Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Kategorie: Interviews Seite 1 von 35

Heimathafen Mittelrhein: 7 Fragen an Mareike Knevels

Texte über das Tal gibt es viele. Aber nur wenige Autoren haben so feine Sensoren für das Leben und den Alltag dort wie Mareike Rabea Knevels. Die Kommunikationsdesignerin, Hochschul-Dozentin und Ex-Burgenbloggerin wollte nach ihrer Zeit auf Burg Sooneck herausfinden, was Menschen in die Region zieht, was sie hält und was sie wiederkommen lässt, kurz: was Heimat im Welterbetal bedeutet. Aus Begegnungen und Gesprächen mit unterschiedlichen Menschen an unterschiedlichen Mittelrhein-Orten ist ein Buch entstanden: „Zwischen Riesling, Tahini und Pixeln“. Was es damit auf sich hat, erzählt sie im Mittelrheingold-Interview. 

Mareike am Mittelrhein: Die Burgenbloggerin 2019 bleibt der Region verbunden. Foto: Privat

Mareike am Mittelrhein: Die Burgenbloggerin 2019 bleibt der Region verbunden. Foto: Privat

Mareike, du warst die 5. und bisher letzte Burgenbloggerin. Wie ist es dir seit 2019 ergangen?

Die letzten 2 oder 3 Jahre waren sehr vielseitig: Zum einen habe ich weiter an der Hochschule Mainz als Dozentin und wissenschaftliche Mitarbeiterin gearbeitet. Parallel habe ich mich in das jetzt erschiene Buchprojekt „Zwischen Riesling, Tahini und Pixeln“ gestürzt. Das Projekt war für mich im ersten Jahr der Pandemie ein großer Anker: Einfach eine so tolle Aufgabe zu haben, nämlich zu recherchieren, zu schreiben, zu illustrieren und Menschen zu begegnen.

Der Mittelrhein lässt dich nicht ganz los. Wie kam die Idee für das Buch zustande?

Als ich Ende 2019 die Burg verließ, die Zeit als Burgenblogger:in ist ja begrenzt auf sechs Monate, konnte ich nicht ganz loslassen. Das lag an der intensiven Zeit, den vielen tollen Erlebnissen und Begegnungen. Gleichzeitig habe ich mich ein Stück weit entwurzelt gefühlt. 2018 und 2019 war ich über 200 Tage unterwegs. Die Tage habe ich für das Buch mal zusammengezählt. Ich war in Chile, in den USA, habe viele Wochenendausflüge in Europa gemacht. Eine ganze Menge jedenfalls. Nach dem vielen Unterwegssein, kam ich schließlich „nach Hause“ und wusste nicht so wirklich, wohin mit mir. Und stellte mir die Frage: Was ist das überhaupt „Zuhause“? Was bedeutet das? Also eine Heimat zu haben, für mich und auch für andere. So entstand die Idee zum Buch. Im Titel heißt es auch „Eine Spurensuche“ – weil das Buch auch eine Suche nach diesem Ort, diesem Zuhause ist.

Im Buch geht es nicht nur um Einheimische, sondern oft auch um Zugezogene. Ist das Mittelrheintal ein guter Ort, um neu anzufangen?

Ja, ich denke schon. Aber dazu gehört natürlich auch ein bisschen Mut: Man muss sich auf die Enge des Tals einlassen und gerne Menschen begegnen. Dafür bekommt man aber eine wunderschöne Landschaft, verwinkelte Gassen, guten Wein und nicht zu vergessen den Rhein vor die Haustüre gesetzt.

Gibt es eine Geschichte, die dich besonders berührt hat?

