Mittelrheiner gelten als offen und gastfreundlich, aber wenn es um neue Wohngegenden für vermeintlich Besserverdienende geht, setzt es bei manchen Einheimischen aus. Das aktuellste Beispiel ist Lahnstein, wo Stadtratsmitglied Gerhard Schmidt im offiziellen Amtsblatt über die Bewohner des „Rheinquartiers“ herzieht. O-Ton: „Die frisch zugezogenen Bürger im Rheinquartier zum Beispiel verhalten sich nicht besonders integrativ. Sich abzuschotten gegenüber der übrigen Bevölkerung, das Beschneiden von Bäumen auf städtischem Gelände oder das Beschimpfen der übrigen Lahnsteiner als Voyeure trägt ganz sicherlich nicht zum guten Miteinander bei.“ Schmidt empfiehlt ihnen, von Flüchtlingen zu lernen und sich am Runden Tisch für Integration zu beteiligen.  Luftaufnahme des Rheinquartier-Areals. Foto: Innenministerium RLP.

Luftaufnahme des Rheinquartier-Areals 2018. Foto: Innenministerium RLP.

Nicht nur im Rheinquartier ist man über den Ausfall im Amtsblatt entsetzt. Laut „RZ“ geht die Verwunderung durch alle Fraktionen. Neben dem Flüchtlingsvergleich irritiert vor allem der pauschale Vorwurf, städtische Bäume zu verunstalten. Die Fälle sind polizeibekannt und werden untersucht, Hinweise auf „die“ Bewohner des Neubaugebietes gibt es nicht. Der konfliktfreudige Stadtrat Schmidt gehört zu den Gründern der Lahnsteiner Grünen und wurde zuletzt 2019 für die Partei ins Kommunalparlament gewählt. Im vergangenen Jahr trat er aus der Fraktion aus und gründete gemeinsam mit seiner Frau Beatrice Schnapke-Schmidt eine eigene Gruppe, die „Alternative Grüne Liste Lahnstein“ mit ihm selbst als Fraktionschef. Über sie hat er weiterhin redaktionellen Zugriff auf den städtischen „Rhein-Lahn-Kurier“. Das Lahnsteiner Rheinquartier ist das größte Wohnbauprojekt im Welterbe-Gebiet. Auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs entsteht auf rund 125.000 Quadratmetern ein neues Stadtviertel mit über 100 Häusern und Wohnungen. Rhein-Zeitung (€), Rhein-Lahn-Kurier

Ein Tunnel für Kestert

Vor fast genau einem Jahr rutschten bei Kestert Tonnen von Geröll talwärts und begruben u. a. eine Bahnunterführung. Sicherungs- und Aufräumarbeiten dauerten 8 Monate und kosteten Millionen. Lange sah es so aus, als würde das Gelände jenseits der Gleise abgeschnitten bleiben, aber laut „RZ“ hat sich die Bahn erweichen lassen. Sie will bis 2023 für eine neue Zufahrt sorgen. Rhein-Zeitung (€)

Bingen hat eine Buga-Beauftragte

Annette Hammel ist bei der Stadt Bingen ab sofort Ansprechpartnerin für alle Themen rund um die Buga 2029. Hammel gehört dem Stadtrat an und kümmert sich bereits als Ehrenamtsbeauftragte um engagierte Binger und ihre Projekte. BIG-Magazin

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