Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

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Was Rheinland-Pfalz am Mittelrhein getrennt und was es zusammengeführt hat

Exakt 75 Jahre nach der Gründung von Rheinland-Pfalz gibt es gute Gründe zu feiern. Es ist das Bundesland der meisten Mittelrheiner und es tut eine Menge für die Region. Allerdings wurde mit der Landesverfassung und der ersten Landtagswahl am 18. Mai 1947 auch eine neue Grenze zementiert. Auf der rechten Rheinseite fanden sich die Nachbarstädte Kaub und Lorch in 2  Bundesländern wieder. Amerikaner und Franzosen hatten den preußischen Regierungsbezirk Wiesbaden geteilt und unterschiedlichen Besatzungszonen zugeschlagen, eine Vorentscheidung für die späteren Ländergrenzen. Lorch, Rüdesheim und der ganze Rheingau kamen zum Land Hessen (amerikanische Zone), Kaub und das weitere rechte Rheinufer mit St. Goarshausen, Braubach, Lahnstein und Koblenz zur französischen Gründung Rheinland-Pfalz. Dafür fiel auf der gegenüberliegenden Rheinseite eine Grenze weg, denn das Land Rheinland-Pfalz bekam den linksheinischen Teil Hessens zum Geburtstag, besser bekannt als Rheinhessen. Das beendete eine heute schwer vorstellbare Besonderheit: eine Landesgrenze entlang der Nahe. (Alt-)Bingen gehörte bis dahin zu Hessen und Bingerbrück zu Preußen. Die gemeinsame Zugehörigkeit zu Rheinland-Pfalz ab 1947 ermöglichte über 20 Jahre später den kommunalen Zusammenschluss.

Die Pfalz bei Kaub

Burg Pfalzgrafenstein aka „Die Pfalz“ bei Kaub im Rhein.

Bei seiner Gründung galt das neue Bindestrichland noch als alliierte Idee ohne eigene Identität. Es dauerte eine Weile, bis Rheinland und Pfalz zusammenwuchsen. Das geringste Problem hatten vermutlich Bacharach und Kaub. Die beiden Mittelrhein-Städte waren in ihrer langen Geschichte nacheinander nördliche (Kur-)Pfalz und südliches Rheinland. Rheinland-Pfalz konnte also kommen. Happy Birthday, Bundesland! Schade nur, dass du noch keinen Mittlerheinkreis zustande gebracht hast. SWR (75 Jahre Rheinland-Pfalz, mit Videos)

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Zu Fuß auf die Pfalz und Gottes Gebietsreformer in Bingen

Schwimmende Gärten und Wassermühlen auf dem Rhein? Ein bisschen Phantasie geht immer, vor allem in Richtung Buga. Was 2029 denkbar, aber nicht unbedingt realistisch ist, zeigt eine neue Ausstellung auf der Festung Ehrenbreitstein. Studierende der Technischen Universität Darmstadt haben rund 60 Ideen für das Rheintal entwickelt. Die besten 25 werden seit Dienstag präsentiert, darunter eine Plattform, die das Kauber Rheinufer mit der Pfalz verbindet, eine künstliche Parkinsel im Binger Loch und ein schwimmender Wald. Die Ideenschau wurde noch vom verstorbenen Buga-Geschäftsführer Berthold Stückle initiiert. Sie soll an wechselnden Orten im Tal zu sehen sein. Rhein-Zeitung (€), Schaufenster Baukultur, Buga-Blog

Zu Fuß auf die Pfalz. Illustration: TU Darmstadt

Zu Fuß auf die Pfalz. Illustration: TU Darmstadt

Kirchenreform in Bingen

Im Bistum Trier ist die kirchliche Gebietsreform schon im Gange, jetzt wird auch in der Nachbardiözese Mainz ernst. Laut SWR werden sämtliche Dekanate aufgelöst, darunter auch das Dekanat Bingen, das fast 20 Pfarreien zwischen Ingelheim und dem rechten Naheufer umfasst. Im rheinland-pfälzischen Teil des Bistums soll es nur noch eine „Region Rheinhessen“ geben. Mit der Neustrukturierung reagiert man auf sinkende Mitgliederzahlen, Pfarrermangel und schwindende Steuereinnahmen. Betroffen ist der größte Teil der Stadt Bingen. Der Stadtteil Bingerbrück dagegen gehört zum Bistum Trier. Die dortige Kirchengemeinde soll zu einem“ Pastoralen Raum Bad Kreuznach“ geschlagen werden. Die kuriosen Kirchengrenze mitten durch Bingen geht auf das 19. Jahrhundert zurück. Damals gehörte Bingerbrück zu Preußen und Bingen zu Hessen. SWR

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Der Neue auf Burg Gutenfels und frische Luft in Boppard

Nach der (Wieder-)Eröffnung des kleinen Burghotels hat die „RZ“ den neuen Manager auf Burg Gutenfels besucht. Alexander Gessner, 37, leitet den kleinen aber feinen 5-Zimmer-Betrieb hoch über Kaub. Gessner und seiner Frau fiel der Umzug von der Pfalz an den Mittelrhein leicht – zum neuen Job gehört eine Wohnung auf der Burg. Das neue Gutenfels-Konzept umfasst neben der Hotellerie auch Achtsamkeitsseminare und Erlebniswochenenden. Gessner organisiert die Events gemeinsam mit seiner Schwester Chrissy Weyers. Beide sind laut Website zertifizierte Erlebnis- und Umweltpädagogen. Ein Restaurant gibt es auf der Burg nicht, es muss aber niemand hungern. Gessner sorgt für Frühstück und organisiert Speisen und Getränke aus dem Ort, außerdem wächst unterhalb der Mauern der eigene Wein. Eigentümer der Burg Gutenfels ist die nordhessische Unternehmerfamilie Siekmann. Rhein-Zeitung (€), Weyers & Gessner (Gutenfels-Programm), Mittelrheingold (Hintergrund)

Rauf auf die Burg zum Runterkommen: Gutenfels im März 2022.

Rauf auf die Burg zum Runterkommen: Gutenfels im März 2022.

Frische Luft in Boppard

Nach 2 verhagelten Saisons gibt Boppard wieder Gas. Zu den Angeboten 2022 gehört Open-Air-Kino im Bopparder Stadion (1. und 2. Juli), Outdoor-Kulinarik wie ein „Sonnenaufgangsfrühstück“ und ein „Sundowner Dinner“ am Aussichtsturm Fünfseenblick und last but not least eine Lasershow zum Bopparder Weinfest Ende September. Rhein-Zeitung (€), Boppard Tourismus

Bürgermeister-Rekord in Bacharach

Der Bacharacher Stadtrat hat SPD-Talent Philipp Rahn, 23, erwartungsgemäß zum Bürgermeister gewählt. Der Student aus Steeg ist laut „AZ“ der jüngste Bürgermeister im Kreis Mainz-Bingen. Jünger hätte er auch nicht sein dürfen – das rheinland-pfälzische Kommunalrecht sieht für das Amt ein Mindestalter von 23 Jahren vor. Mit Rahns Wahl endet eine fast 3-jährige Zeit ohne Bacharach-Bürgermeister. Weil bei der Urwahl 2019 niemand kandidiert hatte, kümmerten sich schließlich 3 Beigeordnete um den laufenden Betrieb. Allgemeine Zeitung (€)

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