Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Schlagwort: St. Goar Seite 1 von 67

Golden Gate in Wellmich

„Visionär“ ist nicht das Wort, dass man auf Anhieb mit RLP-Innenminister Roger Lewentz verbinden würde. Der Mann aus Kamp-Bornhofen gilt als Kümmerer und Pragmatiker, ein typischer Vertreter der „Nah-bei-de-Leut“-SPD. Aber wenn es um das Mittelrheintal geht, ist Lewentz mehr als das. Er trieb die Buga-Idee voran, als kaum jemand daran glaubte und er denkt auch beim Thema Mittelrheinbrücke größer als andere Brücken-Fans. Lewentz will nicht eindach eine Querung zwischen St. Goar und St. Goarshausen, sondern ein architektonisches Highlight. Bei einem Vor-Ort-Termin mit Wirtschafts- und Verkehrsministerin Daniela Schmitt am Montagmorgen holte er besonders weit aus und brachte die „Golden Gate Brigde“ in San Francisco als Vorbild ins Spiel. Ein internationaler Gestaltungswettbewerb soll für kreative Exzellenz sorgen, die Unesco überzeugen und Kritiker im Tal gnädig stimmen.

Die geplante Brücke würde Wellmich mit Fellen verbinden.

Die geplante Brücke würde Wellmich mit Fellen verbinden.

Bis es soweit ist, fließt allerdings noch viel Wasser an der Loreley vorbei. Im Herbst soll das 770.000 Euro teure Raumordnungsverfahren abgeschlossen sein, dann könnte die Planung beginnen. Unsicherheitsfaktoren sind die zu erwartenden Klagen von Umweltschützern und die Kostenexplosion am Bau. Inflation und Lieferkettenprobleme haben die bisherigen Kalkulationen längst über den Haufen geworfen. Aus rechtlichen Gründen darf das Land Rheinland-Pfalz nur 80 Prozent zahlen. Den Rest müssen der Rhein-Lahn-Kreis und der Rhein-Hunsrück-Kreis aufbringen. SWR

Schnell wie die Mittelrhein-Feuerwehr

Wenn am Mittelrhein etwas funktioniert, dann bei den Feuerwehren. Am Wochenende gab es 2 große Einsätze. In Rüdesheim holte das Team von Stadtbrandinspektor Björn Rosenbach mit Unterstützung aus dem Rhein-Main-Gebiet 41 Passagiere der Rüdesheimer Bergbahn heil aus den Gondeln. Sie saßen wegen eines technischen Fehlers in luftiger Höhe fest. 2 Tage später verhinderten knapp 150 Einsatzkräfte unter VG-Feuerwehrchef Markus Heidrich die Ausbreitung eines Waldbrandes bei Manubach. Wiesbadener Kurier (€, Rüdesheim), Allgemeine Zeitung (€, Manubach)

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Mittelrheinstrom in Gefahr und ein Sanierungsfall in Oberwesel

Wenn die Deutsche Presseagentur über das Welterbetal berichtet, ist das meistens ein gutes Zeichen. Zu den Ausnahmen von der Regel gehört der Artikel über das Mittelrheinstrom-Projekt von Norbert Burkart. Der Binger Tüftler hat mit hohen Aufwand die ersten Stromboje im Rhein bei St. Goar-Fellen verankert. 15 weitere sollen folgen und aus der Kraft der Rheinströmung die Ernergieausbeute eines Windrades produzieren. Eine Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) könnte alles zunichte machen. Sie sieht vor, kleineren Projekten die Förderung zu entziehen – 12 Cent pro Kilowattstunde. Damit würde bei Mittelrheinstrom die Finanzierung wackeln. Laut Burkart ist das Projekt „konkret gefährdet“. Der Text ist u. a. in der „FAZ“ erschienen. Frankfurter Allgemeine Zeitung, Mittelrheinstrom

Blick über die Burg Maus auf das Rheintal. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Henry Tornow

Blick von Burg Maus auf das Rheintal. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Henry Tornow

Ein Sanierungsfall in Oberwesel

Apropos Geld. In Oberwesel könnte die Sanierung des früheren katholischen Jugendheims zum Fass ohne Boden werden. Laut „RZ“ plant Bürgermeister Marius Stiehl (CDU) mit 1,35 Millionen Euro. Die Opposition rechnet mit deutlich höheren Kosten. Das marode Jugendheim in der Nähe der Martinskirche war der Stadt 2020 geschenkt worden. Die katholische Kirchengemeinde konnte es nicht mehr unterhalten und war froh, es los zu sein. Die Annahme durch die Stadt war schon damals umstritten. Die CDU-Mehrheit setzte sich mit dem Argument durch: „Wir müssen als Politiker auch den Mut haben, Entscheidungen zu treffen, bei denen wir nicht auf Heller und Pfennig wissen, was es kosten wird.“ (O-Ton Fraktionschef Jan Zimmer). Aus der früheren Kirchenimmobilie soll ein kommunales Mehrzweckgebäude werden. Rhein-Zeitung (€)

Das Ende zweier Mädchenschulen

Auch in Bingen zieht sich die katholiche Kirche immer weiter aus dem öffentlichen Raum zurück. Wie überall fehlt es an Mitgliedern und an Kirchensteuereinnahmen. Zum bischöflich verordneten Schrumpfkurs gehört die Aufgabe der traditionsreichen Hildegardisschule („Higa“) am Rochusberg. Das Gymnasium soll vom Kreis Mainz-Bingen weitergeführt werden. Das bedeutet, dass bald auch Jungen dort aufgenommen werden. Die angeschlossene Berufsschule dagegen ist nicht zu retten, sie wird 2024 geschlossen. Allgemeine Zeitung

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Smarte halbe Schoppen in Bingen und alternativlos in St. Goar

Seit Corona sind geführte Weinwanderungen der große Mittelrhein-Hit. Viele Winzer können gar nicht so viele Touren vermarkten wie nachgefragt werden. In Bingen bietet Jörg Krick vom Dreikönigshof darum den „Wine Walk“ an: Wanderungen mit Picknickrucksack, Weinauswahl und Infos per Smartphone-Video. „Ich erzähle in den Filmen das, was Gäste auch bei Planwagenfahrten und geführten Touren erfahren würden“, zitiert ihn die „AZ“. Krick hat sich vom Rüdesheimer Kai Climenti inspirieren lassen. Der entwickelte vor 2 Jahren „Walk like a local“ als Blaupause für das gesamte Tal. Die Binger Variante kostet mit Leih-Rucksack, Wein, Glas, Infos und Video-Zugang 25 Euro pro Person und ist damit etwas günstiger als das Rüdesheimer Original. Allgemeine Zeitung (€), Weingut Dreikönigshof

Binger Rochusberg aus der Luft. Foto: Stadt Bingen / Torsten Silz

Binger Rochusberg aus der Luft. Foto: Stadt Bingen / Torsten Silz

Alternativlos in St. Goar

Im Stadtrat von St. Goar knirscht es mal wieder. Diesmal geht es um die Machbarkeitsstudie für einen neuen Kita-Standort. Stadtbürgermeister Falko Hönisch und seine SPD-Mehrheit setzen auf das frühere Weinbauamt am Rheinufer und wollen nur diese eine Immobilie überprüfen lassen. CDU und FDP fühlen sich überfahren, weil das Thema erst am Abend der Ratssitzung auf die Tagesordnung gehievt wurde. Sie hätten gern noch Alternativen bewertet.  Das Amtsgebäude aus der Kaiserzeit war in den 90er Jahren in private Hände übergegangen und steht gerade zum Verkauf. Rhein-Zeitung (€)

Aufregung in Lahnstein

Ein undichter Kesselwagen löste am Montagmorgen einen Großeinsatz in Lahnstein aus. Auf einem Gleis in der Nähe der Chemiefirma Zschimmer & Schwarz tröpfelte es aus dem Waggon. Laut „RZ“ lief Essigsäure aus. Menge und Schaden waren nicht der Rede wert, weil die Feuerwehr sofort anrückte aber die Bahn stoppte vorsichtshalber den Regionalverkehr zwischen Lahnstein und Kamp-Bornhofen. Mittags rollten die Züge wieder. Rhein-Zeitung (€)

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