An der territorialen Zersplitterung des Welterbetals lässt sich wenig ändern, trotzdem könnte die Region in den kommenden Jahren näher zusammenrücken. Ein „Mittelrheinkreis“ z. B. mit Boppard als Kreisstadt bleibt zwar Utopie, aber es gäbe eine zweitbeste Lösung. Ein Regionalparlament könnte den Zweckverband Oberes Mittelrheintal verstärken. Es wäre das erste parlamentarische Gremium für das gesamte Welterbetal zwischen Bingen, Rüdesheim und Koblenz. Die z. Zt. noch vage Idee deutete sich bei der öffentlichen Digitalkonferenz über den neuen Welterbe-Managementplan an. Rhein-Lahn-Landrat Frank Puchtler scheint sie zu gefallen. Er ist Vorsteher des Zweckverbandes und wirbt wie viele andere Politiker im Tal für mehr Zusammenhalt und stärkere Vernetzung. Der Zweckverband mit Sitz in St. Goarshausen bildet derzeit die einzige Klammer für das Obere Mittelrheintal. Ihm gehören die beiden Bundesländer Rheinland-Pfalz und Hessen und vor allem: alle Kreise und Kommunen in der Region an. Bisher ist er über die Landes- und Kommunalparlamente seiner 59 Mitglieder nur indirekt demokratisch legitimiert. Ein eigenes parlamentarisches Gremium würde den Zweckverband aufwerten und Basisnähe garantieren. Konkrete Pläne scheint es noch nicht zu geben. Der Zweckverband dürfte in jedem Fall an Bedeutung gewinnen. Als Mehrheitsgesellschafter der Buga GmbH ist er die eigentliche Macht hinter der Bundesgartenschau 2029.

Blick auf St. Goarshausen. Foto: Petra Dittmann.

Blick auf St. Goarshausen. Foto: Petra Dittmann.

Buddeln statt Brücke bauen: Die Rüdesheim-Lösung

Die Verkehrsprobleme am Rüdesheimer Bahnhof werden nicht auf Kosten von Stadtbild, Landschaft und Welterbe-Status gelöst. Michael Kloos, Architekt, Städteplaner und zuständig für den von der Unesco geforderten regionalen Managementplan, stellte am Montagabend klar, dass es keine Autobrücke über die Gleise geben kann. Der Welterbe-Experte unterstützt damit Forderungen der Stadt Rüdesheim nach einer landschaftsschonenden Unterführung. Kloos hat eine Art digitalen Zwilling des Welterbetals entwickelt. Der Nachbau der Landschaft am Computer ermöglicht es,  zukünftige Baumaßnahmen zu visualisieren und schneller als bisher zu bewerten. Eine aktuelle Visualisierung  der Mittelrheinbrücke bei St. Goar gibt es übrigens noch nicht. Das momentan gezeigte preisgekrönte Modell eines Architekturbüros gilt als wenig realistisch, weil es zu tief liegt. Wegen der Containerschiffe würde die real existierende Brücke die meisten Häuser am Ufer deutlich überragen. Wiesbadener Kurier (Rüdesheim)

Lahnstein ist Waldmeister

Die meisten Wanderwege, die größte Auswahl an Campingplätzen und die älteste Brauerei: Lahnstein ist immer für ein Superlativ gut. Jetzt kommt noch eins dazu. Als erste Stadt in Rheinland-Pfalz verfügt sie über einen staatlich anerkannten Kur- und Heilwald. Eine eigene Abteilung im Wellness-Forst ist für Kinder reserviert. SWR

Der Ritt ins Rheintal

Wer es gegenüber auf der linken Rheinseite genau so grün aber noch sportlicher mag: Die Stadt Koblenz hat 4 Trails für Mountainbiker ausgewiesen. 3 führen vom Stadtwald oberhalb von Schloss Stolzenfels hinunter ins Rheintal, der vierte zur Mosel. SWR

Chaostage in Niederheimbach

Mit Ole Wysotzki hat ein weiterer der 2019 neu gewählten Mittelrhein-Bürgermeister das Handtuch geworfen. Der Ortschef von Niederheimbach ist ebenso wie seine Beigeordneten zurückgetreten und der Gemeinderat wird immer kleiner. Die Kommunalpolitik gilt als hoffnungslos zerstritten, kaum jemand versteht noch, warum. 2020 hatte Matthias Pflugradt in St. Goarshausen nach einen Jahr aufgegeben. Auch Osterspai braucht schon wieder einen neuen Bürgermeister. Ganz kommod geht es dagegen in Bacharach zu: Weil 2019 niemand kandieren wollte, gibt es auch keinen, der zurücktreten kann. Die 3 Beigeordneten teilen sich den Job weiterhin. Allgemeine Zeitung (Niederheimbach)

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