Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Autor: Redaktion Seite 2 von 26

Bacharach kämpft gegen die „Schiffsautobahn“

Die geplante Rheinvertiefung bringt Bacharach auf die Barrikaden. Wassersportler, Touristiker und Kommunalpolitiker befürchten eine Industrialisierung des Stroms mitten im Welterbetal, wenn die Fahrrinne ausgefräst wird und neue Längs- und Querwerke immer mehr Wasser vom Ufer wegleiten. Das Projekt des Bundesverkehrsministeriums könnte Teile des Flusstals in eine Art Schlamm- und Wattenmeer verwandeln, ein Paradies für Stechmücken schaffen und allen Sportangeboten inklusive der gerade entstehenden Rafting-Szene ein Ende machen, heißt es. Der Rhein werde zur „Schiffsautobahn“, zitiert die „AZ“ Norbert Mießner vom Bacharacher Ruderverein. Hilfe erhofft man sich u. a. vom einflussreiche Rheinische nVerein für Denkmalschutz und Landespflege. Die bundeseigene Wasserstraßenverwaltung will mit der Rheinvertiefung – sie nennt es „Abladeoptimierung“ – Frachtschifffahrt auch bei extremem Niedrigwasser ermöglichen. Über Sinn der Maßnahme gibt es unterschiedliche Ansichten. Der Chemiekonzern BASF setzt z. B. auf neuartige Schiffstypen mit besonders niedrigem Tiefgang. Ein solcher Tanker käme sogar bei 30 cm Kauber Pegel mit 650 Tonnen Ladung durch. Allgemeine Zeitung, Abladeoptimierung Mittelrhein (Info-Website des Wasserstraßen- und Schiffahrtsamtes), Mittelrheingold (BASF-Tanker)

Mittelrhein bei Bacharach

Zwischen Bacharach und Lorch soll der Rhein vertieft werden. Foto: Henry Tornow / Romantischer Rhein Tourismus

Der Fuchs und das Filetstück

Apropos Rhein. In Bingen räumt der Baustoffkonzern Heidelberg Cement einen  großen Uferabschnitt im Stadtteil Kempten, denn der Pachtvertrag läuft zum Jahresende aus. Die attraktive Lage am Strom macht im Binger Rathaus rote Ohren. Die Stadt würde das Areal gerne als Wohnmobil-Stellplatz oder für Wohnungsbau nutzen. Zuerst müsste aber die kühl kalkulierende Mitbesitzerin Ursula Fuchs („Sansdfuchs“) überzeugt werden. Laut „AZ“ mag Fuchs noch nicht einmal die Präsenz der DLRG-Wasserrettungstation auf dem Gelände garantieren. O-Ton: „Ob der Verein bleiben kann, das ist von der sozialen Einstellung des künftigen Mieters abhängig“.  Allgemeine Zeitung

Ein Kloster gibt auf

„Pfaffengasse“ nannte man das Rheinland früher, weil an jeder Ecke eine Kirche stand, ein Kloster zu sehen war oder ein (katholisches) Bistum begann. Kirchen und Bistümer gibt es immer noch, Klöster sind Mangelware. Im kommenden Jahr wird ein weiteres geschlossen, das Oblatenkloster St. Rupert auf dem Binger Rochusberg. Derzeit leben dort nur noch 2 Mönche, beide im Rentenalter. Die Immobilie fällt an die katholische Kirchengemeinde Bingen. Was daraus wird, ist unklar. Der Binger Pfarrer Markus Lerchl hat schon jetzt mehr als genug Häuser am Bein. Weil die spärlicher fließenden Kichensteuern nicht reichen, um alles zu unterhalten, muss der Binger Kirchenbesitz über kurz oder lang neu organisiert oder teilweise verkauft werden. Allgemeine Zeitung, Oblaten-Orden

Der Boch-Zug rollt

„Wenn 2 zu doof sind, freut sich der Dritte“, titelte die „Hamburger Morgenpost“ im Juli mit dem Foto eines grienenden Olaf Scholz. Damals galt es noch als so gut wie sicher, dass Scholz keine Chance hat und die CDU den nächsten Bundeskanzler stellt. Bekanntlich kam es anders. Die Uneinigkeit der Union könnte auch im vermeintlich konservativen Rhein-Hunsrück-Kreis für eine Überraschung sorgen. Die Partei geht tief gespalten in die anstehende Landratswahl, weil der offizielle CDU-Kandidat gegen die amtierende CDU-Verwaltungschefin Rita Lanius-Heck aus Oberwesel antritt. Die SPD hat zwar überhaupt keinen eigenen Kandidaten, unterstützt aber den unabhängigen Bewerber Volker Boch. Boch, hauptberuflich Redakteur der „Rhein-Zeitung“, bekam beim Treffen der SPD-Delegierten am Wochenende 100 (!) Prozent der Stimmen. Die Wahl findet am 16. Januar statt. Es geht um die Nachfolge von Marlon Bröhr, der mittlerweile im Bundestag sitzt. Rhein-Zeitung

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Bahnchaos auf der rechten Rheinseite und Extrem-Immobilien in St. Goar

2021 bleibt man auf der rechten Rheinseite nicht nur wegen Corona am besten zu Hause. Für Pendler war es ein Jahr der Verkehrsinfarkte. Nach der Blockade durch den Hangrutsch bei Kestert, diversen Straßensperrungen rund um Lorch, abenteuerlichen Umleitungen und mehreren Bahnstörungen kam am Donnerstag das vorläufige Finale einer unglaublichen Pannenserie. Gegen 14 Uhr beschädigten Bauarbeiter am Stellwerk Oberlahnstein ein Kabel. Danach ging am rechten Ufer nichts mehr, noch nicht einmal die Bahnschranken. Am Freitagvormittag war zwischen Kamp-Bornhofen und Wiesbaden immer noch alles blockiert. 20 Züge standen auf der Strecke. Laut „Wiesbadener Kurier“ arbeitet die Bahn „intensiv“ an einer Lösung. Wiesbadener Kurier

St. Goarshausen im Herbst

St. Goarshausen im Herbst. Foto: Henry Tornow / Romantischer Rhein Tourismus

Immobilien-Extreme in St. Goar

Der Flucht ins Betongold lässt auch im Mittelrheintal die Immobilienpreise steigen. Trotzdem gibt es noch Häuser für den Preis eines Kleinwagens. Ein extremes Beispiel findet sich in der Innenstadt von St. Goar. Dort wird ein – O-Ton – „stark sanierungsbedürftiges“ Mehrfamilienhaus für 15.000 Euro inklusive Garage angeboten. Ein Stück stromabwärts im Stadtteil Fellen gibt es das Kontrastprogramm. Dort kostet ein nicht mehr ganz taufrischer Bungalow mit Pool und knapp 7.000 Quadratmeter Grund fast eine Million. Immobilienscout24 (Altstadt)Immobilienscout124 (Fellen)

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Ein bisschen Platz muss sein

Häuser im Mittelrheintal sind manchmal alt und klein. Wenn es etwas mehr sein darf: In Lorch steht eine 40-Zimmer-Villa mit Nebengebäuden, 900 Quadratmeter Wohnfläche und sechseinhalb Hektar Grundstück zum Verkauf. Das schlossartige „Haus Rheinberg“ im Wispertal gehört dem ThyssenKrupp-Konzern und wurde zuletzt für Fortbildungen genutzt. Der schnöde Zweck ist dem Anwesen nicht sofort anzusehen. Von außen wirkt es wie August Thyssen auf Urlaub. Laut ThyssenKrupp stammt die Immobilie aus dem Jahr 1912, ist für Mittelrhein-Verhältnisse also fast ein Neubau. Die letzte Sanierung liegt erst 6 Jahre zurück. „Haus Rheinberg“ soll 1,95 Mio Euro kosten. Zum Vergleich: Für dieselbe Summe gibt es noch nicht einmal in München, sondern in der Umlandgemeinde Straßlach-Dingharting eine Doppelhaushälfte auf 316 Quadratmeter Grund. Immobilienscout24

Haus Rheinberg bei Lorch. Foto: ThyssenKrupp

Haus Rheinberg bei Lorch. Foto: ThyssenKrupp

Wohnen wie ein Weinbaron

Apropos viel Platz und viel Geld: Die „AZ“ berichtet über das teuerste Immobilienangebot Bingens. Zum Verkauf steht die frühere Weigand-Kellerei an der Ecke Mainzer Straße/Richtbergstraße, eine Art Stadtpalais mit 35 Zimmern und 1000 (!) Quadratmeter Keller. Der großbürgerliche Bau aus der Kaiserzeit wird im Auftrag eines Investors aus Süddeutschland für 3,35 Mio Euro angeboten. Wer residieren will wie ein Binger Weinbaron, sollte allerdings noch ein paar Euro mehr mitbringen. Laut „AZ“ muss man „noch richtig reinpulvern …., denn der Putz bröckelt“ Allgemeine Zeitung

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