Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Schlagwort: Stolzenfels Seite 1 von 5

St. Goar holt sich das alte Krankenhaus zurück

Die Reste der Loreley-Kliniken sind künftig eine rein Oberweseler Angelegenheit. Nach dem Ausstieg der umstrittenen Marienhaus-Gruppe will auch die Stadt St. Goar raus aus dem Gesellschafterkreis. Laut „RZ“ könnte St. Goar neben dem Klinik-Gebäude im Gründelbachtal noch 2 Millionen Euro Fördermittel mitnehmen. Mit dem Geld würde man versuchen, die Immobilie neu zu nutzen, z.B. für die Ansiedlung von Unternehmen. Stadtbürgermeister Falko Hönisch denkt u.a. an die Buga GmbH. Die Organisatoren der Bundesgartenschau 2029 brauchen einen Standort im Welterbetal. Momentan arbeitet das Team von Buga-Chef Berthold Stückle noch in den Büros der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz in Mainz. Auch ein Umbau zum Hotel wäre denkbar.

Krankenhaus St. Goar vor der Schließung 2020. Foto: Stadt St. Goar

Krankenhaus St. Goar vor der Schließung 2020. Foto: Stadt St. Goar

Das St. Goarer Krankenhaus war 2020 als erster von 2 Standorten der Loreley-Kliniken stillgelegt worden. Die kirchlich-kommunale Betreibergesellschaft stellt sich gerade neu auf. Der bisherige Mehrheitsgesellschafter Marienhaus hat seine Anteile für 14.000 Euro an den Oberweseler Kolping-Förderverein verkauft. Weitere Gesellschafter sind die Stadt Oberwesel und die Verbandsgemeinde Hunsrück-Mittelrhein. Nachdem Marienhaus in der Krankenhaus-Landschaft verbrannte Erde hinterlassen hat, bleiben noch das Seniorenzentrum und eine neue Tagesklinik in Oberwesel, die übrigens vom Rhein-Hunsrück-Kreis bezuschusst wird. Kurz vor der Schließung des Krankenhauses hatte der Kreis einen letzten Rettungsversuch abgelehnt und sich für unzuständig erklärt. In den wesentlich kleineren Nachfolgebetrieb fließen jetzt trotzdem 500.000 Euro. Rhein-Zeitung (St. Goar), Rhein-Zeitung (Kreishaushalt Dezember 2020)

Bratwurst und Erotik in Stolzenfels

Ganz andere Probleme gibt es stromabwärts im Koblenzer Stadtteil Stolzenfels. Dort fühlen sich Nachbarn vom Swinger-Club „Big Bamboo“ gestört.  Die Stadtverwaltung sei machtlos, meldet die „Rhein-Zeitung“. Allerdings ist wegen Corona ohnehin gerade tote Hose. Die Betreiberin des schummerigen Etablissements verkauft laut „RZ“ vorübergehend Grillwürstchen an der B9. Rhein-Zeitung

Weinschwester Thekla im Radio

Das Gegenteil von „Big Bamboo“ liegt am anderen Ende des Welterbetals hoch über Rüdesheim. Im Kloster Eibingen bewirtschaften die Benediktiner-Nonnen ihr eigenes Weingut. Chefin in Wingert und Keller ist Schwester Thekla Baumgart. Im Interview mit dem katholischen Domradio spricht sie über ihren Job. Auch bei den Bräuten Christi muss am Ende die Kasse stimmen: „Wir würden keinen Weinbau betreiben, wenn wir ständig rote Zahlen schreiben würden.“ domradio.de

Rechte in Rüdesheim

Bei Stadt- und Gemeinderatswahlen im Oberen Mittelrheintal hatte die AfD bisher kaum eine Chance. Sie brachte z.B. bei den rheinland-pfälzischen Kommunalwahlen 2019 außerhalb von Koblenz keine Liste zustande. Im kommenden März wählt Hessen und damit auch die Welterbe-Kommunen Rüdesheim und Lorch. Laut „Wiesbadener Kurier“ tritt die AfD auch diesmal nicht in Lorch an, obwohl in der Stadt ein Kreistagskandidat wohnt. In Rüdesheim wird die Partei allerdings auf dem Wahlzettel stehen. Dort kandidieren neben CDU, SPD und FDP auch noch 2 unabhängige Wählergemeinschaften für die Stadtverordnetenversammlung: „Wählerinitiative Rüdesheim“ und „Gemeinsam für Rüdesheim“. Wiesbadener Kurier

Foto des Tages

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Swen Weber (@news_vom_rhein)

Mittelrheingold kommt auch 2021per Mail

Der wöchentliche Newsletter bringt die wichtigsten Mittelrhein-Themen auf einen Blick.  Hier geht’s zum kostenlosen Abo

Parallelwelt Loreley und Beach Boys in Bacharach

Auf der Loreley hat man seit jeher ein besonderes Verhältnis zur Realität. Ohne Sagen, Mythen und andere irrationale Geschichten wäre der 193 Meter hohe Felsen einfach nur ein Hügel an einer Bundeswasserstraße. Darum ist nur konsequent, dass Freilichtbühnen-Manager Ulrich Lautenschläger seine Geschäfte in eine Art Parallelwelt verlegt hat. Die Pacht für die Stadt St,. Goarshausen zahlt Lautenschlägers Berliner Firma Loreley Venue Management weniger nach Vertrag als nach Gefühl. Nun soll sie das Plateau nun zum Jahresende räumen. Die Kündigung wurde laut „RZ“ am 8. Juli per Gerichtsvollzieher zugestellt. Lautenschläger halte das Dokument aber für „nicht rechtwirksam“ und den Stadtrat für „uneinsichtig“, heißt es. Stattdessen wirbt er auf der Website seines Unternehmens für Loreley-Auftritte mit Xavier Naidoo und Peter Maffay, die 2021 über die Bühne gehen sollen. In der laufenden Saison hat auf der Loreley noch kein Konzert stattgefunden. Die Probleme mit der Freilichtbühne sind weit älter als die Corona-Krise. Lautenschläger fühlt sich durch die Neugestaltung des Plateaus benachteiligt und hält darum seit Jahren Geld zurück. Der Konflikt zwischen Stadt und Loreley-Pächter führte u.a. zum Rücktritt von Stadtbürgermeister Matthias PflugradtRhein-Zeitung, loreley-freilichtbuehne.de, Mittelrheingold (Interview mit Lautenschläger, 2019)

Die Loreley mit Burg Katz im Vordergrund. Foto: Dominik Ketz / Romantischer Rhein Tourismus

Loreley mit Burg Katz im Vordergrund. Foto: Dominik Ketz / Romantischer Rhein Tourismus

Beach Boys in Bacharach

Strand-Feeling am Mittelrhein funktioniert am besten auf dem Trockenen. Schwimmen ist nicht verboten, aber wegen des Schiffsverkehrs und unberechenbarer Strömungen keine besonders gute Idee. Wer unmittelbar am Ufer planschen möchte, kann das u.a. in Bacharach tun. Der SWR hat gerade ein Video vom dortigen „Strandbad“ veröffentlicht. Zu sehen sind u.a. Rheinhotelier Andreas Stüber, sein Bruder Fritz und die Bacharacher Trend-Sportart „Rentnersurfen“.  SWR (Video)

Stolzenfels drosselt das Tempo

Royal ist der Koblenzer Stadtteil Stolzenfels bisher nur oben auf dem Schloss, im Ort selbst donnert der Verkehr. Das soll besser werden: Die Stadt investiert über eine halbe Millionen Euro, um die Fahrbahn zu verengen, Raser auszubremsen und mehr Platz für Fußgänger zu schaffen. Die Bauarbeiten beginnen diese Woche. Rhein-Zeitung

Foto des Tages

Mittelrheingold gibt’s auch per Mail

Der wöchentliche Newsletter bringt die wichtigsten Mittelrhein-Themen auf einen Blick.  Hier geht’s zum kostenlosen Abo.

 

Bier und Boden in Stolzenfels

Vor knapp 2 Jahren übernahm der Allgäuer Unternehmer Christian Seitz die Koblenzer Brauerei im Stadtteil Stolzenfels. Es ging weniger um Bier als um Boden: Seitz und seine Mit-Investoren wollen auf dem Brauerei-Gelände ein komplett neues Wohn- und Gewerbegebiet bauen. Die Pläne des Frankfurter Architekturbüros Albert Speer + Partner und Partner sind gerade in Koblenz vorgestellt worden. Laut „RZ“ sollen 340 Wohneinheiten entstehen. Die Brauerei und ihre Gastronomie selbst konzentriert sich auf das Gelände der heutigen Abfüllanlage. Dort könnten sich noch weitere Firmen ansiedeln, idealerweise junge Start-up-Unternehmen. Bleibt noch die Frage, was aus dem Brauerei-Hochhaus aus den frühen 70ern wird. Eigentlich sollte es zu einem Hotel mit Rheinblick umgebaut werden. Wegen der Corona-Krise ist aber noch nicht sicher, ob die Finanzierung steht. Rhein-Zeitung

Die Koblenzer Brauerei am Rheinufer. Foto: Creative Commons / Wikipedia

Eine Lösung für das Bingen-Labyrint

Apropos Problemzonen am Mittelrhein: Am anderen Ende des Weltererbtals, in Bingerbrück, verzweifeln Autofahrer seit Jahrzehnten an der wahrscheinlich kompliziertesten Kreuzung von Rheinland-Pfalz. Die so genannte „Darmverschlingung“ schafft es neulich sogar ins SWR-Fernsehen. Jetzt soll ein Kreisverkehr her. Allgemeine Zeitung, SWR (Video)

Corona und die Burgen

Nach dem Lockdown öffnen immer mehr Burgen. Laut „RZ“ geht es auf Burg Rheinfels bei St. Goar schon wieder rund. Auf dem weitläufigen Gelände dürfen bis zu 100 Besucher gleichzeitig unterwegs sein. Stromaufwärts in Burg Rheinstein läuft der reguläre Besichtigungsbetrieb, aber die privaten Eigentümer spüren die Krise nach wie vor heftig – ihnen ist fast das gesamte Hochzeitsgeschäft weggebrochen. Die Pfalz im Rhein bleibt vorläufig noch geschlossen. Rhein-Zeitung

Niederheimbach will Wind machen

Über 150.000 Euro fließen in ein Konzept zur energetischen Sanierung in Niederheimbach. Der 800-Einwohner-Ort will ökologische Vorzeige-Kommune werden und hätte am liebsten noch Windräder auf dem 618 Meter hohen Franzosenkopf. Die sind allerdings nicht vereinbar mit Landschaftsschutz und Welterbe-Status. Allgemeine Zeitung

Foto des Tages

Mittelrheingold gibt’s auch per Mail

Der wöchentliche Newsletter bringt die wichtigsten Mittelrhein-Themen auf einen Blick.  Hier geht’s zum kostenlosen Abo.

Seite 1 von 5

Präsentiert von WordPress & Theme erstellt von Anders Norén

%d Bloggern gefällt das: