Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Schlagwort: Koblenz Seite 1 von 19

Das Prinzip Hoffnung

Kurz vor dem ersten Advent sind Wirte, Händler und Künstler am Mittelrhein wieder im Krisenmodus. Noch ist dass Tal von Verhältnissen wie in Sachsen, Thüringen oder Oberbayern weit entfernt, die Läden sind offen und in Koblenz läuft sogar der Weihnachtsmarkt. Aber mir den Inzidenzzahlen steigt die Nervosität. In Lahnstein hat Oberbürgermeister Peter Labonte alle städtischen Veranstaltungen abgesagt, darunter eine Musical-Premiere im Theater. Im Rhein-Lahn-Kreis lag die 7-Tages-Inzidenz am Freitagmorgen bei 257. Die schlechtesten Corona-Werte hat der Rhein-Hunsrück-Kreis: 322. Der Koblenzer Weihnachtsmarkt
Ein Bild aus entspannteren Tagen: Koblenzer Weihnachtsmarkt vor der Pandemie. Foto: Henry Tornow

Die Stadt Koblenz meldet 211. Dort hofft Weihnachtsmarkt-Manager Marco Koenitz, dass der Betrieb wie geplant bis zum Schluss weiterlaufen kann. Es gelten klare Regeln: Maskenpflicht und 3G für alle, dazu 2G für die Buden-Gastronomie. Rhein-Zeitung (Koblenz), Rhein-Zeitung (Lahnstein)

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Erste Hilfe aus Koblenz und Industriegeschichte in St. Goarshausen

Weniger als eine Autostunde trennt Koblenz vom Katastrophengebiet an der Ahr. Die mit Abstand größte Stadt im Welterbetal leistet darum am meisten Hilfe. Laut „RZ“ unterstützen die Koblenzer Feuerwehren beim Aufträumen, Sichern und Entsorgen. Städtische Techniker sind im Kreis Ahrweiler bei der Reparatur von Kläranlagen im Einsatz, Koblenzer Gesundheitsexperten helfen gemeinsam mit Kollegen aus dem Kreis Mayen-Koblenz und Lahnstein bei den Corona-Impfungen rund um Ahrweiler, und Mitarbeiter des städtischen Grünflächen- und Friedhofsbetriebs kümmern sich um die traurigste Aufgabe – den Transport der Toten. Die Hilfsbereitschaft der Koblenzer geht noch weiter. Auch Privatleute packen an. Ein Shuttle-Bus bringt freiwillige Helfer vom Koblenzer Zentralplatz ins Einsatzgebiet. Momentan werden an der Ahr vor allem Arbeitskräfte und Geldspenden gebraucht. An  den Bergungs- und Aufräumarbeiten beteiligen sich Feuerwehren aus dem ganze Welterbe-Tal. Gemeinden und mehrere Privatpersonen wie z. B. der Bopparder Gastronom Stefan Mayer („Eiserner Ritter“) haben Spendenaktionen gestartet. Rhein-Zeitung (Stadt), Rhein-Zeitung (Shuttle-Bus)

Deutsches Eck in Koblenz, Foto: Dominik Ketz / Romantischer Rhein Tourismus

Deutsches Eck in Koblenz, Foto: Dominik Ketz / Romantischer Rhein Tourismus

Immobilien-Deal in St. Goarshausen

Das historische Fabrikgebäude in der St. Goarshäuser Forstbachstraße ist verkauft. Laut „RZ“ geht die zuletzt kommunale Immobilie an einen Investor aus Rheinhessen. Was aus dem verwinkelten Gebäudekomplex unterhalb der Burg Katz wird, ist unklar. Denkmalschutz besteht nicht, darum wäre ein Abriss möglich. Eigentlich war das Areal für einen neuen Feuerwehrbau vorgesehen. Die Pläne waren am Einspruch des Landesrechnungshofes gescheitert. Bei der Suche nach einem privaten Käufer half Immobilienmakler Heiko Boshoven aus Kamp-Bornhofen ehrenamtlich. Rhein-Zeitung

Bingen feiert auf den Rochusberg

Das Marketing-Team der Stadt Bingen war schon beim abgesagten Großevent „Bingen swingt“ so clever, ersatzweise mehrere Open-Air-Konzerte am Mäuseturm zu organisieren. Jetzt wollen die Binger auch ihr Winzerfest retten. An den üblichen Innenstadt-Rummel ist noch nicht zu denken, darum gibt es vom 9. bis zum 12. September  „Gude Woi“, ein Weinfest auf dem Rochusberg. 14 Winzer, Gastronomen und Schausteller machen mit. Stadt Bingen

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Bauen am Mittelrhein: In Koblenz und Bingen boomt es

Geografisch gesehen liegen Koblenz und Bingen am Rand des Welterbetals, aber wirtschaftlich sind es die beiden Dreh- und Angelpunkte. Wie es dort trotz Corona-Krise floriert, zeigen einige große Bauprojekte. In Koblenz hat die „Rhein-Zeitung“ Infos über die geplanten neue Hotels zusammengetragen. Das Ergebnis: Die 2 größten Innenstadt-Projekte laufen wie geplant. Im Commerzbank-Haus in der Clemensstraße öffnet Ende des Jahres ein „Super 8“-Hotel mit 115 Zimmern, und in der Löhstraße entsteht ein 177-Zimmer-Komplex für die Hotelkette „Motel One“ mit einer „Skybar“ inklusive Festungsblick im 5. Stock. Ende 2023 könnte die ersten Gäste anreisen. Umstritten ist ein weiterer Hotelbau in der Altstadt – aber nicht wegen zweifelhafter Rentabilität, sondern weil sich Anwohner um Stadtbild und Grünflächen sorgen. Weiter südlich, schon auf dem Weg nach Boppard, sollen weitere Hotelkapazitäten geschaffen werden: Der bayerische Investor Christian Seitz lässt das Hochhaus der Koblenzer Brauerei umbauen. Auf dem Gelände sollen außerdem bis zu 400 Wohnungen entstehen. Laut „RZ“ läuft alles nach Plan. Die Zeitung bezieht sich auf Bauamtschef Frank Hastenteufel.

Koblenz von oben: Die Seilbahn wurde für die Buga 2011 gebaut. Foto: Henry Tornow / Romantischer Rhein Tourismus

Spätestens zur Buga braucht das Tal mehrere 1000 neue Hotelbetten. Stromaufwärts in Bingen gilt das 2020 eröffnete „Papa Rhein“ am Hafen als Maß aller Dinge. In Bingen konkurrieren potenzielle Hotel-Investoren allerdings mehr und mehr mit Bauherren und Projektentwicklern für Wohnimmobilien. Wegen der Nähe zum Rhein-Main-Gebiet gilt die Stadt als teuerstes Pflaster am Mittelrhein. Der Binger Immobilien-Unternehmer Jan Rickel arbeitet darum an einem ganz großen Ding: Er will das frühere Racke-Gelände zwischen Innenstadt und Nahe in den kommenden Jahren zum Wohnquartier umbauen. Platz ist vorhanden. Laut „AZ“ könnten auf dem 8350 Quadratmeter großen Industrieareal in attraktiver Lage bis zu 12.000 Quadratmeter Wohnfläche entstehen. Rickel ist seit 2019 Eigentümer der Immobilie. Unterhalb des Rochusberges ist eine ähnliche Umnutzung im Gespräch. Dort denkt man über Wohnungen in der ehemaligen St.-Ursula-Kellerei nach. Rhein-Zeitung (Koblenz), Allgemeine Zeitung (Bingen), Wirtschaftsgeschichte RLP (über das Schicksal der Firma Racke)

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