Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Schlagwort: Braubach Seite 2 von 19

Ein Bypass für Braubach und Kino-Legenden in Lahnstein

Wer auf rechtsrheinischen B 42 an Braubach vorbeifährt, bekommt vom alltäglichen Verkehrsinfarkt wenig mit. Das Problem staut sich weiter oberhalb. Laut Bürgerinitiative „Braubach lebenswerter“ quälen sich täglich bis zu 10.000 Autos, Lastwagen, Busse und Motorräder von Rheinhöhen und Taunus durch die Altstadt hinunter ins Tal. Die Braubacher hoffen seit Jahren auf eine Umgehungsstraße, aber die Geologie ist wie immer am Mittelrhein schwierig, der Bau aufwendig und der Eingriff in die Landschaft gravierend. Momentan stockt wieder alles. 2 geplante Varianten sind verworfen worden, weil sie nicht welterbeverträglich sind. Das kam während einer Podiumsdiskussion zwischen den Landratskandidaten Jörg Denninghoff (SPD) und Udo Rau (CDU) heraus, Denninghoff bat um Geduld. und warnte vor voreiligen Lösungen. O-Ton: „Es wird teuer und es muss gut werden.“ Dabei gehe es nicht nur um das Landschaftsbild, sondern auch um den Hochwasserschutz. Er will die Ortsumgehung mit anstehenden Maßnahmen gegen Starkregen abstimmen. Sein Konkurrent Rau kritisierte die SPD-geführte Landesregierung: Sie gehe das Problem zu langsam an und informiere die Bevölkerung nur auf Nachfrage. Der nächste Landrat des Rhein-Lahn-Kreises wird am 13. März gewählt, Denninghoff (Landtagsabgeordneter) und Rau (Ex-Bürgermeister der VG Nassau) sind die einzigen Kandidaten. Rhein-Zeitung [€), YouTube (Braubach ca. Min. 51)

Eine Umgehungsstraße unterhalb der Marksburg gilt als kaum vermittelbar. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Dominik Ketz.

Eine Umgehungsstraße unterhalb der Marksburg gilt als kaum vermittelbar. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Dominik Ketz.

Kino-Legenden in Lahnstein

Außerhalb von Koblenz sind die meisten Mittelrhein-Kinos Geschichte. Das „Neue Theater“ in St. Goarshausen hat längst geschlossen und nur Senioren kennen noch die „Apostelhoflichtspiele“ in Bacharach. Selbst in den größeren Mittelrheinstädten Bingen und Bacharach mussten ehrenamtliche Cineasten einspringen, um die Kino-Tradition zu retten. Ein inhabergeführtes Filmtheater alten Stils gibt es aber noch: Das Kino Lahnstein von Thomas Birkelbach. Es wird am 9. März  60 Jahre alt und wie es aussieht, ist es noch lange nicht am Ende. Birkelbach ist nach 2 harten Corona-Jahren optimistisch. „Die Leute trauen sich häufiger ins Kino, außerdem kommen im Frühjahr einige sehr viel versprechende Filme heraus“, zitiert ihn die „RZ“. Zum Jubiläum würde er im Foyer gern eine Erinnerungswand mit persönlichen Erlebnissen aus 60 Jahren Lahnsteiner Kino installieren. Birkelbach freut sich auf viele Geschichten, Anekdoten und Fotos seiner Gäste Im März 1962 eröffnete das Kino übrigens mit dem Spielfilm „Unser Haus in Kamerun“ mit Götz George (damals 33). Rhein-Zeitung (€), Kino Lahnstein

Hängematten aus Bingen

Hotel, Weinmuseum, Showroom: Die Ideen für die frühere St. Ursula-Kellerei am Fuß des Rochusberges waren groß, aber der neue chinesische Eigentümer kocht jetzt lieber auf kleiner Flamme: Er vermietet das XXL-Gebäude mit Rheinblick  als Lager. Laut „AZ“ stapeln sich dort seit Jahresbeginn die Hängematten. Das rheinhessische Familienunternehmen La Siesta hat seine komplette Logistik vom Firmensitz Jugenheim bei Mainz nach Bingen verlegt. Die Mutter von Geschäftsführer Cornelius Grisar gründete La Siesta Anfang der 90er Jahre in ihrer Garage, heute liefert man jährlich rund 130.000 Hängematten in alle Welt. Die Entscheidung für Bingen geht übrigens auf einen Ausflug an den Mittelrhein zurück; Grisar besuchte das Binger Kulturufer und sah später das „Zu Vermieten“-Schild am Kellereigebäude. Allgemeine Zeitung, La Siesta

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Heiraten in der VG Loreley: „Wir haben sehr viele Anfragen aus ganz Deutschland“

Der 2.2.2022 gilt als perfektes Hochzeitsdatum für Vergessliche. Die „Rhein-Lahn-Zeitung“ hat sich pünktlich zum angeblichen Run auf die Standesämter in den Verbandsgemeinden umgehört und stieß  in der VG Loreley auf einen ganz anderen Rekord: Nirgendwo im Kreis gibt es so viele Orte, an denen man sich trauen lassen kann. Am Mittelrhein ist Heiraten immer auch ein Marketingfaktor, darum listet die Loreley-Touristik u.a. folgende Lokalitäten für das Ja-Wort auf: Das Alte Rathaus in St. Goarshausen, die Burg Maus, die Sauerburg, das Blüchermuseum in Kaub, das alte Rathaus in Filsen (Wachport), die Burgen Sterrenberg und Liebenstein, die Marksburg, den Braubacher Obertortum und den „Weißen Schwanen“. Eher nüchterne Naturen wählen die Verbandsgemeindeverwaltung in Braubach. „Wir haben auch sehr viele Anfragen aus ganz Deutschland“, zitiert die Zeitung Standesbeamtin Katja Schmidt. Am Mittwoch war das Angebot allerdings deutlich größer als die Nachfrage. Wegen des Termins mitten in der Woche und der wenig romantischen Jahreszeit trauten sich in der VG Loreley und in Lahnstein nur jeweils ein Paar. Für den 22. Februar sind je 3 Paare angemeldet. Rhein-Zeitung (€), Loreley-Touristik (Liste der Trauorte)

Auch hier darf getraut werden: Burg Sterrenberg über Kamp-Bornhofen. Foto: Dominik Ketz / Romantischer Rhein Tourismus.

Happy Birthday in Hirzenach und Aulhausen

Nicht zur Zielgruppe Trau-Tourismus gehören 2 Mittelrheiner mit Zölibat, die am Mittwoch Geburtstag feiern: Die katholische Ordensfrau und Menschenrechtsaktivistin Lea Ackermann aus Hirzenach wird 85 und der frühere Limburger Bischof Franz Kamphaus 90. Kamphaus lebt seit seiner Pensionierung 2007 im Rüdesheimer Stadtteil Aulhausen. Dort hilft er als einfacher Priester in der Behinderteneinrichtung St. Vincenzstift aus. SWR (Ackermann), Rhein-Zeitung (€) (Kamphaus)

Auto-Übernahme in Bingen: Pieroth schluckt Honrath

Für den insolventen Binger Opelhändler Heinrich Honrath gibt es eine Lösung. Laut „AZ“ übernimmt Ortskonkurrent Auto Pieroth die Geschäfte und bringt gleich seinen ganzen Betrieb mit. Das Unternehmen aus Bingen-Gaulsheim will sich am Honrath-Standort Sponsheim ansiedeln, weil dort mehr Platz ist. In Bingen-Sponsheim sollen rund 60 Beschäftigte arbeiten. Allgemeine Zeitung

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Braubach im Glück und Bad Salzig zum Anziehen

Wenn Roger Lewentz durchs Mittelrheintal fährt, dann gerne auch mit Schecks und Förderzusagen. Der Innenminister von Rheinland-Pfalz ist in Kamp-Bornhofen zu Hause, und wenn es sich einrichten lässt, bringt er gute Nachrichten in der Nachbarschaft persönlich vorbei. Wie gerade in Braubach: Dort bekommt Stadtbürgermeister Joachim Müller 200.000 Euro aus dem Bund-Länderprogramm „Lebendige Zentren“. Das Geld ist für den Straßenausbau in der Altstadt bestimmt. Stromaufwärts in Kamp-Bornhofen gibt es sogar 300.00 Euro und für den Höhenort Lierschied 25.000 Euro. Vergangene Woche waren bereits 86.000 Euro für Bacharach bewilligt worden. Das Programm fördert die Weiterentwicklung historischer Ortskerne. Wieviel eine einzelne Kommune bekommt, sagt noch nichts die Zuschüsse insgesamt aus – es gibt so viele Programme unterschiedlicher staatlicher Ebenen, dass nur noch Profis den Überblick behalten. Rhein-Zeitung (€), Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (Website zum Förderprogramm)

Es gibt Geld für die Braubacher Altstadt. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Henry Tornow

Es gibt Geld für die Braubacher Altstadt. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Henry Tornow

Bad Salzig zum Anziehen

Bad Salzig ist ein Geschenk, das wussten Fans und Bewohner des Bopparder Stadtteils schon immer. Es stimmt auch, denn 922 schenkte der damalige König des Ostfrankenreichs den Ort „Salzachu“ dem Ursulienkloster in Köln. Die erste urkundliche Erwähnung vor 1100 Jahren wird 2022 ausgiebig gefeiert. Es gibt schon Merchandising-Artikel wie T-Shirts,  Hoodies, Turnbeutel, Kochschürzen und sogar Baby-Strampler im Bad-Salzig-Look. Bad-Salzig-Shop auf Myspread, Rhein-Zeitung (€)

Das Brot zum Welterbe-Titel

Apropos Bad Salzig: Der Bopparder Bäcker Martin Nickenig – einer der letzten unanbängigen am Mittelrhein – hat ein „Welterbebrot“ kreiert. Zum Backen verwendet Nickenig Heilwasser aus der Bad Salziger Leonorenquelle. Es kommt aus 446 Meter Tiefe, ist wissenschaftlich geprüft und kann seit 2021 von jedermann gezapft werden. Rhein-Zeitung (€)

Rüdesheim und der Wolf

Mindestens 5 Wölfe leben mittlerweile in den Wäldern um Rüdesheim. Das ergab eine Untersuchung des staatlichen „Wolfszentrums Hessen“. Die Tiere gehen Menschen aus dem Weg, darum bekommt man sie in der Regel nur durch Kameraufzeichnungen zu Gesicht. Eine Auswertung von DNA-Spuren ergab, dass 3 Welpen zum Rude gehören. Hessenschau

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