Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Schlagwort: Kestert Seite 1 von 6

Hotel-Notbremse auf der Loreley und Millionen für den Felshang

Aus dem Großprojekt „Slow Down Loreley“ wird nichts. Die Investoren des geplanten Hotelkomplexes kündigten am Donnerstag gegenüber der Deutschen Presse-Agentur ihren Rückzug an. Offiziell wegen zu hoher Lärmschutzauflagen: Die Verwaltung bestand auf bauliche Maßnahmen, damit auf der nahegelegenen Freilichtbühne weiterhin Konzerte stattfinden können. In der Verbandsgemeinde Loreley befürchtete man Hotel-Klagen bei zu viel Krach und damit ein unkalkulierbares Risiko für den nächsten Bühnenpächter. Laut Verbandsbürgermeister Mike Weiland gab es aber noch andere strittige Punkte. Der Investor Planet-Gruppe drängte offenbar auf unerfüllbare Nachlässe bei den Erschließungskosten und auf die vorzeitiger Eröffnung der Hotelvillen noch vor Fertigstellung des 5-stöckigen-Hauptgebäudes. Das Hoteldorf auf der Loreley sollte insgesamt 700 Betten umfassen. Der Rheinische Verein für Denkmalpflege und überregionale Medien wie die „FAZ“ kritisierten die Anlage als überdimensioniert. Deutlich wohlwollender berichtete die Rhein-Lahn-Ausgabe der „Rhein-Zeitung“. Die Planungen für „Slow Down Loreley“ hatten unter dem früheren VG-Bürgermeister Werner Groß bis 2020 weitgehend im Verborgenen stattgefunden. Sein Nachfolger Weiland unterstützte das Projekt zwar, aber nicht um jeden Preis. Er verhandelte noch in der vergangenen Woche mit den Investoren. Von ihrem Ausstieg habe er nun aus der Presse erfahren, sagte Weiland auf Anfrage von Mittelrheingold. Die eigentliche Entscheidung lag bei der Kreisverwaltung in Bad Ems. SWR, Rhein-Zeitung, Mitteilung von Mike Weiland

Slow Down Loreley: Im Frühjahr 2021 sollen die Bauarbeiten

Slow Down Loreley: Im Frühjahr 2021 sollten die Bauarbeiten starten. Foto: Unternehmen

Millionen für den Felshang

Nach dem Felssturz von Kestert wächst der Druck auf Bund und Bahn, eine Ausweichstrecke für den Güterverkehr zu planen. Die Mainzer Bundestagsabgeordnete Tabea Rößner (Grüne) fordert vom zuständigen Bundesverkehrsministerium eine Alternativtrasse und hat sich nach den Kosten für die Sicherungsmaßnahmen im Tal erkundigt. Demnach rechnet man im Fall Kestert mit mehreren Millionen Euro. Die Bahn ist Eigentümerin des maroden Hangs und wird komplett auf den Kosten sitzen bleiben; Versicherungsschutz besteht nicht. Der Bahnverkehr ist seit dem 15. März unterbrochen. Von den täglich ca. 114 rechtsrheinischen Güterzügen fahren die meisten vorerst linksrheinisch. Knapp 30 werden noch weiter umgeleitet. SWR

In den Straßen von Bingen

9 (!) Streifenwagen haben sich in der Nacht zum Donnerstag an einer Verfolgunsjagd rund um Bingen beteiligt. Ein Audi A 1 mit Hamburger Kennzeichen gab Gas, als ihn die Polizei kontrollieren wollte und „durchfuhr das gesamte Dienstgebiet der Polizeiinspektion Bingen unter Missachtung des Rechtsfahrgebots, Überholverbots und durch eine hohe Überschreitung der Geschwindigkeit“, wie es Polizeibericht heißt. Der Fahrer stellte sich als 52-Jähriger Drogenkonsument mit Sturmhaube heraus. Den Mann mit Wohnsitz im Kreis Bad Kreuznach erwartet jetzt eine ganze Latte von Ermittlungsverfahren:

  • Gefährdung im Straßenverkehr
  • Verbotenes Kraftfahrzeugrennen
  • Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz
  • Führen eines Autos unter Einfluss von Betäubungsmitteln