Jede der 12 Geschichten trägt einen ganz persönlichen Blick auf Heimat in sich und hat mich sehr berührt. Vielleicht gibt es 2 Geschichten, die meine Beziehung zu dem Wort „Heimat“ verändert haben: Das ist die Geschichte von Odelia Lazar. Sie hat als Israelin und Jüdin eine sehr diskursive Betrachtung auf das Wort „Heimat“. Und die Geschichte von Ute Grassmann, die für mich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verbindet. Und mich in ihrer Geschichte fragt, „Warum ich mich wirklich auf die Suche gemacht habe…“ Das darf man dann im Buch nachlesen. 😉

Was hast du beim Schreiben über dich selbst gelernt?

Das ein genaues Hinsehen essenziell ist, immer und immer wieder. Auch wenn es manchmal weh tut. Dass Worte nicht manifest sind, man macht Fehler, man lernt dazu. Letztlich ist das Entwicklung. Schreiben ermöglicht mir Wahrgenommenes in einem Raum festzuhalten, und diesen Raum für eine andere betretbar zu machen. Zumindest ist das immer mein Versuch.

Du schreibst nicht nur, du illustrierst auch. Wie viele Bilder aus dem Mittelrheintal sind in den vergangenen Jahren entstanden?

Puh, so genau weiß ich es nicht – schätzungsweise zwischen 130 und 140 Illustrationen – also Blog und Buch zusammengezählt. Das ist schon eine ganze Menge, wie mir gerade bewusst wird. Aber ich habe bestimmt noch Material für weitere 100 Illustrationen. In der Regel fotografiere ich Ideen und Momente und arbeite dann einzelne Elemente als Zeichnungen aus. Und mein Foto-Archiv ist mittlerweile sehr groß.

Du hast sogar unsere alte Bacharacher Badezimmer-Kommode gezeichnet. Jedenfalls habe ich sie im Buch entdeckt. Warum gibt es eigentlich keine Galerie mit deinen Mittelrhein-Bildern?

Das ist eine schöne Frage und gleichsam Idee – die Bilder würde ich natürlich gerne mal ausstellen. Die Frage gebe ich gerne weiter 🙂

„Zwischen Riesling, Tahini und Pixeln“ mit Texten und Bildern von Mareike Rabea Knevels ist im Verlag der „Rhein-Zeitung“ erschienen und kostet 18 Euro. Man muss das Buch nicht bei Amazon bestellen, denn lokale Händler wie Franziskus Weinert in Oberwesel („Schreib- und Spielwaren Hermann“) haben es im Laden. Auf Wunsch schickt Franziskus es auch nach Hause

Foto des Tages

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Loreley-Touristik (@loreleytouristik)

Jetzt den Mittelrheingold-Newsletter abonnieren

Mittelrheingold Auslese: Jede Woche die wichtigsten Mittelrhein-Themen auf einen Blick. Hier geht’s zum kostenlosen Abo

Bonus Track: Am 1. Mai nach Urbar

Dies ist keine bezahlte Werbung und eigentlich auch kein Terminhinweis, denn der Kalender von Mittelrheingold dauert noch. Es ist nur weil man Sven Oppenhäuser nichts abschlagen kann und Urbar so schön liegt. Falls Sie am Sonntag dort oben mit Blick auf die Loreley wandern möchten: Der SSV Urbar sorgt dafür, dass Sie nicht verhungern. Es gibt am Büttenplatz Wurst, kalte Getränke, Kaffee und Kuchen. SSV Urbar

Gesundheitsrisiko Bahnlärm: „Akut hilft nur Geschwindigkeitsreduktion“

Wie krank macht der Bahnlärm am Mittelrhein wirklich? Die jahrelange Dauer-Aufregung der Bürgerinitiative „Pro Rheintal“ lässt viele Mittelrheiner mittlerweile genervt abschalten – vor allem dann, wenn sie nicht direkt an den Gleisen wohnen. Aber was der Mainzer Medizinprofessor Thomas Münzel über den Lärm sagt, gibt zu denken. Ein Interview über Gesundheitsgefahren, persönlichen Ärger als Risikofaktor und notwendige Gegenmaßnahmen. 

Bllick auf Oberwesel.

