Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Schlagwort: Sauerthal Seite 1 von 2

Bingen soll trocken bleiben und Trechtingshausen für Millionäre

Viele Wasserbau-Experten sind gerade am Mittelrhein unterwegs, um Konzepte gegen Starkregen zu entwickeln. Aber niemand dürfte so drastische Erfahrungen gemacht haben, wie der Berater der Stadt Bingen. Martin Keding arbeitet für das Planungsbüro Becker mit Sitz in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Seine Firma war unmittelbar von der Flutkatastrophe betroffen. „Wir waren 14 Tage komplett lahmgelegt”, zitiert ihn die „AZ“. Keding hat seit 2019 an einem Schutzkonzept für Bingen gearbeitet und musste bei der Vorstellung niemanden mehr von der Umsetzung überzeugen. O-Ton: „Alle kann es treffen“. Der große Plan umfasst die ganze Palette der Klimaanpassung –  von der Kanalreinigung bis zu Übungen für den Katastrophenfall. Wie dringend das Problem ist, zeigte sich am Wochenende im rechtsrheinischen Sauerthal. Dort setzten heftige Regenfälle den Ort unter Wasser. Allgemeine Zeitung (Bingen), Rhein-Zeitung (Sauerthal)

Drususbrücke in Bingen. Foto: Stadt Bingen / Torsten Silz.

Drususbrücke in Bingen. Foto: Stadt Bingen / Torsten Silz.

Trechtingshausen für Millionäre

Die teuersten Immobilien von Trechtingshausen sind die Burgen Reichenstein und Rheinstein  – vor allem im Unterhalt. Bei den Einfamilienhäusern schießt vermutlich ein Neubau den Vogel ab, der gerade als „Casa Rheintal“ vermarktet wird. Das  „Architektenhaus“ im „Bauhausstil“ soll 1,25 Millionen Euro kosten. Dafür gibt es 935 Quadratmeter Grund, 204 Quadratmeter Wohnfläche und unverbaubaren Rheinblick. Immobilienscout24 (mit Bildern)

Boppard auf neuen Wegen

Touristen und entdeckungslustige Einheimische können sich ab sofort per Smartphone durch Boppard und Umgebung führen lassen. Tourismus-Chef Stefan Rees stellte am Sonntag den neuen digitalen Boppard-Guide vor, der per QR-Code funktioniert. Die neue Technologie könnte einmal im ganzen Tal zum Einsatz kommen; sie wird von der Dachorganisation „Romantischer Rhein“ unterstützt. Für die Gestaltung sorgte Designer Holger Lindner aus Osterspai. Rhein-Zeitung

Open Air in Oberwesel

Weinmarkt in der Stadt und Rhein in Flammen: Eigentlich hätte Oberwesel am Wochenende das volle Event-Programm geboten. Wegen Corona fiel beides flach, dafür gab es ein Open-Air-Weinfest am Rheinufer. 500 Geimpfte, Genesene oder Getestete durften feiern. Die Party kam so gut an, dass sie im kommenden Jahr wiederholt werden soll. Oberweseler Winzer überlegen, „Wein am Mittelrhein“ künftig im Juni oder Juli zu veranstalten, vielleicht sogar mehrmals im Sommer. Der traditionelle Weinmarkt im September käme dann noch obendrauf, idealerweise mit Pyro-Spektakel über dem Fluss. Rhein-Zeitung

Werbung: Rheinleuchten ist wieder da

Apropos Spektakel am Rhein: Kommende Woche gehen dem Welterbetal gleich mehrere Lichter auf. Epizentrum der flussübergreifenden Lightshow „Rheinleuchten“ ist diesmal die Löhnberger Mühle am Lahnsteiner Rheinufer. Das XXL-Industriedenkmal aus dem 19. Jahrhundert wird dafür ausnahmsweise geöffnet. Für die Multimedia-Illumination in historischer Umgebung sorgt das Berliner Künstlerkollektiv Re:Sorb. Das Einzelticket kostet 6 Euro, Kinder zahlen die Hälfte, Familien 13 Euro. Am 22. September geht’s los. Hier gibt es weitere Infos.

