Egal, wie man zum Innenminister und SPD-Chef von Rheinland-Pfalz politisch steht: Für das Welterbetal ist der Rücktritt von Roger Lewentz ein herber Verlust. Der Nah-bei-de-Leut-Politiker aus Kamp-Bornhofen war über 11 Jahre lang der mächtigste Mittelrheiner und der einflussreichste Anwalt für seine Heimat. Lewentz holte Fördergelder in die Region und trieb die Buga-Idee voran. Die Bundesgartenschau 2029, das größte Investitionsprogramm für das Mittelrhein überhaupt, ist ohne ihn kaum denkbar. Seit Mittwochmittag ist Lewentz nur noch geschäftsführend im Amt. Er stürzte ebenso wie seine damalige Kabinettskollegin Anne Spiegel über Fehler rund um die Flutnacht 2021. Bei Spiegel waren es katastrophale Kommunikation und ein instinktloser Frankreich-Urlaub, bei Lewentz rätselhafte Berichtswege in seinem Ministerium und der Vorwurf, Informationen zurückzuhalten. Lewentz dürfte auch sein Amt als SPD-Landesvorsitzender verlieren. Er bleibt aber Mitglied des Landtages. 2021 hatte er im Wahlkreis Koblenz / Lahnstein mit Abstand die meisten Stimmen geholt. In seinem Heimat- und Wohnort Kamp-Bornhofen kam die SPD damals auf fast 60 Prozent. Überhaupt verwandelten sich die Wallfahrtsgemeinde am Rhein und die gesamte VG Loreley in der Ära Lewentz zu roten Hochburgen. Der heutige Verbandsbürgermeister Mike Weiland war bis zu seiner Wahl 2020 Lewentz‘ Büroleiter.

Die Macht am Mittelrhein: Roger Lewentz bei der Eröffnung der Buga-Ausstellung 2019. Foto: EA RLP, Thomas Frey

Die Macht am Mittelrhein: Roger Lewentz bei der Eröffnung der Buga-Ausstellung 2019. Foto: EA RLP, Thomas Frey

Mit dem Rücktritt des Innenministers verlässt nicht nur der vorläufig letzte Mittelrheiner die Landesregierung (2019 ging Innen-Staatssekretär Günter Kern aus Weisel in den Ruhestand). Lewentz war zum Schluss auch der einzige Nicht-Akademiker im Ministerrat. Der Sohn eines Bäckermeisters schaffte es ohne Abitur und ohne Studium nach oben. Er war Verwaltungsbeamter in Koblenz, als ihn der Lahnsteiner Rudolf Scharping 1991 in die Mainzer Staatskanzlei holte. SWR, Mittelrheingold (7 Fragen an Roger Lewentz, Dezember 2019)

Es lebe der König

Am 4. November entscheidet sich, wer auf Mittelrhein-Weinkönigin Lea Rindsfüsser folgt. Die Wahl ist spannend wie nie, denn mit Gero Schüler aus Steeg kämpft erstmals ein Mann um die Krone. Der SWR hat ihn bei der Weinlese im Steeger Tal besucht. Die gut gemachte Reportage inklusive Straßenumfrage in Bacharach lohnt sich nicht nur wegen Gero, sondern auch wegen der Landschaftsaufnahmen in der Weinlage Wolfshöhle. Film ab! SWR (Video)

Die Neuen in Filsen

Dem Traditionshotel „Altes Tor“ in Filsen drohte das Schicksal vieler Mittelrhein-Betriebe: Keine Nachfolger, keine Investitionen, keine Zukunft. Dann kamen Ruslan Surugiu und seine Familie. Der Wirtschaftswissenschaftler und Energieberater aus Moldawien sucht nach mehreren Jahren im Ruhrgebiet eigentlich nur ein Haus auf dem Land. In Filsen fand er ein ganzes Hotel. Die „RZ“ beschreibt den Neustart der Surugius am Mittelrhein und die Unterstützung durch Ortsbürgermeister Ottmar Schnitzius. Rhein-Zeitung (€)

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