Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

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Groß denken: Wunsch und Wirklichkeit in St. Goarshausen

Die Verbandsgemeinde Loreley  steht für 100 Prozent Mittelrhein: Sie ist die einzige, die noch komplett im Welterbe-Gebiet liegt. Keine wäre besser geeignet, Taktgeber und Zentrum der Region zu sein. Es gibt auch schon Pläne: Auf der Loreley etwa soll eine Tourismus- und Marketing-GmbH entstehen, die wegweisend für das ganze Tal sein könnte. Auch die Idee einer Hotelanlage in einiger Entfernung vom Felsen ist noch nicht vom Tisch. Allerdings ist die Realität nicht halb so rosig wie die Powerpoint-Präsentationen mancher Regionalentwickler. Die Stadt St. Goarshausen fühlt sich von den VG-Touristikern vernachlässigt und geht eigene Wege, vielleicht mit der Schwesterstadt St. Goar zusammen. Zugleich probt die Feuerwehr in der Stadt den Aufstand. Sie arbeitet unter unzumutbaren Bedingungen und hat in einem offenen Brief aufgelistet, was schief läuft und was sie von ihrer Verbandsgemeinde erwartet. Am 15. März sind dort Bürgermeisterwahlen. Amtsinhaber Werner Groß will bestätigt werden und hat Mittelrheingold Fragen zur Zukunft seiner VG beantwortet.

Werner Groß will Bürgermeister der VG Loreley bleiben.

Werner Groß will Bürgermeister der VG Loreley bleiben.

2019 war das Jahr der Loreley. Ostern wurde auf dem Felsen der neu gestaltete Landschaftspark eingeweiht. Wie ist das neue Angebot angenommen worden?

Neben der offiziellen Eröffnung durch unsere Ministerpräsidentin Malu Dreyer verschaffte uns die Nachtveranstaltung „Rheinleuchten“ sehr viel Aufmerksamkeit und tausende Gäste. Schon in den Wochen vor der Eröffnung wurde das große Interesse bei den Bürgerinnen und Bürger überaus deutlich, weil immer mehr Menschen zu den Baustellenführungen kamen. Der Gipfel im positiven Sinne war ein Tag der offenen Tür mit extrem starker Beteiligung. Für die Gastronomie im Besucherzentrum war das gleichzeitig die erste Bewährungsprobe, die unser neuer Loreley-Wirt mit Bravour bestand. Insbesondere an den Wochenenden haben die Besucherzahlen das gehalten, was wir vor der Eröffnung nicht zu hoffen wagten.   

Was ist noch geplant und was wird es kosten?

Neben dem Umbau des ehemaligen Turner- und Jugendheimes zu einem weiteren Gastronomiebetrieb mit gehobener, aber nicht abgehobener Qualität und regionalen Produkten soll ab diesem Jahr mit der Herstellung des Mythosraums begonnen werden. Daneben machen 4 mythische Orte im Landschaftspark den Mythos Loreley erlebbar. Die Planungen sind soweit abgeschlossen und die Bewerbung um Fördermittel ist auf den Weg gebracht. Daneben soll die Ankunftssituation der Gäste verbessert werden. Dazu sollen insbesondere Busreisende und mobilitätseingeschränkte Menschen näher und komfortabel an den Eingang des neuen Kultur- und Landschaftsparks gebracht werden. Darüber hinaus werden mit weiteren Grundstücksankäufen die Voraussetzungen auf der Loreley geschaffen, um mit den Planungen für die Buga 2029 konkret beginnen zu können. Insgesamt sprechen wir dabei von einem Maßnahmenpaket mit einem Volumen von über 9 Millionen Euro, das nur mit finanzieller Unterstützung von Bund und Land realisierbar ist. 

In der „Rhein-Zeitung“ war von neuen Tourismus-Strukturen auf dem Felsen und in der VG die Rede. Bisher kümmert sich ein Verein um die Tourismus-Förderung. Was soll anders werden?

Damit die Investitionen auch professionell vermarktet werden, befindet sich eine Loreley Tourismus- und Betriebsgesellschaft in der Vorstufe zur Gründung. Aktuell wird am Gesellschaftsvertrag gearbeitet. Gesellschafter werden zunächst die Verbandsgemeinde Loreley sowie der Loreley-Touristik e.V., der heute schon mit hauptamtlichen Strukturen die Gäste auf der Loreley betreut und auch sonst die Aufgaben der Tourismusförderung in der VG wahrnimmt. Der Vorteil der Betriebsführung in der Rechtsform einer GmbH liegt ganz klar darin, dass die Flexibilität der Unternehmensorganisation durch die Ausgestaltung einer wirtschaftlichen und effizienten Aufgabenerledigung verbessert wird. Die Servicekette im Tourismus vom Marketing und der Buchung, über die Leistungen während dem Aufenthalt, bis hin zur Qualitätskontrolle nach der Reise, ist schon lange keine Aufgabe mehr, die allein in örtlichen Strukturen abgearbeitet werden kann. Mit der Loreley-Touristik e.V. gibt es in der VG Loreley bereits eine überörtliche Organisationseinheit, die als Gesellschafter in der GmbH künftig nochmals deutlich aufgewertet wird. Grundlage, um diesen Entwicklungsschritt zu gehen, ist eine Studie von Experten, die vor dem Hintergrund der Buga 2029 erstellt wurde.

In der Verbandsgemeinde Loreley existieren noch mehrere lokale Tourismus-Organisationen. Könnte man sie zu einer einzigen Organisation zusammenfassen, die vielleicht sogar das ganze Welterbe-Tal umfasst?

Das Tourismusgutachten schließt selbstverständlich die örtlichen Agenturen mit ein. Die GmbH, welche sich als Touristisches Service Center (TSC) sieht, bildet das Dach, unter dem sich die meist gemeindlichen Organisationen zu einer Destination versammeln. Und klar, diese Organisationsform muss an Gemeindegrenzen nicht halt machen. Der Gast will doch eine Region besuchen und diese sollten wir mit unserer einmaligen Kulisse im UNESCO Welterbe Oberes Mittelrheintal auch gemeinsam anbieten. Den besten Grund jetzt so zu agieren, liefert uns die Buga 2029. 

St. Goarshausen ist momentan das Sorgenkind der VG. Wie geht es jetzt ohne Bürgermeister Matthias Pflugradt weiter?

Hier muss ich ein wenig widersprechen, denn der Begriff gefällt mir nicht. Die Stadt Sankt Goarshausen ist absolut kein Sorgenkind der Verbandsgemeinde. Gerade als Familienvater weiß ich persönlich sehr gut, dass im echten Leben nicht immer alles nach Drehbuch läuft und es ganz normal ist, dass man auch mal herausfordernde Zeiten meistern muss. Die Verantwortlichen in der Stadt leisten in Vertretung des erkrankten Stadtbürgermeisters eine hervorragende Arbeit für die Stadt und die Menschen, die dort leben. Das erfüllt mich nicht mit Sorge sondern mit Stolz. Unabhängig davon wünsche ich natürlich, dass es Matthias Pflugradt bald wieder besser geht.

Die Erkrankung von Matthias Pflugradt und die Führungsprobleme in Bacharach deuten darauf hin, dass das System „ehrenamtlicher Bürgermeister“ an seine Grenzen stößt. Ab einer bestimmten Gemeindegröße ist der Job kaum noch zu stemmen. Wie würdest du das Problem lösen? 

Die Situation in Bacharach kann ich als Außenstehender nicht beurteilen. Auch bin ich kein Mediziner und kann daher nicht verbindlich die Ursachen von Erkrankungen per Ferndiagnose benennen. Ganz sicher kann ich aber feststellen, dass das Amt des ehrenamtlichen Bürgermeisters eine große Herausforderung darstellt. Unabhängig von der Größe der Gemeinde erfordert das Amt einen enormen zeitlichen und intellektuellen Einsatz. Sowohl an die jeweilige Person selbst, als auch an deren persönliches Umfeld. 

Leider ist es einfacher den herrschenden Zustand zu beschreiben, als das Problem zu lösen. Ich kann versichern, dass sich die von mir geleitete Verbandsgemeindeverwaltung als echten Dienstleister unserer 22 Gemeinden versteht und jederzeit ansprechbar ist, wenn dafür Bedarf besteht. Von Landesebene wünsche ich mir, dass die Attraktivität der kommunalpolitischen Ehrenämter dadurch gestärkt wird, dass endlich wieder mehr Gestaltungsmöglichkeiten für die Mandatsträger da sind. Damit meine ich ernsthafte Entscheidungskompetenzen auf der örtlichen Ebene und nicht zuletzt ausreichend Geld in der Gemeindekasse. Derzeit beobachte ich eine Politik, die es vorsieht, dass örtliche Aufgaben durch Landes-, Bundes-, oder EU-Projekte wahrgenommen werden. Wer an diesen hochdotierten Projekten teilnehmen will, muss die strengen und komplizierten Vorgaben der Fördermittelgeber einhalten. Die Politik wird also weitestgehend dort gemacht, wo das Projekt erfunden wurde. Ich glaube nicht, dass man im fernen Mainz, Berlin oder Brüssel besser weiß, welche konkreten Projekte man in Braubach, Kaub oder Lierschied für die dort lebenden Menschen umsetzen sollte. Kommunen sind für mich Weichensteller und keine Bittsteller. Wenn man nicht gestalten kann, dann fehlt die Motivation und das gibt manchmal sogar Frust. 

Im März sind Bürgermeisterwahlen in der VG Loreley, und du trittst wieder an. Was ist deine Vision für das Buga-Jahr 2029?

Ich will maßgeblich daran mitwirken, dass sich die Verbandsgemeinde Loreley im Wettbewerb der Regionen an vorderster Stelle positioniert, damit die Menschen von der Geburt bis ins hohe Alter bei uns leben, arbeiten und sich wohlfühlen können. Ohne Denkverbote müssen wir die Herausforderungen der sich verändernden Gesellschaft annehmen und intelligente Lösungen schaffen, um die Region zukunftsfähig zu positionieren. Nicht erst im Buga-Jahr, sondern so schnell wie möglich.

Im Einzelnen umfasst dieses Oberziel ganz viele Bausteine: Familienfreundlichkeit ist ein enorm wichtiger Standortfaktor. Bedarfsgerechte Betreuungsmöglichkeiten für Kinder und auch Senioren. Ich will, dass es möglich bleibt, dass man alle allgemeinbildenden Schulabschlüsse in der Verbandsgemeinde absolvieren kann. Der gesunde Mittelstand im Handel, Gewerbe und im Tourismus ist unverzichtbar. Dafür brauchen wir zwingend eine leistungsfähige Infrastruktur. Moderne digitale Netze und auch bestmögliche Verkehrswege. An allererster Stelle aber brauchen wir weiterhin die vielen Menschen in unseren einzelnen Ortsgemeinden, die sich weiterhin mit Herzblut für ihre Heimat einsetzen. Ohne die Überzeugungstäter, denen es wichtig ist, dass die Zukunftschancen für nachfolgende Generationen vorhanden sind, kann man nichts erreichen. Ich weiß aber aus meiner langjährigen Arbeit als Bürgermeister, dass es in jedem Ort der Verbandsgemeinde diese wertvollen Personen gibt. Ob in verantwortlicher Position oder eher still im Hintergrund. Es lohnt sich, dass wir uns gemeinsam für die Weiterentwicklung der Region einsetzen. Ich freue mich auf die Zukunft.

Geschichten der Woche

1. Der teuerste Parkplatz am Mittelrhein

Jürgen Rittweiler hat sich als Unternehmer, Arbeitgeber und Handwerksmeister  (Heizung und Sanitär in Rheindiebach) viel Respekt am Mittelrhein verschafft. Gegen einen prozessfreudigen Binger hat er trotzdem keine Chance. Der Mann verklagte Rittweiler, weil dessen Mitarbeiter kurz auf seinem Grundstück geparkt hatte. Es ging um eine Anlieferung in der Nachbarschaft. Vor dem Amtsgericht Bingen war der Immobilienbesitzer noch abgeblitzt – wenn es ihn wirklich so sehr gestört hätte,  wäre der Abschleppdienst die einfachste Lösung gewesen, argumentierte der Richter. Der Mann prozessierte weiter und bekam in der nächsten Instanz recht: Das Landgericht Mainz kassiert das Binger Urteil und lässt Rittweiler jetzt sämtliche Verfahrenskosten zahlen. Außerdem muss er sich per Unterlassungserklärung verpflichten, nie wieder eines seiner Firmenfahrzeuge auf dem Grundstück parken zu lassen. Rittweiler drohen sonst 250.000 Euro „Ordnungsgeld“ oder 6 Monate Haft. „Wir leben in einer verrückten Welt“, zitiert ihn die „AZ“. Allgemeine Zeitung, Mittelrheingold (1. Instanz, Mai 2019)

2. Bingen als Marketing-Baustelle

Seit fast 2 Jahren werkelt Georg Sahnen am Tourismuskonzept der Stadt Bingen. Der frühere „Handelsblatt“-Journalist und Lufthansa-Sprecher war 2018 kurzfristig angeheuert worden, nachdem sich ein schon ausgewählter Kandidat als Lebenslauf-Schwindler entpuppt hatte. Sahnen soll nicht nur den Tourismus voranbringen, sondern auch das städtische Event-Geschäft ankurbeln. In der „AZ“ schildert Redakteurin Christine Tscherner den Stand der Dinge, während ihr wie immer verwaltungsfreundlicher Kollege Erich Michael Lang kommentiert: „Wunder dürfen nicht erwartet werden.“ Allgemeine Zeitung

3. Tourismus-Krise in Rüdesheim

Apropos Tourismus: In Rüdesheim ist die Tourismus-Förderung komplett in privater Hand. Eine zentrale Rolle spielt die „Wirtschafts- und Tourismusförderung Rüdesheim und Assmannshausen“, kurz „WTF“ (kein Witz). Dort herrscht gerade dicke Luft. Ende des Jahres sind die beiden Vorsitzenden  Ralf Nägler und Birgit Berg Knall auf Fall zurückgetreten. Dem Vernehmen nach gab es „verschiedene Zukunftsvisionen und verschiedene Vorstellungen“ über den Verein. Im Mai soll die Nachfolge geregelt werden. Im vergangenen Jahr hatte Rüdesheim bereits den langjährigen Tourismuschef Rolf Wölfert verloren. Er arbeitet mittlerweile bei der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz. Wiesbadener Kurier

Ein Blick auf die Buga

Boppard ist immer eine Reise wert, aber wer mit dem Zug kommt, sollte gut zu Fuß sein. Der zweitwichtigste Bahnhof im Welterbe-Tal (nach Bingen) mit immerhin 2000 Reisenden pro Tag ist immer noch ausgestattet wie eine Haltestelle in Kirgisien. Es fehlen Aufzüge und Bahnsteige auf modernem Zug-Niveau. Wer mit Rollstuhl oder Kinderwagen unterwegs ist, kann nur beten, dass ihm jemand hilft. Für die Bundesgartenschau 2029 ist das Szenario indiskutabel. Die Bopparder bemühen sich schon lange um eine Lösung, aber jetzt gibt es endlich die Bestätigung der Bahn: 2024 wird umgebaut. Der Staatskonzern saniert dann nicht nur der Hauptbahnhof, sondern auch den Bahnhof im Stadtteil Bad Salzig. Reisende werden aber auch in Zukunft beten müssen – und zwar dafür, dass die Aufzüge funktionieren. In Bingen und Bacharach gibt es immer wieder Lift-Probleme. Rhein-Zeitung (Boppard), rund-um-bacharach.de (Aufzug-Drama in Bacharach)

Video der Woche

Vor 25 Jahren ließ das bislang letzte große Mittelrhein-Hochwasser Straßen und Häuser absaufen. Der SWR-Fernsehen erinnert an die Januar-Flut. SWR

Zahl der Woche

Bis zu 20.000 Euro gibt es für kommunale und private Projekte, die das Mittelrheintal voranbringen. Das Geld stammt aus dem staatlichen Förderprogramm „Regionalbudget“ und wird von der Lokalen Aktionsgruppe Oberes Mittelrheintal  (LAG) mit Sitz in St. Goarshausen und Oberwesel verteilt. Allgemeine Zeitung

Termine

Freitag in Bingen – Burns Night in der Binger Bühne – 24. Januar, 19 Uhr. bingen.de

Freitag in Bingen – „Britt-Marie war hier“ im Programmkino KiKuBi – 24. Januar, 19 Uhr 30. bingen.de

Freitag in Boppard – „Parasite“ / Cinema in der Stadthalle – 24. Januar, 20 Uhr. boppard-tourismus.de

Samstag in Bornich – Rheinsteig-Glühweinwanderung – 25. Januar, 14 Uhr 30. 14 Uhr 30. loreley-touristik.de

Samstag in Boppard – „Die Region  kocht auf“ / Küchenparty im „Bellevue“ – 25. Januar, 18 Uhr 30. boppard-tourismus.de

Samstag in St. Goar-Biebernheim – Benefizkonzert zugunsten des Kinder- und Jugendhospiz – 25. Januar, 19 Uhr 30. st-goar.de

Samstag in St. Goar – Lalibella/ Konzert Inside Rebstock Garden – 25. Januar, 19 Uhr (Einlass). inside-garden.de

Sonntag auf der Festung Ehrenbreitstein – Kostproben aus dem „WeinReich Rheinland-Pfalz“ – 26. Januar, 13 – 16 Uhr 30. tor-zum-welterbe.de

Sonntag in Bingen – „Ailos Reise – Große Abenteuer beginnen mit kleinen Schritten“ im Programmkino KiKuBi – 26. Januar, 15 Uhr. bingen.de

Sonntag in Boppard – „Die Eiskönigin 2“ / Cinema in der Stadthalle – 26. Januar, 16 Uhr und 20 Uhr. boppard-tourismus.de

