Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Schlagwort: Steeg Seite 1 von 7

Die Invasion der Mountainbiker und ewig grüßt das Marienhaus

Rund um Rüdesheim ist ein Streit um Mountainbike-Fahrten im Wald entbrannt. Auslöser war Forstamts-Vize Arno Dietz. Er hatte sich öffentlich über rücksichtslose Radler, gestresstes Wild und Schäden an Pflanzen und Wegen beklagt. Die örtliche Mountainbiker-Szene gibt im „Wiesbadener Kurier“ Contra. „Die Wildtiere stören sich nachweislich nicht an den Mountainbikern, sondern vielmehr an den lauten Arbeitsmaschinen und Fahrzeugen der Waldarbeiter“, zitiert das Blatt Mirko Mischok vom Mountainbiker-Club „Red Pulse“. Er fordert eine gemeinsame Sport-Strategie nach dem Vorbild des Deutschen Alpenvereins. Das Ziel: Professionell ausgewiesene Strecken für Mountainbiker. Bisher ist das Angebot am Mittelrhein überschaubar. Einen größeren Parcours gibt es nur bei Amir Kabbani in Boppard.  Wiesbadener Kurier, redpulse.de (Rüdesheim), amirkabbani.com (Boppard)

Rheinsteig bei Lorch. Foto: Frank Gallas / Romantischer Rhein-Tourismus

Und ewig grüßt das Marienhaus

Die gute Nachricht zuerst: Das Binger Krankenhaus steht nicht zur Disposition. Dafür hat der kirchliche Mehrheitseigentümer Marienhaus schon selbst gesorgt, indem er die Loreley-Kliniken in St. Goar und Oberwesel schloss. In Bingen muss Marienhaus sich nicht mit kommunalen Miteigentümern herumschlagen. Seit dem Rückzug des Bistums Mainz kontrolliert der Konzern 94 Prozent der Krankenhaus-Anteile. Der unbedeutende Rest gehört einer Stiftung. Aber das Betriebsklima scheint in Bingen ähnlich schlecht zu sein wie zuvor in Oberwesel. In der aktuellen „AZ“ äußern sich Manager und (anonyme) Mitarbeiter über massive Vorwürfe der Gewerkschaft Verdi. Sie hatte von „modernem Sklavenhandel“ in Bingen gesprochen. Die Geschäftsführung bestreitet das, räumt aber Personalmangel und hohe Fluktuation ein. Allgemeine Zeitung

Steeg für Anfänger

Für echte Steeger ist ihr Ort das Beste am Mittelrhein. In den anderen Bacharacher Stadtteilen würde man das vielleicht nicht immer unterschreiben, trotzdem ist das langgezogene Straßendorf zwischen Rhein und Hunsrück etwas Besonderes – und eine Welt für sich. Engagement und Zusammenhalt der Steeger sind legendär. Ganz gleich, ob jemand alteingesessen oder zugezogen ist: Steeg macht sie alle zu Lokalpatrioten.  Wer noch nie dort war, hat etwas verpasst. Eine neue TV-Reportage des SWR vermittelt einen guten ersten Eindruck. Zu sehen sind u. a. Ortsvorsteher und Urgestein Dieter Stiehl und Neuzugang Krisztian Berki vom Gasthof „Zum Blüchertal“. SWR (Video)

Zahl des Tages

330.000 so genannte „Schienenstegdämpfer“ hat die Deutsche Bahn in den vergangenen Jahren im Mittelrheintal verbaut. Die Gleis-Installationen sollen den Lärm reduzieren. „Ein Tropfen auf den heißen Stein“, wettert Bahnlärm-Aktivist Frank Gross von der Bürgerinitiative „Pro Rheintal“. Der Verein hatte die Technologie in einer früheren Veröffentlichung allerdings ausdrücklich gelobt  und „hohe Wirkung bei Güterzügen“ attestiert. Rhein-Zeitung, pro-rheintal.de

Foto des Tages

 

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Die Unesco und das Loreley-Hotel

Was sagt eigentlich die Unesco zum geplanten Loreley-Hotel? Kritiker wie Berfürworter des 700-Betten-Projekts sehen sich im Einvernehmen mit den Welterbe-Hütern. Der norddeutsche Investor Nidag etwa suggeriert eine mit der Unesco abgestimmte Planung „Mit den Unesco-Vorgaben“ ist laut Unternehmenssprecherin „ein Sichtachsenkonzept entwickelt worden, sodass man das Hotel von bestimmten Punkten unten nicht sieht“. Tatsächlich ist die internationale Organisation nicht ganz so entspannt. „Im Falle des Loreley-Plateaus können wir die Sorge, ob die Planungen für einen Hotelbau mit dem Welterbestatus vereinbar sind, verstehen“, teilte die Sprecherin der deutschen Unesco-Kommission auf Anfrage von Mittelrheingold mit. Man rate „dringend dazu, eine frühzeitige Abstimmung mit dem Unesco-Welterbezentrum in Paris und seinen Beratungsgremien herbeizuführen.“ Die Einschätzung, ob eine Stätte gefährdet ist, obliege allein dem jährlich zusammenkommenden Unesco-Welterbekomitee. Ob die Hotel-Fans so lange warten wollen, ist fraglich. Wenn die Kreisverwaltung in Bad Ems zustimmt, könnten im kommenden Jahr schon Bagger rollen. Auf dem Plateau soll ein Komplex mit Hauptgebäude plus 10 mehrstöckigen Hotel-Villen entstehen.  Per E-Mail

Die Loreley mit Burg Katz im Vordergrund. Foto: Dominik Ketz / Romantischer Rhein Tourismus

Die Loreley mit Burg Katz im Vordergrund. Foto: Dominik Ketz / Romantischer Rhein Tourismus

Ein Schloss im Corona-Herbst

Der „Wiesbadener Kurier“ berichtet, wie das 4-Sterne-Hotel „Breuers Rüdesheimer Schloss“ gegen die die 2. Corona-Welle kämpft. „Wir sind jetzt Experten im Platzieren, Desinfizieren und Dokumentieren“, zitiert die Zeitung Inhaberin Maresa Nieten. Um die areosolfreie Open-Air-Saison zu verlängern, hat Nieten mehr Heizpilze und Decken geordert. Außerdem sieht sie auch die Chancen in der Krise: Das Durchschnittsalter der Gäste sei um 10 Jahre nach unten gegangen und die Aufenthaltsdauer habe sich verdoppelt. Wiesbadener Kurier

Thronen am Rheinufer

Falls Sie sich fragen, was neuerdings in den Bacharacher Rheinanlagen steht: Es ist der „Rabenstuhl“, ein Kunstwerk von Bildhauerin, Malerin und Teilzeir-Bacharacherin Liesel Metten. Platz nehmen ist ausdrücklich erlaubt. Der thronähnliche Stuhl mit Flussblick wurde aus rund 400 eingegipsten Büchern gebaut und erinnert an die literarische Tradition der Stadt. Rhein-Zeitung

Bacharach unplugged

Apropos Bacharach: Vor 51 Jahren wurde Steeg in die Stadt eingemeindet. Die Begeisterung der Steeger hielt sich in Grenzen. Mittlerweile ist das Trauma abgearbeitet, aber das langgezogene Straßendorf ist nach wie vor eine Welt für sich – und nicht die schlechteste. In der „AZ“ stellt Jochen Werner den Ort vor, in dem alles noch ein bisschen kerniger und authentischer als anderswo ist. Allgemeine Zeitung

Foto des Tages

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Hildegard light in Bingerbrück und das Nachtleben von Steeg

Bingen träumt weiter vom historischem Hildegard-Kloster in Bingerbrück. Für das gesamte Areal samt „Villa Herter“ fehlt das Geld, aber laut „AZ“ soll eine kleine Lösung her: Der neue Eigentümer Gustav Eich würde für eine Million einen Teil des Grundstücks abgeben. Dort könnte u.a. ein Archiv für Stadt und Landkreis samt Kräutergarten und „Edutainment-Angeboten“ entstehen, zitiert die Zeitung aus einer Vorlage für den Stadtrat. Erd- und Kellergeschoss der Villa würde man mieten. Dort sind 5 mittelalterliche Bögen aus der ehemaligen Klosterkirche zu sehen. Das Kloster der Hildegard von Bingen am so genannten Rupertsberg unweit der Nahemündung wurde im 17. Jahrhundert zerstört und die letzten Reste gut 200 Jahre später beim Bau der Eisenbahn abgeräumt. Für den neuen Hildegard-Plan spricht, dass die Stadt nur die Hälfte des Kaufpreises zahlen müsste, wenn der Landkreis mitmacht. Allerdings sind die Folgekosten noch nicht abzusehen. Ein Gegenargument ist, dass das Areal an der viel befahrenen Bingerbrücker Straße mit Blick auf „Kik“ und „Netto“-Discounter auch nach Millionen-Investment wenig attraktiv sein wird. Selbst „AZ“-Redakteur und Hildegard-Euphoriker Erich Michael Lang warnt in einem Kommentar, dass gar keine Engagement besser sei als ein halbherziges. Allgemeine Zeitung

Kloster Rupertsberg zur Zeit Hildegards. Visualisierung Faber Courtial / Stadt Bingen

Kloster Rupertsberg zur Zeit Hildegards. Visualisierung Faber Courtial / Stadt Bingen

Das Nachtleben von Steeg

Nachts ist im Bacharacher Stadtteil Steeg mehr los in der Rüdesheimer Drosselgasse. Das kleine Weindorf beherbergt eine der größten Fledermauskolonien Deutschlands. Rund 2000 leben im Turm der evangelischen Annakirche und gehen bei Dunkelheit auf Insektenjagd im Hunsrück. Fledermaus-Expertin vor Ort ist die Winzerin und Pensionswirtin Sonja Theobald-Zahn. Sie hat sogar ihr Weingut nach ihren Schützlingen benannt: „Zur Fledermaus“. In der „AZ“ ist gerade ein Artikel über die Steeger Luftwaffe erschienen. Fledermaus-Kolonien gibt es auch in den Kirchen von Niederheimbach und Oberdiebach. Allgemeine Zeitung

Digitaler Frühschoppen in Boppard

SWR3-Profi Josh Kochhann moderiert am 27. September eine digitale Weinprobe aus dem Bopparder Hamm. Das Programm ist für Hartgesottene – angestoßen wird ab 11 Uhr morgens. Es gibt 7 Weine der Bopparder Weingüter Michael Schneider, Rolf Bach, Toni Lorenz. Königshof, Heilig Grab, Walter Perll und August Perll. Das Probierpaket mit 7 Flaschen und 1 x Rhenser Mineralwasser als Zugabe kostet 55 Euro plus Versandkosten. Probiert wird live auf Facebook und YouTube. Rhein-Zeitung

Der 80-Jährige, der aufs Fahrrad stieg und verschwand

Von Basel bis ins niederländische Arnheim sind es rund 800 Kilometer. Dass man dafür weder Auto noch Flusskreuzer braucht, zeigt der pensioniere Düsseldorfer Professor Joachim Schipke. Der 80-Jährige fährt die Strecke gerade mit dem Fahrrad ab. Am Montag passierte er St. Goar. Rhein-Zeitung

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