Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

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„Der Herbst hat Nerven gekostet“

Nach hektischen Lese-Wochen leeren sich im Welterbetal die Weinberge. Laut „RZ“ sind die Profis überwiegend zufrieden. Es lief besser als zwischendurch befürchtet. 2022 wird zwar kein Spitzenjahrgang, aber ein ordentlicher. Die Trockenheit im Sommer hat vor allem den jungen Reben zugesetzt, ältere Anlagen ließen sich von der Hitze weniger stressen. Die anschließende Regenperiode kam zur Unzeit, denn kurz vor der Ernte steigt das Fäulnis-Risiko. Zum Glück waren die Nächte ungewöhnlich frisch, das hielt den Schaden in Grenzen. „Der Herbst hat Nerven gekostet“, zitiert die Zeitung Florian Weingart aus Spay. Auch für Jochen Ratzenberger aus Steeg sind die alten Routinen vorbei. Er beobachtet, dass die klassischen Premium-Lagen nicht mehr automatisch die besseren Weine bringen. In diesem Jahr waren höher gelegene Parzellen mit schwereren Böden im Vorteil. „Mit Wasser waren diese Weinberge unschlagbar“, heißt es in der „RZ“. Ratzenbergers Resümee: „Der Klimawandel ist voll angekommen.“ Dazu passt auch die Erkenntnis von Albert Lambrich aus dem Oberweseler Höhenort Dellhofen. Besonders vielversprechend ist in seinem Keller gerade eine Sorte, die außerhalb von Assmannshausen eher Ausnahme als Regel ist: Spätburgunder. Rhein-Zeitung  (€)

Blick auf Oberwesel. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Henry Tornow

Nicht um jeden Preis

900 Wohnungen, ebenso viele Stellplätze, 7.500 Quadratmeter Gewerbefläche, über 20 Meter hohe Gebäude und 460 Millionen Euro Investitionen: Was der Berliner Immobilienentwickler CG Elementum AG rund um das Industriedenkmal Löhnberger Mühler in Lahnstein plant, ist gigantisch. Oberbürgermeister Lennart Siefert hofft auf viele zahlungskräftige Neubürger, die mit ihren Steuern die leeren Stadtkassen füllen. Im Stadtrat ist man skeptischer. Der zuständige Ausschuss besteht darauf, eine nahegelegene Grünfläche zu erhalten. Der Investor wollte sie als „Mischgebiet“ ausweisen und dadurch baureif machen lassen. Rhein-Zeitung (€)

Ein neues Hotelprojekt für Bingen

Apropos Investment: Bingens alte Stadthalle am Rheinufer könnte zu einem Hotel umgebaut werden. Das denkmalgeschützte Gebäude steht nach turbulenten Jahren als Technoclub („Palazzo“) und Party-Location leer. Projektentwicklerin Dunja Endemann kalkuliert laut „AZ“ mit 70 bis 75 Zimmern. Dafür müssten Zwischendecken eingezogen und andere Eingriffe vorgenommen werden. Ob Stadt und Denkmalbehörde mitspielen, ist unklar. Allgemeine Zeitung (€), Heimat 55411 (Über die alte Stadthalle)

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Alles Roger

Egal, wie man zum Innenminister und SPD-Chef von Rheinland-Pfalz politisch steht: Für das Welterbetal ist der Rücktritt von Roger Lewentz ein herber Verlust. Der Nah-bei-de-Leut-Politiker aus Kamp-Bornhofen war über 11 Jahre lang der mächtigste Mittelrheiner und der einflussreichste Anwalt für seine Heimat. Lewentz holte Fördergelder in die Region und trieb die Buga-Idee voran. Die Bundesgartenschau 2029, das größte Investitionsprogramm für das Mittelrhein überhaupt, ist ohne ihn kaum denkbar. Seit Mittwochmittag ist Lewentz nur noch geschäftsführend im Amt. Er stürzte ebenso wie seine damalige Kabinettskollegin Anne Spiegel über Fehler rund um die Flutnacht 2021. Bei Spiegel waren es katastrophale Kommunikation und ein instinktloser Frankreich-Urlaub, bei Lewentz rätselhafte Berichtswege in seinem Ministerium und der Vorwurf, Informationen zurückzuhalten. Lewentz dürfte auch sein Amt als SPD-Landesvorsitzender verlieren. Er bleibt aber Mitglied des Landtages. 2021 hatte er im Wahlkreis Koblenz / Lahnstein mit Abstand die meisten Stimmen geholt. In seinem Heimat- und Wohnort Kamp-Bornhofen kam die SPD damals auf fast 60 Prozent. Überhaupt verwandelten sich die Wallfahrtsgemeinde am Rhein und die gesamte VG Loreley in der Ära Lewentz zu roten Hochburgen. Der heutige Verbandsbürgermeister Mike Weiland war bis zu seiner Wahl 2020 Lewentz‘ Büroleiter.

