Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

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Der lange Weg zum Hochwasserschutz

Eigentlich war die Verbandsgemeinde Loreley schnell bei der Sache: Wenige Monate nach den schweren Unwettern 2016 beauftragte sie das Ingenieurbüro Dr. Boettcher aus Urbar bei Koblenz mit einem Hochwasserschutzkonzept und stellte fast 150.000 Euro dafür bereit. Zuschüsse der Landesregierung machten es möglich. 2 Jahre sollten die Recherchen dauern. Mittlerweile sind 5 Jahre vergangen, und es gibt immer noch kein fertiges Konzept. Laut „RZ“ hat das Büro einen Entwurf vorgestellt, der jetzt an die 22 Stadt- und Ortsbürgermeister geht. Tenor: Es ist schwierig, es wird aufwendig und es geht nicht ohne private Initiativen. Das finale Dokument soll im Dezember vorliegen und die Ergebnisse ab Anfang 2022 umgesetzt werden. Starkregen und Hochwasser sind übrigens nicht nur im Tal ein Thema. Selbst die Loreley und der Höhenort Bornich gelten als Risikogebiet, weil die Kanalisation nicht auf extreme Wassermassen ausgelegt ist und Gräben planiert wurden.  Manchen Kommunalpolitkern waren die Aussagen des Planers zu pauschal. Empfehlungen für besonders gefährdete Viertel wird es wohl nicht geben, denn das war dem Ingenieur vielleicht zu schwer. O-Ton: „Ich bin nicht in jedes Haus hineingegangen, das wäre viel zu aufwendig gewesen.“ Rhein-Zeitung, Mittelrheingold (Hintergrund)

Mittelrhein zwischen Fellen und Wellmich: Hier soll die Brücke gebaut werden. Foto: Romantischer Rhein / Henry Tornow

2016 war u. a. Wellmich betroffen. Foto: Romantischer Rhein / Henry Tornow

„An uns würde eine Kooperation nicht scheitern, wir haben Bock“

Rüdesheim ist nicht genug: Tourismus-Pionier Kai Climenti will sein preisgekröntes Weinwander-Konzept „Walk like a local“ über die Stadtgrenzen hinaus ausbauen und wäre für Partnerschaften im Welterbe-Tal offen. Laut „AZ“ stellt er sich eine Art Franchise-Modell vor: Ortskundige in anderen Städten und Gemeinden nutzen sein Modell und organisieren ihr eigenes Tagesgeschäft.  „An uns würde eine Kooperation nicht scheitern, wir haben Bock“, zitiert ihn die Zeitung. „Walk like a local“ ist eine Mischung aus geführter Gästewanderung, Multimedia-Tour, Schnitzeljagd und Picknick-Ausflug. Das Smartphone liefert Insider-Tipps und der Rucksack die passende Weinauswahl. Die Idee wurde 2020 mit dem Rheingauer Gründerpreis ausgezeichnet. Rund 500 Touren hat Climenti bereits verkauft. Allgemeine Zeitung, Mittelrheingold (7 Fragen an Kai Climenti, April 2021)

Bingerbrück für Pendler

Offiziell eingeweiht wird die Park&Ride-Anlage am Binger Hauptbahnhof erst Anfang Oktober, aber die Parkausweise gibt es schon jetzt. 175 Pendler-Parkplätze stehen zur Verfügung. Die Jahresgebühr liegt bei 50 Euro. Wer sich nicht so lange an Bingerbrück binden will:  Die Stadtverwaltung bietet auch Halbjahres- und Monatstickets an. Stadtverwaltung Bingen

Werbung: Rheinleuchten im Welterbetal

Kommende Woche gehen dem Welterbetal gleich mehrere Lichter auf. Epizentrum der flussübergreifenden Lightshow „Rheinleuchten“ ist diesmal die Löhnberger Mühle am Lahnsteiner Rheinufer. Das XXL-Industriedenkmal aus dem 19. Jahrhundert wird dafür ausnahmsweise geöffnet. Für die Multimedia-Illumination in historischer Umgebung sorgt das Berliner Künstlerkollektiv Re:Sorb. Das Einzelticket kostet 6 Euro, Kinder zahlen die Hälfte, Familien 13 Euro. Am 22. September geht’s los. Hier gibt es weitere Infos.

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Die Rheinhöhen machen mobil

Abseits der Bahngleise lebt es sich zwar ruhiger, aber nicht unbedingt bequemer. Ohne Auto ist man auf den Rheinhöhen und in der Seitentälern verloren. Nicht wenige Familien unterhalten regelrechte Fuhrparks, damit die private Logistik für alle funktioniert. Zweitwagen sind die Regel, und wenn Kinder ins Führerscheinalter kommen, steht schnell das dritte und vierte Fahrzeug vor der Tür. Gegen zu viel totes Blech helfen Car-Sharing-Projekte wie „Dorfauto“. Der SWR berichtet über die Orte im Rhein-Hunsrück-Kreis, in denen man sich  öffentlich geförderte Elektroautos teilt. Die „Dorfauto“-Aktion von Kreisverwaltung und Energieagentur Rheinland-Pfalz funktioniert. 3 Jahre lang darf je ein Dorf pro Verbandsgemeinde ein Auto nutzen. Realistischerweise ersetzen die volkseigenen E-Mobile keinen privaten Fahrzeugbestand, aber sie können nur sporadisch genutzte Zweitautos überflüssig machen, helfen dem Klima und erleichtern den Wechsel vom Verbrenner zum E-Motor. Im Welterbetal profitieren momentan Damscheid bei Oberwesel und die Bopparder Stadteile Hirzenach, Holzfeld und Rheinbay vom System „Dorfauto“. Voriges Jahr waren Oberwesel-Langscheid und Boppard-Oppenhausen an die Reihe. Laut Kreisverwaltung wurde in Langscheid 319 Mal gebucht, in Oppenhausen sogar 441 Mal. Im Dezember ziehen die E-Autos an neue Standorte. Dann sind Wiebelsheim in der VG Hunsrück-Mittelrhein und Buchenau und Weiler in Boppard an der Reihe. Das „Dorfauto“-Projekt hat international für Aufmerksamkeit gesorgt. SWR (Video), Rhein-Hunsrück-Kreis (Konzept)

Blick auf Oberwesel. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Henry Tornow

Werbung: Der Regensommer geht, Rheinleuchten kommt

2019 fand die bisher letzte „Rheinleuchten“-Show im Welterbetal statt, dann warf Corona alles über den Haufen. Jetzt ist endlich wieder Zeit für spektakuläre Licht-Effekte und Multimedia-Theater vor außergewöhnlicher Kulisse. Im Mittelpunkt steht diesmal die Löhnberger Mühle in Lahnstein, das größte Industriedenkmal am Mittelrhein. Infos und Tickets gibt es beim Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal

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Zu viel Land in dieser Zeit: Eine Kirche muss sparen

Wenn es um kirchliche Einsparungen und Zwangs-Fusionen geht, sorgen vor allem katholischen Bistümer für Schlagzeilen. Besonders heftig ging der Bischof von Trier ans Werk. Seine Pläne u. a. für die das linke Rheinufer waren selbst dem Vatikan zu radikal. Allerdings ist auch die evangelische Kirche kein Ponyhof. Hier könnte es vor allem auf der rechten Rheinseite und in Teilen Bingens Ärger geben. Das Gebiet gehört nach der schwer zu verstehenden Mittelrhein-Logik nicht zur Evangelischen Kirche im Rheinland, sondern zur Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Weil sich die Grenzen noch am Wiener Kongress von 1815 orientieren, führt das zu der bizarren Situation, dass die Binger Innenstadt dazugehört, Bingerbrück aber nicht. Dafür ist das komplette rechte Rheinufer bis kurz vor Koblenz „Hessen und Nassau“, obwohl die Gemeinden dort zwei unterschiedlichen Bundesländern angehören. Laut „RZ“ plant die evangelische Landeskirche mit Hauptsitz in Darmstadt, größere Teile ihres Immobilienbesitzes zu verkaufen. Der Unterhalt der Gebäude sei zu teuer, Kirchen sollen aber nur in Ausnahmefällen abgegeben werden, heißt es. Die Sparpläne waren gerade Themen auf der Synode, dem Parlament der Landeskirche. Im Vergleich zur linken Rheinseite, wo die Evangelische Kirche im Rheinland schon vor Jahren Pfarreien zusammengelegt und Gebäude abgestoßen hat, gibt es rechtsrheinisch noch zahlreiche kleine Dorfpfarreien, wenn auch nicht mehr durchgängig mit eigenem Personal. Allein in der Verbandsgemeinde Loreley listet die Website der Landeskirche 11 eigenständige „Pfarrämter“ auf: Bornich, Braubach, Dachsenhausen, Kaub, Niederlahnstein, Nochern, Oberlahnstein, Patersberg, Reichenberg, St. Goarshausen und Weisel. Zum Vergleich: Zwischen Koblenz und Bingerbrück gibt es nur noch 3: Bacharach (Viertäler), St. Goar und Boppard. Rhein-Zeitung, Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (mit Video, Debatte)

Blick auf St. Goarshausen. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Dominik Ketz

Blick auf St. Goarshausen. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Dominik Ketz

Sekt statt Selters in Bingen

In seinen Glanzzeiten besaß das Sekthaus Graeger eigene Weinberge, eine Filiale in London, ein Chateau in Frankreich und sogar eine eigene Kistenfabrik. 120 Jahre später ist alles mehrere Nummern kleiner, aber vielleicht kommt Inhaber Jens Valerius gerade deshalb gut aus der Krise. Corona kostete der Binger Sektmarke zwar den Umsatz zahlreicher Straßenfeste und anderer Events, dafür florierten das Supermarktgeschäft und der Verkauf übers Internet. „AZ“-Redakteurin Christine Tscherner hat mit Valerius gesprochen. Sein Vater hatte das Unternehmen Ende der 90er Jahre übernommen. Allgemeine Zeitung

Werbung: Nächste Mittwoch geht’s los

Die Löhnberger Mühle in Lahnstein war einmal die größte Getreidemühle Deutschlands. In den kommenden Jahren wird der industrielle Prachtbau aus der Kaiserzeit zur Wohnanlage am Wasser umgebaut. Wer vorher noch einmal für 6 Euro rein will: Eine bessere Gelegenheit kommt nicht wieder. Nächste Woche ist die Löhnberger Mühle Mittelpunkt des Mittelrhein-Lichtfestivals „Rheinleuchten“. Am 22. September geht’s los. Die Tickets gibt es ausschließlich im Online-Vorverkauf, und zwar hier: Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal

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