Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Schlagwort: St. Goar Seite 1 von 54

St. Goar holt sich das alte Krankenhaus zurück

Die Reste der Loreley-Kliniken sind künftig eine rein Oberweseler Angelegenheit. Nach dem Ausstieg der umstrittenen Marienhaus-Gruppe will auch die Stadt St. Goar raus aus dem Gesellschafterkreis. Laut „RZ“ könnte St. Goar neben dem Klinik-Gebäude im Gründelbachtal noch 2 Millionen Euro Fördermittel mitnehmen. Mit dem Geld würde man versuchen, die Immobilie neu zu nutzen, z.B. für die Ansiedlung von Unternehmen. Stadtbürgermeister Falko Hönisch denkt u.a. an die Buga GmbH. Die Organisatoren der Bundesgartenschau 2029 brauchen einen Standort im Welterbetal. Momentan arbeitet das Team von Buga-Chef Berthold Stückle noch in den Büros der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz in Mainz. Auch ein Umbau zum Hotel wäre denkbar.

Krankenhaus St. Goar vor der Schließung 2020. Foto: Stadt St. Goar

Krankenhaus St. Goar vor der Schließung 2020. Foto: Stadt St. Goar

Das St. Goarer Krankenhaus war 2020 als erster von 2 Standorten der Loreley-Kliniken stillgelegt worden. Die kirchlich-kommunale Betreibergesellschaft stellt sich gerade neu auf. Der bisherige Mehrheitsgesellschafter Marienhaus hat seine Anteile für 14.000 Euro an den Oberweseler Kolping-Förderverein verkauft. Weitere Gesellschafter sind die Stadt Oberwesel und die Verbandsgemeinde Hunsrück-Mittelrhein. Nachdem Marienhaus in der Krankenhaus-Landschaft verbrannte Erde hinterlassen hat, bleiben noch das Seniorenzentrum und eine neue Tagesklinik in Oberwesel, die übrigens vom Rhein-Hunsrück-Kreis bezuschusst wird. Kurz vor der Schließung des Krankenhauses hatte der Kreis einen letzten Rettungsversuch abgelehnt und sich für unzuständig erklärt. In den wesentlich kleineren Nachfolgebetrieb fließen jetzt trotzdem 500.000 Euro. Rhein-Zeitung (St. Goar), Rhein-Zeitung (Kreishaushalt Dezember 2020)

Bratwurst und Erotik in Stolzenfels

Ganz andere Probleme gibt es stromabwärts im Koblenzer Stadtteil Stolzenfels. Dort fühlen sich Nachbarn vom Swinger-Club „Big Bamboo“ gestört.  Die Stadtverwaltung sei machtlos, meldet die „Rhein-Zeitung“. Allerdings ist wegen Corona ohnehin gerade tote Hose. Die Betreiberin des schummerigen Etablissements verkauft laut „RZ“ vorübergehend Grillwürstchen an der B9. Rhein-Zeitung

Weinschwester Thekla im Radio

Das Gegenteil von „Big Bamboo“ liegt am anderen Ende des Welterbetals hoch über Rüdesheim. Im Kloster Eibingen bewirtschaften die Benediktiner-Nonnen ihr eigenes Weingut. Chefin in Wingert und Keller ist Schwester Thekla Baumgart. Im Interview mit dem katholischen Domradio spricht sie über ihren Job. Auch bei den Bräuten Christi muss am Ende die Kasse stimmen: „Wir würden keinen Weinbau betreiben, wenn wir ständig rote Zahlen schreiben würden.“ domradio.de