Die Macht am Mittelrhein: Roger Lewentz bei der Eröffnung der Buga-Ausstellung 2019. Foto: EA RLP, Thomas Frey

Die Macht am Mittelrhein: Roger Lewentz bei der Eröffnung der Buga-Ausstellung 2019. Foto: EA RLP, Thomas Frey

Mit dem Rücktritt des Innenministers verlässt nicht nur der vorläufig letzte Mittelrheiner die Landesregierung (2019 ging Innen-Staatssekretär Günter Kern aus Weisel in den Ruhestand). Lewentz war zum Schluss auch der einzige Nicht-Akademiker im Ministerrat. Der Sohn eines Bäckermeisters schaffte es ohne Abitur und ohne Studium nach oben. Er war Verwaltungsbeamter in Koblenz, als ihn der Lahnsteiner Rudolf Scharping 1991 in die Mainzer Staatskanzlei holte. SWR, Mittelrheingold (7 Fragen an Roger Lewentz, Dezember 2019)

Es lebe der König

Am 4. November entscheidet sich, wer auf Mittelrhein-Weinkönigin Lea Rindsfüsser folgt. Die Wahl ist spannend wie nie, denn mit Gero Schüler aus Steeg kämpft erstmals ein Mann um die Krone. Der SWR hat ihn bei der Weinlese im Steeger Tal besucht. Die gut gemachte Reportage inklusive Straßenumfrage in Bacharach lohnt sich nicht nur wegen Gero, sondern auch wegen der Landschaftsaufnahmen in der Weinlage Wolfshöhle. Film ab! SWR (Video)

Die Neuen in Filsen

Dem Traditionshotel „Altes Tor“ in Filsen drohte das Schicksal vieler Mittelrhein-Betriebe: Keine Nachfolger, keine Investitionen, keine Zukunft. Dann kamen Ruslan Surugiu und seine Familie. Der Wirtschaftswissenschaftler und Energieberater aus Moldawien sucht nach mehreren Jahren im Ruhrgebiet eigentlich nur ein Haus auf dem Land. In Filsen fand er ein ganzes Hotel. Die „RZ“ beschreibt den Neustart der Surugius am Mittelrhein und die Unterstützung durch Ortsbürgermeister Ottmar Schnitzius. Rhein-Zeitung (€)

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Es ist ein Junge!

Die Krone der Mittelrhein-Weinkönigin könnte zum ersten Mal an einen Mann gehen. Der Steeger Winzer Gero Schüler tritt gegen 3 weibliche Kandidatinnen an. Seit diesem Jahr spielt das Geschlecht der „Weinhoheit“ – so der neue Name für den Job – keine Rolle mehr. Gero Schüler will die Gelegenheit nutzen. Wein und Marketing kann er: Der 24-Jährige baut sein eigenes Weingut auf und ist zugleich Betriebsleiter des neuen Bacharacher XXL-Weingutes Baer, das u. a. den Traditionsbetrieb Friedrich Bastian übernommen hat. Die Entscheidung fällt am 4. November. Mit im Rennnen sind Kira Michels aus Dattenberg, Svenja Mozian aus Koblenz und Verena Schwager aus Erpel. Derzeitige Titelträgerin ist Lea Rindsfüsser aus Osterspai.

Gero Schüler

Gero Schüler will die Krone. Foto: Mittelrhein-Weinwerbung

Zum Weinbaugebiet Mittelrhein gehört der größte Teil des Welterbegebietes. Nicht dabei sind Rüdesheim und Lorch (Rheingau), Bingen (Rheinhessen) und Bingerbrück (Nahe).  Falls Gero am Mittelrhein gewinnt, könnte er 2023 endgültig zum Systemsprenger werden und bei der Wahl zur Deutschen Weinkönigin kandidieren. Rhein-Zeitung (€), Weingut Schüler

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Ein Beitrag geteilt von Klaus Breitkreutz (@runningklaus)

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