Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Schlagwort: Niederheimbach Seite 1 von 18

In Kestert knallt’s nochmal

3 Sprengungen am Wochenende haben nicht ausgereicht, um den Schieferhang bei Kestert zu sichern. Laut SWR hängt immer noch bröseliges Gestein im Berg. Darum soll es am Dienstag nochmal knallen. Erst wenn alles Geröll nach unten gerutscht und zerkleinert ist, kann über die Freigabe von Bahnstrecke und Bundesstraße nachgedacht werden. Die Sprengungen haben sich mittlerweile zum Ausflugsspektakel entwickelt. An der B 9 bei Hirzenach packten Schaulustige ihre Campingstühlen aus. Parallel verfolgten mehrere 1000 Zuschauer den Livestream von Josh Kochhanns „Live Doku TV“ auf YouTube und Facebook. Kochhanns Kamera hatte durch Zufall den Abgang am 15. März gefilmt. Anders als viele Bahnlärm-Gegner sieht der Mainzer Universitätsgeologe Johannes Feuerbach die Ursache für den Felssturz nicht in den Erschütterungen durch den Zugverkehr. Dafür seien die Vibrationen am Gleis viel zu gering. Feuerbach hält den Erdrutsch für einen seltenen, aber natürlichen Vorgang. Das zerklüftete Schiefergestein an Mittelrhein, Mosel oder Lahn sei anfälliger als andere Felslandschaften. SWR (aktuelle Lage), SWR (Feuerbach-Analyse). YouTube (Live-Kamera von Josh Kochhann)

Kestert TV auf YouTube: Auch bei Mittelrheingold lief am Samstag Live Doku TV im Wohnzimmer.

Kestert TV auf YouTube: Auch bei Mittelrheingold lief am Samstag Live Doku TV im Wohnzimmer.

Gute Aussichten für das Turnerheim

Für das ehemalige Turnerheim auf der Loreley gibt es wieder Hoffnung. Ein Gutachten ergab laut „RZ“, dass die Sanierung des landhausähnlichen Altbaus zwar mindestens 600.000 Euro teurer kommt als Abriss und Neubau. Wegen der Bedeutung und Beliebtheit des Gebäudes wird der zuständige Verbandsgemeinderat aber wohl ein Auge zudrücken. Außerdem gibt es einen handfesten Vorteil: Die Sanierung ist die schnellere Lösung. Im Turnerheim soll Loreley-Gastronom Muzaffar Oguz ein Restaurant eröffnen. Rhein-Zeitung

Auf ein Bier nach Niederheimbach

Apropos Mittelrhein-Gastronomie: Am Niederheimbacher Rheinufer wagen Birgit und Michael Dott den Neustart. Das Paar hatte wegen der Corona-Krise sein Trechtingshäuser Hotel „Rosenhof“ räumen müssen. Ihr neuer Betrieb ist zwar eine Nummer kleiner, aber unschlagbar gelegen. Innen und außen gibt es Platz für bis zu 80 Gäste. Allgemeine Zeitung

(Noch) Kein Geld für die Brömserburg

Die Privatisierung der Brömserburg in Rüdesheim läuft zäher als gedacht. Unerwartete Sanierungskosten und die Corona-Krise haben die neuen Besitzer zurückgeworfen. 7 Millionen Euro Fördermittel sollten das Projekt pushen, aber laut „Wiesbadener Kurier“ geht die Brömserburg in der aktuellen Runde des Programms „Nationale Projekte des Städtebaus“ leer aus. Wiesbadener Kurier

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Die Neuen auf Burg Sooneck und das erste Interview

Insider wussten es schon länger, aber jetzt ist es amtlich: Cora und Marco Hecher pachten die landeseigene Burg Sooneck. Die Juniorchefs auf Burg Rheinstein wollen Sooneck zum Ausflugsziel für Kinder und Familien entwickeln. Mittelrheingold-Gastbloggerin Marie-Luise Krompholz sprach mit Marco über seine Erfahrungen auf Rheinstein, seinen Umgang mit der Corona-Krise und die Pläne für Burg Nr. 2.

Marco und Cora Hecher starten am 1. Mai auf Burg Sooneck.

Marco und Cora Hecher starten am 1. Mai auf Burg Sooneck. Foto: Privat

Marco, du verantwortest zusammen mit deiner Frau Cora den Restaurant- und Veranstaltungsbetrieb auf Burg Rheinstein. Wie verlief die Saison 2020?

Zu Beginn der Corona-Krise haben wir mit unserem Steuerberater ein Worst-Case-Szenario entwickelt. Dabei hätten wir das Geschäftsjahr mit einem hohen fünfstelligen Verlust abgeschlossen. Wir haben ja über 30 Prozent höhere Grundkosten als vergleichbare Gastronomiebetriebe aufgrund unserer besonderen Lage: der Warentransport hoch auf die Burg ist eine Herausforderung, ebenso die Lagerungsmöglichkeiten, und natürlich müssen wir die Vorgaben zum Denkmalschutz bei allen Baumaßnahmen beachten. Dazu kam, dass unser Hauptgeschäft, die Hochzeitsveranstaltungen, fast komplett eingebrochen ist. In dieser Zeit waren meine Eltern eine starke emotionale Stütze. Sie standen in 40 Jahren Burg Rheinstein schon mehrmals mit dem Rücken zur Wand und haben trotzdem nie aufgegeben. Die gute Entwicklung des Inlandstourismus im Sommer hat uns dann geholfen, das Schlimmste abzuwenden und wir konnten das Jahr 2020 knapp positiv abschließen. Darüber sind wir in der ganzen Burgfamilie sehr froh, denn wir sehen ja die vielen Betriebe, die hohe Verluste haben oder bereits aufgeben mussten. Wir sind sehr dankbar über die Unterstützung vieler Menschen und ganz besonders von unserem Spitzen-Mitarbeiterteam,
unseren fleißigen Burggeistern.

Ihr habt in der Corona-Zeit begonnen, selbst gemachte Marmeladen und andere Burgprodukte zu verkaufen. Hat das die Einnahme-Verluste zumindest teilweise aufgefangen?

Meine Frau Cora hat als Hobby unseren Kräutergarten und kam auf die Idee, Marmelade mit Kräutern zu kombinieren. In den letzten Monaten kamen dann Kräutersalze, Tees und Hunde-Leckerlies dazu. Alles wird mit Liebe und ohne Zusatzstoffe bei uns ‚burggemacht‘. Die Nachfrage war sehr gut. Jeder Euro hilft der Burg und wir können unsere Mitarbeitenden weiter beschäftigen. Seit Ende letzten Jahres haben wir einen Onlineshop und bieten auch einen Geschenkservice für Firmen und Privatpersonen an, zum Beispiel für Ostern. Vor ein paar Tagen haben wir mit dieser Idee eine Förderung gewonnen und werden in den nächsten Wochen professionell bei der Entwicklung unseres Onlineshops unterstützt.

Wie beurteilst du die Corona-Unterstützung der Politik für die Gastronomie?

Die Pandemie hat für uns alle viel Leid gebracht. Zum Glück sind in unserer Familie und in unserem Team alle gesund. Als wirtschaftlich Betroffener fällt es mir schwer, das Krisenmanagement positiv zu beurteilen. Es haben zu viele Punkte nicht oder nur unzureichend funktioniert: die Maskenbeschaffung, die Corona-Soforthilfen, die Impfstrategie, die Schnelltests und vieles mehr. Das ist für den Anspruch, den ein Land wie Deutschland haben sollte, absolut ungenügend.

Die hohe Entschädigung für die Umsatzausfälle im November und Dezember hat der Gastronomie geholfen. Leider kam sie für viele Betriebe zu spät und bei einer Gesamtschließung von sechs Monaten relativiert sich die Höhe deutlich. Was mich sehr umtreibt, ist die Tatsache, dass immer sichtbarer wird: einige Branchen tragen die wirtschaftliche Last dieser gesamtgesellschaftlichen Notlage fast alleine. Viele Menschen verlieren ihre Existenzen, Lebensträume, Wohlstand, Altersvorsorge – während andere praktisch unbetroffen durch diese Krise gehen. Dies kann zu einer enormen gesellschaftlichen Spaltung führen. Unter einer gesamtgesellschaftlichen Aufgabe verstehe
ich etwas anderes.

Wie bereitet ihr euch auf die Rheinstein-Saison 2021 vor, mit den weiterhin bestehenden Corona-Unsicherheiten?

In den letzten Wochen haben meine Eltern, Cora und ich wie jeden Winter an der Pflege und Unterhaltung der Burg gearbeitet. Wir haben für die neue Saison investiert in der Hoffnung, dass es bald besser wird und wir alle einen schönen Frühling und einen tollen Sommer erleben dürfen. Ich informiere mich ständig über die Corona-Entwicklungen, denn wir wollen unser Burgrestaurant „Kleiner Weinprinz“ so schnell wie möglich öffnen. Immerhin ist das Burgmuseum seit dem 13. März wieder zugänglich, mein Vater hat die neuen Corona-Auflagen dafür sehr kurzfristig umgesetzt. Viele Gäste möchten ihren Burgbesuch mit einem leckeren Essen entspannt ausklingen lassen, aber derzeit können wir nur kleine To-Go-Gerichte anbieten. Wir haben auch viele Anfragen für Hochzeitsfeiern, da wäre mehr Planungssicherheit für alle Seiten wichtig.

Trotz der negativen Erfahrungen im letzten Jahr hast du dich für die Bewirtschaftung der Burg Sooneck beworben. Was fasziniert dich eigentlich an den Rheinburgen?

Für mich hat jede Burg und jede Burgruine etwas Besonderes, Einzigartiges. Burgen sind das Aushängeschild unseres Tals und steinerne Zeitzeugen voller Geschichte. Sie zu erhalten und gleichzeitig wirtschaftlich zu nutzen, ist eine spannende Herausforderung. Als ich in unseren Familienbetrieb eingestiegen bin und wir den Bau des Burgrestaurants geplant haben, sagte ein Wirtschaftsberater zu mir: “Verkaufen Sie die Burg und kaufen sich ein nettes Hotel garni. Die Aufgabe ist leichter und der Ertrag besser.“ Wahrscheinlich hatte er recht, aber unsere Aufgabe ist wesentlich interessanter und man hat das gute Gefühl, mit dem Erhalt eines Kulturguts auch etwas für die Gesellschaft und die nachkommenden Generationen zu tun.

Sooneck war in den letzten Jahren ja eher im Dornröschenschlaf und 2020 komplett geschlossen. Wie willst du die Burg wieder aufwecken?

Eigentlich müsstest du dazu meine Frau fragen. Sie ist die Pächterin und ich muss ihren Anweisungen folgen. Spaß beiseite. Die Burg musste leider aufgrund der Corona- Pandemie im letzten Jahr geschlossen bleiben und konnte auch keinen Burgenblogger mehr beherbergen. Das wird in diesem Jahr hoffentlich alles wieder möglich sein. Burg Sooneck bleibt natürlich weiter im Eigentum des Landes Rheinland-Pfalz und mit der Generaldirektion Kulturelles Erbe haben wir einen tollen Partner an unserer Seite. Wir möchten auf Sooneck neue Ideen entwickeln und umsetzen, ein Schwerpunkt werden Angebote für Kinder sein. Der Rundgang durch die Räumlichkeiten und die Geschichte der Burg werden den kleinen Entdeckern in Form einer Schatzsuche vermittelt, am Ende erwartet sie dann eine Belohnung aus der Schatzkiste. Unsere kleinen Besucher können auch ihren Kindergeburtstag auf der Burg feiern. Wir planen die Wiedereröffnung zum 1. Mai und werden auf der Website burg-sooneck.com in den nächsten Wochen mehr dazu verraten.

Warum sollten Menschen zweimal eine Hecher-geführte Rheinburg besuchen? Nimmt Burg Sooneck nicht Kundschaft von Burg Rheinstein weg?

Weil es bei uns einfach schön ist! Wir sehen hier keine Konkurrenz, sondern die Möglichkeit durch zufriedene Gäste auf der jeweiligen Burg für die andere zu werben. Dazu wird es auch ein sehr attraktives Kombiticket geben. Unsere Erfahrungen auf Rheinstein können wir dabei auch auf Sooneck nutzen. Als Burgfamilie, die auf ihrer eigenen Burg lebt und arbeitet, damit die Burg erhält und ihren Lebensunterhalt erwirtschaftet, sind wir besonders gefordert. Ich glaube, damit sind wir einzigartig im Mittelrheintal, denn fast alle anderen Burgen sind im Besitz des Landes oder von Stiftungen oder großen Unternehmen. Diese Burgen haben meist mehr finanzielle Möglichkeiten als wir. Mit dem zweiten Betrieb können wir unsere Wirtschaftlichkeit und damit auch den Erhalt der Rheinstein sichern.

Worauf freust du dich ganz besonders in diesem Jahr?

Viel Arbeit und am Ende unserer Saison auf einen schönen Urlaub mit meiner Familie.

Marie-Luise-Krompholz hat während der Pandemie noch weitere Macherinnen und Macher am Mittelrhein interviewt. Bisher erschienen:

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Bauplätze in Kaub und Trassen-Träume in Braubach

Bauen im Mittlerheintal ist ein Kapitel für sich. Die meisten Orte am Ufer haben Mühe, sich auszubreiten. Vieles scheitert an der Geografie oder am Landschaftsschutz; dann bleibt nur noch der Weg eine Etage höher. Kommunen wie Bacharach oder St. Goar verfügen über gleich mehrere eigene Stadteile auf den Höhen, das lindert den Bevölkerungsschwund ein bisschen. In St. Goarshausen oder Kaub ist es schwieriger. Kaub besteht fast nur aus Kernstadt, die Einwohnerzahl ist darum nur noch dreistellig. Was kaum jemand weiß: Auch in Kaub gibt es ein Neubaugebiet – es nutzt nur fast niemand. Im steilen Volkenbachtal sind laut „RZ“ auch Jahre nach der Erschließung erst 2 von 18 Grundstücken bebaut. Jetzt sollen Werbetafeln auf die Möglichkeit zum eigenen Stückchen Mittelrheintal hinweisen. Den Quadratmeter gibt es für günstige 54 Euro. Rhein-Zeitung

Auch Kaub könnte neue Hotels vertragen. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Henry Tornow

Blick auf Kaub. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Henry Tornow

Trassen-Träume in Braubach

Neben der Mittelrheinbrücke und dem Hoteldorf auf der Loreley gibt es noch weiteren potenziellen Unesco-Sprengstoff: Die geplante Umgehungsstraße bei Braubach. Wobei es „geplant“ nicht ganz trifft, „gewünscht“ würde die Realität besser beschreiben. Ein Verwaltungsakt des Rhein-Lahn-Kreises macht das Projekt noch komplizierter als es ohnehin schon ist. Demnach muss die Stadt Braubach die Bebauung eines Grundstücks akzeptieren, das sie eigentlich für die Umgehungsstraße reservieren wollte. Rhein-Zeitung

Frieden auf dem Leinpfad

Auf den Leinpfad schufteten früher Zugtiere, um Schiffe gegen die Strömung flussaufwärts zu schleppen. Heute steht der Name fast immer für Top-Lage und schöne Aussicht. In Hamburg ist der Leinpfad an der Alster eine der teuersten Wohnstraßen Norddeutschlands und am Mittelrhein eine der besten Möglichkeiten, am Ufer zu promenieren. Weil das immer mehr Spaziergänger und Radler genauso sehen, gab es im Sommer bei Niederheimbach schon jede Menge Gedränge und manchmal auch Ärger. Im kommenden Jahr sollen Schilder klar machen, wer auf dem Leinpfad Vorrang hat – es sind nicht die rasenden Radfahrer. Allgemeine Zeitung

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