Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Schlagwort: St. Goar Seite 1 von 62

Blühendes Barock und O Sole Mio in St. Goar

Bis zur Bundesgartenschau fließen über 13 Millionen Euro in Burg Rheinfels und ihre Umgebung. Die Sanierung der Riesenruine ist Pflicht, die Neugestaltung drumherum die Kür. Rheinfels war im 16. und 17. Jahrhundert ein Bau der Superlative: Die größte Burg, die  stärkste Festung und die einzige Residenz weit und breit. Mit dem Sitz der Landgrafen von Hessen-Rheinfels  konnte es allenfalls noch die kurtrierische Hauptstadt Koblenz aufnehmen. Sogar die Ruine stellt alle Burgen ringsum in den Schatten, aber zur Barockzeit war die Rheinfels noch größer als heute. Eine neue Parklandschaft soll die früheren Dimensionen nachzeichnen. Der Parkplatz an der Burg wird dafür wohl weichen müssen. Laut „RZ“ denken Buga-Geschäftsführer Berthold Stückle und Stadtbürgermeister Falko Hönisch an eine Tiefgarage unterm Grün. Ein Vor-Ort-Termin mit Denise Bergfeld von der „Rhein-Zeitung“ brachte noch ein interessantes Detail ans Licht. Den Bau der Mittelrhein-Brücke bis zur Buga scheint abgehakt. Stattdessen soll eine zusätzliche Fähre mit Solar-Antrieb eingesetzt werden. Solarfähren gibt es bereits am Bodensee und an der Weser. Rhein-Zeitung (Paid)

Burg Rheinfels über St. Goar. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Domink Ketz

Bingen und die Ruhe vor dem Sturm

Noch wird das Binger Heilig-Geist-Hospital vom größten Corona-Stress verschont. Die Lage sei „noch relativ entspannt“, zitiert die „AZ“ den Krankenhaus-Betreiber Marienhaus. Auf der Normalstation und in der Intensivabteilung ist noch Platz. Allerdings kommen die Einschläge näher. 30 Kilometer weiter ist das Alzeyer Krankenhaus vor dem Kollaps, weil fast 60 Pflegekräfte ausgefallen sind. Allgemeine Zeitung (Paid), Süddeutsche Zeitung

Kundschaft für das Schwarze Haus

Apropos Bingen: In der Innenstadt ist das so genannte „Schwarze Haus“ geöffnet worden. Im Backsteinbau hinter der neuen Stadtbücherei arbeitet jetzt das Kundenzentrum der Stadtverwaltung. Außer Ausweisen, Anmeldungen und anderen Bürger-Dienstleistungen gibt es dort auch einen idealerweise einmaligen Service für Bingerinnen und Binger: Standesamtliche Trauungen. Der Name des Gebäudes hat übrigens nichts mit dem Parteibuch von OB Thomas Feser zu tun. Das „Schwarze Haus“ war einmal eine Druckerei. Allgemeine Zeitung (Paid)

Weihnachten made in Wiebelsheim

15.000 Weihnachtsbäume verkauft der Wiebelsheimer Lars Zimmermann jedes Jahr im Umkreis von 120 Kilometern. Der gelernte Betriebswirt dürfte damit der größte Christbaumhändler im Welterbetal sein. Diesmal macht der Job mehr Spaß als in den vergangenen Jahren: Wegen des feuchten Sommers ist die Ware grüner und haltbarer als zuletzt üblich. Laut „RZ“ sind die Weihnachtsbaumpreise stabil geblieben. Der Meter Nordmanntanne kostet zwischen 20 und 27 Euro. Rhein-Zeitung (Paid)

2 neue Parteichefs

Bingens Bürgermeister Ulrich Mönch ist neuer Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes. Damit sitzt der Stellvertreter von OB Feser fester im Sattel als jemals zuvor. Im Frühjahr 2020 galt Mönch eigentlich als Auslaufmodell. Seine Wiederwahl als Bürgermeister schien unmöglich, weil sich SPD, Grüne und FDP auf Sebastian Hamann von den Sozialdemokraten geeinigt hatte. In der entscheidenden Abstimmung fiel Hamann durch, Mönch wurde überraschend bestätigt und die Binger Ampel-Koalition war am Ende. Gut eineinhalb Jahre später ist Mönch Bürgermeister und CDU-Chef in einer Person. Gegenüber in Rüdesheim gibt es ebenfalls eine Partei-Personalie. Hier hat Sebastian Hepp den Vorsitz der SPD übernommen. Allgemeine Zeitung (Paid), Wiesbadener Kurier (Paid)

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Der letzte Meter am Günderodehaus und ein Punktsieg für St. Goarshausen

Das Hotelprojekt Günderodehaus oberhalb von Oberwesel wird aufwendiger als gedacht. Laut „RZ“ will Inhaberin Janine Bolland-Georg den Anbau einen Meter höher bauen lassen. Es liegt am Bahnlärm: Der zusätzliche Platz wird für eine Lüftungsanlage in allen Etagen gebraucht. Die Hotelgäste sollen auch bei geschlossenem Fenster schlafen können. Bolland-Georg hatte einen Selbstversuch absolviert und eine Nacht im Campingbus am Günderodehaus verbracht.  „Die Bahn ist ein ganz hoher Lärmfaktor“, stellte sie fest und alarmierte Bauingenieur und Architektin. Die Hotelbauten im Fachwerkstil würden das eigentliche Günderodehaus nun um 26 Zentimeter überragen. „Wir werden das mit sehr, sehr viel Fingerspitzengefühl machen“, versprach Bolland-Georg im Oberweseler Stadtrat. Bislang bewirtschaftet sie die frühere „Heimat“-Filmkulisse nur als Ausflugslokal. Rhein-Zeitung, Günderodehaus (Website des Lokals)

Günderodehaus der Zukunft: Entwurf des Berliner Architekturbüros Noa.

Günderodehaus der Zukunft: Entwurf des Berliner Architekturbüros Noa vor der jüngsten Planänderung

Punktsieg für St. Goarshausen

Die württembergische Gemeinde Lichtenstein hat fast achtmal mehr Einwohner als St. Goarshausen. Trotzdem gingen die Schwaben im TV-Duell „Stadt Land Quiz“ gegen die Mittelrheiner unter. Eleonore Jost, Stadtbürgermeister Nico Busch, Einheimische und Touristen wussten immer ein bisschen mehr und waren schneller als ihre Gegner auf der Schwäbischen Alb. Die SWR-Sendung mit Moderator Jens Hübschen ist noch in der Mediathek zu sehen. ARD

Ein Schwergewicht in St. Goar

Apropos SWR-Fernsehen. Auch wenn der Wetterbericht vom vergangenen Freitag keinen mehr interessiert: Der dazugehörige Beitrag aus dem Forstrevier St. Goar ist trotzdem empfehlenswert. Zu sehen ist Chiara aus Luxemburg, ein so genanntes „Rückepferd.“ Förster Erhard Weide setzt die Kaltblüter-Stute ein, um gefällte Buchenstämme umweltfreundlich und bodenschonend aus dem Unterholz zu  holen. Chiara wiegt so viel wie ein VW Käfer und kann fast dieselbe Last bewegen. SWR

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Bahnchaos auf der rechten Rheinseite und Extrem-Immobilien in St. Goar

2021 bleibt man auf der rechten Rheinseite nicht nur wegen Corona am besten zu Hause. Für Pendler war es ein Jahr der Verkehrsinfarkte. Nach der Blockade durch den Hangrutsch bei Kestert, diversen Straßensperrungen rund um Lorch, abenteuerlichen Umleitungen und mehreren Bahnstörungen kam am Donnerstag das vorläufige Finale einer unglaublichen Pannenserie. Gegen 14 Uhr beschädigten Bauarbeiter am Stellwerk Oberlahnstein ein Kabel. Danach ging am rechten Ufer nichts mehr, noch nicht einmal die Bahnschranken. Am Freitagvormittag war zwischen Kamp-Bornhofen und Wiesbaden immer noch alles blockiert. 20 Züge standen auf der Strecke. Laut „Wiesbadener Kurier“ arbeitet die Bahn „intensiv“ an einer Lösung. Wiesbadener Kurier

St. Goarshausen im Herbst

St. Goarshausen im Herbst. Foto: Henry Tornow / Romantischer Rhein Tourismus

Immobilien-Extreme in St. Goar

Der Flucht ins Betongold lässt auch im Mittelrheintal die Immobilienpreise steigen. Trotzdem gibt es noch Häuser für den Preis eines Kleinwagens. Ein extremes Beispiel findet sich in der Innenstadt von St. Goar. Dort wird ein – O-Ton – „stark sanierungsbedürftiges“ Mehrfamilienhaus für 15.000 Euro inklusive Garage angeboten. Ein Stück stromabwärts im Stadtteil Fellen gibt es das Kontrastprogramm. Dort kostet ein nicht mehr ganz taufrischer Bungalow mit Pool und knapp 7.000 Quadratmeter Grund fast eine Million. Immobilienscout24 (Altstadt)Immobilienscout124 (Fellen)

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