Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

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Kreative Winzer gegen Corona und auf zu neuen Ufern

Keine klassische Weinprobe, kein Gutsgastronomie, kein Weinfest: Corona trifft auch die Mittelrhein-Winzer hart. In der „RZ“ beschreibt Redakteurin Suzanne Breitbach, wie kreative Weinmacher trotzdem den Kontakt zur Kundschaft halten.

Blick vom Bacharacher Postenturm.

Blick vom Bacharacher Postenturm.

Joachim Lorenz vom Bopparder Weingut Toni Lorenz bietet zweistündige Online-Weinproben an. Jens Didinger und seine Tochter Ida beliefern von Osterspai aus kostenlos Kunden zwischen Koblenz und Nastätten. Das Weingut Mathias Müller aus Spay hat Video-Clips auf Facebook veröffentlicht und zeigt dort u. a. seinen „Feierabend-Riesling“:

Die Bacharacher Weinmacher-Familie Kauer präsentiert sich inklusive Verwandtschaft auf YouTube und stellt den neuen Jahrgang vor. (SWR-Koch Andreas Stüber vom „Rheinhotel“ und der Bacharacher Kultur-Aktivist Fritz Stüber sind Schwäger von Gutsgründer Randolf Kauer)

In Oberheimbach und Umgebung bieten 5 Winzer eine Alternative zum abgesagten Reblaus-Wandertag: Vom 8. Mai bis zum 13. Juni gibt es ein gemeinsames Probierpaket. Mit dabei sind Weingüter Eisenbach-Korn, Weiler-Fendel (Hauptsitz Oberwesel), Heiko Klein, Simon Weinheimer und Udo Stauer (Oberdiebach). Rhein-Zeitung

Auf zu neuen Ufern der Poesie in Bacharach

Die gute Nachricht der Woche kommt aus Bacharach: Das Kultur-Festival  „An den Ufern der Poesie“ geht 2021 weiter. Laut „AZ“ machen mindestens 3 Nachbargemeinden zu beiden Seiten des Rheins mit. Kaub, Lorch und Niederheimbach sind fest eingeplant, weitere Kommunen wären willkommen. „An den Ufern der Poesie“ hat sich zu einem Mix aus Literatur, Theater und Sommer-Karneval entwickelt und begeisterte u.a. beim spektakulären Finale 2019. Allgemeine Zeitung, YouTube (Video über „An den Ufern der Poesie“ 2019)

Foto des Tages

 

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Ich dachte es sei Raps, es ist aber Färberwaid wurde mir auf Facebook erklärt . . . #raps #färberwaid #lorch #lorchamrhein #kalbacho #kalbachofoto #wennrausdannrhein

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Corona am Mittelrhein: So kämpfen Gastronomen, Einzelhändler und Kommunalpolitiker

Der Gastronom: „Ostern fällt aus“

Im kleinen Oberheimbach gibt es eines der besten Hotels und Restaurants am Mittelrhein. Die Brüder Florian und Marc Lambrich haben ihr „Weinberg-Schlösschen“ mit viel Herzblut zum Vorzeigebetrieb für einheimische Genießer, anspruchsvolle Touristen und  internationale Tagungsgäste entwickelt. Jetzt stehen sie wie alle Mittelrhein-Gastronomen mit dem Rücken zur Wand. Florian Lambrich erzählt in der Extra-Ausgabe von Mittelrheingold, wie er die Corona-Krise erlebt.

Florian Lambrich (r.) betreibt das Weinbergschlösschen gemeinsam mit seinem Bruder Marc.

Florian Lambrich (r.) betreibt das Weinbergschlösschen gemeinsam mit seinem Bruder Marc.

Florian, wann hast du gemerkt, dass Corona ein ernsthaftes Problem für deinen Betrieb werden könnte?

Ende Januar, da war die erste Stornierung eines Geburtstages, der erst im Mai stattfinden sollte. Und natürlich konnten bei den Tagungen die chinesischen Gäste nicht mehr anreisen. Aber dieses Ausmaß habe ich nicht im Traum erahnen können.

Was steht bei euch auf dem Spiel?

Das kommt auf den Zeitraum an. Jetzt muss man einen kühlen Kopf behalten und klug handeln. Also erstmal alles, was auf Eis zu legen geht, stilllegen. Aber natürlich steht die Existenz auf einem Prüfstand. Was wir aushalten können, kann ich dir erst nach der Krise schreiben

Was erwartest du von der Politik?

Ich erwarte, dass die sich an den Kosten beteiligt. Ich höre jetzt die ganze Zeit, dass sie Kredite vergeben. Die muss man aber wieder zurückzahlen. Es gibt laute Worte,  dass die Mehrwertsteuer von 19 auf 7 Prozent gesenkt werden soll. Das ist aber keine Soforthilfe. An den fixen Kosten beteiligen, wäre das hilfreichste. Für uns auf dem Land ist es auch nochmal eine ganz andere Situation wie in der Stadt. Die Öffnungszeiten bringen hier nichts, da die Gäste abends essen und nicht mittags. Geschäftsreisende gibt es nur in Form von Tagungen, die aber untersagt sind, und Privatreisen sind auch nicht erlaubt. So haben wir keinen Umsatz.

Womit wäre euch noch geholfen?

Offizielle Schließung der Gastro und der Hotels auf dem Land. Das hat versicherungstechnische Vorteile. Und natürlich an dem Schaden beteiligen, der jetzt noch nicht absehbar ist. Auch die Zeit nach Corona ist ja noch nicht sicher. Die Wirtschaft wird ja auch immer mehr lahm gelegt.

Das Welterbe-Tal lebt vom Tourismus. Was bedeutet es für die Region, wenn die ganze Saison ausfallen sollte?

Die meisten hier haben jetzt 3 bis 4 Monate Winterpause gehabt und sind seit Anfang März erst wieder geöffnet. Ostern fällt aus, dieses Jahr. Das ist ein enormer Schaden. Wenn jetzt Mai und Juni auch wegfällt, ist es nicht mehr aufzuholen. Das sind neben August und September die beiden stärksten Monate. Ich drücke alle meinen Kollegen die Daumen das wir es irgendwie schaffen. Kämpfer sind hier viele im Rheintal.

Die Kommunalpolitiker: Krankenhaus retten jetzt!

Im vergangenen Herbst versuchte der katholische Krankenhauskonzern Marienhaus, die Loreley-Kliniken zu schließen – eigenmächtig und ohne seine kommunalen Partner zu informieren. Offenbar ging es darum, im hart umkämpften Krankenhaus-Markt einen Konkurrenten für die Binger Heilig-Geist-Klinik auszuschalten, die ebenfalls zum Konzern gehört. Massive Bürgerproteste verhinderten es und sorgten für ein Jahr Aufschub. Jetzt sind überall Krankenhausbetten gefragt, und in Koblenz entsteht bereits ein Behelfs-Lazarett. Trotzdem zeigt sich Marienhaus an Kapazitäten für Oberwesel und St. Goar wenig interessiert. Die Bürgermeister der Verbandsgemeinde Hunsrück-Mittelrhein und der Städte Oberwesel und St. Goar haben jetzt einen Brandbrief an die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler geschrieben. Sie fordern, die Klinik-Standorte für die Corona-Patienten zu nutzen und über 2020 hinaus zu finanzieren. Facebook

Der Einzelhändler: Service, Service, Service – und immer an das Internet denken

Im Welterbe-Tal ist wahrscheinlich kein Einzelhändler einfallsreicher als Franziskus Weinert vom Oberwesler Schreib -und Spielwarengeschäft Hermann. Im Fachmagazin „Das Spielzeug“ schildert er, wie er mit der Krise umgeht. Franziskus hat einen lokalen Lieferdienst aufgezogen, wirbt dafür in klassischen Anzeigenblättern und im Internet und hält die Kundschaft mit Video-Clips bei Laune. Außerdem gibt es günstige „Corona-Preise“. dasspielzeug.de

Das Beste zum Schluss

Katholische Priester im Bistum Trier sind nicht zu beneiden. Erst drückte ihr Bischof ihnen einen radikale Gebietsreform aufs Auge, jetzt lässt er sie wegen Corona Geistermessen vor leeren Kirchenbänken lesen. „Zur festgesetzten Zeit am angegebenen Ort“, lautet die Weisung aus der Zentrale. Boppards Dechant Hermann Josef Ludwig bittet seine Gläubigen jetzt um Selfies, die er ausdrucken und an ihre Plätze heften kann. „Ich vermisse euch. Bringt mir Fotos in die Kirche, damit ich weiß, für wen ich eine Messe halte“, zitiert ihn die „RZ“. Rhein-Zeitung

Die „Welt“ blickt auf Bingen und Rüdesheim verliert Öl

Kein Mittelrhein-Politiker versteht mehr von Medien und PR als Thomas Feser. Der Binger Oberbürgermeister war jahrelang Geschäftsführer des Regionalmagazins „BIG“ und hat dort professionelle Kommunikation gelernt. Man merkt es an der Pressearbeit der Stadtverwaltung. Wo immer sich die Gelegenheit bietet, ein Foto des Oberbürgermeisters zu veröffentlichen, wird sie genutzt. Das unterscheidet Bingen z. B. von Lahnstein, wo der Ausstoß an Pressemitteilungen zwar ähnlich hoch ist, der dortige Oberbürgermeister Peter Labonte aber weniger auffällig in Szene gesetzt wird. Normalerweise müsste sich ein Medienprofi wie Feser über einen großen Bingen-Artikel in der „Welt“ freuen, aber im Text von Wirtschaftsredakteur Karsten Seibel kommen weder er noch die Stadt besonders gut weg. Der Journalist beschreibt eine Stadt mit großen Innenstadt-Problemen und einen OB mit „Brille, Dreitagebart, zwei Lederarmbändern am Handgelenk“, dem Inaktivität vorgeworfen wird. Die „Welt“-Sicht ist besonders interessant, weil Bingen dort nicht als klischeehafte Mittelrhein-Problemzone erscheint, sondern als Teil des prosperierenden Rhein-Main-Gebietes. welt.de

Binger Weinberge. Foto: Stadt Bigen.

Foto: Stadt Bingen.

Rheinalarm in Rüdesheim

Seit dem Chemieunfall beim Schweizer Sandoz-Konzern 1986 gibt es den internationale „Warn- und Alarmplan Rhein“ (WAP). Er wird bei allen größeren Störfälle im Strom ausgelöst. Am Wochenende war es wieder soweit. Ein Hotelschiff hatte vor Rüdesheim Öl verloren. Zunächst war von 20.000 Litern die Rede, später stellte sich heraus, dass nur 3000 fehlten. Die Polizei beobachtete vom Hubschrauber aus Ölspuren auf 28 Kilometer Länge. Die Auswirkungen sind noch nicht ganz klar; ein Fischsterben wurde bislang nicht festgestellt. swr.de

Boppard ist mehr heiter als wolkig

Der Bopparder Weinfrühling lief gestern auch ohne Sonnenschein-Garantie. Laut „RZ“ pilgerten mehrere 1000 Wein-Fans in den Bopparder Hamm. Regentropfen fielen erst am Nachmittag. In den Weinbergen oberhalb der Rheinschleife präsentieren Winzer und Gastronomen aus Boppard und Spay einmal im Jahr das Beste aus Keller und Küche. Rhein-Zeitung

Bingen ganz ohne Brücke …..

…. musste in der Antike irgendwie funktionieren. Vor dem Bau der ersten Nahebrücke nutzten die Römer eine Fähre, die den Fluss etwa in Höhe der heutigen Basilika querte. Am Sonntag konnten Besucher des „Römertages“ es live erleben: Martin Rector von der Binger Denkmalgesellschaft pendelte mit einem nachgebauten Kahn hin- und her. In der „AZ“ erklärt er die Aktion. Der „Römertag“ geht übrigens noch in die Verlängerung: Am Mittwoch gibt es noch eine Wanderung auf den Spuren des römischen Dichters Ausonius im Binger Wald. Allgemeine Zeitung, denkmalgesellschaft.de

Mittelrheiner des Tages: Willi Böhler

Der Oberheimbacher hat seiner Heimatgemeinde 5 Flatterulmen gestiftet, den „Baum des Jahres“ 2019. Die „AZ“ berichtet über die Pflanzaktion im Oberheimbacher Bürgerpark. Allgemeine Zeitung

Zahl des Tages

60 Prozent der Unterkünfte im Oberen Mittelrheintal lassen sich noch nicht online buchen. Die Tourismus-Organisationen auf beiden Seiten des Rheins arbeiten an einem gemeinsamen Reservierungssystem. Wiesbadener Kurier

Termine des Tages

Festung Ehrenbreitstein – „Kochen in der Kiste“ – Die Erfindung der Kochkiste – 29. April, 18 Uhr 30. tor-zum-welterbe.de

Boppard – „Die Goldfische“ / Cinema in der Stadthalle – 29. April, 20 Uhr. boppard.de

Bingen – „Was werden die Leute sagen?“ im Programmkino Kikubi – 29. April, 20 Uhr 15. bingen.de

Foto des Tages

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