Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Schlagwort: Niederheimbach Seite 1 von 21

Ein Baulöwe in Bingen

Bauen boomt fast überall, aber was der Binger Jan Rickel in seiner Stadt hochzieht, ist selbst für die Immobilienbranche ungewöhnlich. Auf seiner Referenzliste stehen u. a. die „Rheintalterrassen“ an der Mainzer Straße, die Alte Post  und mehrere große Projekte in Bahnhofsnähe. Der gelernte Immobilienkaufmann baut und saniert vorzugsweise in zentraler Lage. Sein neustes XXL-Projekt startet unweit des Naheufers. Rickels Firma hat das Gelände des Autohaus Scherer (früher: Ludwig Honrath) gekauft, reißt dort alles ab und baut für rund 20 Millionen Euro 3 Häuser mit insgesamt 45 Wohnungen. Ein Stück weiter ist Rickel ebenfalls aktiv. Seit 2019 besitzt er das frühere Racke-Areal. Auch dort sollen einmal Wohnungen entstehen. Wegen der Nähe zum Rhein-Main-Gebiet gilt Bingen als das begehrteste und teuerste Pflaster im Welterbetal.  Allgemeine Zeitung (€), Rickel Immo (Firmen-Wesite)

Nahemündung bei Bingen. Foto: Stadt Bingen / T. Silz

Nahemündung bei Bingen. Foto: Stadt Bingen / T. Silz

„Die Bürger wurden vor vollendete Tatsachen gestellt“

Die Kauber Baumfällaktion macht immer noch böses Blut. In der „RZ“ zeigt sich Altbürgermeister Karl-Heinz Lachmann entsetzt. „Die Bürger wurden vor vollendete Tatsachen gestellt“, zitiert ihn die „RZ“. Für Lachmann ist nicht nachvollziehbar, warum die beiden 150 Jahre alte Linden „in einer Nacht- und Nebel-Aktion“ und ohne öffentliche Diskussion gefällt werden mussten. Die Kauber Linden waren gesund und keine akute Gefahr für Anwohner oder Fußgänger. Bürgermeister Martin Buschfort und seine ehrenamtlichen Beigeordneten argumentieren u. .a. mit Schäden am Pflaster. Er hatte die Bäume aus dem 19. Jahrhundert am vergangenen Freitag absägen lassen, ohne die reguläre Stadtratssitzung abzuwarten. Rhein-Zeitung (€)

Treckern für Niederheimbach

In Niederheimbach könnte es künftig Planwagenfahrten für Touristen geben. Die Idee ist, das Gefährt per Traktor durch den Ort und die Weinbergslagen zu ziehen. Die Ortsgemeinde hofft dabei auf den ortsansässigen Winzer Jens Fendel und seinen nach Oberwesel übergesiedelten Kollegen Stephan Fendel. Allgemeine Zeitung (€)

Foto des Tages

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Peter Ginzel (@bopparder)

Jetzt den Mittelrheingold-Newsletter abonnieren

Mittelrheingold Auslese: Jeden Freitag die wichtigsten Mittelrhein-Themen auf einen Blick. Hier geht’s zum kostenlosen Abo

Der Neue in Niederheimbach

Die Heimburg über Niederheimbach hat einen schillernden neuen Eigentümer. Die Binger „AZ“ beschreibt Käufer Alexander Dragilev als „israelischen Multimillionär mit ukrainischen Wurzeln.“ Er selbst bezeichnet sich als „jüdischen Schriftsteller und Übersetzer.“ Dragilev widmet sich nach einer internationalen Unternehmerkarriere spirituellen Lehren aus Indien; er gilt als Freund der Hare-Krishna-Bewegung. 2020 hatte er versucht, die Burgen Treis und Wildburg an der Mosel zu kaufen. Der Vertrag über knapp 1,7 Millionen Euro war schon unterschrieben, dann stellte sich die Ortsgemeinde quer und nutzte ihr Vorkaufsrecht. Bürgermeister und Gemeinderat befürchteten laut regionalem Anzeigenblatt „Wochenspiegel“ einen Treffpunkt für Esoteriker; selbst die „Bild“-Zeitung berichtete über den „Sekten-Alarm“ an der Mosel.  Zuvor hatte Dragilev ein Meditationszentrum auf Burg Mockmühl bei Heilbron finanziert. Ein Redakteur der „Stuttgarter Zeitung“ traf ihn dort und notierte damals: „Rosa Gewand, stabile Ringe als Ohrschmuck, eine Rolex GMT Master II aus 18 Karat Gelbgold.“ In Niederheimbach ist man auf den Neubürger gespannt. Gesehen und gesprochen hat ihn noch niemand. Nach „AZ“-Recherchen kaufte Dragilev die Heimburg schon vor einem Jahr von der Familie Bachmann-Thurn, die die Immobilie seit 1987 besessen und viel investiert hatte. Die Heimburg in Niederheimbach. Foto: Alexander Hoernigk / Wikipedia / Creative Commons.

Die Heimburg in Niederheimbach. Foto: Alexander Hoernigk / Wikipedia / Creative Commons

Gelangweilt haben sich die Niederheimbacher mit der Burg und ihren Bewohnern selten. In der Kaiserzeit und während der Weimarer Republik galt die Heimburg als Refugium für Wirtschaftsbosse.  Die Hausherren waren nacheinander Robert Müser, Chef des Ruhr-Konzerns Harpener Bergbau AG, und der noch reichere Großindustrielle Hugo Stinnes. Allerdings kam auch schlechte Gesellschaft auf die Burg: Aus der der Nazi-Zeit ist mindestens ein Besuch von Hermann Göring überliefert. Allgemeine Zeitung (€), Wochenspiegel (Interview mit Dragliv 2020), Wochenspiegel (über den gescheiterten Kauf in Treis, 2020), Bild-Zeitung („Sekten-Alarm“,2020),  Stuttgarter Zeitung (Treffen mit Dragilev, 2015)

Vorteil Klein

Am kommenden Sonntag entscheidet sich, wer Landrat im Rhein-Hunsrück-Kreis wird. Zur (Stich-)Wahl stehen CDU-Mann Christian Klein und der unabhängige Kandidat Volker Boch, der von SPD und Grünen unterstützt wird. Die im ersten Wahlgang ausgeschiedene Oberweselerin Rita Lanius-Heck hat mittlerweile eine Wahlempfehlung abgegeben: Sie will Klein unterstützen und unter ihm Erste Beigeordnete im Kreis bleiben. Damit sind die Reihen in der CDU wieder geschlossen., Lanius-Heck ist Parteimitglied, hatte aber auf eigene Faust kandidiert. Rhein-Zeitung (€)

Foto des Tages

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Andreas Pacek (@best.of.germany)

Jetzt den Mittelrhein-Newsletter abonnieren

Mittelrheingold Auslese: Jeden Freitag die wichtigsten Mittelrhein-Themen auf einen Blick. Hier geht’s zum kostenlosen Abo

Erdrutsch-Ergebnis in Lahnstein und Rhein-Hunsrück braucht einen Landrat

2 der wichtigsten politischen Ämter am Mittelrhein gehen nach dem  Wahlsonntag in neue Hände über. Da wäre zunächst der Oberbürgermeister von Lahnstein, der nach Koblenz und Bingen drittgrößten Stadt im Welterbetal. Hier setzte sich zeitgleich zur Bundestagswahl der jüngste der Kandidaten überraschend klar durch. Lennart Siefert, 40 Jahre und unabhängiger Bewerber mit FWG-Connection, holte im ersten Anlauf fast 53 Prozent. Er wird CDU-Mann Peter Labonte ablösen, der aus Altergründen nicht mehr angetreten war. Siefert, von Beruf Polizeihauptkommissar, punktete als Klartext-Kandidat. Er fordert eine langfristige Strategie für die Stadt und eine Weiterentwicklung zum Tourismus- und Buga-Standort. SPD-Kandidat Marcel Will kam auf knapp 24 Prozent, Labontes CDU-Kronprinz Thomas Becher schaffte nur 23,3 Prozent. SWR (Lahnstein, mit Video),

Lennart Siefert wird OB von Lahnstein

Lennart Siefert ist die neue Nr. 1 in Lahnstein. Foto: Privat.

Bröhr wird ein Berliner

Weniger überraschend aber für die Region noch folgenschwerer ist die Wahl von Rhein-Hunsrück-Landrat Marlon Bröhr in der Bundestag. Bröhr verfehlte das Ergebnis seines Vorgängers Peter Bleser zwar deutlich (minus 10 Prozent), aber für das Ticket nach Berlin reichte es. Der Rhein-Hunsrück-Kreis mit Boppard, St. Goar und Oberwesel braucht also einen neuen Landrat. Stromaufwärts im Wahlkreis Mainz (inklusive Bingen und VG-Rhein-Nahe) hatte die CDU weniger Glück. Hier verlor die Bundestagsabgeordnete Ursula Groden-Kranich (Selbstbeschreibung: „Die schwarze Ursel“) gegen den SPD-Newcomer Daniel Baldy aus in Münster-Sarmsheim. Auf der rechten Rheinseite blieben die Wahlkreise in CDU-Hand. Koblenz mit Lahnstein und der VG Loreley vertritt weiterhin Josef Oster und den hessischen Wahlkreis Rheingau-Taunus-Limburg inklusive Rüdesheim und Lorch verteidigte Klaus-Peter Willsch. – wenn auch mit Ach und Krach (minus 11, 6 Prozentpunkte). Einen Abgeordneten direkt aus dem Oberen Mittelrheintal gibt es nicht, denn der Bad Salziger Julian Joswig, 27, verpasste den Einzug über die Landesliste der Grünen knapp. Zeit Online (Wahlkreis-Ergebnisse)

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Marlon Bröhr (@marlonbroehr)

Höhen und Tiefen

3 neue Ortsbürgermeister wurden am Samstag ebenfalls gewählt. Der Ausgang war überraschungsfrei, weil jeweils nur ein Kandidat zur (Ur-)Wahl stand. Interessant ist aber die jeweilige Höhe des Wahlsieges. In Osterspai schaffte Sebastian Reifferscheid 89 Prozent, in Weisel holte Hubert Erdkamp 85 Prozent. Weniger einig war man sich in Niederheimbach. Hier kam Alleinbewerber Richard Paul Mézes nicht über 65.6 Prozent hinaus. , Rhein-Zeitung (Osterspai und Weisel), Allgemeine Zeitung (Niederheimbach)

Foto des Tages

Freitags kommt Mittelrheingold per Mail

Der wöchentliche Newsletter bringt die wichtigsten Mittelrhein-Themen auf einen Blick. Hier geht’s zum kostenlosen Abo

Seite 1 von 21

Präsentiert von WordPress & Theme erstellt von Anders Norén

%d Bloggern gefällt das: