Die Hoffnungen vieler Mittelrheiner ruhen auf einem Anwalt in Düsseldorf: Clemens Antweiler ist Experte für Bau- und Vergaberecht. Die „Wirtschaftswoche“ zählt ihn in seinem Fach zu den „Top-Anwälten 2018“. Antweiler soll die Bahn zu Zugeständnissen beim Lärmschutz und möglichst zu einem Tunnel-Neubau zwingen, der große Teile von St. Goar und Oberwesel entlasten würde („Variante Pink“). Einen entsprechenden Auftrag beschloss der Verbandsgemeinderat St. Goar-Oberwesel am Donnerstag einstimmig. VG-Bürgermeister Thomas Bungert – selbst Jurist – will mit Antweilers Gutachten nachweisen, dass weder für den Tunnelbau im 19. Jahrhundert, noch für die spätere Elektrifizierung die notwendigen Bau- und Betriebsgenehmigungen vorliegen. Damit könnte eine Klagewelle gegen die Bahn in Gang gesetzt werden. Laut „RZ“ soll das Gutachten 3.500 Euro kosten und in spätestens 6 Wochen vorliegen. Falls geklagt wird, könnte Bungert im nächsten Jahr selbst als Anwalt mitmischen: Seine Amtszeit endet am 31. Dezember mit der Gründung der neuen VG Hunsrück-Mittelrhein. Im vergangenen Herbst hatte der Noch-Bürgermeister durchblicken lassen, dass er sich danach „so zwei, drei Tage die Woche“ auch einen Anwaltsjob vorstellen könnte. Rhein-Zeitung (Antweiler-Gutachten), rwp.de (Website der Kanzlei), Rhein-Zeitung (2018, Zukunftspläne Bungert)

Eine neuer Tunnel hätte Oberwesel vom Bahnlärm entlasten können. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Henry Tornow.

Eine neuer Tunnel könnte Oberwesel vom Bahnlärm entlasten. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Henry Tornow.

Die Wein-Bilanz am Mittelrhein

Das rheinland-pfälzische Landesamt für Statistik hat den Weinjahrgang 2018 vermessen. Demnach wurden am Mittelrhein 36.000 Hektoliter produziert. Obwohl der Flächenrückgang gestoppt ist, bleibt der Mittelrhein das mit Abstand kleinste Weinbaugebiet im Land. Zum Vergleich: Rheinhessen kam auf 2,9 Millionen Hektoliter, die Pfalz auf 2,5 Mio und die Mosel auf 907.000 Hektoliter. Selbst die Ahr liegt mit 48.000 Hektolitern noch deutlich drüber. Das Weinanbaugebiet Mittelrhein ist nicht deckungsgleich mit dem Welterbe-Gebiet. Es reicht bis nach Königswinter, umfasst aber nicht den hessischen Unesco-Teil (Lorch, Rüdesheim). statistik.rlp.de

Bingens Stadtteil Nr. 1

Vor 90 Jahren, am 1. April 1929, wurde Büdesheim ein Teil von Bingen. „AZ“-Mann Jochen Werner erinnert in einem ausführlichen Artikel daran. Für Bingen war es die erste Eingemeindung überhaupt. Alle anderen heutigen Stadtteile blieben damals noch eigenständig. Bingerbück lag buchstäblich sogar in einem anderen Land: Die Nahe bildete damals die Grenze zwischen Hessen und Preußen, und Bingerbrück gehörte zum preußischen Kreis Kreuznach. Allgemeine Zeitung

Open Air in Espenschied

„Dreschplatz“ klingt nicht sehr einladend, aber Lorcher wissen, was damit gemeint ist: Die Open-Air-Begegnungsstätte im Höhenort Espenschied, die zugleich als Feierfläche und als Ausgangspunkt für Wisper-Wanderungen dient. Der Stromberger Landschaftsarchitekt Stephan Schares hat den alten Dreschplatz u. a. mit Holz und Schiefer umgestaltet. Thorsten Stötzer vom „Wiesbadener Kurier“ war bei der Einweihung dabei. Wiesbadener Kurier

Mittelrheiner des Tages: Bernhard Naujack

Der Förster von Waldalgesheim hat fast 50 Umweltschützer für einen Besuch im Binger Wald begeistern können. Sie halfen beim Pflanzen von 200 neuen Eichen. Unter den Teilnehmern waren viele Jugendliche aus der „Friday-for-Future“-Szene. Allgemeine Zeitung

Zahl des Tages

300 Arbeitsplätze könnten in Koblenz entstehen, wenn das Verteidigungsministerium das so genannte „Marinearsenal“ auflöst und Teile der maritimen Rüstungsverwaltung von Wilhelmshaven nach Koblenz verlegt. Dort würden sie der Mega-Behörde BAAINBw zugeschlagen („Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr“). Sie dirigiert vom früheren preußischen Regierungsbehörde am Rheinufer aus den Einkauf und die Ausstattung der Streitkräfte. Mit der Zentralisierung in Koblenz reagiert das Ministerium auf die desaströse Sanierung der „Gorch Fock“. SWR

Heute vor einem Jahr …

… ging es hier um „Tod und Teufel“: In Lorch war ein Paar verhaftet worden, das in den 90er Jahren einen Mord begangen haben soll. Mittlerweile läuft der Prozess vor dem Landgericht Wiesbaden. Mittelrheingold vom 30. März 2018

Termine des Tages

Boppard – „Mia und der weiße Löwe“ / Cinema in der Stadthalle – 30. März, 17 Uhr. boppard.de

St. Goar – Vernisssage der Treidler-Ausstellung – 30. März, 18 Uhr. VG St. Goar-Oberwesel

Bingen – „Love, Simon“ im Programmkino Kikubi – 30. März, 19 Uhr. bingen.de

Bacharach – „Blues Alley Blues Band“ in der Münze – 30. März, 20 Uhr. rhein-nahe-touristik.de

Oberwesel – „Muscial Highlight Show“ im Kulturhaus – 30. März, 20 Uhr. kulturhaus-oberwesel.de

Boppard – „We rock Queen – Tribute to Queen“ – 30. März, 20 Uhr. boppard.de

Lahnstein – Lulo Reinhardts Acoustic Lounge: Gitarrennacht – 30, März, 20 Uhr. lahnstein.de

Foto des Tages

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