Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Blick auf Bacharach. Foto: Henry Tornow

Schlagwort: Lorch Seite 1 von 57

Offene Rechnungen in St. Goarshausen und Altlasten in Lorch

Auf den ersten Blick ist St. Gorshausen die Ruhe selbst. Im Städtchen gibt es noch nicht einmal Parteien, die streiten könnten. Der Stadtrat wurde ohne Listen nach reinem Mehrheitsprinzip gewählt und der aktuelle Bürgermeister kam mit traumhafte Ergebnis und ohne Gegenkandidaten ins Amt. Aber unter der friedlichen Oberfläche brodelt es schon lange. Die Kommune mit angeschlossener Loreley-Freilichtbühne (manche behaupten, es sei umgekehrt) produziert mehr Ex-Bürgermeister, Event-Experten und Leserbriefschreiber als anderswo üblich. Manche Konflikte reichen viele Jahre zurück. Gerade haben 3 Bürger, unter ihnen der frühere Bürgermeister Bernhard Roth, einen Antrag auf 5 (!) Bürgerbegehren gestellt. Dabei soll vor allem das Verhältnis zur Verbandsgemeinde Loreley aufgearbeitet werden. Die Initiatoren stören sich u. a. an einem Grundstücksverkauf aus dem Jahr 2018. Damals hatte die Stadt Flächen auf dem Loreley-Felsen an die Verbandsgemeinde übertragen – für einen viel zu geringen Preis, wie die Kritiker mutmaßen. Die Rede ist von „arglistiger Täuschung“. Außerdem soll St .Goarshausen die Miete für das Verwaltungsgebäude erhöhen, das von der VG genutzt wird. Aber das eigentliche Thema ist  – natürlich – die Freilichtbühne. Bürgerbegehren Nr. 4 soll sicherstellen, dass das Open-Air-Gelände nur von der Stadt verpachtet und vermarktet werden darf. Roth und sein Mitstreiter Daniel Daum – selbst Event-Profi – wollen verhindern, dass dieselbe Verbandsgemeinde dort die Kontrolle übernimmt, die bereits die Neugestaltung des Plateaus koordiniert. Daum strebt eine neue Lösung ohne VG und unbedingt  ohne den bisherigen Pächter an. Der wiederum wird von Sympathisanten in Stadt und der Umgebung unterstützt, während der Stadtrat ihn wegen ausstehender Zahlungen loswerden will. Das eigentliche Problem ist, dass wegen Corona niemand weiß, wie es mit der Event-Branche weitergeht und welche Veranstalter am Ende übrig bleiben.  Rhein-Zeitung

Blick auf St. Goarshausen. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Dominik Ketz

Blick auf St. Goarshausen. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Dominik Ketz

Lasten für Lorch

Apropos zerstrittene Stadt: Stromaufwärts in Lorch werden sich Bürgermeister Ivo Reßler und seine Stadtverordneten nicht einig. Reßler hat bei seinen Amtsantritt im Februar eine fast bankrotte Kommune vorgefunden. Er sieht drastische Steuererhöhungen als einzige Lösung. Kommunalparlament und Magistrat wollen nicht mitgehen, allerdings gibt es auch keine Alternatvvorschläge. Laut „Wiesbadener Kurier“ lasten 12,6 Millionen Euro Schulden auf Lorch. Wiesbadener Kurier

Corona in Kamp-Bornhofen

Im Bornhofener Seniorenheim Haus Marienberg ist das Corona-Virus ausgebrochen. Die „RZ“ berichtet von 13 infizierten Personen  – 8 Pflegekräfte und 5 Bewohner. Ein 96-Jähriger ist am Samstag gestorben. Das Haus bleibt vorerst für Besucher geschlossen. Rhein-Zeitung

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Horror-Haushalt in Lorch und die Verbandsgemeinde, die keiner haben wollte