Rechte in Rüdesheim

Bei Stadt- und Gemeinderatswahlen im Oberen Mittelrheintal hatte die AfD bisher kaum eine Chance. Sie brachte z.B. bei den rheinland-pfälzischen Kommunalwahlen 2019 außerhalb von Koblenz keine Liste zustande. Im kommenden März wählt Hessen und damit auch die Welterbe-Kommunen Rüdesheim und Lorch. Laut „Wiesbadener Kurier“ tritt die AfD auch diesmal nicht in Lorch an, obwohl in der Stadt ein Kreistagskandidat wohnt. In Rüdesheim wird die Partei allerdings auf dem Wahlzettel stehen. Dort kandidieren neben CDU, SPD und FDP auch noch 2 unabhängige Wählergemeinschaften für die Stadtverordnetenversammlung: „Wählerinitiative Rüdesheim“ und „Gemeinsam für Rüdesheim“. Wiesbadener Kurier

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Mittelrheingold kommt auch 2021per Mail

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Willkommen bei den Welterbe-Gastgebern

Am Mittelrhein gibt es unzählige Hoteliers und Gastronomen, aber nur 19 Welterbe-Gastgeber. Das Qualitätssiegel des Zweckverbandes Welterbe Oberes Mittelrheintal bekommen nur Wirte, die mehr als die üblichen Tourismus-Standards bieten. Welterbe-Gastgeber stehen nicht nur für beste Unterkünfte, Küche oder Keller, sondern auch für viel Wissen über die Region, Insider-Tipps und Liebe zu Landschaft und Leuten. Wer bei ihnen bucht, wohnt bei Mittelrhein-Kennern. Jetzt unterstützt der Zweckverband seine Welterbe-Gastgeber mit einer Kampagne. Auf Facebook und Instagram erscheinen in den kommenden beiden Monaten Posts für einzelne Betriebe, verbunden mit touristischen Tipps in der Umgebung. Das digitale Mittelrhein-Marketing wird durch Social-Media-Werbung im Rhein-Main-Gebiet und im Großraum Köln/Düsseldorf unterstützt.

Das Schlosshotel Rheinfels ist eines von 19 Welterbe-Gastgebern: Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Dominik Ketz

Die Kampagne soll helfen, die Saison bis in den Dezember hinein zu verlängern. Momentan sind noch fast alle Betriebe ausgebucht, aber nach dem katastrophalen Frühjahr sind Gäste im November und Dezember willkommen wie noch nie. Die Verluste im April und Mai seien zwar nicht mehr aufzuholen, sagte ein Welterbe-Gastgeber zu Mittelrheingold, aber: „Wenn das Geschäft bis in den Dezember hinein gut läuft, kommen wir dieses Jahr mit einem blauen Auge davon.“ welterbe-mittelrhein.de (über die Zertifizierung zum Welterbe-Gastgeber), romantischer-rhein.de (Liste der Welterbe-Gastgeber)

Disclaimer: Ich stehe in Geschäftsbeziehungen zum Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal

Blühendes Barock in St. Goar

Zu den Welterbe-Gastgebern zählt auch das Schlosshotel Rheinfels. Die Location hoch über St. Goar genießt gerade bundesweite Aufmerksamkeit, denn die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet über die geplante Neugestaltung zur Bundesgartenschau. Ein System von Hecken soll die früheren Ausmaße des Burg zeigen, und die waren noch gewaltiger als die ohnehin schon sichtbaren Rheinfels-Dimensionen: Im 17. und 18. Jahrhundert schloss sich an den Renaissance-Komplex der Landgrafen von Hessen eine barocke Festung an. Rheinfels war damals das stärkste Bollwerk am Mittelrhein und widerstand sogar der französischen Armee Ludwigs XIV. Der dpa-Artikel ist u. a. in der „Süddeutschen Zeitung“ erschienen. sueddeutsche.de

Wallfahrt nach Wellmich

Gegenüber von Rheinfels entwickelt sich Wellmich gerade zum Wallfahrtsort für Brücken-Fans. Am mutmaßlichen Standpunkt der umstrittenen Mittelrhein-Brücke versammelte sich neulich bereits die regionale SPD, um für das Projekt zu werben. Vergangene Woche traf sich an gleicher Stelle die CDU und Führung von RLP-Spitzenkandidat Christian Baldauf. Die Christdemokraten legten noch eins drauf und forderten den Bau bis zur Buga 2029. Insider halten den Termin für äußerst gewagt, denn es gibt momentan weder ein Raumordnungsverfahren noch eine Entscheidung über die Finanzierung. Sicher ist nur, dass am 14. März 2021 ein neuer rheinland-pfälzischer Landtag gewählt wird und die Brücke für Stimmung und Stimmen sorgen soll. Fun Fact: Sowohl SPD als auch CDU verfügten in den zurückliegenden 50 Jahren über absolute Mehrheiten, um den endlos diskutierten Bau durchziehen zu können. Rhein-Zeitung

Ein neues Rathaus für St. Goarshausen

„Im Herzen des Mittelrheintals“ wollen viele Orte sein, aber auf keine Kommune passt die Formulierung besser auf als St. Goarshausen. Die frühere Kreisstadt liegt nicht nur zu Füßen der Loreley, sie beherbergt auch zentrale Institutionen wie den Zweckverband Welterbe, die Mittelrhein-Weinwerbung und last but not least die Verwaltung der Verbandsgemeinde Loreley. Im VG-Rathaus allerdings der Lack ab: Das Verwaltungsgebäude aus BRD-Beton ist so heruntergekommen, dass eine Sanierung sinnlos wäre. Laut „RZ“ werden jetzt unterschiedliche Neubau-Optionen geprüft. Rhein-Zeitung

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Das „Neue Deutschland“ und die alte Burg

Es kommt nicht oft vor, dass sich CDU-Mitglieder über die frühere SED-Zeitung „Neues Deutschland“ freuen, aber ein gerade erschienenen Artikel dürfte bei St. Goarer Christdemokraten runtergehen wie Öl. Schon die Überschrift hätte sich die CDU-Stadtratsfraktion nicht besser ausdenken können: „Sozialdemokratischer Kniefall vor den Hohenzollern“ heißt es im Zentralorgan der Partei „Die Linke“. Es folgt eine Abrechnung mit der SPD in St. Goar und ihrem direkt gewählten Bürgermeister Falko Hönisch. Hönisch hat für Samstag eine Feierstunde mit Georg Friedrich Prinz von Preußen, dessen Frau Sophie und weiteren Blaublütern angesetzt, um den umstrittenen „Rheinfels“-Deal zu besiegeln. Demnach fließt künftig ein Teil der städtischen Eintrittsgelder in eine Hohenzollern-Stiftung. Das Geld soll sozialen Zwecken in St. Goar zugute kommen. Der sogenannte „Chef des Haues Hohenzollern“ hat dafür auf seine wackligen Ansprüche auf die Burg verzichtet. „Mit diesem Stück Privatisierung von Jugendarbeit und Kulturförderung ist es den Hohenzollern gelungen, vor der für 2029 im Mittelrheintal geplanten Bundesgartenschau ihr vermeintlich ’soziales Image‘ zu polieren“, wettert das „Neue Deutschland“. Gegen den Vertrag hatte auch die CDU gestimmt. Sie hält ihn für überflüssig, weil die Preußens ohnehin keine Chance gehabt hätten und in erster Instanz krachend gescheitert waren. Hönisch, die SPD und weitere Befürworter argumentieren, dass der „Preußen“-Aufschlag guten Zwecken diene und Rechtssicherheit herstelle – Rheinfels gehöre jetzt definitiv der Stadt. Zur Feierstunde am Samstagvormittag werden auch der frühere Ministerpräsident Rudolf Scharping und Innen-Staatssekretärin Nicole Steingaß erwartet. Die örtliche CDU will dem Vernehmen nach demonstrativ fernbleiben. Die Partei „Die Linke“ hat für 10 Uhr 30 eine Protestaktion angekündigt. Neues Deutschland

Rheinfels gehört zu den Top-Adressen am Mittelrhein. Foto: Hotel Schloss Rheinfels.

