Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Schlagwort: Bornich Seite 1 von 6

Kein Happy End in Oberwesel

Kommende Woche ist es mit dem Oberweseler Krankenhaus vorbei. Am Montag scheiterte ein letzter Übernahmeversuch. Laut „RZ“ lehnte der Oberweseler Stadtrat einstimmig ein Angebot der Firma Helexier ab, die seit März ein früheres Krankenhaus im pfälzischen Zweibrücken besitzt. Offenbar wirkte Helexier auf die  Entscheider in Oberweseler wenig erfahren. Das Unternehmen mit Sitz im pfälzischen Heltersberg hat seine Wurzeln in der Immobilienbranche und konnte keine praktischen Kenntnisse im deutschen Klinik-Management vermitteln. Der Auftritt einer Helexier-Repräsentantin, die auf YouTube Zuckerwasser als Hautpflegemittel empfiehlt, macht es nicht besser. Firmenchef Alexander R.M. Jüllig ist auf Twitter als „CEO & Founder of Sky-Hype Immobilienpotral“ mit Sitz in Dubai zu sehen, wo er 2015 u. a. eine „3 – Zimmer Wohnung in Duisburg, komplett renoviert ( neu gestrichen )!!“ anbot. 

Blick auf Oberwesel. Foto: Maximilian Siech, Zweckverband Welterbe.

Blick auf Oberwesel. Foto: Maximilian Siech, Zweckverband Welterbe.

Der Stadtrat hofft jetzt auf das frühere Konzept eines „Gesundheitscampus“ mit niedergelassenen Ärzten. Allerdings fehlt auch dafür der professionelle Partner. Der Mehrheitsgesellschafter Marienhaus will nicht mitmachen und hat bereits seinen Ausstieg aus der Betreibergesellschaft angekündigt. Für die Mitarbeiter ist die bisherige Entwicklung eine Katastrophe. Sie verlieren nicht nur ihre Arbeitsplätze, sondern müssen auch um ihre Abfindungen zittern. Das Geld sollte aus einem Fördertopf des Landes und der Krankenkassen kommen. Nach Recherchen von „RZ“-Redakteurin Denise Bergfeld gibt es aber immer noch keinen Antrag. Er muss bis Ende des Monats im Mainzer Sozialministerium vorliegen. Beim Arbeitsgericht Koblenz klagen rund 100 Klinik.Mitarbeiter gegen die die Krankenhaus GmbH, die zu 45 Prozent den Städten Oberwesel und St. Goar und der Verbandsgemeinde Hunsrück-Mittelrhein gehört. Rhein-Zeitung, helexier.de (Website der Firma Helexier)

Bornich will das Loreley-Hotel

Das Hotel-Projekt auf der Loreley hat seine erste Hürde genommen. Die für das Gelände zuständige Ortsgemeinde Bornich winkte die Pläne des norddeutschen Investoren Nidag durch. „Besser kann ein derartiges Hotelareal nicht in die Natur integriert werden“, zitiert die merklich hotelfreundliche „Rhein-Lahn-Zeitung“ Ortsbürgermeisterin Karin Kristja. Die endgültige Entscheidung über das 700-Betten-Projekt liegt beim Rhein-Lahn-Kreis. Wenn die Verwaltung in Bad Ems zustimmt, könnten die Bauarbeiten schon im kommenden Frühjahr starten. Rhein-Zeitung

Blühende Landschaften in Bacharach

Früher war Medenscheid einfach nur einer von 3 Bacharacher Höhenorten. Heute ist es „Das Rosendorf“ und im ganzen Welterbe-Gebiet bekannt. Leidenschaftliche Hobby-Botanikerinnen wie Beater Lieber und Stefanie Langer haben in der Medenscheider Brunnenstraße paradiesische Gärten geschaffen. Einer SWR-Reportage stellt sie vor. SWR

Die Eiserne Lady von St. Goarshausen

Apropos SWR: Der Sender berichtet auf seiner Website über den „Häusener Kran“. Das Industriedenkmal wird gerade saniert und soll einmal zu den Schmuckstücken am Rheinufer gehören. St. Goarshausen will das Areal bis zur Buga 2029 komplett neu gestalten. SWR

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Luxusleben auf der Loreley und Sprengstoff in Trechtingshausen

Auf der Loreley geht es um weit mehr als nur um die Freilichtbühne. Seit Dienstag ist offiziell, dass auf dem Plateau die größte Hotel- und Ferienhausanlage weit und breit entstehen soll. Geplant sind 320 Zimmer und Suiten in unmittelbarer Nähe von Landschaftspark und Hangkante, aufgeteilt auf ein fünfgeschossiges Hauptgebäude, 40 terrassierten „Superior-Zimmern“ und 10 „Hotelvillen“. Insgesamt soll es 720 Betten geben. Inklusive Personal würde das Resort mit Namen „Slow Down Loreley“ fast so viele Menschen beherbergen wie die zuständige Ortsgemeinde Bornich Einwohner hat.

Hinter „Slow Down Loreley“ stehen 3 Investoren aus Norddeutschland, die im Ostsee-Badeort Travemünde bereits ähnliches realisiert haben: Der Immobilienentwickler Nidag aus Wentorf bei Hamburg, das deutsch-dänische Ferienpark-Unternehmen Planet Gruppe aus Kiel und der Lübecker Call-Center-Betreiber Aye Media. Das 37.000 Quadratmeter große Areal gehört ihnen bereits. An den Hotelplänen war jahrelang hinter verschlossenen Türen gefeilt worden.

Slow Down Loreley: Visualisierung mit 14 Hotelvillen.

Die Investoren haben Kommunalpolitiker, Unesco-Kommission und Aufsichtsbehörden ins Boot geholt, darum könnten die Bauarbeiten schon im kommenden Frühjahr starten. 2024 sollen die ersten Gäste anreisen. Laut SWR werden 85 Millionen Euro investiert. Für den heutigen Donnerstagabend ist eine öffentliche Info-Veranstaltung in St. Goarshausen-Heide geplant. Sie beginnt um 18 Uhr in der Loreley-Schule. Wer teilnehmen möchte: Die Verbandsgemeindeverwaltung verlangt eine Voranmeldung (rathaus@vg-loreley.de oder telefonisch unter 06771 919-0).

SPD und CDU scheinen geschlossen hinter dem Projekt zu stehen, bei den Grünen gibt es Widerstand, Denkmalschützer sind irritiert. Der Kölner Dombaumeister Peter Füssenich nennt das Projekt eine „Katastrophe“.  Allerdings würde es dem befürchteten Bettenmangel zur Buga 2029 abhelfen. Rhein-Zeitung, SWR, Facebook-Mitteilungen

Sprengstoff in Trechtingshausen

Neben dem Loreley-Hotel schwelt noch ein zweites großes Streitthema am Mittelrhein: Der Steinbruch in Trechtingsghausen. Laut SWR will der deutsch-niederländische Pächter die Abbaufläche neben Burg Sooneck um rund 10 Hektar erweitern. Die Ortsgemeinde profitiert von Pachtzahlungen und Gewerbesteuer, Anwohner befürchten Lärm und Landschaftszerstörung. Der Konflikt ist noch am Anfang, aber Steinbruchchef Willem Douw bringt sich schon einmal medial in Stellung. Er hat eine Wiesbadener PR-Agentur beauftragt, verweist per Pressemitteilung auf die lange Bergbautradition am Mittelrhein und lockt mit einer möglichen touristischen Nutzung des Hangs. presseportal.de, SWR

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stürmischer Wind kann auch seine schönen Seiten haben wir hier am Schloss Stolzenfels

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Jetzt wird’s brandgefährlich

Am Mittelrhein wird das Wochenende heißer als in Sizilien. Die Wetterportale prognostizieren für Bacharach bis zu 37 Grad im Schatten. Palermo schafft das nicht. Selbst das nordafrikanische Tunis kommt nicht ganz an die Bullenhitze in Bingen oder Boppard heran. In Lorch stößt bereits die Wasserversorgung an ihre Grenzen. Die Stadtverwaltung bittet darum, keine Grünflächen mehr zu bewässern und Schwimmbecken nicht mehr nachzufüllen. In der benachbarten Verbandsgemeinde Loreley denkt man über ähnliche Maßnahmen nach. Hier könnte aus der bloßen Empfehlung auch eine behördliche Verfügung werden. In Bingen und in der Verbandsgemeinde Rhein-Nahe stellt man sich auf Waldbrände ein. VG-Wehrleiter Markus Heidrich  (im Hauptjob Winzer in Bacharach) sieht den Mittelrhein im Vergleich zu Spanien oder ostdeutschen Regionen  im Vorteil: „Wir haben ein gut gepflegtes und kilometerlanges Wegenetz für schnelle Erreichbarkeit“, zitiert ihn die „AZ“. Im Binger Wald gibt es für den Ernstfall Löschteiche und  unterirdische Wassertanks. Für Hubschrauber sind Landeplätze vorbereitet. In Hitzejahren wie 1976 und 2003 wurden rund um die Uhr Brandwachen auf dem Salzkopfturm postiert. Diesmal können die Feuerwehren Drohnen einsetzen, die Brandherde an entlegenen Stellen aufspüren. Neben Hitze und Trockenheit gibt es ein weiteres Risiko: Brandstiftung. In Boppard ermittelt die Polizei gerade wegen eines Feuers auf dem kommunalen Grünschnittplatz. Wiesbadener Kurier (Lorch), Allgemeine Zeitung (Binger Wald), Rhein-Zeitung (Boppard)

Niedrigwasser bei Oberwesel. Foto: Petra Dittmann.

Niedrigwasser bei Oberwesel 2018. Foto: Petra Dittmann.

Cheers in Bornich

Auch wenn am Mittelrhein das Wasser ausgeht: Wein ist noch genug da. Im rechtsrheinischen Höhenort Bornich wird sogar über den Atlantik hinweg vermarktet. Dort organisierte die Landesinitiative „55-plus-minus“ eine digitale Weinprobe für Oldies. Eine der 51 Teilnehmer wählte sich in New York ein. Die amtierende „Loreley“ Marie Dillenburger moderierte. Rhein-Zeitung, i55plusminus.de (Website der Initiative)

Die Buga-Beauftragte auf Mittelrhein-Tour

Nicole Steingaß ist Staatsssekretärin im rheinland-pfälzischen Innenministerium und Beauftragte der Landesregierung für die Bundesgartenschau 2029. Diese Woche war sie im Tal unterwegs und besichtigte u. a. die potenziellen Buga-Hotspots Bacharach, Kaub, Schloss Stolzenfels („Das preußische Neuschwanstein“) und natürlich die Loreley. Rheinland-Pfalz unterstützt die Bundesgartenschau mit 48,6 Millionen Euro. ffh.de

Oberwesel bittet wieder zur Tafel

Nach 5 Monaten Corona-Pause eröffnet die Oberweseler Tafel wieder. Rund 100 Menschen in 40 Haushalten nutzen das Angebot. Sie werden mit gespendeten Lebensmitteln aus Supermärkten und Bäckereien versorgt. Voraussetzung ist, dass sie ihre Bedürftigkeit nachweisen. Das geschieht entweder durch eine Bestätigung des Jobcenters oder die Rentenbescheinigung. Die Oberweseler Tafel wurde 13 Jahre lang von Judith Terhag organisiert. Jetzt übernimmt  Monika Seckler- Böhres. Freiwillge Helfer sind immer willkommen. Rhein-Zeitung, rhk-tafel.de

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