Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Schlagwort: Loreley Seite 1 von 28

Was macht eigentlich Slow Down Loreley?

Für Fans des 720-Betten-Hotels „Slow Down Loreley“ ist es ganz einfach: Schon im kommenden Frühjahr sollen die Bauarbeiten hoch über dem Tal beginnen, damit 2024 die ersten Gäste anreisen können. Landschaftsschützer finden das Mega-Projekt durchaus gewagt. Das Hoteldorf mit Hauptgebäude, Villen und weiteren Ferienwohnungen wäre zwar nicht vom Fluss aus zu sehen, würde aber die Aussicht von der benachbarten Loreley und vom gegenüberliegenden Urbar kaum widerruflich verändern. Für die Unesco kein Problem, versicherten die Investoren und ihr Sympathisanten bisher. Man stehe im „stetigen Dialog mit der Welterbekommission“, hieß es vor wenigen Monaten in der Lokalausgabe der „Rhein-Zeitung“. Tatsächlich hat sich die Unesco noch gar nicht geäußert. Das geht aus einer Stellungnahme der Kreisverwaltung in Bad Ems hervor. Sie muss das Bauvorhaben genehmigen, bevor die ersten Bagger kommen. Auf eine Anfrage der Grünen im Rhein-Lahn-Kreistag teilte Landrat Frank Puchtler mit, dass zum Thema Welterbe-Status bisher nur die Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord in Koblenz angefragt wurde. Die wiederum soll das zuständige Wissenschaftsministerium in Mainz kontaktieren, von dem man eine „Bewertung“ erwartet. Die Unesco selbst kam noch nicht zu Wort. Sie kann ohnehin erst im Sommer 2021 entscheiden. Dann findet im chinesischen Fuzhou die nächste Sitzung des Welterbekomittees statt. Der Investor könnte vorher schon Fakten geschaffen haben.

Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Henry Tornow

Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Henry Tornow

Laut Kreisverwaltung gibt es für das Projekt keine Umweltverträglichkeitsprüfung. Auch die Auswirkungen auf die Gastronomie im Tal wurde nicht untersucht. Sicher ist nur, das das Gebäude-Ensemble lange stehen würde –  unabhängig von Nutzung und wirtschaftlichem Erfolg. O-Ton Kreisverwaltung: „Die Forderung nach einer Rückbauversicherung ist der Unteren Bauaufsichtsbehörde … rechtlich nicht möglich.“ Rhein-Zeitung, unesco.de (Welterbekomittee)

Ein Andenken an die Deutschen Bahn

Eisenbahn-Fans müssen die Wohnung von Sebastian Schmitt lieben: Der Feuerwehrmann überblickt von seinem Fenster aus das Gewusel am Lahnsteiner Bahnhof. Schmitts Wohnlage war im August Glück im Unglück. Als ein Güterzug mit Dieselöl-Ladung entgleiste, war er als Wehrführer sofort im Einsatz. In einer aktuellen SWR-Reportage wundern sich Schmitt und sein Oberbürgermeistert Peter Labonte über die Krisen-Kommunikation der Bahn und das, was seitdem nicht passiert ist. Nach wie vor werden 90.000 Liter Diesel im Erdreich vermutet. Wer für eventuelle Spätfolgen haftet, ist unklar. SWR (Video)

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Zwangsruhe in Rüdesheim und ein offener Brief von der Loreley

Am 9. März eröffnete Niederwald-Gastronom Peter Häfner seinen zweiten Betrieb in Rüdesheim, das gerade übernommene traditionsreiche Hotel Trapp. 10 Tage später musste er es schon wieder schließen – der erste Corona-Lockdown legte alles lahm. In einen Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ beschreibt er die touristische Achterbahnfahrt des Jahres 2020. Im Spätsommer lief vor allem der Stammbetrieb am Niederwald fast wie in alten Zeiten. Dann kam die zweite Welle. Häfner nutzt die Zwangspausen, um an neuen Konzepten zu feilen. Er kümmert sich mehr um digitales Marketing, will verstärkt jüngere Zielgruppen ansprechen und entwickelt Alternativen zum Bus-Tourismus. Um die Corona-Krise in Rüdesheim geht es auch in einem am Montag erschienen Artikel im „Wiesbadener Kurier“. Reporter Thorsten Stötzer hat sich u. a. mit Sanja Maglic von der Boutique „Darwin’s Daughter“ und Sabine Messerschmidt vom „Geschenkehaus Ehrenfels“ unterhalten. Tenor: Die Stadt und die Läden sind deutlich leerer als sonst. Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (Print), Wiesbadener Kurier

Niederwalddenkmal über Rüdesheim. Foto: Rüdesheim Tourist AG

Ein offener Brief von der Loreley

Im Streit um die Loreley-Bühne wenden sich die Pächter jetzt ans Publikum. Ulrich Lautenschläger vom Event-Veranstalter Loreley Venues und sein Investor Frank Otto (Sohn von Versandhausgründer Werner Otto) verbreiten einen offenen Brief und feuern dort gegen den Stadtrat, der den Pachtvertrag gekündigt hat. Lautenschläger und Otto wollen offenbar bis zur letzten Patrone um ihre Bühne kämpfen und drohen mit endlosen Prozessen. Auch das geplante Hotel „Slow Down Loreley“ bekommt sein Fett ab: Weil der Campingplatz geopfert werde, seien mehrtätige Festivals unmöglich geworden. Facebook

Bonita bleibt Bingerin

Erfolg für die gebeutelte Binger Innenstadt: Die Modemarke Bonita hat die geplante Schließung ihrer Filiale in der Salzstraße zurückgenommen. Der Betreib geht auch im neuen Jahr weiter, meldet die „AZ“. bingen.de

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Ein Beitrag geteilt von Gerd Zollondz (@gerdzollondz)

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Der Buga-Chef ist da

Die wahrscheinlich wichtigste Mittelrhein-Personalie des Jahrzehnts ist amtlich: Buga-Profi Berthold Stückle wird Geschäftsführer der Bundesgartenschau 2029. Der Landschaftsarchitekt mit Meisterbrief übernimmt am 1. Januar. Stückle hat jahrzehntelange Buga-Erfahrung und steht für die Weiterentwicklung der klassischen Gartenschau zum nachhaltigen Regionalentwicklungsprojekt. Das Mittelrheintal kennt er aus seiner Arbeit für die Buga 2011 in Koblenz. 2019 verantwortete er Organisation und Betrieb der Bundegartenschau in Heilbronn – mit „Herz, Hirn und Hand“, wie der dortige Oberbürgermeister später erklärte. Stückle gilt als Macher mit Fingerspitzengefühl. Er weiß, dass 2029 keine Standard-Buga wird. Noch nie war ein so großes Gebiet an so vieln Orten zu bespielen. Schon die logistischen Besonderheiten – ein Fluss ohne Brücke – erfordern neue Mobilitätskonzepte.

Mr. Buga: Berhold Stückle auf der Loreley. Foto: Herbert Piel / pielmedia

Die gemeinnützige „Bundesgartenschau Oberes Mittelrheintal 2029 gGmbH“ – so der offizielle Name –  gehört mehrheitlich dem Zweckverband Welterbe mit Sitz in St. Goarshausen, einem Zusammenschluss aller Kommunen und Gebietskörperschaften im Oberen Mittelrheintal inklusive der beiden Länder Rheinland-Pfalz und Hessen. In der Startphase wurde sie von Rainer Zeimentz geführt, dem Chef der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz mit Sitz in Mainz. Zeimentz wird es ohne unmittelbare Buga-Verantwortung kaum langweilig werden: Momentan koordiniert er in seinem Bundesland den Aufbau der Corona-Impfzentren. buga2029.blog, SWR, Rhein-Zeitung, YouTube (Video-Interview mit Stückle)

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Ein Beitrag geteilt von Thomas Philipps (@weingutphilippsmuehle)

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