Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

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Überflieger mit Bodenkontakt: 5 Fragen an Christian Klein

Prädikatsexamen mit 25, Promotion mit 30, Richter auf Lebenszeit mit 32 und wenn es nach der CDU im Rhein-Hunsrück-Kreis geht, Landrat mit 34: Der Lebenslauf von Christian Klein aus Rheinböllen ist wie eine schnurgerade Autobahn. Klein will am Sonntag die Stichwahl gegen den unabhängigen Kandidaten Volker Boch gewinnen, der von SPD und Grünen unterstützt wird. Im ersten Wahlgang waren Kleins Parteifreundin Rita Lanius-Heck aus Oberwesel und der Linke Roger Mallmenn ausgeschieden. Das Amt ist über die Kreisgrenzen hinaus für alle am Mittelrhein von Bedeutung, denn der Landrat des Rhein-Hunsrück-Kreises entscheidet in wichtigen Gremiem für das Welterbegebiet mit. Was würde Klein für das Mittelrheintal tun und – last but not least – wie lange? 5 Fragen an den Kandidaten der CDU. 

Christian Klein kandidiert für die CDU. Foto: CDU RHK

Christian Klein kandidiert für die CDU. Foto: CDU RHK

Rita Lanius-Heck hat öffentlich erklärt, Sie am Sonntag zu unterstützen. Sind die Reihen in der CDU damit wieder geschlossen?

Über die Unterstützung von Rita Lanius-Heck habe ich mich sehr gefreut. Wir haben all die Jahre gemeinsam für die gleichen Ziele gekämpft und tun dies immer noch. Als Konkurrenten sind wir fair miteinander umgegangen. Ich danke ganz besonders ihr für ihre Unterstützung. Ich finde es wunderbar, dass Rita Lanius-Heck sich weiter engagiert und ihr Amt als 1. Beigeordnete weiter ausüben wird. Sie weiß, mit welchen Themen sich der Chef der Kreisverwaltung auseinandersetzen muss und von welcher großen Bedeutung es ist, wenn dieser nicht nur kommunalpolitische Erfahrung mitbringt, sondern auch fachliche Kompetenz. Ich freue mich auf eine enge Zusammenarbeit mit ihr. Ich bin mir sicher, dass wir uns gut ergänzen!

Die „RZ“ vermutet, dass die Wahl am Mittelrhein entschieden wird. Dort sind die meisten „Rita“-Stimmen neu zu vergeben,. Wie möchten Sie die Menschen am Mittelrhein überzeugen?

Ich habe mit sehr vielen Bürgerinnen und Bürgern am Mittelrhein persönlich sprechen können, und es gibt viele Themen, die ich zeitnah angehen werde. Die Mittelrheinbrücke muss kommen! Ich werde mit dem Land an einer konstruktiven und zeitnahen Lösung arbeiten, die auch die Anbindung an den überörtlichen Verkehr berücksichtigt. Klar ist: Der Kreis allein hat nicht die Mittel, sie zu bauen und zu unterhalten. Bis die Brücke steht, muss der Fährbetrieb mit Unterstützung des Kreises zeitlich ausgeweitet werden. Wir müssen uns intensiv auf die Bundesgartenschau 2029 vorbereiten. Das heißt, den Mittelrhein als Tourismusregion nachhaltig ausbauen und wichtige Infrastrukturprojekte angehen. Wir brauchen ein Angebot vielfältiger, auch kleiner Attraktionen, um die Schönheit von Hunsrück und Mittelrhein und unsere Region insgesamt bekannt zu machen. Zudem müssen wir nachhaltig Bewegung in das Thema Bahnlärm bekommen. Ich werde mich auf allen politischen Ebenen für spürbare Verbesserungen einsetzen. Darüber hinaus gibt es noch viele weitere Themen: eine gute medizinische Versorgung, ein bürgernaher öffentlicher Nahverkehr, eine digitale Infrastruktur auf Top-Niveau sowie Maßnahmen zum Katastrophen- und Hochwasserschutz, die für die Bürger sowohl im Hunsrück als auch am Rhein wichtig sind. Dafür werde ich mich stark machen.

