Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

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Weinbauer sucht Frau und findet Fans

Die öffentlich-rechtliche Variante von „Bauer sucht Frau“ heißt „Stadt + Land = Liebe“. Die neue Dating-Serie, die 5 junge Männer vom Dorf mit Frauen aus der Stadt verkuppeln will, startet am Freitag im SWR-Fernsehen. Mit dabei ist Weinbau-Talent Gero Schüler aus dem Bacharacher Stadtteil Steeg. Gero ist nicht nur als Winzer ein Glücksfall. Im Fernsehen glänzt er als Mittelrhein-Botschafter vor Steilhang-Kulisse und im Studiogespräch beeindruckt er TV-Profi Holger Wienpahl. O-Ton Gero: „Ich liebe einfach das Leben in den Weinbergen, die frische Luft, die Natur. Das ist mein Arbeitsplatz und wird er, glaube ich, immer bleiben“. Da kann der Moderator nur noch schwärmen: „Der Mittelrhein ist ja auch genial und  grandios und Bacharach vorneweg“. Die Staffel ist bereits in der ARD-Mediathek zu sehen. SWR (Interview mit Gero Schüler), ARD Mediathek (Stadt + Land = Liebe), Mittelrheingold (7 Fragen an Gero Schüler, Oktober 2018)

Gero Schüler mit Steeger Maskottchen, dem Esel. Foto: Privat

Gero Schüler mit Steeger Maskottchen, dem Esel. Foto: Privat

Rekord bei Reh Kendermann

Wo wir gerade beim Wein sind. In der „AZ“ berichtet Christine Tscherner über üppiges Wachstum bei Reh Kendermann. Trotz Corona hat die Binger Großkellerei im vergangenen Geschäftsjahr 95 Millionen Euro erwirtschaftet, ein Plus von 17 Prozent. Reh Kendermann profitierte dabei u. a. vom Trend zu teurerem Wein. Das weltweit tätige Unternehmen beschäftigt rund 250 Mitarbeiter, die Hälfte davon am Stammsitz Bingen. Allgemeine Zeitung

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Lahnstein hilft: „Bitte seid so nett, denkt an eure Kollegen“

Dass Lahnsteiner Handwerker nicht nur geschickte Hände sondern auch ein großes Herz haben, ahnte man schon auf dem Höhepunkt der Corona-Krise. Damals sammelten Installateur Joachim Krech und Schreinermeister Roger Negel Spendengelder für Gewerbetreibende, denen es es schlechter ging als ihnen. Die einfache Idee: Wer vom Lockdown nicht betroffen ist und z.B. in der boomenden Bau-Branche weiterhin viel verdient, soll etwas für stillgelegte Einzelhändler oder Gastronomen abgeben. Jetzt sorgt noch ein Lahnsteiner Bauprofi für Schlagzeilen: Bernd Krinninger, Chef der Dachdeckerfirma Heimbach, stellt eine Hilfsaktion für das Ahrtal auf die Beine. Er hat über hundert Kollegen aus ganz Deutschland zusammengetrommelt, die im Flutgebiet Dächer und Fallrohre reparieren. Gleichzeitig organisiert er Geld und Material für unmittelbar betroffene Dachdeckebetriebe, denen dass Hochwasser die Existentz weggespült hat: „Bitte seid so nett, denkt an eure Kollegen.“ SWR (mit Video), Facebook (Seite von Bernd Krinninger mit Kampagnen-Infos) 

Die Lahn kurz vor der Mündung in den Rhein. Foto: Romantischer Rhein-Tourismus / Henry Tornow

Die Lahn kurz vor der Mündung in den Rhein. Foto: Romantischer Rhein-Tourismus / Henry Tornow

Mit vereinten Kräften

Die Steeger Burgruine Stahlberg wird es nie auf die Titelseite eines Reiseführers schaffen, aber für Mittelrhein-Kenner gehört sie zu den schönsten Orten im Welterbetal. „Die Stahlberg“ (Burgen sind am Mittelrhein grundsätzlich weiblich) ist fast 900 Jahre alt und gehört ebenso wie ihre prominente Schwester Stahleck dem Rheinischen Verein für Denkmalpflege. Um ihre Erhaltung kümmert sich in Steeg traditionell das halbe Dorf. Ab sofort gibt es sogar einen eigenen Förderverein.  Vorsitzende ist Monika Simon aus Steeg, Stellvertreter der Steeger Ortsvorsteher Dieter Stiehl. Zum Vorstand gehören u. a. Landrätin Dorothee Schäfer und die Chefin der staatlichen Burgen- und Schlösserverwaltung Angela Kaiser-Lahme. Allgemeine Zeitung

