Die Heimburg über Niederheimbach hat einen schillernden neuen Eigentümer. Die Binger „AZ“ beschreibt Käufer Alexander Dragilev als „israelischen Multimillionär mit ukrainischen Wurzeln.“ Er selbst bezeichnet sich als „jüdischen Schriftsteller und Übersetzer.“ Dragilev widmet sich nach einer internationalen Unternehmerkarriere spirituellen Lehren aus Indien; er gilt als Freund der Hare-Krishna-Bewegung. 2020 hatte er versucht, die Burgen Treis und Wildburg an der Mosel zu kaufen. Der Vertrag über knapp 1,7 Millionen Euro war schon unterschrieben, dann stellte sich die Ortsgemeinde quer und nutzte ihr Vorkaufsrecht. Bürgermeister und Gemeinderat befürchteten laut regionalem Anzeigenblatt „Wochenspiegel“ einen Treffpunkt für Esoteriker; selbst die „Bild“-Zeitung berichtete über den „Sekten-Alarm“ an der Mosel.  Zuvor hatte Dragilev ein Meditationszentrum auf Burg Mockmühl bei Heilbron finanziert. Ein Redakteur der „Stuttgarter Zeitung“ traf ihn dort und notierte damals: „Rosa Gewand, stabile Ringe als Ohrschmuck, eine Rolex GMT Master II aus 18 Karat Gelbgold.“ In Niederheimbach ist man auf den Neubürger gespannt. Gesehen und gesprochen hat ihn noch niemand. Nach „AZ“-Recherchen kaufte Dragilev die Heimburg schon vor einem Jahr von der Familie Bachmann-Thurn, die die Immobilie seit 1987 besessen und viel investiert hatte. Die Heimburg in Niederheimbach. Foto: Alexander Hoernigk / Wikipedia / Creative Commons.

Die Heimburg in Niederheimbach. Foto: Alexander Hoernigk / Wikipedia / Creative Commons

Gelangweilt haben sich die Niederheimbacher mit der Burg und ihren Bewohnern selten. In der Kaiserzeit und während der Weimarer Republik galt die Heimburg als Refugium für Wirtschaftsbosse.  Die Hausherren waren nacheinander Robert Müser, Chef des Ruhr-Konzerns Harpener Bergbau AG, und der noch reichere Großindustrielle Hugo Stinnes. Allerdings kam auch schlechte Gesellschaft auf die Burg: Aus der der Nazi-Zeit ist mindestens ein Besuch von Hermann Göring überliefert. Allgemeine Zeitung (€), Wochenspiegel (Interview mit Dragliv 2020), Wochenspiegel (über den gescheiterten Kauf in Treis, 2020), Bild-Zeitung („Sekten-Alarm“,2020),  Stuttgarter Zeitung (Treffen mit Dragilev, 2015)

Vorteil Klein

Am kommenden Sonntag entscheidet sich, wer Landrat im Rhein-Hunsrück-Kreis wird. Zur (Stich-)Wahl stehen CDU-Mann Christian Klein und der unabhängige Kandidat Volker Boch, der von SPD und Grünen unterstützt wird. Die im ersten Wahlgang ausgeschiedene Oberweselerin Rita Lanius-Heck hat mittlerweile eine Wahlempfehlung abgegeben: Sie will Klein unterstützen und unter ihm Erste Beigeordnete im Kreis bleiben. Damit sind die Reihen in der CDU wieder geschlossen., Lanius-Heck ist Parteimitglied, hatte aber auf eigene Faust kandidiert. Rhein-Zeitung (€)

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