Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

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Investitionen in die Fähre und auf den Burgen spielt die Musik

2 Indizien sprechen dafür, dass die Autobrücke zwischen Bingen und Rüdesheim eine Fata Morgana bleibt: Das neueste Gutachten für das Land Rheinland-Pfalz und die Investitionen der Binger Fährgesellschaft. Im Gutachten haben Planungsexperten den Daumen gesenkt. Sie halten den Eingriff in die Natur für so gravierend, dass wohl kein deutsches Verwaltungsgericht zustimmen würde. Brückenkämpfer wie der Binger Kommunikationsberater Hasso Mansfeld kritisieren in der „AZ“, dass ein „Schmalspurgutachten“ nach dem Geschmack der Landesregierung produziert wurde. Genau das ist der Punkt: Die Landesregierung, die bereits eine Brücke zwischen St. Goar und St. Goarshausen versprochen hat, scheut die Kosten und den Stress einer weiteren Querung. Sie steht nicht hinter der Idee. Selbst Mansfelds FDP-Parteifreund Volker Wissing, bis vor kurzem Wirtschafts- und Verkehrsminister in Mainz, musste per Bürgerbegehren zum Jagen getragen werden, um überhaupt eine Machbarkeitsstudie zu beauftragen. Was Mansfeld ärgert, dürfte die Reederei Bingen-Rüdesheimer freuen. Sie betreibt die größte Fähre am Mittelrhein und hat laut „Wiesbadener Kurier“ gerade in die nächsten Jahrzehnte ohne Brücke investiert. Auf der Rüdesheimer Seite wurde für einen „höheren sechsstelligen Betrag“ die Rampe verlängert, damit Autos auch bei Niedrigwasser an Bord können. Eine leise Hoffnung gibt es für Brückenfans noch: Die vom Ingelheimer Fahrrad-Aktivisten Stefan Schweitzer vorgeschlagene Querung für Fußgänger und Radler ist noch nicht vom Tisch. Allgemeine Zeitung (Kritik am Gutachten), Wiesbadener Kurier (Bingen-Rüdesheimer), Open Petition (Online-Petition für die Fahrradbrücke)

Blick auf Rüdesheim. Foto: Frank Gallas / Romantischer Rhein Tourismus

Hier spielt die Musik

Die Masken bleiben zwar auf, aber die Ohren sind frei: Kommenden Monat dürfen wieder Burgenklassik-Konzerte der Stiftung Villa Musica stattfinden. Es gibt 9 Auftritte zwischen Koblenz und St. Goar. Start ist am 3. Juni um 11 Uhr im Kuppelsaal der Festung Ehrenbreitstein. Dann folgen je 2 Abendkonzerte auf Burg Rheinfels (4. Juni), der Marksburg (6. Juni), im Schloss Stolzenfels (11. Juni) und in der Kurfürstlichen Burg in Boppard (13. Juni). Initiatorin und treibende Kraft hinter den Burgkonzerten ist TV- und Radio-Journalistin Barbara Harnischfeger. Die langjährige Chefin des SWR-Studios Koblenz lebt seit vielen Jahren am Mittelrhein und ist Vorsitzende des Freundeskreises Villa Musica. Die künstlerische Leitung liegt bei Cello-Professor Alexander Hülshoff. Er bildet für jedes Konzert das passende Team aus renommierten Profis und überragenden Talenten. Das Programmheft gibt es hier zum Download.

Alexander Hülshoff und Barbara Harnischfeger bringen die neue Burgklassiker-Konzerte an den Start. Foto: Herbert Piel

Alexander Hülshoff und Barbara Harnischfeger bringen die neue Burgklassiker-Konzerte an den Start. Foto: Herbert Piel

Das Salz der Mittelrhein-Erde

Kamp-Bornhofens Kult-Pater Eryck kann zwar nicht über Wasser laufen, schafft aber sonst so ziemlich alles, was er sich in den Kopf setzt und seinem Kloster hilft. 2021 hat er zum „Jahr des Salzes“ ausgerufen. Um den Besuchern das Thema näherzubringen, organisierte er im Klostergarten sogar den Bau einer kleinen Gradierwerks. Der Regionalsender TV-Mittelrhein hat Pater Eryck besucht. YouTube

