Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Blick auf Bacharach. Foto: Henry Tornow

Schlagwort: Steeg Seite 1 von 6

Die Unesco und das Loreley-Hotel

Was sagt eigentlich die Unesco zum geplanten Loreley-Hotel? Kritiker wie Berfürworter des 700-Betten-Projekts sehen sich im Einvernehmen mit den Welterbe-Hütern. Der norddeutsche Investor Nidag etwa suggeriert eine mit der Unesco abgestimmte Planung „Mit den Unesco-Vorgaben“ ist laut Unternehmenssprecherin „ein Sichtachsenkonzept entwickelt worden, sodass man das Hotel von bestimmten Punkten unten nicht sieht“. Tatsächlich ist die internationale Organisation nicht ganz so entspannt. „Im Falle des Loreley-Plateaus können wir die Sorge, ob die Planungen für einen Hotelbau mit dem Welterbestatus vereinbar sind, verstehen“, teilte die Sprecherin der deutschen Unesco-Kommission auf Anfrage von Mittelrheingold mit. Man rate „dringend dazu, eine frühzeitige Abstimmung mit dem Unesco-Welterbezentrum in Paris und seinen Beratungsgremien herbeizuführen.“ Die Einschätzung, ob eine Stätte gefährdet ist, obliege allein dem jährlich zusammenkommenden Unesco-Welterbekomitee. Ob die Hotel-Fans so lange warten wollen, ist fraglich. Wenn die Kreisverwaltung in Bad Ems zustimmt, könnten im kommenden Jahr schon Bagger rollen. Auf dem Plateau soll ein Komplex mit Hauptgebäude plus 10 mehrstöckigen Hotel-Villen entstehen.  Per E-Mail

Die Loreley mit Burg Katz im Vordergrund. Foto: Dominik Ketz / Romantischer Rhein Tourismus

Die Loreley mit Burg Katz im Vordergrund. Foto: Dominik Ketz / Romantischer Rhein Tourismus

Ein Schloss im Corona-Herbst

Der „Wiesbadener Kurier“ berichtet, wie das 4-Sterne-Hotel „Breuers Rüdesheimer Schloss“ gegen die die 2. Corona-Welle kämpft. „Wir sind jetzt Experten im Platzieren, Desinfizieren und Dokumentieren“, zitiert die Zeitung Inhaberin Maresa Nieten. Um die areosolfreie Open-Air-Saison zu verlängern, hat Nieten mehr Heizpilze und Decken geordert. Außerdem sieht sie auch die Chancen in der Krise: Das Durchschnittsalter der Gäste sei um 10 Jahre nach unten gegangen und die Aufenthaltsdauer habe sich verdoppelt. Wiesbadener Kurier

Thronen am Rheinufer

Falls Sie sich fragen, was neuerdings in den Bacharacher Rheinanlagen steht: Es ist der „Rabenstuhl“, ein Kunstwerk von Bildhauerin, Malerin und Teilzeir-Bacharacherin Liesel Metten. Platz nehmen ist ausdrücklich erlaubt. Der thronähnliche Stuhl mit Flussblick wurde aus rund 400 eingegipsten Büchern gebaut und erinnert an die literarische Tradition der Stadt. Rhein-Zeitung

Bacharach unplugged

Apropos Bacharach: Vor 51 Jahren wurde Steeg in die Stadt eingemeindet. Die Begeisterung der Steeger hielt sich in Grenzen. Mittlerweile ist das Trauma abgearbeitet, aber das langgezogene Straßendorf ist nach wie vor eine Welt für sich – und nicht die schlechteste. In der „AZ“ stellt Jochen Werner den Ort vor, in dem alles noch ein bisschen kerniger und authentischer als anderswo ist. Allgemeine Zeitung

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Hildegard light in Bingerbrück und das Nachtleben von Steeg

Bingen träumt weiter vom historischem Hildegard-Kloster in Bingerbrück. Für das gesamte Areal samt „Villa Herter“ fehlt das Geld, aber laut „AZ“ soll eine kleine Lösung her: Der neue Eigentümer Gustav Eich würde für eine Million einen Teil des Grundstücks abgeben. Dort könnte u.a. ein Archiv für Stadt und Landkreis samt Kräutergarten und „Edutainment-Angeboten“ entstehen, zitiert die Zeitung aus einer Vorlage für den Stadtrat. Erd- und Kellergeschoss der Villa würde man mieten. Dort sind 5 mittelalterliche Bögen aus der ehemaligen Klosterkirche zu sehen. Das Kloster der Hildegard von Bingen am so genannten Rupertsberg unweit der Nahemündung wurde im 17. Jahrhundert zerstört und die letzten Reste gut 200 Jahre später beim Bau der Eisenbahn abgeräumt. Für den neuen Hildegard-Plan spricht, dass die Stadt nur die Hälfte des Kaufpreises zahlen müsste, wenn der Landkreis mitmacht. Allerdings sind die Folgekosten noch nicht abzusehen. Ein Gegenargument ist, dass das Areal an der viel befahrenen Bingerbrücker Straße mit Blick auf „Kik“ und „Netto“-Discounter auch nach Millionen-Investment wenig attraktiv sein wird. Selbst „AZ“-Redakteur und Hildegard-Euphoriker Erich Michael Lang warnt in einem Kommentar, dass gar keine Engagement besser sei als ein halbherziges. Allgemeine Zeitung

