Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

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Sonntagsreden an Bahngleisen und dicke Luft in Lorch

Mit dem Güterverkehr am Mittelrhein wie mit der Rheinquerung: Es wird viel disputiert, angekündigt, versprochen und noch mehr aneinander vorbeigeredet, aber pragmatische Lösungen gibt es wenige. Die Aufarbeitung des Lahnstein-Unfalls ist ein typisches Beispiel. Noch vor Abschluss der Ermittlungen standen die Schuldigen und die Unschuldigen fest. Die Lärmschutz-Initiative machte die Bahn und ihre Infrastruktur verantwortlich (ohne Belege dafür zu haben), die Bahn verwies auf ein privates Transportunternehmen. Das Ende vom Lied ist, dass sich erst einmal nichts ändert und eine beim Unfall zerstörte Weiche 1:1 ersetzt wird. Sie ist laut „RZ“ für maximal 40 Stundenkilometer vorgesehen und dürfte bei der nächsten Geschwindigkeitsübertretung an ihre Grenzen kommen. Mittlerweile ist dass ganze Ausmaß des Schadens klar: Zwischen 10.000 und 20.000 Liter ausgelaufenes Dieselöl sind nach wie vor im Boden und können trotz Abtrags von 20.000 Tonnen kontaminierter Erde nicht mehr aufgenommen werden. Gefahr für dass Trinkwasser bestehe nicht, heißt es. Ein Gutachten soll das weitere Vorgehen klären.

Bahnstrecke bei Kaub. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Henry Tornow

Bahnstrecke bei Kaub. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Henry Tornow

Beim Unfall eines Güterzugs am 30. August waren in Niederlahnstein mehrere Waggons entgleist und über 100.000 Liter Diesel ausgelaufen.  Die Hoffnungen der Politik richten sich jetzt auf eine gigantische neue Trasse zwischen Rhein-Main-Gebiet und Köln, die aber noch nicht einmal in Ansätzen geplant ist. Bis zu ihrer Fertigstellung könnten 30 Jahre vergehen.  Die „RZ“ kritisiert „Sonntagsreden“, die zu nichts führen. Allerdings gibt von der Bahn auch gute Nachrichten: Laut Bundesverkehrsministerium sind mittlerweile über 90 Prozent der Güterzüge mit Flüsterbremsen ausgestattet. Rhein-Zeitung (Lahnstein-Unfall mit lesenswertem Kommentar von „RZ“-Redakteur Tobias Lui), Rhein-Zeitung (Flüsternremsen)

Dicke Luft in Lorch

Wenn man es freundlich formuliert, hat Lorch etwas vom kleinen gallischen Dorf. Die Kommune am Ende des hessischen Rheingau ist traditionell zerstritten und neigt zur politischen Vendetta. Die überraschende Wahl des IT-Beraters Ivo Reßler zum Bürgermeister hat daran nichts geändert. Momentan gibt es Ärger wegen Bauarbeiten im Museum Lorch und in einer früheren Kita. CDU und SPD wittern Versäumnisse bei der Auftragsvergabe und sprechen von „ungeheuerlichen Vorgängen, die es in Lorch noch nicht gegeben hat.“ Speerspitze der Anti-Reßler-Bewegung ist SPD-Mann Georg Breitwieser. Er war bei der Bürgermeisterwahl 2019 im ersten Wahlgang ausgeschieden. Newcomer Reßler hat es nicht leicht, weil die Kassen leer sind, die kommunalpolitischen Platzhirsche CDU und SPD immer noch mit ihrer Niederlage hadern und die hessische Kommunalverfassung Bürgermeistern verhältnismäßig wenig Macht einräumt. Wiesbadener Kurier

Video: SWR-Wanderung auf der Loreley

„Landesschau Rheinland-Pfalz“-Moderator Holger Wienpahl war mit 2 Quiz-Gewinnern am Mittelrhein unterwegs. Besonders interessant: Das Ehepaar aus Koblenz (!) war bis dato noch nie auf der Loreley gewandert und kannte alles nur von Fotos.. Es wurde also höchste Zeit. SWR (Video)

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Der Erntekranz auf dem Marktplatz #bacharach #welterbeoberesmittelrheintal #tradition #herbst

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Tunnelblick in Rüdesheim und Pendler-Pauschale in Bingen

Der Bahnübergang in Rüdesheim ist eines der wenigen Verkehrsprobleme im Tal, über das sich alle einig sind: Weg damit. Selbst der nostalgischste Mittelrheiner findet es gaga, dass am Ortsausgang in Richtung Lorch Züge direkt über die Bundesstraße hinweg fahren. Eine monströse Brücke wäre die billigste und hässlichste Lösung. Darum hofft man in Rüdesheim insgeheim auf ein Veto der Unesco. Es könnte die Bahn zu einer landschaftsschonenden Tunnellösung zwingen. Dafür macht sich gerade u. a. Bundestagsmitglied Klaus-Peter Willsch stark. Der CDU-Mann nutzt laut „Wiesbadener Kurier“ gerade alle möglichen Kontakte zur Unesco und will den deutschen Unesco-Botschafter nach Rüdesheim holen. Wunder kann aber auch Willsch nicht bewirken – ein Baubeginn vor 2030 gilt so oder so als äußerst unwahrscheinlich. Wiesbadener Kurier

