Redaktion

Bingen stemmt sich gegen den Leerstand

Speisemarkt in Bingen. Foto: Torsten Silz / Stadt Bingen

Die Oberweseler Immobilienbörse macht Schule. Die Stadt Bingen baut ebenfalls eine Plattform für leerstehende Gebäude und Gewerbeflächen auf. Wer ein ungenutztes Ladenlokal besitzt, kann es ab sofort auf der Website der Stadt präsentieren. Ein Exposé sei nicht nötig, teilte die Stadt mit. Es genügen „wesentliche Informationen zum Objekt wie Lage/Adresse, Fläche, Zustand, Kosten sowie ein oder zwei aussagekräftige Fotos.“ Dabei will die Verwaltung ausdrücklich nicht als Maklerin auftreten. Es gehe nur darum, Eigentümer und Interessenten zusammenzubringen, alles andere sei Privatsache. „Nutzen Sie das kostenlose Angebot auf unserer Homepage“, appelliert Oberbürgermeister Thomas Feser. “ Jede Geschäftsfläche, die nach einem Leerstand wieder nutzbar gemacht wird, belebt unsere Innenstadt und trägt zur Versorgungssicherung bei.“ Stadt Bingen (Pressemitteilung)
Foto: Torsten Silz / Stadt Bingen

Kauf dir eine Kirche

Wie überall in Deutschland gibt es auch am Mittelrhein zu viele Kirchengebäude für zu wenige Gläubige. Laut „RZ“ ist etwa im rechtsrheinischen Bistum Limburg die Zahl der Katholiken in den vergangenen 40 Jahren um ein Drittel geschrumpft und der Abwärtstrend setzt sich fort. Die neue „Großpfarrei St. Martin und St. Damian Rhein-Lahn “ will sich darum von zahlreichen Immobilien trennen. Auf der Verkaufsliste stehen u. a. das Pfarrzentrum in Oberlahnstein, Kirche und Jugendheim Friedrichssegen, die Barbarakirche in Niederlahnstein und die Heilig-Geist-Kirche in Braubach samt Pfarrhaus. Kunsthistorische Perlen sind nicht darunter. In der Regel trennen sich die Kirchengemeinden als erstes von architektonischem Einerlei aus dem 20. Jahrhundert. Rhein-Zeitung (€)

Lorch wird Urwald-Gemeinde

Die Zoologische Gesellschaft Frankfurt hat oberhalb von Lorch ihr Klima- und Artenschutzprojekt „Wispertaunus“ gestartet. Sie sucht bis zu 1100 Hektar Wald aus, die sich selbst überlassen und zum Urwald werden sollen. Die Kosten und den Verdienstausfall für die Forstbesitzer zahlen der Bund, das Land Hessen und die Naturschutzorganisation selbst. Die Eigentümer, allen voran die Stadt Lorch, sind mehr als interessiert. Sie spekulieren auf rund 10.000 Euro Ausgleichszahlung pro Hektar. Wiesbadener Kurier (€)

Video der Woche: Klassenreise in die 50er

Als Adenauer Kanzler war und Bingen Kreisstadt: Der SWR hat ein Mittelrhein-Video aus dem Jahr 1959 ausgegraben. Mehrere Schulen in Karlsruhe und Umgebung hatten damals einen Sonderzug gechartert, um mit rund 900 Kindern auf gemeinsame Klassenfahrt zu gehen. In Bingen staunte man über die Aussicht („Oh! Da obbe isch’s Niederwalddenkmal mit der Germania – genau wie mir’s geschtern im Film g’sähe habbe!“), dann ging’s aufs Schiff Richtung Loreley. So nostalgisch der Schwarz-Weiß-Film auch wirkt, eines hat sich eigentlich nicht geändert: Auch die Jugend von damals nahm ihre Umgebung oft nicht wahr – sie glotzte nur nicht auf Handy-Bildschirme, sondern starrte in Comic-Hefte. SWR (Video)

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