Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Schlagwort: Patersberg Seite 1 von 2

Jemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten

Ihre Bauweise ist altmodisch und kommt ohne eine einzige Kelle Mörtel aus. Trotzdem halten Trockenmauern länger als so manche Betonwand. Über 250 Jahre hatten Weinbergsmauern am Rheinsteig hoch über St. Goarshausen auf dem Buckel, die gerade von jungen „Welterbe-Volunteers“ aus 6 europäischen Ländern saniert wurden. Laut Zweckverband Welterbe bewegten die freiwilligen Helfer aus Deutschland, Russland, Weißrussland, Spanien, Belgien und der Schweiz rund 15 Tonnen Stein. Angeleitet und unterstützt wurden sie von Winzer und Trockenmauer-Guru Helge Ehmann aus Obernhof an der Lahn, dem St. Goarshäuser Bauunternehmern Colonius & Wilhelm und der Patersberger Feuerwehr. Für die Finanzierung sorgte das EU-Förderprogramm „LEADER“. Wer wissen will, wie man Trockenmauern für die nächsten 250 Jahre baut: Der Zweckverband organisiert immer wieder Seminare, die meist sehr schnell ausgebucht sind. Ansprechpartner ist Nico Melchior (n.melchior@zv-welterbe.de, Tel.: 06771-599 546). Pressemitteilung des Zweckverbandes 

Europäische Gemeinschaft: Die freiwilligen Trockenmaurer kamen aus 6 Ländern. Foto: Zweckverband Welterbe.

Europäische Gemeinschaft: Die freiwilligen Trockenmaurer kamen aus 6 Ländern. Foto: Zweckverband Welterbe.

Bingen macht langsamer

30 ist das neue 50: In Bingen will die Stadt alle wichtigen Ausfallstraßen auf Tempo-Diät setzen. Weil die landeseigene Straßenverwaltung („Landesbetrieb Mobilität“) mitredet, gilt allerdings auch bei der Umsetzungsgeschwindigkeit ein Tempo-Limit. Die erste große 30er-Zone soll die Mainzer Straße unterhalb des Rochusbergs werden. Sie verbindet die Binger Innenstadt u. a. mit Fähre, Hafen und „Papa Rhein“-Hotel. In den kommenden Jahren wird es im Mittelrheintal vermutlich weitere Tempo-30-Zonen geben. Im Gespräch ist u. a. die B 9 bei Oberwesel. Allgemeine Zeitung

Hoch hinaus in Boppard

2010 zog der Frankfurter Foto-Künstler Frank Kunert nach Boppard. Weg will er wohl nicht mehr. „Ich finde es wunderschön da“, schwärmt er im Fernsehinterview mit SWR-Moderator Holger Wienpahl. Kunerts Kunst ist so unvergleichlich wie seine Wahlheimat. Der frühere Werbeprofi baut Miniaturwelten mit skurrilen Details und fotografiert sie. Die Aufnahmen wirken beim flüchtigen Hinsehen wie 1:1-Realismus und offenbaren erst auf den zweiten Blick doppelbödige Botschaften. Für sein Bild eines Treppenlifts mit Direktanschluss zum Himmel („Hoch hinaus“) wird Kunert kommende Woche mit dem Heinrich-Zille-Karikaturenpreis ausgezeichnet. SWR (Video)

Werbung: Hier geht’s zu Rheinleuchten

2019 fand die bisher letzte „Rheinleuchten“-Show im Welterbetal statt, dann warf Corona alles über den Haufen. Jetzt ist endlich wieder Zeit für spektakuläre Licht-Effekte und Multimedia-Theater vor außergewöhnlicher Kulisse. Im Mittelpunkt steht diesmal die Löhnberger Mühle in Lahnstein, das größte Industriedenkmal am Mittelrhein. Infos und Tickets gibt es beim Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal

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Zu viel Land in dieser Zeit: Eine Kirche muss sparen

Wenn es um kirchliche Einsparungen und Zwangs-Fusionen geht, sorgen vor allem katholischen Bistümer für Schlagzeilen. Besonders heftig ging der Bischof von Trier ans Werk. Seine Pläne u. a. für die das linke Rheinufer waren selbst dem Vatikan zu radikal. Allerdings ist auch die evangelische Kirche kein Ponyhof. Hier könnte es vor allem auf der rechten Rheinseite und in Teilen Bingens Ärger geben. Das Gebiet gehört nach der schwer zu verstehenden Mittelrhein-Logik nicht zur Evangelischen Kirche im Rheinland, sondern zur Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Weil sich die Grenzen noch am Wiener Kongress von 1815 orientieren, führt das zu der bizarren Situation, dass die Binger Innenstadt dazugehört, Bingerbrück aber nicht. Dafür ist das komplette rechte Rheinufer bis kurz vor Koblenz „Hessen und Nassau“, obwohl die Gemeinden dort zwei unterschiedlichen Bundesländern angehören. Laut „RZ“ plant die evangelische Landeskirche mit Hauptsitz in Darmstadt, größere Teile ihres Immobilienbesitzes zu verkaufen. Der Unterhalt der Gebäude sei zu teuer, Kirchen sollen aber nur in Ausnahmefällen abgegeben werden, heißt es. Die Sparpläne waren gerade Themen auf der Synode, dem Parlament der Landeskirche. Im Vergleich zur linken Rheinseite, wo die Evangelische Kirche im Rheinland schon vor Jahren Pfarreien zusammengelegt und Gebäude abgestoßen hat, gibt es rechtsrheinisch noch zahlreiche kleine Dorfpfarreien, wenn auch nicht mehr durchgängig mit eigenem Personal. Allein in der Verbandsgemeinde Loreley listet die Website der Landeskirche 11 eigenständige „Pfarrämter“ auf: Bornich, Braubach, Dachsenhausen, Kaub, Niederlahnstein, Nochern, Oberlahnstein, Patersberg, Reichenberg, St. Goarshausen und Weisel. Zum Vergleich: Zwischen Koblenz und Bingerbrück gibt es nur noch 3: Bacharach (Viertäler), St. Goar und Boppard. Rhein-Zeitung, Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (mit Video, Debatte)

