Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Schlagwort: St. Goar Seite 1 von 51

Fotograf und Fährmann

Das Arbeitsleben von Klaus Hammerl spielt sich an einem einzigen Rheinkilometer ab. Seine Familie betreibt seit Jahrhunderten die Fähre zwischen St. Goar und St. Goarshausen. Aber Hammerls Blick geht darüber hinaus. Er ist leidenschaftlicher Fotograf und jeden Tag fasziniert von der Landschaft und ihrem Licht. Das SWR-Fernsehen zeigt einen Foto-Streifzug mit Hammerl über die Höhen bei St. Goarshausen. In seinem eigentlichen Job hat der Fährmann schwere Wochen hinter sich: Während des Lockdowns brach der Umsatz um 80 Prozent ein. SWR (Video), faehre-loreey.de

Die Loreley-Fähre vor der Kirche von St .Goarhausen. Foto: Fähre Loreley GmbH & Co. KG

Die „Süddeutsche Zeitung“ entdeckt den Mittelrhein

Urlaub im eigenen Land ist das große Tourismus-Thema 2020. Die „Südeutsche Zeitung“ hat sich klassische Reiseziele in Deutschland vorgenommen, allen voran den Mittelrhein. „SZ“-Redakteur Joachim Käppner beschreibt den Niedergang und das Comeback der Region mit drastischen Worten: „Als Massen auf Schnellstraßen in Bussen herangekarrt und in Plastikfachwerkstuben mit nassgezuckerter Plörre abgefüllt wurden, da war es am Rhein gar nicht mehr so schön wie im alten Lied. Ein Glück: In jüngster Zeit gibt es viele tapfere, 2002 mit dem Status des Weltkulturerbes geadelte Versuche, die verlorene Seele zurückzufinden.“ Süddeutsche Zeitung

Ein Urwald für Lorch

Kaum eine Mittelrhein-Gemeinde ist so abgebrannt wie Lorch. Die klamme Kommune ist nicht nur die westlichste Stadt Hessens, sondern demnächst wohl auch die mit der höchsten Grundsteuer, anders weiß man sich nicht mehr zu helfen. Ausgerechnet der städtische Wald bietet jetzt einen kleinen Lichtblick: Ein Naturschutzprojekt der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt sieht auf 1100 Hektar schwer zugänglichen Flächen eine Art Urwald vor. Die Stadt bekäme für das ohnehin unrentable Stück jährliche Ausgleichszahlungen in Millionenhöhe kassieren. Für Wanderer wäre das Areal weiterhin zugänglich. Wiesbadener Kurier

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Die Burgen am Oberen Mittelrhein # 9 Burg Maus in Wellmich Auf einer Felsnase über den Weinbergen ragt die Burg Maus über das Rheintal und den Ortsteil Wellmich. Die Burg sollte der Sicherung der rechtsrheinischen Besitzungen Triers gegen die Herren von Katzenelnbogen mit ihrer linksrheinischen Festung Rheinfels dienen. Wohl als Gegenmaßnahme errichteten die mächtigen Grafen wenige Kilometer stromaufwärts daraufhin die Burg „Neu-Katzenelnbogen“ später kurz „Katz“ genannt und so wurde die Wellmicher Burg im Volksmund scherzhaft zur „Maus“ umbenannt, denn: Die Katz frisst die Maus! Die Burg ist heute in Privatbesitz und öffnet nur für standesamtliche Trauungen und besondere Veranstaltungen ihre Tore. Auch wenn man die Maus nicht besichtigen kann, so hat man zumindest vom Rheinsteig aus einen grandiosen Blick auf die Burg, Wellmich und das Rheintal. #wennrausdannrhein © @mahlowmedia

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Kein Happy End in Oberwesel und ein Weingut braucht Millionen

Für die Krankenhäuser in Oberwesel und St. Goar gibt es keine Hoffnung mehr: CDU, Freie Wähler, FDP und AfD haben sich am Montagnachmittag im Simmerner Kreistag gegen die Übernahme durch den Rhein-Hunsrück-Kreis entschieden. Damit kann der katholische Mehrheitsgesellschafter Marienhaus beide Häuser wie geplant im September schließen. Die Kliniken sind der größte Arbeitgeber rund um Oberwesel. SPD und Grüne hatten sich vergeblich um eine kommunale Lösung bemüht und auf erfolgreiche Kreiskrankenhäuser in anderen Teilen des Landes verwiesen.

