Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Schlagwort: Lorch Seite 2 von 57

Horror-Haushalt in Lorch und die Verbandsgemeinde, die keiner haben wollte

Noch ist nicht abzusehen, wie sich die Corona auf die Finanzen der Mittelrhein-Kommunen auswirkt. Einen Vorgeschmack auf künftige Haushaltskrise gibt es gerade in Lorch. Schon jetzt lastet auf der Stadt ein Schuldenberg von über 12 Millionen Euro. Damit nicht noch eine weitere ungedeckte Million dazukommt, werden wohl die privaten Hausbesitzer bluten müssen. Der Magistrat sieht keinen anderen weg als die so genannte Grundsteuer B für nichtlandwirtschaftliche bebaute Flächen auf schwindelerregende 1750 Prozentpunkte zu erhöhen. Lorch könnte damit einen bundesweiten Rekord aufstellen. Zum Vergleich: Nebenan in Rüdesheim liegt der Satz bei 480 Punkten. Die Lorcher Finanzkrise hat auch eine politische Dimension: Der erst im Februar ins Amt gekommene Bürgermeister Ivo Reßler vermutet, dass in früheren Jahren einige Stadtverordneten nicht so genau hinsehen wollten. Wiesbadener Kurier, verwaltungsportal.de (Rüdesheim-Werte)

Rathaus in Lorch: Der Stadt geht das Geld aus. Foto: Frank Zimmer / Mittelrheingold

Happy Birthday, Rhein-Nahe

Alte Bacharacher würden den 7. November 1970 am liebsten aus der Stadtchronik streichen. An diesem Tag war es mit dem jahrhundertealten „Amt Bacharach“ endgültig vorbei, denn sein kurzlebiger Rechtsnachfolger, die „Verbandsgemeinde Bacharach“ ging in der neu gegründeten VG „Bingen-Land“ auf. Bacharach verlor seine Funktion als Verwaltungsmittelpunkt und das historische Rathaus leerte sich. „Bingen-Land“ heißt mittlerweile „Rhein-Nahe“, aber patriotische Gefühle weckt das Konstrukt noch immer nicht. Das liegt weniger an den Menschen als an der Geografie: Die VG ist in 3 sehr unterschiedliche Räume aufgeteilt, das Nahetal mit Münster-Sarmsheim – fast schon ein Stadtteil von Bingen -, den prosperierenden Höhenorten Waldalgesheim und Weiler und den prekären Welterbe-Gemeinden zwischen Trechtingshausen und Bacharach. Die Binger „AZ“ hat einen Artikel zum 50. veröffentlicht.  Allgemeine Zeitung

Eine Kultur-Managerin für das Welterbe-Tal

Der Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal mit Sitz in St. Goarshausen ist Koordinationsstelle, Interessensvertretung, Ideenzentrale, Marketingagentur und Mädchen für alles. Hier bündeln alle beteiligten Länder, Kreise und Kommune ihre Aktivtitäten rund um das Welterbe-Tal. In den kommenden Jahren dürfte der Zweckverband noch wichtiger werden, denn er ist als Hauptgesellschafter der neuen Buga-GmbH vorgesehen. Das kleine Team von Geschäftsführerin Nadya König-Lehrmann ist gerade erweitert worden: Sarah Piller hat die neugeschaffene Stelle der Kultur-Managerin übernommen. Piller soll Künstler und Kulturschaffende im Tal vernetzen, beraten und organisatorisch unterstützen. Mehr dazu demnächst hier auf Mittelrheingold. Wiesbadener Kurier

Weinreise nach Wesel

Apropos Mittelrhein-Marketing: Zum Jahresende hört Jeanette Dornbusch als Chefin der Tourismusorganisation Romantischer Rhein auf. Wer sie noch einmal in Aktion sehen will: In einem neuen YouTube-Video mit „RZ“-Journalist Michael Defrancesco besucht Dornbusch Winzer Stephan Fendel in Oberwesel.

Foto des Tages

Die Pfalz bei Kaub im Morgennebel. Foto: Martin Jantzen.

