Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Schlagwort: Weisel Seite 1 von 4

Erdrutsch-Ergebnis in Lahnstein und Rhein-Hunsrück braucht einen Landrat

2 der wichtigsten politischen Ämter am Mittelrhein gehen nach dem  Wahlsonntag in neue Hände über. Da wäre zunächst der Oberbürgermeister von Lahnstein, der nach Koblenz und Bingen drittgrößten Stadt im Welterbetal. Hier setzte sich zeitgleich zur Bundestagswahl der jüngste der Kandidaten überraschend klar durch. Lennart Siefert, 40 Jahre und unabhängiger Bewerber mit FWG-Connection, holte im ersten Anlauf fast 53 Prozent. Er wird CDU-Mann Peter Labonte ablösen, der aus Altergründen nicht mehr angetreten war. Siefert, von Beruf Polizeihauptkommissar, punktete als Klartext-Kandidat. Er fordert eine langfristige Strategie für die Stadt und eine Weiterentwicklung zum Tourismus- und Buga-Standort. SPD-Kandidat Marcel Will kam auf knapp 24 Prozent, Labontes CDU-Kronprinz Thomas Becher schaffte nur 23,3 Prozent. SWR (Lahnstein, mit Video),

Lennart Siefert wird OB von Lahnstein

Lennart Siefert ist die neue Nr. 1 in Lahnstein. Foto: Privat.

Bröhr wird ein Berliner

Weniger überraschend aber für die Region noch folgenschwerer ist die Wahl von Rhein-Hunsrück-Landrat Marlon Bröhr in der Bundestag. Bröhr verfehlte das Ergebnis seines Vorgängers Peter Bleser zwar deutlich (minus 10 Prozent), aber für das Ticket nach Berlin reichte es. Der Rhein-Hunsrück-Kreis mit Boppard, St. Goar und Oberwesel braucht also einen neuen Landrat. Stromaufwärts im Wahlkreis Mainz (inklusive Bingen und VG-Rhein-Nahe) hatte die CDU weniger Glück. Hier verlor die Bundestagsabgeordnete Ursula Groden-Kranich (Selbstbeschreibung: „Die schwarze Ursel“) gegen den SPD-Newcomer Daniel Baldy aus in Münster-Sarmsheim. Auf der rechten Rheinseite blieben die Wahlkreise in CDU-Hand. Koblenz mit Lahnstein und der VG Loreley vertritt weiterhin Josef Oster und den hessischen Wahlkreis Rheingau-Taunus-Limburg inklusive Rüdesheim und Lorch verteidigte Klaus-Peter Willsch. – wenn auch mit Ach und Krach (minus 11, 6 Prozentpunkte). Einen Abgeordneten direkt aus dem Oberen Mittelrheintal gibt es nicht, denn der Bad Salziger Julian Joswig, 27, verpasste den Einzug über die Landesliste der Grünen knapp. Zeit Online (Wahlkreis-Ergebnisse)

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Marlon Bröhr (@marlonbroehr)

Höhen und Tiefen

3 neue Ortsbürgermeister wurden am Samstag ebenfalls gewählt. Der Ausgang war überraschungsfrei, weil jeweils nur ein Kandidat zur (Ur-)Wahl stand. Interessant ist aber die jeweilige Höhe des Wahlsieges. In Osterspai schaffte Sebastian Reifferscheid 89 Prozent, in Weisel holte Hubert Erdkamp 85 Prozent. Weniger einig war man sich in Niederheimbach. Hier kam Alleinbewerber Richard Paul Mézes nicht über 65.6 Prozent hinaus. , Rhein-Zeitung (Osterspai und Weisel), Allgemeine Zeitung (Niederheimbach)

Foto des Tages

Freitags kommt Mittelrheingold per Mail

Der wöchentliche Newsletter bringt die wichtigsten Mittelrhein-Themen auf einen Blick. Hier geht’s zum kostenlosen Abo

Tiefenentspannt in Boppard und Neustart in Weisel

Als Vertriebsprofi lief der Bopparder Dieter Monsieur 30 Jahre lang auf Hochtouren. Dann lernte er, runterzukommen. Monsieur hängte seinen Job an den Nagel und wurde Entspannungstrainer. Seit 2018  bietet er außerdem „Waldbaden“ an, meditative Wanderungen durch die Natur. Der SWR hat Monsieur in seinen „Klanggarten“ in Boppard-Buchenau besucht. Bester Satz im Video: „Manche belächeln das, dann lächle ich einfach zurück.“ Der mehrfach zertifizierte Klangschalen-Coach wird von der Schulmedizin durchaus ernst genommen: In der Mittelrheinklinik in Bad Salzig hilft er bei der Behandlung von Burn-out- und Tinnitus-Patienten.  SWR (Video), Klang und Natur (Website von Dieter Monsieur)

Boppard-Foto von Henry Tornow. / Romantischer Rhein

Boppard-Foto von Henry Tornow. / Romantischer Rhein

Wahl ohne Qual

Gestern war hier von der Neuwahl in Osterspai die Rede und von der Abstimmung über den neuen Oberbürgermeister von Lahnstein sowieso. Aber es gibt noch eine weitere Mittelrhein-Kommune, die einen neuen Bürgermeister bekommt: In Weisel oberhalb von Kaub hat sich Ortschef Peter Schmelzeisen aus gesundheitlichen Gründen zurückgezogen. Am 26. September tritt Hubert Erdkamp. 52, als einziger Kandidat zur Urwahl an. Freizeit-Bürgermeister wie Erdkamp sind selten geworden: Der gelernte Fräser verdient sein Geld als mittelständischer Unternehmer. Er betreibt in Weisel einen Baggerbetrieb und einen kleine Firma für Metallbearbeitung. Auch in Niederheimbach traut sich jemand aus der freien Wirtschaft: Hier tritt der Techniker Richard Paul Mézes an. Häufig werden ehrenamtliche Bürgermeisterposten von Beamten mit temporärer Freistellung oder Rentnern mit viel Zeit übernommen. Manchmal aber auch gar nicht – Bacharach ist bereits im dritten Jahr bürgermeisterlos. Rhein-Zeitung

Werbung: Die Rheinleuchten-Termine am Freitag

Die dunkle Jahreszeit kommt noch früh genug: Seit Mittwoch leuchtet an 5 Abenden hintereinander das Rheintal. Neben dem künstlerischen Epizentrum von „Rheinleuchten“ in der Löhnberger Mühle in Lahnstein (Tickets hier) gibt es am Freitag (24.9.) diese Illuminationen und Events rund um das Lichterfestival:

  • Bacharach Beleuchtung St. Nikolaus und Postenturm, Funzelwanderung
  • Boppard Beleuchtung historischer Highlights inkl. Salzig und Hirzenach, Weinsommer in den Rheinanlagen, Museum bis 22 Uhr geöffnet, Stelzentheater & Street Walk Act, abendliche Stadtführung
  • Braubach Beleuchtung Obertor und Kriegerdenkmal
  • Filsen Beleuchtung St. Margaretha
  • Koblenz „Festungsleuchten“ auf Ehrenbreitstein
  • Lahnstein Beleuchtung Kurpark mit Fackelwanderung und Candle-Light-Dinner, „Funzelabend“ im Kloster Allerheiligenberg
  • Lorch Beleuchtung St. Martin
  • Niederburg Beleuchtung Kirche und Denkmal
  • Oberwesel Beleuchtung St. Martin und Minoritenkloster
  • Osterspai Beleuchtung Schloss Liebeneck
  • Rhens Beleuchtung Königstuhl, Scharfer Turm
  • Rüdesheim Beleuchtung Brömserburg, Reste der Hindenburgbrücke, Seilbahn
  • Spay Lange Nacht des Rieslings
  • Trechtingshausen Beleuchtung Burg Reichenstein

Alle Rheinleuchten-Infos gibt es hier

Foto des Tages

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Obi (@obi0466)

Mittelrheingold Auslese: Hier gibt’s den Newsletter

Jeden Freitag die wichtigsten Mittelrhein-Themen auf einen Blick. Hier geht’s zum kostenlosen Abo

 