Dazu kommt wohl noch ein Bußgeld wegen Missachtung der Ausgangssperre. Allgemeine Zeitung

Blackout in Boppard

Bis zu 5000 Bopparder waren am Donnerstagabend ohne Strom. Oder wie es der zuständige Energieversorger Westnetz nannte: „Es gab eine Versorgungsunterbrechung im Mittelspannungsbereich“. Nach etwa einer Stunde gingen in der Stadt die Lichter wieder an. Die Kommunikation mit den Bürgern lief über die viel gescholtene Facebook-Gruppe „Besser Boppard“. Hunsrück News

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10 Jahre Sommermärchen am Mittelrhein und der Traum von den Windkraft-Millionen

Die Buga 2029 wird nicht die erste am Mittelrhein sein. Vor genau 10 Jahren, am 15. April 2011, öffnete die Bundesgartenschau in Koblenz. SWR und „Rhein-Zeitung“ erinnern an das Großereignis, das am Anfang nicht alle wollten und das sich später als Glücksfall erwies. Mit der Buga kamen die Seilbahn über den Rhein, die Verwandlung der Festung Ehrenbreitstein, die Neugestaltung des Deutschen Ecks und die Wiederentdeckung des kurfürstlichen Schlosses. Am Ende übertraf das Projekt alle Erwartungen. Mit 2 Millionen Besuchern hatte man gerechnet, tatsächlich strömten über 3,5 Millionen nach Koblenz.  Laut Tourismuschef Claus Hoffmann löste die Bundesgartenschau einen anhaltenden Besucher-Boom aus, der erst durch Corona unterbrochen wurde.

Festung Ehrenbreitstein. Foto: Dominik Ketz / Romantischer Rhein Touristik

Festung Ehrenbreitstein. Foto: Dominik Ketz / Romantischer Rhein Touristik

2019 zählte die Stadt 732.000 Übernachtungen und damit sogar noch mehr als im eigentlichen Buga-Jahr. Vor der Gartenschau kamen nur ca. 500.000 nach Koblenz. 2019 legten auch deutlich mehr Schiffe an. Die Stadt registrierte im vorerst letzten „normalen“ Tourismusjahr 1.600 Ausflugsdampfer und Flusskreuzer, rund 50 Prozent mehr als 2010. Einer der Macher aus Koblenz ist jetzt wieder im Einsatz: Berthold Stückle, damals Technischer Leiter, führt die Geschäfte der Mittelrhein-Buga 2029. Die Aufgabe ist komplexer als damals, denn im 67 Kilometer langen Welterbetal reden Dutzende von Kommunen mit. Immerhin ist diesmal mehr Zeit: Die Entscheidung für Koblenz fiel erst 6 Jahre vor der Eröffnung – damals übrigens bei 17 Gegenstimmen und 2 Enthaltungen im Stadtrat. SWR, Rhein-Zeitung

Windräder und heiße Luft in Binger Wald

In der Verbandsgemeinde Rhein-Nahe hadert man mit dem Windräder-Verbot im Welterbetal. Laut „AZ“ wollen Trechtingshausen, Nieder- und Oberheimbach, Manubach und Oberdiebach im Binger Wald bauen, Trechtingshausen und das Heimbachtal sogar auf dem besonders exponierten Franzosenkopf. Das Land hat das bisher ausgeschlossen. Oberhalb von Oberheimbach drehen sich bereits über ein Dutzend Windräder, die u. a. von Lorch aus zu sehen sind. Weitere Anlagen sind momentan nicht erwünscht. Rheinland-Pfalz gilt beim Ausbau der Windenergie zwar als Vorereiter und hat u. a. im Hunsrück zahlreiche Windparks genehmigt. Allerdings gelten Schutzzonen für landschaftlich herausragende Gebiete. Dazu zählen neben dem Oberen Mittelrheintal auch der Pfälzer Wald. Allgemeine Zeitung