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Die Welterbe-Winzerin Nr. 1 kommt aus Lorch

3 Winzer aus dem Welterbe-Tal stehen beim Schweizer Weinmagazin „Vinum“ ganz oben auf dem Zettel. Bundesweite „Entdeckung des Jahres“ ist Carolin Weiler aus Lorch. Der Shooting-Star aus dem mittelrheinischen Teil des Rheingaus wurde 2019 bereits von der „FAZ“ ausgezeichnet. Für das Anbaugebiet Mittelrhein wählte die Redaktion das Bacharacher Weingut Dr. Kauer zum „Winzer des Jahres“. Eigentlich könnte es auch „Winzerin des Jahres“ heißen, denn Gründer Dr. Randolf Kauer wird mittlerweile von seiner Tochter Anne unterstützt. Sie baut das Bio-Weingut gerade zum Vollerwerbsbetrieb aus. („Wieder-)Entdeckung des Jahres“ ist der Steeger Winzer Marco Hofmann. Das Anbaugebiet Mittelrhein ist nicht mit dem Welterbe-Gebiet identisch. Es reicht im Norden bis weit über Koblenz hinaus und im endet im Süden rechtsrheinisch schon bei Kaub. Lorch und Rüdesheim gehören zum Anbaugebiet Rheingau. VinumMittelrheingold (7 Fragen an Carolin Weiler, Februar 2019)

Carolin Weiler. Foto: Weingut Weiler.

Carolin Weiler. Foto: Weingut Weiler.

Die Buga-Musterschüler von der rechten Rheinseite

Beim Thema Bundesgartenschau 2029 tut sich am rechten Ufer besonders viel. Lorch fällt schon länger als Klassenbester auf; dort werden jetzt auch Standorte im Hinterland erkundet. Laut „Wiesbadener Kurier“ ist u. a. die frühere Schiefergrube „Wilhelms-Berg-Stollen“ im Ortsteil Wollmerschied im Gespräch. Nebenan in der Verbandsgemeinde Loreley hat der im März neu gewählte Bürgermeister Mike Weiland die Buga zur Chefsache erklärt und sämtliche Kommunen zu Vorschlägen aufgefordert. Mittlerweile liegt eine lange Wunschliste vor, die gemeinsam mit der neuen Buga-GmbH ausgewertet werden soll. Wiesbadener Kurier ( Lorch), Rhein-Zeitung (VG Loreley)

Schaufenster-Parken in der Innenstadt

In Bingen wird eine ungewöhnliche Maßnahme gegen Laden-Leerstand diskutiert: Aufgegebene Geschäfte könnten als Park-Garagen für E-Bikes dienen. Die Idee stammt aus den Niederlanden und ist von den Binger Grünen aufgegriffen worden. In der Binger City fehlt es derzeit an Stellplätzen für hochwertige Räder. Gleichzeitig gibt es an Überangebot an Ladenlokalen. Allgemeine Zeitung

Bingen verliert einen Großbäcker

1971 übernahm Ludger Lüning die Bäckerei seines Großvaters in der Binger Innenstadt. In fast 50 Jahren machte er aus dem kleinen Handwerksbetrieb ein regionales Back-Imperium mit rund 850 Mitarbeitern, 60 Filialen, Gastronomie und der Alten Wagenausbesserungshalle am Bingerbrücker Rheinufer als Event-Sahnehäubchen. Lüning wagte viel, gewann fast immer und gab, wenn Hilfe gebraucht wurde. Am Sonntag ist er gestorben. Lüning wurde 71 Jahre alt. Allgemeine Zeitung, SWR

In Manubach ist die Welt wieder in Ordnung

Knapp 300 Menschen leben im idyllischen Manubach, dem kleinsten der historischen „Viertälerorte“ (Bacharach, Steeg, Oberdiebach). Es waren einmal doppelt so viele. Jetzt scheint der Bevölkerungsschwund gestoppt. Laut „AZ“ gibt es kaum noch Leerstände und die Mini-Gemeinde muss keine Zuzugsprämien mehr zahlen. „Die Nachfrage ist größer als das Angebot“, zitiert die Zeitung den früheren Beigeordneten Walter Paulen. Allgemeine Zeitung

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Campus-Bilanz in Oberwesel und Beton in Boppard