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Hoffen auf die Luca-App

„Ein Sommer voller Trübsal“ nennt die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ die mittelrheinische Event-Saison 2021. Rheingau-Korrespondent Oliver Bock hat sich auch im Welterbetal umgehört und listet  noch einmal alle abgesagten Großereignisse auf, darunter „Rhein in Flammen“ an sämtlichen Standorten und das Motorrad-Mekka „Magic Bike“ in Rüdesheim. Für Veranstaltungen mit weniger Gedrängel gibt es aber Hoffnung. Zum Beispiel für die Rheingauer Schlemmerwochen, die auf den Mai verschoben worden sind. „Bis dahin ist die Luca-App zur Kontaktnachverfolgung eingeführt, es sind voraussichtlich ausreichend Testzentren eingerichtet, und wir hoffen, dass die Winzer und Gastronomen die Gäste mit gut vorbereiteten Hygienekonzepten auf ihren Terrassen, Höfen und Gärten empfangen dürfen“, zitiert die „FAZ“ den Rheingauer Weinbauverband. Ihm gehören auch die Welterbe-Winzer in Lorch und Rüdesheim an. Frankfurter Allgemeine Zeitung

Unübersehbar in Assmannshausen: Die legendäre "Krone". Foto: Karl Hoffmann / Rüdesheim Touristik

Blick auf Assmannshausen. Foto: Karl Hoffmann / Rüdesheim Touristik

Zu Hause bleiben im Rhein-Hunsrück-Kreis

Böse Zungen behaupten, dass in weiten Teilen des Rhein-Hunsrück-Kreises ohnehin schon jeden Abend die Bordsteine hochgeklappt werden. Wegen Corona gilt das dort jetzt flächendeckend. Bis zum 20. April dürfen Häuser und Wohnungen zwischen 21 Uhr und 5 Uhr morgens nur noch aus triftigem Grund verlassen werden. Darum schließen um 21 Uhr auch alle Läden. Allerdings ist der Ausnahmezustand in Rheinland-Pfalz relativ milde. Zu den zahlreichen Ausnahmen gehört u. a. die Jagd. Rhein-Zeitung

Auf der Couch mit Manuela Lewentz

Manuela Lewentz passt in keine Schublade. Die Schwester von RLP-Innenminister Roger Lewentz und Frau von“RZ“-Verleger Walterpeter Twer macht ihr Ding. Sie schreibt Romane, veröffentlicht Ernährungstipps und organisiert Hilfe für Menschen, die es im Leben weniger gut getroffen haben als sie selbst. Die gebürtige Kamp-Bornhoferin war gerade Gast im SWR-Fernsehen. In der Reihe „Couchgespräche“ erzählt sie u. a., was ihr Leben verändert hat: Über die Krebserkrankung ihres Sohnes fand sie zum sozialen Engagement. Bei Lewentz gab es damals ein Happy End. Ihr Kind wurde geheilt und sie selbst ist mittlerweile 4-fache Großmutter. SWR (Video)

Die Higa wird verstaatlicht

Die Binger Hildegardisschule gilt als eine der besten Schulen am Mittelrhein und ist zugleich ein Unikum: Sie nimmt nach wie vor nur Mädchen auf. Weil das klamme Bistum Mainz aus der Trägerschaft der „Higa“ aussteigen will, ist es mit der reinen Mädchenlehre wohl in einigen Jahren vorbei. Laut „AZ“ sieht es nach einer Übernahme durch den Kreis Mainz-Bingen und damit nach Koedukation aus. Allgemeine Zeitung

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Bürgermeister Weiland und der Bahnsinn: „Die Strecke ist dafür nicht ausgelegt“

Wer sich fragt, warum die SPD in Rheinland-Pfalz besser als anderswo funktioniert, sollte Mike Weiland kennenlernen. Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Loreley ist der Prototyp des sozialdemokratischen Kommunalpolitikers im System Malu Dreyer / Roger Lewentz. Er ist kein Volkstribun, aber jederzeit ansprechbar. Er hat keine internationale Elite-Universität besucht, ist aber als diplomierter Verwaltungsprofi gut ausgebildet. Er versteht die Macht-Mechanismen in Mainz und weiß sie zu nutzen, bleibt aber geerdet in Kamp-Bornhofen. In Weilands Welt geht es nicht um „Netz-Diskurse“ und Transgender-Toiletten, sondern um Glasfaserkabel und Grundschulen. Seit dem Erdrutsch in seiner Verbandsgemeinde steht er überregional im Rampenlicht. „Bürgermeister geht auf Deutsche Bahn los“, schrieb die „Bild“-Zeitung. Weiland erlebt die Erschütterungen durch den Güterverkehr am eigenen Leib, er wohnt selbst nah an den Gleisen. Ein Interview über den Erdrutsch und den Bahnsinn.

