Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Kategorie: Interviews Seite 1 von 29

„Druck wurde nicht ausgeübt“ – 6 Fragen an Marius Stiehl

Oberwesels Bürgermeister Marius Stiehl hat weit über seine Stadt hinaus Debatten ausgelöst. Sein Votum in der entscheidenden Gesellschafterversammlung ermöglicht dem Marienhaus-Konzern, die Krankenhäuser in St. Goar und Oberwesel zu schließen. Wenn nicht noch in letzter Minute der Kreistag des Rhein-Hunsrück-Kreises eingreift, endet im September eine rund 700-jährige Krankenhausgeschichte. Es bleibt die Hoffnung auf ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ). Auf Mittelrheingold erklärt Stiehl u. a., wie der umstrittene Beschluss zustande kam und wie sich die Stadt in Zukunft engagieren möchte.

Marius Stiehl bei der Krankenhaus-Demo 2019. Foto: Petra Dittmann.

Seit wann wissen Sie, dass die Existenz der Loreley-Kliniken in Frage steht? Der frühere Verbandsbürgermeister Thomas Bungert hat erklärt, dass man bereits seit einem Jahr für den Weiterbetrieb kämpft. Vor einem Jahr wurde aber mit Sozialministerin Bätzing-Lichtenthäler auf das 22-Millionen-Programm zur Zukunftssicherung der Kliniken angestoßen. Sie waren damals bereits Beigeordneter der Stadt Oberwesel. Können Sie den Widerspruch erklären?

Ich denke ,was Herr Bungert meint, ist die Frage: Wie richtet man einen Klinik-Betrieb zukunftsfähig aus bzw. welche Art von Klinik wird künftig am Standort Oberwesel noch betriebswirtschaftlich funktionieren? Ich selbst habe erst am 11. Oktober 2019 erfahren, dass der ganze Klinik-Betrieb in Frage steht. Allerdings gab es zu diesem Zeitpunkt noch keine Stellungnahme seitens des rheinland-pfälzischen Gesundheitsministeriums zu den Plänen der Marienhaus Kliniken GmbH. Hier hatten wir uns Unterstützung erhofft bzw. eine Aussage zu dem Gutachten der Aktiva. Die Beigeordneten und die Vorsitzenden der im Stadtrat vertretenen Fraktionen habe ich direkt am 14. Oktober 2019 und weiter am 23. Oktober 2019, nach einem Besuch bei der Gesundheitsministerin Bätzing-Lichtenthäler vollumfänglich informiert. Vor meinem Amtsantritt als Stadtbürgermeister von Oberwesel am 19. August 2019 war ich in den Gesellschafterversammlungen nicht eingebunden. Vielmehr hatte ich die Hoffnung nach dem Besuch der Ministerin, dass die Baumaßnahme bald beginnen würde.

Anstoßen auf die  Zukunft der Loreley-Kliniken: Ministerin Bätzing-Lichtenthäler (Mitte) und die damaligen Bürgermeister Thomas Bungert (VG, links) und Jürgen Port (Stadt Oberwesel, r.) im April 2019. Foto: Loreley-Kliniken.

In der Diskussion um die Schließung der Kliniken argumentieren Sie vor allem betriebswirtschaftlich. Die Stilllegung betrifft aber nicht nur die reine Krankenhaus-Ökonomie, sondern auch die Wirtschaft- und Kaufkraft in Ihrer Stadt. Wie bewerten Sie den volkswirtschaftlichen Schaden für Oberwesel und die Region?

Ich habe das Finanzierungssystem der Krankenhäuser nicht erfunden und bin auch nicht für die bundes- und landespolitischen Entscheidungen verantwortlich, sondern muss mich der Realität beugen und habe auch sehr viel in den letzten Wochen und Monaten von anderen Trägern erfahren. Auch andere Träger leiden unter den aktuellen Rahmenbedingungen, aber ich denke, da erzähle ich Ihnen nichts Neues. Ich kann keinen volkswirtschaftlichen Schaden beziffern. Das hängt vor allem auch von der Folgenutzung und der künftigen Ausrichtung ab.