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Die Mittelrhein-Saison 2021 ist nichts für Feiglinge

Corona nur noch eine ferne Erinnerung, endlich wieder Amerikaner, Japaner und Chinesen im Tal und dazu noch viele junge Familien aus Deutschland, die Inland-Tourismus cool finden: So malten sich vor einem Jahr Optimisten die Mittelrhein-Saison 2021 aus. Leider ist die Realität nicht ganz so rosig. Corona hat noch einen Saisonstart abgewürgt und das Frühjahrsgeschäft gedrückt, die Touristen aus den USA und Fernost fehlen immer noch, die Deutschen drängt es wieder nach Malle oder Mykonos, und über das Wetter reden wir gar nicht. Wie sich Mittelrhein-Touristiker und Einzelhändler trotzdem reinhängen, beschreibt „AZ“-Redakteurin Christine Tscherner am Beispiel Bingen. Dort umwirbt die Reederei Bingen-Rüdesheimer jüngere Fahrgäste und bietet u. a.  „Happy Cocktail“- und Burger-Fahrten an. Mittlerweile seien die Passagierzahlen“ halbwegs zufriedenstellend“, zitiert die Zeitung Reedereichef Oliver Pohl. Der Saisonstart war schwer genug und die Corona-Regeln verwirrten alle: Zeitweise mussten die Schiffe im hessischen Rüdesheim Corona-Tests verlangen, gegenüber im rheinland-pfälzischen Bingen aber nicht.

Ausflugsschiffe am Binger Rheinufer. Foto: Stadt Bingen / Dominik Ketz

Ausflugsschiffe am Binger Rheinufer. Foto: Stadt Bingen / Dominik Ketz

Apropos Bingen: Die Stadt profitiert in der Krise von ihrem Kulturufer und anderen Verbesserungen aus der Zeit der Landesgartenschau. Einzelhändler aus der Salzstraße schlagen am Rhein regelmäßig ihre Verkaufsstände auf. „Verkauft wird dort nicht viel, aber der Werbeeffekt ist enorm“, sagt Feinkost-Profi Sabine Martin. Bei gutem Wetter wird das Ufer ohnehin zum Binger Wohnzimmer; abends sorgen junge Gastro-Initiativen wie der „Ankerplatz“ für bessere Stimmung. Gegenüber auf der rechten Rheinseite tut sich auch etwas, und zwar an lange Zeit totgesagten Ecken‘: Der „Wiesbadener Kurier“ berichtet über eine Café-Eröffnung in Sauerthal und den Neustart in Espenschied: Dort bewirtet der gelernte Koch Michael Hemberger jetzt hungrige Wanderer an seiner mobilen Grillstation „Barney’s Grill & BBQ“. Auf Wunsch gibt es sogar Vegetarisches aus Hembergers Garten. Das Lorcher und Kauber Hinterland erlebt dank der neuen Wisper-Trails gerade einen Wander-Boom.  Allgemeine Zeitung (Bingen), Wiesbadener Kurier (Espenschied und Sauerthal)

Happy Birthday, Dries!

Rüdesheim und Lorch stehen für Rheintourismus und Weinbau, das ist klar. Was nicht alle wissen: Beide Städte sind zugleich auch kleine Bäckerei-Metropolen. In Lorch ist die Bäckerei von Frank Laquai zu Hause, die zwischen St. Gosrshausen und Hallgarten 9 Filialen betreibt. Stromaufwärts in Rüdesheim dirigiert die Bäckerfamilie Dries ein Filialnetz mit 26 Geschäften bis nach Wiesbaden – übrigens auch nahe der Laquais in Lorch. Dries feiert gerade den 125. Firmengeburtstag. An der Spitze des Unternehmens teilen sich die Brüder Martin und Stefan Dries in ziemlich rheinischer Weise die Geschäfte: Martin hat Bäcker gelernt, dann aber Betriebswirtschaft studiert und verantwortet das Kaufmännische. In der Backstube ist Stefan der Chef, obwohl er zuerst eine Winzerausbildung absolviert hat und erst später eine Konditorlehre draufsattelte. Die ungewöhnliche Kombination erinnert daran, dass die Familie Dries wie viele mittelrheinische Handwerker auch eigene Weinberge bewirtschaftete. Wiesbadener Kurier

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Das Rheintal und der Starkregen: Passen wir uns an

Der Warnruf für das Welterbetal kam im Frühjahr 2016. Gewitter und Starkregen ließen harmlose Bäche zu Sturzfluten anschwellen und überschwemmten Ortschaften auf beiden Rheinseiten, darunter Wellmich, Sauerthal und Trechtingshausen. In Oberheimbach zerstörte die braune Brühe 2 Häuser. Wie durch ein Wunder gab es weder Tote noch Schwerverletzte. In der Verbandsgemeinde Loreley wurde damals ein „Vorsorge- und Schutzkonzept“ in Auftrag gegeben. Passiert ist zunächst wenig. Es gab Informationsveranstaltungen und Workshops, aber konkrete Pläne ließen auf sich warten. Seit dem Amtsantritt von VG-Bürgermeister Mike Weiland 2020 drückt man wieder mehr auf die Tube. Im kommenden September will das 2016 beauftragte Planungsbüro liefern. „Die Räte werden dann noch ergänzende Hinweise erarbeiten“, sagt Weiland auf Anfrage von Mittelrheingold. „Im November soll das Konzept dann endlich und langersehnt komplett sein.“ Dann geht es um die Umsetzung. So lange will Weiland allerdings nicht warten. Ein Verwaltungsmitarbeiter erstellt gerade ein „Bachkataster“ mit möglichen Gefahrenpunkten. Auch in Bingen ist seit 2 Jahren ein Schutzkonzept in Arbeit. Es soll im September veröffentlicht werden. Zuständig ist Bingens Stadtwerkechef Marco Mohr. Oberbürgermeister Thomas Feser denkt schon weiter: Er hat einen Staatsfonds vorgeschlagen, in den das Land und alle Kommunen einzahlen sollen. Mit dem Geld würden Maßnahmen zur Klimaanpassung ermöglicht und Flutschäden reguliert. Mitteilung der VG Loreley, Allgemeine-Zeitung (Bingen)

Mittelrhein zwischen Fellen und Wellmich: Hier soll die Brücke gebaut werden. Foto: Romantischer Rhein / Henry Tornow

Die Idylle trügt: 2016 liefen unterhalb der Burg Maus in Wellmich Straßen und Keller voll. Foto: Romantischer Rhein / Henry Tornow

Ein Preis für Papa Rhein

Das Fachmagazin „Tophotel“ hat Bingens neues Vorzeigeobjekt „Papa Rhein“ als „Newcomer des Jahres“ ausgezeichnet. „Papa Rhein“ gewann in der Kategorie „Freizeit“. Der Jury gefiel u. a. die Architektur am Wasser und das maritime Innendesign. Das 108-Zimmer-Hotel von Jan Bolland (Sohn von „Günderodehaus“-Pächterin Elke Bolland) eröffnete im Sommer 2020, überstand den zweiten Lockdown und ein Hochwasser und ist seit Juni wieder in Betrieb. Allgemeine Zeitung

Ein Flug durch die Rheinfels

Wer Burg Rheinfels aus der Nähe sehen will, muss vielleicht nicht mehr unbedingt auf den St. Goarer Schlossberg. Wenn es nach Stadtbürgermeister Falko Hönisch geht, lässt sich die riesige Renaissance-Anlage irgendwann virtuell erkunden – entweder vor Ort mit einer 3D-Brille oder an zu Hause am Computer. Eine Softwarefirma will die Rheinfels komplett digitalisieren, jeden Winkel vermessen und Details zeigen, die Gäste gewöhnlich nicht wahrnehmen. Selbst Flüge durch Mauern lassen sich simulieren. Das Projekt soll 168.000 Euro kosten. Für 80.000 Euro gibt es bereits eine Zusage aus dem LEADER-Programm der EU. Rhein-Zeitung

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