Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Schlagwort: Dachsenhausen Seite 1 von 2

Die Orte fürs Miteinander

Man muss am Mittelrhein nicht immer die ganz großen Dinger drehen. Fördermittel gibt es auch für kleinere Projekte. Die beim Zweckverband Welterbe angedockte „Lokale Aktionsgruppe“ (LAG) hat für 14 Initiaven fast 100.000 Euro lockergemacht. Fast ein Drittel des Budgets fließt nach Oberwesel und Umgebung: An die katholische Kirchengemeinde (Lautsprecheranlage für die Liebfrauenkirche), an die Realschule Plus (Stele der Freundschaft / Kunstprojekt mit der Partnerschule in Ruanda), an die Verbandsgemeinde Hunsrück-Mittelrhein (3 Meter hohes Buga-Logo im Skulpturenpark Urbar) und last but not least in das Innenstadt-Projekt von Christian Büning und Marcel D’Avis. Die beiden Kreativen wollen in einem ehemaligen Laden einen Gemeinschaftsraum mit Küche einrichten, der für Weinproben, Spieleabende oder kleine Feiern gemietet werden kann. In Berlin würde man es  „Pop-up-Bar“ nennen. Orte fürs Miteinander sind am Mittelrhein ohnehin das große Thema. So soll im Höhenort Reichenberg mit „LAG“-Geld ein Open-Air-Treffpunkt und Rastplatz für Einheimische und Wanderer entstehen, Spay bekommt ein Sonnensegel für den Lambertuspark und Dachsenhausen gestaltet einen Mehrgenerationenraum im Ortskern. Die LAG übernimmt immer nur einen Teil der Kosten und erwartet bis zu 55 Prozent Eigenleistung. Gefördert werden Projekte, die das Tal attraktiver machen, Menschen vernetzen und den Welterbe-Gedanken fördern. Zweckverband Welterbe

Abendsonne in Oberwesel. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Henry Tornow

Abendsonne in Oberwesel. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Henry Tornow

Alarm am Mäuseturm

Am Binger Loch ist am Donnerstagmittag ein Überbleibsel aus dem 2. Weltkrieg gesprengt worden. Kampfmittelexperte Thomas Guindeuil musste ran, weil bei Baggerarbeiten im Rhein ein so genanntes Nebelfass gefunden worden war. Die Chemie-Dosen wurden von der Wehrmacht genutzt, um Stellungen zu tarnen. Bei der Entsorgung verlief alles nach Plan. Laut SWR gab es nur eine kleine Detonation unter Wasser. Der komplette Verkehr rund um das Binger Loch – Strom, Schiene und Straße – stand während des Einsatzes still. SWR

Foto des Tages

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von (@sir_pxalot)

Jetzt den Mittelrheingold-Newsletter abonnieren

Mittelrheingold Auslese: Jeden Freitag die wichtigsten Mittelrhein-Themen auf einen Blick. Hier geht’s zum kostenlosen Abo

Der Mittelrhein-Minister

Bundesverkehrsminister sind so etwas wie die B-Promis der Bundesregierung. Man kennt ihre Namen (was man nicht immer von allen Kabinettsmitgliedern behaupten kann), trotzdem machen klassische Ressorts wie Auswärtiges, Inneres oder Verteidigung mehr her. Nicht so im Oberen Mittelrheintal. Hier ist der Bundesverkehrsminister der wichtigste Minister von allen und fast noch wichtiger als der Bundeskanzler. Das liegt daran, dass der Verkehrsminister vom fernen Berlin aus 3 wesentliche Infrastrukturen im Tal kontrolliert: Die Bahn, die Bundesstraßen und die Bundeswasserstraße, also den Rhein selbst. In den vergangenen 12 Jahren war das Amt in den Händen der CSU. Die Minister Ramsauer (2009-2013), Dobrindt (2013-2017) und Scheuer (2018-2021) bemühten sich redlich. Vor allem, wenn es um Bayern ging. In der neuen Bundesregierung könnten sich die Prioritäten ändern. Wie es aussieht, kommt ein Minister ans Ruder, der die Probleme im Tal sehr gut kennt: FDP-Mann Volker Wissing war bis zum Frühjahr rheinland-pfälzischer Minister für Wirtschaft, Verkehr und Landwirtschaft. Er hat den Bau der Mittelrheinbrücke gefordert, Lärmschutz zur „Chefsache“ erklärt und für die Rheinvertiefung geworben.

Volker Wissing soll Verkehrsminister werden. Foto: FDP

Volker Wissing soll Verkehrsminister werden. Foto: FDP

Mit dem Minister wechseln auch die Parlamentarischen Staatssekretäre. Das bedeutet das Aus für den umstrittenen Staatssekretär und „Beauftragten der Bundesregierung für den Schienenverkehr“ Enak Ferlemann. Der CDU-Mann brachte Anfang 2019 das halbe Mittelrheintal in Rage, weil er eine Ersatztrasse für Güterzüge für unnötig erklärte. Der Verkehr müsse sich erst verzehnfachen, damit sich das Projekt lohne, erklärte er zum Entsetzen der Anwohner. Bei der Bundestagswahl im September verlor Ferlemann seinen niedersächsischen Wahlkreis, er rettete sich über die Landesliste zurück ins Parlament.  Frankfurter Rundschau (Wissing), Mittelrheingold (Ferlemann, Februar 2019)

Zwischen Technik und Trauer

Am Rand des Welterbe-Gebiets gibt es einen Marktführer, den man trotz seines jovialen Chefs lieber spät als früh kennenlernen möchte. Das private „Rhein-Taunus-Krematorium“ in Dachsenhausen (VG Loreley) ist das größte in Deutschland. Der SWR war vor Ort und zeigt einen Betrieb – O-Ton – „zwischen Technik und Trauer“. Gründer Karl-Heinz Könsgen – Typ rheinischer Handwerksmeister – kennt bei dem heiklen Thema weder Berührungsängste noch falschen Pathos. Er bietet Tage der offenen Tür an und erklärt auf dem benachbarten Friedhof, wo er selbst einmal beerdigt werden will: Natürlich mit Blick auf seinen Betrieb. SWR (Video)

Foto des Tages

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Hotel Café Herrmanns Mühle (@herrmannsmuehle)

Mittelrheingold Auslese: Hier gibt’s den Newsletter

Jeden Freitag die wichtigsten Mittelrhein-Themen auf einen Blick. Hier geht’s zum kostenlosen Abo

Zu viel Land in dieser Zeit: Eine Kirche muss sparen

Wenn es um kirchliche Einsparungen und Zwangs-Fusionen geht, sorgen vor allem katholischen Bistümer für Schlagzeilen. Besonders heftig ging der Bischof von Trier ans Werk. Seine Pläne u. a. für die das linke Rheinufer waren selbst dem Vatikan zu radikal. Allerdings ist auch die evangelische Kirche kein Ponyhof. Hier könnte es vor allem auf der rechten Rheinseite und in Teilen Bingens Ärger geben. Das Gebiet gehört nach der schwer zu verstehenden Mittelrhein-Logik nicht zur Evangelischen Kirche im Rheinland, sondern zur Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Weil sich die Grenzen noch am Wiener Kongress von 1815 orientieren, führt das zu der bizarren Situation, dass die Binger Innenstadt dazugehört, Bingerbrück aber nicht. Dafür ist das komplette rechte Rheinufer bis kurz vor Koblenz „Hessen und Nassau“, obwohl die Gemeinden dort zwei unterschiedlichen Bundesländern angehören. Laut „RZ“ plant die evangelische Landeskirche mit Hauptsitz in Darmstadt, größere Teile ihres Immobilienbesitzes zu verkaufen. Der Unterhalt der Gebäude sei zu teuer, Kirchen sollen aber nur in Ausnahmefällen abgegeben werden, heißt es. Die Sparpläne waren gerade Themen auf der Synode, dem Parlament der Landeskirche. Im Vergleich zur linken Rheinseite, wo die Evangelische Kirche im Rheinland schon vor Jahren Pfarreien zusammengelegt und Gebäude abgestoßen hat, gibt es rechtsrheinisch noch zahlreiche kleine Dorfpfarreien, wenn auch nicht mehr durchgängig mit eigenem Personal. Allein in der Verbandsgemeinde Loreley listet die Website der Landeskirche 11 eigenständige „Pfarrämter“ auf: Bornich, Braubach, Dachsenhausen, Kaub, Niederlahnstein, Nochern, Oberlahnstein, Patersberg, Reichenberg, St. Goarshausen und Weisel. Zum Vergleich: Zwischen Koblenz und Bingerbrück gibt es nur noch 3: Bacharach (Viertäler), St. Goar und Boppard. Rhein-Zeitung, Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (mit Video, Debatte)

Blick auf St. Goarshausen. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Dominik Ketz

Blick auf St. Goarshausen. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Dominik Ketz

Sekt statt Selters in Bingen

In seinen Glanzzeiten besaß das Sekthaus Graeger eigene Weinberge, eine Filiale in London, ein Chateau in Frankreich und sogar eine eigene Kistenfabrik. 120 Jahre später ist alles mehrere Nummern kleiner, aber vielleicht kommt Inhaber Jens Valerius gerade deshalb gut aus der Krise. Corona kostete der Binger Sektmarke zwar den Umsatz zahlreicher Straßenfeste und anderer Events, dafür florierten das Supermarktgeschäft und der Verkauf übers Internet. „AZ“-Redakteurin Christine Tscherner hat mit Valerius gesprochen. Sein Vater hatte das Unternehmen Ende der 90er Jahre übernommen. Allgemeine Zeitung

Werbung: Nächste Mittwoch geht’s los

Die Löhnberger Mühle in Lahnstein war einmal die größte Getreidemühle Deutschlands. In den kommenden Jahren wird der industrielle Prachtbau aus der Kaiserzeit zur Wohnanlage am Wasser umgebaut. Wer vorher noch einmal für 6 Euro rein will: Eine bessere Gelegenheit kommt nicht wieder. Nächste Woche ist die Löhnberger Mühle Mittelpunkt des Mittelrhein-Lichtfestivals „Rheinleuchten“. Am 22. September geht’s los. Die Tickets gibt es ausschließlich im Online-Vorverkauf, und zwar hier: Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal

Foto des Tages

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von inspirations.food.family (@homekitchenmarley)

Freitags kommt Mittelrheingold per Mail

Der wöchentliche Newsletter bringt die wichtigsten Mittelrhein-Themen auf einen Blick. Hier geht’s zum kostenlosen Abo

Seite 1 von 2

Präsentiert von WordPress & Theme erstellt von Anders Norén

%d Bloggern gefällt das: