Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Blick auf Bacharach. Foto: Henry Tornow

Kein Happy End in Oberwesel

Kommende Woche ist es mit dem Oberweseler Krankenhaus vorbei. Am Montag scheiterte ein letzter Übernahmeversuch. Laut „RZ“ lehnte der Oberweseler Stadtrat einstimmig ein Angebot der Firma Helexier ab, die seit März ein früheres Krankenhaus im pfälzischen Zweibrücken besitzt. Offenbar wirkte Helexier auf die  Entscheider in Oberweseler wenig erfahren. Das Unternehmen mit Sitz im pfälzischen Heltersberg hat seine Wurzeln in der Immobilienbranche und konnte keine praktischen Kenntnisse im deutschen Klinik-Management vermitteln. Der Auftritt einer Helexier-Repräsentantin, die auf YouTube Zuckerwasser als Hautpflegemittel empfiehlt, macht es nicht besser. Firmenchef Alexander R.M. Jüllig ist auf Twitter als „CEO & Founder of Sky-Hype Immobilienpotral“ mit Sitz in Dubai zu sehen, wo er 2015 u. a. eine „3 – Zimmer Wohnung in Duisburg, komplett renoviert ( neu gestrichen )!!“ anbot. 

Blick auf Oberwesel. Foto: Maximilian Siech, Zweckverband Welterbe.

Blick auf Oberwesel. Foto: Maximilian Siech, Zweckverband Welterbe.

Der Stadtrat hofft jetzt auf das frühere Konzept eines „Gesundheitscampus“ mit niedergelassenen Ärzten. Allerdings fehlt auch dafür der professionelle Partner. Der Mehrheitsgesellschafter Marienhaus will nicht mitmachen und hat bereits seinen Ausstieg aus der Betreibergesellschaft angekündigt. Für die Mitarbeiter ist die bisherige Entwicklung eine Katastrophe. Sie verlieren nicht nur ihre Arbeitsplätze, sondern müssen auch um ihre Abfindungen zittern. Das Geld sollte aus einem Fördertopf des Landes und der Krankenkassen kommen. Nach Recherchen von „RZ“-Redakteurin Denise Bergfeld gibt es aber immer noch keinen Antrag. Er muss bis Ende des Monats im Mainzer Sozialministerium vorliegen. Beim Arbeitsgericht Koblenz klagen rund 100 Klinik.Mitarbeiter gegen die die Krankenhaus GmbH, die zu 45 Prozent den Städten Oberwesel und St. Goar und der Verbandsgemeinde Hunsrück-Mittelrhein gehört. Rhein-Zeitung, helexier.de (Website der Firma Helexier)

Bornich will das Loreley-Hotel

Das Hotel-Projekt auf der Loreley hat seine erste Hürde genommen. Die für das Gelände zuständige Ortsgemeinde Bornich winkte die Pläne des norddeutschen Investoren Nidag durch. „Besser kann ein derartiges Hotelareal nicht in die Natur integriert werden“, zitiert die merklich hotelfreundliche „Rhein-Lahn-Zeitung“ Ortsbürgermeisterin Karin Kristja. Die endgültige Entscheidung über das 700-Betten-Projekt liegt beim Rhein-Lahn-Kreis. Wenn die Verwaltung in Bad Ems zustimmt, könnten die Bauarbeiten schon im kommenden Frühjahr starten. Rhein-Zeitung

Blühende Landschaften in Bacharach

Früher war Medenscheid einfach nur einer von 3 Bacharacher Höhenorten. Heute ist es „Das Rosendorf“ und im ganzen Welterbe-Gebiet bekannt. Leidenschaftliche Hobby-Botanikerinnen wie Beater Lieber und Stefanie Langer haben in der Medenscheider Brunnenstraße paradiesische Gärten geschaffen. Einer SWR-Reportage stellt sie vor. SWR

Die Eiserne Lady von St. Goarshausen

Apropos SWR: Der Sender berichtet auf seiner Website über den „Häusener Kran“. Das Industriedenkmal wird gerade saniert und soll einmal zu den Schmuckstücken am Rheinufer gehören. St. Goarshausen will das Areal bis zur Buga 2029 komplett neu gestalten. SWR

Foto des Tages

Mittelrheingold gibt’s auch per Mail

Der wöchentliche Newsletter bringt die wichtigsten Mittelrhein-Themen auf einen Blick.  Hier geht’s zum kostenlosen Abo

Zurück

Ein Landrat für Berlin und Video-Botschaften aus Oberheimbach

Nächster Beitrag

1000 und eine Nacht und das böse Erwachen

  1. Gudrun Hees

    Lieber Frank Zimmer, ich habe niemals etwas unterirdischeres gelesen, als dieser Kommentar zu Helixier. Es macht mich wütend und betroffen, wie hier mit Dreck geworfen wird. Was Frau Jüllig in ihrer Freizeit macht, geht die Öffentlichkeit nichts an und ist ihre Privatsache. Das dient doch nur dazu, das schlechte Gewissen einiger Stadträte in Oberwesel zu betäuben! Ich hatte Informationen angeboten, statt dessen – sorry – schreibst Du so einen unqualifizierten Kram. Ich beurteile die Kompetenz (z.B. der Stadträte) der Menschen auch nicht nach ihrer privaten Lebensweise! Unser Bürgermeister hat keine Ahnung von Krankenhaus-Management und von Zahlen. Er holt sich Expertise, das gesteht man Helixier nicht zu. Das ist Rufmord und nicht akzeptabel!

    • Frank Zimmer

      Liebe Gudrun Hees, wenn weder Helexier noch die Sympathisanten von Helexier belastbare Informationen über ihr Konzept zur Verfügung stellen, muss ich mich auf das beschränken, was in der Öffentlichkeit zu sehen ist. Und das ist es wie es ist. Was YouTube angeht, habe ich mit Absicht keinen Namen erwähnt. Das hasst du gerade in deinem Kommentar getan. Ich habe auch nicht das Privatleben der von dir namentlich genannten Helexier-Repräsentantin kritisiert, sondern ihren Eindruck auf die Stadträte wiedergegeben. Und was die Kompetenz und die Erfahrung im Krankenhaus-Management angeht: Ja, die erwarte ich tatsächlich von einem Unternehmen, dass die Verantwortung für 300 Arbeitsplätze tragen will. Wenn Helexier ein schlüssiges Konzept und ein professionelles Klinik-Management bieten kann, dann soll Helexier das transparent und professionell präsentieren. Mag sein, dass Helexier viel Geld und sogar eine Reihe von Ärzten an der Hand hat. Das reicht aber nicht. Du kannst in Deutschland kein Krankenhaus ohne Spezialwissen über diese spezielle Branche führen, und dieses Wissen holst du dir weder in einem Hochhaus in Dubai noch einer Immobilienfirma oder auf YouTube, sondern einzig und allein im realen Klinik-Geschäft.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Präsentiert von WordPress & Theme erstellt von Anders Norén

%d Bloggern gefällt das: