Mittelrheingold

Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Schlagwort: Lorch Seite 1 von 50

Yoga-Grüße aus Bingen und Lasten in Lorch

Zur Yoga-Stunde mit Roberta Campanile muss man eigentlich nach Bingen. Die gebürtige Italienerin („Ich bin Roberta aus Rom“) lehrt in normalen Zeiten an der Volkshochschule in der Innenstadt. Weil aber gerade nichts normal ist, unterrichtet sie jetzt wie viele anderen VHS-Dozenten im Internet. Einen kleinen Vorgeschmack gibt es jeden Morgen um 8 kostenlos auf Facebook. „AZ“-Redakteurin Christine Tscherner hat weitere Beispiele für kreative Corona-Lösungen zusammengetragen. Binger Einzelhändler helfen sich gegenseitig. Die Konditorei Röthgen aus der Kapuzinerstraße etwa verkauft ihre Osterartikel in den Filialen der Bäckerei Stamm. Allgemeine Zeitung

Blick auf Bingen. Foto: Stadt Bingen / Torsten silz.

Blick auf Bingen. Foto: Stadt Bingen / Torsten Silz.

Lasten in Lorch

Eigentlich hat die chronisch klamme Stadt Lorch nichts zu verschenken, aber wenn es den Gewerbetreibenden an den Kragen geht, nützt das das niemandem. Die Lorcher CDU regt darum an, vorübergehend auf städtische Pachteinnahmen zu verzichten. Das käme u. a. den Gastronomen im Hilchenhaus und im Bürgerhaus („Etna“) und dem KD-Kiosk zugute. Außerdem sollen weitere Fördermöglichkeiten für lokale Mittelständler geprüft werden. Wiesbadener Kurier

Carolins neue Seite

Apropos Lorch: Carolin Weiler gehört zu den großen Weinbau-Talenten im Welterbe-Tal. Alles, was ihr noch fehlte, war eine angemessene Website. Das ist jetzt auch erledigt. Den neuen Auftritt inklusive Online-Shop gibt’s auf weingut-weiler.de.

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„Wir müssen jetzt mehr denn je zusammenarbeiten“

Corona trifft das Obere Mittelrheintal ins Mark: Kurz vor dem Saisonstart bricht das Tourismusgeschäft zusammen. Hotels schließen oder eröffnen gar nicht erst, Restaurants und Weinstuben können abends keine Gäste mehr bewirten. Der Bopparder Josef Mayer erlebt die schlimmste Krise seiner Branche aus nächster Nähe. Er ist Seniorchef des Familienbetriebs „Eiserner Ritter“ im Stadtteil Weiler und Kreisvorsitzender des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes. 4 Fragen an einen Gastronomen, der nie aufgibt.

Josef Meyer ist Dehoga-Chef im Rhein-Hunsrück-Kreis.

Josef Meyer ist Dehoga-Chef im Rhein-Hunsrück-Kreis.

Josef, du kennst die Hotellerie und Gastronomie am Mittelrhein seit Jahrzehnten in -und auswendig, hast selbst einen Betrieb geführt und bist jetzt Dehoga-Vorsitzender im Rhein-Hunsrück-Kreis. Hast du jemals eine ähnliche Krise erlebt wie jetzt gerade?

Nein! Und ich denke, dass kein Kollege, der ähnlich lange in unserem oder egal in welchem Gewerbe beschäftigt ist, sich an so eine Situation erinnern kann. Da ich ein positiv denkender Mensch bin, und ich kenne viele positiv denkende Kollegen, werden wir auch diese Situation meistern.

Um diese Situation jedoch geschäftlich zu überstehen,  brauchen wir in  diesem speziellen Fall zum ersten Mal finanzielle staatliche Hilfe und präzise Vorgaben vom Gesetzgeber. Ein Erlass vom 17. März mit der Maßnahme:

„Die Öffnungszeiten von Restaurants und Speisegaststätten werden auf 6:00 Uhr bis 18:00 Uhr begrenzt“

ist schwer nachvollziehbar. Was sollen diese Öffnungszeiten für die kleinen Betriebe auf dem Land? Hier ist das Mittagsgeschäft doch so oder so nicht gut. Nur billige Tagesgerichte werden gefragt,  und nur dafür ist das Personal zu teuer. Der Gast am Abend, der sich die Zeit zum Essen nimmt, bringt den Umsatz.

Ebenso unverständlich ist der Erlass:

„Übernachtungsangebote im Hotelgewerbe sind nur zu notwendigen und ausdrücklich nicht zu touristischen Zwecken zulässig“.

Soll ein Hotelbetrieb geöffnet bleiben um  eventuell 2 oder 3 notwendige Übernachtungen zu gewährleisten? Wer soll diesen Aufwand bezahlen? Außerdem müssen  wir auch unser Personal vor Ansteckung schützen!

Ein Kollege fragt bei mir an: Ist der Coronavirus nur von  6 – 18 Uhr gefährlich für unser Personal?  Ich bitte darum diese Anweisung zu ändern, und unsere Familien und Mitarbeiter keiner Gefahr auszusetzen.  Service heißt: Kontakt unter 1.50 Meter. Das ist nicht möglich. Konsequenz ist unsere einzige Chance. Komplette Schließung für eine kurze Zeit ist besser als eine verschleppte Gefahr.

Welche Betriebe treffen die Maßnahmen gegen Corona besonders hart?

Alle Betriebe, egal ob Hotel, Restaurant oder den Imbiss.

Wie kann man eurer Branche helfen?

Zunächst, indem der Staat die komplette Schließung fordert und Sofortmaßnahmen in die Wege leitet. Für uns in Boppard habe ich heute, in meiner Eigenschaft als Kreisvorsitzender des Dehoga und als Stadtratsmitglied, in einem Schreiben an den Bürgermeister und den Stadtrat die Aussetzung der Abschlagszahlungen für den Touristenbeitrag und den Gästebeitrag gefordert. Hierzu haben sich schon einige Stadtratsmitglieder und der Bürgermeister positiv geäußert.

Im Tal versuchen immer wieder neue Gastronomen ihr Glück. Welchen Rat hast du jetzt für sie?

Wie gesagt: Da ich ein positiv denkender Mensch bin, und ich kenne viele positiv denkende  Kollegen, werden wir auch diese Situation meistern. Als uns in den 90er Jahren die BSE-Krise heimsuchte, sahen sich viele gezwungen, kein Rindfleisch ins Angebot zu nehmen. Damals hatte ich die Idee, unseren „Hunsrück-Metzger“ Wolf aus Woppenroth mit ins Boot zu nehmen.  Ich fragte ihn nach Kalbsbries, worauf er mich für verrückt erklärte. „Kein Mensch isst jetzt Bries“, argumentierte er.

„Man muss die Menschen nur richtig aufklären, ihnen die Herkunft des Tieres, den Bauernhof und die Metzgerei nennen, in der geschlachtet wird, und wir werden Kunden finden“, gab ich ihm zur Antwort. Er begann, Bries zu sammeln und während der Spargelsaison stand im „Eisernen Ritter“ Kalbsbries in Butter gebraten mit frischem Stangenspargel auf der Karte. Wir hätten mehr Bries verkaufen können, als der Hunsrück sie hergab.

Ähnlich erging es in der Zeit der Geflügelgrippe, die ja heute auch wieder aktuell ist Produkte aus sicherer Herkunft, aus der Region zu kaufen war und ist meine Devise. Eifel, Westerwald, Taunus und unser Hunsrück bringen tolle Grundprodukte –in einem Radius von 50 Kilometern – hervor, die von ehrlichen Erzeugern produziert werden.

Unsere Mittelrhein-Winzer liefern uns die besten Rieslinge der Welt.

Natürlich darf es auch das ein oder andere Produkt aus internationalen Gewässern oder Weiden auf der Speisenkarte geben. Den Vorrang sollten  jedoch die heimischen haben.

Wenn sich alle auf den Weg machen und nach der Krise mit uns diesen Weg beschreiten, habe ich vor der Zukunft keine Angst. Viele kennen meine Einstellung seit Jahren: Nur gemeinsam sind wir stark!

Dieser Leitfaden hat mein Geschäft- und Privatleben  seit Jahrzehnten geprägt.

Jetzt sind alle gefordert mit an einem Strang zu ziehen!

Wir müssen jetzt mehr denn je zusammen arbeiten, damit wir eine noch nie dagewesene Situation wie diese meistern!

Alteingesessene sowie neue Kollegen, die sich an dieser Art zu arbeiten anschließen,brauchen vor der Zukunft keine Angst zu haben.

Kein Bedarf in Oberwesel

Mit der Inneren Medizin verschwand im vergangenen Jahr auch die Intensivstation im Krankenhaus Oberwesel. Trotz Corona-Krise wird es aber wohl kein Revival geben. Dagegen sperrt sich der Haupteigentümer Marienhaus: „Wir werden dort sicherlich keine neuen Kapazitäten schaffen können“, zitiert die „RZ“ einen Sprecher des katholischen Krankenhaus-Konzerns.  Man werde bei Bedarf an anderen Standorten aufstocken, nicht in Oberwesel, heißt es. Die Loreley-Kliniken in Oberwesel und St. Goar stehen zum Verkauf und haben bisher noch keinen seriösen Interessenten gefunden. Rhein-Zeitung

Leere in Lahnstein

Die Corona-Krise trifft neben der Gastronomie auch den Einzelhandel am Mittelrhein hart. In Lahnstein kämpfen u. a. die Buchhandlung Mentges und das Modehaus Cleo. „RZ“-Redakteurin Karin Kring hat sich in der leeren Innenstadt umgeschaut und kurz vor der Schließung noch mit Händlerinnen unterhalten. Mentges darf zumindest noch Zeitungen verkaufen. Rhein-Zeitung

Der neue Mr. Loreley

SPD-Kandidat Mike Weiland hat die Bürgermeisterwahl in der Verbandsgemeinde Loreley unerwartet klar gewonnen. Der Büroleiter von Innenminister Roger Lewentz holte 60 Prozent, Amtsinhaber Werner Groß kam nur auf 32 Prozent, und 2 weitere Kandidaten spielten keine Rolle. Damit sind innerhalb von 9 Monaten alle 3 hauptamtlichen CDU-Bürgermeister auf der rechten Rheinseite abgewählt worden. Im Juni hatte es Jürgen Helbing in Lorch erwischt und im November Volker Mosler in Rüdesheim. Ärger für die SPD gab es diese Woche trotzdem: Ein Wahlparty-Foto mit Lewentz, Weiland und Fans stieß wegen zu enger Tuchfühlung im Corona-Land auf Unverständnis.  Rhein-Zeitung, Allgemeine Zeitung, Mittelrheingold (Interview mit Mike Weiland, Februar 2020)

Ein Blick auf die Buga 2029

In Lorch macht sich eine Bundegartenschau-Kommission an die Arbeit. Neben Kommunalpolitikern packen 13 engagierte Bürger an, darunter Apothekerin Kathrin Büschenfeld, Landschaftsbau-Professor Andreas Thon und der Winzer und Querterrassen-Pionier Gilbert Laquai. Auch nebenan in Rüdesheim tut sich was. Die Wählergruppe WIR hat erste Vorschläge für 2029 vorgelegt, darunter einen 24-Stunden-Fährbetrieb während der Buga-Monate. Wiesbadener Kurier (Lorch), Wiesbadener Kurier (Rüdesheim)

