Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

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Zu viel Land in dieser Zeit: Eine Kirche muss sparen

Wenn es um kirchliche Einsparungen und Zwangs-Fusionen geht, sorgen vor allem katholischen Bistümer für Schlagzeilen. Besonders heftig ging der Bischof von Trier ans Werk. Seine Pläne u. a. für die das linke Rheinufer waren selbst dem Vatikan zu radikal. Allerdings ist auch die evangelische Kirche kein Ponyhof. Hier könnte es vor allem auf der rechten Rheinseite und in Teilen Bingens Ärger geben. Das Gebiet gehört nach der schwer zu verstehenden Mittelrhein-Logik nicht zur Evangelischen Kirche im Rheinland, sondern zur Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Weil sich die Grenzen noch am Wiener Kongress von 1815 orientieren, führt das zu der bizarren Situation, dass die Binger Innenstadt dazugehört, Bingerbrück aber nicht. Dafür ist das komplette rechte Rheinufer bis kurz vor Koblenz „Hessen und Nassau“, obwohl die Gemeinden dort zwei unterschiedlichen Bundesländern angehören. Laut „RZ“ plant die evangelische Landeskirche mit Hauptsitz in Darmstadt, größere Teile ihres Immobilienbesitzes zu verkaufen. Der Unterhalt der Gebäude sei zu teuer, Kirchen sollen aber nur in Ausnahmefällen abgegeben werden, heißt es. Die Sparpläne waren gerade Themen auf der Synode, dem Parlament der Landeskirche. Im Vergleich zur linken Rheinseite, wo die Evangelische Kirche im Rheinland schon vor Jahren Pfarreien zusammengelegt und Gebäude abgestoßen hat, gibt es rechtsrheinisch noch zahlreiche kleine Dorfpfarreien, wenn auch nicht mehr durchgängig mit eigenem Personal. Allein in der Verbandsgemeinde Loreley listet die Website der Landeskirche 11 eigenständige „Pfarrämter“ auf: Bornich, Braubach, Dachsenhausen, Kaub, Niederlahnstein, Nochern, Oberlahnstein, Patersberg, Reichenberg, St. Goarshausen und Weisel. Zum Vergleich: Zwischen Koblenz und Bingerbrück gibt es nur noch 3: Bacharach (Viertäler), St. Goar und Boppard. Rhein-Zeitung, Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (mit Video, Debatte)

Blick auf St. Goarshausen. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Dominik Ketz

Blick auf St. Goarshausen. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Dominik Ketz

Sekt statt Selters in Bingen

In seinen Glanzzeiten besaß das Sekthaus Graeger eigene Weinberge, eine Filiale in London, ein Chateau in Frankreich und sogar eine eigene Kistenfabrik. 120 Jahre später ist alles mehrere Nummern kleiner, aber vielleicht kommt Inhaber Jens Valerius gerade deshalb gut aus der Krise. Corona kostete der Binger Sektmarke zwar den Umsatz zahlreicher Straßenfeste und anderer Events, dafür florierten das Supermarktgeschäft und der Verkauf übers Internet. „AZ“-Redakteurin Christine Tscherner hat mit Valerius gesprochen. Sein Vater hatte das Unternehmen Ende der 90er Jahre übernommen. Allgemeine Zeitung

Werbung: Nächste Mittwoch geht’s los

Die Löhnberger Mühle in Lahnstein war einmal die größte Getreidemühle Deutschlands. In den kommenden Jahren wird der industrielle Prachtbau aus der Kaiserzeit zur Wohnanlage am Wasser umgebaut. Wer vorher noch einmal für 6 Euro rein will: Eine bessere Gelegenheit kommt nicht wieder. Nächste Woche ist die Löhnberger Mühle Mittelpunkt des Mittelrhein-Lichtfestivals „Rheinleuchten“. Am 22. September geht’s los. Die Tickets gibt es ausschließlich im Online-Vorverkauf, und zwar hier: Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal

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Die Risiken am Rheinsteig und ein Wohnzimmer für Urbar

Wie sicher ist der Rheinsteig? Nach einem tödlichen Unfall bei Leutesdorf hat die „RZ“ in der Verbandsgemeinde Loreley recherchiert. 2019 gab es noch keine besonderen Vorkommnisse, aber die Feuerwehren sind jederzeit auf alles gefasst. Wenn es ganz  schwierig wird, muss die Höhenrettung aus Boppard ran. „Der Rheinsteig ist sicher“, sagt  VG-Feuerwehrchef Jörg Preißmann. Allerdings gibt es einige schwierige Stellen, vor allem am Klettersteig Rabenack bei Nochern. Auch die sogenannte „Königsetappe“ von Dörscheid nach St. Goarshausen ist kein Spaziergang. Hier kam im April 2006 der damalige Pressesprecher des Bistums Limburg zu Tode. Seitdem ist zum Glück nichts Vergleichbares passiert. 2018 rettete die Feuerwehr einen Frankfurter Selfie-Knippser aus der Steilwand der Loreley. Rhein-Zeitung, Mittelrheingold (Rettungsaktion 2018)

Rheinsteig bei St. Goarshausen. Foto: Henry Tornow / Romantischer Rhein Tourismus

Urbar baut sich ein Wohnzimmer

Der linksrheinische Höhenort Urbar ist eine Klasse für sich. Er schaffte es als einziger am Mittelrhein, die Gebietsreform der 70er Jahre rückgängig zu machen, und holte sich 1999 die Eigenständigkeit von der Stadt Oberwesel zurück. Ab sofort haben die rund 720 Urbarer auch noch das modernste Dorfgemeinschaftshaus weit und breit. Der Bau des Oberweseler Architekten Hubertus Jäckel kostete rund 1,5 Millionen Euro. Urbar schulterte den Eigenanteil mit vielen ehrenamtlichen Helfern und dem Verkauf von Gemeindewald. Am Wochenende ist Einweihungsparty. Rhein-Zeitung

Ein Geschwisterchen für den Gelben Hof

Der Bacharacher Hotelier Vladimir Hein hat im hessischen Weilburg ein weiteres Gästehaus eröffnet, das „Hotel Lahnblick“. In Bacharach betreibt er bereits den „Gelben Hof“. mittelhessen.de

Neues von Burg Schneckenstein

Bei der Bundesgartenschau in 10 Jahren werden die Burggärten eine wesentliche Rolle spielen. Im Bugablog ist dazu eine Liste der historischen Besonderheiten erschienenen. So gab es auf Burg Rheinfels einen „Schneckengarten“ für die herrschaftliche Küche. Der Artikel lohnt sich allein schon wegen der Fotos von Herbert Piel. buga2029.blog

Die Burggärten und ihre Besonderheiten

Mittelrheiner des Tages: Carl Woog

Der Vorsitzende des Heimatvereins Bingerbrück hat „Gegen das Vergessen“ auf den Weg gebracht, ein Sonderheft über die Zerstörung Bingerbrücks im Zweiten Weltkrieg. Anlass ist der 75. Jahrestag des ersten alliierten Bombenangriffs am 29. September. An diesem Tag startet auch eine Ausstellung zum Thema im „Stellwerk Mensch Natur Technik“. Das Geschichtsheft erscheint in einer Auflage von 1000 Exemplaren. Dort geht es auch um die Deportation und Ermordung der Bingerbrücker Juden. Woog ist Gründungsmitglied des Arbeitskreises Jüdisches Bingen. bingerbrueck.com (Website des Heimatvereins)Allgemeine Zeitung

Zahl des Tages

27.397 Mal ist die Website von Mittelrheingold im August aufgerufen worden. Das ist ein neuer Rekord und mehr als doppelt so viel wie im Jahr zuvor.

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Termine des Tages

Bingen – Winzerfest – 31. August – 9. September. bingen.de

Bingen – „Spätschicht“ / Musik in der Alten Wache – 5. September, 19 Uhr 30. bingen.de

Oberwesel – „Dankeschön-Tag“ bei Schreib- und Spielwaren Hermann / Feier zum 120. Firmengeburtstag – 5. September, ab 10 Uhr. hermann-oberwesel.de

Foto des Tages

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„Thedorsch, das war ein Lebensgefühl“

Das Wirtshaussterben auf dem Land ist kein neues Phänomen. Im reichen Oberbayern schließen die alten Dorfkneipen ebenso wie am Mittelrhein. Am Jahresende war es in Nochern über St. Goarshausen so weit. Dort machte das „Gasthaus Erholung“ dicht,  das für Generationen von Einheimischen immer nur „Thedorsch“ hieß. Die Wirtsleute Elke und Ernst-Günter Lauck haben sich zur Ruhe gesetzt. Mit ihnen verliert das 500-Seelen-Dorf sein kollektives Wohnzimmer. Matthias Pflugradt, Medienprofi, Pfarrerssohn, Bestatter, Loreley-Rebell und eventuell ab Mai Kommunalpolitiker in St. Goarshausen, ist mit dem „Thedorsch“ aufgewachsen. Auf seiner neuen Facebook-Seite „Mittelrheingenuss“ hat er einen lesenswerten Nachruf veröffentlicht („Thedorsch, das war ein Lebensgefühl“). Facebook, Mittelrheingold (7 Fragen an Matthias Pflugradt, Dezember 2018)

Elke Günter war die Chefin im "Thedorsch". Foto: Jörg Nocher / Mittelrheingenuss

Elke Lauck war die Chefin im „Thedorsch“. Foto: Jörg Nocher / Mittelrheingenuss

Eine Ärztin in Rüdesheim

Das Rüdesheimer St. Josefs-Hospital gehört zwar nicht zu den größten Kliniken im Land, aber dort arbeitet eine der wichtigsten Medizinerinnen Hessens: Susanne Johna, Internistin und Oberärztin für Krankenhaushygiene, ist zugleich Landesvorsitzende der Ärztegewerkschaft „Marburger Bund“ und Vorstandsmitglied der Bundesärztekammer.  Die „FAZ“ hat Johna gerade interviewt. Dort spricht sich die gebürtige Duisburgerin u. a. für eine Neuordnung der Notfallversorgung aus. Um die Existenz ihres eigenen Krankenhauses macht sie sich übrigens keine Sorgen:  „Es wird gebraucht, es liegt im ländlichen Raum, das nächste Krankenhaus ist mehr als 30 Minuten Fahrzeit entfernt. Es wird zudem von der Bevölkerung sehr gut angenommen.“ FAZ

Peter Unkel läuft sich warm

Der Bürgermeister von Emmelshausen hat den Neujahrsempfang seiner Verbandsgemeinde zum Blick in die Zukunft und für Werbung in eigener Sache genutzt. Nach der Fusion mit St. Goar-Oberwesel soll etwa das Ferienprogramm der VG Emmelshausen auf die gesamte VG „Hunsrück-Mittelrhein“ ausgedehnt werden. Unkel will sich im Mai zum Bürgermeister der neuen Verbandsgemeinde wählen lassen, die am 1. Januar 2020 offiziell gegründet wird. Sein Oberweseler Kollege Thomas Bungert tritt nicht an. Rhein-Zeitung

Wie man Reben schneidet …

…. kann man am 26. Januar auf der rechten Rheinseite in Hessen lernen. Das Weinbau-Dezernat des Regierungspräsidiums Darmstadt bietet einen mehrstündigen Kurs mit Theorie und Praxis in Eltville an. Weinbauberater Berthold Fuchs geht mit Hobby-Winzern und Gartenbesitzern ins Gelände. Wetterfeste Kleidung, trittsichere Schuhe und natürlich eine Reb- oder Gartenschere sind Voraussetzungen. Die Teilnahme kostet 15 Euro.  Wiesbadener Kurier

Mittelrheiner des Tages: Michael Lange und Hermann Geißler

Die beiden Lahnsteiner nehmen heute am „kältesten Marathonlauf der Welt“ im sibirischen Omsk teil. Laut „RZ“ dauerte die Anreise mit der transsibirischen Eisenbahn 27 Stunden. Rund 500 Läufer haben sich angemeldet. Für sibirische Verhältnisse ist es mit minus 11 Grad eher mild. 2001 wurden minus 40 Grad gemessen. Rhein-Zeitung

Zahl des Tages

1 Minute dauert das kurze aber sehenswerte Video mit dem Burgenblogger 2018, Christoph Bröder. SWR

 

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Wie ist es eigentlich, auf einer Burg zu leben? Diese Frage kann Christoph (30) nach seiner Amtszeit als Burgenblogger (@burgenblogger) nun beantworten. Sechs Monate durfte er im Rahmen des Projektes den Burgalltag am eigenen Leib erfahren und auf der Burg Sooneck wohnen. Weil es dort keine Heizung gibt, ist er für die letzten (Winter-) Wochen nach Koblenz gezogen. Hier lebt er in einer Wohnung, die zur Festung Ehrenbreitstein gehört. Als Burgenblogger sucht und erzählt Christoph Geschichten aus der Region, die er auf seinem Blog veröffentlicht. „Es gibt 40 Burgen zwischen Bingen und Lahnstein, also mehr als genug Ausgangsmaterial für einen Burgenblogger.“ Alle hat er sich nicht anschauen können, dafür gab es zu viele spannende Ziele und Menschen in der Region. Ganz nebenbei hat er dadurch auch noch seine alte Heimat neu für sich entdeckt. . . . #SWR #SWRheimat #rheinlandpfalz #pfalz #burgenblogger #mittelrheintal #mittelrhein #rhein #unescoweltkulturerbe #oberesmittelrheintal #ausflug #unterwegs #weltkulturerbe #igersrhein #igersgermany #middlerhinevalley #germanroamers #burgenbröder #rlperleben #rheinlandpfalz #burgsooneck #rheinzeitung #niederheimbach #burg #blogger #koblenz #ehrenbreitstein #journalism #geschichte #unimainz @rheinzeitung @landrheinlandpfalz @unimainz

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Termin und Tipp des Tages

Montag in Boppard – „Arthur & Claire“ / Kino in der Stadthalle – 7. Januar, 20 Uhr. boppard.de

(Persönliche Anmerkung: Der Film ist großartig).

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