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Binger Geschichte von unten und neue Köpfe für Kaub und Bacharach

Burg Klopp in Bingen am Rhein.

In Bingen haben Touristen die Qual der Wahl: Über ein Dutzend Gästeführer bieten Rundgänge an, gerne auch in unterschiedlichen Kostümen und Rollen. Von „Vater Rhein“ über „Germania“ bis zum spätmittelalterlichen „Amtmann Bernhard von Breitenbach“ ist alles dabei. Nicht ganz so romantisch, dafür aber realistischer ist ein neuer Blick in die Binger Sozialgeschichte. Gästeführerin Susanne Pfeffer, 61, schlüpft seit April in die Rolle eines Binger Dienstmädchens aus der Kaiserzeit. Ihre Figur „Christl Stüber“ erzählt u. a. von Leben und (harter) Arbeit im Haushalt des damaligen Bürgermeisters Franz Neff (1861-1935). Neff führte rekordverdächtige 33 Jahre die Verwaltung der damaligen hessischen Kreisstadt Bingen und sorgte u. a. für den Kauf der Burg Klopp. Allgemeine Zeitung (€)
Foto: Stadt Bingen / Torsten Sitz

Die Neuen in Kaub und Bacharach

Auf den ersten Blick haben die Bürgermeisterkandidaten Dieter Kemmer und Bernd Vogt wenig gemeinsam. Kemmer, einziger Bewerber in Bacharach, ist Quereinsteiger ohne kommunalpolitische Erfahrung. Der Boehringer-Manager mit Steeger Wurzeln hängt sich umso mehr rein; er zählt dabei auf ein Netzwerk Bacharacher Routiniers. In Kaub dagegen tritt mit Bernd Vogt ein Kommunalpolitiker alter Schule an, ebenfalls ohne Konkurrenz. Vogt war 20 Jahre lang ehrenamtlicher Beigeordneter, saß lange im Stadtrat und gehört zu den letzten selbständigen Handwerksmeistern in der Stadt. Nach der Wahl werden beide mit denselben Problemen kämpfen: Zu wenig Geld in der Stadtkasse und zu viel Leerstand im Stadtkern. In den Porträts in „RZ“ (Vogt) und „AZ“ (Kemmer) zeigen sich aber auch gute Gemeinsamkeiten. Beide wollen die Bundesgartenschau 2029 als Chance nutzen und beide setzen auf das Wir-Gefühl in ihren Städten. Für Vogt und Kemmer wäre es jeweils die erste Amtszeit. Ihre Vorgänger Martin Buschfort (Kaub) und Philipp Rahn (Bacharach) treten nicht mehr an. Rhein-Zeitung (€, Kaub), Allgemeine Zeitung (€, Bacharach)

Baulust in Boppard

Nicht, dass Boppard in Geld schwimmen würde, aber im Vergleich zu ehrenamtlich geführten Kommunen wie Bacharach oder Kaub wirkt die Stadt wie eine Insel der Verwaltungsseeligen. Laut „RZ“ lässt sie sich die Sanierung ihres historischen Verwaltungssitzes, des Karmelitergebäudes, mindestens 18,5 Millionen Euro kosten. Dabei beweist man Sinn für das Besondere: Der zukünftige Parkettboden wird in einem Sägewerk in der Eifel aus original Bopparder Eichen hergestellt; er soll Ende des Jahres eingebaut werden. Bis zum Einzug dauert es dann noch einmal ein bis eineinhalb Jahre. Die Sanierung läuft seit 2019. Damals hatte die Stadt mit 7,8 Millionen Euro kalkuliert. Rhein-Zeitung (€)

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