Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Schlagwort: Loreley Seite 1 von 34

Der lange Weg zum Hochwasserschutz

Eigentlich war die Verbandsgemeinde Loreley schnell bei der Sache: Wenige Monate nach den schweren Unwettern 2016 beauftragte sie das Ingenieurbüro Dr. Boettcher aus Urbar bei Koblenz mit einem Hochwasserschutzkonzept und stellte fast 150.000 Euro dafür bereit. Zuschüsse der Landesregierung machten es möglich. 2 Jahre sollten die Recherchen dauern. Mittlerweile sind 5 Jahre vergangen, und es gibt immer noch kein fertiges Konzept. Laut „RZ“ hat das Büro einen Entwurf vorgestellt, der jetzt an die 22 Stadt- und Ortsbürgermeister geht. Tenor: Es ist schwierig, es wird aufwendig und es geht nicht ohne private Initiativen. Das finale Dokument soll im Dezember vorliegen und die Ergebnisse ab Anfang 2022 umgesetzt werden. Starkregen und Hochwasser sind übrigens nicht nur im Tal ein Thema. Selbst die Loreley und der Höhenort Bornich gelten als Risikogebiet, weil die Kanalisation nicht auf extreme Wassermassen ausgelegt ist und Gräben planiert wurden.  Manchen Kommunalpolitkern waren die Aussagen des Planers zu pauschal. Empfehlungen für besonders gefährdete Viertel wird es wohl nicht geben, denn das war dem Ingenieur vielleicht zu schwer. O-Ton: „Ich bin nicht in jedes Haus hineingegangen, das wäre viel zu aufwendig gewesen.“ Rhein-Zeitung, Mittelrheingold (Hintergrund)

Mittelrhein zwischen Fellen und Wellmich: Hier soll die Brücke gebaut werden. Foto: Romantischer Rhein / Henry Tornow

2016 war u. a. Wellmich betroffen. Foto: Romantischer Rhein / Henry Tornow

„An uns würde eine Kooperation nicht scheitern, wir haben Bock“

Rüdesheim ist nicht genug: Tourismus-Pionier Kai Climenti will sein preisgekröntes Weinwander-Konzept „Walk like a local“ über die Stadtgrenzen hinaus ausbauen und wäre für Partnerschaften im Welterbe-Tal offen. Laut „AZ“ stellt er sich eine Art Franchise-Modell vor: Ortskundige in anderen Städten und Gemeinden nutzen sein Modell und organisieren ihr eigenes Tagesgeschäft.  „An uns würde eine Kooperation nicht scheitern, wir haben Bock“, zitiert ihn die Zeitung. „Walk like a local“ ist eine Mischung aus geführter Gästewanderung, Multimedia-Tour, Schnitzeljagd und Picknick-Ausflug. Das Smartphone liefert Insider-Tipps und der Rucksack die passende Weinauswahl. Die Idee wurde 2020 mit dem Rheingauer Gründerpreis ausgezeichnet. Rund 500 Touren hat Climenti bereits verkauft. Allgemeine Zeitung, Mittelrheingold (7 Fragen an Kai Climenti, April 2021)

Bingerbrück für Pendler

Offiziell eingeweiht wird die Park&Ride-Anlage am Binger Hauptbahnhof erst Anfang Oktober, aber die Parkausweise gibt es schon jetzt. 175 Pendler-Parkplätze stehen zur Verfügung. Die Jahresgebühr liegt bei 50 Euro. Wer sich nicht so lange an Bingerbrück binden will:  Die Stadtverwaltung bietet auch Halbjahres- und Monatstickets an. Stadtverwaltung Bingen

Werbung: Rheinleuchten im Welterbetal

Kommende Woche gehen dem Welterbetal gleich mehrere Lichter auf. Epizentrum der flussübergreifenden Lightshow „Rheinleuchten“ ist diesmal die Löhnberger Mühle am Lahnsteiner Rheinufer. Das XXL-Industriedenkmal aus dem 19. Jahrhundert wird dafür ausnahmsweise geöffnet. Für die Multimedia-Illumination in historischer Umgebung sorgt das Berliner Künstlerkollektiv Re:Sorb. Das Einzelticket kostet 6 Euro, Kinder zahlen die Hälfte, Familien 13 Euro. Am 22. September geht’s los. Hier gibt es weitere Infos.

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Landliebe in Lorch und Kochen auf der Loreley

Oberhalb von Lorch ist die Welt noch in Ordnung. Anderswo mögen Dörfer zu scheintoten Schlafgemeinden degenerieren, aber im  Höhenort Espenschied (knapp 300 Einwohner) gibt es dank des florierenden Wandertourismus 2 Gasthäuser und neuerdings sogar einen Food-Truck. Für landesweite Aufmerksamkeit sorgt gerade ein Bericht des Hessischen Rundfunks. Der Sender hat die  Espenschieder „Dorfschänke“ in eine Auswahl von 5 beispielhaften Landgasthöfen aufgenommen. Wirt Egor Batukov setzt auf saisonale Küche mit Kräutern aus dem eigenen Garten: „Ich schaue, dass ich weitestgehend alles selbst mache, vom Burger-Brötchen bis hin zu Saucen“. Ebenfalls in den hessischen Top 5 ist Maresa Nieten vom „Breuer’s Rüdesheimer Schloss“. Die 34-Jährige setzt sich vom herkömmlichen Drosselgassen-Remmidemmi ab und will im 4-Sterne-Familienbetrieb Klasse statt Masse. Hesssicher Rundfunk

Blick auf Lorch am Rhein

Lorch profitiert von Wandertourismus. Foto: Robert Carrera.

Kochen auf der Loreley

Apropos Essen: Bis im ehemaligen Turnerheim auf der Loreley Speisekarten gereicht werden, dauert es noch. Das historische Gebäude wird noch saniert, darum existiert das dort geplante Restaurant vorerst nur auf dem Papier. Trotzdem gab es auf dem Felsen neulich gehobene Küche: Der SWR produzierte auf der leeren Freilichtbühne eine Folge seiner Koch-Show „Marktfrisch“. Moderator Jens Hübschen und der Mainzer TV-Koch Frank Brunswig bruzzelten „Saibling im Nudelnest“ und „Arme Ritter“. SWR (mit Video)

Die elektrischen Reiter

Kalorienmäßig rangieren E-Bikes irgendwo zwischen Dauerlauf und Cabrio fahren. Wer es rund um die Loreley ausprobieren möchte: Die Touristik-Organisation in der Verbandsgemeinde bietet neuerdings geführte Touren mit dem E-Mountainbike an. Der nächste Termin ist am kommenden Freitag. Open PR (Pressemitteilung der Loreley-Touristik)

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Loreley-Boss gesucht

Tourismus-Marketing ist am Mittelrhein immer ein bisschen komplizierter als anderswo. Zur üblichen Zersplitterung der Region – 2 Bundesländer, 5 Kreise, ein Fluss mittendurch – kommt die besondere rheinland-pfälzische Kommunalverfassung mit der Zwischeninstanz „Verbandsgemeinde“. Das Nebeneinander von Kommunen und VG-Verwaltung spiegelt sich auch beim Tourismus-Marketing wider. Städte wie St. Goar und Oberwesel etwa betreiben wie in alten Zeiten eigenständige Tourist-Infos. Gleichzeitig gibt es Tourismus-Marketing bei der übergeordnete VG Hunsrück-Mittelrhein. Anderswo, in Rüdesheim zum Beispiel, herrscht ein Nebeneinander von privaten und staatlichen Initiativen. Die ultimative Lösung wird es nie geben. Kleine kommunale Einheiten sind ebenso wenig perfekt wie die Idee des großen touristische Zentralstaats, von der am Mittelrhein manche träumen. Wichtig für Austausch und Vernetzung ist die Tourismusgemeinschaft „Tal der Loreley“, ein Zusammenschluss aller touristischen Akteure und Instanzen im Welterbetal mit Sitz in St. Goar. Gegenüber in der Verbandsgemeinde Loreley setzt man auf ein neues Modell. Dort hat die VG gerade eine eigene Tourismus-GmbH gegründet, die bisherige Vereinsstrukturen ablösen und die Vermarktung professionalisieren soll.

Die Loreley mit Burg Katz im Vordergrund. Foto: Dominik Ketz / Romantischer Rhein Tourismus

Die Loreley mit Burg Katz im Vordergrund. Foto: Dominik Ketz / Romantischer Rhein Tourismus

Die „Loreley Touristik GmbH“ bündelt nicht nur die Tourismus-Werbung an der Rheinfront von Braubach bis Kaub, auf den Höhen und in Seitentälern bis Sauerthal. Sie ist auch die Hausherrin auf der Loreley und zuständig für deren Bewirtschaftung. Darum wird sie direkt auf dem Plateau angesiedelt. Der frühere Osterspaier Bürgermeister Helmut Bündgen führt übergangsweise die Geschäfte. VG-Bürgermeister Mike Weiland sucht parallel nach einem Vollzeit-Manager. Auf der Website der VG ist der Loreley-Job ausgeschrieben. Gesucht wird ein Tourismus-Profi, der „die strategische und operative Ausrichtung des Unternehmens“ verantwortet und ein bis zu 9-köpfiges Team führt. Der oder die künftige Chef:in kann sich nicht allein auf Zuschüsse aus der VG-Kasse verlassen. Der Business-Plan sieht u. a. Einnahmen aus Merchandising und Parkplatzbewirtschaftung vor. Die Stelle ist zunächst für 5 Jahre befristet. Bezahlt wird nach den Regeln des Öffentlichen Dienstes. Rhein-Zeitung, VG Loreley (Ausschreibung)

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