Der neue „Gesundheitscampus“ am früheren Krankenhausstandort Oberwesel ist nach Angaben des Betreibers gut gestartet. „Wir haben heute schon ohne die Wochenenden gleichzeitig 40 Patienten“, zitiert die Deutsche Presse-Agentur (dpa) Campus-Geschäftsführer Ingo Jakschies. Voll ausgelastet wäre die Tagesklinik mit 72 Patienten. Rund 40 Fachkräfte haben dort nach der Schließung der Loreley-Kliniken Ende September Arbeit gefunden – „teilweise mit kleinem Lohnverzicht“, wie Jakschies einräumt. Der dpa-Artikel erscheint in zahlreichen Regionalzeitungen und Online-Diensten, darunter in der „Saarbrücker Zeitung“. Offen bleibt, wem der neue Gesundheitscampus mitsamt dem angeschlossenen Seniorenzentrum künftig gehört. Der umstrittene Mehrheitsgesellschafter Marienhaus will zum Jahresende aussteigen. Stromabwärts in Boppard kündigt sich schon die nächste Klinik-Krise an. Laut „Rhein-Zeitung“ steckt der Eigentümer des dortigen Krankenhauses, das überwiegend kommunale Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein (GMK), in großen Schwierigkeiten. Wenn die beteiligten Kommunen und Stiftungen kein Geld nachschießen, bleiben nur die Insolvenz oder der die Übernahme durch einen privaten Investoren. Der Sana-Konzern mit Sitz in Ismaning bei München hat bereits Interesse angemeldet. Er gehört einem Konsortium privater Krankenversicherungen. Saarbrücker Zeitung (Gesundheitscampus), Rhein-Zeitung (GMK-Krise), sana.de (Website des Klinik-Konzerns)

Weinberg bei Oberwesel. Foto: Henry Tornow / Romantischer Rhein Tourismus

Weinberg bei Oberwesel. Foto: Henry Tornow / Romantischer Rhein Tourismus

Beton in Boppard

Im Konflikt um die Bopparder Rheinanlagen haben Anwohner und Denkmalschützer einen Teilerfolg errungen. Eine Initiative um „Bellevue“-Chefin Doris Gawel und Josef Mayer (Dehoga-Kreisvorsitzender und Seniorchef des „Eisernen Ritter“) hat über 280 Unterschriften gesammelt, um das Thema nochmals auf die Tagesordnung des Stadtrates zu setzen. Dabei soll u. a. der bevorstehende Bau eines Skater-Parks verhindert werden. Die Kritiker wollen stattdessen eine Gesamtkonzept für das gesamte Uferareal. Der Rheinische Verein für Denkmalschutz und Landschaftspflege vertritt eine ähnliche Position. Die Tatsachen sprechen allerdings gegen eine Kehrtwende des Kommunalparlaments: Laut Bürgermeister Walter Bersch wurden schon Aufträge für Erd- und Betonarbeiten vergeben. Rhein-Zeitung

Bingen baut ein Parkhaus

Wer von der linksrheinischen B9 aus nach Bingen will, darf keine hohen Ansprüche stellen. Der so genannte „Stadteingang West“ ist zwar von schönster Flusslandschaft umgeben, hat ansonsten aber den Charme eines Gladbecker Gewerbegebietes. Erst fährt man auf Bingerbrücker Seite zwischen Discountern und einem Fitnessstudio hindurch, dann überquert man die Nahemündung und passiert einen trostlosen Schotterparkplatz. Dier geplante Neugestaltung des Rhein-Nahe-Ecks scheiterte im vergangenen Jahr an nicht vermittelbaren Plänen für einen Auto-Tunnel zum Rheinufer. Jetzt soll anstelle des Parkplatzes u. a. ein „filigran gestaltetes Parkhaus“ (O-Ton) entstehen. Eine große Koalition aus CDU, SPD, Grünen und Linken machte dafür den Weg frei. Spätestens zur Bundesgartenschau 2029 soll das ganze Gelände inklusive des angrenzenden Fruchtmarktes mehr nach Bingen als nach Bottrop aussehen. Allgemeine Zeitung

Unfallflucht auf dem Wasser

In Lorch ermittelt die Wasserschutzpolizei in einem besonderen Fall von Unfallflucht. Am letzten Sonntag im Oktober beschädigte ein unbekanntes Schiff die historische Landungsbrücke. Die Anlage drohte auseinanderzubrechen und musste sofort repariert werden. Wenn der Verursacher nicht ausfindig und haftbar gemacht werden kann, bleibt die Stadt auf knapp 12.000 Euro Kosten sitzen. Wiesbadener Kurier

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