Blick auf St. Goarshausen. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Dominik Ketz

Blick auf St. Goarshausen. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Dominik Ketz

Sekt statt Selters in Bingen

In seinen Glanzzeiten besaß das Sekthaus Graeger eigene Weinberge, eine Filiale in London, ein Chateau in Frankreich und sogar eine eigene Kistenfabrik. 120 Jahre später ist alles mehrere Nummern kleiner, aber vielleicht kommt Inhaber Jens Valerius gerade deshalb gut aus der Krise. Corona kostete der Binger Sektmarke zwar den Umsatz zahlreicher Straßenfeste und anderer Events, dafür florierten das Supermarktgeschäft und der Verkauf übers Internet. „AZ“-Redakteurin Christine Tscherner hat mit Valerius gesprochen. Sein Vater hatte das Unternehmen Ende der 90er Jahre übernommen. Allgemeine Zeitung

Werbung: Nächste Mittwoch geht’s los

Die Löhnberger Mühle in Lahnstein war einmal die größte Getreidemühle Deutschlands. In den kommenden Jahren wird der industrielle Prachtbau aus der Kaiserzeit zur Wohnanlage am Wasser umgebaut. Wer vorher noch einmal für 6 Euro rein will: Eine bessere Gelegenheit kommt nicht wieder. Nächste Woche ist die Löhnberger Mühle Mittelpunkt des Mittelrhein-Lichtfestivals „Rheinleuchten“. Am 22. September geht’s los. Die Tickets gibt es ausschließlich im Online-Vorverkauf, und zwar hier: Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal

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Extratour an der Loreley und die teuersten Donuts von Koblenz

Die „Loreley Extratour“ ist nichts für Weicheier. Der Wanderweg aus der Kategorie „Schwierig“ führt rund 4 Stunden lang über fast alpine Pfade von der Loreley nach Patersberg und wieder zurück. Im Sommer könnte die steile Extratour bundesweit glänzen. Das „Wandermagazin“ hat sie in eine Auswahl der schönsten deutschen Routen aufgenommen und lässt das Publikum über die Nummer 1 abstimmen. Das Online-Voting läuft noch bis zum 30. Juni. Die Loreley-Route konkurriert mit 14 weiteren Top-Tages-Touren zwischen Mecklenburgischer Seenplatte und dem Schwarzwald. In der Liste der besten mehrtägigen Wanderungen ist das Obere Mittelrheintal ebenfalls vertreten Der Lahn-Wanderweg führt fast 300 Kilometer vom Siegerland bis nach Lahnstein. Rhein-Zeitung, Wandermagazin (Online-Voting)

Die Loreley mit Burg Katz im Vordergrund. Foto: Dominik Ketz / Romantischer Rhein Tourismus

Die Loreley mit Burg Katz im Vordergrund. Foto: Dominik Ketz / Romantischer Rhein Tourismus

Die teuersten Donuts von Koblenz

Nicht alle Donuts kann man essen. Donuts heißen auch die kreisrunde Reifenspuren, die übermotorisierte oder unterbelichtete Auto-Fans auf Asphalt oder im Schnee hinterlassen. In Koblenz wird das jetzt teuer. Laut „RZ“ erwischte die Polizei vier 19- bis 20-Jährige, die mit 2 Autos Runden auf dem Rasengelände der Festung Ehrenbreitstein drehten. Sie hatten Wege beschädigt und die Grünfläche ruiniert. Die Stadt Koblenz wird ihnen die Sanierung in Rechnung stellen. Außerdem gibt es eine Strafanzeige wegen Sachbeschädigung. Rhein-Zeitung

Buga-Pläne in Bingen

„Allgemeine Zeitung“ und „Wiesbadener Kurier“ berichten in ihren Dienstagsausgaben über die Mittelrhein-Buga in Bingen und Rüdesheim. Beide Städte bilden 2029 das Tor zu einer der flächengrößten Bundesgartenschauen aller Zeiten. Bingen hat der Buga-GmbH unter Berthold Stückle potenzielle Ausstellungsflächen am Rheinufer, an der Burg Klopp und am Rupertsberg in Bingerbrück gemeldet. Allgemeine Zeitung

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