping-Tour nach Ingelheim tun merkwürdigerweise weniger weh. Allgemeine Zeitung

Blick auf Bingen. Foto: Stadt Bingen

Lorch on Ice

Die Februar-Kälte macht es möglich: In Lorch hat Bio-Winzer Jochen Neher Eiswein-Trauben mit 216 Grad Oechsle vom Stock geholt. Der Chef Weinguts Mohr kann jetzt rund 100 Liter ausbauen, die im Mai oder Juni abgefüllt werden und in den Verkauf kommen. Der Riesling der Lage „Lorcher Schlossberg“ hat das zweithöchste Mostgewicht in der 145-jährigen Geschichte des Weingutes. Weinrechtlich gesehen ist Nehers Eiswein natürlich nicht der erste 2021er, sondern das Finale des Jahrgangs 2020. Wiesbadener Kurier

Feuer in Filsen

Das Hochwasser der vergangenen Woche brauchte am Mittelrhein niemand, aber für Filsen hat es sich dann doch gelohnt: Bei einem Dachstuhlbrand in der Brückenstraße war die Feuerwehr noch schneller als sonst zur Stelle, weil sie in der Nähe mit Aufräumarbeiten beschäftigt war. Nach eineinhalb Stunden hatte sie das Feuer unter Kontrolle. Verletzt wurde niemand. Rhein-Zeitung

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