Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Schlagwort: Lorch Seite 1 von 61

Erster Protest gegen die Mittelrheinbrücke und Rettung auf der Loreley

Bisher lief das Raumordnungsverfahren für die Mittelrheinbrücke nach Plan. Die ersten 3 Kommunen – die Städte St. Goar und St. Goarshausen und die Verbandsgemeinde Hunsrück-Mittelrhein – haben dem Vorschlag des Landes Rheinland-Pfalz schon zugestimmt. Demnach soll die Brücke zwischen dem linksrheinischen Fellen und dem rechtsrheinischen Wellmich gebaut werden. Aber jetzt kommt der erste Gegenwind. Laut „RZ“ lehnt die gleichfalls hinzugezogene Organisation Naturschutzinitiative (NI) das Projekt kategorisch ab. Eine Verträglichkeitsprüfung im Auftrag des Landes sei „fehlerhaft und tendenziös“, zitiert die Zeitung eine Stellungnahme der NI. Die Umweltschützer kritisieren u. a. , dass die nahegelegene Insel Ehrenthaler Werth nicht in die Untersuchungen einbezogen worden sei. Sie fordern statt der Brücke einen subventionierten und verlängerten Fährverkehr. Die Absage der NI ist ein erster Vorgeschmack auf kommende Proteste und Rechtsstreitigkeiten. Anwohner und Umweltverbände könnten den Bau durch Einsprüche und Klagen jahrelang lahmlegen. Insider rechnen darum erst in den 30er Jahren mit einer Lösung. Rhein-Zeitung

Mittelrhein zwischen Fellen und Wellmich: Hier soll die Brücke gebaut werden. Foto: Romantischer Rhein / Henry Tornow

Mittelrhein zwischen Fellen und Wellmich: Hier soll die Brücke gebaut werden. Foto: Romantischer Rhein / Henry Tornow

Das Turnerheim ist gerettet

Das historische Turner- und Jugendheim auf der Loreley bleibt. Der Rat der Verbandsgemeinde Loreley entschied vergangene Woche für Sanierung statt Abriss. 3,9 Mio Euro sind eingeplant. Das verschieferte Gebäude im Landhausstil stammt aus dem Jahr 1928 und hat im Tal zahllose Fans. Loreley-Wirt Muzaffer Oguz soll dort ein Restaurant eröffnen. Rhein-Zeitung

Immobilien-Affäre: Lorch nimmt sich einen Anwalt

Beim skandalumwitterten Lorcher Immobilen-Deal ist noch nicht das letzte Wort gesprochen. Die gerade gewählte Stadtverordnetenversammlung will den Verkauf von Genossenschafts- und Stiftungswohnungen an einen privaten Investor juristisch prüfen lassen und möglichst rückgängig machen. Der neue Erste Stadtrat (= Beigeordnete)  Rolf Schmidt von der „Liste Lorch“ schießt der klammen Kommune 5.000 Euro für die Anwaltskosten vor. Das Geschäft mit der Limburger Amadeus Group war vom 2019 abgewählten CDU-Bürgermeister Jürgen Helbing eingefädelt worden. Die Genossenschaft wurde aufgelöst und ihre Mitglieder ausbezahlt, der Immobilienbesitz der Maria-Kaufmann-Stiftung zum Entsetzen der Stifterfamilie liquidiert. Das Lorcher Kommunalparlament hat den Deal gerade zur „größten sozialpolitischen Katastrophe seit der Wohnungsnot der Nachkriegszeit“ erklärt. Wiesbadener Kurier

Steeg sitzt an der Quelle

In der „AZ“ berichtet Jochen Werner über eine mittelrheinische Kuriosität: Das Mini-Wasserwerk von Steeg. Im Bacharacher Vorort sprudelt das Trinkwasser für rund 200 Haushalte aus der eigenen Quelle. Die Versorgung wird vor Ort organisiert. In Oberdiebach gibt es ebenfalls kommunales Trinkwasser. Alle anderen Rheinorte in der VG Rhein-Nahe werden aus St. Sebastian bei Koblenz beliefert. Allgemeine Zeitung

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„Normalerweise würden wir jetzt Rücklagen für den Winter bilden“

Die Mittelrheinbrücke ist für die Fährleute im Tal gerade das geringste Problem. Auf den Schiffen geht die Sorge um, noch nicht einmal die Buga 2029 zu erleben. Corona hat die Passagierzahlen abstürzen lassen und die Kosten laufen weiter. In der ZDF-Sendung „Drehscheibe“ kamen gerade Michael Schnaas von der Fähre Niederheimbach-Lorch und Bingen-Rüdesheimer-Chef Oliver Pohl zu Wort. Schnaas spricht von „starken Existenzängsten“ und blickt schon mit Sorge auf die Nachsaison: „Normalerweise würden wir jetzt Rücklagen für den Winter bilden“. Sein Neffe, Mitarbeiter und möglicher Nachfolger Jonas Rittweiler fragt sich, ob er überhaupt noch das Schifferpatent machen soll. Den Familienbetrieb gibt es seit 1892.

Michael Schnaas ist Fährmann in 4. Generation. Screenshot: ZDF

Michael Schnaas ist Fährmann in 4. Generation. Screenshot: ZDF

Größter Fähranbieter im Tal ist die Bingen-Rüdesheimer Reederei. Auch hier spitzt sich die Lage zu. Laut Geschäftsführer Oliver Pohl verbrennt sein Unternehmen jeden Tag bis zu 5.000 Euro. Die Corona-Hilfen der Länder Hessen und Rheinland-Pfalz – je 25 Euro pro Betriebsstunde – seien „ein Tropfen auf den heißen Stein“, sagt Pohl im ZDF. Die Fähr-Krise offenbart ein jahrelanges politisches Versäumnis: Anders als z. B. in Frankreich sind die Betriebe nie als als öffentlicher Nahverkehr gefördert worden. Man verließ sich auf ein rein kommerzielles Modell und träumte ansonsten von der Mittelrheinbrücke. Die Kapitulation einzelner Fährbetriebe hätte verheerende Folgen für das Tal. Eine nachhaltige Subventionierung der Betriebe gilt als schwer vermittelbar, weil sich alles auf den Brückenbau konzentrieren soll – der ist aber erst in den 30er Jahren realistisch. ZDF (Video)

Niederheimbach und der tiefe Graben

Apropos Niederheimbach: Fast 2 Jahre nach der Kommunalwahl gleicht der Ort einem gallischen Dorf. Ortsbürgermeister Ole Wysotzki und seine Beigeordneten streiten öffentlich mit früheren Parteifreunden, die sich als „Freie Fraktion Niederheimbach“ von der dominierenden FWG abgespalten haben und den Haushaltsentwurf ablehnen. Ganz schlau daraus wird man auch nach der Lektüre der „AZ“ nicht, denn dort kommt nur die Bürgermeisterseite zu Wort. Sie droht mit Rücktritt und Neuwahlen, wenn die unliebsamen Gemeinderäte ihre Mandate nicht niederlegen. Allgemeine Zeitung

 

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Der Häusener Kran macht blau

Die gute Nachricht des Tages kommt aus St. Goarshausen. Dort ist der über 100 Jahre alte „Häusener Kran“ saniert und zum Schluss noch bugablau gestrichen worden. Eine Bürgerinitiative hatte jahrelang für die Rettung des Industriedenkmals gekämpft. Bund, Welterbe-Zweckverband, Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz und der Kran-Besitzer Rhenus legten zusammen und brachten rund 250.000 Euro auf. Jetzt geht der Kran in den Besitz der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz über. Der Standort ist ein Filetstück am Rheinufer: Ein für Mittelrhein-Verhältnisse ungewöhnlich großes und ebenes Gelände in Loreley-Nähe, das bisher nicht genutzt wird und Platz für Gastronomie und/oder Kultur bieten könnte. Rhein-Zeitung