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Die Invasion der Mountainbiker und ewig grüßt das Marienhaus

Rund um Rüdesheim ist ein Streit um Mountainbike-Fahrten im Wald entbrannt. Auslöser war Forstamts-Vize Arno Dietz. Er hatte sich öffentlich über rücksichtslose Radler, gestresstes Wild und Schäden an Pflanzen und Wegen beklagt. Die örtliche Mountainbiker-Szene gibt im „Wiesbadener Kurier“ Contra. „Die Wildtiere stören sich nachweislich nicht an den Mountainbikern, sondern vielmehr an den lauten Arbeitsmaschinen und Fahrzeugen der Waldarbeiter“, zitiert das Blatt Mirko Mischok vom Mountainbiker-Club „Red Pulse“. Er fordert eine gemeinsame Sport-Strategie nach dem Vorbild des Deutschen Alpenvereins. Das Ziel: Professionell ausgewiesene Strecken für Mountainbiker. Bisher ist das Angebot am Mittelrhein überschaubar. Einen größeren Parcours gibt es nur bei Amir Kabbani in Boppard.  Wiesbadener Kurier, redpulse.de (Rüdesheim), amirkabbani.com (Boppard)

Rheinsteig bei Lorch. Foto: Frank Gallas / Romantischer Rhein-Tourismus

Und ewig grüßt das Marienhaus

Die gute Nachricht zuerst: Das Binger Krankenhaus steht nicht zur Disposition. Dafür hat der kirchliche Mehrheitseigentümer Marienhaus schon selbst gesorgt, indem er die Loreley-Kliniken in St. Goar und Oberwesel schloss. In Bingen muss Marienhaus sich nicht mit kommunalen Miteigentümern herumschlagen. Seit dem Rückzug des Bistums Mainz kontrolliert der Konzern 94 Prozent der Krankenhaus-Anteile. Der unbedeutende Rest gehört einer Stiftung. Aber das Betriebsklima scheint in Bingen ähnlich schlecht zu sein wie zuvor in Oberwesel. In der aktuellen „AZ“ äußern sich Manager und (anonyme) Mitarbeiter über massive Vorwürfe der Gewerkschaft Verdi. Sie hatte von „modernem Sklavenhandel“ in Bingen gesprochen. Die Geschäftsführung bestreitet das, räumt aber Personalmangel und hohe Fluktuation ein. Allgemeine Zeitung

Steeg für Anfänger

Für echte Steeger ist ihr Ort das Beste am Mittelrhein. In den anderen Bacharacher Stadtteilen würde man das vielleicht nicht immer unterschreiben, trotzdem ist das langgezogene Straßendorf zwischen Rhein und Hunsrück etwas Besonderes – und eine Welt für sich. Engagement und Zusammenhalt der Steeger sind legendär. Ganz gleich, ob jemand alteingesessen oder zugezogen ist: Steeg macht sie alle zu Lokalpatrioten.  Wer noch nie dort war, hat etwas verpasst. Eine neue TV-Reportage des SWR vermittelt einen guten ersten Eindruck. Zu sehen sind u. a. Ortsvorsteher und Urgestein Dieter Stiehl und Neuzugang Krisztian Berki vom Gasthof „Zum Blüchertal“. SWR (Video)

Zahl des Tages

330.000 so genannte „Schienenstegdämpfer“ hat die Deutsche Bahn in den vergangenen Jahren im Mittelrheintal verbaut. Die Gleis-Installationen sollen den Lärm reduzieren. „Ein Tropfen auf den heißen Stein“, wettert Bahnlärm-Aktivist Frank Gross von der Bürgerinitiative „Pro Rheintal“. Der Verein hatte die Technologie in einer früheren Veröffentlichung allerdings ausdrücklich gelobt  und „hohe Wirkung bei Güterzügen“ attestiert. Rhein-Zeitung, pro-rheintal.de

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