Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

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Warum das Land Rheinland-Pfalz seine Burg Sooneck verpachtet

Im Mai 2021 haben Cora und Marco Hecher die landeseigene Burg Sooneck übernommen. Heike Otto, Chefin der Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE) und Angela Kaiser-Lahme als Leiterin der staatlichen Schlösserverwaltung erklären, was das bedeutet und warum sich das Land aus der Bewirtschaftung zurückzieht. Das Interview führte Marie-Luise Krompholz. Neben dem Video gibt es bei Mittelrheingold auch die Textfassung.

GDKE-Chefin Heike Otto (r.) und Angela Kaiser-Lahme beim Neustart auf Burg Sooneck.

GDKE-Chefin Heike Otto (r.) und Angela Kaiser-Lahme beim Neustart auf Burg Sooneck. Vodeo und Foto: Marie-Luise Krompholz

Frau Otto, wie viele Burgen und Schlösser verwaltet die GDKE in Rheinland-Pfalz?

Wir haben insgesamt 87 Burgen und Schlösser, darunter auch einige Burgruinen. Sie sind verteilt über das gesamte Gebiet der GDKE. 

Dann könnten Sie ja zweimal pro Woche in eine neue Burg ziehen …

Das wäre toll! Als ich die Stelle als Generaldirektorin angenommen habe, war die erste Frage meines Sohnes, „Mama, kriegst du jetzt die Schlüssel zu allen Burgen?“ Das hätte er gerne gehabt, aber wir haben ihn davon überzeugt, dass die Burgen für etwas anderes da sind als dass wir dort im Zwei-Wochen-Rhythmus wohnen und sie den Rest der Zeit leer stehen. 

Was ist für Sie das Besondere an Burg Sooneck, Frau Kaiser-Lahme?

Sooneck ist eine Burg, die zu zwei Dritteln noch die mittelalterliche Burganlage darstellt; und sie ist eine der Kronjuwelen der preußischen Burgen-Wiederaufbau-Kunst. Unter preußischer Regie ist es gelungen, erstmals im Sinne der heutigen Denkmalpflege, das Alte zu achten und daraus etwas schönes Neues zu gestalten – dafür steht auch Burg Sooneck.

 

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Man merkt, dass Sie an der Burg hängen. Ist es Ihnen schwergefallen, die Schlüssel an Cora Hecher zu übergeben?

Ganz ehrlich, es ist mit einem lachenden und einem weinenden Auge verbunden. Natürlich möchte man so etwas in seiner Zuständigkeit behalten, weil man es so liebt. Aber ich erkenne auch, dass es mit dieser Public-Private-Partnership Dinge gibt, die noch besser gemacht werden können, als es uns als Behörde möglich ist. Uns sind in bestimmten Bereichen die Hände gebunden, aber ein innovativer und guter Partner kann noch vieles anpacken, was die ganze Anlage für alle verbessert.

Was genau erwarten Sie von den neuen Partnern, Frau Kaiser-Lahme? Was können die Hechers machen, das Sie vorher nicht tun konnten?

Sie können sehr viel intensiver in die Betreuung der Gäste durch Sonderprogramme einsteigen, zum Beispiel mit Kinderführungen. So etwas bedeutet eigentlich immer zusätzliches Personal vor Ort. Wir haben sehr viele Anlagen und unser Kulturpädagoge kann nicht auf allen Burgen gleichzeitig sein. Es tut gut, wenn sich jemand um eine bestimmte Anlage kümmert und dann auch in diesem Bereich investieren kann.

Was auch wichtig ist: Es gab immer wieder das Bedürfnis nach Gastronomie hier oben auf der Burg, das ist definitiv kein Bereich für eine Schlösserverwaltung. Das dritte wichtige Feld ist der Shop. In einem Shop viele Dinge verkaufen und damit Mehrwert zu schaffen, ist auch etwas das wir nur sehr begrenzt tun können. 

Frau Otto, sollten Burgliebhaber ausgerechnet zur Burg Sooneck kommen?

Es ist die Idylle, die man hier fühlt. Das fängt schon an, wenn man den Weg hochkommt und dann die Burg erscheint. Natürlich gibt es viel größere Burganlagen, aber dieses kleine Ensemble besticht durch seinen Charme und die Authentizität, die man hier noch spüren kann. Es ist die fantastische Kombination von toller Landschaft, tollem Garten und einer wunderschönen Burg!

Zur Person: 

Heike Otto arbeitete nach dem Studium u. a. am Römisch-Germanischen Museum in Köln und war bis Ende 2015 Geschäfsführerin des Rheinischen Vereins, ehe sie die die Leitung der Kulturabteilung im saarländischen Kultusministerium übernahm. Jetzt ist die promovierte Archäologin wieder zurück am Rhein: Zum Jahreswechsel 2020/21 folgte sie als Generaldirektorin Kulturelles Erbe auf GDKE-Gründungschef Thomas Metz.

