Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

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Neustart am Niederwald und Rebellen in Rhens

Keine Mittelrhein-Gemeinde wartet auf den touristischen Neuanfang sehnsüchtiger als Rüdesheim. Der Stadt hat nicht nur Corona zu schaffen gemacht, sie leidet unter Baustellen, Ampeln und Umleitungen rheinauf und rheinab. Selbst die Seilbahn zum Niederwalddenkmal ist noch lahmgelegt, der Saisonstart verschiebt sich wegen Umbauarbeiten. Dafür, dass es im Welterbe-Touristikort Nr. 1 trotzdem weitergeht, sorgen Menschen wie Karolina und Alexander Küntzler. Das Gastro-Ehepaar hat gerade die Gastronomie am Niederwald übernommen und den Pachtvertrag mit der Hessischen Schlösserverwaltung um 10 Jahre verlängert. Die Küntzlers kennen sich aus, sie haben im Lokal hoch über der Stadt bereits mit Gründungschef Peter Häfner zusammengearbeitet. Beide sind Profis mit internationaler Erfahrung und hochklassigem Service-Verständnis; laut „Wiesbadener Kurier“ bewirteten sie u. a.  das Weltwirtschaftsforum in Davos. Häfner bleibt in Rüdesheim, er will sich auf das 2020 gekaufte Hotel Trapp konzentrieren. Wiesbadener Kurier (€), Gastronomie am Niederwald

Blick vom Osteinschen Park am Niederwald. Foto: Rüdesheim Tourist AG / Marlis Steinmetz.

Blick vom Osteinschen Park am Niederwald. Foto: Rüdesheim Tourist AG / Marlis Steinmetz

Rebellen in Rhens

Die Stadt Rhens reagiert auf Bürgerproteste und überarbeitet ihre Pläne für den Radweg am Rhein. Anwohner hatten sich bei Stadtbürgermeister Raimund Bogler u. a. über merkwürdige Stufen, zu hohen Flächenverbrauch und Probleme bei der Zufahrt zu ihren Häusern beschwert. Jetzt soll es mehr Bürgerbeteiligung geben. SWR

Wachwechsel in Oberwesel

Vor über 20 Jahren übernahmen Heidemarie und Waldemar Hudalla die Leitung der Oberweseler Jugendherberge. Beide Herbergseltern ließen nicht locker, bis das Haus endlich modernisiert wurde. Jetzt verabschieden sich die Hudallas in den Ruhestand. Neue Chefin des 269-Betten-Hauses wird Waltraud Tullius. Rhein-Zeitung (€)

Im Gänsemarsch

Apropos Oberwesel: Die örtliche Feuerwehr führte am Sonntag einen besonderen Einsatz durch. Mehrere Nilgänse hatten sich auf der Kreisstraße Richtung Dellhofen verirrt und fanden nicht zum Rhein zurück. Nach Anrufen besorgter Passanten rückte ein Feuerwehrtrupp an und eskortierte die Gänsefamilie über Bahngleise und B 9 bis zum Ufer. Feuerwehr Oberwesel (Einsatzbericht)

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Bingen ist eine Messe wert

Im Vergleich mit den Gästezahlen von Rüdesheim und Boppard ist Bingen noch touristische Mittelklasse. Dafür soll die Stadt jetzt zum Mekka für Reiseveranstalter werden. Laut Oberbürgermeister Thomas Feser ist die neue Tourismusmesse unter Dach und Fach. Vom 18. bis zum 21. März treffen sich Touristiker aus ganz Deutschland und dem Ausland unter dem Motto „Back to Travel 2022“. Veranstalter ist das mehrsprachige Fachmagazin Tourexpi. „Wir finden Bingen ideal für ein solches Treffen“, sagt Geschäftsführer Hüseyin Baraner. Die Stadt liege nahe am Rhein-Main-Gebiet und sei Schnittpunkt mehrerer Wein-Tourismus-Regionen. Die neue Tourismusbörse made in Bingen soll von nun an jährlich stattfinden. Neben dem Programm für die Profis sind auch Angebote für Endkunden geplant. Pressemitteilungen der Stadt Bingen und von Tourexpi

Nahemündung bei Bingen. Foto: Stadt Bingen / T. Silz

Nahemündung bei Bingen. Foto: Stadt Bingen / T. Silz

Die vergessene Verbandsgemeinde

Am Sonntag wählt nicht nur der Rhein-Lahn-Kreis einen neuen Landrat. Auf der linken Rheinseite geht es um den Bürgermeister-Job in der Verbandsgemeinde Rhein-Mosel. Hinter dem idyllischen Begriff verbirgt sich ein Kunstprodukt neuerer rheinland-pfälzischer Gebietsreformen. Die VG mit Sitz in Kobern-Gondorf wurde 2014 aus 2 älteren Verbandsgemeinden gebildet, die außer der Nähe zu Koblenz fast nichts gemeinsam hatten: Untermosel und Rhens. 5 Kandidatinnen und Kandidaten stehen zur Wahl, niemand davon kommt aus einem der mittelrheinischen VG-Orte Rhens, Spay oder Brey. Die „RZ“ beschreibt, wie das Konstrukt „Rhein-Mosel“ entstanden ist. Rhein-Zeitung (€)

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„Der Kunz? Noch so ein Verrückter wie ich!“

Eigentlich war der Abriss schon beschlossen: Nach fast 300 Jahren sollte der Braubacher Gasthof „Zum Weißen Schwanen“ einem Supermarkt-Neubau weichen. Zum Glück kam es 1972 anders. Der Maler und Restaurator Erich Kunz kratzte damals 80.000 Mark zusammen, kaufte das Fachwerkhaus und machte ein Schmuckstück daraus. Heute ist der „Schwan“ das erste Haus am Platz und eines der wenigen Vier-Sterne-Superior-Hotels am Mittelrhein. Kunz ist mittlerweile 85 und lässt seine Tochter Carolin König-Kunz machen. Sie hat den Betrieb erweitert. und führt neben dem Braubacher Landgasthof auch die Gastronomie auf Burg Sterrenberg. Der Durchbruch für den „Schwan“ kam in den frühen 80er Jahren. Damals kehrte Bundespräsident Karl Carstens ein und machte das Hotel bundesweit bekannt. Viele Promis folgten.

„Zum Weißen Schwan“ in Braubach. Foto: Unternehmen

Im Gästebuch verewigten sich u. a.  NATO-Generalsekretär Manfred Wörner, Schauspielerin Gudrun Landgrebe, TV-Moderator Roger Willemsen und Feminismus-Ikone Alice Schwarzer („Ich liebe den Mittelrhein“). Jan Josef Liefers lobte den „Schwan“ in höchsten Tönen („Dass ich hier nun endlich erfahren durfte, wie man Treppen anständig mit Lack versiegelt, ist nur ein winziges Detail eines großartigen Wochenendes. Das Essen war formidable!“), Corinna Harfouch bedauerte, dass sie wieder weg musste („Hätte ich gewusst, wie schön es hier ist, hätte ich mehr eingepackt und spontan verlängert“) und Ben Becker freundete sich mit dem Seniorchef an: „Am Geilsten ist mit eurem alten Herrn bis tief in die Nacht Bier zu trinken.“ Das vielleicht schönste Kompliment für Kunz kam vom Wiener Malerfürsten Friedensreich Hundertwasser: „Der Kunz? Noch so ein Verrückter wie ich.“ In der Rhein-Lahn-Ausgabe der „Rhein-Zeitung“ ist ein ausführlicher Artikel über den „Schwanen“ erschienen. Was dabei ein bisschen unter den Tisch fällt: Der Braubacher Landgasthof setzt nicht nur gastronomisch Maßstäbe. Zum Anwesen gehört auch einer der schönsten Gärten im Welterbetal. Rhein-Zeitung, Welterbe Mittelrheintal (über den „Bauengarten Zum Weißen Schwanen“)

Warum es DIE Hilfe heißt

Den Koblenzer Verkehrsbetrieben fehlen Busse, um freiwillige Helfer ins Ahrtal zu bringen. Der kostenlose Shuttle Service wurde eingestellt, weil die Sommerferien vorbei sind und alle Kapazitäten für den Schülertransport gebraucht werden. Laut „RZ“ machten sich an manchen Tagen 120 Helfer ins Katastrophengebiet auf. Habe ich „Helfer“ geschrieben? Die meisten waren Helferinnen. „Da können sich die Männer bei den Frauen eine Scheibe abschneiden!“, zitiert die „RZ“ Alex Kron aus Rhens. Er fuhr mehrmals mit und zählte  „meist zwei Drittel Frauen, ein Drittel Männer.“ Rhein-Zeitung

Bingen sagt Danke

Apropos Engagement: In Bingen hat sich die Stadtverwaltung bei Bürgerinnen und Bürgern bedankt, die Menschen aus ihrer Nachbarschaft zum Ingelheimer Impfzentrum chauffiert haben. Laut „AZ“ wurden insgesamt 112 Fahrten organisiert. Allgemeine Zeitung

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