Felsrutsch und Bahnbeben vor der Haustür: Mike Weiland ist seit 2020 Bürgermeister der VG Loreley. Foto: Thomas Frey

Felsrutsch und Bahnbeben vor der Haustür: Mike Weiland ist seit 2020 Bürgermeister der VG Loreley. Foto: Thomas Frey

Auf manche Beobachter wirkt der Felsrutsch bei Kestert wie ein seltenes Naturschauspiel, nicht wie eine Beinahe-Katastrophe. Was wäre passiert, wenn in der entscheidenden Minute ein Zug die Stelle passiert hätte?

Dann hätte es im Falle eines Personenzuges Personenschäden, wenn nicht sogar Tote gegeben. Im Falle eines Gefahrgutgüterzuges hätte es möglicherweise zu einer Umweltkatastrophe kommen können, von der gegebenenfalls sogar der Rhein als europäische Wasserstraße sowie Lebensraum für Tier- und Pflanzenwelt betroffen gewesen wäre.

Wie viele Züge fahren pro Tag auf der Strecke?

Die rechtsrheinische Bahnstrecke ist die europäische Hauptschlagader des Güterverkehrs. Es fahren viel zu viele Güterzüge durch das Tal. Die Strecke ist dafür nicht ausgelegt und kann auch die künftig anfallenden Kapazitäten gar nicht auffangen. Daher gehören Güterzüge schon lange auf eine Alternativtrasse, die vom aktuellen, aber auch den zurückliegenden Bundesverkehrsministern, die allesamt aus Bayern kamen, wo immer wieder viele Bahnprojekte umgesetzt werden, nicht mit ausreichender Priorität und Sorge angegangen wird.

Willi Pusch von der Bürgerinitiative gegen Bahnlärm glaubt, dass die immer größeren Achslasten zu Erschütterungen führen und die Statik des Tals gefährdet. Wie sehen Sie das?

Das stimmt. Das sehe ich jeden Tag zu Hause beim Aufstehen, wenn ich dann abends zu Hause bin und über Nacht, denn ich wohne selbst nur gute 4 Meter vom Bahngleis entfernt. Was die Statik des Tals angeht, habe ich bereits am Dienstag einen eindeutigen Brief an Bundesverkehrsminister Scheuer gesandt und ihn aufgefordert, das komplette Rheintal rechts und links geologisch untersuchen zu lassen.

Auch im Idealfall wird das Tal noch Jahrzehnte mit dem Bahnverkehr auskommen müssen, weil die große Trasse durch Taunus und Westerwald noch nicht einmal geplant ist. Was kann man bis dahin konkret tun?

In meinem Schreiben an den Bundesverkehrsminister habe ich gefordert, zumindest Gefahrgutgüterzüge bis zum Vorliegen der Untersuchungen und deren Auswertung zur Geologie im Mittelrheintal nicht mehr über die Bahnstrecken rechts und links des Rheins fahren zu lassen.

Was hat Sie nach dem Felsrutsch am Montag besonders beeindruckt?

Neben den großen Gesteinsmassen hat mich beeindruckt, dass sich die Bahn trotz ihrer Erfahrungen in Sachen Kommunikation nach dem Bahnunglück in Niederlahnstein im letzten Sommer erneut sehr lange Zeit gelassen hat, zu sagen, was Sache ist. Ich stehe jedoch seit Dienstagnachmittag mit dem Bevollmächtigten der Bahn für Rheinland-Pfalz, Saarland und Hessen in Kontakt, der mir nun eine enge Abstimmung zugesichert hat. Das ist der richtige Weg. Auch die Organisation der Schüler- und Kita-Busse sowie des Schienenersatzverkehrs seitens des Landkreises und des Zweckverbandes Schienenpersonennahverkehr lief gut – auch in der Kommunikation untereinander.

Hinweis der Redaktion: Auf YouTube sind Live-Aufnahmen von der Absturzstelle zu sehen. Am Samstag (20. März) soll dort lockeres Gestein abgesprengt werden. 

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