Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Blick auf Bacharach. Foto: Henry Tornow

Schlagwort: St. Goar Seite 1 von 54

Willkommen bei den Welterbe-Gastgebern

Am Mittelrhein gibt es unzählige Hoteliers und Gastronomen, aber nur 19 Welterbe-Gastgeber. Das Qualitätssiegel des Zweckverbandes Welterbe Oberes Mittelrheintal bekommen nur Wirte, die mehr als die üblichen Tourismus-Standards bieten. Welterbe-Gastgeber stehen nicht nur für beste Unterkünfte, Küche oder Keller, sondern auch für viel Wissen über die Region, Insider-Tipps und Liebe zu Landschaft und Leuten. Wer bei ihnen bucht, wohnt bei Mittelrhein-Kennern. Jetzt unterstützt der Zweckverband seine Welterbe-Gastgeber mit einer Kampagne. Auf Facebook und Instagram erscheinen in den kommenden beiden Monaten Posts für einzelne Betriebe, verbunden mit touristischen Tipps in der Umgebung. Das digitale Mittelrhein-Marketing wird durch Social-Media-Werbung im Rhein-Main-Gebiet und im Großraum Köln/Düsseldorf unterstützt.

Das Schlosshotel Rheinfels ist eines von 19 Welterbe-Gastgebern: Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Dominik Ketz

Die Kampagne soll helfen, die Saison bis in den Dezember hinein zu verlängern. Momentan sind noch fast alle Betriebe ausgebucht, aber nach dem katastrophalen Frühjahr sind Gäste im November und Dezember willkommen wie noch nie. Die Verluste im April und Mai seien zwar nicht mehr aufzuholen, sagte ein Welterbe-Gastgeber zu Mittelrheingold, aber: „Wenn das Geschäft bis in den Dezember hinein gut läuft, kommen wir dieses Jahr mit einem blauen Auge davon.“ welterbe-mittelrhein.de (über die Zertifizierung zum Welterbe-Gastgeber), romantischer-rhein.de (Liste der Welterbe-Gastgeber)

Disclaimer: Ich stehe in Geschäftsbeziehungen zum Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal

Blühendes Barock in St. Goar

Zu den Welterbe-Gastgebern zählt auch das Schlosshotel Rheinfels. Die Location hoch über St. Goar genießt gerade bundesweite Aufmerksamkeit, denn die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet über die geplante Neugestaltung zur Bundesgartenschau. Ein System von Hecken soll die früheren Ausmaße des Burg zeigen, und die waren noch gewaltiger als die ohnehin schon sichtbaren Rheinfels-Dimensionen: Im 17. und 18. Jahrhundert schloss sich an den Renaissance-Komplex der Landgrafen von Hessen eine barocke Festung an. Rheinfels war damals das stärkste Bollwerk am Mittelrhein und widerstand sogar der französischen Armee Ludwigs XIV. Der dpa-Artikel ist u. a. in der „Süddeutschen Zeitung“ erschienen. sueddeutsche.de

Wallfahrt nach Wellmich

Gegenüber von Rheinfels entwickelt sich Wellmich gerade zum Wallfahrtsort für Brücken-Fans. Am mutmaßlichen Standpunkt der umstrittenen Mittelrhein-Brücke versammelte sich neulich bereits die regionale SPD, um für das Projekt zu werben. Vergangene Woche traf sich an gleicher Stelle die CDU und Führung von RLP-Spitzenkandidat Christian Baldauf. Die Christdemokraten legten noch eins drauf und forderten den Bau bis zur Buga 2029. Insider halten den Termin für äußerst gewagt, denn es gibt momentan weder ein Raumordnungsverfahren noch eine Entscheidung über die Finanzierung. Sicher ist nur, dass am 14. März 2021 ein neuer rheinland-pfälzischer Landtag gewählt wird und die Brücke für Stimmung und Stimmen sorgen soll. Fun Fact: Sowohl SPD als auch CDU verfügten in den zurückliegenden 50 Jahren über absolute Mehrheiten, um den endlos diskutierten Bau durchziehen zu können. Rhein-Zeitung

Ein neues Rathaus für St. Goarshausen

„Im Herzen des Mittelrheintals“ wollen viele Orte sein, aber auf keine Kommune passt die Formulierung besser auf als St. Goarshausen. Die frühere Kreisstadt liegt nicht nur zu Füßen der Loreley, sie beherbergt auch zentrale Institutionen wie den Zweckverband Welterbe, die Mittelrhein-Weinwerbung und last but not least die Verwaltung der Verbandsgemeinde Loreley. Im VG-Rathaus allerdings der Lack ab: Das Verwaltungsgebäude aus BRD-Beton ist so heruntergekommen, dass eine Sanierung sinnlos wäre. Laut „RZ“ werden jetzt unterschiedliche Neubau-Optionen geprüft. Rhein-Zeitung

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Das „Neue Deutschland“ und die alte Burg

Es kommt nicht oft vor, dass sich CDU-Mitglieder über die frühere SED-Zeitung „Neues Deutschland“ freuen, aber ein gerade erschienenen Artikel dürfte bei St. Goarer Christdemokraten runtergehen wie Öl. Schon die Überschrift hätte sich die CDU-Stadtratsfraktion nicht besser ausdenken können: „Sozialdemokratischer Kniefall vor den Hohenzollern“ heißt es im Zentralorgan der Partei „Die Linke“. Es folgt eine Abrechnung mit der SPD in St. Goar und ihrem direkt gewählten Bürgermeister Falko Hönisch. Hönisch hat für Samstag eine Feierstunde mit Georg Friedrich Prinz von Preußen, dessen Frau Sophie und weiteren Blaublütern angesetzt, um den umstrittenen „Rheinfels“-Deal zu besiegeln. Demnach fließt künftig ein Teil der städtischen Eintrittsgelder in eine Hohenzollern-Stiftung. Das Geld soll sozialen Zwecken in St. Goar zugute kommen. Der sogenannte „Chef des Haues Hohenzollern“ hat dafür auf seine wackligen Ansprüche auf die Burg verzichtet. „Mit diesem Stück Privatisierung von Jugendarbeit und Kulturförderung ist es den Hohenzollern gelungen, vor der für 2029 im Mittelrheintal geplanten Bundesgartenschau ihr vermeintlich ’soziales Image‘ zu polieren“, wettert das „Neue Deutschland“. Gegen den Vertrag hatte auch die CDU gestimmt. Sie hält ihn für überflüssig, weil die Preußens ohnehin keine Chance gehabt hätten und in erster Instanz krachend gescheitert waren. Hönisch, die SPD und weitere Befürworter argumentieren, dass der „Preußen“-Aufschlag guten Zwecken diene und Rechtssicherheit herstelle – Rheinfels gehöre jetzt definitiv der Stadt. Zur Feierstunde am Samstagvormittag werden auch der frühere Ministerpräsident Rudolf Scharping und Innen-Staatssekretärin Nicole Steingaß erwartet. Die örtliche CDU will dem Vernehmen nach demonstrativ fernbleiben. Die Partei „Die Linke“ hat für 10 Uhr 30 eine Protestaktion angekündigt. Neues Deutschland

Rheinfels gehört zu den Top-Adressen am Mittelrhein. Foto: Hotel Schloss Rheinfels.

Rheinfels gehört zu den Top-Adressen am Mittelrhein. Foto: Friedrich Gier

Neues von der Steinbruch-PR

Am Trechtingshäuser Steinbruch brummt nicht nur das Hartstein-Geschäft. Auch die PR-Maschine von Firmenchef Willem Douw läuft auf Hochtouren. Der Repräsentant der niederländischen Eigentümer-Familie will weitere 10 Hektar aus dem Berg fräsen und verspricht in einer Pressemitteilung touristische Aussichtspunkte und Pläne für spektakuläre E-Bike-Touren. Das Projekt ist in Trechtingshausen umstritten. Anwohner befürchten Lärm und Landschaftsszerstörung, aber die Gemeinde schielt auf die Gewerbesteuer. presseportal.de (Pressemitteilung der Hartsteinwerke Sooneck)

Law and Order in Bacharach

Die „AZ“ beschäftigt sich in ihrer heutigen Ausgabe mit empörten Autofahrern in Bacharach. Dort lässt die Stadt rigoros abkassieren, wenn Fahrzeuge in der engen Oberstraße abgestellt werden. Ausreden ziehen selten. Nicht jeder kommt damit klar, dass Regeln durchgesetzt werden – es wird geschimpft, und laut „AZ“ spucken manche Wutbürger sogar auf Dienstwagen der VG-Verwaltung. Es nutzt ihnen nichts, im Gegenteil: Ab Oktober geht ein zusätzlicher Mitarbeiter – in Bacharach auch „Knollebübche“ genannt – auf Streife. Allgemeine Zeitung

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Der Kuhhirtenturm in Oberwesel am Rhein. In dem Namen des Turmes spiegelt sich ein Stück Agrargeschichte. Er war in der Tat die Wohnung des städtischen Kuhhirten. Bis zu Beginn der Industriealisierung hielten auch viele Haushalte in einer Stadt Vieh. Die Winzer in Oberwesel waren bis zur Erfindung des Mineraldüngers auf den Dung der Kühe angewiesen. Es handelt sich hierbei um einen rechteckige Schalenturm auf dem Michelfeld. Da er in einer Geländesenke steht, mussten bis zur Höhe des Wehrganges zwei Untergeschosse gebaut werden, um diesen möglichst auf einer Ebene zu halten. Daher weißt der Kuhhirtenturm, anders als die anderen Türme, sechs Stockwerke auf. Die Fundamente reichen bis sechs Meter in die Tiefe. Das Mauerwerk ist zwei Meter stark, misst in der Breite acht und an den Seiten etwa sieben Meter. Der Turm trug immer ein Pyramidendach. Ältere Ansichten zeigen, dass der Kuhhirtenturm früher zur Stadtseite hin mit einer verschieferten Bretterwand verschlossen war. Im vierten Obergeschoss lag die Wohnung des Kuhhirten. Der musste auch das Amt des Feuerwächters wahrnehmen. Die Wachstube hatte darum zur Stadt hin einen vorkragenden Erker mit Fenstern nach allen Seiten. Im Dach hing in einer breiten Schallöffnung die Feuerglocke. In einer Dachgaube darüber war das Zifferblatt einer Uhr zu sehen. Im Innern des hohen Turmes gab es keine Treppen, sondern der Kuhhirte musste auf Leitern in seine Wachstube hochsteigen. Bei der dringend notwendigen Sanierung des Kuhhirtenturmes wurde er 1983 zu einem Wohnturm umgebaut. Er wird privat genutzt und kann nicht besichtigt werden. Quelle: Stadt Oberwesel www.oberwesel.de/a-kuhhirtenturm . . . . . #oberwesel #oberweselgermany #mittelrhein #rheinlandpfalz #mittelrheintal #germany #visitrlp #rheintal #visitgermany #travel #rlp #kuhhirtenturm #wanderlust #rlplovers #wandern #hunsrück #stadtmauer #medival #mittelalter #citywall #instatravel #germanytourism #deutschlandkarte #beautifuldestinations #hiking #architecture #bestgermanypics #oberesmittelrheintal #hunsruck #hunsrückliebe

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Der Prinz kütt: Große Hohenzollern-Oper in St. Goar

Kein Mittelrhein-Politiker versteht mehr von großen Auftritten als Falko Hönisch. Der ehrenamtliche Stadtbürgermeister und professionelle Opernsänger hat schon seine Amtseinführung 2019 anders als üblich zelebriert und nutzt auch beim Abschluss des Rheinfels-Deals die Gelegenheit, die Stadt (und sich selbst) zu inszenieren. Für den 19. September hat Hönisch eine royale Feierstunde mit dem so genannten Chef des Hauses Hohenzollern angesetzt: Georg Friedrich Prinz von Preußen und seine Frau Sophie kommen nach St. Goar, um den Kooperationsvertrag zwischen Kommune und Kira-von-Preußen-Stiftung zu besiegeln. Die Stiftung wird dadurch an den städtischen Eintrittsgeldern für Burg Rheinfels beteiligt. Das Geld soll in soziale Projekte für St. Goar fließen. Es sind auch Benefiz-Konzerte geplant. Zum Event in der katholischen Kirche erscheinen laut Einladung auch der frühere Ministerpräsident und Bundesminister Rudolf Scharping – als Ex-Mann und Swimming-Pool-Genosse einer angeheirateten Gräfin Pilati ebenfalls ein bisschen blaublütig sozialisiert – und „weitere Mitglieder des deutschen Adels“.

Falko Hönisch ist seit 2019 Stadtbürgermeister von St .Goar. Foto: Richard Vogel

Der Hohenzollern-Deal ist in St. Goar nicht unumstritten. Hönisch setzte ihn durch, um die Besitzansprüche der Stadt an Burg Rheinfels ein für allemal zu klären. Georg Friedrich Prinz von Preußen hatte zuvor erfolglos auf Übergabe der Burg geklagt. Kritiker argumentieren, dass der Hohenzoller auch in weiteren Instanzen chancenlos geblieben wäre und der Stiftungs-Kompromiss unnötig sei. Von dem geplanten Event in St. Goar profitieren beide Seiten: St. Goar kommt in die Medien und der Prinz kann sein ramponiertes Image polieren. Für ihn war St. Goar immer nur ein Nebenkriegsschauplatz. Die eigentliche Auseinandersetzung findet in Berlin statt, wo es um viel Geld und öffentliche Kunstschätze geht. Per Mail, Wikipedia (Entschädigungsforderungen der Hohenzollern)

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Der Rhein und der Wein . Diese beiden Dinge haben den Anwohnern des Mittelrhein seit jeher ihr Überleben und ihren Wohlstand beschert. . Der Rhein als Transportweg, Handelsstraße, Nahrungsquelle und Reiseziel für unzählige Touristen aus der ganzen Welt. Der Wein als global begehrtes Handelsgut, Freudenspender, Seelentröster oder einfach als Reisemitbringsel für die lieben Daheimgebliebenen. . Dieses Foto zeigt noch etwas anderes, das Innenleben eines modernen Transportschiffs. Ich erlebe immer wieder, dass Menschen am Rheinufer stehen und sagen, „Die Schiffe fahren ja leer durch die Gegend.“ . Ich hatte mal die Gelegenheit im Bauch eines ähnlichen, etwas kleineren Schiffs zu stehen und kann sagen die Dinger sind riesig. . Wie auf dem Foto zu sehen ist transportiert dieses Schiff über 50 Seecontainer, ohne das die Ladung über die Bordkante reicht. Das heißt, dieses eine Schiff ersetzt 50 Sattelschlepper auf der Autobahn und man sieht es vom Ufer noch nicht mal. . Welches das beste Transportmittel durch das Rheintal ist vermag ich nicht zu sagen und auch die Fachleute streiten sich darüber. Ich möchte hier auch keine große Diskussion darüber anstoßen. Dafür gibt es an anderer Stelle ausreichend Gelegenheit. Ich wollte nur mal zeigen, dass diese anscheinend leeren Schiffe mitunter gar nicht so leer sind wie es scheint und das ein Perspektivwechsel, wie so oft, sehr hilfreich sein kann die eigene Meinung zu überprüfen und zu überdenken. . Das Foto ist zwischen St.Goar und Oberwesel am Rhein entstanden. . . . . . #rhein #rheinland #rheintal #rheinufer #rheinlandpfalz #vaterrhein #riverrhein #rheinschifffahrt #schiff #koblenz #bacharach #binnenschiff #rhine #fluss #schiffe #visitgermany #schifffahrt #shipspotting #shipping #mittelrhein #oberwesel #boppard #bingen #instabingen #weinberge #wein #stgoar #rüdesheim #kaub #lahnstein

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