Blick auf Oberwesel. Foto: Rheinland-Pfalz-Tourismus / Dominik Ketz

Blick auf Oberwesel. Foto: Rheinland-Pfalz-Tourismus / Dominik Ketz

Am Ende spielte wohl auch die Angst vor den kommenden Corona-Haushalten eine Rolle: Die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie sind noch nicht absehbar, den Kommunen brechen die Einnahmen weg und zusätzliche finanzielle Risiken lassen sich schwer argumentieren. Als Trostpflaster soll Oberwesel 500.000 Euro für Investitionen in ein Medizinisches Versorgungszentrum oder ein Seniorenheim bekommen. Das dortige Krankenhaus blickt auf eine über 700-jährige Geschichte zurück. Ende 2019 hatten über 1000 Menschen für seine Rettung demonstriert. SWR (Video), Rhein-Zeitung

Ein Weingut braucht Millionen

Der größte Winzer im Welterbe-Tal ist das Land Hessen. Die Zentrale der Staatsweingüter liegt zwar knapp außerhalb des Mittelrheintals im Kloster Eberbach, aber zum Betrieb gehören allein in Rüdesheim und Assmannshausen über 40 Hektar Weinberge. Eigentlich geht es dem XXL-Betrieb gut, aber Corona bringt alles durcheinander. Laut „Wiesbadener Kurier“ hat Geschäftsführer Dieter Greiner das Land um 1,9 Millionen Euro Zuschuss gebeten. Gründe seien u.a. Probleme im Exportgeschäft und drastisch gestiegene Personalkosten bei Saisonarbeitern. Die Hochschule Geisenheim erforscht unterdessen die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Wein-Branche. Winzer in Tourismus-Regionen trifft es besonders hart – vor allem dann, wenn sie das Internet-Geschäft nicht verstehen. Wer abseits der Touristenströme auf digitale Wein-Vermarktung gesetzt hat, kommt am besten durch die Krise. Wiesbadener Kurier, Wikipedia (Hessische Staatsweingüter)

Die grüne Festung

Lebbe geht weider. Die gute Nachricht des Tages kommt aus Koblenz. Dort werden die preußischen Festungswerke außerhalb des Ehrenbreitstein nach und nach saniert und begrünt, z.B. die „Feste Franz“. Im 19. Jahrhundert war der Befestigungsring um Koblenz rund 14 Kilometer lang. Die Stadt galt als die stärkste Festung in Mitteleuropa und als „preußisches Gibraltar“. Was die Bastionen taugten, musste glücklicherweise nie erprobt werden – Koblenz wurde zur Preußenzeit nie belagert. Das wiederentdeckte Festungssystem könnte einer der Attraktionen der Buga 2029 werden. Die Deutsche Presse-Agentur berichtet darüber u. a. im „Münchner Merkur“

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Probleme mit dem Pegel und ein Abschied in St. Goar

Eigentlich hat das Mittelrheintal  gerade genug Probleme, aber dem Klima ist Corona egal. Die „FAZ“ berichtet über den ungewöhnlich niedrigen Wasserstand. Nach wochenlanger Trockenheit misst der Pegel Kaub nur noch 1,19 Meter. Weil die Schiffe nicht mehr vor beladen werden können, verlangen die Reedereien so genannte „Kleinwasserzuschläge“.  Bis zum Wochenende soll der Pegel leicht steigen. Momentan ist die Lage nicht dramatisch, aber der Zeitpunkt des Niedrigwassers macht Sorgen: Normalerweise ist der Rhein im Frühjahr recht gut gefüllt. Extreme Trockenheit wie im Jahr 2018 tritt eher im Spätsommer und frühen Herbst auf. Frankfurter Allgemeine Zeitung, elwis.de (Wasserstand Kaub)

Niedrigwasser bei Kaub. Foto: Barbara Fuchs.

Niedrigwasser bei Kaub., 2018. Foto: Barbara Fuchs

Oberwesel hofft und fragt

In Oberwesel richten sich die Hoffnungen jetzt auf ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ). Wenn sich genügend Ärzte finden, könnte es ein einen Teil der Krankenhaus-Aufgaben übernehmen und medizinisches Wissen bündeln. Dabei will Stadtbürgermeister Marius Stiehl erneut mit der katholischen Marienhaus-Gruppe zusammenarbeiten. Der Konzern hatte den kommunalen Miteigentümern kurz vor Ostern die Schließung der Loreley-Kliniken in Oberwesel und St. Goar abgepresst; angeblich wegen drohender Insolvenzgefahr. Nach Berechnungen der „Rhein-Zeitung“ stünde allerdings noch genug Geld zur Verfügung, um den Betrieb noch länger weiterzuführen. Offene Fragen aus der Bevölkerung können am 5. Mai vor der ersten öffentlichen Stadtratssitzung des Jahres gestellt werden. oberwesel.de (MVZ-Pläne), Rhein-Zeitung (Krankenhaus-Zahlen)

Königlich Preußisches Amtsgericht

In St. Goar ist das Amtsgericht die letzte Institution, die noch an die goldenen Jahrzehnte als preußische und rheinland-pfälzische Kreisstadt erinnert. Am Mittwoch hat Richter Klaus Behrendt dort seinen letzten Arbeitstag. Der langjährige Direkor geht in den Ruhestand; über seine Nachfolge ist noch nicht entschieden. Am Amtsgericht St. Goar sind rund 30 Mitarbeiter beschäftigt. Wegen seiner Zusatzfunktion als Schifffahrtgericht hat es überregionale Bedeutung. Rhein-Zeitung

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