Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Schlagwort: Bornich Seite 1 von 6

Kunst am Treppenbau und Lärm auf der Loreley

396 Stufen führen von St. Goarshausen hoch zum Loreley-Plateau. Die Endlos-Treppe soll in den kommenden Jahren neu gestaltet werden. Laut „RZ“ unterstützen Stadtbürgermeister Nico Busch und sein Stadtrat eine Idee des Hunsrücker Künstlers Hermann-Josef Wilhelm: Auf jeder einzelnen Stufe soll ein „Danke“ in unterschiedlichen Sprachen und jeweils mit einer kleinen Geschichte stehen. Menschen können „ihre“ Stufe gestalten und an Ort und Stelle verewigen, wofür sie sich bedanken. Die Details würde ein Verein regeln, der auch Spenden einwerben soll. Laut „RZ“ kalkuliert man mit 1,6 Millionen Euro Kosten und 2 Jahren Bauzeit. Spätestens zur Buga soll die „Danke“-Treppe fertig sein. Der Aufstieg ist momentan so marode, dass er ohnehin saniert werden müsste. Rhein-Zeitung

Die Loreley mit Burg Katz im Vordergrund. Foto: Dominik Ketz / Romantischer Rhein Tourismus

Die Loreley mit Burg Katz im Vordergrund. Foto: Dominik Ketz / Romantischer Rhein Tourismus

Der Loreley-Lärm und das neue Hotel

Apropos Loreley: Die Investoren des geplanten Großhotels hadern mit Lärmschutz-Auflagen der Verwaltung. Sie wollen den im Bebauungsplan vorgesehenen Schallschutz einsparen und bieten für Konzerte auf der Loreley eine andere Lösung an: Bestimmte Hotelzimmer sollen einfach nicht vermietet werden, wenn es auf der Bühne laut wird. Die zuständigen Kommunen lehnen das ab. Die Idee sei zu unklar, zu kompliziert und zu schwierig umzusetzen, finden die Verbandsgemeinde Loreley, die Stadt St. Goarshausen als Bühneneigentümerin und die Ortsgemeinde Bornich. Sie warten jetzt auf eine Entscheidung des Rhein-Lahn-Kreises. Von ihm hängt ab, ob das umstrittene Hotel überhaupt gebaut werden darf. Rhein-Zeitung

St. Goar will die Gratis-Fähre

Brücke oder Fähre? Über diese Frage diskutiert das Tal seit Jahrzehnten. Die Stadt St. Goar hat gerade eine Antwort gefunden: Beides. Der Stadtrat unterstützt den Bau der Mittelrheinbrücke zwischen Fellen und Wellmich, will bis dahin aber eine kostenlose 24-Stunden-Fähre. Experten halten Bau und Fertigstellung der Brücke frühestens im nächsten Jahrzehnt für realistisch. Hunsrück News

Schönes aus Bingen

Corona verheert den Einzelhandel, aber gegründet wird trotzdem. Zu den Lichtblicken gehört „Schönes von Lotte“ in der Binger Vorstadt. Die 21-jährige Charlotte Kunz hat den Laden für selbst genähte Kindermode und Taschen im vergangenen September eröffnet. Die Geschäftsidee funktioniert selbst im Lockdown. „AZ“-Redakteurin Christine Tscherner hat mit Bingens jüngster Gründerin gesprochen. Allgemeine Zeitung, Schönes von Lotte

Zahl des Tages

Rund 80 Ziegen weiden im Viertälergebiet rund um Bacharach und Oberdiebach. Die meisten von ihnen haben südafrikanische Vorfahren. Die so genannten „Hottentotten-“ oder „Buren-Ziegen“ halten nicht nur jedes Gestrüpp im Steilhang nieder, sie liefern auch bestes Fleisch. Wer es nicht glaubt: Andreas Stüber vom Rhein-Hotel empfiehlt „zwölf Stunden lang bei 75 Grad im Spätburgunder mit Fenchelsamen geschmort“. Allgemeine Zeitung