Der Marienhaus-Konzern hat gedroht, Insolvenz für die Krankenhaus-GmbH anzumelden, wenn Sie die Schließung der Krankenhäuser nicht ermöglichen. Wäre ein solcher Insolvenzantrag juristisch alternativlos gewesen oder wurde hier Druck ausgeübt, um ein Abstimmungsergebnis im Interesse der Marienhaus-Gruppe zu erreichen?

Gedroht ist sicherlich nicht der richtige Begriff, und Druck wurde auch nicht ausgeübt. Ich habe mich bei meiner Entscheidung, die ich zuvor mit den Beigeordneten und Fraktionsvorsitzenden abgestimmt hatte, auf die rechtliche Stellungnahme der Dornbach GmbH gestützt, der die Fortführungsprognose der Krankenhausgesellschaft zugrunde lag. Und die war eben negativ, leider. In der nicht-öffentlichen Stadtratssitzung vergangenen Montag, am 27. April 2020, hat der Stadtrat es mit einer deutlichen Mehrheit für richtig befunden, dass sich die Stadt Oberwesel durch meine Person in der Gesellschafterversammlung enthalten hat.

Ein Gesellschafter, der wie im Herbst 2019 ohne Rechtsgrundlage öffentlich die Schließung eines Unternehmens ankündigt und einige Monate später über Insolvenz spekuliert, fügt dem Betrieb unter Umständen schweren Schaden zu. Davon wäre auch die Stadt Oberwesel als 25 Prozent-Teilhaberin betroffen. Prüfen Sie Regressforderungen?

Auf diese Frage kann ich Ihnen heute noch keine Antwort geben.

Wann findet eine Inventur des Klinik-Eigentums statt und werden vorab Sie informiert, wenn Marienhaus Material und Maschinen aus Oberwesel für andere Kliniken ausleiht?

Mit der Geschäftsführung ist gemäß Gesellschaftervertrag die Marienhaus Kliniken GmbH beauftragt, die auch 55 Prozent Anteile an der Krankenhaus GmbH St. Goar-Oberwesel innehat. Der Klinik-Betrieb läuft ja bis 30. September 2020 weiter. Ich wüsste nicht, dass derzeit eine Inventur gemacht wird. Aus der Klinik wurden wegen der Corona-Krise Beatmungsgeräte an andere Krankenhäuser (Corona-Schwerpunktkrankenhäuser) ausgeliehen, das wissen wir. Eins ist in Oberwesel für den Fall der Fälle verblieben. Ansonsten ist das Inventar der Klinik meines Wissens vor Ort. Das hat auch der Geschäftsführer der Krankenhaus GmbH St. Goar-Oberwesel, Herr Dr. Reimund, in der nicht-öffentlichen Stadtratssitzung am 27. April 2020 den Ratsmitgliedern bestätigt.

In der RZ haben Sie angedeutet, dass Sie die Gesellschafterstruktur der Krankenhaus GmbH für nicht mehr zeitgemäß halten. Stehen Sie weiterhin zur Krankenhaus GmbH oder können Sie sich vorstellen, dass die Kommunen ganz aussteigen, wenn ein größeres und profitableres Seniorenheim gebaut ist?

Ich habe gesagt, dass das Modell aus der Historie heraus entstanden ist und es ein solches heute wohl kaum noch irgendwo gibt. Nein, ich kann mir nicht vorstellen, dass die Stadt aus der GmbH aussteigt, schließlich gilt es nun mehr denn je die Zukunft der medizinischen Versorgung in Oberwesel und im Umkreis mitzugestalten. Außerdem gehört ein Großteil der Grundstücke der Stadt Oberwesel.

Foto des Tages

Mittelrheingold gibt’s auch per Post

Der wöchentliche E-Mail-Newsletter bringt die wichtigsten Mittelrhein-Themen auf einen Blick.  Hier geht’s zum kostenlosen Abo.