Agnes Kaiser-Lahme leitet bei der GDKE seit 2003 die Verwaltung der Burgen und Schlösser. Die promovierte Historikerin ist damit für fast 90 historische Immobilien zuständig, darunter die Pfalz bei Kaub und Schloss Stolzenfels. 

Foto des Tages

 

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Himmel auf Erden in Bacharach und ein Buga-Konzept für die Burgen

„Wie ein kleiner Dom“: So beschreibt der SWR die rund 800 Jahre alte evangelische Peterskirche in Bacharach. Ein Film, der am kommenden Sonntag ausgestrahlt wird, zeigt die große Vergangenheit und die schwierige Gegenwart. In den 80er Jahren wurde die Kirche mit hohem Aufwand renoviert, aber es bröckelt schon wieder an allen Ecken und Enden. Menschen wie die ehrenamtliche Bau-Kirchmeisterin Silvia Seidler kümmern sich mit viel Einsatz, Fachwissen und Fingerspitzengefühl um das Meisterwerk aus dem Mittelalter. Für die schrumpfende Kirchengemeinde ist St. Peter nicht der einzige Pflegefall: In Steeg, Oberdiebach und Manubach gibt es noch 3 weitere denkmalgeschützte Kirchen. Der Film „Himmel auf Erden“ ist schon jetzt im Internet zu sehen. Spektakuläre Drohnenaufnahmen machen ihn noch sehenswerter. SWR (Video), Allgemeine Zeitung, Wikipedia (Geschichte der Peterskirche)

Ein Buga-Konzept für die Burgen

Nirgendwo auf der Welt gibt es so viele Burgen wie im Welterbe-Tal. Was fehlt, ist ein standortübergreifendes Konzept für Vernetzung und Vermarktung. Das will das rheinland-pfälzische Innenminsterium bis zur Buga 2029 ändern. Was möglich wäre, zeigt eine Studie des Wiesbadener Landschaftsbüros Bittkau-Bartfelder. Innenminister Roger Lewentz und Thomas Metz von der Generaldirektion Kulturelles Erbe präsentieren die Ergebnisse kommende Woche bei einem Pressetermin in Braubach. Dabei geht es um Burggärten, Parks und bessere Anbindungen an Ortschaften und Wanderwege. Per E-Mail

5 Jahre kein Möbelmarkt Bingen

Auch schon fast historisch ist die Diskussion um den Mega-Möbelmarkt in Bingen. Darf er gebaut werden und wenn ja, wie groß? Die Frage ist noch immer nicht geklärt, aber Erich Michael Lang von der Binger „AZ“ hat sich in das Thema verbissen und für die Samstagsausgabe 2 Artikel darüber geschrieben. Spoiler: Nichts Genaues weiß man nicht. Allgemeine Zeitung

Die beste Küche von Oberheimbach

Fachkräftemangel gehört zu den größten Probleme der Mittelrhein-Gastronomen. Clevere Wirte kümmern sich beizeiten um den Nachwuchs und werben schon bei Schülern für ihre Betriebe. Marc und Florian Lambrich vom Weinbergschlösschen in Oberheimbach haben sich mit der Binger Realschule vernetzt und gerade 5 Jugendliche in ihre Küche eingeladen. „AZ“-Mann Jochen Werner war dabei. Allgemeine Zeitung

Mittelrheiner des Tages: Sascha Horn

Der Leiter der Herberge Bingen kümmert sich mit seinem Team um Wohnungslose. Leser der „AZ“ haben für das Projekt gerade 30.000 Euro gespendet. Für Horn ist es „ein großer Vertrauensbeweis in unsere Arbeit.“ Im vergangenen Jahr wurde die Unterkunft in der Mainzer Straße 3730 Mal genutzt – Tendenz steigend. Allgemeine Zeitung

Zahl des Tages

Über 160 Grad Oechsle zeigte die Mostwaage bei der Eiswein-Lese von Jochen Ratzenberger. Der Steeger Winzer hat in der Lage Bacharacher Kloster Fürstenthal bei fast zweistelligen Minus-Temperaturen die letzten Trauben eingebracht. Rhein-Zeitung

Termine des Tages

Niederburg – Winterwanderung – 26. Januar, 11 Uhr 30. VG St. Goar-Oberwesel

Bornich – Glühweinwanderung auf dem Rheinsteig – 26. Janbuar, 14 Uhr 30. gastlandschaften.de

Boppard – Küchenparty im Bellevue / „Angrillen“ – 26. Januar, 18 Uhr 30. boppard.de

Bingen – „Dr. Strange“ / Jugendkino im Kikubi – 26. Januar, 19 Uhr. bingen.de

Bingen – Binger Meisterkonzerte: Annika Treutler in der Villa Sachsen – 26. Januar, 19 Uhr 30. bingen.de

Oberwesel – Ladies Night mit „Lousder mo“ / Hunsrück-Kabarett 26. Januar , 20 Uhr. kulturhaus-oberwesel.de(Ausgebucht!)

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Der Marsch auf den Mäuseturm und der Kampf um die Rheinfels

Eigentlich ist der Binger Mäuseturm nur wenige Male im Jahr öffentlich zugänglich. Bei den schnell ausgebuchten Besuchsterminen lässt das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) immer nur eine begrenzte Anzahl von Gästen hinüber  – der Turm ist zu eng und nicht auf Tourismus ausgelegt. Am vergangenen Wochenende warf die Trockenheit alle Regeln über den Haufen. Über Facebook verbreitete sich die falsche Nachricht von einem „Tag des Offenen Turms“. Einheimische und Touristen versammelten sich am Ufer und liefen bei extremen Niedrigwasser auf die Insel. In der Nacht zum Sonntag  brachen Unbekannte die Tür zum Turm auf, danach war kein Halten mehr. WSA-Vize Florian Krekel und seine Kollegen improvisierten und leiteten den Besucherstrom durch das Gebäude. Auf Instagram und Facebook sind zahlreiche Fotos von der Binger Oktoberrevolution zu sehen. Über den Marsch auf den Mäuseturm berichtet mittlerweile auch die Deutsche Presse-Agentur. Die Tür ist jetzt repariert und die Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung. Frankfurter Neue Presse (dpa-Artikel), Facebook (Mittelrhein-Gruppe u.a. mit weiteren Fotos von Tim Klehr)

Marsch auf den Mäuseturm. Foto: Tim Klehr

Tim Klehr aus Steeg fotografierte das Spektakel am Sonntagmittag.

Der Kampf um die Rheinfels

Der SWR hat am Montagabend eine Reportage über den Fall Rheinfels ausgestrahlt. Zu sehen sind Schlosshotelier Gerd Ripp und der St. Goarer Bürgermeister Horst Vogt. Beide müssen sich mit Forderungen nach Rückgabe der Burg an das Haus Hohenzollern auseinandersetzen. Georg Friedrich Prinz von Preußen, ein Nachfahre Kaiser Wilhelms II., beansprucht die Rheinfels aufgrund einer umstrittenen Vertragsklausel aus dem Jahr 1924. Vogt hielt es zuerst für einen „Aprilscherz“. Der Prinz und seine Anwälte äußern sich im SWR nicht. Der Film ist noch in der Mediathek zu sehen. SWR (Video), Mittelrheingold (Hintergrund)

Bacharach macht das Internet flott

Der Stromversorger Innogy, Nachfolger der alten RWE, will in Bacharach ab Ende des Jahres besonders schnelle Online-Zugänge anbieten. Das Produkt heißt „Internet & Phone“ und ermöglicht Download-Geschwindigkeiten von bis zu 120 Megabit pro Sekunde. innogy.com

Was wollen Kunden in Oberwesel?

Ohne funktionierenden Einzelhandel wäre das Tal tot. Um herauszubekommen, was Kunden erwarten und welche Orte sie bevorzugen, starten Stadt und Gewerbeverein in Oberwesel eine Umfrage. Sie findet voraussichtlich am 6. November in der Innenstadt und beim Rewe-Markt statt. Schülerinnen und Schüler der Realschule Plus helfen dabei. Die Ergebnisse werden von einer Münchner Beratungsfirma analysiert und anschließend in Oberwesel zur Diskussion gestellt. oberwesel.de, cima.de (Website der Beratungsfirma), ogv-mittelrhein.de (Oberweseler Gewerbeverein)

Die Digitalprediger von Bingen

Sublan-Gottesdienste sind der neueste Schrei in der Evangelischen Kirche. Man muss es sich ein bisschen wie eine Talk-Show vorstellen: Per Internet schalten sich Menschen dazu, die vorher vielleicht noch nie einen Fuß in die Kirche gesetzt haben. Am Sonntag fand der erste Sublan-Gottesdienst in Bingen statt. „AZ“-Mitarbeiter Sören Heim war dabei und berichtet über ungewöhnliche Dialoge und überraschte Besucher. Allgemeine Zeitung, bingen-evangelisch.de (Website der Kirchengemeinde mit Infos zum Sublan-Projekt)

Termin des Tages

Boppard  – „Das schönste Mädchen der Welt“ / Kino in der Stadthalle Boppard – 23. Oktober, 20 Uhr. boppard.de

Foto des Tages

 

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