Sonntag in Bingen – Orgelkonzert aus Anlass des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus – 26. Januar, 19 Uhr. bingen.de

Montag in Boppard – „Das perfekte Geheimnis“ / Cinema in der Stadthalle – 27. Januar, 20 Uhr. boppard-tourismus.de

Dienstag in Boppard – „Lara“ / Cinema in der Stadthalle – 28. Januar, 20 Uhr. boppard-tourismus.de

Freitag in Dörscheid – „Pasta und Meer“ / Kochkurs im „Fetz“ – 31. Januar, 14 Uhr 30. loreley-touristik.de

Freitag in Oberwesel – Kino im Kulturhaus – 31. Januar, 19 Uhr (Einlass). oberwesel.de

Foto der Woche

Das Beste zum Schluss

Kopflose Ritter, blinde Schützen und die wahre Loreley: Alles das soll sich irgendwann auf einer App abspielen, die die Verbandsgemeinde Rhein-Nahe für die Besucher der Burgen Rheinstein, Reichenstein, Sooneck und Stahleck plant. Die digitalen Gruselgeschichten gehen auf historische Sagen aus dem Mittelrheintal zurück. Das Land Rheinland-Pfalz fördert das Projekt mit 135.000 Euro. Allgemeine Zeitung

 

„Das ganze Tal müsste ein Konzept aufstellen“

Rhein, Wein und Romantik: Das Mittelrheintal steckt voller Klischees, aber in der Gastronomie geht es auch ganz gut ohne. In Boppard wird das kurzlebige „Königliche Weinhaus Richard von Cornwall“ in der Burg zum „Königlichen Bierhaus“ mit deutscher Küche – betrieben von einem Griechen aus dem Odenwald, der gleich noch eine alte Bopparder Biermarke wiederbeleben will, nachdem ein einheimischer Winzer mit mediterranem Konzept gescheitert ist. Das klingt verrückt, aber warum soll einem Griechen 2020 nicht gelingen, was im jahrhundertelang am Mittelrhein normal war? In Bingen gab es gleich mehrere Brauereien, und in Bacharach liebten Einheimische früher das Bierlokal „Zum kalten Keller“ (Volksmund) in der Langstraße, wo Münchner Bier ausgeschenkt wurde. Ein gutes Beispiel für neues Denken ist auch Samuel Knoll, der Betriebsleiter  der Jugendburg Stahleck. Samuel führt die Mittelrhein-Herberge Nr. 1 wie ein internationales Dienstleistungsunternehmen und denkt dabei weit über die seine Burgmauern hinaus. Es lohnt sich, ihm zuhören. Hier ist das Interview mit ihm:

Burgherr und Gastro-Manager: 7 Fragen an Samuel Knoll

Samuel Knoll ist Jugendherbergschef auf Burg Stahleck

Samuel Knoll ist Jugendherbergschef auf Burg Stahleck. Foto: Privat.

Samuel, du führst eine der erfolgreichsten Jugendherbergen am Rhein. Wie wird man Burgherr auf Stahleck?

Seit 14 Jahren bin ich am Mittelrheintal in unterschiedlichen Gastronomiebetrieben als Koch und Restaurantfachmann tätig. Unter anderem im Burghotel „Auf Schönburg“  in Oberwesel und im Weingut Goswin Lambrich in Dellhofen. Durch Zufall lernte ich die Jugendherberge in Kaub und das einzigartige Konzept der Jugendherbergen kennen, und mir wurde durch den Landesverband Rheinland Pfalz und Saarland ein berufsbegleitendes Studium zum Hotelbetriebswirt ermöglicht.

Ende 2014 wurde die Betriebsleitung der Jugendherberge Kaub neu ausgeschrieben. Nachdem ich meinem Chef Jacob Geditz mein Interesse bekundet hatte, hatte der aber einen viel sinnvolleren Vorschlag und bot mir die Burg Stahleck in Bacharach an. Auch wenn ich damals mit meinen 28 Jahren größten Respekt vor dieser Aufgabe hatte und mir nicht wirklich vorstellen konnte, irgendwann in Mittelalter-Oufit – wie jetzt beim Silvesterprogramm –  unsere Gäste zu begeistern, ist damit ein Traum in Erfüllung gegangen.

Natürlich habe ich viel mit der betriebswirtschaftlichen und personellen Führung und Weiterentwicklung der Jugendherberge zu tun, allerdings kommt das Zwischenmenschliche mit unsere Gästen und Besuchern auch nicht zu kurz. Es ist schon ein positiver Unterschied, ob man in einer romantischen Burg oder einem tristen Bürogebäude arbeitet, und wenn man mal genug vom Computer hat, ist kurzfristige Unterstützung z.B. in der Küche oder bei der Haustechnik eine gute Abwechslung für mich.

 

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Замок Штальэк – один из красивейших замков Рейна, а также продолжение нашего путешествия выходного дня в Бахарах! Больше о красивых селфи с замком по тегу #stahleck ⠀ Продолжает рассказ наш вдохновлённый автор @fraukargova – благодарим Катю ❤️, читаем дальше и отвечаем на вопрос в конце ⠀ Как и все замки этой местности, Штальэк гордо возвышается над городом и Рейном. Поэтому придётся собрать всю спортивную волю в кулак, ведь подниматься к замку придётся пешком . ⠀ В некоторых местах будут встречаться ступеньки, поэтому, если вы идёте с маленьким ребёнком, нужно предварительно подумать о том, где оставить коляску! ⠀ Пути к замку два и начинаются они в разных концах города. ⠀ Первый находится недалеко от городской ратуши, а второй начинается от капеллы Вернера⛪️( подробнее читайте в посте про Бахарах, фото с руинами). Найти оба не сложно, главное идти по указателям на замок! ⠀ Уже взобравшись на гору вам предстоит пройти через мост, который в средние века был разводным. ⠀ Оттуда можно увидеть и ров замка. Что интересно: если замок строили на горе, то ров не требовался, считалось, что гора сама по себе делает крепость неприступной. А тут сразу и ров (который, кстати, искусственно заливали водой) и гора – по всей видимости, хотели сделать замок совсем несокрушимым! ⠀ Но это не помешало противникам в 17 в, во время 30-тилетней войны захватить его аж 8 раз! ‍♀️ ⠀ Далее проходим во внутренний дворик – здесь и находится та самая смотровая площадка, с которой открывается вид на Рейн, Бахарах и виноградники, окружающие замок! ⠀ Самое интересное, а именно, где выпить и чем закусить, а так же про то, как почувствовать себя настоящей принцессой на горошине-зачеркнуто- в замке, читайте в галерее! ⠀ А потом рассказывайте, что вам интереснее почитать в ближайшее время: про фестивали воздушных змеев в округе или про места со сбором урожая яблок?? Photo: @fraukargova, Pixabay

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Wie lief 2019 für euch?

Die Saison hat später als sonst angefangen. Wir sind als weltbekannte Burg nicht nur Herberge, sondern auch Ausflugziel vieler Touristen. Wenn hier das Wetter nicht mitspielt und z.B. die Schiffe leerer sind als sonst, merken wir das auch an den Besucherzahlen in der Burg. Unsere Übernachtungszahlen sind aber zufriedenstellend und wir haben wieder unser Jahresziel von über 32.000 Übernachtungen unter anderem von Schulklassen, Familien, internationalen Gruppen und Einzelgästen erreicht.

Burg Stahleck ist das ganze Jahr über geöffnet. Was muss passieren, damit Hotels  und Restaurants im Tal dasselbe schaffen?

In den Wintermonaten ist die komplette Infrastruktur im Tal eine völlig andere als im Sommer. So fahren z.B. die Ausflugsschiffe nicht, Fähren fahren weniger und kulturelle Großveranstaltungen bleiben aus. Nicht nur Gastronomen haben geschlossen, auch andere wichtige Anlaufpunkte wie Museen oder andere Burgen gehen in den Winterschlaf

Leider habe ich kein Masterkonzept für die Nebensaison in der Schublade liegen. Wir bieten aber z.B. an jedem Adventswochenende ein Familienprogramm an und sichern uns so zumindest einen Teil der nötigen Auslastung. Außerdem kann man im Winter noch preiswerter buchen: Unser jährliches Online-Vorzugspreisangebot vom 15. November bis 15. März bietet den Gästen eine günstige Möglichkeit, auf Burg Stahleck zu übernachten. Auch kleiner oder größere Veranstaltungen, wie die jährlich im November stattfindende Weltmeisterschaft der „Game of Thrones“-Kartenspieler mit über 400 Teilnehmern in Bacharach sind bei uns willkommen und sorgen auch für Umsätze in den Betrieben in Bacharach.

Um aber allen Hotels und Restaurants ein Geschäft im Winter zu ermöglichen, müsste meiner Meinung nach das gesamte Tal ein Konzept aufstellen. Nicht jeder hat die Möglichkeit, neben der Bewirtung ein komplettes Betreuungs- oder Freizeitprogramm durchzuführen. Was z.B. aber mein Kollege Herr Hecher auf der Rheinstein mit der Weihnachtsburg ins Leben gerufen hat, finde ich wirklich toll und zukunftstauglich. Eine Illumination aller Burgen im Mittelrheintal und kleinerer Veranstaltungen in den Orten in der Winterzeit, das hätte schon seinen Reiz.

Fast alle Gastronomen im Tal klagen über Personalmangel. Wie löst du das Problem?

Wir können fast alle unserer 40 Mitarbeiter ganzjährig einstellen. Teilweise arbeiten wir mit Stundenreduzierungen in den Wintermonaten, oder die Mitarbeiter leisten im Sommer Überstunden, die in der Nebensaison wieder abgebaut werden. Auch arbeiten wir gerne mit Flüchtlingen und ausländischen Mitbürgern aus den angrenzenden EU-Ländern. Unser Team ist mittlerweile so international wie unser Gästeklientel. Wir wissen, das die Arbeitszeiten sich nicht immer oder nur schwer mit Familien und Freunden vereinbaren lassen, und nehmen hier so gut es geht auch in der Dienstplan-  und Urlaubsgestaltung Rücksicht z.B. auf alleinerziehende Mütter. Trotzdem bleibt es auch bei uns nicht aus, das wir in der Sommersaison mal „Engpässe“ im Personal haben. Durch unser zuverlässiges und tolles Team haben wir aber bisher jede Herausforderung gemeinsam gemeistert und blicken positiv in die Zukunft. Dieses Team ist aber auch jederzeit offen, neue Kollegen und Kolleginnen in einer angenehmen und aufgeschlossenen Arbeitsatmosphäre zu empfangen.

 

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Abgesehen von der Gastronomie: Was muss sich bis zur Buga 2029 noch alles ändern?

Die Rheinquerung sollte günstig, wenn nicht sogar kostenfrei und flexibel nutzbar sein. Die derzeitige Zersplittung des Fährverbundes ist ein großer Rückschritt für die Mobilität und setzt ein völliges falsches Zeichen.Weiterhin müssen beide Rheinseiten miteinander kommunizieren und ein einheitliches Konzept schaffen, nicht nur für die Buga. Sowohl die linke als auch die rechte Rheinseite können voneinander profitieren.

Die Burgen sollen im Buga-Jahr eine besondere Rolle spielen. Was ist für Stahleck geplant?

Es gibt Vorschläge und Konzepte, einen Burggarten anzulegen. Derzeit sind wir aber noch in der jüngsten Planungsphase. Wir werden die Besucher der Buga aber definitiv auf der Burg Stahleck zum Übernachten oder Verweilen empfangen.
 
Bis 2029 muss Bacharach noch einen Bürgermeister finden.  Wer soll’s machen?

Im Politischen bin ich leider der falsche Ansprechpartner. Aus dem Bauch heraus würde ich aber sagen, dass es jemand sein sollte, der das Tal, seine Kultur und den für uns so wichtigen Tourismus fördert und unterstützt. Idealerweise holte er alle Träger, Organisatoren und Verantwortliche an einen gemeinsamen Tisch. Solange das aber eine „ehrenamtliche“ Vollzeitstelle ist, wird sich aber nur schwer jemand finden lassen.

Mehr Informationen über die Burg Stahleck gibt es hier.

Geschichten der Woche

1. Film ab in Lorch und Rüdesheim

Für Carolin Weiler und Theresa Breuer wird 2020 ein besonderes Jahr: Die beiden Winzerinnen sind ab Mai im Kino zu sehen. Sie gehören zum Team von „Weinweiblich – Die erste Generation.“ Der Film dokumentiert ihren Weg zum Weinbau und die tägliche Arbeit im Familienbetrieb. Beide haben sich auf unterschiedliche Weise durchgebissen: Breuer musste nach dem Tod ihres Vaters früh Verantwortung im großen Rüdesheimer Weingut übernehmen, Weiler stieg erst nach einem Umweg über den Erzieherinnenberuf ein und zeigt jetzt, was in dem bislang eher unscheinbaren Betrieb in Lorch steckt. Wiesbadener Kurier, wein-weiblich.de

2. Eine Verbandsgemeinde auf Krücken

Offiziell existiert die „Verbandsgemeinde Hunsrück-Mittelrhein“ seit Neujahr, aber viel zu sehen ist noch nicht. Es gibt noch keinen Internet-Auftritt und Bürgermeister Peter Unkel muss an diesem Freitag erst in sein Amt eingeführt werden. Gewählt wurde er schon im Mai vergangenen Jahres. Unkel war bisher Bürgermeister der VG Emmelshausen, die zum Jahreswechsel mit der kleineren VG St. Goar-Oberwesel zusammengelegt wurde. Auf offiziellen Dokumenten und im Amtsblatt erscheint bereits das neue Logo: 3 Bögen, die ein bisschen an Krückstöcke erinnern. Laut „RZ“ wurde es von einem Grafiker im Hunsrückort Morshausen entworfen. Mit dem Ende der VG St. Goar-Oberwesel  gibt es im Oberen Mittelrheintal nur noch eine einzige vollwertige Verbandsgemeinde-Verwaltung: Die der VG Loreley mit Sitz in St. Goarshausen.  Rhein-Zeitung

3. Auf ein Bier in Boppard

Nach dem Aus für das „Königliche Weinhaus Richard von Cornwall“ versucht in der Bopparder Burg jetzt ein neuer Gastronom sein Glück. Ezay Salim, gebürtiger Odenwälder mit griechischem Pass, eröffnet demnächst das „Königliche Brauhaus“ und will dafür die alte Biermarke „Bopparder Adlerbräu“ wiederbeleben. Anders als sein Vorgänger Michael Schneider setzt er weniger auf mediterrane Küche als auf deutsche Klassiker. Im Oktober hat er in der Stadt bereits die „Severusstube“ übernommen. Salim kennt die Gegend erst seit einem Jahr und zeigt sich in der „RZ“ begeistert: „Ich habe mich in Boppard und in die Region Oberes Mittelrheintal auf Anhieb verliebt. Dort wo Wasser ist, ist Lebensfreude. Infrastruktur ist vorhanden, bis zur Autobahn ist der Weg kurz“. Rhein-Zeitung

4. Der Mäzen von Oberwesel

Das „Kapitelhaus“ ist das Herzstück des früheren Minoritenklosters in Oberwesel. Sein Eigentümer Anton Heinrich Hütte hat es erhalten und gepflegt. Jetzt sorgt er dafür, dass der historische Bau dauerhaft in guten Händen bleibt. Laut „RZ“ hat er die von ihm gegründete Kulturstiftung als Erbin eingesetzt. Der gebürtige Oberweseler war Ende der 90er Jahre nach einer erfolgreichen Unternehmer-Karriere in Süddeutschland und der Schweiz an den Mittelrhein zurückgekehrt. Seine Spenden ermöglichen u. a. den Betrieb von Kulturhaus und Stadtmuseum. Rhein-Zeitung

Ein Blick auf die Buga

Rheinland-Pfalz ist bei den Vorbereitungen Bundesgartenschau 2029 ein Musterschüler, während Hessen schon mal schwänzt. Im „Wiesbadener Kurier“ berichtet Redakteurin Barbara Dietel über mangelnde Präsenz hessischer Behörden. Demnach waren bei der jüngsten Mitgliederversammlung des Zweckverbandes Welterbe weder das für die Buga zuständige Umweltministerium noch die Stadt Rüdesheim vertreten, obwohl es fast ausschließlich um die Bundesgartenschau ging. „Rheinland-Pfalz ist viel weiter“ klagt Karl Ottes, der Welterbebeauftragte des Rheingau-Taunus-Kreises.  Auf hessischer Seite gehören Rüdesheim und Lorch zum Buga-Gebiet. Dort werden demnächst 2 neue Bürgermeister in ihre Ämter eingeführt: Ivo Reßler in Lorch und Klaus Zapp in Rüdesheim. Beide hatten sich bei den Wahlen im vergangenen Jahr gegen die langjährigen Rathauschefs durchgesetzt. Wiesbadener Kurier

Das Beste zum Schluss

Apropos Lorch: Der Lorcher Höhenort Espenschied ist eine Art Bayreuth des Mittelrheintalls. Dort bietet die „Opera Classica“ jedes Jahr eine Aufführung mitten im Dorf. Weil sich im Depot im ehemaligen „Hotel Talblick “ mittlerweile fast 5.000 Kostüme angesammelt haben, braucht der Konzertveranstalter Platz. Am Samstag werden darum ab 11 Uhr zahllose Stücke verkauft. Wer also noch etwas für Karneval sucht oder einfach nur auf Rokoko-Mode steht: Die Navi-Adresse ist Eichenweg 18. Die nächste „Opera Classica“-Vorstellung geht übrigens am 24. Juni über die Bühne. Auf dem Spielplan steht „Die lustige Witwe“ von Lehar. Wiesbadener Kurier (Kostümverkauf), operaclassica.de (Programm)

Video der Woche

Bis zum nächsten Sommerfest ist es zwar noch eine Weile hin, aber falls Sie sich schon einmal auf besseres Wetter und mildere Temperaturen einstimmen möchten:  Mittelrhein-Fan Timo Fledie hat auf Facebook ein Video über das Sommerfest 2019 auf Schloss Stolzenfels veröffentlicht. Zu sehen und zu hören ist u. a. Ute Grassmann mit den Mittelalter-Musikern von „Ranunculus“.  Facebook

Termine der Woche

Freitag in Boppard – „Ein Tintenhimmel, mehr und mehr“ / Lesung mit Jona Mues – 10. Januar, 19 Uhr. boppard-tourismus.de

Freitag in Bingen –  „Der Klavierspieler vom Garde du Nord“ im Programmkino KiKuBi – 10. Januar, 19 Uhr 30. bingen.de

Freitag in Bacharach – „Leuchten und Glühen“ / Glühwein-Wanderung mit dem Weingut Gero Schüler – 10. Januar, 19 Uhr 45. rhein-nahe-touristik.de

Freitag in Bacharach – „Le Mans 66“ / Cinema in der Stadthalle – 10. Januar, 20 Uhr. boppard-tourismus.de

Samstag in Lorch-Espenschied – Kostümverkauf der Opera Classica – 11. Januar, 11-15 Uhr. lorch-rhein.de

Samstag in Bacharach – „Leuchten und Glühen“ / Glühwein-Wanderung mit Weinprobe und 4-Gang-Menü dem Weingut Gero Schüler – 11. Januar, 15 Uhr 30. rhein-nahe-touristik.de

Samstag in Bingen – „Die lange Avengers-Nacht“ im Programmkino KiKuBi – 11. Januar, 17 Uhr. bingen.de

Samstag in St. Goar – Choccolate Dinner auf Rheinfels – 11. Januar, 19 Uhr. st-goar.de

Samstag in Bingen – „Parker Quartett“ / Konzert in der Villa Sachsen – 11. Januar, 19 Uhr 30. bingen.de

Samstag in Bingerbrück – Neujahrskonzert mit dem St. Daniels-Chor Moskau – 11. Januar, 19 Uhr 30. bingen.de

Samstag auf der Festung Ehrenbreitstein – Kabarett mit Lars Reichow – 11. Januar, 20 Uhr. tor-zum-welterbe.de

Samstag in Boppard – „Das perfekte Geheimnis“ / Cinema in der Stadthalle – 11. Januar, 20 Uhr. boppard-tourismus.de

Sonntag in Bacharach – „Leuchten und Glühen“ / Glühwein- und Kinderpunsch-Wanderung mit dem Weingut Gero Schüler – 12. Januar, 13 Uhr 30. rhein-nahe-touristik.de

Sonntag auf der Festung Ehrenbreitstein – „Kostproben aus dem WeinReich Rheinland-Pfalz“ / Weinprobe“ – 12. Januar, 13 – 16 Uhr 30. tor-zum-welterbe.de

Sonntag in Boppard – „Die Adams Family“ / Cinema in der Stadthalle – 12. Januar, 16 Uhr. boppard-tourismus.de

Sonntag auf der Festung Ehrenbreitstein – Comedy mit Özcan Cosar – 12. Januar, 19 Uhr. tor-zum-welterbe.de

Sonntag in Boppard – „Parasite“ / Cinema in der Stadthalle – 12. Januar, 20 Uhr. boppard-tourismus.de

Montag in Boppard – „Parasite“ / Cinema in der Stadthalle – 13. Januar, 20 Uhr. boppard-tourismus.de

Dienstag in Boppard – „Parasite“ / Cinema in der Stadthalle – 14. Januar, 20 Uhr. boppard-tourismus.de

Freitag in Bingen – „Schandflut“ / Lesung mit Helge Weichmann – 17. Januar, 19 Uhr 30. bingen.de

Freitag in Bingen – „Avanti, Avanti!“ im Programmkino KiKuBi – 17. Januar, 20 Uhr 30. bingen.de

Foto der Woche

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6 Mittelrheiner des Jahres 2019

Eigentlich gelten Mittelrheiner als mediterran entspannt, aber wenn’s wirklich wichtig ist, geht man hier die Extra-Meile. In Ausnahmefällen wie in St. Goarshausen sogar schneller als es gut ist. 6 Menschen, die in diesem Jahr durch ihren Einsatz besonders bewegt haben – in alphabetischer Reihenfolge von A wie Albrecht bis Z wie Zapp.

1. Christian Albrecht

Der Feuerwehr-Profi aus Oberwesel hatte es in diesem Jahr mit einem Noteinsatz zu tun, der in keinem Lehrbuch steht: mit der Rettung der Loreley-Kliniken. Christian Albrecht organisierte gemeinsam mit Heike Zimmer und Claudia Berres die erste Demo gegen die Schließung und scheut kein Podium, kein Mikro und kein Megaphon, um die Menschen am Mittelrhein für ihre Krankenhäuser zu mobilisieren. „Albi“ weiß durch seinen Job am Besten, wie wichtig ärztliche Versorgung ist. Mittelrheingold (7 Fragen an Christian Albrecht, September 2019)
Christian Albrecht bei der Demo zur Rettung der Loreley-Kliniken.

2. Ilka Heinzen

Anfang des Jahres schien in Bingen nur noch eins zu funktionieren: Den eigenen Einzelhandel schlecht zu reden. „Frollein Wunderbar“ Ilka Heinzen hat keine Lust auf Untergangsstimmung. Die Modehändlerin kämpft gemeinsam mit ihren Kollegen von der Werbegemeinschaft und Bingens ehrenamtlicher Marketingchefin Marliese Tabarelli für ihre Innenstadt. Ihre Ideen, ihre Aktionen und ihre Offenheit gefallen nicht jedem, aber in Bingen tut sich endlich wieder etwas. Ilka kann jetzt auch politisch Druck machen. Im Mai wurde sie in den Stadtrat gewählt. Mittelrheingold (7 Fragen an Ilka Heinzen, Juni 2019)
Ilka Heinzen ist "Frollein Wunderbar". Foto: Privat

3. Mareike Knevels

Nach 4 Jahren Burgenblogger-Projekt haben sich selbst Fans gefragt, ob das Thema nicht irgendwann zu Ende erzählt ist. Burgenbloggerin Nr. 5 zeigt: noch lange nicht, denn es gibt im Tal mindestens so viele Geschichten wie Menschen. Mareike hat über 50 von ihnen gefunden, geschrieben und illustriert. Mein persönliches Highlight ist ihre Expedition zur geheimnisvollen Grube „Gute Hoffnung“, die unterhalb des Rheins verläuft. Mittelrheingold (7 Fragen an Mareike Knevels, August 2019)

4. Matthias Pflugradt

Auf den triumphalen Wahlsieg und den euphorischen Start des neuen Bürgermeisters von St. Goarshausen folgten nur wenige Monate später Depression und Rückzug. Matthias Pflugradt verdient Respekt für seinen offenen Umgang mit seiner Krankheit und dafür, dass er das ganze Tal auf einen Fehler im System aufmerksam gemacht hat: die unzumutbare Belastung für „ehrenamtliche“ Bürgermeister, die nebenbei noch für ihren Lebensunterhalt sorgen müssen. Alles Gute, Matthias! Mittelrheingold (7 Fragen an Matthias Pflugradt, Mai 2019)

5. Franziskus Weinert

Der Oberweseler Schreib- und Spielwarenhändler ist einer der wichtigsten Digitalexperten am Mittelrhein. Ebay zeichnete ihn im März als „Lokaler Einzelhändler des Jahres“ aus. Franziskus Weinert führt das 120 Jahre alte Familienunternehmen in 4. Generation und engagiert sich auch politisch für seine Stadt. Er vertritt die Grünen im Oberweseler Stadtrat und sorgte gemeinsam mit Christian Büning dafür, dass alle wichtigen Veranstaltungen zur Krankenhaus-Rettung live im Internet zu sehen waren. Mittelrheingold (7 Fragen an Franziskus Weinert, August 2018) 
E-Commerce-Star mit 120 Jahren Tradition: Franziskus Weinert. Foto Ebay

6. Klaus Zapp

Dem Post-Manager (und früherem Briefträger) gelang im Herbst eine Sensation in Rüdesheim: Er schaffte es als wenig bekannter Außenseiter mit hauchdünnen Vorsprung in die Bürgermeister-Stichwahl und setzte sich dort souverän gegen Amtsinhaber Volker Mosler durch. Im neuen Jahr beginnt seine Amtszeit. Der Neuanfang wird Rüdesheim gut tun. Klaus Zapp startet unbelastet von den Querelen der vergangenen Jahre. Mittelrheingold (7 Fragen an Klaus Zapp, Oktober 2019)

2020 geht’s weiter

Mittelrheingold meldet sich im Neuen Jahr zurück. Bis dahin wünsche ich einen guten Rutsch und ein gesundes und glückliches 2020.

Frank Zimmer

Termine der Woche

Samstag in Bingen – „Zwischen den Jahren“ / Musikalische Komödie – 28. Dezember, 19 Uhr (Einlass). bingen.de

Samstag auf der Festung Ehrenbreitstein – „Festungsvarieté – 28. Dezember, 19 Uhr 30. tor-zum-welterbe.de

Samstag in Lahnstein – „Der Hauptmann von Köpenick“ / Theater in der Stadthalle – 28. Dezember, 20 Uhr. lahnstein.de

Sonntag in Lahnstein – „Der Hauptmann von Köpenick“ / Theater in der Stadthalle – 29. Dezember, 18 Uhr. lahnstein.de

Sonntag in Boppard – Musikdinner „Champagnerlaune“ im Bellevue – 29. Dezember, 18 Uhr 30. boppard-tourismus.de

Sonntag in St. Goar – Jessica Parish & Band live –  29. Dezember, 19 Uhr (Einlass). inside-garden.de

Sonntag auf der Festung Ehrenbreitstein – „Festungsvarieté – 29. Dezember, 19 Uhr 30. tor-zum-welterbe.de

Montag in Boppard – Musikdinner „Champagnerlaune“ im Bellevue – 30. Dezember, 18 Uhr 30. boppard-tourismus.de

Montag in Bingen – „The Rocky Horror Picture Show“ im Programmkino KiKuBi –  30. Dezember, 19 Uhr 30. bingen.de

Montag auf der Festung Ehrenbreitstein – „Festungsvarieté – 30. Dezember, 19 Uhr 30. tor-zum-welterbe.de

Dienstag in Lorch – Silvesterlauf und- wanderung – 31. Dezember, 13 Uhr. lorch-am-rhein.de

Dienstag in Rüdesheim – Silvesterfeier „Deutsch-französische Freundschaft“ mit Fackelwanderung am Niederwald – 31. Dezember, 18 Uhr. ruedesheim.de

Dienstag in Lahnstein – „Der Hauptmann von Köpenick“ / Theater in der Stadthalle – 31. Dezember, 18 Uhr. lahnstein.de

Dienstag auf der Festung Ehrenbreitstein – „Festungsvarieté – Großes Silvesterspecial – 31. Dezember, 19 Uhr 30. tor-zum-welterbe.de

Dienstag ab Boppard und Kamp-Bornhofen –  „Große Silvestergala“ auf dem Rhein – 31. Dezember, 20 Uhr (Kamp) und 20 Uhr 15 (Boppard). boppard-tourismus.de

Mittwoch ab Rüdesheim – Neujahrswanderung mit Welterbe-Gästeführer Wolfgang Blum – 1. Januar, 14 Uhr 15. gaestefuehrer.welterbe.mittelrhein.de

Mittwoch in Boppard – Neujahrskonzert auf dem Balz – 1. Januar, 17 Uhr.  boppard-tourismus.de

Donnerstag in Bingen – „Gräfin Mariza“ – Operette im Rheintal-Kongresszentrum – 2. Januar, 19 Uhr 30. bingen.de

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