Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Schlagwort: St. Goar Seite 1 von 55

Kunst am Treppenbau und Lärm auf der Loreley

396 Stufen führen von St. Goarshausen hoch zum Loreley-Plateau. Die Endlos-Treppe soll in den kommenden Jahren neu gestaltet werden. Laut „RZ“ unterstützen Stadtbürgermeister Nico Busch und sein Stadtrat eine Idee des Hunsrücker Künstlers Hermann-Josef Wilhelm: Auf jeder einzelnen Stufe soll ein „Danke“ in unterschiedlichen Sprachen und jeweils mit einer kleinen Geschichte stehen. Menschen können „ihre“ Stufe gestalten und an Ort und Stelle verewigen, wofür sie sich bedanken. Die Details würde ein Verein regeln, der auch Spenden einwerben soll. Laut „RZ“ kalkuliert man mit 1,6 Millionen Euro Kosten und 2 Jahren Bauzeit. Spätestens zur Buga soll die „Danke“-Treppe fertig sein. Der Aufstieg ist momentan so marode, dass er ohnehin saniert werden müsste. Rhein-Zeitung

Die Loreley mit Burg Katz im Vordergrund. Foto: Dominik Ketz / Romantischer Rhein Tourismus

Die Loreley mit Burg Katz im Vordergrund. Foto: Dominik Ketz / Romantischer Rhein Tourismus

Der Loreley-Lärm und das neue Hotel

Apropos Loreley: Die Investoren des geplanten Großhotels hadern mit Lärmschutz-Auflagen der Verwaltung. Sie wollen den im Bebauungsplan vorgesehenen Schallschutz einsparen und bieten für Konzerte auf der Loreley eine andere Lösung an: Bestimmte Hotelzimmer sollen einfach nicht vermietet werden, wenn es auf der Bühne laut wird. Die zuständigen Kommunen lehnen das ab. Die Idee sei zu unklar, zu kompliziert und zu schwierig umzusetzen, finden die Verbandsgemeinde Loreley, die Stadt St. Goarshausen als Bühneneigentümerin und die Ortsgemeinde Bornich. Sie warten jetzt auf eine Entscheidung des Rhein-Lahn-Kreises. Von ihm hängt ab, ob das umstrittene Hotel überhaupt gebaut werden darf. Rhein-Zeitung

St. Goar will die Gratis-Fähre

Brücke oder Fähre? Über diese Frage diskutiert das Tal seit Jahrzehnten. Die Stadt St. Goar hat gerade eine Antwort gefunden: Beides. Der Stadtrat unterstützt den Bau der Mittelrheinbrücke zwischen Fellen und Wellmich, will bis dahin aber eine kostenlose 24-Stunden-Fähre. Experten halten Bau und Fertigstellung der Brücke frühestens im nächsten Jahrzehnt für realistisch. Hunsrück News

Schönes aus Bingen

Corona verheert den Einzelhandel, aber gegründet wird trotzdem. Zu den Lichtblicken gehört „Schönes von Lotte“ in der Binger Vorstadt. Die 21-jährige Charlotte Kunz hat den Laden für selbst genähte Kindermode und Taschen im vergangenen September eröffnet. Die Geschäftsidee funktioniert selbst im Lockdown. „AZ“-Redakteurin Christine Tscherner hat mit Bingens jüngster Gründerin gesprochen. Allgemeine Zeitung, Schönes von Lotte

Zahl des Tages

Rund 80 Ziegen weiden im Viertälergebiet rund um Bacharach und Oberdiebach. Die meisten von ihnen haben südafrikanische Vorfahren. Die so genannten „Hottentotten-“ oder „Buren-Ziegen“ halten nicht nur jedes Gestrüpp im Steilhang nieder, sie liefern auch bestes Fleisch. Wer es nicht glaubt: Andreas Stüber vom Rhein-Hotel empfiehlt „zwölf Stunden lang bei 75 Grad im Spätburgunder mit Fenchelsamen geschmort“. Allgemeine Zeitung

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11 Fragen und Antworten zur Mittelrheinbrücke

Über die geplante Mittelrheinbrücke zwischen St. Goar und St. Goarshausen gibt es mehr Informationen als in den vom Dauerthema erschöpften Regionalmedien zu lesen ist. Das komplette Material zum Raumordnungsverfahren umfasst über 1 Gigabyte Daten, darunter einen 142-seitigen „Erläuterungsbericht“ und eine Kostenschätzung. Interessant ist, welche Alternativen geprüft wurden und wie der zuständige Landesbetrieb Mobilität auf sein Ergebnis kam – die Brücke zwischen St. Goar-Fellen und St. Goarshausen-Wellmich, die laut Behörde weltererbeverträglicher ist als der Fährbetrieb. Hier sind 11 Fragen und Antworten zur Mittelrheinbrücke.

Mittelrhein zwischen Fellen und Wellmich: Hier soll die Brücke gebaut werden. Foto: Romantischer Rhein / Henry Tornow

Mittelrhein zwischen Fellen und Wellmich: Hier soll die Brücke gebaut werden. Foto: Romantischer Rhein / Henry Tornow

1. Welche Möglichkeiten wurden geprüft?

Insgesamt 3 Brücken, 1 Tunnel und 2 Fähr-Varianten:

  • Brücke zwischen den Innenstädten von St. Goar und St. Goarshausen („Tieflage zentral“)
  • Brücke stromabwärts zwischen Fellen und Wellmich („Tieflage außerhalb“)
  • Besonders hohe Brücke am Ortsausgang von St. Goar („Hochlage zentral“)
  • Tunnel
  • Gratis-Fähre
  • Gratis-Fähren rund um die Uhr.

Der Landesbetrieb Mobilität hat sich für Variante 2 entschieden: Die Brücke zwischen Fellen und Wellmich aka „Tieflage außerhalb“.

2. Welche Variante hat das beste Nutzen-Kosten-Verhältnis? 

Am wirtschaftlichsten wäre eine zentrale Brücke zwischen den Kernstädten St. Goar und St. Goarshausen, gefolgt vom Gratis-Fährbetrieb. Die tatsächlich favorisierte Variante zwischen Fellen und Wellmich liegt im Nutzen-Kosten-Ranking (NKV) auf Platz 3.

3. Warum gab das am Ende trotzdem nicht den Ausschlag?

Zum Beispiel, weil eine zentrale Brücke den Blick auf die Altstädte von St. Goar und St. Goarshausen beeinträchtigen würde. Außerdem fehlt der Platz für die Auffahrtsrampen. Wegen der Container-Schiffe muss auch eine „Tieflage“ relativ hoch geplant werden.

4. Was spricht gegen einen Tunnel?

Fast alles. Er wäre über 100 Millionen Euro teurer und nur für Autos nutzbar. Fußgänger und Fahrradfahrer blieben auf der Strecke.

5. Welche Lösung wäre die hässlichste?

Vermutlich die Variante „Hochlage zentral“, u. a. weil die Auffahrt besonders lang sein müsste. Auf der rechten Rheinseite wäre sogar noch ein zusätzlicher Tunnel erforderlich. O-Ton Landesbetrieb:

Die Brücke in Hochlage beginnt linksrheinisch an der L 206 im Gründelbachtal, schneidet dann den Hang der Burg Rheinfels an, überquert Bahn, B 9 und den Rhein. Auf der anderen Rheinseite überquert die Trasse die B 42 und die rechtsrheinische Bahnstrecke und führt dann in einem Tunnel bis zur B 274 im Hasenbachtal.

6. Welcher Variante gilt als besonders welterbeverträglich?

Die vom Land favorisierte Brücke zwischen Fellen und Wellmich („Tieflage außerhalb“).

7. Moment …. Die Brücke ist welterbeverträglicher als die Fähre? Wieso das denn?

Laut Landesbetrieb ist es die einzige Variante, die schon einmal von der Unesco begutachtet wurde. Das ist allerdings über 10 Jahre her und bedeutet noch keine konkrete Zustimmung. Gratis-Fähren hält die Koblenzer Behörde für weniger welterbeverträglich, weil sie mehr Verkehr anziehen würden. Die Brücke zwischen Fellen und Wellmich würde zwar noch mehr Verkehr verursachen, aber nicht direkt in den Stadtzentren.

8. Wie hoch wird die Brücke?

Ziemlich hoch, denn auch unter einer „Tieflage“ müssen Container-Schiffe durch. Die Brücke zwischen Fellen und Wellmich würde nach Auskunft des Landesbetriebs an ihrem höchsten Punkt ca.17 Meter über dem mittleren Wasserstand verlaufen. Das entspricht ungefähr der Höhe der Bacharacher Peterskirche (Kirchenschiff, nicht Turm). Es wären 9,7 Meter über der B9 und 11,5 Meter über der B 41.

 

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9. Wer zahlt das alles?

Das Land übernimmt den Löwenanteil, erwartet aber eine Beteiligung der beiden Landkreise. Der Rhein-Lahn-Kreis ist dazu bereit, der Rhein-Hunsrück-Kreis nicht unbedingt. Dort hat sich Landrat Marlon Bröhr bisher dagegen ausgesprochen. Bröhr ist allerdings auf dem Absprung, er kandidiert im September für den Bundestag. Bei der Brücke zwischen Fellen und Wellmich rechnet der Landesbetrieb Mobilität mit Baukosten von 40,3 Millionen Euro. Für Unterhalt und Betrieb werden pro Jahr 270.000 Euro veranschlagt.

10. Wann wäre die Brücke fertig?

Das weiß niemand genau. Wohl nicht in diesem Jahrzehnt. Der Landesbetrieb geht in seiner aktuellen Kostenschätzung von einem „Baubeginn in 10 Jahren“ aus.

11. Was bedeutet die Brücke für Fußgänger und Radfahrer?

Die gute Nachricht ist, dass die favorisierte Variante Fellen-Wellmich von Fußgängern und Radfahrern genutzt werden kann. Das wäre bei einer Tunnellösung nicht möglich. Aber es gibt ein Problem: Sobald die Brücke steht, wird die Fähre zwischen St. Goar und St. Goarshausen unrentabel. Ohne Fähre gibt es keine Möglichkeit mehr, direkt zwischen den Kernstädten von St. Goar und St. Goarshausen zu wechseln. Radfahrer müssten den Umweg über Fellen nehmen, und wer zu Fuß von St. Goarshausen nach St. Goar will, müsste über Wellmich und Fellen laufen – außer, es würden Busse oder eine Mini-Fähre subventioniert.

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Ein Fahrplan für die Mittelrheinbrücke

4 Wochen vor der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz kommt die Mittelrheinbrücke wieder auf die Tagesordnung. Innenminister Roger Lewentz (SPD) und Verkehrs-Staatssekretärin Daniela Schmitt (FDP) wollen am Montag den Startschuss zum Raumordnungsverfahren geben. Es ist die Voraussetzung für die weiteren Planungen und den Bau. Lewentz und Schmitt präsentieren in St. Goarshausen die Ergebnisse der ersten Untersuchungen, die seit 2018 liefen. Dabei wurde u. a. an den Fähren der tatsächliche Autoverkehr über den Rhein gemessen. Die Erhebungen hatten sich wegen Corona verzögert. Laut Deutscher Presse-Agentur hat das Land 660.000 Euro in die Studien investiert. Analysiert wurden neben dem Verkehrsaufkommen auch die Wirtschaftlichkeit und die Auswirkungen auf die Umwelt.

Die geplante Brücke würde Wellmich mit Fellen verbinden.

Die geplante Brücke würde St. Goarshausen-Wellmich mit St. Goar-Fellen verbinden.

Über die Mittelrheinbrücke bei St. Goarshausen wird seit Jahrzehnten diskutiert. Wie sie am Ende aussieht, ist noch unklar, denn es gibt keinen realistischen Entwurf. Wegen der großen Container-Schiffe müsste sie deutlich über dem Bundesstraßen-Niveau liegen. Süddeutsche Zeitung, SWR (Video)

Bingen bekommt die Mängel-App

In Bingen können illegale Müllablagerungen, überquellende Abfalleimer, defekte Straßenlampen und andere Mängel im öffentlichen Raum demnächst per App gemeldet werden. Das Smartphone übermittelt neben der Schadensmeldung auch den genauen Standort und Fotos vom Malheur. Stromabwärts in Boppard gibt es so etwas schon seit Jahren, wenn auch in spezieller Form: Hier fungiert Bürgermeister Walter Bersch quasi als lebende Mängel-App. Ein Hinweis auf Facebook reicht, und Bersch kümmert sich. Allgemeine Zeitung

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