Corona am Mittelrhein: So kämpfen Gastronomen, Einzelhändler und Kommunalpolitiker

Der Gastronom: „Ostern fällt aus“

Im kleinen Oberheimbach gibt es eines der besten Hotels und Restaurants am Mittelrhein. Die Brüder Florian und Marc Lambrich haben ihr „Weinberg-Schlösschen“ mit viel Herzblut zum Vorzeigebetrieb für einheimische Genießer, anspruchsvolle Touristen und  internationale Tagungsgäste entwickelt. Jetzt stehen sie wie alle Mittelrhein-Gastronomen mit dem Rücken zur Wand. Florian Lambrich erzählt in der Extra-Ausgabe von Mittelrheingold, wie er die Corona-Krise erlebt.

Florian Lambrich (r.) betreibt das Weinbergschlösschen gemeinsam mit seinem Bruder Marc.

Florian Lambrich (r.) betreibt das Weinbergschlösschen gemeinsam mit seinem Bruder Marc.

Florian, wann hast du gemerkt, dass Corona ein ernsthaftes Problem für deinen Betrieb werden könnte?

Ende Januar, da war die erste Stornierung eines Geburtstages, der erst im Mai stattfinden sollte. Und natürlich konnten bei den Tagungen die chinesischen Gäste nicht mehr anreisen. Aber dieses Ausmaß habe ich nicht im Traum erahnen können.

Was steht bei euch auf dem Spiel?

Das kommt auf den Zeitraum an. Jetzt muss man einen kühlen Kopf behalten und klug handeln. Also erstmal alles, was auf Eis zu legen geht, stilllegen. Aber natürlich steht die Existenz auf einem Prüfstand. Was wir aushalten können, kann ich dir erst nach der Krise schreiben

Was erwartest du von der Politik?

Ich erwarte, dass die sich an den Kosten beteiligt. Ich höre jetzt die ganze Zeit, dass sie Kredite vergeben. Die muss man aber wieder zurückzahlen. Es gibt laute Worte,  dass die Mehrwertsteuer von 19 auf 7 Prozent gesenkt werden soll. Das ist aber keine Soforthilfe. An den fixen Kosten beteiligen, wäre das hilfreichste. Für uns auf dem Land ist es auch nochmal eine ganz andere Situation wie in der Stadt. Die Öffnungszeiten bringen hier nichts, da die Gäste abends essen und nicht mittags. Geschäftsreisende gibt es nur in Form von Tagungen, die aber untersagt sind, und Privatreisen sind auch nicht erlaubt. So haben wir keinen Umsatz.

Womit wäre euch noch geholfen?

Offizielle Schließung der Gastro und der Hotels auf dem Land. Das hat versicherungstechnische Vorteile. Und natürlich an dem Schaden beteiligen, der jetzt noch nicht absehbar ist. Auch die Zeit nach Corona ist ja noch nicht sicher. Die Wirtschaft wird ja auch immer mehr lahm gelegt.

Das Welterbe-Tal lebt vom Tourismus. Was bedeutet es für die Region, wenn die ganze Saison ausfallen sollte?

Die meisten hier haben jetzt 3 bis 4 Monate Winterpause gehabt und sind seit Anfang März erst wieder geöffnet. Ostern fällt aus, dieses Jahr. Das ist ein enormer Schaden. Wenn jetzt Mai und Juni auch wegfällt, ist es nicht mehr aufzuholen. Das sind neben August und September die beiden stärksten Monate. Ich drücke alle meinen Kollegen die Daumen das wir es irgendwie schaffen. Kämpfer sind hier viele im Rheintal.

Die Kommunalpolitiker: Krankenhaus retten jetzt!

Im vergangenen Herbst versuchte der katholische Krankenhauskonzern Marienhaus, die Loreley-Kliniken zu schließen – eigenmächtig und ohne seine kommunalen Partner zu informieren. Offenbar ging es darum, im hart umkämpften Krankenhaus-Markt einen Konkurrenten für die Binger Heilig-Geist-Klinik auszuschalten, die ebenfalls zum Konzern gehört. Massive Bürgerproteste verhinderten es und sorgten für ein Jahr Aufschub. Jetzt sind überall Krankenhausbetten gefragt, und in Koblenz entsteht bereits ein Behelfs-Lazarett. Trotzdem zeigt sich Marienhaus an Kapazitäten für Oberwesel und St. Goar wenig interessiert. Die Bürgermeister der Verbandsgemeinde Hunsrück-Mittelrhein und der Städte Oberwesel und St. Goar haben jetzt einen Brandbrief an die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler geschrieben. Sie fordern, die Klinik-Standorte für die Corona-Patienten zu nutzen und über 2020 hinaus zu finanzieren. Facebook

Der Einzelhändler: Service, Service, Service – und immer an das Internet denken

Im Welterbe-Tal ist wahrscheinlich kein Einzelhändler einfallsreicher als Franziskus Weinert vom Oberwesler Schreib -und Spielwarengeschäft Hermann. Im Fachmagazin „Das Spielzeug“ schildert er, wie er mit der Krise umgeht. Franziskus hat einen lokalen Lieferdienst aufgezogen, wirbt dafür in klassischen Anzeigenblättern und im Internet und hält die Kundschaft mit Video-Clips bei Laune. Außerdem gibt es günstige „Corona-Preise“. dasspielzeug.de

Das Beste zum Schluss

Katholische Priester im Bistum Trier sind nicht zu beneiden. Erst drückte ihr Bischof ihnen einen radikale Gebietsreform aufs Auge, jetzt lässt er sie wegen Corona Geistermessen vor leeren Kirchenbänken lesen. „Zur festgesetzten Zeit am angegebenen Ort“, lautet die Weisung aus der Zentrale. Boppards Dechant Hermann Josef Ludwig bittet seine Gläubigen jetzt um Selfies, die er ausdrucken und an ihre Plätze heften kann. „Ich vermisse euch. Bringt mir Fotos in die Kirche, damit ich weiß, für wen ich eine Messe halte“, zitiert ihn die „RZ“. Rhein-Zeitung

„Ich wünsche mir ein Festival, das nicht mehr wegzudenken ist“

1.500  Besucher kamen im vergangenen Jahr zum „Festival an den Ufern der Poesie“ in Bacharach und seinen Nachbarorten, 700 weitere flanierten zum Finale durch Bacharach und genossen die karnevaleske „Bacchanale“, eine noch nicht dagewesene Mischung aus Straßenfest,  Sommer-Karneval und Freilufttheater. Das Theater- und Literaturfestival endete heiter, aber sein Ursprung ist ernst: Im Mittelpunkt steht Heinrich Heines Geschichte vom „Rabbi von Bacherach“ (so schrieb er den Namen der Stadt tatsächlich). Das Festival setzt Maßstäbe für den Mittelrhein. Es inszeniert einzigartige Literatur am richtigen historischen Ort und holt mit dem Theater Willy Praml Frankfurter Großstadtflair ins Tal.

Peter Keber ist der Mann, der das alles möglich macht. Der Rechtsanwalt und langjährige Landesbank-Jurist kam 1965 seiner Bacharacher Frau zuliebe in die Stadt. Heute würde ihn niemand mehr weglassen. Wenn der Stadtrat beschließen würde, eine Ehrenbürgerschaft zu verleihen, könnte sie nur an Keber gehen. Sein ehrenamtlicher Einsatz hat die Wernerkapelle vor dem Verfall gerettet, er kennt die antisemitische Geschichte des Bauwerks und begreift die historische Aufgabe, zu erinnern und zu versöhnen. Auf Keber geht der Kontakt zu den Frankfurter Theatermachern zurück, und ohne ihn würde das Festival nicht geben.  Jetzt kämpft er weiter. Das Ziel ist, „An den Ufern der Poesie“ nachhaltig sichern. Dazu braucht es mehr Geld als bisher. Für das nächste Jahr werden 150.000 Euro gebraucht. Bisher trugt sich alles mehr recht als schlecht durch Eintrittsgelder und Zuschüsse des „Kultursommers Rheinland-Pfalz“, Investitionen in Marketing und Medienarbeit blieben auf der Strecke. Das soll sich ändern. Keber hat Ministerpräsidentin Malu Dreyer angeschrieben und denkt schon wieder voraus: Das zweijährlich stattfindende Festival würde 2029 in das Buga-Jahr fallen.

Peter Keber engagiert sich seit über 40 Jahren für die Wernerkapelle. Foto: Jochen Werner.

Peter Keber engagiert sich seit über 40 Jahren für Bacharach. Foto: Jochen Werner.

Peter, du setzt dich seit Jahrzehnten für Bacharach, für die Wernerkapelle und für die Erinnerung an die jüdische Kultur in der Stadt ein. Wie kam es dazu?

Auslöser waren tiefgehende Risse in der Hauptarkade zwischen Süd- und Ostchor. Aufgrund der hochsensiblen Statik eines hochgotischen  Bauwerks und aufgrund des Fehlens der Nordkonche drohte das Wahrzeichen der Stadt Bacharach einzustürzen. Schon 1979/1980 war mir klar, dass wir uns nicht nur für die Restaurierung der Kapelle sondern auch mit der Widerlegung der Ritualmordgeschichte einsetzen müssen.

Jetzt kämpfst du für das Festival „An den Ufern der Posie“. Was ist dein Ziel?

Nach Abschluss der fast 20 jährigen Restaurierungsarbeit und den daran anschließenden jüdisch-christlichen Abschlussgottesdienst am Ort Jahrhunderte währendem Antijudaismus war klar, dass wir uns fortan für die Verständigung zwischen Juden und Christen, ja zwischen den Religionen in der Wernerkapelle einsetzen müssen. So kam das Festival mit der Aufführung des „Rabbi von Bacherach“ von Heinrich Heine  durch das Theaterensemble Willy Praml auch in die Wernerkapelle. Ziel ist es, dieses Festival in Form einer Biennale immer wieder mit dem „Rabbi von Bacherach“  als „Ankeraufführung“ durchzuführen , um so die Verständigungsarbeit wach zu halten – es ist derzeit aktueller und notwendiger denn je!

Im vergangenen Jahr ist das Festival weit über Bacharach hinausgewachsen. Wie ist die Unterstützung in der Nachbarschaft?

Das Hinauswachsen in die Nachbarstädte war fürs Erste ein guter Erfolg – es muss aber noch mehr gefestigt werden.

Du hast Ministerpräsidentin Malu Dreyer um Hilfe gebeten. Welche Möglichkeiten gibt es noch, und wie lassen sich weitere Unterstützer mobilisieren?

Neben der großartigen Unterstützung durch den Kultursommer Rheinland-Pfalz sollten auch noch mehr private Sponsoren, insbesondere die heimische Wirtschaft,  gewonnen werden. Dies gelingt aber nur durch intensive Überzeugungsarbeit.

2029 ist die Buga im Mittelrheintal. Was ist dein größter Wunsch für die Bundesgartenschau?

Ich wünsche mir, dass im Jahr der Buga das Festival “ An den Ufern der Poesie“ fest etabliert und nicht mehr weg zu denken ist. Der Rhythmus der Biennale zielt ab 2021 genau in das Jahr der Buga 2029.

Hohenzollern-Deal in St. Goar

Der Prinz kütt: Im dritten Anlauf hat der Stadtrat von St. Goar den umstrittenen Rheinfels-Vergleich mit Georg Friedrich von Preußen beschlossen. Die Abstimmung ging mit 12 zu 7 Stimmen für  SPD-Bürgermeister Falko Hönisch aus. Er hatte den Deal angeregt, der einer Stiftung des Hauses Hohenzollern über 70 Jahre lang Anteile am Eintrittsgeld für Burg Rheinfels überträgt. Im Gegenzug verzichtet der Prinz auf seine wackligen Ansprüche auf Burg und Schlosshotel. Die CDU hatte sich vehement dagegen gewehrt. Sie sieht keinen Grund, der früheren Kaisersippe entgegenzukommen und sie an städtischen Einnahmen zu beteiligen. Experten des Landes Rheinland-Pfalz und der frühere Verbandsbürgermeister Thomas Bungert halten die Ansprüche der Hohenzollern ebenfalls für unbegründet. Sie hätten es auf eine weitere Runde im Prozess ankommen lassen, nachdem der Prinz in erster Instanz krachend gescheitert war. Mitteilung aus St. Goar, Rhein-Zeitung (Hintergrund)

Der Bürgermeister kommt zurück

Ende vergangenen Jahres zog Matthias Pflugradt die Notbremse. Der Stadtbürgermeister von St. Goarshausen konnte nicht mehr, machte seine Depression öffentlich und nahm sich eine Auszeit. Jetzt will er’s wieder wissen. in den kommenden Wochen nimmt Pflugradt seine Amtsgeschäfte wieder auf.  Mitteilung aus St. Goarshausen

Schwätzerchen gesucht

2018 musste die Stadt Bingen beinahe darum betteln, dass jemand die Rolle der Weinbotschafterin „Prinzess Schwätzerchen“ übernahm. Am Ende erbarmte sich Winzertochter Vanessa Gundlach. 2020 soll es anders laufen. Gundlach und ihre Mit-Prinzessinnen Vanessa Litzius und Sarah Wendel-Eckes werben u. a. auf Facebook für ihren Job. Ihre Amtszeit endet im Spätsommer. Bis dahin wollen sie im Netz neue Prinzessinnen finden. Allgemeine Zeitung

Eine Reise nach Rüdesheim

Jeder glaubt Rüdesheim zu kennen, tatsächlich kann das Mittelrhein-Mallorca selbst für Einheimische ein Buch mit sieben Siegeln sein. Meine Blogger-Kollegin Tanja Werle alias „Rheingauprinzessin“ hat die Highlights zusammengefasst. rheingauprinzessin.de

Ausflug nach Rüdesheim

Ein Blick auf die Buga

Bis zur Bundesgartenschau 2029 müssen nicht nur neue Hotels her, sondern auch jede Menge modern und geschmackvoll ausgestattete Ferienwohnungen. Wie man so etwas vorbildlich gestaltet, zeigt Dirk Melzer in Kaub. Der Kölner Landschadtsarchitekt und gebürtige Mittelrheiner hat unterhalb der Burg Gutenfels ein Haus mit Rheinblick saniert und vermietet es jetzt u. a. auf Airbnb.

Video der Woche

Das neue Binger Großhotel „Papa Rhein“ gab es nur auf dem Papier, als Investor Jan Bolland schon die erste Auszeichnung dafür gewann. Ende 2019 holte er den „Tourismus-Preis Rheinland.Pfalz“ in der Kategorie „Innovation des Jahres“. Zur Preisverleihung ist ein Video auf YouTube veröffentlicht worden; dort erklärt Bolland seine Vision von „Papa Rhein“. Der Hotel-Traum wird gerade Wirklichkeit. Das Gebäude steht, und noch in diesem Jahr soll die Eröffnungsparty steigen. YouTube (Video), Mittelrheingold (7 Fragen an Jan Bolland, Juli 2019)

Mittelrhein-Zahl des Tages

Apropos „Papa Rhein“: Neben dem Hotel entstehen in den kommenden Jahren 148 Wohnungen. Die neue „Rheinblick-Gartenstadt“ soll bis zum Altem Kran reichen. Die ersten 70 Wohnungen werden gerade vermarktet; Preise stehen noch nicht fest. Allgemeine Zeitung, eigentumswohnungen-bingen.de (Website des Projektentwicklers)

Termine der Woche

Freitag in Rüdesheim – „Dibbegugger“ / Mittelrhein-Momente in Breuer’s Rüdesheimer Schloss – 28. Februar, 19 Uhr. mittelrheinmomente.de

Freitag ab Rüdesheim – Krimidinner auf dem Rhein – 28. Februar, 19 Uhr. ruedesheim.de

Freitag in Bingen – „8 Frauen“ / Theraterabend in Büdesheim – 28. Februar, 19 Uhr 30. bingen.de

Freitag in Bingen – „Anderswo. Allein in Afrika“ im Programmkino KiKuBi – 28. Februar, 19 Uhr 30. bingen.de

Freitag in Bingen – The Johnny Cash Show in der Stadthalle – 28. Februar, 20 Uhr. boppard-tourismus.de

Samstag in Bingen –  Guadagini Trio in der Villa Sachsen – 29. Februar, 19 Uhr 30. bingen.de

Samstag in Boppard – Krimidinner im Hotel Jakobsberg – 29. Februar, 19 Uhr. boppard-tourismus.de

Samstag in Boppard – „1917“ / Cinema in der Stadthalle – 29. Februar, 20 Uhr. boppard-tourismus.de

Samstag in Bingen – „Jazz à la Flute“ in der Binger Bühne – 29. Februar, 20 Uhr 30. bingen.de

Sonntag auf der Festung Ehrenbreitstein – Klaus Hoffmann singt Brel – 1. März, 19 Uhr. tor-zum-welterbe.de

Sonntag in Boppard – „1917“ / Cinema in der Stadthalle – 1. März, 20 Uhr. boppard-tourismus.de

Montag in Bingerbrück – Hildegard-Abend: Einblick in die Schriften der heiligen Hildegard – 2. März, 19 Uhr. bingen.de

Montag in Boppard – „Das Beste kommt zum Schluss“ / Cinema in der Stadthalle – 2. März, 20 Uhr. boppard-tourismus.de

Dienstag auf der Festung Ehrenbreitstein – „Still Collins Plus“ / Konzert – 3. März, 20 Uhr. tor-zum-welterbe.de

Dienstag in Boppard – „1917“ / Cinema in der Stadthalle – 3. März, 20 Uhr. boppard-tourismus.de

Dienstag in Bingen – „Das Wirtshaus im Spessart“ im Programmkino KiKuBi –  3. März, 20 Uhr 15. bingen.de

Donnerstag in Bingen – „The Guards“ / Spätschicht in der „Alten Wache“  – 5. März, 19 Uhr 30. bingen.de

Freitag in Rüdesheim – Beatbox in der Villa Sturm – 6. März, 19 Uhr. ruedesheim.de

Freitag in Bingen – „Fairtraders“ im Programmkino KiKubBi  – 6. März, 19 Uhr 30. bingen.de

Foto der Woche

Das Beste zum Schluss

Die Schweizer Weinzeitschrift „Vinum“ hat eine Auswahl von 25 deutschen „Jungwinzertalenten“ zusammengestellt. Auch der Mittelrhein ist vertreten: Die Redakteure – oder „Redaktore“, wie es in der Schweiz heißt – setzen Ex-Weinkönigin und Riesling-Influencerin  Sarah Hulten auf die Liste. Das Magazin kommt heute in den Handel. vinum.eu

Mittelrheingold gibt’s auch per Post

Der wöchentliche E-Mail-Newsletter präsentiert die besten Artikel, Videos und Termine aus dem Oberen Mittelrheintal.  Hier geht’s zum kostenlosen Abo.

Seite 1 von 29

Präsentiert von WordPress & Theme erstellt von Anders Norén

%d Bloggern gefällt das: