Frank Zimmer

Der Mittelrhein-Minister

Bundesverkehrsminister sind so etwas wie die B-Promis der Bundesregierung. Man kennt ihre Namen (was man nicht immer von allen Kabinettsmitgliedern behaupten kann), trotzdem machen klassische Ressorts wie Auswärtiges, Inneres oder Verteidigung mehr her. Nicht so im Oberen Mittelrheintal. Hier ist der Bundesverkehrsminister der wichtigste Minister von allen und fast noch wichtiger als der Bundeskanzler. Das liegt daran, dass der Verkehrsminister vom fernen Berlin aus 3 wesentliche Infrastrukturen im Tal kontrolliert: Die Bahn, die Bundesstraßen und die Bundeswasserstraße, also den Rhein selbst. In den vergangenen 12 Jahren war das Amt in den Händen der CSU. Die Minister Ramsauer (2009-2013), Dobrindt (2013-2017) und Scheuer (2018-2021) bemühten sich redlich. Vor allem, wenn es um Bayern ging. In der neuen Bundesregierung könnten sich die Prioritäten ändern. Wie es aussieht, kommt ein Minister ans Ruder, der die Probleme im Tal sehr gut kennt: FDP-Mann Volker Wissing war bis zum Frühjahr rheinland-pfälzischer Minister für Wirtschaft, Verkehr und Landwirtschaft. Er hat den Bau der Mittelrheinbrücke gefordert, Lärmschutz zur „Chefsache“ erklärt und für die Rheinvertiefung geworben.

Volker Wissing soll Verkehrsminister werden. Foto: FDP
Volker Wissing soll Verkehrsminister werden. Foto: FDP

Mit dem Minister wechseln auch die Parlamentarischen Staatssekretäre. Das bedeutet das Aus für den umstrittenen Staatssekretär und „Beauftragten der Bundesregierung für den Schienenverkehr“ Enak Ferlemann. Der CDU-Mann brachte Anfang 2019 das halbe Mittelrheintal in Rage, weil er eine Ersatztrasse für Güterzüge für unnötig erklärte. Der Verkehr müsse sich erst verzehnfachen, damit sich das Projekt lohne, erklärte er zum Entsetzen der Anwohner. Bei der Bundestagswahl im September verlor Ferlemann seinen niedersächsischen Wahlkreis, er rettete sich über die Landesliste zurück ins Parlament.  Frankfurter Rundschau (Wissing), Mittelrheingold (Ferlemann, Februar 2019)

Zwischen Technik und Trauer

Am Rand des Welterbe-Gebiets gibt es einen Marktführer, den man trotz seines jovialen Chefs lieber spät als früh kennenlernen möchte. Das private „Rhein-Taunus-Krematorium“ in Dachsenhausen (VG Loreley) ist das größte in Deutschland. Der SWR war vor Ort und zeigt einen Betrieb – O-Ton – „zwischen Technik und Trauer“. Gründer Karl-Heinz Könsgen – Typ rheinischer Handwerksmeister – kennt bei dem heiklen Thema weder Berührungsängste noch falschen Pathos. Er bietet Tage der offenen Tür an und erklärt auf dem benachbarten Friedhof, wo er selbst einmal beerdigt werden will: Natürlich mit Blick auf seinen Betrieb. SWR (Video)

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