Rheinfels gehört zu den Top-Adressen am Mittelrhein. Foto: Friedrich Gier

Neues von der Steinbruch-PR

Am Trechtingshäuser Steinbruch brummt nicht nur das Hartstein-Geschäft. Auch die PR-Maschine von Firmenchef Willem Douw läuft auf Hochtouren. Der Repräsentant der niederländischen Eigentümer-Familie will weitere 10 Hektar aus dem Berg fräsen und verspricht in einer Pressemitteilung touristische Aussichtspunkte und Pläne für spektakuläre E-Bike-Touren. Das Projekt ist in Trechtingshausen umstritten. Anwohner befürchten Lärm und Landschaftsszerstörung, aber die Gemeinde schielt auf die Gewerbesteuer. presseportal.de (Pressemitteilung der Hartsteinwerke Sooneck)

Law and Order in Bacharach

Die „AZ“ beschäftigt sich in ihrer heutigen Ausgabe mit empörten Autofahrern in Bacharach. Dort lässt die Stadt rigoros abkassieren, wenn Fahrzeuge in der engen Oberstraße abgestellt werden. Ausreden ziehen selten. Nicht jeder kommt damit klar, dass Regeln durchgesetzt werden – es wird geschimpft, und laut „AZ“ spucken manche Wutbürger sogar auf Dienstwagen der VG-Verwaltung. Es nutzt ihnen nichts, im Gegenteil: Ab Oktober geht ein zusätzlicher Mitarbeiter – in Bacharach auch „Knollebübche“ genannt – auf Streife. Allgemeine Zeitung

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Der Kuhhirtenturm in Oberwesel am Rhein. In dem Namen des Turmes spiegelt sich ein Stück Agrargeschichte. Er war in der Tat die Wohnung des städtischen Kuhhirten. Bis zu Beginn der Industriealisierung hielten auch viele Haushalte in einer Stadt Vieh. Die Winzer in Oberwesel waren bis zur Erfindung des Mineraldüngers auf den Dung der Kühe angewiesen. Es handelt sich hierbei um einen rechteckige Schalenturm auf dem Michelfeld. Da er in einer Geländesenke steht, mussten bis zur Höhe des Wehrganges zwei Untergeschosse gebaut werden, um diesen möglichst auf einer Ebene zu halten. Daher weißt der Kuhhirtenturm, anders als die anderen Türme, sechs Stockwerke auf. Die Fundamente reichen bis sechs Meter in die Tiefe. Das Mauerwerk ist zwei Meter stark, misst in der Breite acht und an den Seiten etwa sieben Meter. Der Turm trug immer ein Pyramidendach. Ältere Ansichten zeigen, dass der Kuhhirtenturm früher zur Stadtseite hin mit einer verschieferten Bretterwand verschlossen war. Im vierten Obergeschoss lag die Wohnung des Kuhhirten. Der musste auch das Amt des Feuerwächters wahrnehmen. Die Wachstube hatte darum zur Stadt hin einen vorkragenden Erker mit Fenstern nach allen Seiten. Im Dach hing in einer breiten Schallöffnung die Feuerglocke. In einer Dachgaube darüber war das Zifferblatt einer Uhr zu sehen. Im Innern des hohen Turmes gab es keine Treppen, sondern der Kuhhirte musste auf Leitern in seine Wachstube hochsteigen. Bei der dringend notwendigen Sanierung des Kuhhirtenturmes wurde er 1983 zu einem Wohnturm umgebaut. Er wird privat genutzt und kann nicht besichtigt werden. Quelle: Stadt Oberwesel www.oberwesel.de/a-kuhhirtenturm . . . . . #oberwesel #oberweselgermany #mittelrhein #rheinlandpfalz #mittelrheintal #germany #visitrlp #rheintal #visitgermany #travel #rlp #kuhhirtenturm #wanderlust #rlplovers #wandern #hunsrück #stadtmauer #medival #mittelalter #citywall #instatravel #germanytourism #deutschlandkarte #beautifuldestinations #hiking #architecture #bestgermanypics #oberesmittelrheintal #hunsruck #hunsrückliebe

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