Video der Woche

Ab in den Wald! So lange es noch keine Ausgangssperren gibt, empfehlen Chefarzt Matthias Rudolph von der Bad Salziger Mittelrhein-Klinik und Boppards Forstamtschef Axel Henke einsame Spaziergänge im Grünen. Wald-Wanderungen stärken das Immunsystem und helfen gegen Lagerkoller und innere Unruhe. Voraussetzung ist natürlich, dass sie nicht in Massenveranstaltungen ausarten und Abstand eingehalten wird. Platz gibt es eigentlich genug. Allein die Forstreviere auf der linken Rheinseite zwischen Boppard und Bingen umfassen rund 19.000 Hektar Wald; das ist mehr als das Fürstentum Liechtenstein. Henke und Rudolph erklären ihr „kleines Impfmittel vor der Haustür“ in einem SWR-Video.

Mittelrhein-Zahl der Woche

Rund 1,5 Millionen Liter Wasser fasst der Löschteich der Feuerwehr Heimbachtal im Binger Wald. Im Dezember musst er wegen dringender Sanierungsarbeiten abgepumpt werden. Damals war nicht klar, wie schnell er sich wieder auffüllen würde. Die bange Frage ist jetzt beantwortet: Schneller als gedacht. Nach dem verregneten Winter ist wieder mehr als genug Wasser da. Allgemeine Zeitung

Termine der Woche ….

… gibt es wegen Corona erstmal nicht.

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Foto der Woche

Das Beste zum Schluss

Franziskus Weinert und Christian Büning vom Oberweseler Gewerbeverein haben eine Plattform für Nachbarschaftshilfe ins Netz gestellt: „Vermittelrhein – Corona Care in der Region“. Auf der Seite bieten Bürger ihre Hilfe bei Einkauf oder Betreuung an. vermittelrhein.de

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Die Loreley-Pläne: 7 Fragen an Mike Weiland

Gemunkelt wird schon länger, aber VG-Bürgermeisterkandidat Mike Weiland spricht es jetzt öffentlich aus: Hinter verschlossenen Türen wird über den Bau einer Hotelanlage in der Nähe der Loreley verhandelt. Es gebe nichtöffentliche Gespräche „zwischen einem Investor und dem Planungsverband Loreley“, bestätigte Weiland auf Anfrage von Mittelrheingold. Namen nennt er nicht, aber unter Insidern ist immer wieder von einem vergleichbaren Projekt im Ostseebad Travemünde die Rede. Weiland tritt bei der Wahl zum Bürgermeister der Verbandsgemeinde Loreley am 15. März gegen Amtsinhaber Werner Groß an. Der SPD-Mann und enge Mitarbeiter von RLP-Innenminister Roger Lewentz fordert im 7-Fragen-Interview mehr Transparenz und Bürgerbeteiligung rund um die Loreley.

Mike Weiland will Bürgermeister der VG Loreley werden. Foto: SPD Rhein-Lahn

Als Leiter des Ministerbüros von Roger Lewentz hast Du einen wichtigen Job im rheinland-pfälzischen Innenministerium. Warum willst du von Mainz nach St. Goarshausen wechseln?

Weil die Verbandsgemeinde Loreley meine Heimat ist. Das Leben dort hat mich geprägt, und ich mag die Menschen, das Gespräch und das freundschaftliche Miteinander. Darum bin ich auch schon seit mehr als 20 Jahren auf allen Ebenen der Kommunalpolitik ehrenamtlich aktiv. Beruflich bringe ich für die Verbandsgemeinde eine gute Mischung aus Verwaltungspraxis, Kompetenz, Erfahrung und Führungsverantwortung mit, um Dinge zielführend anzupacken. Ich möchte, dass sich etwas bewegt, dass wir unsere Heimat nach vorne entwickeln und unsere Verbandsgemeinde stark machen. Das schaffen wir am besten gemeinsam, im respektvollen Dialog, über Orts- und Parteigrenzen hinweg. Ich brenne für unsere Heimat und möchte ein Bürgermeister für alle sein.

Als Verbandsbürgermeister wärst du auch für den Loreley-Felsen zuständig. Was würdest du dort anders machen als der jetzige Bürgermeister?

Ich bin rund um die Loreley vielen klugen Köpfen und fleißigen Händen begegnet. Jetzt warten die Menschen auf den Beginn des zweiten Bauabschnittes, denn sie sagen, dass noch einige Dinge fehlen. Darum muss das Paket dringend endgültig geschnürt und schnellstens auf den Weg gebracht werden. Als erstes müssen wir die Sanierung und den Umbau des ehemaligen Turner- und Jugendheimes zum Gastronomiebetrieb angehen. Wir stehen hier gegenüber dem Pächter zeitlich im Wort. Es gibt noch viel zu tun: Wir müssen den  Ausstellungsraum, die  Mythenpunkte und die Multifunktionsfläche fertigstellen, und wir brauchen weitere Toiletten, damit es rundum ein vollendetes und gelungenes Bild ergibt. Vor allem brauchen wir eine neue Loreley-Statue. Erst wenn die Besucher das Ensemble als vollendet empfinden, können wir zufrieden sein. Aber: Neuer Kultur- und Landschaftspark und neue Loreley-Statue bedeutet für mich auch die Möglichkeit einer neuen Bürgerbeteiligung und Transparenz bei Projekten. Bei der Gestaltung der Statue können wir hier gleich den Anfang machen. Es geht aber auch um ganz alltägliche Dinge. Gemeinsam mit der Stadt St. Goarshausen und den Höhengemeinden rund um die Loreley möchte ich zum Beispiel eine ganzjährige Buslinie zwischen Tal und Höhen realisieren.

Angeblich gibt es Pläne für eine größere Hotelanlage in der Nähe der Loreley. Wie realistisch ist so etwas?

Es gibt die Lenkungsgruppe mit Vertretern aus beteiligten Behörden, Fachleuten und örtlicher Politik, die sich damit schon in mehreren Workshops auf Grundlage eines städtebaulichen Vertrags zwischen einem Investor und dem Planungsverband Loreley nichtöffentlich beschäftigt. Fest steht, dass ein solches Vorhaben mit den schutzwürdigen Belangen des UNESCO-Welterbes Oberes Mittelrheintal einhergehen muss. Das ist gerade mit Blick auf die Größe, Form, Einsehbarkeit aus dem Tal, die verwendeten Materialien und vielem mehr nicht so einfach. Auch die weiteren Player des Loreley-Plateaus muss man hier möglichst unter einen Hut bekommen. Dazu gehört aber auch, für Transparenz zu sorgen, und die Bürger mitzunehmen.

Ein weiteres großes Loreley-Thema ist die Freilichtbühne. Warum ist es so schwer, zwischen der Kommune und dem Pächter zu vermitteln?

Ich bin bisher Mitglied des Verbandsgemeinderates und kein Bürgermeister. Damit habe ich keine Einsicht in die Akten zur Freilichtbühne und mir liegen keine entsprechenden Informationen vor, die Frage bewerten zu können. Das Thema ist eine Angelegenheit zwischen der Stadt St. Goarshausen und deren Pächter.

Für mich ist aber klar, dass hier der jüngsten Presseberichterstattung nach zu urteilen, offensichtlich nach wie vor höchst unterschiedliche Standpunkte von beiden Seiten vertreten werden. Für mich war es bislang sowohl in der Vereinsarbeit, als auch im Beruf als Führungskraft oder im privaten Leben im Umgang mit Mitmenschen immer wichtig, bei Bedarf eine vermittelnde Rolle einzunehmen, sich aktiv anzubieten, um gemeinschaftlich nach Lösungen für Herausforderungen zu suchen und zu ringen. Das werde ich im Falle meiner Wahl zum Bürgermeister auch beibehalten und zwar nicht nur wie in der konkreten Fragestellung für die Stadt St. Goarshausen, sondern wertschätzend für alle Themen, die auf mich in den 22 Gemeinden und Städten warten.

Wann warst du zuletzt als Konzertbesucher auf der Loreley?

Ich bin froh über jede tolle Veranstaltung mit möglichst vielen Besuchern, die auf der Loreley über   die Bühne geht. Leider kam ich in Vergangenheit selbst viel zu selten dazu, mit Freunden all die Konzerte zu besuchen, die etwas für meinen Musikgeschmack gewesen wären. Dennoch war ich von Jugend an immer wieder auf der Freilichtbühne zu verschiedenen Events zu Gast. Mein letzter Besuch war mit 14.000 Besuchern bei PUR. Unabhängig davon brauchen wir aber auch künftig Konzerte mit bekannten nationalen oder internationalen Acts  auf der Freilichtbühne sowie Kultur- und Musikangebote überall in unseren Gemeinden. Sie bereichern unsere schöne Heimat.

In St. Goar und St. Goarshausen gibt es Überlegungen für eine gemeinsame Tourismus-Organisation. Brauchen wir am Mittelrhein mehr flussübergreifenden Kooperationen?

Ja, wir brauchen am Mittelrhein mit Blick auf die Schlagkraft unserer Tourismusregion, die Buga 2029 und nicht zuletzt auch im Sinne unserer Unternehmen mehr Netzwerke, mehr flussübergreifende Kooperationen, mehr Miteinander und weniger Kirchturmdenken. Wir müssen mehr an einem Strang in dieselbe Richtung ziehen, aber das nicht nur über den Rhein, sondern auch über die Landesgrenze nach Hessen hinweg. Ein gutes Beispiel aus jüngster Vergangenheit ist hierfür sicherlich der Zusammenschluss von Bacharach, Kaub, Lorch und Niederheimbach zu „BaKaLoNi“, um gemeinsame Events zu Wein, Kultur und Wandern anzubieten. Nur so kann die Region mehr zusammenwachsen.

Was den Blick auf unsere Verbandsgemeinde Loreley angeht, so ist es mir wichtig, die gesamte Verbandsgemeinde touristisch professionell aufzustellen und all die uns zur Verfügung stehenden Potenziale auszunutzen. Die 22 Orte von A wie Auel bis W wie Weyer sind immer eine Reise wert. Daher brauchen wir eine schlagkräftige Tourismus-GmbH, die unsere Heimat gemeinsam mit allen Akteuren stark als Markenprofil bewirbt. Davon profitieren die Hotellerie, die Gastronomie, Unternehmen und die gesamte Verbandsgemeinde. Auf dem Weg dorthin bedarf es jedoch zahlreicher Partner und Unternehmen, insbesondere aber im besten Falle die Teilnahme all unserer Gemeinden. Daher würde ich als Bürgermeister eine solche GmbH so aufstellen, dass sie auch tatsächlich allen Gemeinden Nutzen bringt und intensiv dafür werben, dass sich alle beteiligen. Gegen darüber hinausgehende rheinübergreifende Kooperationen von Gemeinden ist natürlich auch nichts einzuwenden.

Wie wichtig ist die Mittelrheinbrücke und wann kommt sie?

Die Mittelrheinbrücke ist ein seit Jahrzehnten angestrebter Mosaikstein zur Weiterentwicklung unserer Verbandsgemeinde und der gesamten Region. Sie ist für Pendler und Unternehmen von besonders wichtiger Bedeutung. Wir müssen gemeinschaftlich mit der Bürgerinitiative Pro Brücke, in der ich Gründungsmitglied bin, dem Bündnis Kulturlandschaft Romantischer Rhein  und mit den Verantwortungsträgern der linken Rheinseite zusammenarbeiten und immer wieder dafür einstehen. Die Verkehrszählung ist abgeschlossen. Das Raumordnungsverfahren ist in Vorbereitung. Das Land hat sich bereiterklärt, die Gesamtkosten des Raumordnungsverfahrens zu übernehmen, damit man es so schnell wie möglich durchführen und abschließen kann. Selbst wenn mit zügigen weiteren Planungsschritten und rascher Genehmigung der UNESCO die Brücke vorangebracht und gebaut wird, müssen wir realistisch sein, dass für die BUGA 2029 dringend alternative den Rhein querende Verkehrskonzepte geplant werden müssen.