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Kein Happy End in Oberwesel

Kommende Woche ist es mit dem Oberweseler Krankenhaus vorbei. Am Montag scheiterte ein letzter Übernahmeversuch. Laut „RZ“ lehnte der Oberweseler Stadtrat einstimmig ein Angebot der Firma Helexier ab, die seit März ein früheres Krankenhaus im pfälzischen Zweibrücken besitzt. Offenbar wirkte Helexier auf die  Entscheider in Oberweseler wenig erfahren. Das Unternehmen mit Sitz im pfälzischen Heltersberg hat seine Wurzeln in der Immobilienbranche und konnte keine praktischen Kenntnisse im deutschen Klinik-Management vermitteln. Der Auftritt einer Helexier-Repräsentantin, die auf YouTube Zuckerwasser als Hautpflegemittel empfiehlt, macht es nicht besser. Firmenchef Alexander R.M. Jüllig ist auf Twitter als „CEO & Founder of Sky-Hype Immobilienpotral“ mit Sitz in Dubai zu sehen, wo er 2015 u. a. eine „3 – Zimmer Wohnung in Duisburg, komplett renoviert ( neu gestrichen )!!“ anbot. 

Blick auf Oberwesel. Foto: Maximilian Siech, Zweckverband Welterbe.

Blick auf Oberwesel. Foto: Maximilian Siech, Zweckverband Welterbe.

Der Stadtrat hofft jetzt auf das frühere Konzept eines „Gesundheitscampus“ mit niedergelassenen Ärzten. Allerdings fehlt auch dafür der professionelle Partner. Der Mehrheitsgesellschafter Marienhaus will nicht mitmachen und hat bereits seinen Ausstieg aus der Betreibergesellschaft angekündigt. Für die Mitarbeiter ist die bisherige Entwicklung eine Katastrophe. Sie verlieren nicht nur ihre Arbeitsplätze, sondern müssen auch um ihre Abfindungen zittern. Das Geld sollte aus einem Fördertopf des Landes und der Krankenkassen kommen. Nach Recherchen von „RZ“-Redakteurin Denise Bergfeld gibt es aber immer noch keinen Antrag. Er muss bis Ende des Monats im Mainzer Sozialministerium vorliegen. Beim Arbeitsgericht Koblenz klagen rund 100 Klinik.Mitarbeiter gegen die die Krankenhaus GmbH, die zu 45 Prozent den Städten Oberwesel und St. Goar und der Verbandsgemeinde Hunsrück-Mittelrhein gehört. Rhein-Zeitung, helexier.de (Website der Firma Helexier)

Bornich will das Loreley-Hotel

Das Hotel-Projekt auf der Loreley hat seine erste Hürde genommen. Die für das Gelände zuständige Ortsgemeinde Bornich winkte die Pläne des norddeutschen Investoren Nidag durch. „Besser kann ein derartiges Hotelareal nicht in die Natur integriert werden“, zitiert die merklich hotelfreundliche „Rhein-Lahn-Zeitung“ Ortsbürgermeisterin Karin Kristja. Die endgültige Entscheidung über das 700-Betten-Projekt liegt beim Rhein-Lahn-Kreis. Wenn die Verwaltung in Bad Ems zustimmt, könnten die Bauarbeiten schon im kommenden Frühjahr starten. Rhein-Zeitung

Blühende Landschaften in Bacharach

Früher war Medenscheid einfach nur einer von 3 Bacharacher Höhenorten. Heute ist es „Das Rosendorf“ und im ganzen Welterbe-Gebiet bekannt. Leidenschaftliche Hobby-Botanikerinnen wie Beater Lieber und Stefanie Langer haben in der Medenscheider Brunnenstraße paradiesische Gärten geschaffen. Einer SWR-Reportage stellt sie vor. SWR

Die Eiserne Lady von St. Goarshausen

Apropos SWR: Der Sender berichtet auf seiner Website über den „Häusener Kran“. Das Industriedenkmal wird gerade saniert und soll einmal zu den Schmuckstücken am Rheinufer gehören. St. Goarshausen will das Areal bis zur Buga 2029 komplett neu gestalten. SWR

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Luxusleben auf der Loreley und Sprengstoff in Trechtingshausen

Auf der Loreley geht es um weit mehr als nur um die Freilichtbühne. Seit Dienstag ist offiziell, dass auf dem Plateau die größte Hotel- und Ferienhausanlage weit und breit entstehen soll. Geplant sind 320 Zimmer und Suiten in unmittelbarer Nähe von Landschaftspark und Hangkante, aufgeteilt auf ein fünfgeschossiges Hauptgebäude, 40 terrassierten „Superior-Zimmern“ und 10 „Hotelvillen“. Insgesamt soll es 720 Betten geben. Inklusive Personal würde das Resort mit Namen „Slow Down Loreley“ fast so viele Menschen beherbergen wie die zuständige Ortsgemeinde Bornich Einwohner hat.

Hinter „Slow Down Loreley“ stehen 3 Investoren aus Norddeutschland, die im Ostsee-Badeort Travemünde bereits ähnliches realisiert haben: Der Immobilienentwickler Nidag aus Wentorf bei Hamburg, das deutsch-dänische Ferienpark-Unternehmen Planet Gruppe aus Kiel und der Lübecker Call-Center-Betreiber Aye Media. Das 37.000 Quadratmeter große Areal gehört ihnen bereits. An den Hotelplänen war jahrelang hinter verschlossenen Türen gefeilt worden.

Slow Down Loreley: Visualisierung mit 14 Hotelvillen.

Die Investoren haben Kommunalpolitiker, Unesco-Kommission und Aufsichtsbehörden ins Boot geholt, darum könnten die Bauarbeiten schon im kommenden Frühjahr starten. 2024 sollen die ersten Gäste anreisen. Laut SWR werden 85 Millionen Euro investiert. Für den heutigen Donnerstagabend ist eine öffentliche Info-Veranstaltung in St. Goarshausen-Heide geplant. Sie beginnt um 18 Uhr in der Loreley-Schule. Wer teilnehmen möchte: Die Verbandsgemeindeverwaltung verlangt eine Voranmeldung (rathaus@vg-loreley.de oder telefonisch unter 06771 919-0).

SPD und CDU scheinen geschlossen hinter dem Projekt zu stehen, bei den Grünen gibt es Widerstand, Denkmalschützer sind irritiert. Der Kölner Dombaumeister Peter Füssenich nennt das Projekt eine „Katastrophe“.  Allerdings würde es dem befürchteten Bettenmangel zur Buga 2029 abhelfen. Rhein-Zeitung, SWR, Facebook-Mitteilungen

Sprengstoff in Trechtingshausen

Neben dem Loreley-Hotel schwelt noch ein zweites großes Streitthema am Mittelrhein: Der Steinbruch in Trechtingsghausen. Laut SWR will der deutsch-niederländische Pächter die Abbaufläche neben Burg Sooneck um rund 10 Hektar erweitern. Die Ortsgemeinde profitiert von Pachtzahlungen und Gewerbesteuer, Anwohner befürchten Lärm und Landschaftszerstörung. Der Konflikt ist noch am Anfang, aber Steinbruchchef Willem Douw bringt sich schon einmal medial in Stellung. Er hat eine Wiesbadener PR-Agentur beauftragt, verweist per Pressemitteilung auf die lange Bergbautradition am Mittelrhein und lockt mit einer möglichen touristischen Nutzung des Hangs. presseportal.de, SWR

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stürmischer Wind kann auch seine schönen Seiten haben wir hier am Schloss Stolzenfels

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