Kloster Rupertsberg zur Zeit Hildegards. Visualisierung Faber Courtial / Stadt Bingen

Kloster Rupertsberg zur Zeit Hildegards. Visualisierung Faber Courtial / Stadt Bingen

Das Nachtleben von Steeg

Nachts ist im Bacharacher Stadtteil Steeg mehr los in der Rüdesheimer Drosselgasse. Das kleine Weindorf beherbergt eine der größten Fledermauskolonien Deutschlands. Rund 2000 leben im Turm der evangelischen Annakirche und gehen bei Dunkelheit auf Insektenjagd im Hunsrück. Fledermaus-Expertin vor Ort ist die Winzerin und Pensionswirtin Sonja Theobald-Zahn. Sie hat sogar ihr Weingut nach ihren Schützlingen benannt: „Zur Fledermaus“. In der „AZ“ ist gerade ein Artikel über die Steeger Luftwaffe erschienen. Fledermaus-Kolonien gibt es auch in den Kirchen von Niederheimbach und Oberdiebach. Allgemeine Zeitung

Digitaler Frühschoppen in Boppard

SWR3-Profi Josh Kochhann moderiert am 27. September eine digitale Weinprobe aus dem Bopparder Hamm. Das Programm ist für Hartgesottene – angestoßen wird ab 11 Uhr morgens. Es gibt 7 Weine der Bopparder Weingüter Michael Schneider, Rolf Bach, Toni Lorenz. Königshof, Heilig Grab, Walter Perll und August Perll. Das Probierpaket mit 7 Flaschen und 1 x Rhenser Mineralwasser als Zugabe kostet 55 Euro plus Versandkosten. Probiert wird live auf Facebook und YouTube. Rhein-Zeitung

Der 80-Jährige, der aufs Fahrrad stieg und verschwand

Von Basel bis ins niederländische Arnheim sind es rund 800 Kilometer. Dass man dafür weder Auto noch Flusskreuzer braucht, zeigt der pensioniere Düsseldorfer Professor Joachim Schipke. Der 80-Jährige fährt die Strecke gerade mit dem Fahrrad ab. Am Montag passierte er St. Goar. Rhein-Zeitung

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„Schöneres gibt’s nit“

In Bacharach ist Heiner Mades so etwas wie der letzte Mohikaner.  Im Bacharacher Platt heißt er „Madesse Heiner“, aber die wirklichen Insider sprechen über ihn als den „Gele“. Es ist weniger ein Spitzname als ein historischer Titel: „Gele“ bezeichnete jahrhundertelang den Inhaber des Hotels „Gelber Hof“ auf dem Holzmarkt. Die Familie Mades übernahm das Anwesen 1728. Mit Heiner Mades endet die Tradition, er hat sich längst aus dem Geschäft zurückgezogen, bleibt aber lebenslang „der Gele“ und eine lokale Institution. Auf YouTube ist gerade ein Video-Interview mit ihm erschienen. Mit Timo Fledie vom Bürgerkanal OK Kaiserslautern spricht er über sein Leben als Hotelier, das notwendige Fremdsprachen-Reservoir („Englisch, Französisch, Deutsch, Bacharacher Platt“) und die 3 Gründe für seinen Mittelrhein-Optimismus: Gastronomie, Wein und Natur – „Schöneres gibt es nit“. YouTube (Video), Allgemeine Zeitung (Artikel über Heiner Mades und den Gelben Hof, 2018)

Bacharach kann mehr: Die kleine Stadt ist eine der wichtigsten Touristik-Orte am Mittelrhein.

Die Burg und die Bundesgartenschau

Apropos Bacharach: Im Ortsteil Steeg hofft man auf Zuschüsse durch die Bundesgartenschau 2029. Das Geld soll in die Ruine Stahlberg fließen, einen Geheimtipp für Wanderer und für Mittelalter-Experten. Eigentümer ist der Rheinische Verein in Köln. Die Steeger Bevölkerung engagiert sich seit vielen Jahren für Pflege und Erhaltung der Anlage. Allgemeine Zeitung

 

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#stahlberg#ruine#bacharachsteeg#steeg#burg#mittelrhein

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Leere Stühle in Rüdesheim

Die gastronomische Gegenwart sieht eher schwarz als rosig aus. In Rüdesheim wollen Wirte am Freitag stumm gegen Corona-Maßnahmen protestieren. Von 11 bis 13 Uhr sollen in der Drosselgasse leere Stühle an die Krise des Gastgewerbes erinnern. Die Gastronomen glauben, dass eine strengt reglementierte Wiedereröffnung unter Hygiene-Diktat möglich wäre. Wiesbadener Kurier

Spay singt im Internet

In Spay hat Corona auch den Singkreis außer Gefecht gesetzt. Die Sängerinnen und Sänger geben trotzdem keine Ruhe: Sie haben sich für ein virtuelles Konzert zusammengeschaltet und erreichen auf YouTube so viele Zuhörer wie noch nie. YouTube

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