Bahngleise bei Oberwesel. Foto: Romantischer Rhein / Hen4ry Tornow.

Professor Münzel, Sie unterstützen die Bürgerinitiative „Pro Rheintal“ bei Ihrer Forderung nach weniger Bahnlärm im Mittelrheintal. Welche wissenschaftlichen Erkenntnisse gibt es über die Lärmbelastung? 

Die Zahlen aus Oberwesel sprechen für sich. Die Spitzenwerte und die Mittelwerte sind katastrophal hoch. Es wundert einen, dass das von der Politik zugelassen wird. Die europäische Umweltagentur EEA sagt, dass bei Werten über 55 dB(A) mit gesundheitlichen Auswirkungen zu rechnen ist. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt 44 dB(A) und wir haben im Mittelrheintal um die 70 d(BA). also 26 dB(A) mehr Das ist absolut inakzeptabel und zu 100 Prozent krankmachend.

Welche gesundheitlichen Gefahren sehen Sie für die Menschen im Mittelrheintal?

Neue Erkenntnisse der Lärmforschung weisen klar nach, dass insbesondere der Nachtlärm schädlich ist und mehr Herz-Kreislauf-Erkrankungen und auch zerebrale Schädigungen hervorrufen kann. Eine zu kurze Nacht mit weniger als 6 Stunden Schlaf und auch häufig unterbrochener Schlaf sind per se ein wichtiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und zerebralen Erkrankungen. Der Lärm im Rheintal übersteigt das von der der WHO empfohlen Maß um das Vielfache. Das bedeutet, das die Menschen verstärkt unter Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden, aber auch unter psychischen Erkrankungen wie Depressionen und Angststörungen. Eine Studie aus Dänemark weist außerdem auf Demenz als erhöhten Risikofaktor hin.

Welche Rolle spielt das subjektive Empfinden? Ist es aus medizinischer Sicht egal, ob ich mich über den Lärm aufrege und darunter leide oder steigt das gesundheitliche Risiko mit dem psychischen Belastung? 

Hier hat sich eine entscheidende Wende ergeben. Bis vor wenigen Jahren glaubt man noch, dass die so genannte Annoyance, also der eigene Ärger über den Lärm, keinen Einfluss auf Erkrankungen hat. Nach neuesten Befunden der Harvard-Klinik in Boston hat sich das jedoch deutlich geändert. Das Ausmaß des sich Ärgerns kann man über eine Aktivitätsmessung der Amygdala quantifizieren. Das sind Kerne im Gehirn, die für die Verarbeitung von Emotionen, Ärger und Stress zuständig sind. Man hat bei Menschen, die sich stark belästigt fühlen, eine stärkere Aktivierung der Amygdala gemessen. Das ging einher mit mehr Gefäßentzündungen und innerhalb von 5 Jahren mehr Herzinfarkten und mehr Todesfällen durch Herzerkrankungen und Schlaganfällen.

Was raten Sie Menschen, die unter Bahnlärm leiden? 

Nun, es gibt einfache Maßnahmen wie z. B. Ohrstöpsel. Das Problem beim Bahnlärm sind die Erschütterungen, die zusätzlich ins Gewicht fallen und gegen die man nicht angehen kann. Autogenes Training soll helfen, aber auch eine allgemeine Stärkung der Widerstandskräfte. Auch dazu gibt es eine aktuelle Studie aus den USA.

Was sollten Politik und Deutscher Bahn jetzt tun?

Sofort Tempo 50 einführen. Man kann nicht Tempo 30 in Innenstädten fordern und gleichzeitig akzeptieren, dass in der Nacht Güterzüge mit bis zu 100 dB(A) durch Wohnorte brettern. Die dB(A) Werte sind so hoch, dass sie meiner Meinung nach den Tatbestand der Körperverletzung erfüllen. Mittlere Lärmpegel mit bis zu 75 dB(A) in der Nacht wie z. B. in Oberwesel – bei 100 Zügen – sind absolut inakzeptabel. Am Tag liegen die Mittelwerte um die 70 dB(A). Die WHO-Richtlinien gehen von maximal 44 dB(A) in der Nacht aus, also knapp 25 weniger. Es ist immer gut, wenn die Politik von Halbierung des Lärms spricht. 10 dB(A) bedeuten schon eine Halbierung der Lautheit, also dessen, das was die Menschen als laut empfinden. Die Flüsterbremsen sind nach aktuellem Stand out. Was wir brauchen, sind Scheibenbremsen. Akut hilft nur Geschwindigkeitsreduktion. So lange bis die anderen Maßnahmen effektiv greifen.

Thomas Münzel lehrt an der Universität Mainz. Foto: Peter Pulkowski / Universitätsmedizin Mainz

Thomas Münzel lehrt an der Universität Mainz. Foto: Peter Pulkowski

Zur Person: Thomas Münzel, Jahrgang 1955, ist ist Professor für Kardiologie und Gefäßerkrankungen an der Universität Mainz. Der gebürtige Baden-Badener arbeitete nach Medizinstudium und Promotion als Arzt und Oberarzt in Freiburg, Atlanta (USA) und am  Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, wo er 2003 zum Professor berufen wurde. 2004 wechselte er an die Universität Mainz. Dort leitet er eine kardiologische Klinik der Universitätsmedizin. Münzel ist als Herz-und Kreislauf-Spezialist und Hochschullehrer mehrfach ausgezeichnet worden. 

Foto des Tages

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von StephanieKoblenz (@mytravel_time)

Jetzt den Mittelrheingold-Newsletter abonnieren

Mittelrheingold Auslese: Jeden Freitag die wichtigsten Mittelrhein-Themen auf einen Blick. Hier geht’s zum kostenlosen Abo

Marathonmann und Brückenbauer: 5 Fragen an Volker Boch

Unabhängige Bewerber für kommunale Spitzenämter sind nichts Ungewöhnliches mehr. Oft haben sie bessere Chancen und mehr Erfolg als Parteipolitiker mit jahrzehntelanger Erfahrung. Beispiele aus dem Welterbetal sind der Rüdesheimer Bürgermeister Klaus Zapp und sein Lorcher Kollege Ivo Reßler. Beide setzten sich 2019 gegen langjährige Amtsinhaber durch. Medienprofi und Leistungssportler Volker Boch ist trotzdem ein Sonderfall: Der Mann, der Landrat des Rhein-Hunsrück-Kreises werden will, ist weder Newcomer noch Veteran. Er hat noch nie in einem Kommunalparlament gesessen und kennt das Geschäft trotzdem aus nächster Nähe, denn er arbeitet seit 17 Jahren als Redakteur und Chefreporter für die „Rhein-Zeitung“. Zum Jahreswechsel sorgte er mit einem Vorstoß zur Mittelrheinbrücke für Aufsehen. Was ihn umtreibt und wie er seinen Redaktionsjob von der Kommunalpolitik trennt, erklärt er im Interview mit Mittelrheingold.

Volker Boch im Bopparder Hamm. Foto: Arthur Lik

Volker Boch im Bopparder Hamm. Foto: Privat

Herr Boch, Sie haben die Idee einer Fußgänger- und Radfahrerbrücke zwischen St. Goar und St. Goarshausen präsentiert. Von wem ging die Initiative aus und wer hat die beteiligten Ingenieure ins Boot geholt?