Blick auf Rüdesheim. Foto: Frank Gallas / Romantischer Rhein Tourismus

15.000 Euro pro Parkplatz

Ein guter Grund, am Mittelrhein zu leben, ist die Nähe zum Rhein-Main-Gebiet. Vor allem im südlichen Teil des Welterbe-Tals brechen jeden Tag zahllose Pendler nach Mainz, Wiesbaden oder Frankfurt auf. Der Binger Hauptbahnhof wäre ein perfekter Ausgangspunkt, wenn es genügend Parkplätze geben würde. Im Herbst 2021 soll sich die Lage deutlich entspannen. Dann ist der neue Park & Ride-Parkplatz für 170 Autos fertig. Die Stadt Bingen baut ihn mit großzügigen Zuschüssen aus Mainz. Wegen der schwierigen Geografie und Extras wie Eidechsen-Umsiedlung wird mit 15.000 Euro pro Parkplatz kalkuliert. Von den hohen Kosten sollen die Autofahrer aber nichts mitbekommen: Laut „AZ“ denkt die Stadt über eine eher moderate Jahresmiete im „niedrigen zweistelligen Bereich“ nach. Allgemeine Zeitung

Die Vertreibung aus dem Parker-Paradies

Apropos Parken: Lorch ist momentan noch ein Paradies für Autofahrer. Allerdings ist die Stadt wie immer knapp bei Kasse, darum gibt es auch dort bald Parkautomaten und Knöllchen. Die Verwaltung kalkuliert mit Parkgebühren von 1,50 pro Stunde und 5 Euro pro Tag. Die Regelung könnten einen willkommenen Nebeneffekt haben und den Strom der Wanderer kanalisieren, die u. a. im Stadtteil Lorchhausen bedenkenlos ihre Autos abstellen und Straßen zuparken. Wiesbadener Kurier

Gut Holz am Siebenburgenblick

Seit über 100 Jahren bietet der hölzerne „Siebenburgenblick“-Turm oberhalb der Burg Sooneck einen fantastischen Ausblick auf das Tal. Gerade läuft die Sanierung, die weit weniger Geld, Nerven und Natur kostet als am „Spitzen Stein“ bei Niederburg. Das Holz kann erhalten werden, es ist kein Neubau erforderlich, und die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Welterbe Oberes Mittelrheintal zahlt 60 Prozent. Allgemeine Zeitung, rhein-reisefuehrer.de

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Die Heilige und das Fitnessstudio

Das geplante Geschichtszentrum am Bingerbrücker Rupertsberg wird wohl einige Nummern kleiner ausfallen. Laut „AZ“ ist die Kassenlage in Bingen so prekär, dass zunächst nur ein Archiv drin ist. Die Stadt könnte für eine Million Euro das wenig attraktive Nebengebäude der „Villa Herter“ kaufen und dort historisches Schriftgut und Akten einlagern. Momentan ist dort u. a. ein Fitnessstudio untergebracht. Aber auch diese Minimallösung klappt nur, wenn sich der Kreis Mainz-Bingen beteiligt und dort ebenfalls seine Archivalien deponiert. Eigentlich sollte der Standort des früheren Hildegard-Klosters zu einem touristisch attraktiven Geschichtspark entwickelt werden. Das Konzept des Binger Kultur- und Museumschefs Matthias Schmandt hatte nicht nur Hildegard-Fans wie „AZ“-Lokalredakteur Erich Michael Lang begeistert. Allerdings konnte sich die Stadt noch nicht einmal die Villa leisten, in der noch Überreste des Klosters zu sehen sind. Sie müsste sich dort für 30.000 Euro pro Jahr einmieten. Heute berät der Binger Stadtrat über das Thema.  Das eigentliche Problem ist, dass das Areal zwischen Nahe, Netto-Filiale und Durchgangsstraße zu den unattraktivsten in Bingen gehört. Allgemeine Zeitung

Blick auf Bingerbrück. Foto: Rüdesheim Touristik / Karlheinz Walter.

Blick auf Bingerbrück. Foto: Rüdesheim Touristik / Karlheinz Walter.

Lernen von Lorch

Kaum eine Mittelrhein-Gemeinde ist beim Thema Buga so weit wie Lorch. Im Stadtteil Lorchhausen hat man bereits ein Grundstück in Ufernähe gekauft, und die städtische Buga-Kommission wächst weiter. Gerade sind 5 sachkundige Bürgerinnen und Bürger hinzugekommen: Katharina Tettenborn, Jesse Nies, Nicolas Kunz, Jürgen Dreis und Matthias Hanke. Wiesbadener Kurier

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