Buga 2029: Die FAQs

Die Bundesgartenschau 2029 lässt niemanden kalt. Viele Menschen am Mittelrhein sind von der Idee begeistert und wollen mitmachen, wenn sich das Welterbetal weiterentwickelt. Andere lehnen die Buga ab, sie finden sie zu teuer und zu anstrengend; vielleicht fürchten sie auch einfach nur die Veränderung. Die meisten Mittelrheiner gehören weder der einen noch der anderen Gruppe an. Sie sind weder Buga-Enthusiasten noch Buga-Kritiker. Sie wollen wissen, was die Bundesgartenschau bringt und was dabei mit ihrem Heimatort passiert. Bei einer Diskussion auf Facebook entstand die Idee, Fragen zu sammeln und die Buga 2029 gGmbH um Antworten zu bitten. Buga-Kommunikationschef Andreas Jöckel war schnell dazu bereit. Hier sind die ersten 6 Fragen und Antworten zum Thema Bacharach. Weitere Orte werden folgen. Für weitere Hinweise und Fragen nutzt gerne die Kommentarfunktion hier auf der Seite oder schreibt an post@mittelrheingold.de.

Allgemein Fragen zur Buga 2029

Nicht alle geplanten Buga-Flächen sind in öffentlicher Hand und darum verfügbar. Manche gehören privaten Eigentümern. Wann werden diese Eigentümer informiert und wer verhandelt mit ihnen?

Grundsätzlich: Der Buga-Teil umfasst lediglich die Rheinanlagen bis zur B9. Alles ab Radweg/B9 in Richtung Stadt ist Ideenteil. Für die Neuanlage der B9 und des Radweges gibt es bereits eine Vereinbarung zwischen Stadt und Landesbetrieb Mobilität (LBM), die ggf. leicht angepasst wird. Alles Weitere sind reine Vorschläge der Planer, die nicht immer mit den tatsächlichen, aktuellen Gegebenheiten kompatibel sind. Mit den Vereinen bzw. Eigentümern im Buga-Teil gab es bereits im Vorfeld Gespräche. Mit ihnen wird nun das weitere Vorgehen besprochen, um die optimalen Lösungen für alle Beteiligten zu finden.

Was passiert, wenn sich Grundstückseigentümer sich weigern, Flächen zur Verfügung zu stellen? Könnten sie enteignet werden?

Es muss niemand enteignet werden. Das wird auch nicht passieren. Die Flächen des Buga-Teils sind überwiegend Eigentum der Stadt. Mit den Vereinen, der Wasserstraßen- und Schifffahrtsstraßenverwaltung etc. besprechen wir alles bzw. haben schon im Vorfeld erste Fragen geklärt.  

Fragen zur Buga in Bacharach

Wie viele Parkplätze fallen am Rheinufer weg und wie viele sind für das künftige Edeka-Gelände am Bahnhof geplant? Ist es ein Problem, dass sich der Fußweg in die Altstadt dadurch mehr als verdoppelt? 

Zunächst vorweg: Besucher der Veranstaltung Bundesgartenschau 2029 parken grundsätzlich nicht im Tal. Diese werden mit Shuttlebussen vom Parkplatz an der A61 (Willkommensort Wiebelsheim) nach Bacharach gebracht. Wenn der Mobilitäts-Hub beim Edeka-Markt wie geplant gebaut wird, wird es insgesamt auf Dauer mehr Parkplätze für Einheimische und Besucher geben als bisher. Das heißt, die Stadt gewinnt eine größere Grünfläche, verliert aber keine Parkplätze. Die Wegstrecken durch die Bacharacher Innenstadt betragen nur wenige hundert Meter. Die exakte Anordnung der Parkplätze entlang der B9 wird mit dem Landesbetrieb Mobilität bei der Umsetzungsplanung noch abgestimmt.

Die Buga-Planung für Bacharach sieht die Entfernung des Parkplatzes am Rheinufer vor. Gibt es dafür eine langfristige Kompensation auch über das Buga-Jahr 2029 hinaus?

Ersatz für den Parkplatz auf der Rheinuferseite soll ein Parkdeck beim Edeka-Markt werden. Davon sind alle Wettbewerbsteilnehmer ausgegangen. Das soll langfristig Bestand haben. Die Parkplätze entlang der B9 bleiben erhalten.

Wird die Gestaltung der Buga-Fläche am Rheinufer komplett aus dem Buga-Haushalt bezahlt oder ist eine finanzielle Beteiligung der Stadt Bacharach vorgesehen?

