Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Blick auf Bacharach. Foto: Henry Tornow

Schlagwort: Loreley Seite 1 von 25

Die Unesco und das Loreley-Hotel

Was sagt eigentlich die Unesco zum geplanten Loreley-Hotel? Kritiker wie Berfürworter des 700-Betten-Projekts sehen sich im Einvernehmen mit den Welterbe-Hütern. Der norddeutsche Investor Nidag etwa suggeriert eine mit der Unesco abgestimmte Planung „Mit den Unesco-Vorgaben“ ist laut Unternehmenssprecherin „ein Sichtachsenkonzept entwickelt worden, sodass man das Hotel von bestimmten Punkten unten nicht sieht“. Tatsächlich ist die internationale Organisation nicht ganz so entspannt. „Im Falle des Loreley-Plateaus können wir die Sorge, ob die Planungen für einen Hotelbau mit dem Welterbestatus vereinbar sind, verstehen“, teilte die Sprecherin der deutschen Unesco-Kommission auf Anfrage von Mittelrheingold mit. Man rate „dringend dazu, eine frühzeitige Abstimmung mit dem Unesco-Welterbezentrum in Paris und seinen Beratungsgremien herbeizuführen.“ Die Einschätzung, ob eine Stätte gefährdet ist, obliege allein dem jährlich zusammenkommenden Unesco-Welterbekomitee. Ob die Hotel-Fans so lange warten wollen, ist fraglich. Wenn die Kreisverwaltung in Bad Ems zustimmt, könnten im kommenden Jahr schon Bagger rollen. Auf dem Plateau soll ein Komplex mit Hauptgebäude plus 10 mehrstöckigen Hotel-Villen entstehen.  Per E-Mail

Die Loreley mit Burg Katz im Vordergrund. Foto: Dominik Ketz / Romantischer Rhein Tourismus

Die Loreley mit Burg Katz im Vordergrund. Foto: Dominik Ketz / Romantischer Rhein Tourismus

Ein Schloss im Corona-Herbst

Der „Wiesbadener Kurier“ berichtet, wie das 4-Sterne-Hotel „Breuers Rüdesheimer Schloss“ gegen die die 2. Corona-Welle kämpft. „Wir sind jetzt Experten im Platzieren, Desinfizieren und Dokumentieren“, zitiert die Zeitung Inhaberin Maresa Nieten. Um die areosolfreie Open-Air-Saison zu verlängern, hat Nieten mehr Heizpilze und Decken geordert. Außerdem sieht sie auch die Chancen in der Krise: Das Durchschnittsalter der Gäste sei um 10 Jahre nach unten gegangen und die Aufenthaltsdauer habe sich verdoppelt. Wiesbadener Kurier

Thronen am Rheinufer

Falls Sie sich fragen, was neuerdings in den Bacharacher Rheinanlagen steht: Es ist der „Rabenstuhl“, ein Kunstwerk von Bildhauerin, Malerin und Teilzeir-Bacharacherin Liesel Metten. Platz nehmen ist ausdrücklich erlaubt. Der thronähnliche Stuhl mit Flussblick wurde aus rund 400 eingegipsten Büchern gebaut und erinnert an die literarische Tradition der Stadt. Rhein-Zeitung

Bacharach unplugged

Apropos Bacharach: Vor 51 Jahren wurde Steeg in die Stadt eingemeindet. Die Begeisterung der Steeger hielt sich in Grenzen. Mittlerweile ist das Trauma abgearbeitet, aber das langgezogene Straßendorf ist nach wie vor eine Welt für sich – und nicht die schlechteste. In der „AZ“ stellt Jochen Werner den Ort vor, in dem alles noch ein bisschen kerniger und authentischer als anderswo ist. Allgemeine Zeitung

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„Vielleicht bin ich einfach Idealist“ – 7 Fragen an Nico Busch

In der Verbandsgemeinde Loreley scheint die SPD-Welt noch in Ordnung zu sein: Landeschef und RLP-Innenminister Roger Lewentz ist über seinen Wohnort Kamp-Bornhofen hinaus der ungekrönte König am rechten Rheinufer, sein früherer Büroleiter Mike Weiland gewann im März die Wahl zum VG-Bürgermeister, und mit Ex-„Loreley“ Theresa Lambrich aus Filsen verfügt die Partei über ein im ganzen Tal bekanntes Nachwuchstalent. Übernächsten Sonntag will die Loreley-SPD auch in St. Goarshausen feiern. Ihr Kandidat Nico Busch, 37, bewirbt sich um die Nachfolge des zurückgetreten Stadtbürgermeisters Matthias Pflugradt. Der Jurist und Event-Unternehmer („Loreley Security Service“) ist in der Stadt aufgwachsen und lebte später in Erlangen. 7 Fragen an einen, der weggezogen und zurückgekehrt ist. 

Nico, du hast in Bayern studiert und dort gearbeitet. Was hat dich zurück nach St. Goarshausen gezogen?

Lass einen Franken nie hören, er wäre Bayer. Aber im Ernst: Zurückgezogen hat mich die Liebe zur Region. Und die familiäre Verbundenheit hier. Ich war gefühlt immer nur vorübergehend weg. Auch wenn ich in Franken gelebt habe, war ich immer regelmäßig in St.Goarshausen. In der Großstadt zu leben ist das Eine – aber das ländliche St. Goarshausen würde ich immer der anonymen Großstadt vorziehen.

Am 11. Oktober willst du zum Bürgermeister gewählt werden. Es wäre viel Arbeit für ein eher symbolisches Gehalt. Was motiviert dich?

Ich möchte etwas bewegen. Ich saß oft in Stadtratssitzungen und hätte gerne meine Meinung – fachlich wie auch persönlich – eingebracht. Das kann ich aber nur, wenn ich aktiv „dabei“ bin. Als Beigeordneter habe ich jetzt schon ein Rederecht, als Stadtbürgermeister auch ein Stimmrecht. Ich möchte, dass es in der Stadt voran geht und die Möglichkeit haben, Themen aktiv anzugehen, Veränderungen anzustoßen. Natürlich wünsche ich mir auch ein positives Feedback für mein Engagement. Das ist ein weiterer „Gehaltsbestandteil“. Ansonsten bin ich vielleicht einfach Idealist.

In deiner Stadt sind gleich mehrere Themen akut. Fangen wir mit dem Dauerbrenner an, der Brücke. Jeder weiß, dass sie in diesem Jahrzehnt nicht mehr gebaut wird. Warum sorgt man in der Zwischenzeit nicht für deutlich bessere Fährzeiten? 

Nun, es gab ausgeweitete Fährzeiten. Zuletzt in den Jahren 2012 bis 2016. Dabei wurde der Fährbetrieb vom Land für zusätzliche Früh- und Spätfahrten bezahlt. Eine Ausweitung der Fährzeiten ist wohl primär eine Kostenfrage. Und im zweiten Schritt dann eine Frage der Wirtschaftlichkeit: Was investiert man, und was für einen Nutzen bringt es, also z.B. wie wird das Angebot angenommen. Unter diesem Gesichtspunkt scheint es für den Fährbetreiber nicht wirtschaftlich zu sein, generell die Fährzeiten auszuweiten. Ich spreche jetzt nicht von den aktuellen Corona-Fährzeiten. Diese zeitliche Beschränkung soll aber meines Wissens nach zum Winterfahrplan wieder wegfallen. Zur Frage, ob für das Land eine weitere Förderung entsprechenden Mehrwert für die Region bringt oder wie diese Frage ausgewertet wurde, konnte ich vom Verkehrsministerium leider keine Antwort bekommen. Hier konnte man mir nur eine Zwischenauswertung für die Jahre 2012 und 2013 geben. Eine abschließende Auswertung scheint wohl leider nicht erfolgt zu sein.

Mittelrhein-Metropole St. Goarshausen. Foto: Rheinland-Pfalz-Touristik / Dominik Ketz.

Blick auf St. Goarshausen. Foto: Rheinland-Pfalz-Touristik / Dominik Ketz.

Dein Parteifreund Michael Maurer aus dem Rhein-Hunsrück-Kreis hat in der „RZ“ erklärt, dass das Land 85 Prozent der Brückenkosten übernehmen würde. Warum keine 100 Prozent, wenn das Thema so wichtig ist und sich der Landrat in Simmern gegen eine kommunale Beteiligung sperrt?

Nun, es heißt ja „Landeszuschuss“ bzw. „Förderung“. Nicht Brücken-Schenkung. Es gibt klare Förder-Richtlinien, die solche Beteiligungen regeln. Dabei klingt 85 Prozent für mich schon sehr hoch. Üblicherweise scheinen Förderanteile geringer zu sein. Deshalb ist auch die volle Kostenübernahme des Raumordnungsverfahrens durch das Land für mich etwas nicht Selbstverständliches.

Kommen wir zur Loreley. Dort soll eine Hotelanlage mit über 700 Betten entstehen. Warum so groß?

720 Betten, um genau zu sein. Es gibt eine Studie, die besagt, das über 3.000 Betten im Mittelrheintal fehlen. Zudem gibt es Baurecht, das die Größe zulässt. Und einen Investor, der natürlich wirtschaftlich denkt. Die Rahmenbedingungen führen im Ergebnis zu dem geplanten Projekt, wie es kürzlich der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Wie soll es mit dem Tourismus in St. Goarshausen weitergehen? Kommt die Kooperation mit St. Goar oder wartert ihr auf die neue Loreley GmbH?

Wie der Jurist so schön sagt: Es kommt darauf an. Die Frage scheint sich mehr auf eine Tourist-Info in St. Goarshausen zu richten. Hierzu werde ich Gespräche führen und Angebote einholen. Für mich ist klar: St. Goarshausen braucht eine Tourist-Info! Ob wir diese selbst besetzen, oder sie als Dienstleistung bei St. Goar, der Loreley-Touristik e.V. oder einer kommenden GmbH einkaufen, muss sich zeigen. Wichtig ist für mich aber auch, dass in St. Goarshausen wieder mehr WIR-Gefühl aufkommt, auch unter den Gewerbetreibenden, von denen eine Vielzahl touristisch orientiert ist: Gemeinsam auftreten. Miteinander, statt jeder für sich. So stelle ich mir den Tourismus in der Loreleystadt vor.>Was die Vermarktung nach außen hin betrifft: Wir sind in einer Vielzahl touristischer Organisationen, an die auch Gelder fließen. Hier werde ich aktiv auch die bezahlten Leistungen einfordern. St. Goarshausen kann nicht alles selbst machen, und sollte nicht grundsätzlich eine „eigene Suppe kochen“ wollen. Aber dass Preis- und Leistung stimmen muss, und das eingekaufte Leistung auch erbracht werden muss – das werde ich im Auge behalten, und gegebenenfalls als ersten Schritt entsprechende Gespräche dazu führen.

In diesem Jahr ist der Konflikt mit dem Pächter der Freilichtbühne eskakaliert. Warum ist kein Mediationsverfahren möglich?

Jetzt kommt der Jurist zu Wort: Ein Mediationsverfahren, bzw. ein Vergleich zwischen zwei Parteien eines Rechtsstreits, ist immer möglich. Denn die Parteien sind im Zivilrecht die Herren des Verfahrens. Das letzte Mediationsverfahren hat sich in der Vorbereitung sehr in die Länge gezogen, weil sich die beiden Parteien über Details zum Mediationsverfahren uneinig waren. Irgendwann hat dann der Stadtrat beschlossen, das Hauptsacheverfahren, welches bis dahin geruht hat, wieder anzugehen. Ihm ist sozusagen „der Geduldsfaden gerissen“. Es ist also nicht grundsätzlich unmöglich. Natürlich müssen für ein Mediationsverfahren aber die Voraussetzungen stimmen. Man muss auf beiden Seiten verhandlungsbereit sein. Auch muss die Lösung für beide Seiten tragbar und vertretbar sein. Entsprechende Einigungsangebote können von beiden Seiten eingebracht werden – ob mit oder ohne Mediator. Der Mediator ist dabei dann mehr der Moderator oder der Vermittler. Und durch den zeitlichen Faktor darf kein weiterer Nachteil drohen. Die Kurse zum Thema Mediation während meines Referendariats waren sehr auf Psychologie und Gesprächsführung ausgerichtet – aber extrem interessant und hilfreich.

Nico Busch will Bürgermeister von St. Goarshausen werden. Foto: Privat

Ab geht die Post

Apropos Loreley: Die bekannteste Mittelrheinerin aller Zeiten gibt es jetzt auch als Briefmarke. Das Motiv wurde standesgemäß auf dem Felsen präsentiert. Es gehört zur neuen Briefmarkenserie „Sagenhaftes Deutschland“. SWR (Video)

Erleuchtung in Bingen

Hans Henrich führt eines der ältesten Fachhandelsgeschäfte in Bingen. Seinen Familienbetrieb „Lampen Henrich“ gibt es seit 1878. Der 55-Jährige genießt einen bundesweiten Ruf als Beleuchtungs-Experte: Laut „AZ“ wurde er auf einer Branchenmesse gerade als „Lichtplaner des Jahres“ ausgezeichnet. Allgemeine Zeitung