Die Herrin der Bücher

Bingen bekommt nicht nur die modernste Stadtbibliothek, sondern auch eine neue Bibliotheksleiterin: Die Bopparderin Julia Löffler hat Satu Bode abgelöst. Löffer arbeitete bisher bei der Koblenzer Stadtbibliothek. Zu ihren Spezialgebieten gehören Manga-Comics. Demnächst bezieht die Binger Bibliothek ihr neues Gebäude in der Nähe der Basilika. Allgemeine Zeitung, bingen.de (über die Stadtbibliothek)

Was Sie über einen Mittelrhein-Pfarrer nicht wissen wollen

Vergangenes Jahr verschwand ein katholischer Pfarrer überraschend aus seiner Rheintal-Gemeinde. Der Pfarrgemeinderat informierte mit ungewöhnlicher Offenheit per Aushang: Der Mann war vom Dienst suspendiert worden, weil er am Mainzer Hauptbahnhof einem 14-Jährigen Geld für Sex geboten hatte. Laut „Rhein-Zeitung“ hat die Staatsanwaltschaft das Verfahren mittlerweile eingestellt. Sie wertet es als „Vorbereitungshandlung“, die allein noch noch nicht strafbar sei. Seinen Job ist der Pfarrer trotzdem los: Die Kirche will ihn nicht wieder auf seinen Posten zurückkehren lassen und setzt jetzt ihr eigenes Verfahren gegen ihn in Gang. Rhein-Zeitung

Rhein-Zeitung in Flammen

Die „Rhein-Zeitung“ ist die größte Regionalzeitung im Welterbe-Tal.  Mit ihren Lokalausgaben für den Rhein-Hunsrück-Kreis und den Rhein-Lahn-Kreis deckt sie das Gebiet zwischen Koblenz und Oberwesel (linksrheinisch) bzw. Kaub (rechtsrheinisch) ab. Allerdings leidet sie so wie die meisten anderen Zeitungen an Auflagen- und Anzeigenschwund. Es ist kein Mittelrhein-Phänomen; das klassische Velagsgeschäft ist wegen digitaler Konkurrenten weltweit in der Krise. Bei Sparmaßnahmen war die „RZ“ schon immer erfindungsreich. Jetzt will sie die meisten ihrer Lokalredaktionen schließen und deren Redakteure auf 3 Standorte in Rheinland-Pfalz konzentrieren. Im Welterbe-Tal war schon seit ihrem Rückzug aus Boppard nicht mehr mit eigenen Büros präsent. Derzeit wird die Berichterstattung über die Lokalredaktionen Simmern und Bad Ems abgewickelt. swr.de

Erleuchtung in Rüdesheim

Wer schummeriges Licht liebt, ist am Rüdesheimer Rheinufer bestens aufgehoben. Vor allem an Sommerabenden sorgt das dichte Laub der Bäume für zwielichtige Atmosphäre. Die Stadt will jetzt für Erleuchtung sorgen und investiert 20.000 Euro in neue LED-Lampen. Am Hafenpark sollen Strahler in den Boden eingelassen werden. Wiesbadener Kurier

Ein Blick auf die Buga

Die „Wisper Trails“ haben das Zeug zur Mittelrhein-Attraktion. Bei einem Workshop in Lorch kam gerade zur Sprache, was die 15 zertifizierte Wanderwege auf insgesamt 209 Kilometern für den Tourismus bedeuten können – wenn man es richtig anstellt. Ein Hotelier aus der Eifel erklärte, wie neue Wanderangebote seine Region und seinen eigenen Betrieb vorangebracht haben. Allerdings seien Investitionen nötig: Die Gäste erwarteten zeitgemäße Unterkünfte und nicht das Bett, „in dem schon die Oma 1953 gestorben ist“, zitiert ihn der „Wiesbadener Kurier“. Die Hotel-Kapazitäten sind ein großes Thema für die Bundesgartenschau.  Bis 2029 sollen überall im Welterbetal Hotels modernisiert und neue Betriebe entstehen. Einer Studie zufolge fehlen mehrere 1000 Betten. Wiesbadener Kurier, buga2029.blog (Hotelstudie)