Die Idee ist sukzessive im einem Entwicklungsprozess von mehreren Wochen entstanden. Es ging für mich dabei um die Frage, wie die Buga 2029 und der Tourismus belebt werden könnte. Ich sehe in der Bundesgartenschau ein großes Potenzial nicht nur für das Mittelrheintal, sondern auch für die gesamte Region. Von dieser Buga sollte gerade im touristischen Bereich ein Effekt auch für den gesamten Rhein-Hunsrück-Kreis ausgehen. Der Tourismus im Rhein-Hunsrück-Kreis kann im Vorfeld der Buga und durch die Buga noch besser vernetzt werden. Die Idee der Rad- und Fußgängerbrücke ist im Kontext solcher perspektivischen Überlegungen entstanden und vor der Frage, wie sich noch ein Highlight für diese Buga setzen lässt. Da ich mich klar für den Bau der Mittelrheinbrücke als feste Querung ausspreche, habe ich einfach überlegt, ob die Fertigstellung dieses Projekts bis 2029 wirklich realistisch sein kann, um positiv während der Buga wirken zu können. Ich hoffe darauf, aber ich bin sehr skeptisch, dass es gelingen kann, diese Brücke bis 2029 zu bauen. Weil die Buga auf alternative Mobilität und auf die Schiene setzt und nachhaltig wirken soll, lag für mich der Gedanke nah, dass die Buga einen solchen temporären Brückenschlag für Radfahrer und Fußgänger gebrauchen kann; zumal der Bund auf den Radwegeausbau setzt und im Rahmen des Klimapakets 2030 auch entsprechende Förderungen in Aussicht stellt. Die Seilbahn in Koblenz hat eine unglaubliche Strahlkraft entwickelt, auch die Hängeseilbrücke Geierlay im Hunsrückort Mörsdorf wirkt weit über die Region hinaus. Eine temporäre und modular errichtete, also wiederverwendbare Rad- und Fußgängerbrücke an prominenter und zugleich schmaler Stelle im Mittelrheintal zur Buga ist aus meinen Überlegungen im Austausch mit engen Wegbegleitern entstanden. In Abstimmung mit dem Büro Dr. Siekmann + Partner wurde dies weiter vertieft und mit ingenieurtechnischem Know-how in eine Visualisierung übertragen. Ich bin den Büros Dr. Siekmann + Partener sowie Verheyen-Ingenieure sehr dankbar dafür, dass sie sich dieser Sache angenommen haben. Sie haben eine Visualisierung erarbeitet, die aufzeigt, dass es ein baulich umsetzbares Projekt ist. Diese Visualisierung habe ich mit einer Erläuterung verschiedenen Fachstellen, Entscheidern und Behörden zur Diskussion zugesandt.

Geplante Fahrradbrücke an der Loreley.

Entwurf / Visualisierung: Dr Siekmann Partner. Verheyen Ingenieure

Wie kam der Vorschlag an?

Die ersten Rückmeldungen liegen vor, die Reaktionen sind sehr offen und positiv. Es ist natürlich nachvollziehbar, dass es in regionalen politischen Kreisen im Vorfeld der Landratswahl zunächst eine gewisse Zurückhaltung und in Einzelfällen auch eine nach außen getragene Skepsis gibt. Das liegt in der Natur der Sache. Dennoch gibt es auch im Bereich der regionalen Politik Zustimmung. Und wer die Entwicklung der Geierlay-Hängeseilbrücke verfolgt hat, konnte auch dort zunächst erkennen, dass es nicht nur Begeisterung gab. Bei meinem Vorschlag zur Rad- und Fußgängerbrücke Loreley war es daher sehr schön zu erleben, dass ich bereits wenige Minuten nach dem Versenden der persönlichen Anschreiben an Entscheider die ersten telefonischen und schriftlichen Rückmeldungen hatte, die sich für das Projekt aussprachen. Das war wirklich gut. Die Idee befindet sich erkennbar in einer inhaltlichen Bearbeitung, es gibt bereits erste sehr kurzfristige Gesprächstermine mit maßgeblichen Institutionen. Das finde ich sehr gut. Mein Ziel ist es, die Landratswahl im Rhein-Hunsrück-Kreis zu gewinnen und dann an diesem Projekt gemeinschaftlich weiterzuarbeiten.

Für Rüdesheim und Bingen gibt es eine ähnliche Idee. Sind Sie mit den Aktivisten dort in Kontakt?

Ich möchte nicht drum herumreden: Mir war die Idee des Hildegardsteges bis zu meiner Veröffentlichung der Rad- und Fußgängerbrücke Loreley so nicht bekannt. Entsprechend klasse fand ich es, dass sich Stefan Schweitzer als einer der Motoren dieses Projekts sofort bei mir gemeldet hat und in großer Offenheit meinen Vorschlag begrüßt hat. Das fand ich insofern stark, als dieser erste Austausch eine Gemeinsamkeit symbolisiert hat, die wir einfach brauchen, nicht nur für dieses Projekt, sondern ganz allgemein. Wir haben länger telefoniert und verabredet, dass wir uns gemeinsam austauschen. Tenor unseres Gesprächs war, miteinander zu agieren und Projektideen nicht als Konkurrenz zu interpretieren. Ich denke, dass dies eine ideale Voraussetzung für die erfolgreiche Umsetzung von großen Zielen ist.

Sie treten als unabhängiger Kandidat für die Landratswahl an und werden von SPD und Grünen unterstützt. Wie finanziert sich der Wahlkampf?

Sie beschreiben es genau richtig. Ich bin ein unabhängiger Kandidat ohne Parteibuch, der sich bei SPD, Grünen, FDP und Freien Wähler vorgestellt hat. Jeweils in mehreren Runden, bei kleineren und größeren Versammlungen. SPD und Grüne haben sich dazu entschlossen, mich zu unterstützen, FDP und Freie Wähler haben keine Wahlempfehlung ausgesprochen. Für mich war von Beginn an klar, dass ich mich bei dieser Kandidatur vor allem selbst als Person einbringen muss, mit vielen Terminen, beim Organisieren und Aufstellen von Bauzäunen, beim Plakatieren, beim Fotografieren, Texten und Büromanagement – und selbstverständlich vor allem auch beim Finanzieren. Meine Familie unterstützt mich, ich habe von Beginn an auf Eigenfinanzierung gesetzt. Im Gegensatz zu den Parteien kann ich als Einzelperson keine Spenden annehmen. Menschen aus der Region, die mich unterstützen, haben sich mit Spenden an die unterstützenden Parteien eingebracht, um meine Kandidatur zu unterstützen. Dafür bin ich sehr dankbar. Diese Spenden sind mit eingeflossen in ein Gesamtbudget, das knapp ist und von dem ich einen sehr hohen Eigenanteil trage.

Und wie finanziert sich Volker Boch selbst? Können Sie während des Wahlkampfs noch in der Redaktion der „Rhein-Zeitung“ arbeiten?

Als ich mich zu dieser Kandidatur entschieden habe, war klar, dass es kein leichter Weg sein wird – meine Road to RHK ist so, wie ich es von einem früheren Leistungssportler und langjährigen Journalisten selbst erwarten würde: großer Einsatz, professionelle Einstellung und voller Fokus auf das Ziel! Für mich fängt dies mit einer scharfen Trennung von Beruf und Ambition an. Ich werde häufiger gefragt, warum ich zuvor nicht kommunalpolitisch in Räten engagiert gewesen bin. Ich hätte es nicht für professionell gehalten, hauptberuflich über Politik zu schreiben und vor Ort parallel dazu kommunalpolitisch tätig zu sein. Für mich ist eine Trennung wichtig. Ich habe deshalb vor der Bekanntgabe meiner Kandidatur bei meinem Arbeitgeber um unbezahlten Urlaub gebeten.

Foto des Tages

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Mittelrheintaler (@mittelrheintaler)

Jetzt den Mittelrheingold-Newsletter abonnieren

Jeden Freitag die wichtigsten Mittelrhein-Themen auf einen Blick. Hier geht’s zum kostenlosen Abo

Seite 1 von 35

Präsentiert von WordPress & Theme erstellt von Anders Norén

%d Bloggern gefällt das: