Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Schlagwort: Osterspai Seite 1 von 8

„Ein weiterer Schritt zur Banalisierung“

Innerhalb des altehrwürdigen Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftschutz (RV) ist der Regionalverband Rhein-Main-Nahe so etwas wie die Abteilung Attacke. Sein Vorsitzender Hartmut Fischer liebt die scharfe Rhetorik, zum Beispiel beim Thema Loreley-Statue: Der Entwurf der Berliner Künstlerin Valerie Otte zeige eine „Allerweltsgestalt, der jegliche Aura abgehe“, heiß es in Fischers jüngsten Pressemitteilung.  Im Anschreiben giftet er über

„einen weiteren Schritt zur Banalisierung des Welterbegebiet-Zentralbereichs auf dem Loreleyplateau.“

Kritik gibt es auch am Standort. „Das Zurücksetzen der Figur deutlich hinter die Felsspitze verunklart die notwendige Verbindung mit dem Fluss und den vom Gesang der Loreley faszinierten Schiffern“, zitiert der Verein den der Mainzer Landschaftsarchitekten Klaus Bierbaum. Loreley-Entwurf von Valerie Otte. Foto: VG LoreleyLoreley-Entwurf von Valerie Otte. Foto: VG Loreley

Das saftige RV-Statement dürfte wenig ändern. Bei einer Bürgerbefragung mit mäßiger Beteiligung hatte die Mehrheit für den Otte-Entwurf gestimmt, VG-Bürgermeister Mike Weiland ist die treibende Kraft hinter der Idee und das Land Rheinland-Pfalz übernimmt den größten Teil der Rechnung. Pressemitteilung per Mail, Rheinischer Verein

Sie sind jung und brauchen das Wasser

„Niedriger Rhein, goldener Wein“, das war einmal. Heute stöhnen die Mittelrhein-Winzer über die andauernde Trockenheit. Besonders kritisch sieht es bei ihren Jungpflanzen aus. „Wir müssen uns über Wasserreservoirs und die dazu gehörende Technik Gedanken machen und möglichst schnell Lösungen finden“, sagt der Kauber Peter Bahles in der „RZ“. Laut Ida Didinger brauchen junge Reben mittlerweile doppelt so viel Zeit wie früher, bis sie die ersten Trauben liefern. Die Winzerin aus Osterspai hat bei extremer Dürre ein zusätzliches Problem: Sie ist auf die Fähre angewiesen, um zu ihren Weinbergen im Bopparder Hamm zu kommen. Rhein-Zeitung (€)

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„Das Jahr 2021 war weitaus schlimmer als 2020“

Ein leeres Schiff wird kommen: Für die Mittelrhein-Reedereien war die Saison 2021 zum Abgewöhnen. Statt des erhofften Aufschwungs gab es noch mehr Tristesse als 2020. Diesmal lag es nicht nur am Lockdown und den anschließenden Platzbeschränkungen. Viele Touristen nutzten im Sommer die Gelegenheit, um endlich wieder in den Süden zu düsen. Nach der Zwangspause war „Malle statt Mäuseturm“ angesagt, zitiert die „AZ“ Oliver Pohl von der „Bingen-Rüdesheimer“. Teile der Kundschaft blieben auch ganz daheim, darunter viele Busreisende.  „Das Jahr 2021 war weitaus schlimmer als 2020“, sagt Pohl. Anders als der gleichfalls gebeutelte Marktführer Köln-Düsseldorfer ist für sein Unternehmen die Saison noch nicht zu Ende. In der dunklen Jahreszeit gibt es Spezialtouren wie die „Fonduefahrten“ oder zur weihnachtlich beleuchteten Burg Rheinstein. Allgemeine Zeitung

Ausflugsschiffe vor Bingen. Foto: Dominik Ketz / Stadt Bingen

Ausflugsschiffe vor Bingen. Foto: Dominik Ketz / Stadt Bingen

Osterspai ist einsame Spitze

Der beste Mittelrhein-Wein des Jahrgangs 2020 stammt aus Osterspai. Oder eigentlich aus dem Bopparder Hamm, denn dort wuchsen die Trauben für den trockenen Riesling, den die Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz mit dem Prädikat „Siegerwein“ ausgezeichnet hat. Laut „RZ“ schmeckt er nach einem „Fruchtkorb voller Aromen wie Pfirsich, Mango, Aprikose und gelber Apfel.“ Winzerin Ida Didinger baute ihn wie alle ihre Weine auf der linken Rheinseite an und zu Hause in Osterspai aus. „Siegerweine“ sind die Crème de la Crème der ohnehin schon prämierten Gewächse. In die Endauswahl kommen nur Weine mit Goldener Kammerpreismünze. Im Weinbaugebiet Mittelrhein (ohne Lorch, Rüdesheim und Bingen) schafften es diesmal 166 ins Finale. Didingers Riesling holte als einziger den Pott. Rhein-Zeitung, Weingut Didinger

Die Moria-Ausstellung kommt nach Bacharach

In den 80er und 90er Jahren war Heinz-Willi Eichner Kopf und Herz der Bacharacher SPD. Bürgermeister ist er nie geworden und aus dem Stadtrat hat er sich längst zurückgezogen. Engagiert bleibt er trotzdem –  zum Beispiel, wenn es um das griechische Flüchtlingslager Moria geht. Eichner hat die Foto-Ausstellung „Menschenrecht statt Moria“ nach Bacharach geholt. Rund um die Peterskirche sind ab 7. November 24 Fototafeln mit Aufnahmen von Alea Horst zu sehen. Allgemeine Zeitung

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Erdrutsch-Ergebnis in Lahnstein und Rhein-Hunsrück braucht einen Landrat

2 der wichtigsten politischen Ämter am Mittelrhein gehen nach dem  Wahlsonntag in neue Hände über. Da wäre zunächst der Oberbürgermeister von Lahnstein, der nach Koblenz und Bingen drittgrößten Stadt im Welterbetal. Hier setzte sich zeitgleich zur Bundestagswahl der jüngste der Kandidaten überraschend klar durch. Lennart Siefert, 40 Jahre und unabhängiger Bewerber mit FWG-Connection, holte im ersten Anlauf fast 53 Prozent. Er wird CDU-Mann Peter Labonte ablösen, der aus Altergründen nicht mehr angetreten war. Siefert, von Beruf Polizeihauptkommissar, punktete als Klartext-Kandidat. Er fordert eine langfristige Strategie für die Stadt und eine Weiterentwicklung zum Tourismus- und Buga-Standort. SPD-Kandidat Marcel Will kam auf knapp 24 Prozent, Labontes CDU-Kronprinz Thomas Becher schaffte nur 23,3 Prozent. SWR (Lahnstein, mit Video),

Lennart Siefert wird OB von Lahnstein

Lennart Siefert ist die neue Nr. 1 in Lahnstein. Foto: Privat.

Bröhr wird ein Berliner

Weniger überraschend aber für die Region noch folgenschwerer ist die Wahl von Rhein-Hunsrück-Landrat Marlon Bröhr in der Bundestag. Bröhr verfehlte das Ergebnis seines Vorgängers Peter Bleser zwar deutlich (minus 10 Prozent), aber für das Ticket nach Berlin reichte es. Der Rhein-Hunsrück-Kreis mit Boppard, St. Goar und Oberwesel braucht also einen neuen Landrat. Stromaufwärts im Wahlkreis Mainz (inklusive Bingen und VG-Rhein-Nahe) hatte die CDU weniger Glück. Hier verlor die Bundestagsabgeordnete Ursula Groden-Kranich (Selbstbeschreibung: „Die schwarze Ursel“) gegen den SPD-Newcomer Daniel Baldy aus in Münster-Sarmsheim. Auf der rechten Rheinseite blieben die Wahlkreise in CDU-Hand. Koblenz mit Lahnstein und der VG Loreley vertritt weiterhin Josef Oster und den hessischen Wahlkreis Rheingau-Taunus-Limburg inklusive Rüdesheim und Lorch verteidigte Klaus-Peter Willsch. – wenn auch mit Ach und Krach (minus 11, 6 Prozentpunkte). Einen Abgeordneten direkt aus dem Oberen Mittelrheintal gibt es nicht, denn der Bad Salziger Julian Joswig, 27, verpasste den Einzug über die Landesliste der Grünen knapp. Zeit Online (Wahlkreis-Ergebnisse)

 

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Höhen und Tiefen

3 neue Ortsbürgermeister wurden am Samstag ebenfalls gewählt. Der Ausgang war überraschungsfrei, weil jeweils nur ein Kandidat zur (Ur-)Wahl stand. Interessant ist aber die jeweilige Höhe des Wahlsieges. In Osterspai schaffte Sebastian Reifferscheid 89 Prozent, in Weisel holte Hubert Erdkamp 85 Prozent. Weniger einig war man sich in Niederheimbach. Hier kam Alleinbewerber Richard Paul Mézes nicht über 65.6 Prozent hinaus. , Rhein-Zeitung (Osterspai und Weisel), Allgemeine Zeitung (Niederheimbach)

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