Zu viel Land in dieser Zeit: Eine Kirche muss sparen

Wenn es um kirchliche Einsparungen und Zwangs-Fusionen geht, sorgen vor allem katholischen Bistümer für Schlagzeilen. Besonders heftig ging der Bischof von Trier ans Werk. Seine Pläne u. a. für die das linke Rheinufer waren selbst dem Vatikan zu radikal. Allerdings ist auch die evangelische Kirche kein Ponyhof. Hier könnte es vor allem auf der rechten Rheinseite und in Teilen Bingens Ärger geben. Das Gebiet gehört nach der schwer zu verstehenden Mittelrhein-Logik nicht zur Evangelischen Kirche im Rheinland, sondern zur Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Weil sich die Grenzen noch am Wiener Kongress von 1815 orientieren, führt das zu der bizarren Situation, dass die Binger Innenstadt dazugehört, Bingerbrück aber nicht. Dafür ist das komplette rechte Rheinufer bis kurz vor Koblenz „Hessen und Nassau“, obwohl die Gemeinden dort zwei unterschiedlichen Bundesländern angehören. Laut „RZ“ plant die evangelische Landeskirche mit Hauptsitz in Darmstadt, größere Teile ihres Immobilienbesitzes zu verkaufen. Der Unterhalt der Gebäude sei zu teuer, Kirchen sollen aber nur in Ausnahmefällen abgegeben werden, heißt es. Die Sparpläne waren gerade Themen auf der Synode, dem Parlament der Landeskirche. Im Vergleich zur linken Rheinseite, wo die Evangelische Kirche im Rheinland schon vor Jahren Pfarreien zusammengelegt und Gebäude abgestoßen hat, gibt es rechtsrheinisch noch zahlreiche kleine Dorfpfarreien, wenn auch nicht mehr durchgängig mit eigenem Personal. Allein in der Verbandsgemeinde Loreley listet die Website der Landeskirche 11 eigenständige „Pfarrämter“ auf: Bornich, Braubach, Dachsenhausen, Kaub, Niederlahnstein, Nochern, Oberlahnstein, Patersberg, Reichenberg, St. Goarshausen und Weisel. Zum Vergleich: Zwischen Koblenz und Bingerbrück gibt es nur noch 3: Bacharach (Viertäler), St. Goar und Boppard. Rhein-Zeitung, Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (mit Video, Debatte)

Blick auf St. Goarshausen. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Dominik Ketz

Blick auf St. Goarshausen. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Dominik Ketz

Sekt statt Selters in Bingen

In seinen Glanzzeiten besaß das Sekthaus Graeger eigene Weinberge, eine Filiale in London, ein Chateau in Frankreich und sogar eine eigene Kistenfabrik. 120 Jahre später ist alles mehrere Nummern kleiner, aber vielleicht kommt Inhaber Jens Valerius gerade deshalb gut aus der Krise. Corona kostete der Binger Sektmarke zwar den Umsatz zahlreicher Straßenfeste und anderer Events, dafür florierten das Supermarktgeschäft und der Verkauf übers Internet. „AZ“-Redakteurin Christine Tscherner hat mit Valerius gesprochen. Sein Vater hatte das Unternehmen Ende der 90er Jahre übernommen. Allgemeine Zeitung

Werbung: Nächste Mittwoch geht’s los

Die Löhnberger Mühle in Lahnstein war einmal die größte Getreidemühle Deutschlands. In den kommenden Jahren wird der industrielle Prachtbau aus der Kaiserzeit zur Wohnanlage am Wasser umgebaut. Wer vorher noch einmal für 6 Euro rein will: Eine bessere Gelegenheit kommt nicht wieder. Nächste Woche ist die Löhnberger Mühle Mittelpunkt des Mittelrhein-Lichtfestivals „Rheinleuchten“. Am 22. September geht’s los. Die Tickets gibt es ausschließlich im Online-Vorverkauf, und zwar hier: Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal

Foto des Tages

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von inspirations.food.family (@homekitchenmarley)

Freitags kommt Mittelrheingold per Mail

Der wöchentliche Newsletter bringt die wichtigsten Mittelrhein-Themen auf einen Blick. Hier geht’s zum kostenlosen Abo

Seite 1 von 4

Präsentiert von WordPress & Theme erstellt von Anders Norén

%d Bloggern gefällt das: