Mittelrheingold

Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Ein Staatssekretär auf dem falschen Gleis und eine halbe Mio für ein Museum

Mittelrheiner gelten als offen, heiter und freundlich, aber der Niedersachse Enak Ferlemann sollte sich trotzdem überlegen, ob er momentan einen Besuch im Tal riskiert. Ferlemann ist CDU-Bundestagsabgeordneter, Parlamentarischer Staatssekretär im Verkehrsministerium  und „Beauftragter der Bundesregierung für den Schienenverkehr“.  Seine Aussage, dass sich der Bahnverkehr im Tal verzehnfachen müsse, damit sich eine Alternativtrasse lohne, bringt die Region in Rage. Laut „Wiesbadener Kurier“ gibt es auch beim Thema Bahnübergang in Rüdesheim Zweifel an Ferlemanns Kompetenz. Bei einer Fragestunde im Bundestag erweckte er in der vergangenen Woche den Eindruck der Ahnungslosigkeit: Er hielt die bundesweit nahezu einmalige Schienenführung über eine Bundesstraße (!) für ein kommunales Problem, in das sich der Bund nicht einmische. Der linksrheinische CDU-Abgeordnete Peter Bleser glaubt bei Ferlemanns Berechnungen an ein „Missverständnis“. Wiesbadener Kurier, Rhein-Zeitung (Bleser), rtl.de (dpa-Artikel), enak-ferlemann.de (Website von Enak Ferlemann, mit Kontaktmöglichkeit)

Bahntrasse bei Bacharach. Foto: Frank Zimmer

Bahntrasse bei Bacharach. Foto: Frank Zimmer

Eine halbe Mi0 für das Museum am Strom

Erich Michael Lang von der Binger „AZ“ hat den städtischen Haushaltsplan durchforstet und listet auf, was für das „Museum am Strom“ getan wird. Demnach fließen über 500.000 Euro in Sanierungsarbeiten und Beleuchtung. Die größte Kostbarkeit des Museums ist ein Ärztebesteck aus der Römerzeit, das selbst moderne Mediziner fasziniert. Allgemeine Zeitung, bingen.de (Website des Museums)

Ein Angebot für Boppard

Nach der SPD und der Wählergemeinschaft „Bürger für Boppard“ hat auch die CDU ihre Liste für die Kommunalwahl im Mai vorgestellt. Mit dabei sind u. a. Ex-Bürgermeisterkandidat Wolfgang Spitz, Bellevue-Hotelier Marek Gawel und Nachwuchshoffnung Philipp Loringhoven, an dessen Frühstückstisch vermutlich intensiv diskutiert wird – Philipps Frau Julia kandidiert nämlich für „Bürger für Boppard“.  Rhein-Zeitung, cdu-boppard.de

Mittelrheiner des Tages: Martin Bredenbeck

Der Geschäftsführer des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz will das Burgengärten-Projekt zur Buga unterstützen und tauscht sich mit dem zuständigen Wiesbadener Landschaftsbüro aus. Dort hatte es bei den Recherchen zur Studie „Inwertsetzung der Burggärten im Welterbe Oberes Mittelrheintal“ offenbar ein Missverständnis gegeben: Der Verein und die Jugendherbergsverwaltung auf Burg Stahleck seien „trotz versuchter Kontaktaufnahme“ nicht erreichbar gewesen, heißt es in dem am Freitag veröffentlichten Dokument der Landschaftsarchitekten Bittkau + Bartfelder. Tatsächlich laufen die Gespräche. Der Rheinische Verein mit Sitz in Köln ist Eigentümer der Burg Stahleck und der Ruine Stahlberg. Stahleck hat er an das Deutsche Jugendherbergswerk verpachtet. Per Mail

Zahl des Tages

Über 40 Seiten umfasst der Veranstaltungskalender der Stadt Bingen für das erste Halbjahr 2019. Zu den Highlighst gehören das Sektfest (9.-11. Mai), der Gartenmarkt (11./12. Mai), die neue Wein-Degustation „Winzer & Wein auf dem Rhein“ am 18. Mai und „Bingen swingt“ (28-30. Juni). Den Veranstaltungskalender gibt es in vielen Binger Geschäften, Ämtern und Institutionen wie der Touristik-Information und der TH. Allgemeine Zeitung

Termin  des Tages

Boppard – „Die Frau des Nobelpreisträgers“ / Cinema in der Stadthalle . 5. Februar, 20 Uhr. boppard.de

(Bewegt-)Bild des Tages

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Ein Liebling aus Lorch und ein Abschied von Boppard

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Ein Zug wird kommen und es gibt mehr Buhnen

  1. Da kann man nur den Rat geben, schnell noch einmal die Stahlberg zu besuchen, wie sie herrlich abgelegen in ungestörter Natur liegt, ehe sie dann den Planungen der Gartenschaus unterliegt.

  2. Rolf

    ‚Der Rheingauer‘ scheint auch sehr schmerzresistent zu sein. Die Zustände mit der Bahn sind in keinster Weise hinnehmbar – jedesmal wenn ich in z.B. Assmanshausen oder Kaub bin und sehe in welchem Abstand die Bahn da zu Wohnhäusern fährt wundert mich das dort nicht jede Woche protestiert, demonstriert und blockiert wird. Was die Leute da aushalten müssen… Die Bahn wird erst reagieren wenn es Ärger gibt. Solange die Leute wie Schafe alles mit sich machen lassen wird sich nichts ändern, schon gar nicht durch die Politik.

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