Das Buga-Budget beträgt 108 Millionen Euro. Davon entfallen 58 Millionen Euro auf die Durchführungskosten. Die Investitionen für die Buga 2029 insgesamt betragen 50 Millionen Euro. Der kommunale Eigenanteil von 10 Prozent  beträgt 5 Millionen Euro. Dieser ist im Buga-Eigenanteil aller Welterbe-Kommunen in Höhe von insgesamt 14,4 Millionen Euro enthalten (5 Millionen Euro für Investitionen, 9,4 Millionen Euro für die Durchführung). Das heißt, der kommunale Eigenanteil für die Buga-Investitionen wird von der ganzen Tal-Gemeinschaft getragen. Das hat die Verbandsversammlung des Welterbe-Zweckverbandes bereits im September 2020 einstimmig so beschlossen.

Wann sollen die Bauarbeiten am Rheinufer und am geplanten Mobilitätshub beginnen und wie lange werden sie voraussichtlich dauern?

Gemeinsam mit der Stadt und den Wettbewerbssiegern wird die Buga gGmbH zunächst erarbeiten, welche Bestandteile des Entwurfs finanziert, umgesetzt und langfristig betrieben werden können. Erst nach den Vergabeverhandlungen und weiteren Vorplanungen wird die genaue Bauzeit feststehen. Wir rechnen damit, dass erste Bauarbeiten möglicherweise 2026 beginnen. Die wichtigste Bauphase wird voraussichtlich 2027 und 2028 sein.

Wer finanziert die Unterhaltung der neu gestalteten Rheinanlagen nach 2029?

Dafür ist die Stadt Bacharach zuständig. Bei bisherigen Gartenschauen kam immer auch ein gewisses Maß an ehrenamtlichem Engagement hinzu. Weitere Möglichkeiten können ausgelotet werden.

Bildergalerie: Die Vision des Büros Urbanegestalten für Bacharach

5 Gedanken zu „Buga 2029: Die FAQs“

  1. Toll, eine nötige und chancenreiche Aufwertung des einmaligen Parkgeländes vor dem idyllischen Bacharach. Die Allee vor der Stadt, und die mit wildem Wein bewachsenen Bahndämme werden hoffentlich auch umgesetzt. Jetzt nur noch eine ordentlich Beleuchtung der Stadtmauer und wichtigen Monumente und Bacharach kann 8000 Besucher am Tag Willkommen heißen. 🙂

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  2. Schön. Und wo sollen die parken? Immer dran denken, dass unglaublich viele ältere Leute als Gäste unterwegs sind. Wenn die 2 Km laufen müssen, um überhaupt ins Stadtzentrum zu kommen, werden die sich andere Ausflugsziele suchen. Edeka Parkdeck? Wie viele Parkplätze sind das als Ersatz?

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  3. Hallo und danke für die Frage! Ich hab das an die Buga GmbH weitergegeben und veröffentliche die Antwort so bald wie möglich. 2 Kilometer sind es aber nicht. Laut Google Maps ist der Fußweg z. B. vom Feuerwehrhaus zum Marktplatz 500 Meter lan und von der KD zum Marktplatz 180 Meter.

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  4. Okay, alles blabla. Ich fahre nicht über die A61 nach Bacharach und ich will keinen Kilometer vom Bahnhof oder what ever in die City von Bacharach laufen! Das ist mir zu weit. Also werde ich ab dann Bacharach fern bleiben. Das gilt für mich weniger als Buga-Besucher, sondern als Bacharach-Besucher! Wenn die Plätze am Rhein und an der B9 bergseits wegfallen, werde ich nie wieder nach Bacharach kommen – und hunderte und tausende Andere auch nicht! – Was für eine Blamage für Bacharach, die Rhein-Parkpltätze zu streichen. Schwachsinn, echt Schwachsinn! Die Stadt Bacharach wird dann den immensen Besucherrückgang hinnehmen müssen: Leerstände, 75% der Gaststätten schließen – nichts bleibt! Ein echtes Armutszeugnis! – Buga? Never Buga überall…

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    • Hallo Michael Dietz, so schlimm ist es nicht. Es fallen nur die „alten“ Stellplätze am Rhein weg, die an der B9 (Bahndamm) bleiben. Es muss auch niemand einen Kilometer in die Stadt laufen, laut Google Maps ist der Unterschied zwischen neuem Parkdeck und heutigem Platz eine Strecke von rund 300 Metern. (Jeweils mit dem Ziel „Altes Haus“). Aber Sie haben in einem Punkt sicher recht: Es wird sich in Bacharach etwas verändern und das wird nicht jeden recht sein.

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