Video der Woche: Biber in Bingen

SWR-Wetterreporterin Kathrin Illig war in Bingen unterwegs und hat sich dort nicht nur mit der Meteorologie beschäftigt. Im Video spürt sie gemeinsam mit Naturschützer Michael Markowski einem Neubürger am Mittelrhein nach: dem Biber. Die Nager galten in der Region seit dem 19. Jahrhundert ausgestorben. Jetzt siedeln sie sich wieder in den Rheinauen an. swr.de (Video)

Mittelrhein-Zahl der Woche

Über 750 Arbeitsstunden haben die Oberdiebacher „Heinzelmänner“ im vergangenen Jahr für ihre Gemeinde geleistet. Die freiwillige Rentnertruppe unter dem Kommando von Karl-Heinz Stüber trifft sich jeden ersten Mittwoch im Monat. Mindestens 15 Power-Senioren ziehen dann los, um z.B. Wege freizuschneiden, Geländer zu streichen oder Bänke aufzustellen. Allgemeine Zeitung

Termine der Woche

Freitag in Braubach – Nachtumzug – 21. Februar, 19 Uhr. loreley-touristik.de

Samstag in Boppard – Maskendinner „Von Florenz nach Venedig“ im „Bellevue“ – 22. Februar, 18 Uhr 30. boppard-tourismus.de 

Samstag in Lahnstein – SWR Schlagerparty in der Stadthalle – 22. Februar, 20 Uhr. lahnstein.de

Sonntag ab Lorch – Wispertal-Wanderung mit Wolfgang Blum – 23. Februar, 10 Uhr 30. lorch-rhein.de

Sonntag in Boppard – Abendumzug – 23. Februar, 18 Uhr 11.boppard-tourismus.de

Dienstag in Lorch-Wollmerschied – Halefeuer – 25. Februar, 15 Uhr. lorch-rhein.de

Mittwoch in Bingen – „Ad Astra – Zu den Sternen“ im  Programmkino KiKuBi – 26. Februar, 20 Uhr 15. bingen.de 

Freitag in Rüdesheim – „Dibbegugger“ / Mittelrhein-Momente in Breuer’s Rüdesheimer Schloss – 28. Februar, 19 Uhr. mittelrheinmomente.de

Freitag in Bingen – „8 Frauen“ / Theraterabend in Büdesheim – 28. Februar, 19 Uhr 30. bingen.de

Freitag in Bingen – „Anderswo. Allein in Afrika“ im Programmkino KiKuBi – 28. Februar, 19 Uhr 30. bingen.de

Freitag in Bingen – The Johnny Cash Show in der Stadthalle – 28. Februar, 20 Uhr. boppard-tourismus.de

Foto der Woche

Das Beste zum Schluss

Die VG Rhein-Nahe war jahrzehntelang die unbeliebteste am Mittelrhein. Ihre Kommunen – von Bacharach bis Münster Sarmshein und Waldalgesheim – schienen geografisch und auch sonst nichts zu verbinden. Das ganze Konstrukt galt als Ausgeburt ignoranter Gebietsreformer. Das ändert sich gerade. Verwaltung und Bürger haben in vielen Workshops und Projektgruppen gute Ideen entwickelt. Eine davon ist das „Repair Café“, eine ehrenamtliche und kostenlose Reparaturwerkstatt, die durch die Orte tourt. Ältester Freiwilliger ist Johann Stubbe aus Bacharach-Neurath. Der 83-Jährige Schneider a.D. hat sich u. a. auf die Reparatur von Nähmaschinen spezialisiert. Allgemeine Zeitung

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