Noch ist nicht abzusehen, wie sich die Corona auf die Finanzen der Mittelrhein-Kommunen auswirkt. Einen Vorgeschmack auf künftige Haushaltskrise gibt es gerade in Lorch. Schon jetzt lastet auf der Stadt ein Schuldenberg von über 12 Millionen Euro. Damit nicht noch eine weitere ungedeckte Million dazukommt, werden wohl die privaten Hausbesitzer bluten müssen. Der Magistrat sieht keinen anderen weg als die so genannte Grundsteuer B für nichtlandwirtschaftliche bebaute Flächen auf schwindelerregende 1750 Prozentpunkte zu erhöhen. Lorch könnte damit einen bundesweiten Rekord aufstellen. Zum Vergleich: Nebenan in Rüdesheim liegt der Satz bei 480 Punkten. Die Lorcher Finanzkrise hat auch eine politische Dimension: Der erst im Februar ins Amt gekommene Bürgermeister Ivo Reßler vermutet, dass in früheren Jahren einige Stadtverordneten nicht so genau hinsehen wollten. Wiesbadener Kurier, verwaltungsportal.de (Rüdesheim-Werte)

Rathaus in Lorch: Der Stadt geht das Geld aus. Foto: Frank Zimmer / Mittelrheingold

Happy Birthday, Rhein-Nahe

Alte Bacharacher würden den 7. November 1970 am liebsten aus der Stadtchronik streichen. An diesem Tag war es mit dem jahrhundertealten „Amt Bacharach“ endgültig vorbei, denn sein kurzlebiger Rechtsnachfolger, die „Verbandsgemeinde Bacharach“ ging in der neu gegründeten VG „Bingen-Land“ auf. Bacharach verlor seine Funktion als Verwaltungsmittelpunkt und das historische Rathaus leerte sich. „Bingen-Land“ heißt mittlerweile „Rhein-Nahe“, aber patriotische Gefühle weckt das Konstrukt noch immer nicht. Das liegt weniger an den Menschen als an der Geografie: Die VG ist in 3 sehr unterschiedliche Räume aufgeteilt, das Nahetal mit Münster-Sarmsheim – fast schon ein Stadtteil von Bingen -, den prosperierenden Höhenorten Waldalgesheim und Weiler und den prekären Welterbe-Gemeinden zwischen Trechtingshausen und Bacharach. Die Binger „AZ“ hat einen Artikel zum 50. veröffentlicht.  Allgemeine Zeitung

Eine Kultur-Managerin für das Welterbe-Tal

Der Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal mit Sitz in St. Goarshausen ist Koordinationsstelle, Interessensvertretung, Ideenzentrale, Marketingagentur und Mädchen für alles. Hier bündeln alle beteiligten Länder, Kreise und Kommune ihre Aktivtitäten rund um das Welterbe-Tal. In den kommenden Jahren dürfte der Zweckverband noch wichtiger werden, denn er ist als Hauptgesellschafter der neuen Buga-GmbH vorgesehen. Das kleine Team von Geschäftsführerin Nadya König-Lehrmann ist gerade erweitert worden: Sarah Piller hat die neugeschaffene Stelle der Kultur-Managerin übernommen. Piller soll Künstler und Kulturschaffende im Tal vernetzen, beraten und organisatorisch unterstützen. Mehr dazu demnächst hier auf Mittelrheingold. Wiesbadener Kurier

Weinreise nach Wesel

Apropos Mittelrhein-Marketing: Zum Jahresende hört Jeanette Dornbusch als Chefin der Tourismusorganisation Romantischer Rhein auf. Wer sie noch einmal in Aktion sehen will: In einem neuen YouTube-Video mit „RZ“-Journalist Michael Defrancesco besucht Dornbusch Winzer Stephan Fendel in Oberwesel.

Foto des Tages

Die Pfalz bei Kaub im Morgennebel. Foto: Martin Jantzen.

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Die Welterbe-Winzerin Nr. 1 kommt aus Lorch

3 Winzer aus dem Welterbe-Tal stehen beim Schweizer Weinmagazin „Vinum“ ganz oben auf dem Zettel. Bundesweite „Entdeckung des Jahres“ ist Carolin Weiler aus Lorch. Der Shooting-Star aus dem mittelrheinischen Teil des Rheingaus wurde 2019 bereits von der „FAZ“ ausgezeichnet. Für das Anbaugebiet Mittelrhein wählte die Redaktion das Bacharacher Weingut Dr. Kauer zum „Winzer des Jahres“. Eigentlich könnte es auch „Winzerin des Jahres“ heißen, denn Gründer Dr. Randolf Kauer wird mittlerweile von seiner Tochter Anne unterstützt. Sie baut das Bio-Weingut gerade zum Vollerwerbsbetrieb aus. („Wieder-)Entdeckung des Jahres“ ist der Steeger Winzer Marco Hofmann. Das Anbaugebiet Mittelrhein ist nicht mit dem Welterbe-Gebiet identisch. Es reicht im Norden bis weit über Koblenz hinaus und im endet im Süden rechtsrheinisch schon bei Kaub. Lorch und Rüdesheim gehören zum Anbaugebiet Rheingau. VinumMittelrheingold (7 Fragen an Carolin Weiler, Februar 2019)

Carolin Weiler. Foto: Weingut Weiler.

Carolin Weiler. Foto: Weingut Weiler.

Die Buga-Musterschüler von der rechten Rheinseite

Beim Thema Bundesgartenschau 2029 tut sich am rechten Ufer besonders viel. Lorch fällt schon länger als Klassenbester auf; dort werden jetzt auch Standorte im Hinterland erkundet. Laut „Wiesbadener Kurier“ ist u. a. die frühere Schiefergrube „Wilhelms-Berg-Stollen“ im Ortsteil Wollmerschied im Gespräch. Nebenan in der Verbandsgemeinde Loreley hat der im März neu gewählte Bürgermeister Mike Weiland die Buga zur Chefsache erklärt und sämtliche Kommunen zu Vorschlägen aufgefordert. Mittlerweile liegt eine lange Wunschliste vor, die gemeinsam mit der neuen Buga-GmbH ausgewertet werden soll. Wiesbadener Kurier ( Lorch), Rhein-Zeitung (VG Loreley)

Schaufenster-Parken in der Innenstadt

In Bingen wird eine ungewöhnliche Maßnahme gegen Laden-Leerstand diskutiert: Aufgegebene Geschäfte könnten als Park-Garagen für E-Bikes dienen. Die Idee stammt aus den Niederlanden und ist von den Binger Grünen aufgegriffen worden. In der Binger City fehlt es derzeit an Stellplätzen für hochwertige Räder. Gleichzeitig gibt es an Überangebot an Ladenlokalen. Allgemeine Zeitung

Bingen verliert einen Großbäcker

1971 übernahm Ludger Lüning die Bäckerei seines Großvaters in der Binger Innenstadt. In fast 50 Jahren machte er aus dem kleinen Handwerksbetrieb ein regionales Back-Imperium mit rund 850 Mitarbeitern, 60 Filialen, Gastronomie und der Alten Wagenausbesserungshalle am Bingerbrücker Rheinufer als Event-Sahnehäubchen. Lüning wagte viel, gewann fast immer und gab, wenn Hilfe gebraucht wurde. Am Sonntag ist er gestorben. Lüning wurde 71 Jahre alt. Allgemeine Zeitung, SWR

In Manubach ist die Welt wieder in Ordnung

Knapp 300 Menschen leben im idyllischen Manubach, dem kleinsten der historischen „Viertälerorte“ (Bacharach, Steeg, Oberdiebach). Es waren einmal doppelt so viele. Jetzt scheint der Bevölkerungsschwund gestoppt. Laut „AZ“ gibt es kaum noch Leerstände und die Mini-Gemeinde muss keine Zuzugsprämien mehr zahlen. „Die Nachfrage ist größer als das Angebot“, zitiert die Zeitung den früheren Beigeordneten Walter Paulen. Allgemeine Zeitung

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