Viele Orte im Tal haben Schulen, Behörden und andere wichtige Einrichtungen verloren. In Oberwesel ist das Krankenhaus geschlossen worden und die Verbandsgemeindeverwaltung ist nur noch eine Außenstelle. Was würden Sie gegen eine weitere Demontage von Mittelrhein-Einrichtungen tun?

Für die Menschen der Region, auch für die engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ist die Schließung ein Schock gewesen. Die kommunalen Gesellschafter haben seitdem große Anstrengungen unternommen, um das Blatt noch zu wenden bzw. ein alternatives, zukunftsfähiges Konzept auf die Beine zu stellen. Ich bin froh, dass sich der Gesundheitscampus Oberwesel auf einem guten Weg befindet. Das Seniorenzentrum ist wichtig. Die renommierte Fachklinik für konservative Orthopädie bietet ein hervorragendes Angebot. Aus Gesprächen vor Ort weiß ich, dass mit einem wichtigen strategischen Partner verhandelt wird, um das derzeitige Konstrukt zu stärken und weitere medizinische Angebote zu schaffen. Die Verbandsgemeindeverwaltung hält in Oberwesel weiterhin eine Verwaltungsstelle bereit, insbesondere ein Bürgerbüro. Mich freut es im Übrigen sehr, dass die Buga-Zentrale in Oberwesel ihren Sitz haben wird.

Das Tal ist politisch zersplittert und manche Grenzen sind nur schwer nachvollziehbar, zum Beispiel die Kreisgrenzen zwischen Spay und Boppard und zwischen Bacharach und Oberwesel. Sehen Sie eine Chance für mehr gemeinsame Verwaltungsräume am Mittelrhein?

Über die Verwaltungsreformen wird in Rheinland-Pfalz schon lange diskutiert. Verwaltungen müssen effizient und bürgernah arbeiten. Sicherlich brauchen unsere Verwaltungen an einigen Stellen auch ein Update ins 21. Jahrhundert. Sie müssen modernisiert werden, Prozesse auf den Prüfstand gestellt und Angebote auch digitalisiert werden. Diese Herausforderungen erscheinen mir drängender als neuerliche Gebietsreformen.

Mit 34 Jahren wären Sie der jüngste Landrat in Rheinland-Pfalz. Marlon Bröhr drängt es nach einigen Jahren zu anderen Ämtern. Welche Ziele haben Sie noch?

Mein Ziel ist klar: Ich möchte mich als Landrat mit aller Kraft dafür einsetzen, unsere Region zukunftsfit zu machen, lebens- und liebenswert für alle Menschen, die hier wohnen und arbeiten. Meine Heimat liegt mir schon immer am Herzen. Ich engagiere mich seit meiner Jugend: Mit 21 Jahren wurde ich Vorsitzender unseres Pfarreienrates. Seit über 12 Jahren gestalte ich aktiv im Stadtrat vor Ort mit. Seit über sieben Jahren im Verbandsgemeinderat. Jetzt möchte ich meine kommunalpolitische und auch meine berufliche Erfahrung als Verwaltungsrichter mit Weitblick im Kreis einbringen. Mein Platz ist in der Kommunalpolitik. Ganz klar, mit Herzblut – und langfristig!

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Hoch hinaus in Bingen und der härteste Hauskauf am Mittelrhein

Über ein schöneres Rhein-Nahe-Eck redet Bingen fast so lange wie St. Goar über die Mittelrheinbrücke. Vor Jahrzehnten wurde eine ganze Häuserzeile abgerissen, um das Areal neu zu gestalten. Heraus kam ein Parkplatz. Damit sich bis zur Buga endlich etwas tut, liegen jetzt wieder neue Ideen auf dem Tisch. Die ambitionierteste ist ein 18 Meter hoher begrünter Neubau, der teils als Parkhaus, teils als Wohngebäude dienen würde. Laut „AZ“ wird der Entwurf von den Freien Wählern und der FDP unterstützt. Allgemeine Zeitung (€)

Nahemündung bei Bingen. Foto: Stadt Bingen / T. Silz

Nahemündung bei Bingen. Foto: Stadt Bingen / T. Silz

Der härteste Hauskauf am Mittelrhein

80.000 Euro sollte das alte Kloster in Kamp-Bornhofen im Herbst 2020 kosten. Die Betonung liegt auf „alt“, denn es handelt sich nicht um das barocke Wallfahrtskloster mit Pater Eryk, sondern um die Überreste einer kleineren und längst aufgelösten Abtei stromabwärts im Ortsteil Kamp, bekannt auch als „Ritter-Brömser-Haus“. Jetzt ist die Immobilie wieder auf dem Markt – für 149.000 Euro. Wer sie kauft, braucht immer noch starke Nerven. Die Maklerfirma warnt vor „massiven Schäden im Innenbereich“ durch „eindringende Feuchtigkeit“ und besonderen inneren Werten. O-Ton: „Müllablagerungen sind vorhanden und werden vom Veräußerer nicht mehr entfernt.“ Der älteste Teil der Anlage stammt aus dem 14. Jahrhundert. Immobilienscout24, Mittelrheingold (Immobilienanzeige 2020)

Wie locker ist die Loreley?

Nach dem Felsrutsch bei Kestert im März 2021 gab es hitzige Diskussionen über gefährdete Hänge und instabiles Gebirge. Ein SWR-Beitrag dürfte die Debatte neu entfachen. Am Donnerstagabend geht es in der Sendung „Zur Sache, Rheinland-Pfalz“ über geologische Risiken an der Loreley. Presseportal

Software made in Boppard

Boppard ist zwar nicht das deutsche Palo Alto, aber zumindest im Stadtteil Buchholz weht der Wind der großen weiten IT-Welt. Dort sitzt das Familienunternehmen Ehrhardt Partner Gruppe (EPG), ein Spezialist für Logistik-Lösungen. Die Bopparder Firma ist mit dem Coca-Cola-Konzern ins Geschäft gekommen und hat weltweit rund 100 Brause-Standorte mit Software made in Boppard ausgestattet. Rhein-Zeitung (€), EPG (Website des Firma)

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Der Knaller auf dem Rhein und ein Votum für die Seilbahn

Nach 2 feuerfreien Jahren hofft das Mittelrheintal wieder auf „Rhein in Flammen“. Der erste Termin der Saison – Mai in Bonn  – fällt zwar flach, aber das erste Juliwochenende gilt als gesetzt. Dann sind Rüdesheim und Bingen an der Reihe. In Bingen startet am Samstag der Vorverkauf. Ein weiteres XXL-Feuerwerk mit Schiffskorso ist für den 13. August zwischen Spay nach Koblenz geplant, dann folgen Oberwesel (10. September) und St. Goar / St. Goarshausen (17. September). Die Jahre 2020 und 2021 waren für „Rhein in Flammen“ und die damit verbundenen Reedereien Totalausfälle. Allerdings gab es schon vor Corona Probleme: Im extremen Trockenjahr 2018 musste das Programm wegen Waldbrandgefahr eingeschränkt werden. Allgemeine Zeitung (Bingen-Buchung), Rhein in Flammen (Website des Veranstalters)

Feuerwerksflotte: Rheinschiffe auf dem Weg zum Rhein-in-Flammen-Korso bei Bingen. Foto: Romantischer Rhein / Dominik Ketz.

Feuerwerksflotte: Rheinschiffe auf dem Weg zum Rhein-in-Flammen-Korso bei Bingen. Foto: Romantischer Rhein / Dominik Ketz.

Ein Votum für die Seilbahn

Die Koblenzer Buga-Seilbahn hat gute Chancen, zum dauerhaftesten Provisorium seit der Sektsteuer zu werden. Eigentlich sollte die spektakuläre Rheinquerung nach der Bundesgartenschau 2011 wieder abgebaut werden, aber kaum jemand will auf sie verzichten. Eine Umfrage hat gerade ergeben, dass die Zustimmung in der Stadt sogar noch gestiegen ist. 94 Prozent der Koblenzer wollen, dass die Seilbahn bleibt, vier Prozentpunkte mehr als bei der letzten Befragung. 97 Prozent halten die „Air Ehrenbreitstein“ für eine wichtige touristische Attraktion, 83 Prozent möchten sie sogar in den Öffentlichen Nahverkehr integrieren. Nur 5 Prozent finden, dass sie den Blick ins Rheintal beeinträchtigt. Rhein-Zeitung (€)

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