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Ein Blick in die Mittelrhein-Zukunft

Wie steht es um das Mittelrheintal, wohin soll es sich entwickeln und und was ist für das Leben im Welterbe wichtig? Diesen Fragen geht der Aachener Architekt und Städteplaner Michael Kloos nach. Kloos hat sich auf historische Stadt- und Kulturlandschaften spezialisiert, lehrt an der Hochschule Wiesbaden und ist als Experte für Unesco-Regionen weltweit im Einsatz. Im Auftrag des Zweckverbandes Welterbe Oberes Mittelrheintal entwirft er den neuen Managementplan, eine Bestandaufnahme für die Gegenwart und Bauanleitung für die Zukunft des Tals. Dazu gehören u. a. digitale Modelle, die Eingriffe in die Landschaft visualisieren und Entscheidungen über Bauprojekte erleichtern. Der Managementplan entsteht auf Wunsch der Unesco. Damit nicht alles in Fachkreisen – oder wie Markus Söder sagen würde: „im Hinterzimmer“ – ausgehandelt wird, ist jetzt die Öffentlichkeit gefragt. Die eigentlich geplante Vor-Ort-Veranstaltung ist zwar nicht möglich, aber es gibt eine öffentliche Digitalkonferenz. Am Montag, dem 3. Mai informieren Kloos und Rhein-Landrat Frank Puchtler als Vorsteher des Zweckverbandes über den Stand der Dinge. Bis zu 250 Bürgerinnen und Bürger können teilnehmen und im Chatfenster Fragen stellen oder kommentieren. Auf seiner Website nimmt der Zweckverband ab sofort Anmeldungen entgegen. Zweckverband Oberes Mittelrheintal

Blick auf Kaub und die Pfalz. Foto: Rheinland-Pfalz Tourismus / Dominik Ketz

Blick auf Kaub und die Pfalz. Foto: Rheinland-Pfalz Tourismus / Dominik Ketz

Der Oelsberg als Gesamtkunstwerk

Es gibt kaum besseren Orte für eine Mittelrhein-Wanderung als den Oberweseler Oelsberg. Dort gibt es bald nicht nur Fels, Fluss und Reben zu sehen, sondern auch Kunst und Poesie made am Rhein. Der Rheingauer Maler und „Karl“-Zeichner Michal Apitz hat gemeinsam mit „RZ“-Redakteur Volker Boch 9 Stelen gestaltet, die neue Perspektiven bieten. Bilder und Texte erscheinen auf transparenten Glasflächen und sollen mit der Landschaft verschmelzen. Die Kunstobjekte werden noch in diesem Jahr installiert. Wer keine Gelegenheit zum persönlichen Besuch hat: Die Stadt will das Projekt auch auf einer eigenen Website im Internet zeigen. Rhein-Zeitung

25 Euro für die Fähren

Corona macht auch den Fähren zu schaffen. Die Deutsche Presse-Agentur hat sich am Mittelrhein umgehört und u..a. mit Fährmann Michael Schnaas gesprochen. Demnach hat sich der Verkehr an klassischen Ausflugstagen halbiert. Die Fährbranche rechnet aber auch nach der Pandemie mit Problemen. „Die Pendler, die jetzt im Homeoffice sind, werden nicht mehr alle zurückkommen“, sagt Michael Maul von der Ingelheimer Fähre. Er befürchtet, dass „ein bis zwei Fähren“ in den kommenden Jahren den Betrieb einstellen müssen. Momentan gibt es in Rheinland-Pfalz und in Hessen Corona-Hilfen von 25 Euro pro Betriebsstunde. Schnaas hat Glück im Unglück: Weil er zwischen dem hessischen Lorch und dem rheinland-pfälzischen Niederheimbach pendelt, bekommt er je 25 Euro vom Land Hessen und aus der Kasse des Landes Rheinland-Pfalz. T-Online (dpa-Artikel)

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