Corona nur noch eine ferne Erinnerung, endlich wieder Amerikaner, Japaner und Chinesen im Tal und dazu noch viele junge Familien aus Deutschland, die Inland-Tourismus cool finden: So malten sich vor einem Jahr Optimisten die Mittelrhein-Saison 2021 aus. Leider ist die Realität nicht ganz so rosig. Corona hat noch einen Saisonstart abgewürgt und das Frühjahrsgeschäft gedrückt, die Touristen aus den USA und Fernost fehlen immer noch, die Deutschen drängt es wieder nach Malle oder Mykonos, und über das Wetter reden wir gar nicht. Wie sich Mittelrhein-Touristiker und Einzelhändler trotzdem reinhängen, beschreibt „AZ“-Redakteurin Christine Tscherner am Beispiel Bingen. Dort umwirbt die Reederei Bingen-Rüdesheimer jüngere Fahrgäste und bietet u. a.  „Happy Cocktail“- und Burger-Fahrten an. Mittlerweile seien die Passagierzahlen“ halbwegs zufriedenstellend“, zitiert die Zeitung Reedereichef Oliver Pohl. Der Saisonstart war schwer genug und die Corona-Regeln verwirrten alle: Zeitweise mussten die Schiffe im hessischen Rüdesheim Corona-Tests verlangen, gegenüber im rheinland-pfälzischen Bingen aber nicht.

Ausflugsschiffe am Binger Rheinufer. Foto: Stadt Bingen / Dominik Ketz

Ausflugsschiffe am Binger Rheinufer. Foto: Stadt Bingen / Dominik Ketz

Apropos Bingen: Die Stadt profitiert in der Krise von ihrem Kulturufer und anderen Verbesserungen aus der Zeit der Landesgartenschau. Einzelhändler aus der Salzstraße schlagen am Rhein regelmäßig ihre Verkaufsstände auf. „Verkauft wird dort nicht viel, aber der Werbeeffekt ist enorm“, sagt Feinkost-Profi Sabine Martin. Bei gutem Wetter wird das Ufer ohnehin zum Binger Wohnzimmer; abends sorgen junge Gastro-Initiativen wie der „Ankerplatz“ für bessere Stimmung. Gegenüber auf der rechten Rheinseite tut sich auch etwas, und zwar an lange Zeit totgesagten Ecken‘: Der „Wiesbadener Kurier“ berichtet über eine Café-Eröffnung in Sauerthal und den Neustart in Espenschied: Dort bewirtet der gelernte Koch Michael Hemberger jetzt hungrige Wanderer an seiner mobilen Grillstation „Barney’s Grill & BBQ“. Auf Wunsch gibt es sogar Vegetarisches aus Hembergers Garten. Das Lorcher und Kauber Hinterland erlebt dank der neuen Wisper-Trails gerade einen Wander-Boom.  Allgemeine Zeitung (Bingen), Wiesbadener Kurier (Espenschied und Sauerthal)

Happy Birthday, Dries!

Rüdesheim und Lorch stehen für Rheintourismus und Weinbau, das ist klar. Was nicht alle wissen: Beide Städte sind zugleich auch kleine Bäckerei-Metropolen. In Lorch ist die Bäckerei von Frank Laquai zu Hause, die zwischen St. Gosrshausen und Hallgarten 9 Filialen betreibt. Stromaufwärts in Rüdesheim dirigiert die Bäckerfamilie Dries ein Filialnetz mit 26 Geschäften bis nach Wiesbaden – übrigens auch nahe der Laquais in Lorch. Dries feiert gerade den 125. Firmengeburtstag. An der Spitze des Unternehmens teilen sich die Brüder Martin und Stefan Dries in ziemlich rheinischer Weise die Geschäfte: Martin hat Bäcker gelernt, dann aber Betriebswirtschaft studiert und verantwortet das Kaufmännische. In der Backstube ist Stefan der Chef, obwohl er zuerst eine Winzerausbildung absolviert hat und erst später eine Konditorlehre draufsattelte. Die ungewöhnliche Kombination erinnert daran, dass die Familie Dries wie viele mittelrheinische Handwerker auch eigene Weinberge bewirtschaftete. Wiesbadener Kurier

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