„Letztlich kann etwas Ähnliches überall im Mittelrheintal passieren“

Die Bahn verursacht im Mittelrhein zwar Lärm, aber keine Felsstürze. Das geht aus einer Stellungnahme des rheinland-pfälzischen Landesamtes für Geologie und Bergbau hervor. Die Behörde schließt aus, dass Erschütterungen am Gleis für den Erdrutsch von Kestert am 15. März verantwortlich sind. Ähnlich hatte sich bereits ein Wissenschaftler der Universität Mainz geäußert. Die Geologen sehen chronische Wasser- und Frostschäden in wenig stabilen Gesteinsformationen als Ursache. „Letztlich kann etwas Ähnliches eigentlich überall im Mittelrheintal passieren“, zitiert die „RZ“ den Mainzer Steilhang-Experten Michael Rogall. An der Absturzstelle sollen jetzt 2 überdimensionale Netze angebracht werden. Dafür dübelt man insgesamt 620 Anker in den Fels. Rhein-Zeitung

Doc Schneider darf impfen

Dr. med. Hubertus Schneider hat eine Impf-Odyssee der besonderen Art hinter sich. Der erfahrene Hausarzt aus dem Lorcher Höhenort Epenschied wollte notfalls kostenlos beim Impfen helfen. Das Problem: Schneider, 68, lässt seine Praxis langsam ausklingen, hat schon seine Kassenzulassung zurückgegeben und behandelt nur noch Privatpatienten. Thorsten Stötzer beschreibt im „Wiesbadener Kurier“, welche Behörden-Irrwege Schneider gehen musste, bis endlich die Zusage für eine Ladung Astrazeneca kam. Wiesbadener Kurier

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Keine Lockerungen in Rüdesheim und Koblenz macht die Festung dicht

Die Rüdesheimer Pläne für eine kontrollierte Lockerungen à la Tübingen sind vorerst vom Tisch. Die hessische Landesregierung hat den Antrag von Bürgermeister Klaus Zapp abgelehnt und sich für 3 andere Kommunen abseits des Rheins entschieden: Baunatal bei Kassel, Alsfeld in Oberhessen und Dieburg bei Darmstadt. Dort sollen nach Schnelltests digitale Tagestickets ausgegeben werden. Sie ermöglichen den Besuch von Läden und Lokalen. In Rüdesheim befürchtet man bei schönem Wetter einen unkontrollierten Ansturm von Besuchern in die enge Altstadt. Davor schützt allerdings auch das Tübingen-Modell nicht: Die schwäbische Universitätsstadt hat gerade angekündigt, nur noch Tickets für Einwohner und für Bürger des umliegenden Landkreises auszugeben. Wiesbadener Kurier (Rüdesheim), SWR (Tübingen)

Rüdesheim-Perspektive mit Blick auf die Binger Rochuskapelle. Foto: Rüdesheim Tourist AG / Marlies Steinmetz

Rüdesheim-Perspektive mit Blick auf die Binger Rochuskapelle. Foto: Rüdesheim Tourist AG / Marlies Steinmetz

Koblenz macht dicht

Die Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz muss die Festung Ehrenbreitstein und Schloss Stolzenfels wieder schließen. Vom 1. April bis zum 11. April können keine Besucher eingelassen werden, weil die Stadt Koblenz die Corona-Notbremse zieht. Für bereits gebuchte Tickets gibt es das Geld zurück. In Koblenz ist die 7-Tage-Inzidenz auf 147,3 pro 100.000 Einwohner gestiegen. 13 Infizierte liegen auf den Intensivstationen der Stadt. Koblenz ist momentan der Hotspot im Oberen Mittelrheintal. Von den 5 Landkreisen mit Anteilen am Welterbetal melden MYK 142,7, SIM 96,9, Mainz-Bingen 100,3, EMS 105,5 und RÜD 83,4. Die Werte beziehen sich jeweils auf den gesamten Landkreis, nicht auf die jeweiligen Teilgebiete am oberen Mittelrhein. Pressemitteilung der GDKE (per Mail), zeit.de (Statistiken)

Nichts geht mehr bei Kestert

Der Felssturz von Kestert sorgt auf der rechten Rheinseite immer noch für Verkehrschaos. Weil die Bundesstraße weiter blockiert ist, quälen sich Lastwagen und andere Autos über die Höhen. Laut „RZ“ bleiben Bahnstrecke und B 42 bis mindestens 19. April gesperrt. Danach besteht Hoffnung auf zumindest eine freie Auto-Spur. Rhein-Zeitung

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