Video-Tipp: Expedition nach Oberheimbach

In der SWR-Serie „Landgenuss“ entdecken Moderator Jens Hübschen und Profikoch Frank Brunswig Perlen in der Provinz. Die neueste Folge führte zum „Weinbergschlösschen“ der Gebrüder Lambrich in Oberheimbach. Film ab: SWR

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Kein Happy End in Oberwesel

Kommende Woche ist es mit dem Oberweseler Krankenhaus vorbei. Am Montag scheiterte ein letzter Übernahmeversuch. Laut „RZ“ lehnte der Oberweseler Stadtrat einstimmig ein Angebot der Firma Helexier ab, die seit März ein früheres Krankenhaus im pfälzischen Zweibrücken besitzt. Offenbar wirkte Helexier auf die  Entscheider in Oberweseler wenig erfahren. Das Unternehmen mit Sitz im pfälzischen Heltersberg hat seine Wurzeln in der Immobilienbranche und konnte keine praktischen Kenntnisse im deutschen Klinik-Management vermitteln. Der Auftritt einer Helexier-Repräsentantin, die auf YouTube Zuckerwasser als Hautpflegemittel empfiehlt, macht es nicht besser. Firmenchef Alexander R.M. Jüllig ist auf Twitter als „CEO & Founder of Sky-Hype Immobilienpotral“ mit Sitz in Dubai zu sehen, wo er 2015 u. a. eine „3 – Zimmer Wohnung in Duisburg, komplett renoviert ( neu gestrichen )!!“ anbot. 

Blick auf Oberwesel. Foto: Maximilian Siech, Zweckverband Welterbe.

Blick auf Oberwesel. Foto: Maximilian Siech, Zweckverband Welterbe.

Der Stadtrat hofft jetzt auf das frühere Konzept eines „Gesundheitscampus“ mit niedergelassenen Ärzten. Allerdings fehlt auch dafür der professionelle Partner. Der Mehrheitsgesellschafter Marienhaus will nicht mitmachen und hat bereits seinen Ausstieg aus der Betreibergesellschaft angekündigt. Für die Mitarbeiter ist die bisherige Entwicklung eine Katastrophe. Sie verlieren nicht nur ihre Arbeitsplätze, sondern müssen auch um ihre Abfindungen zittern. Das Geld sollte aus einem Fördertopf des Landes und der Krankenkassen kommen. Nach Recherchen von „RZ“-Redakteurin Denise Bergfeld gibt es aber immer noch keinen Antrag. Er muss bis Ende des Monats im Mainzer Sozialministerium vorliegen. Beim Arbeitsgericht Koblenz klagen rund 100 Klinik.Mitarbeiter gegen die die Krankenhaus GmbH, die zu 45 Prozent den Städten Oberwesel und St. Goar und der Verbandsgemeinde Hunsrück-Mittelrhein gehört. Rhein-Zeitung, helexier.de (Website der Firma Helexier)

Bornich will das Loreley-Hotel

Das Hotel-Projekt auf der Loreley hat seine erste Hürde genommen. Die für das Gelände zuständige Ortsgemeinde Bornich winkte die Pläne des norddeutschen Investoren Nidag durch. „Besser kann ein derartiges Hotelareal nicht in die Natur integriert werden“, zitiert die merklich hotelfreundliche „Rhein-Lahn-Zeitung“ Ortsbürgermeisterin Karin Kristja. Die endgültige Entscheidung über das 700-Betten-Projekt liegt beim Rhein-Lahn-Kreis. Wenn die Verwaltung in Bad Ems zustimmt, könnten die Bauarbeiten schon im kommenden Frühjahr starten. Rhein-Zeitung

Blühende Landschaften in Bacharach

Früher war Medenscheid einfach nur einer von 3 Bacharacher Höhenorten. Heute ist es „Das Rosendorf“ und im ganzen Welterbe-Gebiet bekannt. Leidenschaftliche Hobby-Botanikerinnen wie Beater Lieber und Stefanie Langer haben in der Medenscheider Brunnenstraße paradiesische Gärten geschaffen. Einer SWR-Reportage stellt sie vor. SWR

Die Eiserne Lady von St. Goarshausen

Apropos SWR: Der Sender berichtet auf seiner Website über den „Häusener Kran“. Das Industriedenkmal wird gerade saniert und soll einmal zu den Schmuckstücken am Rheinufer gehören. St. Goarshausen will das Areal bis zur Buga 2029 komplett neu gestalten. SWR

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